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Dieses Thema hat 158 Antworten
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 Filmbewertungen
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greaves Offline




Beiträge: 437

18.11.2018 10:22
#151 RE: Wallace der Woche (01): Der Frosch mit der Maske (1959) Zitat · antworten

....Meine Bewertung zum Frosch mit der Maske ,die ich noch vergessen habe ist 4,5 von 5 Punkten

Wallacefreund Offline




Beiträge: 190

18.11.2018 19:23
#152 RE: Wallace der Woche (01): Der Frosch mit der Maske (1959) Zitat · antworten

Meine Bewertung hatte ich noch vergessen.
5 von 5 für den Frosch!

Gubanov Offline




Beiträge: 15.635

18.11.2018 22:18
#153 RE: Wallace der Woche (01): Der Frosch mit der Maske (1959) Zitat · antworten

So, endlich will ich hier auch noch ein paar Rückmeldungen hinterlassen:

@DanielL: Eine sehr erfrischende, andersartige Analyse mit Blick für Details! Bei einigen hatten wir beide die gleichen Gedanken, andere Dinge legst du zum ersten Mal in amüsanter Weise offen. Die Beschreibung der Fuchsberger-Rolle trifft den Nagel auf den Kopf – und wenn man es sich recht überlegt, ist das ein toller Part für Fuchsberger, denn er befreit ihn von den Zwängen eines offiziellen Yard-Mitarbeiters und macht ihn freier, sympathischer, direkter. Er muss sich nicht mit Sir Archibald absprechen und kann ganz seine „persönlichen Motive“ fürs Dingfestmachen des Frosches verfolgen. Seine Undercover-Rolle als Beleuchter in der Lolita-Bar ist ein gutes Indiz dafür. Es ist übrigens kurios, dass man Richard Gordon als Hobbydetektiv auftreten ließ: Im Roman arbeitet er für die Staatsanwaltschaft und ist damit ebenfalls ein „offizieller“ Vertreter von Recht und Ordnung.

Bitte behalte auch deine Punkte „Das war gut / schlecht“ und „Momente“ für kommende Reviews bei!

@brutus: Coole Berechnung mit den Beuten der Froschbande! Es sind zwar viele Unbekannte in der Gleichung, aber sind wir hier im Forum nicht alle für ein bisschen Statistik zu haben? Generell muss ich sagen, dass mir „nur“ 127 Einbrüche über zwei Jahre verteilt bei einer so großen Organisation recht wenig vorkommen – der Frosch hält seine Handlanger wohl dazu an, sich nur die Rosinen herauszupicken. Klasse statt Masse – die Abendkasse eines East-End-Pubs wäre wohl eher weniger interessant.

@Count Villain: Ich muss deine Beobachtung absolut unterstreichen: Die Nicht-Formelhaftigkeit des „Frosches“ und auch des „roten Kreises“ ist sehr erfrischend und tut den Filmen ungemein gut. Obwohl schon ganz viele Sachen da sind, die später obligat werden, werden sie nicht aus Selbstzweck eingesetzt, sodass diese Filme einen sehr hochwertigen und individuellen Eindruck machen. Ich bin gespannt, wann sich bei chronologischer Sichtung die spürbare Routine einschleichen wird.

Bezüglich deiner Korrektur, was denn nun wirklich der Fallstrick des Frosches war: Hätte der Schurke nicht so sehr nach Ella gegiert, hätte sich der Film in eine völlig andere Richtung entwickelt, sodass es pure Spekulation ist, ob er dann auch von Inspektor Elk dingfest gemacht worden wäre. Richard Gordons Interesse an der Lösung des Falls steigt ja immerhin gerade mit Ellas Involvierung signifikant an. Da die Polizei hier nicht in besonders positivem Licht dargestellt wird, darf zumindest ein so rasches Ende des Frosches bezweifelt werden, wenn dieser einen kühlen Kopf bewahrt hätte. Das Mörtelstaubkörnchen im Mundwinkel des Toten dagegen taugt in meinen Augen höchstens als konstruiertes Indiz und ist doch eine Spur zu profan, um einen dramatischen Film darauf aufzubauen.

@Dr. Oberzohn: Du lieferst eine gute Auflistung der Schlüpfrigkeiten, die sich der Film erlaubt. Mir ist auch aufgefallen, dass man da ziemlich weit gegangen ist, zumal „Nachts im Nebel an der Themse“ auch von den Lyrics her einigen Mut unter Beweis stellt. Trotzdem gelingt es Reinl, den Film nicht in den Kolportagebereich abgleiten zu lassen, wofür wir ihm in Anbetracht der Tatsache, dass dieses Subgenre zum damaligen Zeitpunkt gerade ziemlich angesagt war und auch von der Rialto bedient wurde („Für zwei Groschen Zärtlichkeit“), ziemlich dankbar sein sollten. Hätte er dem Zeittrend weiter nachgegeben, wäre die weitere Entwicklung der Wallace-Reihe wohl anders verlaufen. Aber man wollte offenbar eine hochwertige Reihe anstoßen, die trotz zwielichtigen Flairs über Schmuddelfilmniveau erhaben war.

@Archibald Finch: Dass Ella nicht unter Bewachtung steht, ist auch für mich die größte Logikschwäche des Films. Ich denke aber, man muss dem Film daraus keinen Strick drehen. Es ist ja gewissermaßen kein „unmöglicher Fehler“, sondern bloß eine Fehlstelle, die sich auch aus einer Straffung des Drehbuchs ergeben haben könnte. Andere Wallace-Filme wie z.B. „Die Bande des Schreckens“ verdeutlichen, dass man Zeugen auch unter Bewachung relativ leicht entführen kann.

