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Dieses Thema hat 135 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Percy Lister Offline



Beiträge: 3.427

01.01.2015 13:51
#31 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten



BEWERTET: "Die brennenden Augen von Schloss Bartimore" (The Gorgon) (GB 1964)
mit: Peter Cushing, Barbara Shelley, Richard Pasco, Christopher Lee, Michael Goodliffe, Patrick Troughton, Prudence Hyman, Joseph O'Conor, Jeremy Longhurst, Toni Gilpin, Jack Watson, Redmond Phillips, Joyce Hemson u.a. | Drehbuch: John Gilling nach einer Erzählung von J. Llewellyn Devine | Regie: Terence Fisher

In der Ortschaft Vandorf geht in Vollmondnächten die Angst um: In den letzten sieben Jahren sind fünf Mordfälle passiert, ohne dass die Polizei etwas über den Täter oder die Hintergründe herausgebracht hätte. Als der Sohn von Professor Heitz nach dem mysteriösen Tod seiner Verlobten erhängt im Wald aufgefunden wird, glauben die Behörden, dass die Mordserie damit zu einem Abschluss gekommen ist. Der Professor glaubt nicht an die Schuld seines Sohnes und informiert sich beim Leiter des Medizinischen Instituts, Professor Namaroff, über die Vandorf-Legende. Diese besagt, dass Medusa, eine der drei Gorgonen, in der Nähe des verfallenen Schlosses Bartimore umgeht und ihr Blick Menschen zu Stein erstarren lässt....



Todbringende Frauen erleben bei Hammer immer wieder eine Renaissance: Ihre morbide Faszination resultiert nicht aus der Anwendung von körperlicher Gewalt, sondern aus einer unheilvollen Präsenz, deren stoische Hartnäckigkeit den stärksten Mann umhaut. Wie in "The Woman in Black" genügt auch in "The Gorgon" die reine Anwesenheit der unheimlichen Frau, um eine Reihe von Todesfällen auszulösen, die wie eine Epidemie über den Landstrich einfällt und der nicht einmal die Wissenschaft beikommen kann. Vielleicht bleibt der von Peter Cushing gespielte Charakter deshalb anfangs so passiv und teilnahmslos und seine Reaktionen auf das Geschehen emotionslos und abweisend. Obwohl Christopher Lee neben Cushing noch vor dem Filmtitel genannt wird, greift er erst nach fünfzig Minuten in das Geschehen ein. Während Cushing viele Nahaufnahmen erhält und sein kalter, listiger Blick den Zuschauer durchdringt, ist Lee höchstens in der Halbtotalen zu sehen. Obwohl auch er ein Mann der Universität ist, agiert er im Gegensatz zu Cushing pragmatisch und aus dem Bauch heraus, wohlwissend, dass er mit allem rechnen muss und er das Unbewiesene nicht einfach negieren kann. Seine Entschlossenheit treibt auch Professor Namaroff an und beendet dessen Haltung des Abwartens und Hinnehmens. Barbara Shelley steht als einzige nennenswerte Frau nicht nur zwischen den Männern und zwischen Pflicht und Neigung, sondern bildet auch die Projektionsfläche für vieles. Ihr werden aufgrund ihres Berufes Empathie und Zuverlässigkeit attestiert und ihre aparte Erscheinung hellt die in Erdtönen gehaltene Umgebung auf. Sie ist Hoffnungsträgerin und Schwachpunkt zugleich, da die Auswahl an für die Todesfälle in Frage kommenden Personen begrenzt ist. Die Vornehmheit ihres Auftretens und das in Männeraugen reizvolle Spiel der Verzögerung, bei der die Erfüllung der Sehnsüchte immer wieder hinausgezögert wird, machen sie zu einer Traumfigur, die wie Aschenbrödel um Mitternacht verschwindet und nur ihren gläsernen Schuh hinterlässt. Der Film betont die Sentimentalität der Carla Hoffman durch die Art, wie ihr Umfeld auf sie reagiert, was den jungen Heitz besonders verletzlich aussehen lässt und seine Mission als Aufklärer des Todes zweier Familienangehöriger schwächt. Erst die tatkräftige Direktheit von Karl Meister kann dem Treiben ein Ende bereiten, wenn es auch ein Ende mit Schrecken ist.

Hammer Productions vermengt Versatzstücke aus der griechischen Mythologie mit jenen Legenden, die man im mit Spukgeschichten wahrlich nicht unterversorgten Großbritannien im Land der "an der Oberfläche beherrschten und undurchdringlichen Deutschen" (Sir Simon Marsden) vermutete: Schauergeschichten, die sich auf Burgen und in Villen abspielen, die wie der Ostteil des Landes viele Jahrzehnte vom Zugriff der (westlich aufgeklärten) Außenwelt abgeschirmt waren. Düstere Herbstlandschaften, das Misstrauen gegenüber Fremden und die Buchstabentreue von Behörden und Autoritäten schaffen ein Klima der Einengung und der Isolation. Hieraus bezieht der Film seine Stärken, kann aber in letzter Konsequenz seinen auf kommerzielle Leichtverdaulichkeit ausgerichteten Charakter nicht völlig verbergen, was besonders im Umgang mit der Medusa und einigen ungeklärten Fragen ersichtlich wird. 3,5 von 5 Punkten.

patrick Online




Beiträge: 2.858

01.01.2015 14:08
#32 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

@Percy Lister Medusa? Ist es in der deutschen Synchronfassung die Medusa selbst?

