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Dieses Thema hat 158 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

10.01.2021 22:22
#151 RE: Französische Kriminal- und Gangsterfilme Zitat · Antworten

Klingt nach einem sehr spannenden Film und wenn er von "Pidax" ist, dann ist er sowieso so gut wie gekauft, denn "Pidax" ist mein absolutes Lieblingslabel für DVDs!!!.

Ray Offline



Beiträge: 1.711

22.02.2021 21:54
#152 RE: Französische Kriminal- und Gangsterfilme Zitat · Antworten

Im Dreck verreckt (Le Rapace, F/Mex/I 1968)

Regie: José Giovanni

Darsteller: Lino Ventura, Xavier Marc, Rosa Furman u.a.



Ein Profikiller aus Frankreich wird angeheuert, den Präsidenten eines lateinamerikanischen Landes zu töten. Zur Seite gestellt wird ihm ein junger Mann, der im Erfolgsfall als Marionette die Führung übernehmen soll. Der Killer ahnt, dass er nach der Tat selbst zum Gejagten werden könnte…

Genre-Spezialist José Giovanni inszenierte in Mexiko diesen Thriller um einen Profikiller. Die Aufnahmen von der nordamerikanischen Republik verleihen dem Film viel Atmosphäre. Wie so häufig in Giovannis Werken geht es auch im vorliegenden um ein (politisch) brisantes Thema. Die Rolle des einzelgängerischen Profikillers ist Lino Ventura wie auf den Leib geschnitten. Ventura, der von seiner Mimik und seinem Auftreten her bisweilen wie der Vater Robert De Niros erscheint, arbeitete in den kommenden Jahren noch mehrfach mit Giovanni zusammen („Der Rammbock“ u.a.). Der Film ist über weite Strecken ruhig erzählt, im letzten Drittel wird jedoch die Spannungs- und Actionschraube angezogen. Insgesamt besonders für Ventura-Fans ein netter Film für den Feierabend.

Die kürzlich erschienene DVD von Pidax bietet ein gutes Bild. Extras Fehlanzeige.


Atmosphärisch dichter Thriller um einen einsamen Profikiller mit einem gewohnt charismatischen Lino Ventura. 4 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.711

19.03.2021 17:38
#153 RE: Französische Kriminal- und Gangsterfilme Zitat · Antworten

Die Haut des Anderen (Avec la peau des autres, F/I 1966)

Regie: Jacques Deray

Darsteller: Lino Ventura, Wolfgang Preiss, Adrian Hoven, Charles Regnier, Reinhard Kolldehoff, Jean Servais, Marilu Tolo, Jean Bouise u.a.



Der französische Agent Fabre soll einen wichtigen Mitarbeiter des französischen Geheimdienstes von Wien nach Paris zurückbringen. Doch die Sache verläuft nicht nach Plan: Erst wird der Kontaktmann getötet, anschließend der Gesuchte entführt. Hintergrund ist ein Mikrofilm mit brisanten Informationen...

Der von Jacques Deray ("Der Swimmingpool", "Borsalino") inszenierte Film versprüht den Geist vieler Spionagefilme der Dekade wie etwa "Ipcress" oder Hitchcoks "Topas". Der Schauplatz Wien erlaubt die Mitwirkung einiger Stars des deutschsprachigen Films: Wolfgang Preiss spielt den Strippenzieher hinter der Entführung, Adrian Hoven einen Verbündeten, Charles Regnier und der im französischen Film häufig anzutreffende Reinhard Kolldehoff haben dagegen nur kleinere Rollen. Bis auf Kolldehoff hat sich leider keiner der genannten Darsteller selbst synchronisiert. Mit Jean Servais ist ein weiterer nicht unwesentlicher Akteur des französischen Films der Zeit mit an Bord. Dreh- und Angelpunkt des Films ist freilich Lino Ventura, der den Agenten Fabre mit gewohnt stoischer Ausstrahlung mimt. "Die Haut des Anderen" ist insgesamt eine kurzweilige Angelegenheit, auch deshalb, weil die Musik in Spannungssequenzen sehr effektiv eingesetzt wird.

Die DVD von Pidax bietet ein solides Bild. Als Bonus gibt es das gewohnte Booklet.


Typischer Spionagethriller der 1960er-Jahre mit eingen Stars des deutschen Kinos. 4 von 5 Punkten.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.435

19.03.2021 20:26
#154 RE: Französische Kriminal- und Gangsterfilme Zitat · Antworten

Gruss
Havi17

Ray Offline



Beiträge: 1.711

27.03.2021 11:58
#155 RE: Französische Kriminal- und Gangsterfilme Zitat · Antworten

Wahl der Waffen (La Choix des armes, F 1981)

Regie: Alain Corneau

Darsteller: Yves Montand, Catherine Deneuve, Gérard Depardieu u.a.



