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 Edgar-Wallace-Forum
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Gubanov Offline




Beiträge: 14.589

28.06.2011 14:59
#76 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Fantastisch! Dieser Drehort war in der Tat bislang noch nicht enttarnt worden – dabei handelt es sich um einen besonders markanten Punkt in der Großstadt Berlin. Genaues zur Geschichte der Britzer Mühle ist auf der Stadthomepage nachzulesen. Neben „Die Gruft mit dem Rätselschloss“, wo sie eine so große Rolle spielt, dass man kurzfristig sogar den Film nach ihr benennen wollte (Die Mühle des Grauens), dürfte sie auch in „Neues vom Hexer“ als Versteck des jungen Charles aus einigen anderen Perspektiven zu sehen gewesen sein. Hier aber zunächst die Bildergalerie-Versionen:



Ich freue mich auf die Fortsetzung!

Elford Offline




Beiträge: 1.005

29.06.2011 20:05
#77 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Das indische Tuch


Wie wir ja alle wissen, ist der o.g. Film bis auf drei kurze Aussenaufnahmen ein reiner Atelierfilm. Die Aufnahme vom Wasserturm auf dem CCC-Gelände wurde ja schon mehrfach angesprochen.

Nicht bekannt waren bisher die beiden anderen Szenen: Der Einstieg von Chiko in Reverend Hastings Zimmer und Sir Hockbridges Flucht aus Frank Tanners Zimmer. Beide Szenen sind offensichtlich an der gleichen Stelle gedreht worden:




























Das Haus befindet sich in der Toni-Lessler-Strasse 23. Nicht bekannt? Unter diesem Namen nicht, aber die Strasse hiess bis vor einigen Jahren noch "Am Seebergsteig" Jetzt dürfte es bei vielen klingeln. Denn dieses Gebäude ist ein ehemaliges Altenheim, in dem u.a. Innenaufnahmen für "Im Banne des Unheimlichen" und "Die blaue Hand" stattfanden.

@ Gubanov; Florian; Percy Lister; Barnaby und alle anderen Berliner.

Aber wenn ich das richtig sehe, seid Ihr diejenigen, die sich bisher hauptsächlich mit Berliner Drehorten beschäftigt haben. Ich habe noch eine Aufgabe für Euch: Ich komme mit Sicherheit in diesem Jahr nicht mehr nach Berlin, aber es geht ja noch um die Innenräume. Als wir am vergangenen Sonnabend die Aufnahmen gemacht haben, war das Tor zum Grundstück offen. Das Haus steht offensichtlich leer, aber es sind Handwerker tätig. Von aussen ist leider nicht zu erkennen, ob die Eingangshalle, die für IBDU und DBH zum Einsatz kam noch existiert oder durch Umbaumassnahmen zerstört worden ist. In etwa 2 - 3 Monaten solltet Ihr noch mal einen Versuch starten, einige Innenaufnahmen für die Bildergalerie wären doch ganz nett.

Gruß

Elford

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.388

29.06.2011 20:28
#78 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Vielen Dank für die tollen Aufnahmen! Du hast wirklich saubere Arbeit geleistet. Gerade beim "Indischen Tuch" habe ich mich des öfteren gefragt, wo denn dieses Gebäude stehen könnte. Die Szenen sind sehr stimmig.

Ich habe für Mitte Oktober bereits einen weiteren Berlin-Besuch eingeplant und werde Deine Tipps gerne beherzigen. Je eher man plant, desto gelungener das Endergebnis.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.589

29.06.2011 21:25
#79 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Ein sehr schöner Beweis, dass „Das indische Tuch“ nicht, wie gern behauptet, ein reiner Atelierfilm ist, und eine Überraschung, dass sogar außerhalb des CCC-Geländes gedreht wurde. Erneut möchte ich diese „ganze Arbeit“ in Bildergalerie-Form präsentieren:



Das Altenheim Toni-Lessler-Straße hatte ich mir ohnehin für einen der nächsten Drehortbesuche vorgenommen. Die Halle ist als Schauplatz ja altbekannt (man müsste natürlich vorher abprüfen, ob man hineinkommt), doch dass das Gebäude auch als Außenkulisse diente, ist wirklich eine Neuigkeit. Spannend wäre, ob man auch Fotos im unteren Gang aufnehmen könnte, der sich hinter der Öffnung in Bild 2 verbirgt und ebenfalls im „Tuch“ zu sehen ist.

