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Dieses Thema hat 139 Antworten
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 Filmbewertungen
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Grabert Offline



Beiträge: 257

07.02.2011 12:49
#46 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Habe nach langer Zeit gestern mal wieder diese gelungene britische Edgar-Wallace Verfilmung in der deutschen schwarz-weiß Fassung gesehen und kann mich dem Tenor hier nur anschließen. Schon der Beginn mit Klaus Kinski in typischer Pose lässt die gewohnte Rialto-Wallace Atmosphäre aufkommen, die zwar partiell gehalten, aber durch den typisch britischen Stil der Merton Park Produktionen auch sehr abgewandelt wird. "Circus of Fear" ist sicher einer der besten britischen Wallacefilme, übrigens wohl auch der letzte, den Merton Park autonom produziert hat. Heinz Drache und Klaus Kinski (der wohl zu beschäftigt war, um sich selbst zu synchronisieren) brillieren eierseits wie gewohnt, Heinz Drache wirkt jedoch auch deutlich ernsthafter. Christopher Lee hätte man gern öfter bei Edgar-Wallace Verfilmungen einsetzen können. Eddi Arent als Eddie sorgt endlich einmal nicht nur für humoristische Einlagen. Mein Fazit:

Gubanov Offline




Beiträge: 16.096

07.02.2011 14:16
#47 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Ein schönes Fazit zu einem außergewöhnlichen Wallace-Film. Nur hat "Das Rätsel des silbernen Dreieck" nichts mit Merton Park zu tun. Es handelt sich um eine Harry-Alan-Towers-Produktion seiner Firma Proudweeks im Auftrag der Constantin Film.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

07.02.2011 17:50
#48 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

...und als Ergänzung: Kinski wollte jede Synchronisation extra bezahlt haben. Das war bei den ausländischen Produktionen (u.a. bei "Das Gesicht im Dunkeln") immer mit hohen Kosten verbunden. Da hat man ihm lieber eine andere Stimme verliehen! Also Zeitmangel war in Sachen Kinski immer nur zweitrangig.

Joachim.
*2011: Als Jerry Cotton nach Deutschland kam!*

Glasauge Offline




Beiträge: 1.321

07.02.2011 19:07
#49 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Danke Joachim,

Das erklärt eine ganze Menge...

Glasauge

Aurum potestas est!

Prisma Offline




Beiträge: 7.549

07.02.2011 19:37
#50 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Welche Instanz muss denn die Synchronisation bezahlen?

Gubanov Offline




Beiträge: 16.096

07.02.2011 22:54
#51 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Wilder Rateversuch ins Blaue: Constantin als deutscher Filmverleih?

Glasauge Offline




Beiträge: 1.321

08.02.2011 10:00
#52 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Auf den würde ich auch tippten, oder die Produktionsfirma...

Glasauge

Aurum potestas est!

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

08.02.2011 17:26
#53 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Grundsätzlich muß die Verleihfirma die Synchronisation bezahlen. Es sei denn es ist etwas anderes vereinbart.
Bei dt.-ausl.-Co-Produktionen muß die dt. Produktionsfirma die Synchro bezahlen. Es sei es ist etwas anderes vereinbart.

Joachim.
*2011: Als Jerry Cotton nach Deutschland kam!*

Prisma Offline




Beiträge: 7.549

08.02.2011 22:43
#54 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Danke für die Informationen!

Grabert Offline



Beiträge: 257

14.02.2011 16:58
#55 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Zitat
Ein schönes Fazit zu einem außergewöhnlichen Wallace-Film. Nur hat "Das Rätsel des silbernen Dreieck" nichts mit Merton Park zu tun. Es handelt sich um eine Harry-Alan-Towers-Produktion seiner Firma Proudweeks im Auftrag der Constantin Film.


Danke Gubanov, da hatte ich was Falsches in Erinnerung. Dass Klaus Kinski selbst für eigene Synchronisationen recht hohe Gagen forderte, wusste ich auch noch nicht. Wieder dazu gelernt! Vielen Dank Joachim.

Cora Ann Milton Offline




Beiträge: 5.110

23.10.2011 12:48
#56 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Nach langer Zeit endlich einmal wiedergesehen: "Das Rätsel des silbernen Dreieck"

Nach zweimaliger erneuter Sichtung finde ich den Film nunmehr durchaus gelungen und spannend, aber auch sehr düster. Keiner der Protagonisten ist ein Sympathieträger im eigentlichen Sinne. Höchstens noch der distinguierte Leo Genn als Inspektor.

Heinz Drache spielt Carl Flemming, einen von Haß und Rachegefühlen getriebenen Mann, dem am Ende erst die Wahrheit über die Vergangenheit und die Liebe zu Natascha (Suzy Kendall) ein neues positives Leben ermöglichen. Christopher Lee wirkt zunächst dämonisch, entpuppt sich jedoch als ein ähnlich gequälter Mensch wie Carl. Auch Eddi Arents immens doppelbödiges Spiel ist beeindruckend.