Zwei Gefangenen namens Serge und Mickey gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Zumindest Serge wird jedoch infolge einer Konfrontation mit der Polizei schwer verletzt. Die beiden begeben sich zu Serges Bruder Noel, der früher ebenfalls kriminellen Aktivitäten nachging, inzwischen jedoch zurückgezogen mit seiner gut aussehenden Frau Nicole auf einem Gutshof lebt. Serge erliegt schnell seinen Verletzungen und Mickey fordert von Noel Geld für die kommenden Tage. Als sich Mickey von Noel verraten glaubt, schwört er Rache...

„Wahl der Waffen“ ist ein Gangsterfilm, der unzweifelhaft den Geist der französischen Thriller der 1970er-Jahre, etwa von Jean-Pierre Melville, atmet und dabei in Aufbau, Dramaturgie und Länge moderneren Genre-Vertretern ebenfalls durchaus ähnlich ist- wahrscheinlich weil diese auch Melvilles Filmen nacheifern. Der Film durchlebt verschiedene Entwicklungsstadien und ist in seiner Figurenkonstellation und –entwicklung recht komplex. Mit beinahe traumwandlerischer Sicherheit lässt Regisseur Corneau die Geschichte ablaufen, die ob der hochwertigen optischen Gestaltung und des starken Casts niemals Langeweile aufkommen lässt. Gérard Depardieu gibt den impulsiven Gangster Mickey, der zunächst im Zuge des Ausbruchs einen Polizisten erschießt und auch später seinen Mitmenschen gegenüber alles andere als zimperlich agiert, was z.B. die Szene an der Tankstelle beweist. Als Gegenpart fungiert Yves Montand, der den ehemaligen Gangster und heutigen Gutsbesitzer Noel spielt und dabei mit seinem immensen Charisma zu punkten weiß. Caterine Deneuve, äußerlich mal wieder in vollkommener Schönheit auftretend, spielt angenehm zurückhaltend. Diesem Star-Trio folgt man auf seiner Reise durch die Geschichte hin zum dramatischen Finale unter der souveränen Leitung von Corneau nur allzu bereitwillig.

Die Blu-Ray von daredo bietet eine erstklassige Bildqualität. Als Bonus gibt es ein Booklet.


Äußerst sehenswerter Thriller, der Anleihen bei den Werken Jean-Pierre Melvilles nimmt und mit Yves Montand, Catherine Deneuve und Gérard Depardieu hervorragend besetzt ist. 4,5 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.711

14.04.2021 08:38
#156 RE: Französische Kriminal- und Gangsterfilme Zitat · Antworten

Der unheimliche Fremde (Attention, les enfants regardent, F 1978)

Regie: Serge Leroy

Darsteller: Alain Delon, Sophie Renoir, Richard Constantini u.a.



Die Kinder eines filmschaffenden Ehepaars weilen mit einem Kindermädchen in einer großzügigen Villa in Südfrankreich. Die Nanny ist mit der ihr beauftragten Aufgabe überfordert und verbringt die Abende mit wechselnden Liebhabern. Als die Kinder ihr an einem Strandtag einen Streich spielen wollen, kommt es zu einem tödlichen Unfall. Während die Kinder alle Hände voll zu tun haben, den Tod vor der Außenwelt zu vertuschen, schlägt ein fremder Mann in der Villa auf und nistet sich ein. Was für Absichten hat der Fremde?

Eine Gruppe von Kindern im Duell mit einem fremden Mann mit fragwürdigen Absichten – da werden unweigerlich Erinnerungen an die Verfilmungen von Kästners „Emil und die Detektive“ wach. Auch hier steht ein solches Duell vermeintlich im Mittelpunkt, schöpft das darin schlummernde dramaturgische Potential jedoch leider bei weitem nicht aus. Der Film beginnt durchaus vielversprechend mit einer soliden Einführung von Setting und der Kinder-Figuren. Auch die Delon-Figur schleicht frühzeitig immer schon einmal umher. Nach dem tödlichen Unfall braucht der Film aber zu lange, um die Delon-Figur endgültig im Film zu platzieren, das Duell nimmt zeitlich vergleichsweise wenig Raum ein, so dass Erwartungen, die durch den Filmtitel gepaart mit Delons Rollenklischee des (exzentrischen) einsamen Wolfs geweckt werden, nicht ganz erfüllt werden. Der Zuschauer erfährt bis zum Schluss nahezu keine Hintergründe über diesen Fremden. Überaus beachtlich schlagen sich allerdings die Kinderdarsteller, was bekanntlich alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Hervorzuheben ist hier Sophie Renoir, Tochter des Kameramanns Claude Renoir und Großnichte des bekannten Filmemachers Jean Renoir, die im Anschluss rund drei Jahrzehnte regelmäßig in Film und Fernsehen zu sehen war. Insgesamt ein von der Story durchaus reizvoller Thriller, den man aufgrund der längst nicht optimalen Umsetzung aber nur mit Abstrichen empfehlen kann.