Was die Halle angeht, so ist sie nicht nur in der „Hand“ und im „Banne“ zu sehen. So weit ich weiß, ist dies die komplette Wallace-Auflistung für den Drehort (Korrekturen und Ergänzungen erwünscht):

Der Zinker (Halle der Villa Mulford)
Die Gruft mit dem Rätselschloss (Halle der Pension)
Die blaue Hand (Halle Schloss Gantry)
Im Banne des Unheimlichen (Halle Krankenhaus)

Elford Offline




Beiträge: 1.005

29.06.2011 22:36
#80 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Super, ich freue mich schon auf Eure Ergebnisse. Die Halle der Villa Mulford war mir allerdings bisher nicht aufgefallen.

Gruß

Elford

Barnaby Offline




Beiträge: 309

30.06.2011 23:01
#81 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

@Elford:

Das war Spitze!

Das mit der Britzer Mühle hätte ich eigentlich auch schon mal längst entdecken können, soviele Mühlen gibt es in Berlin (West) ja nun auch nicht. Wieder ist eine Location entdeckt.

"Seebergsteig" wird dann im Herbst ein Anlaufpunkt werden...


Zum Thread "Edgar Wallace Schauplätze" gibt es allmählich eine Vermischung. Besser wäre es, die ganzen Vergleichsbilder etc. würden dort eingestellt.

Gruß,
Barnaby

Gubanov Offline




Beiträge: 14.589

30.06.2011 23:07
#82 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Zitat von Barnaby
Besser wäre es, die ganzen Vergleichsbilder etc. würden dort eingestellt.


Nicht wirklich: Die Berliner Drehortvergleiche sind hier ganz richtig aufgehoben - nicht umsonst füllen sie die letzten Seiten. In das von dir genannte Topic können die Orte gepackt werden, die sich nicht in Berlin befinden. (Viele) Schauplätze aus der Hauptstadt bitte weiter hier posten!

Gubanov Offline




Beiträge: 14.589

06.07.2011 14:29
#83 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

An alle Interessierten:

Unterdessen ist ein Sommertreffen einiger Wallace-Fans in Berlin doch wieder zu einer verlässlichen Institution geworden. Auch dieses Jahr wäre es wieder schön, nicht nur am PC miteinander zu streiten und zu schwärmen, sondern vor Ort à la Blacky und Co. einige sachdienliche Erkundigungen einzuziehen. Geplant sind ein Rundgang durch die Spandauer Altstadt mit Drehorten der BEW- und Mabuse-Filme sowie eine kleine Überraschung zum Jubiläum „50 Jahre Rialto-Wallace-Filme aus Berlin“ („Die seltsame Gräfin“ machte damals den Anfang). Als Termin ist Sonntag, der 31. Juli 2011, 15.00 Uhr angedacht. Genauere Infos zum Treffpunkt und Fahrplan per PM. Mitgenommen werden alle bekannten und unbekannten Gesichter, die Zeit und Lust auf ein bisschen Spurensuche in der heimlichen Wallace-Hauptstadt haben.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.256

11.07.2011 12:17
#84 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Bin leider erst im September wider in Berlin 2-5.9.2011... Früher bekomme ich nicht frei

Mag der Buchswald tot sein, der Buchsgeist lebt weiter!

Happiness IS the road ! (Marillion)

Taunus Offline




Beiträge: 135

30.07.2011 18:10
#85 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Ich wünsch euch für morgen einen schönen (trockenen) Tag,wäre gern mit gekommen aber muss morgen arbeiten.

Mr. Krimi Offline




Beiträge: 295

03.08.2011 08:11
#86 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

"Zurück ins Jahr 1961" - so hätte man die diesjährige Wallace-Tour in Berlin betiteln können.