Mir gefällt übrigens die Schwarz-Weiß-Fassung besser, weil sie die düstere Grundstimmung des Filmes, die sich erst in der Schlußeinstellung löst, besser einfängt.

Georg Offline




Beiträge: 3.044

04.11.2011 22:31
#57 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Auch ich habe diesen Film seit langer Zeit wieder mal gesehen und muss Cora Ann Recht geben: in schwarz/weiß wirkt er viel besser, unheimlicher, spannender.
Für mich ist das "Dreieck" eine der besten Wallace-Produktionen. Eine geschickt gestrickte und vor allem spannende Geschichte mit sehr guten Darstellern und exzellenten Locations. Abgesehen von Heinz Drache und Eddi Arent, der hier wirklich zur Höchstform aufläuft, sind vor allem Leo Genn als sympathischer Inspektor und Cecil Parker als Sir John erwähnenswert, der diesen Part sehr gut und leicht komisch spielt. Er ist anders als Schürenberg, aber auch sehr passend, ich hätte ihn mir so auch in mehreren Filmen vorstellen können.
Die winterlich-kalte Atmosphäre passt recht gut zum Geschehen und die Original-England-Bilder werten diese Produktion sehr auf. Lediglich Klaus Kinskis Rolle habe ich bis heute nicht verstanden, zumal sie auch eliminert werden könnte. Wirkt, als ob in den Film nachträglich hineingeschrieben (wurde ja öfters gemacht, auch in Das Schloss der blauen Vögel wurde nachträglich extra eine Rolle für Kinski ins Buch geschrieben).

Gubanov Offline




Beiträge: 16.096

05.11.2011 11:54
#58 RE: Bewertet: Das Rätsel des silbernen Dreieck (Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Ich bleibe da nach wie vor doch voll und ganz bei Blap:

Zitat von Blap
Erneut sei mir der Hinweis auf die britische Farbversion gestattet, die eindeutig die bessere Wahl darstellt! Neben der stimmungsvolleren Optik und des besser gelungenen Schnitts, gefällt hier auch die Musik besser.


Auf das "Dreieck" trifft in meinen Augen genau die gleiche Verstümmelung zu, wie sie auch bei den deutschen Fassungen der Italo-Produktionen zu beobachten ist. Umschnitte, um die Kunst aus dem Ausland für den deutschen Michel genießbar zu machen, brauche ich nicht. Insbesondere sei auf das Zirkus-Feeling verwiesen: Grau und Grau statt Rot und Gold?

Cora Ann Milton Offline




Beiträge: 5.110

05.11.2011 12:02
#59 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

So wie ich es verstehe, wobei ich natürlich wie immer mehr auf Heinz Drache geachtet habe , steht doch Kinski am Anfang Schmiere, als die Gangster den Geldtransporter mit den zur Vernichtung bestimmten Pfundnoten (ganz genau übrigens wie damals beim berühmten Postraub) überfallen. Und natürlich sorgt er für die Öffnung der Tower Bridge.

Wahrscheinlich will er sich die Beute später auf eigene Faust unter den Nagel reißen, und taucht deshalb im Zirkus Baberini auf, wo das Geld ja deponiert wurde. Beim Suchen nach dem Geld wird er vom Boss der Bande, der nicht nur die Morde im Zirkus auf dem Gewissen hat, sondern auch den Überfall plante, umgebracht.

Was ich allerdings überhaupt nicht verstehe, ist die Szene nach dem Filmtod von Christopher Lee. Heinz Drache und der englische Darsteller von Genns Assisstent schauen in den Abgrund. Wir haben keinen Regen, und dennoch ist der zuvor makellos saubere Mantel von Heinz Drache in der nächsten Sequenz mit Spritzern verschandelt. Keine Ahnung, was da passiert ist.

Und ich bleibe dabei: Schwarz-Weiß paßt besser zur düsteren Grundstimmung. Außerdem ist die Farbfassung um etliche Szenen mit den deutschen Stars geschnitten, und auch die schöne Schlußsequenz, in der Heinz Drache mit Suzy Kendall gemeinsam fortgeht, fehlt.

Cora Ann Milton Offline




Beiträge: 5.110

12.11.2011 09:45
#60 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Carl Flemming in “Das Rätsel des silbernen Dreieck”

“Wir Zirkusleute sind vielleicht ein bißchen primitiv, aber wir sind nicht dumm ...”

“Da ist noch eine Rechnung zu begleichen ...”

“”Wenn es soweit ist, dann werde ich da sein und mit ihm abrechnen ...”