Ich hab mich bei meiner Besprechung auf die englische Originalfassung bezogen, wo es sich um die Gorgone Megara handelt. Medusa wurde ja von Perseus enthauptet.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.427

01.01.2015 14:11
#33 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Ja, es handelt sich um die Medusa, die als Geist wiedergekehrt ist und von einem Menschen Besitz ergriffen hat, um weiter töten zu können.

patrick Online




Beiträge: 2.858

01.01.2015 14:15
#34 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Interessant. Da hat man den Hintergrund ganz schön abgeändert. Ich hatte von früher, als ich den Film noch in deutsch sah, auch Medusa in Erinnerung, dachte aber ich hätte mich getäuscht.

patrick Online




Beiträge: 2.858

01.01.2015 20:50
#35 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

The Abominable Snowman (Yeti, der Schneemensch)




Filmdaten
Deutscher Titel Yeti, der Schneemensch
Originaltitel The Abominable Snowman
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1957
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Val Guest
Drehbuch Nigel Kneale
Produktion Aubrey Baring
Musik Humphrey Searle
Kamera Arthur Grant
Schnitt Bill Lenny
Besetzung
Peter Cushing: Dr. Rollason, Forrest Tucker: Dr. Friend, Maureen Connell: Helen Rollason, Richard Wattis: Fox, Michael Brill: McNee, Robert Brown: Shelley
Wolfe Morris: Kusang, Arnold Marlé: Lhama


Handlung:

Der Botaniker Dr.Rollason (Peter Cushing) befindet sich, zusammen mit seiner Frau Helen, in einem abgelegenen buddhistischen Kloster in einer unwirtlichen Gegend des Himalaya, um Pflanzen zu erforschen.
Er willigt ein, eine von Dr. Friend (Forrest Tucker) angeführte Expedition zu begleiten, welche den legendären Yeti finden will. Die Einheimischen sind diesem Projekt gegenüber wenig kooperativ und scheinen über die damit verbundenen Gefahren Bescheid zu wissen, was Helen dazu veranlasst, ihren Mann geradezu flehentlich darum zu bitten, nicht mitzugehen.
Seine wissenschaftliche Neugierde lässt ihm allerdings keine Ruhe, und er schließt sich Friend und dessen Kameraden Shelley und McNee an.
Nachdem sie von mutmaßlichen Banditen verfolgt und durch Schüsse bedroht werden, sieht Rollason durch sein Fernglas, dass es sich um Einheimische handelt, welche die Expedition lediglich abschrecken wollen. Er verheimlicht dies jedoch den anderen.
Der Wetterbericht kündigt gefährliche Bedingungen an, und Rollason findet heraus, dass Friend ein Betrüger ist, der einmal der Öffentlichkeit falsche Wolfskinder präsentiert hat. Dies sollten Kinder sein, die von den Menschen isoliert, unter Wölfen aufgewachsen sind und dadurch psychische Schäden davongetragen haben. Der geschäftsorientierte Friend hatte dazumal die ganze Geschichte nur erfunden. Der geradlinige Rollason gerät nun in Konflikt mit dem unseriösen Friend und Disharmonie macht sich unter den Männern breit.
Schließlich tappt der, als Kletterer relativ unerfahrene, McNee in eine Bärenfalle, die von Shelley ausgelegt wurde, um den Yeti zu fangen, was Rollanson weiter auf die Palme bringt.
Als die Gruppe überdimensionale Fußabdrücke im Schnee entdeckt, besteht kein Zweifel mehr daran, dass wirklich ein Unwesen umgeht. Als der verletzte McNee alleine im Zelt liegt, verfällt er in eine Trance-artige Apathie und reagiert völlig gleichgültig auf eine monströse Klaue, die in`s Zelt greift.
Der hinzukommende Sherpa gerät in Panik und verlässt fluchtartig die Expedition. Später gelingt es Shelley einen Yeti zu erschießen, und die Truppe vernimmt seltsame und unheimliche Laute aus der Umgebung. Offensichtlich lassen die Yetis diesen Vorfall nicht einfach auf sich beruhen. McNee verlässt plötzlich ohne Stiefel und Handschuhe das Zelt und klettert weiter nach oben, wo er abstürzt. Shelly stirbt bei einer direkten Begegnung mit den Yetis an Herzversagen.
Als nur noch Rollason und Friend übrig sind, hört Ersterer eine Radiodurchsage, welche die Expedition auffordert, sofort umzukehren, obwohl das Radio nicht mehr funktionstüchtig ist. Friend kann das nicht hören, vernimmt allerdings die Hilferufe des bereits verstorbenen Shelly, welche wiederum für Rollason nicht existieren. Diesem ist nun klar, dass die Yetis über Kräfte verfügen, die den menschlichen Horizont übersteigen. Friend stürzt aus der Höhle nach draußen und verursacht durch Schüsse eine schwere Lawine, die er mit ruhiger Gleichgültigkeit über sich kommen lässt. Rollason, der nun als einziger Überlebender in der Höhle ist, begegnet dort zwei Yetis und wird später von seiner beunruhigten Frau, die mit einer kleinen Expedition die Suche aufgenommen hat, halb erfroren im Freien gefunden. Zurück im Kloster leugnet er die Existenz der Yetis.

Anmerkungen:

Dieser Streifen entstammt der frühesten Anfangsphase von Hammers Horror-Trip. Eigentlich ist er weniger Horrorfilm, als vielmehr Abenteuerfilm mit Mystery- und Science-Fiction-Elementen.

„The Abominable Snowman“ hat die unendlichen Weiten des Himalaya sehr wirkungsvoll eingefangen und beeindruckende Landschaftsaufnahmen mit einer sehr passenden Musik garniert. Die Lokation kommt in schwarzweiß sehr gut rüber. Die Schauspieler sind durch die Bank voll und ganz überzeugend. Der ungewohnt jung aussehende Peter Cushing lebt sich, wie gewohnt, äußerst engagiert in seine Rolle ein, und auch Hollywood-Haudegen Forrest Tucker (1919-1986), welcher zu dieser Zeit einige britische Filme drehte, spielt seinen Part wirklich toll. Als Shelly agiert übrigens Robert Brown (1921-2003), der aus vielen James Bond Filmen von „Der Spion der mich liebte“ bis „Lizenz zum Töten“ bekannt ist und auch sonst in mehreren unvergessenen Klassikern mitwirkte.
Amüsant ist der ausgesprochen starke deutsche Akzent (in der Originalfassung) des buddhistischen Lhamas, der von dem Deutschen Arnold Marle (1887-1970) dargestellt wird.
Rollasons Frau heißt in diesem Film Helen, wie auch Peter Cushings tatsächliche Ehefrau. Dies war wohl so beabsichtigt.

