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Dieses Thema hat 140 Antworten
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Giacco Offline



Beiträge: 2.485

14.04.2019 16:20
#121 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #7


Bezüglich der produktionshistorischen Frage zum Schwarzweiß: Es war doch schlicht so, dass die Rialto als erste einen farbigen Wallace-Krimi in die Kinos bringen wollte, oder? Da sowohl "Dreieck" als auch "Buckliger" von Constantin-Film vertrieben wurden, ließ Constantin "Dreieck" nur in Schwarzweiß starten, um dem "Buckligen" von Wallace-Hausfirma Rialto einen Marketing-Vorteil zu verschaffen.


Richtig!

"Diese neueste Edgar-Wallace-Verfilmung führt selbst krimi-erfahrenes Publikum ganz hübsch aufs Glatteis. Der Reißer spielt im Artisten-Milieu. Eifersucht, Vergeltung und Erpressung als Randgeschehen verwirren die Motive und verwischen die Spuren. Klaus Kinski geistert flackernden Blickes verdachterweckend um die Manege, um dann doch mit einem dreieckverziertem Messer im Rücken zu enden. Leo Genn tastet sich als Inspektor langsam an den Kopf der Bande heran, unterstützt von Heinz Drache, der eigene Rachepläne verfolgt. Ein geheimnisvoller kapuzenverhüllter Dompteur, ein eifersüchtiger Messerwurf-Artist und ein intriganter, an allen Wänden horchender Liliputaner, sie alle sind verdächtig. Nur die beiden blonden Schönen nicht, attraktive Anlässe zu Rivalität, blinder Eifersucht und Reibereien. Die Atmosphäre ist gut getroffen, spannend und erregend rollt das Katz- und Mausspiel ab. Es geht auch ohne Londoner Nebel und Westminster-Geläut! Die Überraschung bei der Entlarvung des Drahtziehers und Mörders ist genauso gelungen wie sein Ende." (Film-Echo, Mai 1966)

Film-Echo-Note: 3,9 (39) / Erstnote: 3,5

Ein weiterer Film der Serie, dem die FSK-Freigabe ab 12 Jahren eher geschadet haben dürfte.

In Frankreich kam er erst am 21.11.1969 in die Kinos und lief dort nur im Elsass.

Stephan Offline



Beiträge: 114

14.04.2019 20:14
#122 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Gong:
Nicht besprochen

Pauer:
Die Besprechung gibt keine wirklich wiedergabefähige Kritik her. Pauer sieht den Film am ehesten wie eine verlängerte Merton-Park-Produktion an.

Kramp:
„Insgesamt ist den Herstellern dieses Werkes ein außerordentlicher Krimi gelungen, der sich diesmal nicht hinter den Rialto-Produktionen zu verstecken brauchte.“

Tses:
„Ein langweiliger, spannungsloser Film, in dem großartige Schauspieler verheizt werden. Die Demaskierung des Täters ist unglaubwürdig. (…) Fazit: schlecht und überflüssig.“

Hohmann:
„…konnte Das Rätsel des silbernen Dreiecks als solider Kriminalfilm durchaus punkten und war vielleicht die beste der deutsch-englischen Co-Produktionen. (…) , dass John Moxey einen ziemlich temporeichen, unterhaltsamen und in Ansätzen auch innovativen Krimi abgeliefert hatte.“

Meine Meinung:
Das Rätsel des silbernen Dreiecks gehört zu denjenigen Filmen, die ich am seltensten aus dem Wallace-Fundus gesehen habe – und das trotz der Mitwirkung von Heinz Drache!
Der Film ist prinzipiell durchaus solide und durch die ganz andere Herangehensweise natürlich auch ohne die potentiellen Schwächen der typischen rein deutschen Rialtos, andererseits aber eben auch absolut nichts Besonderes. Die Auflösung von Christopher Lees Maskerade finde ich da als wenig inspirierend oder überraschend ins Bild passend. Heinz Drache als Zirkusdirektor ist vom Charisma her schon mal grenzwertig. Er wäre nicht der Typ, den man in dieser Rolle sehen würde.
Der Streifen wirkt auf mich einfach nicht wirklich interessant; das ist zu dröge und trifft meinen Nerv nicht. Deshalb bleibt es hier genau in der Mitte bei 2,5 Punkten…

Count Villain Offline




Beiträge: 4.610

14.04.2019 20:16
#123 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Nach der heutigen Doppel-Sichtung (schwarzweiß, danach erstmals in Farbe) muss ich folgende zwei Dinge für "Das Rätsel des silbernen Dreieck" konstatieren. Erstens: Der Film ist für mich kein Wallace-Film. Und zweitens: Die englische Farbfassung ist in jedem Fall vorzuziehen.