Gubanov, Barnaby, Florian, Zinker84 und ich als Neuling begannen an diesem verregneten Sonntag, gegen 15 Uhr mit der Spurensuche vom S-Bhf. Beusselstraße kommend Richtung JVA Plötzensee. Hier wurde eine Einstellung zur Die seltsame Gräfin vor rund 50 Jahren gedreht.
Weiter ging es dann mit dem Bus nach Spandau, und hier in die Altstadt, wo wohl beinahe jeder Zentimeter, jedes Haus und fast jede Laterne schon einmal irgendwo und in irgendeinem Film aufgetaucht, so glaubt man...

In Spandau ging es u. a. um Das Geheimnis der schwarzen Koffer, hier waren wir an mehreren Standorten, und es war nicht immer mehr ganz so einfach den "Original-Filmausschnitt" zu finden, vieles hat sich ja inzwischen verändert.

Ich als "Neuling" und nicht so der Auskenner aller Wallace-Filme und der einz. Szenen war doch schon sehr erstaunt & begeistert, mit welcher Akribie, vor allem Gubanov und Barnaby, den perfekten Standort suchten und so die Aufnahmen zwischen einst und jetzt gegenüberstellten. Mit einer Geduld (trotz Regen!) und einem profunden Filmwissen, welches schon einmalig ist...rundeten wir den Abend dann in einem kleinen tschechischen Restaurant ab, welches kurioserweise auch als Kulisse (also die Hausfront!) für den Bryan-E. Wallace-Erstling Das Geheimnis der schwarzen Koffer diente.

Das Original-Böhmische Essen war super und der Kellner eine Institution!!!

Zum Abschluß begeisterte uns Gubanov, dann noch mit einem Karten-Spiel, welches alle 32 Rialto-Wallace-Filme beinhaltete und somit auch sämtliche Daten, angelehnt aus seiner "Wallace-Chronolgie". Ein toll gemachtes Kartenblatt, bei dem jedes Wallace-Herz höher schlagen dürfte.

Es war ein schöner Nachmittag und ein kurzweiliger Ausflug in die Wallace-Film-Geschichte der mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Vielen Dank an alle Teilnehmer!

Mr. Krimi (Der Mann von Miss Krimi)

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.007

03.08.2011 11:59
#87 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Zitat von Mr. Krimi
Zum Abschluß begeisterte uns Gubanov, dann noch mit einem Karten-Spiel, welches alle 32 Rialto-Wallace-Filme beinhaltete und somit auch sämtliche Daten, angelehnt aus seiner "Wallace-Chronolgie". Ein toll gemachtes Kartenblatt, bei dem jedes Wallace-Herz höher schlagen dürfte.

Es war ein schöner Nachmittag und ein kurzweiliger Ausflug in die Wallace-Film-Geschichte der mir sehr viel Spaß gemacht hat.

sehr schön da sind wir alle sehr gespannt auf die bilder

was für ein kartenspiel/kartenblatt war das denn?

Gubanov Offline




Beiträge: 14.589

07.08.2011 17:38
#88 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Großes Berliner Wallace-Treffen, Sommer 2011
aka „Die Gräfin schlägt zurück“