Der Spannungsaufbau in der unwirtlichen Schneewüste und die Bedrohung durch die, bis zum Schluss nicht wirklich sichtbar in Erscheinung tretenden, Yetis geben dem Streifen eine sehr sehenswerte Atmosphäre. Auch die von ihnen ausgestoßenen widerhallenden Laute haben eine tolle Wirkung.

Allerdings hat dieser Film eine sehr große Schwäche, nämlich jene, dass er seinem Originaltitel nicht gerecht wird. „Abominable“ heißt ja so viel wie „furchtbar, schrecklich, grässlich“, was den hier dargestellten Wesen nicht entspricht.
Wer ein, für Hammer sonst typisches, richtiges Monster sehen will, wird zweifellos enttäuscht werden.
Hier ist der, ausnahmsweise ungewohnt unspektakuläre, deutsche Titel wesentlich passender.
Das Antlitz des Yeti sehen wir erst am Schluss, und er zeigt weise Züge.
Er wird neben Mensch und Affe als dritte Linie dargestellt, die mentale und sensitive Fähigkeiten besitzt, zu welchen der Durchschnittsmensch keinen Zugang hat. Er fungiert auch als Projektionsfläche für die Menschen. Daraus erklärt sich, warum die einzelnen Expeditionsteilnehmer in ihren ruhigen Augenblicken eine veränderte, völlig subjektive, Wahrnehmung haben, die sie zu, für andere völlig unverständlichen, Handlungen veranlasst. Sie werden dann nämlich mit ihren ureigenen, verdrängten Ängsten direkt konfrontiert.

Allerdings ist mir selbst nicht wirklich klar, ob die oben beschriebenen weisen Züge das objektive Aussehen des Yeti zeigen, oder nur eine Projektion Rollansons sind. Es wird auf das Gesicht des erschossenen Exemplars nicht genau eingegangen, und dieses wird dem Zuseher vorenthalten. Auch kann die Bezeichnung "abominable" natürlich das andeuten, was von den Menschen projiziert wird.

Der Yeti ist in diesem Film ein Wesen, dass dem Menschen eigentlich weit überlegen ist und sich an diesen, wohl unwirtlichsten, Teil der Welt zurückgezogen hat , um abzuwarten, bis die Menschheit sich selbst zerstört hat. Erst dann wollen sie die Erde bevölkern.

Die richtunggebende Wirkung des unmittelbar davor entstandenen „Frankensteins Fluch“ mit seinem wesentlich beeindruckenderem Monster und der intellektuelle Tiefgang, welcher für die sonst rein auf Unterhaltung abzielenden Hammer-Filme ungewohnt ist, dürften der Grund sein, warum dieser Streifen schnell wieder vergessen wurde.

Ich tue mir selber schwer für den „Snowman“ Punkte zu vergeben, lege mich aber aufgrund des zu wenig beeindruckenden Yeti jetzt mal auf 3 von 5 fest. Sowohl den Tiefgang der Story, als auch Aufnahmen und Atmosphäre finde ich durchaus interessant und sehenswert.

patrick Online




Beiträge: 2.858

03.01.2015 11:00
#36 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Rasputin, the Mad Monk (Rasputin, der wahnsinnige Mönch)




Rasputin, the Mad Monk (Rasputin, der wahnsinnige Mönch)
Directed by Don Sharp
Produced by Anthony Nelson Keys
Written by Anthony Hinds
Starring Christopher Lee, Barbara Shelley, Francis Matthews, Richard Pasco, Suzan Farmer,
Music by Don Banks
Cinematography Michael Reed
Edited by Roy Hyde
Production
company
Hammer Film Productions
Seven Arts
Release dates
6 March 1966 (UK)
6 April 1966 (US)
Running time
91 min.
Country UK
Language English
Budget ₤100,000 (approx)[1]

Inhalt:

Rasputin (Christopher Lee) ist ein Mönch mit beeindruckenden heilerischen und hypnotischen Kräften, die er allerdings missbraucht, da er einen skrupellosen, hochmütigen und niederträchtigen Charakter besitzt. Darüber hinaus ist er äußerst trinkfest und hinter den Frauen her. In seinem Dorf gelingt es ihm, die Frau des Wirtes von einer tödlichen Krankheit zu heilen, nachdem der konsultierende Arzt sie aufgegeben hat. Daraufhin wird er als Held gefeiert, was nicht lange anhält, da er die Tochter des Wirtes verführt und dem, ihn attackierenden, Verlobten die Hand abhackt.
Er wird daraufhin aus seinem Orden ausgestoßen und begibt sich nach St.Petersburg. Dort trinkt er mit dem heruntergekommenen Dr.Zargo, welcher seine Befugnis als Arzt verloren hat, für Geld um die Wette. Der mit eiserner Konstitution und Körperkraft gesegnete Rasputin trinkt den Doktor unter den Tisch, bringt ihn nach Hause und quartiert sich, ohne sich um dessen Zustimmung zu scheren, bei ihm ein. Sonja (Barbara Shelley), eine Bedienstete der Zarin, ist mittlerweile unter seinen hypnotischen Einfluss geraten und kommt vorbei, um sich bei ihm für einen Vorfall am Vorabend zu Entschuldigen. Rasputin nutzt dies aus und macht sie zu seiner Geliebten, wobei er ihr den posthypnotischen Befehl erteilt, für einen Unfall des jungen Zarewitsch zu sorgen, sodass er dann als Wunderheiler in Erscheinung treten kann, der das Leben des Jungen rettet. Der Plan wird in die Tat umgesetzt und Rasputin schafft es, die Zarin in seine Abhängigkeit zu bringen. Dieser werden am laufenden Band posthypnotische Befehle erteilt und Rasputin bekommt höchste Macht im Lande, da er nun nach Belieben manipulieren kann. Als er schließlich Sonja nicht mehr braucht und in den Selbstmord treibt, wird es dem, zu seinem Lakaien degradierten, Dr.Zargo zu viel und er trennt sich von Rasputin. Zusammen mit Ivan und Peter, den Brüdern von Sonja und Vanessa, schmiedet er einen Plan, Rasputin zu ermorden. Dieser wird tatsächlich unter dem Vorwand, es wäre ein Schäferstündchen mit der hübschen Vanessa arrangiert, in ein Zimmer mit vergiftetem Wein und Pralinen gelockt. Dort bricht er zusammen, kommt jedoch wieder zu sich, als Dr.Zargo herantritt. Dieser sticht ihm eine vergiftete Spritze in den Nacken, was ihn noch immer nicht bezwingt. Ivan eilt zur Hilfe, wobei Rasputin Dr.Zargo ein Messer in den Rücken wirft. Es kommt zum Kampf und Ivan schafft es, Rasputin aus dem Fenster zu stoßen und damit zu töten. Allerdings ist auch Dr.Zargo seiner Verletzung erlegen.