Trotz Kinski, Arent und Drache, trotz Schwarzweiß und trotz eines ähnlich gelagerten Sir John wirkt der Film selbst in der deutschen Fassung von der Machart her eher wie englische Kriminalfilme jener Zeit (Geheimnis im blauen Schloss, Miss Marple etc.). Auch sämtliche englischen Rialto-Koproduktionen hatten einen höheren Wallace-Faktor (allein schon, weil die frühen sich noch an den Romanen orientierten), so dass dieser Film für mich weit mehr für britischen Krimi steht als für die deutsche "Edgar-Wallace-Wave". Bei diesem Film unterschreibe ich das Statement, dass die Briten die Faszination des "German Grusel" nicht verstanden haben. Hier springt Harry Alan Towers einfach nur auf den fahrenden Zug auf und der deutsche Verleih betreibt mehr oder weniger Etikettenschwindel (ziemlich großen, wenn man bedenkt, dass beim deutschen Vorspann Regisseur Moxey komplett unter den Tisch fällt).

Das einzige wirkliche Wallace-Feeling hatte ich bei dem Film am Anfang bei dem Raub und den Ereignissen kurz danach. Genau dort knüpft es auch ziemlich stark bei der letzten Koproduktion "Das Verrätertor" an. Wo "Tor" mit eine genialen, astrein verlaufenen Coup endet, beginnt das "Dreieck" just damit. Kinskis Charakter könnte sogar glatt derselbe sein und ist obendrein seine überflüssigste Wallace-Rolle ever.

Just dieser Umstand (der mit dem Coup, nicht der mit Kinski) führt auch dazu, dass die Ermittler wieder eine größere Rolle einnehmen und mit Leo Genn ein sympathisches, joviales und kompetentes Gesicht bekommen. Überhaupt fühlen sich die Ermittlungen der Polizei sehr realistisch und glaubwürdig an. Hier ermittelt kein junger, aktionistischer Superermittler, sondern ein Mann, dem man seinen Beruf und sein Pflichtbewusstsein abnimmt. Aber gerade die britisch produzierten Wallace-Filmen der deutschen Reihe zeichneten sich dahingehend bisher immer durch eine größere Nüchternheit aus.

Inspektor Elliott zählt am Ende drei Fehler oder "Unglücke" des Täters auf (Masons Schuss, Boris' Fund des Geldes, sowie der Fund der Wurfmesser). Ich möchte zwei ergänzen: Er hätte Masons Leiche besser verstecken sollen und vor allen Dingen hätte er über seinen Schatten springen und gegen das "Zirkusgesetz" verstoßen müssen. Immerhin kommt man nur auf seine Spur, weil er seine Messer zurückgelassen hat. Warum er überhaupt die einfach identifizierbaren Messer seines Vaters verwenden musste, ist ebenfalls ein Rätsel. Ohne seine stümperhafte Vertuschung des Mords an Mason hätte er sich den Mord an Gina sparen können. Wenngleich sie auch selbst nicht ganz unschuldig an ihrem Tod ist. Immerhin war sie dabei, als dem Inspektor das Mordmesser gebracht worden ist. Hätte sie mal direkt etwas gesagt. Es ist immer etwas schade, wenn gewisse Dinge in einem Krimi nur funktionieren, weil die Figuren übermäßig fehlerhaft und unlogisch vorgehen. Da wird ein Raubüberfall sorgfältig geplant, aber bei einem Mord, wo es um den eigenen Kopf geht, da wird dann gestümpert. So genial ist der Täter dann wohl doch nicht.

Zugute kommt es aber sowohl dem Film als auch dem Schauspiel von Eddi Arent, dass er anders als im Mönch dieses Mal lebendig überführt werden darf. Das macht sowohl seinen Charakter als auch seine Motive viel greifbarer. Und ja, wenn man das Dreieck gesehen hat, dann kann man Arents Spiel im Mönch, bzw. sein stilles Anhimmeln von Karin Dor nur als zu theatralisch oder überhöht einstufen (ob einen das dann stört, ist dann natürlich eine andere Frage). Allerdings würde ich dafür nicht Arents Schauspielerei, sondern vielmehr den Regisseur verantwortlich machen, da auch andere Rollen im Mönch an Überzeichnung leiden.

