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Dieses Thema hat 140 Antworten
und wurde 10.376 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
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Ray Offline



Beiträge: 1.933

18.04.2019 00:19
#136 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Seit ich die Kinowelt-DVD besitze nehme ich mir vor, endlich mal die Farb-Version zu sichten, irgendwie wird es dann doch immer wieder die deutsche Fassung. Vielleicht klappt es durch die Blu-Ray-VÖ von Filmjuwelen demnächst.

Der Überfall auf der Tower-Bridge setzt sogleich eine echte Duftmarke, wenngleich dieser zumindest in der deutschen Fassung durch unpassende Nachsynchronisation getrübt wird. Das Zirkus- und Artistenmilieu finde ich in Krimis stets reizvoll, gerade bei Wallace war es zum Produktionszeitpunkt obendrein noch völlig unverbraucht. Die Figurenkonstellation offenbart zudem sofort manch reizvollen Konflikt. Dennoch wirkt das Ganze von der actionbetonten Einführung und der hochwertigen Besetzung abgesehen eher wie ein (britischer) TV-Krimi. Die Inszenierung bleibt weitgehend farblos, sowohl mit Blick auf die Morde als auch übrige Spannungssequenzen. Einmalmehr geht einer Co-Produktion das "typische" Wallace-Gefühl ab.

Echte darstellerische Highlights sucht man überdies vergebens. Leo Genn liefert eine interessante Spielart eines Ermittlers ab, Heinz Drache schlägt sich im internationalen Cast mehr als achtbar. Die Damen wurden sehr sorgsam gecastet, insbesondere Kendall hätte man etwa in "Banne" wieder besetzen können. Klaus Kinskis Figur sieht man leider in jedem Moment an, dass sie sich nur in der Story findet, damit Kinski dabei ist. Das Gleiche würde man über Arent sagen, würde dieser nicht vermeintlich überraschend als Täter entlarvt. Nach seiner ersten Entlarvung im "uMönch" dürfte der Überraschungseffekt ein gutes Stück verpufft sein - oder rechnete man damit, das Publikum würde davon ausgehen, er würde nicht im zweiten Film hintereinander den Mörder spielen? Arents Slapstickeinlagen markieren im Übrigen den gescheiterten Versuch, dem eher trockenen Krimi eine Prise Humor zu verleihen. Christopher Lee weite Teile hinter einer Maske zu verstecken, war gewiss nicht die beste Idee der Verantwortlichen.

Summa summarum solide Krimikost, die zumidest in der deutschen Fassung aber im Mittelfeld versinkt. 3 von 5 Punkten.

Peter Ross Offline



Beiträge: 2.000

19.04.2019 07:58
#137 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Mir gefällt ehrlich gesagt auch die Farbversion am besten. Ich habe aus der Farbversion jedoch selber eine deutsche Farbversion mit deutschem Ton gebaut. Die Filmmusik habe ich allerdings von der britischen Version gewählt. Das habe ich mir dann wieder auf DVD gebrannt.

Wer die britische Filmversion nicht kennt und die Titelmusik hören möchte, diese befindet sich hier: https://www.youtube.com/watch?v=T-5qufx64fk

Wallacefreund Offline




Beiträge: 241

21.04.2019 00:03
#138 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Ein solider Film, der durch das Zirkusemilleu mal etwas ganz anderes ist. Der Film ist handwerklich gut gemacht, die Schauspieler agieren auch ordentlich. Die Morde hätte man spektakulärer darstellen können. Kein Streifen der herausragt aber solide Krimi kost.

Fazit:3 von 5 Punkten.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 645

23.04.2019 10:35
#139 RE: Wallace der Woche (23): Das Rätsel des silbernen Dreieck (1965/66) Zitat · Antworten

Das silberne Dreieck ist im Original eine Kurzgeschichtensammlung über die Abenteuer der Drei Gerechten nach dem (ersten) Weltkrieg, als sie der Selbstjustiz abgeschworen hatten und als Privatdetektive arbeiteten. Ihre Methoden, dem Recht und ihren Klienten zum Sieg zu verhelfen, sind trotzdem nicht immer legal, und so ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis einer der Dreien „rückfällig“ wird…
Doch der Film hat ja mit dieser Handlung rein gar nichts zu tun. Ein raffiniert eingefädelter Coup zur Erbeutung von mehreren Millionen Pfund (ob zwei oder drei, da ist man sich offenbar nicht ganz einig) steht am Beginn, worauf sich die Handlung bald in das Winterquartier eines Zirkus‘ verlagert, wo der geheimnisvolle Drahtzieher sitzen muss und ihm unliebsame Mitmenschen mit Wurfmessern beseitigt.
Neben englischen Darstellern tauchen auch einige vertraute Gesichter im Ensemble auf. Tatsächlich ist die Handlung teilweise „realistischer“, weil doch auch einiges an ernsthafter Ermittlungsarbeit der Polizei gezeigt wird, gleichzeitig tauchen aber auch einige phantastische Elemente auf, wie der Löwenbändiger mit der Maske und der Wurfmesser-Killer. Das schafft schon ein wenig klassisches Wallace-Feeling. Allerdings kenn ich den Film nur in Schwarzweiß, wie die Wirkung in Farbe ist, kann ich nicht sagen.
Ich hatte es schon bei „Unheimlichen Mönch“ geschrieben, dass sich die Macher des Dreieck-Films offensichtlich ein wenig von dessen Buchvorlage beeinflussen ließen. Somit ist es wohl doch auch ein tatsächlicher „Wallace“.