Am 8. November wird die „seltsame Gräfin“ 50 Jahre alt. Nein, offensichtlich nicht die Dagover. Die Uraufführung des achten „echten Edgar-Wallace-Krimis“ ist dann eben genau ein halbes Jahrhundert her. Was wie ein willkürlich herausgepicktes Premierenjubiläum erscheint (dieser Tage feiern schließlich so einige Wallace-Krimis ihren Fünfzigsten), hat insofern größere Bedeutung, als die „Gräfin“ gleichzeitig den ersten Rialto-Wallace aus Berlin darstellt und man abstrahieren kann: „Fünfzig Jahre Wendlandts Wallace aus Berlin“. Diesem Zusammentreffen fühlten wir uns natürlich beim diesjährigen Forentreffen verpflichtet und begannen zumindest mit einigen Reminiszenzen an „Die seltsame Gräfin“.
Die Schwierigkeit: An Drehorten ist bezüglich dieser Produktion kaum etwas bekannt. Sicher: Schloss Cornerflet, wie es im Film heißt, war Schloss Ahrensburg, doch Ahrensburg liegt kaum in Berlin. Nichtsdestoweniger gab es neben den Atelierdrehs in den UFA-Studios Tempelhof auch Außenaufnahmen in der heutigen Bundeshauptstadt. Orte wie der Park mit der Sonnenuhr, die Straße vor Lizzys Wohnung, das eingerüstete Gebäude des Schubkarrenanschlags oder Dr. Tappatts Sanatorium konnten selbst von den findigen Urberlinern florian und Barnaby noch nicht endgültig lokalisiert werden. Das Trostpflaster stellte den Anfang unserer Tour dar, die neben den beiden Kollegen, Mr. Krimi und mir auch zinker84 wieder absolvierte. Die Justizvollzugsanstalt Plötzensee stellte das nicht ganz freiwillige Zuhause der Mary Pinder dar, in dem Margaret Reedle sie zwecks ihrer Entlassung aufsucht und von wo aus sie auch vom Handlanger Tappatts abgeholt wird. Heute für den offenen und geschlossenen Männervollzug bestimmt, mimte sie im Film, salopp gesprochen, einen Frauenknast, war (um das Bild vollends zu verwirren) 1961 in Wahrheit aber eine Jugendstrafanstalt. Mit etwas Glück (oder Pech, wenn sich ein Wallace-Fan wegen Schwarzfahrens inhaftieren lässt) könnten später noch Fotos des Innenhofs folgen, vorerst aber ein Blick auf das markante Portal im unter Denkmalschutz stehenden Torhaus (erbaut zwischen 1868 und 1879).



Ein kurzer Fußmarsch, eine Bus- und eine U-Bahnfahrt brachten uns in die Spandauer Altstadt zu Teil 2 der geplanten Route. Da auch die Leute vom Film gern einmal faul und sparsam sind, versteht es sich von selbst, dass es in unmittelbarer Nähe zu den Spandauer CCC-Studios von Drehorten nur so wimmelt. Und welcher Film würde sich besser für einen Start eignen als der ebenfalls 1961 gedrehte und mit gefühlten 1000 Berlin-Drehorten gespickte, schon zahlreich in der Galerie vertretene, aber noch lange nicht abgearbeitete „Das Geheimnis der schwarzen Koffer“? Schon die Anfangsszene des Klinger-Films nach den London-Impressionen des Vorspanns präsentiert eine typische Spandauer Straße. Nachforschungen zeigen, dass es sich um die Fischerstraße im östlichen Teil der Altstadt handelt. Hier befindet sich im Film das Hotel, in dem Gerhard Hartig abgestiegen ist, schließlich seine Koffer gepackt vorfindet und vor dessen Tür er mittels Trickwurfmesser gemeuchelt wird. Die Straße hat sich in einigen Punkten verändert und auch wenn man für den 1961er-Film bereits einige Autos (sogar rechtsgesteuerte) dort postierte, so steht das heutige Parkaufkommen hundertprozentig gelungenen Vergleichen doch einmal mehr nach bestem Gewissen im Wege. Der Filmvorbau des Hoteleingangs und die Renovierung des fraglichen Gebäudes tun das Ihrige dazu, den Drehort optisch zu verändern, aus diversen Kleinigkeiten und vor allem dem charakteristischen Gebäude gegenüber ergibt sich aber eine eindeutige Identifikation.



Als nächstes ab in die wohlbekannte Kirchgasse! 1963 muss es in dem beschaulichen Gässchen hinter der Kirche St. Nikolai wie in einem Taubenschlag zugegangen sein, denn neben der „weißen Spinne“ (und übrigens auch „Der Würger von Schloss Blackmoor“) entstanden hier Einstellungen zu dem Epigonenkrimi „Piccadilly null Uhr zwölf“.



Dass das Wetter für einen späten Julitag unter aller Kanone war, werdet ihr euch aus leidvoller Selbsterfahrung denken können. Glück hatten wir aber insofern gehabt, als es bislang noch weitestgehend trocken geblieben war. Als wir uns aber zum nächsten Schauplatz in die Ritterstraße aufmachten, begann dann der nicht angekündigte, aber letztenendes unvermeidliche Regenschauer. Er bewog uns, nach diesem Szenenvergleich mit „Scotland Yard jagt Dr. Mabuse“, wo Nancy Masterson in dem abgebildeten Hotel absteigt, unsere Exkursion etwas zu verkürzen und nach innen zu verlegen.