Anmerkungen:

Dieser Streifen ist 12 Jahre vor Boney M`s Evergreen „Ra Ra Rasputin“ entstanden und weist eine recht mittelmäßige Story auf. Was den Film allerdings aufwertet, ist Christopher Lees grandiose darstellerische Leistung. Er hat als Rasputin eine wirklich dominante, unheimliche und bedrohliche Präsenz, verbunden mit brachialer körperlicher Urkraft und einer gut gewachsenen Statur . Sein böser Blick und das Spiel mit den Augen sind höchst beeindruckend.

Erfreulich ist hier auch, dass ein großer Teil des Darstellerensembles aus dem zuvor produzierten „Blut für Dracula“ in Erscheinung tritt. Neben Christopher Lee sieht man auch Barbara Shelley, Francis Matthews (1927-2014) und Suzan Farmer (geb.1942). Richard Pasco steht die Rolle des Dr.Zargo bedeutend besser, als die des Liebhabers in „The Gorgon“.

Rasputins hypnotischer Einfluss scheint nur bei Frauen zu wirken. Dr.Zargo ist frei genug, mit seinem Willen eigene Wege zu gehen.

Rasputin wird als äußerst unmoralischer Mönch dargestellt, der so ziemlich alles tut, was sich für einen Ordensbruder nicht geziemt. Er ist rüpelhaft, lüstern, machtgierig, außerdem noch gewalttätig und dem Alkohol zugeneigt. Durch seine hypnotischen Kräfte versteht er es, seinen Opfern praktisch alles zu suggerieren, was er will und hat damit unbeschränkte Macht. Die heilenden Kräfte werden, wegen seines Lebenswandels, vom Teufel und nicht von Gott kommend gedeutet.

Fazit: keiner von Hammers großen Filmen, aber ein großartiger Christopher Lee. 3 von 5.

patrick Online




Beiträge: 2.858

17.01.2015 09:42
#37 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

The Plague of the Zombies (Nächte des Grauens)




Filmdaten

Deutscher Titel Nächte des Grauens
Originaltitel The Plague of the Zombies
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 16

Stab

Regie John Gilling
Drehbuch John Elder
Musik James Bernard
Kamera Arthur Grant
Schnitt James Needs

Besetzung

André Morell: Sir James Forbes, Brook Williams: Dr. Peter Thompson, Diane Clare: Sylvia Forbes, John Carson: Clive Hamilton, Jacqueline Pearce: Alice Mary Tompson, Alexander Davion: Denver, Michael Ripper: Sergeant Jack Swift, Marcus Hammond: Tom Martinus, Dennis Chinnery: Constable Christian, Louis Mahoney: Diener Hamiltons, Ben Aris: John Martinus


Inhalt:
Cornwall im 19 Jahrhundert. Bei einer Voodoo-Zeremonie spicken weißgekleidete, maskierte Gestalten eine Puppe mit Nadeln und übergießen diese mit Blut. Zur gleichen Zeit murmelt an einem anderen Ort Alice Tompson im Halbschlaf in einer fremden Sprache vor sich hin und beginnt an ihrem verletzten Arm zu bluten. Sie wacht schreiend auf.

Die nächste Szene zeigt den Arzt Sir James Forbes (Andre Morell) in London mit seiner Tochter Sylvia, welche ihn überredet, mit Ihr nach Cornwall zu fahren, wo Sylvias Schulfreundin Alice mit Dr.Peter Thompson verheiratet ist. Dieser war einst Forbes bester Student und schreibt in einem Brief von einer mysteriösen Plage, woraus sich Forbes keinen Reim machen kann. Auf der Reise wird die Kutsche von einer ungehobelten Jagdgesellschaft angehalten, welche hinter einem Fuchs her ist und wissen will, ob die Reisenden diesen gesehen haben. Sie werden von Sylvia bewusst in die falsche Richtung geschickt. Als Forbes und seine Tochter ankommen, kommt es zu einem erneuten Zwischenfall mit der Jagdgesellschaft. Die flegelhafte Gruppe stößt während einer Beerdigung absichtlich den Sarg in einen Graben und pöbelt Sylvia an.

Später erfahren die frisch Angereisten, dass eine Reihe seltsamer Todesfälle, für welche es keine Erklärung gibt, das Dorf heimsucht. Dr.Peter Thompson wird von den Bewohnern schikaniert und angefeindet, da er keine Ursache für dieses Übel finden kann. Allerdings verbieten die Dorfbewohner und der Squire des Ortes, Clive Hamilton, Atopsien an den Leichen vorzunehmen, was die Aufklärung erschwert. Auf Forbes Initiative hin nehmen er und Thompson die Sache selbst in die Hand und wollen den zuletzt Verstorbenen ausgraben, wobei sie von der Polizei überrascht werden. Allerdings liegt keine Leiche im Sarg, und die Sache wird geheim gehalten.