Aber zurück zum Dreieck. Ein bisschen schade ist es, dass mit der Autoverfolgungsjagd ein Action-Highlight schon ziemlich früh im Film verfeuert wird und die Stimmung des Films ab dann mehr oder weniger komplett in eine andere Richtung kippt. Und wo ich gerade beim Thema bin, auch noch eine Frage von mir: Wer hat der Polizei den Tipp mit dem Lieferwagen eigentlich gegeben? Und warum?

Und war die Farbfassung im Vergleich mit der Schwarzweiß-Fassung immer schon an so vielen Stellen geschnitten? Da fehlten einige Stücke mit Arent, Drache und Lee. Apropos Lee. Dieser sollte ein paar Jahre später einen weiteren verbrecherischen Charakter mit Zirkusvergangenheit und starker Tierliebe verkörpern: Francisco Scaramanga in "Der Mann mit dem goldenen Colt". Interessante Gemeinsamkeit der Figuren.

Fazit
Als Wallace-Film "Das Rätsel des silbernen Dreieck" mager, kann "Circus of Fear" als britischer Kriminalfilm seiner Zeit durchaus mit einigen Meriten aufwarten. Nicht zuletzt - und noch gar nicht genannt! - mit der traumhaften Musik von Johnny Douglas.

patrick Offline




Beiträge: 3.245

14.04.2019 20:21
#124 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #10
Dieser sollte ein paar Jahre später einen weiteren verbrecherischen Charakter mit Zirkusvergangenheit und starker Tierliebe verkörpern: Francisco Scaramanga in "Der Mann mit dem goldenen Colt". Interessante Gemeinsamkeit der Figuren.




Ja, das ist mir auch aufgefallen.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

15.04.2019 15:00
#125 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten



Edgar Wallace: Das Rätsel des silbernen Dreieck (Circus of Fear)

Kriminalfilm, GB / BRD 1965/66. Regie: John Llewellyn Moxey, Werner Jacobs. Drehbuch: Peter Welbeck (d.i. Harry Alan Towers) (frei nach der Buchvorlage „Again the Three Just Men“, 1929: Edgar Wallace). Mit: Christopher Lee (Gregor), Leo Genn (Inspektor Elliott), Anthony Newlands (Zirkusdirektor Barberini), Heinz Drache (Carl Flemming), Eddi Arent (Eddie), Klaus Kinski (Manfred alias Macky Hartley), Margaret Lee (Gina), Suzy Kendall (Natasha), Cecil Parker (Sir John), Victor Maddern (Mason), Maurice Kaufmann (Mario), Lawrence James (Sergeant Manley), Tom Bowman (Jackson), Skip Martin (Mr. Big), Fred Powell (Red) u.a. Uraufführung (BRD): 29. April 1966. Uraufführung (GB): November 1967. Eine Produktion der Circus Films London und der Proudweek Films London im Constantin-Filmverleih München.

Zitat von Das Rätsel des silbernen Dreieck
Mitten auf der Tower Bridge erleichert eine perfekt organisierte Gangsterbande einen Geldtransport um mehrere Millionen Pfund. Zwar kann Scotland Yard die meisten Gangster fangen, aber der große Hintermann entflieht unerkannt. Auch Handlanger Mason, der einen der Wachmänner erschoss, ist nicht mehr beizukommen – der Boss entledigte sich seiner mithilfe eines Wurfmessers. Die Spur dieser Waffe führt in Mr. Barberinis Zirkus, der gerade das Winterquartier bezieht. Unter den Artisten gehören Eifersucht, Geheimniskrämerei und Erpressung zum Alltag. Und der Messermörder findet unter ihnen weitere Opfer. Auf welche Weise ist der Zirkus mit dem Geldraub verbunden?