Einen letzten Drehort gibt es aber noch. Wir hatten ihn schon vorher besucht, kehrten am Ende aber wieder in den Hohen Steinweg zurück. Er zeigt im „Geheimnis der schwarzen Koffer“ die Wohnung von Kudernacz alias Stanislav Ledinek, vor der von Dr. Bransby eine Dame mit einer Krächzstimme angehalten wird, auf die noch Edith Hancke neidisch gewesen wäre.



Der Grund für den erneuten Gang in den Hohen Steinweg war das vielversprechende tschechische Lokal, das sich unterdessen passenderweise just in dem Hause befindet, in dem der geborene Jugoslawe im Film haust. Mr. Krimi hat dazu bereits eine schöne Zusammenfassung gegeben. Treff, Tour, Essen und Diskussionen waren wieder einmal sehr unterhaltsam und nachdem wir nun einen ausgesprochenen Fan des „unheimlichen Mönchs“ in unserer Mitte haben, recht, sagen wir: facettenreich. Es ging um ausstehende Drehorte, um Karin Dor, Eddi Arent (vor allem im „Bucklijen“), um Erstsichtungen, unsere Top-Wallace-Filme und vieles mehr. Hier bieten sich auch in kommenden Jahren interessante Erweiterungsmöglichkeiten mit dem gleichen Team wie auch mit neuen Gesichtern an.
PS: Was das Kartenspiel angeht, so handelt es sich um ein bei einem Onlineanbieter individuell gefertigtes Blatt mit einigen Daten aus der Wallace-Chronologie. Keine große Sache, aber Spaß macht es allemal.

Barnaby Offline




Beiträge: 309

10.08.2011 00:06
#89 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Berliner Wallace-Tour und Die Seltsame Gräfin

Zu den beiden ausführlichen Berichten über das Forentreffen in Berlin fällt mir als Ergänzung noch eine kleine Kuriosität ein. Nach der Inaugenscheinnahme der Stätte, an der Margaret Reddle im Frauengefängnis die Formalitäten für die Entlassung der Mary Pinder erledigt hatte (wobei unsere Aktivitäten wohl auf den Überwachungskameras reichlich Filmmaterial hinterlassen haben dürften ), verlegten wir zur Fortsetzung der Tour zur Altstadt Spandau. Zum Abschied schaute uns von einem Plakat auf dem U-Bahnhof Brigitte Grothum an, die seinerzeit die Rolle der Miss Reddle gespielt hatte. Etwas älter geschminkt, steht sie gerade in „Arsen und Spitzenhäubchen“ auf der Bühne. Wie nahe liegt so manches beieinander.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.589

07.09.2011 13:43
#90 RE: Wallace-Tour in Berlin Zitat · antworten

Kleines Berliner Wallace-Treffen, Spätsommer 2011
aka „The Wallace Essentials“


Weil es mit der Terminfindung immer so eine Sache ist und kaeuflin schon vorab hier geschrieben hatte, dass er erst Anfang September nach Berlin kommt, zudem noch eine meiner Klausuren auf diesen Zeitraum fiel und ich sowieso für ein paar Tage in der Nähe war, stand am 3. September einer weiteren Wallace-Tour in Berlin nichts im Wege. „Kleines Treffen“ ist hier nur auf die Anzahl der Teilnehmer bezogen (neben kaeuflin und mir kamen noch seine Schwester – sie ist Forumsmitglied Danny Fergusson – und eine Freundin mit auf Spurensuche), denn das Programm, das wir am Samstag abwickelten, hätte gut und gern das Wort „groß“ verdient.
Wir nahmen uns die klassischste aller Wallace-Drehort-Ecken von den Glienicker Schlössern bis zur Pfaueninsel vor, die für jeden Fan der Filmreihe echtes Pflichtprogramm darstellt. Die Tour begann also am Jagdschloss Glienicke, bekannt als Sir Gregory Penns Schloss in „Der Rächer“, als „Gefängnis“ in den „schwarzen Koffern“ und zudem auch als Nazizentrale in der 1961er-Fassung von „Es muss nicht immer Kaviar sein“. Bereits beim Besuch im Juni haben Percy Lister und ich mehr Gerüste und Bauzäune als Schlossarchitektur gesehen und die Rekonstruktionsarbeiten gehen auch jetzt im September noch munter voran. Was zwar den Blick für optimale Fotos versperrt, sollte den Wallace-Freund trotzdem erfreuen: Es ist schließlich nicht selbstverständlich, dass unsere Filmschauplätze baulich so umhegt werden (Stichwort Teufelsbrücke).
Einige „Der Rächer“-Vergleiche konnten wir außerdem allen Absperrungen zum Trotz anfertigen, weil sich das Gros der Bauarbeiten aktuell auf die Nordseite des Schlosses mit der momentan verschwundenen großen Freitreppe konzentrierte. Wir blicken in den Innenhof mit dem charakteristischen Springbrunnen und den eleganten Seitengebäuden, die nicht nur für Jacksons Tanzfilm taugen:



Gegenüber findet im Schloss Glienicke momentan in Erinnerung an den Berliner Mauerbau im Sommer vor 50 Jahren eine Sonderausstellung zur deutschen Trennungsgeschichte statt. Wir interessierten uns aber weder für den roten Spuk noch für das schicke Luxusrestaurant im Schloss, sondern erneut eher für den Klosterhof, der etwas versteckt hinter dem Schloss und der Orangerie liegt. Die kleine Anlage wurde 1850 interessanterweise aus originalen Teilstücken eines zehn Jahre zuvor bei Venedig abgerissenen Klosters wiederaufgebaut. Diese romantische Vorstellung mag irgendwie nicht recht zu dem „Henker von London“ passen, in dem just der Klosterhof als Eingang zum unterirdischen Verhandlungsraum des Kapuzengerichts diente. Ein Vergleichsbild hierzu existiert bereits seit 2009, drei weitere sollen dem aber noch hinzugefügt werden:



Weiter ging es durch den Volkspark in Richtung Norden. Mit flinken Schritten näherten wir uns offenbar dem Umland von Fossaway, denn plötzlich tauchten so einige Plätze auf, die uns auffällig an jene düsteren Nächte erinnerten, in denen „Der schwarze Abt“ sein Unwesen trieb. Zuerst ist da natürlich die Teufelsbrücke zu nennen, an der sich leider seit dem letzten Besuch nichts gebessert hat. Wie lange die Konstruktion, notdürftig gesichert, noch der Schwerkraft trotzen kann, wage ich gar nicht zu vermuten. Einige Bilder der traurigen Lage finden sich im Fotoordner zu diesem Treffen.
Stabiler nimmt sich die Brücke am Märchenteich, einige Meter weiter hangaufwärts von der Teufelsbrücke gelegen, aus. Thomas Fortuna versteckte sich im Film hinter deren Pfeiler vor dem vorbeifahrenden Auto Gilders. Der gesunde Menschenverstand gebietet außerdem, dass zu einer „Brücke am Märchenteich“ auch der Märchenteich selbst gehört. Dieser rechtfertigt seinen Namen heute zum größten Teil dadurch, dass seine Wasseroberfläche so grün aussieht wie die Haut des Froschkönigs. Das Wasser sollte einst durch Kanäle in den See hinein und wieder hinaus fließen, unterdessen macht es aber einen eindeutig abgestandenen Eindruck. Zum „schwarzen Abt“ gehört hier eine Einstellung der Flucht Harry Chelfords:



In unmittelbarer Nähe die zweite im Juni gefundene und angekündigte Neuerung: der Jägerhof. Auch ohne Scotland Yard gelingt die Schlussfolgerung, dass er als Namensgeber für das benachbarte und bestens bekannte Jägertor fungierte, zu dem wir später noch kommen.
Der Jägerhof ist in zwei Filmen deutlich zu erkennen: Im „schwarzen Abt“ wohnt hier Fabian Gilder (Leslie Gine gefällt das Haus ja auch, nur der Gastgeber eben nicht) und in Alfred Vohrers heiterer Krimiposse „Lange Beine – lange Finger“ stellt es den Landsitz der Hammonds dar. Für eine ganze Reihe an Vergleichsfotos wagten wir es, über den Zaun auf den nördlichen Hof des Anwesens zu klettern. Zügig machten wir unsere Fotos und kletterten wieder zurück – just in dem Moment, in dem ein Auto des Park-Sicherheitsdienstes auf einem Kontrollgang um die Ecke fuhr! Glücklicherweise waren wir fix genug, denn der gute Mann am Steuer schien nichts bemerkt zu haben. Als er ausstieg, knipste ich noch das letzte Bild von außen und fragte ihn, ob man nicht einmal kurz das Gelände betreten dürfe. Das darauffolgende Nein klang so forsch und entschlossen, dass wir wohl froh über unser gutes Timing sein konnten.
So kamen wir am Samstag ohne Polizeifotos à la Larry Greame nach Hause – gelohnt hat sich die Aktion trotzdem:





Heute ist der Jägerhof nicht (mehr) bewohnt. In den 1960er Jahren fungierte das ursprünglich für die Jagdpferde und -hunde von Prinz Carl von Preußen errichtete Gebäude als Erholungsheim für behinderte Kinder. Im Inneren wurden dafür Aufenthalts- und Übernachtungsräume sowie ein Gymnastiksaal eingebaut – Änderungen, die unterdessen wieder rückgängig gemacht worden sind.

Bereits angekündigt wurde das nahe Jägertor am Krughorn. Hier bleibt es bei den altbekannten Filmen „Der unheimliche Mönch“ und „Der Würger von Schloss Blackmoor“, letzterer hielt aber doch noch eine kleine Neuigkeit bereit. In den Szenen am Hundezwinger (Walter Giller und Stefan Schwartz) erkennt man das Jägertor im Hintergrund: Der Zwinger muss direkt oberhalb des Zufahrtwegs gestanden haben. Heute ist von ihm natürlich keine Spur mehr zu finden – die Hunde haben einer Unzahl an Mücken Platz gemacht –, doch umso ungestörter der Blick aufs Tor:



Die letzten neuen Drehortvergleiche betreffen erneut „Lange Beine – lange Finger“. Vom Krughorn aus führt eine asphaltierte, aber verkehrsberuhigte Straße zum Wirtshaus Moorlake. Dieser Moorlakeweg bot die passende Kulisse für Robert Hammonds (Fuchsbergers) Heiratsantrag und Kniefall vor Dorothea Holberg (Senta Berger). Man verzeihe uns den im September noch fehlenden Schnee.



In der „Moorlake“ bot sich uns die perfekte Gelegenheit, uns für den Gang in Richtung Pfaueninsel zu stärken und über dieses und jenes auszutauschen: Der Kurzgeschichtenwettbewerb, DVD-Neuigkeiten, Straßenfeger und ein Herr namens Jess Franco standen diesmal – neben exotischen Fasnachtsbräuchen im Alemannischen – im Mittelpunkt. Auf der Insel hieß es dann, die typischen Wallace-Schauplätze Schloss, Jacobsbrunnen, Kavaliershaus, Kirche, Meierei, Hund-Brücke und Bootshaus aufzusuchen, die bereits in der Bildergalerie dokumentiert sind. Deshalb folgen keine Neuigkeiten mehr zu den einzelnen Wallace-Filmen, sondern ein Hinweis auf die allgemeine Bildergalerie zum Treffen mit ein paar hübschen Motiven von kaeuflins Profikamera, lustigen Einblicken in unsere Spurensuche und dem weniger lustigen Zustand der Teufelsbrücke. All das beim Klicken auf das diesmalige „Gruppenfoto“ (links Danny Fergusson, daneben kaeuflin und ich) vom S-Bahn-Gleis am „Heimatbahnhof“ Wannsee:



Damit geht ein interessantes Treffen auf großteils bekanntem Boden, dafür mit neuen Bekanntschaften und Einsichten in die Clique der Buchsgeister zu Ende – wir scheinen diesmal (im Gegensatz zum großen Sommertreffen) sogar den letzten wirklich schönen Sommertag erwischt zu haben.

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