Zur gleichen Zeit hat Sylvia zum nun dritten Mal eine unliebsame Begegnung mit den unverschämten Fuchsjägern, als sie Alice folgt, welche Nachts das Haus Richtung Wald verlässt. Diesmal wird sie von diesen entführt und in ein Haus gebracht, wo ihr eine Vergewaltigung droht. Allerdings kann das durch das Einschreiten Hamiltons verhindert werden. Dieser ist der Hausherr und enschuldigt sich Gentleman-like für das Verhalten seiner Freunde. Die immer noch geschockte und entrüstete Sylvia verlässt das Haus schnellstmöglich und begegnet bei einer alten Zinnmine einem leichenblassen monströsen Mann, der die tote Alice auf den Boden wirft. Diese wurde zuvor durch einen Voodoozauber angelockt. Den Mann erkennt sie als den Toten aus dem Sarg, welchen sie bei ihrer Ankunft sah. Forbes und Thompson entdecken später Blutspuren an Alices Leiche, die nicht von einem Menschen stammen können.

Am nächsten Tag besucht Hamilton Sylvia und lässt absichtlich Ein Glas fallen. Als Sylvia die Scherben aufliest, verletzt sie sich durch Hamiltons "Hilfe" an der Hand. Dieser drückt mehrere Blutstropfen aus der Wunde, die er in ein Fläschchen rinnen lässt und heimlich einsteckt. Danach verbindet er die verletzte Stelle.
Aufgrund der rätselhaften Umstände um die leeren Gräber und den angeblich wandelnden Leichnam befällt Forbes eine Ahnung, und er studiert einige Bücher zu den Themen Schwarzmagie und Hexerei. Kurze Zeit danach werden er und Thompson am Friedhof Zeuge, wie die tote Alice sich vor ihren Augen in einen Zombie verwandelt und dem Grabe entsteigt. Forbes schlägt ihr daraufhin mit einer Schaufel den Kopf ab.

Später erfährt er von einem weiteren Zwischenfall, bei dem in Anwesenheit Hamiltons ein Glas zu Bruch ging und ein junger Mann eine Schnittwunde erlitt. Daraufhin stattet Forbes Hamiton einen Besuch ab und unterstellt ihm Voodoo-Praktiken, worauf er kurzerhand hinauskomplimentiert wird. Er verschafft sich erneut Zutritt durch ein Fenster und findet im Haus zahlreiche Voodoo-Puppen, mit denen Hamilton seine Opfer kontrolliert. Als er von einem der Helfershelfer entdeckt wird, bricht ein Kampf vom Zaun. Forbes kann den Mann zwar überwältigen und töten, allerdings bricht dabei ein Feuer aus, dem er nur mit knapper Not entkommen kann. Schließlich entdeckt er, dass Hamilton mit Hilfe der Voodoo-Puppen Menschen in eine Art Trance versetzt, sie anlockt und in einem Ritual tötet. Um den Zauber durchführen zu können, braucht er deren Blut. Später verwandelt er sie in Zombies, die für ihn kostenlos ausschließlich nachts eine Zinnmine ausbeuten. Dadurch kommen er und seine Komplizen zu beträchtlichem Reichtum. Über die Mine werden unheimliche Gerüchte verbreitet, damit dort nachts niemand auftaucht. Durch den Brand im Hause Hamiltons fangen auch die Puppen Feuer, welches dadurch auch auf die, durch sie kontrollierten, untoten Minenarbeiter übergeht. In der Zinnmine entsteht ein Tumult und Hamilton wird dabei von seinen eigenen Geschöpfen getötet. Forbes gelingt es, seine Tochter, die ebenfalls unter den Einfluss des Voodoozaubers geraten ist, zu befreien und reichtzeitig zu flüchten.

Anmerkungen:

John Gillings "The Plague of the Zombies" ist eine Art Vorläufer der Hardcore-Zombiefilme aus den 70er- und 80er- Jahren. Er weist allerdings noch nicht annähernd deren Brutalität auf, sondern gliedert sich durchaus in das Genre der gepflegten britischen Horrorfilme ein. Das Erscheinungsbild der Untoten geht zwar schon in die Richtung der späteren Filme, doch ist das Makeup, dem Jahre 1966 entsprechend, noch nicht ganz ausgereift. Am besten wirken die Zombies in einer Albtraum-Sequenz Dr.Thompsons, in der dieser von ihnen attackiert wird. Der Streifen lieferte übrigens Inspiration zum zwei Jahre später entstandenen Film "Night of the Living Dead" (Die Nacht der lebenden Toten) von George A.Romero.

Nach "The Reptile" ist dies Hammers zweiter Cornwall-Film. Allerdings ist auch hier schade, dass die landschaftlichen Qualitäten dieser südwestenglischen Grafschaft, welche ich selbst immer wieder gern besuche, viel zu wenig eingebracht wurden. Der Fokus wird mehr auf die typisch Cornischen Zinn-Minen gelegt. Trotzdem hat der Film eine gute Atmosphäre und einen langsamen, aber angenehmen Spannungsaufbau.

Diane Claire (1938-2013) (Sylvia Forbes) spielte auch in dem Edgar Wallace Film "Das Geheimnis der weissen Nonne" mit. Alexander Davion hat hier eine wenig interessante Rolle als Hamiltons Handlanger Denver. Er kommt dabei nicht ansatzweise an seine Performance in "Paranoiac" heran. Auch Jaqueline Pearce hatte in "The Reptile" die interessantere Rolle, wobei sie sich als Zombie ganz gut macht.
Am beeindruckendsten ist zweifellos Andre Morell (1909-1978) als Sir James Forbes. Im Gegensatz zu seiner eher platten Darstellung des Dr.Watson in "Der Hund von Baskerville" wird ihm hier wesentlich mehr Raum gegeben. Sein, zu Beginn des Films, grantelnder Dr.Forbes, der sehr schlecht gelaunt reagiert, als seine Tochter sich auf seine Fischerausrüstung zu setzen droht, hat im Grunde ein gutes Herz und ist selbstsicher, wagemutig und initiativ. Neben "Cash on Demand" hat er hier einen seiner besten Auftritte bei Hammer.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich wieder einmal Michael Ripper (1913-2000), ein Nebendarsteller und Markenzeichen bei Hammer, der für den Wiedererkennungswert der Filme sehr nützlich ist. Er spielt den Sergeant.