“Ich will die Wahrheit herauskriegen. Und ich will nicht, dass einer, der kaltblütig einen anderen getötet hat, ungestraft davon kommt ...”



Seit einem Jahr hat der kleine englische Zirkus “Barberini” einen neuen zweiten Direktor, der als Conferencier tätig ist und ansonsten allgegenwärtig erscheint. Er hat ein lukratives Angebot aus Amerika abgelehnt, weil er unter allen Umständen in diesem Zirkus arbeiten wollte.
Niemand weiß, woher Carl Flemming kommt und was er vorhat, enthüllt sich erst allmählich...

Der ungemein selbstsicher und dominant auftretende Flemming unterhält zu den Zirkusleuten ein zwar kollegiales, aber doch distanziertes Verhältnis, selbst wenn er einmal mit der attraktiven Artistin Gina flirtet.
Im Grunde ist Carl Flemming ein Einzelgänger, der nur seine eigenen Interessen verfolgt.

Einzig zu Natascha, der ebenso schönen wie sanften Nichte des Raubtierdompteurs Gregor, unterhält Carl Flemming ein engeres Verhältnis, das jedoch einige Rätsel aufgibt.

Gregor hält sein angeblich durch Narben, die er sich bei einem Löwenangriff zuzog, entstelltes Gesicht hinter einer Maske verborgen. Sein Bruder Boris, Nataschas Vater und ebenfalls ein Dompteur, hat vor zwei Jahren in Südafrika einen Mann getötet und wurde dafür zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Nach drei Monaten floh er aus dem Gefängnis und ist seitdem scheinbar spurlos verschwunden.

Natascha wird von Gregor jeglicher Kontakt zu Carl Flemming untersagt. Bei den stets mit haßerfüllter Intensität zwischen den beiden Männern geführten Streitgesprächen, darf die junge Frau nicht zugegen sein.

Carl Flemming sucht jedoch immer wieder Nataschas Nähe, doch scheint ihn dazu nicht nur die Liebe zu bewegen.
So durchsucht er zum Beispiel in ihrem Wohnwagen einige Papiere und stellt ihr immer wieder hartnäckig Fragen zu ihrem Vater Boris sowie zu ihrem Onkel Gregor. Dabei springt er alles andere als sanft mit ihr um.

Mit haßerfülltem Blick und verkniffenem Mund schildert Carl Flemming gegenüber Gregor nunmehr offen seine Beweggründe. Sein Vater ist der Mann, der von Boris in Südafrika im Streit getötet wurde. Carl ist besessen von dem Gedanken, dass Boris seine Tochter Natascha aufsuchen wird und will unter allen Umständen auf ihn warten, um mit ihm abzurechnen.

Während Carl Flemming von seinen Rachegedanken getrieben ist, ereignen sich im Zirkus “Barberini” mehrere Morde.
Um sein drittes Verbrechen zu verschleiern, steckt der Täter das Lagerhaus in Brand.
Im allgemeinen Aufruhr werden Carl Flemmings düstere Ahnungen Wirklichkeit. Er kann dem Dompteur die Maske vom Gesicht reißen und muß feststellen, dass Gregor in Wahrheit Boris ist.
Doch dieser kann sich mit Natascha der Polizei durch die Flucht entziehen.

In einer düsteren Waldhöhle stellt Carl Flemming Boris, der ihn mit einer Waffe bedroht, zur Rede. Fast außer sich vor Haß verlangt Flemming Rechenschaft über den Mord an seinem Vater.
Boris erzählt, dass Flemmings Vater ein grausamer Mann gewesen sei, der seine Tiere quälte, weil er Angst vor ihnen hatte. Zuerst weist Carl dies heftig von sich, doch dann hört er Boris aufmerksam zu. Boris hat zwar im Streit Carls Vater erschlagen, aber das mache ihn nicht zu einem Mörder.
Zweifel und aufgestauter Hass kämpfen in Carl Flemming, dann jedoch ermöglicht er Boris die Flucht vor der Polizei. Natascha birgt zärtlich ihr Gesicht an Carls Mantelkragen und dankt ihm.
Doch Boris wird auf seiner Flucht das letzte Opfer des Mörders.

Durch Carl Flemmings entscheidene Mithilfe kann der Mörder schließlich unschädlich gemacht werden.

Nunmehr sind die Dämonen der Vergangenheit und mit ihnen alle Anspannung und aller Hass aus Carl Flemming gewichen. Erleichtert aufatmend tritt er aus der Düsterkeit hinaus in das Licht des Tages und raucht zur Entspannung eine Zigarette.
Dann geht er langsam aber entschlossen auf Natascha zu, spricht zu ihr und geht - den Arm um ihre Schultern gelegt - gemeinsam mit ihr einer besseren Zukunft entgegen.

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