Alain Delon hält sich in dem von ihm selbst produzierten Thriller vornehm zurück und überlässt den Kinderdarstellern weitgehend das Feld. Die machen ihre Sache auch sehr gut, leider schöpft der Film sein Potential längt nicht vollends aus. 3,5 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.711

20.04.2021 13:24
#157 RE: Französische Kriminal- und Gangsterfilme Zitat · Antworten

Allein zu zweit (À nous deux, F/CAN 1979)

Regie: Claude Lelouch

Darsteller: Catherine Deneuve, Jacques Dutronc, Jacques Villeret u.a.



Der frisch aus dem Gefängnis entflohene Simon lernt in einem Unterschlupf in der Provence die flüchtige Apothekerin Francoise kennen, die sich nach einer traumatischen Erfahrung mit Erpressung ihren Unterhalt verdient. Die beiden fliehen per Boot, rauben dabei andere Leute aus und werden schon bald von französischen Radiostationen als „Bonnie und Clyde“ bezeichnet…

Wie in der kurzen Inhaltsangabe bereits anklingt, greift „Allein zu zweit“ wie schon der amerikanische Film Noir „Gefährliche Leidenschaft“ und natürlich „Bonnie und Clyde“ das Thema eines Verbrecherpärchens auf, ohne die Story konsequent nachzuerzählen.. Der Film braucht eine gewisse Zeit, bis er in die Gänge kommt, doch sobald Jacques Dutronc und Catherine Deneuve aufeinandertreffen und nach schwierigem Start zueinanderfinden, nimmt der Film Fahrt auf. Beide legen ihre Parts ungemein charismatisch an und die Inszenierung von Regisseur Claude Lelouch bleibt durchgängig stilsicher. Die Atmosphäre ist wie so häufig in französischen Filmen ein wenig unterkühlt, was durch die Farbgebung unterstrichen wird. Freunden des Neo Noir bzw. des französischen Thrillers kann der Film aber sehr empfohlen werden.

Die DVD von BlackHill bietet ein solides Bild.


Sehenswerte französische Bonnie und Clyde-Variante mit der „kühlen Blonden“ Catherine Deneuve. 4,5 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.711

25.04.2021 20:04
#158 RE: Französische Kriminal- und Gangsterfilme Zitat · Antworten

Das Haus unter den Bäumen (La maison sous les arbres, F/IT 1971)

Regie: René Clément

Darsteller: Faye Dunaway, Frank Langella, Maurice Ronet u.a.



Die Ehe zwischen Jill und Philippe hat schon bessere Zeiten gesehen. Und die Situation verschlechtert sich weiter, als Jill zunehmend unter Gedächtnisverlust leidet und Philippe bedroht wird. Schließlich verschwinden auch noch die beiden Kinder der Eheleute…

Bonjour tristesse – heißt es in der Ehe von Jill und Philippe und auch für den Zuschauer, denn Regisseur René Clément („Nur die Sonne war Zeuge“) beschwört durch Setting, Figuren und ihre Probleme sowie insbesondere extrem trübe Bilder der französischen Metropole eine höchst beklemmende, deprimierende Atmosphäre herauf. Mit dem Verschwinden der Kinder stellt sich für den Betrachter die Frage, ob die nervlich angespannte Jill, die regelmäßig einen Psychiater aufsucht, oder die Leute, die Philippe zuvor bedroht haben, damit in Verbindung stehen. Nach ihrem Durchbruch in Hollywood befand sich Faye Dunaway während der Produktion in einer Phase, in der sie sich mit weniger Erfolg europäischen Filmemachern zugewandt hatte. Der Wendepunkt zurück zum (auch) kommerziellen Erfolg sollte erst mit „Chinatown“ gelingen. An ihrer Seite ist der bis heute gut beschäftigte Frank Langella sowie – in einer kleinen Rolle – Maurice Ronet zu sehen. Insbesondere Dunaway zeigt hier bereits wenige Jahre vor ihrer Oscar-prämierten Leistung in „Network“, dass sie psychisch labile Frauen ausnehmend überzeugend verkörpern kann. Der Film bietet anspruchsvolle Thriller-Unterhaltung, sollte aber besser nicht bei akutem Vitamin D-Mangel konsumiert werden.