„Ich will nicht, dass einer, der kaltblütig einen anderen getötet hat, ungestraft davonkommt.“

Im Gegensatz zu anderen Gangstergeschichten der Wallace-Filmreihe hält sich „Das Rätsel des silbernen Dreieck“ nicht mit langen Vorplanungen auf. Harry Alan Towers erster und einziger Wallace-Krimi, nachdem er vor und nach „Dreieck“ mehrfach auf dem mit dem Autor verbundenen Exotik-Parkett unterwegs war, steigt direkt an der spannendsten Stelle – der lückenlos organisierten Ausführung eines genialen Coups – ins Geschehen ein und demonstriert auch darüber hinaus ein äußerst glückliches Gespür für Tempo und Stringenz. Zwar bedeutet das, dass man einen recht glatten Standardkrimi zu sehen bekommt, dem strukturelle Eigenheiten, psychologische Raffinessen oder die abseitige Wehmut des später so wichtigen Zirkusmilieus weitestgehend fehlen; doch solche „Mätzchen“ wären im Rahmen der Marke Wallace ohnehin höchstens optionale Zusatzqualitäten. Man kann festhalten, dass Harry Alan Towers ein deutlich klareres Bild davon vor Augen hatte, was das Publikum mit der Marke Wallace verband, als etwa sein Kollege Ted Lloyd in „Das Verrätertor“. Schließlich hatte ihn sein Gespür, sich an Kinotrends seiner Zeit anzuhängen, bereits zu soliden Filmen wie „Geheimnis im blauen Schloss“ oder „Ich, Dr. Fu Man Chu“ gebracht. Folgerichtig wirkt auch das „Dreieck“ deutlich mehr wallace-like als die kuriosen Eigengewächse „Verrätertor“ oder „Nonne“, zugleich aber auch merklich konservativer und weniger gewagt.

Sowohl das düstere Hauptquartier des Chefs, in das die Räuber ihre Beute zunächst verbringen, als auch die Zirkuswelt mit ihren angriffslustigen Löwen, dem eifersüchtigen Messerwerfer, dem maskierten Brandopfer und den bedrohten Schönheiten dient hauptsächlich der Erhöhung des Gruselfaktors, auf den auch die Inszenierung mit ihren schrillen Musik- und Soundeffekten, die plötzlich eintretende Überraschungen oder Szenenwechsel untermalen, ausgelegt ist. John Moxey (je nach Anekdoten mehr oder weniger assistiert von Werner Jacobs) hält in diesem attraktiven Umfeld problemlos die Spannungskurve aufrecht, während Towers’ Drehbuch in gemessenen Abständen immer wieder neue Rätsel und Subplots einbringt sowie zufriedenstellend auflöst. Es dürfte sich demnach inhaltlich um einen der zufriedenstellendsten Wallace-Farbfilme handeln, zumal er sich trotz typischer Elemente wie erzählerischen Aufbaus, Mordwaffe und Täterkonstruktion im Gegensatz zu den deutschen Rialto-Krimis nicht zu sehr auf abgedroschene Klischees stützt. Ungeschickt wirkt einzig die weit hergeholte Begründung dafür, Christopher Lee für den größten Teil der Spielzeit unter einer Maske zu verbergen, was ihn seines unterkühlten Mienenspiels beraubt und den Artisten Gregor zur schwächsten seiner drei Wallace-Rollen werden lässt. Sein Bruder trägt übrigens je nach Sprachfassung entweder den Namen Otto oder Boris – wohl ein Relikt damals häufig anzutreffender Nationalitätenänderungen im Synchronbuch, sobald eine ausländische Produktion mit deutschen Charakteren aufwartete.