Der Plot, in dem ein Gutsherr Menschen tötet, mit Hilfe von Voodoo-Zauber in Zombies verwandelt und dann als kostenlose Minenarbeiter ausnutzt, mag zwar sehr thrashig und lächerlich klingen ist aber überraschend gut inszeniert.

4,5 von 5

patrick Online




Beiträge: 2.858

21.01.2015 16:57
#38 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Captain Clegg / Night Creatures (Die Bande des Captain Clegg)



Originaltitel: Captain Clegg/Night Creatures
Deutscher Titel: Die Bande des Captain Clegg
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 1962
Regie: Peter Graham Scott

Darsteller:
Peter Cushing: Vikar Dr. Blyss,
Patrick Allen: Captain Collier
Oliver Reed: Harry Cobtree
Michael Ripper: Jeremiah Mipps
Yvonne Romain: Imogene Clegg
Martin Benson: Mr. Rash
Derek Francis: Squire Anthony Cobtree
Daphne Anderson: Mrs. Rash
Milton Reid: Mulatte
Sydney Bromley: Tom Ketch

Genre: Hammer-Filme, Grusel


Inhalt:

1776 : Nachdem einem Mulatten auf dem Piratenschiff des berüchtigten Captain Nathaniel Clegg wegen tätlicher Gewalt gegen dessen Frau die Zunge herausgeschnitten wird, setzen die Seeräuber ihn auf einer einsamen Insel aus.

Das südostenglische Dorf Dymchurch 1792: Die ehemalige Piratenbande ist sesshaft geworden und betreibt regen Schmuggel mit französischem Wein und Brandy. Der totgeglaubte Captain Clegg tarnt sich als Vikar des Dörfchens und kümmert sich vorbildlich um seine Schäfchen.
Um das kriminelle Treiben zu unterbinden, nimmt Captain Collier mit seinen königlichen Soldaten das Dorf unter die Lupe, was dem Vikar Dr. Blyss und seiner Bande alles andere als angenehm ist. Es werden daher Anweisungen gegeben, den Soldaten kein Quartier zu gewähren. Dennoch kommen sie schließlich in einer Scheune des Squires unter.

Im Vorfeld kam Tom Ketch, ein Informant Colliers, auf äußerst mysteriöse Weise um`s Leben. Er starb an einem Herzschlag, nachdem er in den Sümpfen von Romney Bekanntschaft mit den gefürchteten Moorgespenstern machte. Diese präsentieren sich sehr eindrucksvoll als leuchtende Skelette auf Geisterpferden.

Zum Leidwesen des Vikars haben die Soldaten den eingangs erwähnten Mulatten bei sich. Dieser wurde damals auf der Insel von Captain Cleggs Häschern gefunden und zum schnüffelnden Spürhund ausgebildet. Zwar kommen Collier und seine Männer dem Schmuggelgut gefährlich nahe, können aber dann das perfekt getarnte Versteck doch nicht finde. Als der stumme Mulatte den Vikar sieht und erkennt, fällt er ihn sofort an, woraus sich niemand einen Reim machen kann. Eines Nachts werden die Soldaten durch die Geistergeschichte aus dem Dorf gelockt, damit eine Schmuggelladung hinaustransportiert werden kann. Ein Bandenmitglied sollte die Vertreter der Obrigkeit zu den Gespenstern führen. Collier, welcher nicht auf den Kopf gefallen ist, durchschaut das Spiel und zwingt ihren einheimischen Führer, sie zum Unterschlupf der Bande zu bringen.

Ein perfekt funktionierender Nachrichtendienst, welcher sich mehrerer als Vogelscheuchen getarnter Schmuggler bedient, verhindert, dass diese gefasst werden können. Allerdings wird Harry Cobtree (Oliver Reed) festgenommen, nachdem ihn eine Verwundung am Arm verrät, auf welche Mr.Rash nach einem Streit die Soldaten hinweist. Er wurde, als Vogelscheuche verkleidet, von Collier angeschossen . Bei seinem Transport durch die Sümpfe wird er allerdings von den Moorgespenstern befreit, welche sich als Vikar und dessen Bande entpuppen. Nach einer vorangegangenen erneuten Attacke des Mulatten auf den Vikar dämmert es Collier, wer dieser wirklich ist, und er stellt ihn zur Rede. Es kommt zu einem Tumult, den der gewiefte Vikar zur Flucht nutzt. Er wird dann allerdings von dem Mulatten mit einer Harpune gerichtet, bevor dieser selbst von Cleggs getreuem Mipps (Michael Ripper) erschossen wird.

Anmerkungen:

„Captain Clegg/Night Creatures“ ist ein ausgesprochen phantasievoller, spannender und unterhaltsamer Film, der es versteht Horror- , Abenteuer-und nicht zuletzt Krimielemente in einer packenden Geschichte zu vereinen. Die Moorgespenster sind wirklich schön gruselig in Szene gesetzt. Auf schwarzen Stoff wurden Skelette aufgemalt, die wie Phosphor leuchten, was im Dunkeln den Eindruck erweckt, als würden sie auf ihren Pferden tatsächlich über das Moorland schweben. Eine wahrhaft gelungene Gruselshow in einem sehr schön eingefangenen Sumpfland.

Die gute Kameradschaft und Organisation der Bandenmitglieder macht diese zu den Sympathieträgern in diesem Streifen. Exorbitanten Zöllen trotzend, bringen ihre Aktivitäten dem ganzen Dorf Wohlstand. Freundschaft und Zusammenhalt werden gelungen portraitiert. Mipps, der gewiefte und freche Bestatter des Dorfes, ist Cleggs rechte Hand und Freund . Er wird von Michael Ripper ganz hervorragend dargestellt. Für mich ist das die beste und originellste Rolle, die er bei Hammer gespielt hat.
Auch der von Peter Cushing verkörperte Clegg selbst ist ein sympathischer Charakter, der einerseits zwar Ex-Pirat und Anführer der Schmugglerbande ist, sich andererseits aber tatsächlich für das Dorf und dessen Bewohner aufopfert und dem alles am Wohl seiner Tochter Imogene (Yvonne Romain) liegt. Diese ist das „love interest“ von Oliver Reed, der als couragierter Harry Cobtree trotz Schlägen und Misshandlungen seitens der Soldaten um keinen Preis der Welt die Bande verrät.