Das Bild der Pidax-DVD ist nicht das Gelbe vom Ei, was aber durchaus auch am Ausgangsmaterial liegen könnte, schließlich tragen die „griesligen“ und farblosen Bilder zur Stimmung des Films bei.


Anspruchsvolle, gut gespielte Thriller-Unterhaltung, die allerdings streckenweise übermäßig trist daherkommt. Noch 4 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.711

08.05.2021 17:39
#159 RE: Französische Kriminal- und Gangsterfilme Zitat · Antworten

Der Mörder kam um Mitternacht (Un Témoin dans la ville, F 1959)

Regie: Édouard Molinaro

Darsteller: Lino Ventura, Franco Fabrizzi u.a.



Der alleinstehende Pierre Verdier tötet seine Geliebte durch einen Stoß aus dem fahrenden Zug. Aufatmen darf er zunächst, als er mangels hinreichenden Tatverdachts aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Doch zu früh gefreut: In seinem Haus wartet der Ehemann der Toten und sinnt auf Rache...

Regisseur Molinaro macht keine Gefangenen: Bereits in der ersten Szene wird der Zuschauer Zeuge des kaltblütigen Mordes Verdiers an seiner Geliebten, die nach tapferem Kampf aus dem Zug gestoßen wird und verstirbt. Während der Credits folgt man Verdiers Anwalt ins Gericht, der im Termin mit dem Untersuchungsrichter und Verdier erfährt, dass sein Mandant vorläufig auf freien Fuß gesetzt wird. Das Gerechtigkeitsgefühl des mit überlegenem Wissen ausgestatteten Zuschauers protestiert heftig, doch so richtig Zeit, sich über die Ungerechtigkeit zu ereifern, bleibt gar nicht: Verdier wird im Eigenheim bereits von der von Lino Ventura gespielten Figur, dem Ehemann der Toten, empfangen. Der hat den Strom gekappt, weswegen Verdier in atmosphärisch großartigen Bildern mit einem Kronleuchter durch sein Haus irrt. Wer nun ein ausgiebiges Psychoduell erwartet, wird überrascht: Die Ventura-Figur macht kurzen Prozess mit dem Mörder seiner Frau. Er tötet ihn und lässt es wie Selbstmord aussehen - "der Mörder richtet sich selbst". Doch auch Ventura erwartet eine böse Überraschung. Ein Taxifahrer sieht ihn beim Verlassen des Anwesens und ist nun ein unliebsamer Zeuge, den es ebenfalls zu eliminieren gilt...

So weit die ersten etwa 20 Minuten. In der Folge lernt der Zuschauer den Taxifahrer und seine Lebenswelt näher kennen. Er hat eine Beziehung zu einer attraktiven Dame aus der Taxizentrale, gespielt von Sandra Milo, die noch eine dramturgisch nicht unwesentliche Rolle spielen wird. Teilweise von Trommeln, mitunter von Jazz-Musik untermalt, folgt der Zuschauer nun diesen Figuren durch die Pariser Nacht. Ventura lauert dem Taxifahrer mehrfach auf, muss aber seinerseits aufpassen, nicht entdeckt werden. Die Schlinge wird immer enger und in den letzten, hochspannenden Minuten geht es für ihn um Kopf und Kragen.

Mit "Der Mörder kam um Mitternacht" bekommt der Zuschauer eine wahre Perle des französischen Kriminalfilms präsentiert. Neben der überragenden Kameraarbeit und der erwähnten, stimmigen musikalischen Untermalung ist es einmal mehr Ventura, der groß aufspielt. Der Mime zeigt, dass er mit seiner unverwechselbaren, sparsamen Mimik und seinem Charisma auch einen Mörder zur Überzeugung des Betrachters darstellen kann, wobei aufgrund der Vorgeschichte zumindest zunächst gewisse Sympathien für seine Figur vorhanden sind. Sehr kurzweiliges, enorm hochklassiges europäisches Thriller-Kino.

Die DVD von Pidax zeigt den Film in Film guter Qualität.


In jeder Hinsicht exquisiter Thriller, in dem Lino Ventura vom Jäger zum Gejagten wird. 5 von 5 Punkten.

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