Der Darsteller des Inspektors, Leo Glenn, kommt sehr sympathisch rüber, auch die britischen Schauspieler für den eleganten Zirkusdirektor, die mannstolle Blondine, den eifersüchtigen Messerwerfer und den ränkevollen Zwerg sind glaubhaft ausgesucht. Christopher Lees Rolle hat den unsinnigen Patzer, dass sein Gesicht zum großen Teil verhüllt ist, ansonsten passt er auch gut dahin. Heinz Drache als Ansager im Zirkus ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Eddie Arent dagegen passt als unterwürfiger kauziger Buchhalter gut an seinen Platz, leider musste er ja bei der Besprechung seiner schauspielerischen Qualitäten einige Prügel einstecken. Da hat es Klaus Kinski irgendwie leichter, wer muss nur immer irgendwie finster und mit irrem Blick in die Welt gucken und ab und an ein paar Wutanfälle kriegen, um als toller Schauspieler gefeiert zu werden… Aber hier kann man Eddie wenigstens auch mal richtig böse sehen, als er als Mörder entlarvt wird.

Ist die Handlung stimmiger als in den anderen Wallace-Verfilmungen ? Nicht wirklich.
„Der Boss“ hat eigentlich zu großes Glück, dass der einzige seiner Komplizen, der telefonisch mitbekommen hat, wohin Mason das Geld gebracht hat, dann bei der Verfolgung durch die Polizei umkommt. Warum wird es immer als großes Pech für den mysteriösen Mann im Hintergrund angesehen, dass Mason seinen Kollegen erschoss – was an der folgenden Handlung wäre groß anders verlaufen ?
Heinz Drache alias Carl Fleming verplempert monomanisch Jahre damit, den vermeintlichen Mörder seines Vaters zu finden, und als er ihn gestellt hat, lässt er sich eins zwei drei überzeugen, dass alles ganz anders war? Vielleicht ist sein Urteil ja auch ein wenig getrübt, weil er an die schöne Tochter seines Kontrahenten denkt ? Immerhin findet er ja dann irgendwie auch fix die Wurfmesser mit dem silbernen Dreieck am Heft, man fragt sich, warum das nicht die Polizei fertig gebracht hat, die doch auch den „gesamten Zirkus“ auf der Suche nach dem gestohlenen Geld umgekrempelt hat. Wo der der Täter sich für die Messer ein so „raffiniertes“ Versteck ausgedacht hat – im Spiegelschränkchen seines eigenen Wohnwagens.
Der Täter ist wahrlich ein Mysterium. Wie kann er, als alberner Gehilfe eines Zirkusdirektors, anonym eine Bande von schweren Jungs zusammentrommeln und einen solchen Banküberfall planen ? Da muss er doch schon eine kriminelle Vergangenheit gehabt haben, auch wenn man bedenkt, wie leicht ihm das Töten und Verstümmeln von Menschen fällt. Das lässt sich schwer mit Eddie vereinbaren, genauso wie seine Liebhaber-Rolle. Seine dunkle Seite, die die blonde Schönheit wohl anziehend fand, hat er doch eigentlich ganz geheim gehalten. Wie hat er es außerdem geschafft, vor der Polizei den gesuchten Löwenbändiger aufzustöbern und zu eliminieren ? Überhaupt ist der Raubtierdompteur mit dem vorgeblich gräßlich zerfleischten Gesicht, das angeblich so viele gesehen haben wollen, auch so ein Klischee aus der Mottenkiste. Ja, mit all zuviel Logik ist es auch hier nicht weit her. Wie kann man mit einem Messerwurf eine Hängeleiter mit zwei Tragseilen durchschneiden, wo der flüchtende Täter kletterte ? War das nicht schon fast Mord ? Und wie der Mörder die Messer wirft, so locker aus dem Handgelenk, da kann er doch auf die Entfernungen nie so genau treffen und die Messer so tief in die Körper eindringen lassen. Usw. usw….

Trotz alledem, der Film gefällt mir persönlich besser als manche der letzten Schwarzweiss-Filme, von den bunten Nachfolgern ganz zu schweigen. Ist ein routinierter Krimi mit leicht bizarren Motiven.

Persönliche Wertung: 3 von 5 Punkten

Count Villain Offline




Beiträge: 4.616

23.04.2019 13:03
#140 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #139
Immerhin findet er ja dann irgendwie auch fix die Wurfmesser mit dem silbernen Dreieck am Heft, man fragt sich, warum das nicht die Polizei fertig gebracht hat, die doch auch den „gesamten Zirkus“ auf der Suche nach dem gestohlenen Geld umgekrempelt hat.


Das ist der Synchronisation geschuldet. Im Original ist es die Polizei. Aber der deutsche Verleih wollte wohl Drache als "Held" haben.

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #139
Wie hat er es außerdem geschafft, vor der Polizei den gesuchten Löwenbändiger aufzustöbern und zu eliminieren ?


Drache ist auf der Wache als dort das Gespräch auf die Wälder kommt. Diese Info gibt er draußen an den wartenden Direktor und Eddie weiter. Die haben also schon ein wenig Vorsprung vor der Polizei.

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #139
War das nicht schon fast Mord ?


Mit Sicherheit. Da spielte bestimmt auch Rache für Gina mit hinein. Aber wenn böse Menschen dadurch getötet werden, ist das bei Wallace ja legitimiert (siehe Hexer oder Roman-Bogenschütze).

Count Villain Offline




Beiträge: 4.616

05.12.2020 20:24
#141 RE: Bewertet: "Das Rätsel des silbernen Dreieck" (1965/6, Außer der Reihe) Zitat · Antworten

Der schurkische Nachschuss: Als englischer Gangster-Krimi ein Fremdkörper in der deutschen Wallace-Märchenwelt, überzeugt vor allem die originale Farbfassung auf beinahe ganzer Ebene. 4 von 5 Punkten.

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