Als am Ende des Films Clegg zu Grabe getragen wird, haben sowohl Mipps, als auch einige Soldaten Tränen in den Augen. Die Titelrolle ist Cushing auf den Leib geschrieben. Erwähnenswert ist noch die Szene, wo der schmächtige Cushing im Kampf mit dem bulligen Mulatten diesen überwältigen kann, ohne das Ganze unglaubwürdig aussehen zu lassen.

Als Mulatten darf man Milton Reid (1917-1987) erleben, der im James Bond Film „Der Spion der mich liebte“ als Sandor erfolglos Halt an Bonds Krawatte sucht.

Für Regisseur Peter Graham Scott (geb.1923) war dies der erste und einzige Film, den er für Hammer drehte.

Fazit: Ein wirklich gelungener Genre-Mix und wahrhaftes Juwel in Hammers Schatz. Sehr flott und atmosphärisch inszeniert ist dies ein Film, den ich mir immer wieder gern ansehe. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den ausgekochten Gaunern und dem nicht minder gewieften Captain Collier, sowie die zahlreichen, sehr unterhaltsamen, verbalen Anspielungen sind mir 5 von 5 Punkte wert.

patrick Online




Beiträge: 2.858

01.02.2015 15:28
#39 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

The Curse of Frankenstein (Frankensteins Fluch)



Filmdaten
Deutscher Titel: Frankensteins Fluch
Originaltitel: The Curse of Frankenstein
Produktionsland: Großbritannien
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 1957
Länge: 82 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16
Stab:
Regie: Terence Fisher
Drehbuch: Jimmy Sangster
Produktion: Anthony Hinds für Hammer productions
Musik: James Bernard
Kamera: Jack Asher
Schnitt: James Needs

Besetzung:

Peter Cushing: Baron Victor Frankenstein, Hazel Court: Elizabeth, Robert Urquhart: Paul Krempe, Christopher Lee: "Die Kreatur", Valerie Gaunt: Justine, Paul Hardtmuth: Professor Bernstein
Melvyn Hayes: Junger Baron Frankenstein


Inhalt:

Der hochbegabte Baron Victor Frankenstein kommt nach dem Tod seiner Eltern bereits in jungen Jahren zu einem beträchtlichen Vermögen. Er engagiert für sich selber Paul Kempe (Robert Urquart) als Privatlehrer, und zwischen den beiden entwickelt sich, aufgrund ihres gemeinsamen Interesses an der Wissenschaft, eine enge Freundschaft.
Nachdem ihnen gelingt, einen toten Hund wieder zum Leben zu erwecken, wird Victor mehr und mehr von der Idee eingenommen, aus gestohlenen Leichenteilen einen künstlichen Übermenschen zu schaffen. Paul macht dabei anfangs zwar mit, distanziert sich allerdings dann aus ethischen Gründen von dem Vorhaben und ist nicht mehr bereit, Viktor zu helfen. Dieser macht alleine weiter.

Schließlich zieht nach dem Tod ihrer Mutter auch Victors Cousine Elisabeth ( Hazel Court) in dessen Haus ein. Diese ist wirtschaftlich von ihm abhängig und wurde ihm als Frau versprochen. Allerdings unterhält Victor ein heimliches Verhältnis mit seiner Bediensteten Justine (Valerie Gaunt)

Victor möchte für sein Wesen ein brillantes Gehirn, was ihn dazu veranlasst, Professor Bernstein zu sich einzuladen und durch einen fingierten Unfall kurzerhand zu ermorden. Er setzt der Kreatur dessen Gehirn ein und schafft es, diese tatsächlich zum Leben zu erwecken. Allerdings wurde das Gehirn bei einer Rangelei mit Paul, der von dem Mord ahnt, beschädigt. Die Kreatur versucht nicht nur Viktor zu töten, sondern flieht auch und bringt im Wald einen alten Mann um. Paul tötet das Wesen durch einen Schuss in den Kopf und verlässt danach Victors Haus, ohne zu ahnen, dass dieser die Kreatur erneut zum Leben erweckt.
Nachdem die, auf Elisabeth eifersüchtige, Justine Victor offenbart, sie würde von ihm ein Kind erwarten, erwidert dieser, es könne auch von jedem anderen kommen. Die erzürnte Justine droht ihm daraufhin, Beweise zu sammeln und ihn zu verraten, worauf er sie durch das Monster umbringen lässt.
Als dieses später sowohl Elisabeth als auch Victor selbst attackiert, muss er es töten. Schlussendlich wird er wegen Mordes an Prof.Bernstein und Justine zum Tode verurteilt und die Guillotine wartet auf ihn.

Anmerkungen:

„Curse of Frankenstein“ war 1957 ein bemerkenswerter Erfolg und die Initialzündung zu Hammers großen Einstieg in`s Horror-Genre. Dies räumt dem Film eine besondere Bedeutung ein.

Meine persönliche Meinung ist jedoch, dass dieser Streifen dem Original von 1931 weder atmosphärisch noch in Puncto Monster auch nur annähern gerecht wird. Vor Allem Letzteres wurde durch Boris Karloff viel besser und unheimlicher dargestellt. Das Karloff`sche Aussehen durfte allerdings aus Copyright- Gründen nicht übernommen werden. Damit war das Erscheinungsbild der Kreatur wesentlich näher bei der von Mary Shelley beschriebenen Gestaltung. Christopher Lees Monster wirkt auf mich trotzdem, oder gerade deswegen, wenig eindrucksvoll und auch von seinen Bewegungen und der Präsenz her Karloff weit unterlegen.