Zeigen die Aufnahmen in London noch eine gedeckte Farbpalette, so offenbart sich im Zirkus die Kraft der Farbe, ohne dass die Kamera von Ernest Steward grellbunt oder bemüht kontrastsuchend wirken würde. Der Film gewinnt ungemein von einer Sichtung in der Originalfassung gegenüber dem blassen Schwarzweiß der gefilterten deutschen Version. Stilsicher fügen sich die Kostümierungen der Akteure in Ambiente und Farbwelt ein; hervor stechen insbesondere Inspektor Elliotts adrette Anzüge, Mr. Barberinis auffällige Looks, die Newlands’ sonst etwas blasser Rolle eine unterschwellig fremdländische Charakterisierung verleihen, und Margaret Lees Vamp-Bekleidung, die sie von der braveren Natasha abhebt. Bedenkt man, dass es der Rialto-Film manchmal schwerfiel, nur eine überzeugende weibliche Hauptdarstellerin zu finden, so wiegt Towers’ Doppelglücksgriff mit Monroe-Lookalike Lee und der späteren Giallo-Queen Suzy Kendall umso schwerer. Auch die anderen Akteure füllen ihre Rollen mindestens passabel aus; als besonders gelungen bleiben das inspirierende Polizistengespann aus seelenruhigem Leo Genn und übellaunigem Cecil Parker, der ähnlich wie im „Hexer“ angenehm zwischen Gut und Böse changierende Heinz Drache, Maurice Kaufmann als perfekter Verdächtiger sowie Tom Bowman und Victor Maddern als sehr unterschiedliche Verbrechertypen in Erinnerung. Die deutschen Standard-Gesichter Arent und Kinski sind zum jeweils letzten Mal in typischen Rollen zu sehen, was den vertrauten Eindruck, den die Produktion erweckt, verstärkt und Arent in einer Phase eines schwierigen darstellerischen Umbruchs zumindest über weite Strecken die Sicherheit eines erprobten Terrains garantiert.

Nicht nur um die Farbe betrog die Constantin-Film die deutschen Kinozuschauer des „Dreiecks“, sondern um einen weiteren integralen Filmbestandteil: Aus unerfindlichen Gründen wechselte man die Titelmusik von Johnny Douglas in der deutschen Kinoversion gegen Raimund Rosenbergers „Das siebte Opfer“-Thema aus. Dies ist umso unverständlicher als Douglas’ Theme, das über den gesamten Film hinweg dann in kreativen Variationen ertönt, einfach phänomenal ist. In Anbetracht dieser und vorgenannter Qualitäten ist es äußerst bedauerlich, dass Harry Alan Towers es bei nur einem Wallace-Krimi beließ, da seine Produktionen der Reihe in einer Phase zunehmender kreativer Stagnation gern öfter artverwandtes, aber doch frisches Blut hätten injizieren dürfen.

Oft fliegt „das silberne Dreieck“ unter dem durch die ungünstige deutsche Vermarktung bedingten Radar. Als eine der stärkeren britischen Koproduktionen der Reihe hätte der Film durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient; seine Farbfassung ist nämlich nicht nur ein optischer Leckerbissen, sondern zugleich ein starker, temporeicher Krimi mit Wohlfühl-Faktor.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

15.04.2019 15:08
#126 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #1
Drehortvergleiche in der Bildergalerie fehlen noch.

Um diesen Missstand zu beheben, folgen hier anlässlich der WdW-Besprechungen noch einige Drehortvergleiche zum „Rätsel des silbernen Dreieck“. Bevor ich diesen Thread eröffnet habe, dachte ich doch tatsächlich, meine Vergleichsbilder vom August 2015 (!) hätte ich schon längst eingestellt. Mitnichten – Geduld ist offenbar nicht nur für Polizisten eine Tugend, wie Inspektor Elliott und Sir John feststellen, sondern auch für Drehortkundler. @greaves sprang mir außerdem mit einigen etwas aktuelleren Motiven vom Dezember 2018 bei.

Hauptschwerpunkt der ersten „Dreieck“-Bildervergleiche bildet natürlich der Überfall auf den Geldtransporter auf der Tower Bridge. Diese sah damals im Vergleich zu ihrem aktuellen, restaurierten Zustand doch recht gräulich aus; auch die Umgebung und die Abwesenheit von Touristen sind nicht mit heute zu vergleichen.



Wie greaves schon angedeutet hat, wurden die Szenen mit dem White Heart Pub in Winkfield nahe Windsor gedreht. Dort hatte Billy Smart’s Circus sein Winterquartier, wo auch die Aufnahmen für Barberinis Zirkus entstanden. Von diesen Anlagen ist mittlerweile nichts mehr zu sehen, aber der Pub und die Dorfkirche sind nach wie vor charakteristisch. Die Busverbindungen nach Winkfield sind aber abenteuerlich; weshalb es bisher noch keiner von uns dorthin geschafft hat.

Weil man es in England ebenso machte wie in Berlin und eine ausgesprochene Drehortökonomie an den Tag legte, gastierte man auch für andere kleine Szenen in Windsor. Ganz deutlich wird das bei der Einstellung vor dem Polizeipräsidium, in der man einen Turm von Windsor Castle im Hintergrund erkennt. Das Präsidium findet man in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Riverside in der Datchet Road 24.

greaves Offline




Beiträge: 583

15.04.2019 18:42
#127 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Schöne Bilder ich danke dir @Gubanov für s einstellen.Der Drehort von Windsor kannte ich noch nicht.