Anders als in der 1931er-Verfilmung, zeigt der besessene Victor Frankenstein hier stellenweise niederträchtige Züge und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Moralkodex scheint er keinen zu kennen.
Im Gegensatz zu Dracula wurde das Erscheinungsbild des Monsters durch die Hammer-Verfilmung nicht nachhaltig neu-definiert. Wie auch bei Ersterem hatte der Streifen einige Sequels zur Folge, welche die Handlung weiterführen, bzw. neu definieren. Einige von diesen sind, vor Allem in den 60er-Jahren, recht gut gelungen und ich ziehe sie diesem Film vor. Hammer hatte erst 1964 bei „Frankensteins Ungeheuer“ die rechtliche Freiheit, ein Monster zu präsentiert, dass optische Ähnlichkeit mit Karloffs Interpretation hatte.

In der Rolle der Elisabeth ist die wünderschöne Hazel Court (1926-2008) zu sehen, die in den 60er-Jahren in einigen interessanten Horror-Filmen von Roger Corman , darunter „Lebendig begraben“(1961) und „Satanas“(1964), mitspielte. Einen Kurzauftritt hatte sie 1981 in „Barbara´s Baby-Omen 3“.

Die, auch nicht unansehnliche, Justine wird von Valerie Gaunt (geb.1933) dargestellt, die in „Terror of Dracula“ ein Vampirmädchen spielte.

2,5 von 5 für diese, für mich eher schwächere, Hammer-Verfilmung.



Meine Besprechung zur Universal-Version von 1931 findet sich hier: Monster-, Biester-, Bestien- und Psychothriller - damals und heute (2)

patrick Online




Beiträge: 2.858

01.02.2015 20:05
#40 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Ein Bild von Hazel Court und Boris Karloff bei den Dreharbeiten zu "Der Rabe" von 1963 (kein Hammer Film). Der in Ehren gealterte Boris gönnt sich einen schönen Ausblick, als die Dame wegschaut

http://www.spookyisles.com/wp-content/up...s-The-Sites.jpg

Josh Offline




Beiträge: 7.869

01.02.2015 20:15
#41 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Ich glaube, ich muss mir meine Hammer-Filme irgendwann noch einmal angucken, den Clegg habe ich als durchschnittlich in Erinnerung, Frankensteins Fluch dagegen als Highlight.

patrick Online




Beiträge: 2.858

01.02.2015 20:20
#42 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Das ist wohl Geschmacksache. Man kann diese beiden Streifen kaum miteinander vergleichen. Captain Clegg ist ein flotter Genre-Mix. Das kann man mögen oder nicht. Frankensteins Fluch war zweifellos ein herausragender Erfolg. Ich bin aber geneigt ihn mit dem Original zu vergleichen. Und dabei fällt er durch. Es ist heute noch Karloff der mit Frankenstein assoziert wird und nicht Lee. Bei Dracula war das anders. Da hat Lee dem Lugosi den Rang abgelaufen.

Josh Offline




Beiträge: 7.869

01.02.2015 20:39
#43 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Zitat von patrick im Beitrag #42
Das ist wohl Geschmacksache. Man kann diese beiden Streifen kaum miteinander vergleichen. Captain Clegg ist ein flotter Genre-Mix. Das kann man mögen oder nicht. Frankensteins Fluch war zweifellos ein herausragender Erfolg. Ich bin aber geneigt ihn mit dem Original zu vergleichen. Und dabei fällt er durch. Es ist heute noch Karloff der mit Frankenstein assoziert wird und nicht Lee. Bei Dracula war das anders. Da hat Lee dem Lugosi den Rang abgelaufen.

Ich habe schon lange keinen Hammer-Film mehr gesehen, dabei stehen einige bei mir im Regal. Lee ist Dracula, die Filme werden wohl bei einer Umfrage von den meisten Menschen sofort genannt werden, wenn man sie nach Christopher Lee fragt, genauso wie bei Connery Bond an erster Stelle stehen wird. Bei Frankenstein hat Lee nur in einem Film mitgespielt, und die Filme haben nicht den Stellenwert der Dracula-Filme, vollkommen klar, dass Karloff in den Augen der Allgemeinheit Frankensteins Monster ist.

patrick Online




Beiträge: 2.858

01.02.2015 20:56
#44 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Lees Dracula Filme sind auch schaurig schöner als Lugosis Film. Sie lassen Letzteren wahrlich angestaubt aussehen.

Das Problem bei den Frankenstein-Filmen war die Copyright-Hürde. Jeder hatte mittlerweile eine Vorstellung, wie Frankensteins Monster aussieht. Dieses Element durfte aus rechtlichen Gründen nicht übernommen werden. Lees Monster beeindruckt mich wenig. Auch hat der Film atmosphärisch nicht das hingekriegt, was ich mir von einem Remake erwartet hätte. Die Fortsetzung "Frankensteins Rache" präsentierte ein noch weniger eindrucksvolles Monster. Erst bei "Frankensteins Ungeheuer" von 1964 durfte man ein optisch ähnliches Monster zeigen, wie 1931. Der Film wurde sehr kontrovers betrachtet, da er Elemente der alten Universal-Filme mit dem Hammer-Frankenstein vermischte, was nach Meinung vieler nicht zusammenpasste. Von den ersten drei Hammer-Frankensteins ist er allerdings der für mich Beste.
Hammer machte später einige andere Frankenstein-Filme, die sich von der Grundgeschichte weit entfernten, aber durchaus unterhaltsam waren. Ich denke da an "Frankenstein schuf ein Weib" von 1967. Hab ihn allerdings lange nicht gesehen. Er steht aber auf jeden Fall auf meinem Neu-Sichtungs-Plan.

Josh Offline




Beiträge: 7.869

01.02.2015 21:03
#45 RE: Die Hammer-Filme. Britische Thriller-, Gothic-, und Gruselperlen Zitat · antworten

Zitat von patrick im Beitrag #44
Hab ihn allerdings lange nicht gesehen. Er steht aber auf jeden Fall auf meinem Neu-Sichtungs-Plan.

Das müsste ich bei fast allen Hammerfilmen machen, es ist zu lange her, dass einer bei mir im Player lag.

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