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.517

15.04.2019 19:37
#128 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #12

Edgar Wallace: Das Rätsel des silbernen Dreieck (Circus of Fear)

Eine Produktion der Circus Films London und der Rialto-Film Preben Philipsen Berlin...



Oh. Muss die Produktionsgeschichte der Wallace-Reihe neu geschrieben werden? Als 33. Rialto-Film kommt doch allenfalls "Die gebogene Kerze" in Frage (und das auch nur an einem Tag im Jahr ). Oder weißt du da mehr?

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

15.04.2019 19:57
#129 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Zwischenzeitlich hattet ihr ein paar Patzer in den Credits übersehen, aber jetzt ist wieder Goof-Time. Wobei mich das zu den Fragen führt: Gab es wirklich keine deutsche beteiligte Produktionsfirma? Wie lief das damals mit der deutschen Beteiligung? Direktinvestition der Constantin-Film? Wenn ja, gibt es andere Beispiele dieser Vorgehensweise?

Count Villain Offline




Beiträge: 4.610

16.04.2019 13:13
#130 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #10
Nach der heutigen Doppel-Sichtung (schwarzweiß, danach erstmals in Farbe)


Ich muss mich korrigieren. Ein Blick in den Bewertungs-Thread hat gezeigt, dass ich die Farbversion tatsächlich schon Ende 2013 zum ersten Mal gesehen habe. Vollkommen verdrängt.

Interessant auch, dass die deutsche Version nicht nur durch den Schnitt (z. B. Happy-End-Einstellung), sondern auch durch die Synchro für den deutschen Markt angepasst wurde. So ist es am Ende natürlich nicht die Polizei, sondern Heinz Draches Charakter, der die Wurfmesser gefunden und die Idee zur Überführung hatte.

Wobei ich mich da frage, warum man diesen Mummenschanz überhaupt aufführt und den Mörder nicht direkt aufgrund der gefundenen Messer festnimmt. Wäre es nicht eine logischere Alternative gewesen, man hätte die Messer nicht gefunden und nur so getan als ob, indem man Duplikate auf den vermeintlichen Mörder wirft, um ihn so zu einem Geständnis zu bringen?

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

16.04.2019 19:29
#131 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #10
Und war die Farbfassung im Vergleich mit der Schwarzweiß-Fassung immer schon an so vielen Stellen geschnitten?

Nein, du scheinst eine grob gekürzte Fassung zu besitzen. Die Laufzeitunterschiede kannst du hier nachlesen.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.610

16.04.2019 19:52
#132 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #18
Nein, du scheinst eine grob gekürzte Fassung zu besitzen. Die Laufzeitunterschiede kannst du hier nachlesen.


Stimmt. Ist die Kinowelt-DVD. Aber trotzdem war die Farbversion besser. Kommt eben nicht nur auf die Länge an.

Markus Offline



Beiträge: 683

17.04.2019 07:47
#133 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Interessant wird, ob bei der deutschen Neuauflage auf Blu-ray die längere englische Fassung enthalten sein wird.

Die bisherige Ankündigung lautet ca. 82 Minuten, das wäre die kürzere Fassung. Ist aber vielleicht nur ein Platzhalter, weil ja die BD langsamer läuft, also auch eine andere Laufzeit haben müsste.

Gruß
Markus

Count Villain Offline




Beiträge: 4.610

17.04.2019 08:35
#134 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Weiß man eigentlich warum es überhaupt zwei unterschiedlich lange englische Fassungen gibt?

Markus Offline



Beiträge: 683

17.04.2019 11:43
#135 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag Edgar Wallace Presents: Neue DVDs von der Insel
Von "Circus of Fear" gab es diverse geschnittene Fassungen, ...Blue Underground wirbt damit, diese vollständige Fassung zu haben, die auch "a long-lost 8-minute sequence recently discovered in a storage vault" enthält. Grob gerechnet dürfte das den Unterschied zwischen Kinowelt und Blue Underground erklären, auch wenn die Kinowelt-DVD später erschien und das Fehlen folglich dem deutschen Label anzulasten ist.



Gruß
Markus

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