@Dr. Oberzohn und @Ray: Euren Kritikpunkten möchte ich widersprechen. Weder die Konfrontation zwischen Vater und Sohn in der Lolita-Bar inklusive Reaktion der Zuschauer noch das Finale im Unterschlupf des Frosches erschienen mir der Gesamtwirkung des Films abträglich. Klar sind das überhöhte Momente, aber gerade das macht den Film so gut – die Verdichtung, die Reinl hier erzielt, indem er geschickt Spotlights setzt, bei denen verschiedene Handlungsstränge aufeinandertreffen und den Charakteren das Herz in die Hose rutscht. Die zwei genannten Momente sind so komprimiert und – ja, richtig – „inszeniert“, dass sie eine geradezu erschlagende Wirkung haben – und das trifft außerdem auf die Szene in der Henkerszelle zu. Drei solcher Höhepunkte in einem Film, das ist schon ganz große Kunst.



Noch abschließend: Umbesetzungsdiskussionen halte ich bei diesem Film für höchstens vom persönlichen Geschmack gerechtfertigt; insgesamt sind die Darstellerleistungen so on point, dass es keine Notwendigkeit gibt, irgendjemanden auszutauschen. Auch Karin Dor statt Eva Anthes hätte es nicht bedurft; Fuchsberger und Dor hätten als Gespann noch ganz andere Wallace-Filme retten können; hier sind Fuchsberger und Anthes (wie von Count Villain mit einer Ader fürs Romantische analysiert) schon sehr treffend als „unschuldig Liebende“. Wenn überhaupt Umbesetzung, dann ist für meine Begriffe höchstens Lowitz oder einer der kleineren Nebendarsteller, z.B. Erwin Strahl oder auch Ernst Fritz Fürbringer, umbesetzbar. Aber auch hierfür besteht kein wirklicher Grund.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.013

19.11.2018 09:28
#154 RE: Wallace der Woche (01): Der Frosch mit der Maske (1959) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #52
Bezüglich deiner Korrektur, was denn nun wirklich der Fallstrick des Frosches war: Hätte der Schurke nicht so sehr nach Ella gegiert, hätte sich der Film in eine völlig andere Richtung entwickelt, sodass es pure Spekulation ist, ob er dann auch von Inspektor Elk dingfest gemacht worden wäre. Richard Gordons Interesse an der Lösung des Falls steigt ja immerhin gerade mit Ellas Involvierung signifikant an. Da die Polizei hier nicht in besonders positivem Licht dargestellt wird, darf zumindest ein so rasches Ende des Frosches bezweifelt werden, wenn dieser einen kühlen Kopf bewahrt hätte. Das Mörtelstaubkörnchen im Mundwinkel des Toten dagegen taugt in meinen Augen höchstens als konstruiertes Indiz und ist doch eine Spur zu profan, um einen dramatischen Film darauf aufzubauen.


Dramaturgisch ist tatsächlich alles wunderbar. Diese Beobachtung ist auch mehr so etwas wie ein interessantes Detail am Rande. Und auch dass trotz der Fokussierung auf Fuchsbergers Heldenfigur (wobei, der Frosch ist und bleibt natürlich ein Ensemblefilm) letztendlich das entscheidende Detail dann doch von der "glücklosen" Polizei kommt. Elk zeigt sich da auf sehr hintergründige Weise als aufmerksam (entdecken des Staubs) und vorrausschauend (Kopie der Analyse im Tresor). Und Siegfried Lowitz bringt diese "versteckte" Gewitztheit auch sehr gut herüber.

Archibald Finch Offline




Beiträge: 21

20.11.2018 08:29
#155 RE: Wallace der Woche (01): Der Frosch mit der Maske (1959) Zitat · antworten

Würde hier gerne noch meine Bewertung zum Frosch mit der Maske da lassen.
Gebe 4,5 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.635

24.11.2018 22:03
#156 RE: Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1959, 1) Zitat · antworten

Ich habe die Wallace-der-Woche-Beiträge zum "Frosch" nun in den Filmbewertungsthread integriert.

Stephan Offline



Beiträge: 92

13.12.2018 18:58
#157 RE: Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1959, 1) Zitat · antworten

Ein kleiner Wertungsüberblick aus der Literatur:

Gong-Lexikon Filme im Fernsehen (Bewertungsskala startet mit Flop, dann ab 1 Stern im 1/2-Stern-Rhythmus bis zu vier Sternen):
*1/2 (mäßig) "Mäßig spannende Bearbeitung eines Romans des engloschen Kriminalschriftstellers"

"Die Edgar-Wallace-Filme" (Florian Pauer):
"Dem Film ist eine schwer zu beschreibende Düsternis eigen, wine letnete Depressivität, die ihren Grund vielleicht in der Rolle des Henkers John Bennet hat(...)überdies werden abstoßende Brutalismen präsentiert, die für den Gesamteindruck der Serie eher untypisch waren und dem äathetischen Selbstverständnis der Rialto-Produktionen zuwider liefen."

"Hallo! Hier spricht EW" (Joachim Kramp:
"Regisseur Dr. Harald Reinl verstand es, gemeinssam mit Chefkameramann E.W. Kalinke, echte EW-Romanstmosphäre auf die Leinwand zu bringen. Auch die Schauspieler überzeugten..."

"Der Hexer, der Zinker..." (Christos Tses):
Anm. Hier finden sich zwar viele tolle Hintergrundinfos, aber kaum subjektive Wertungen abseits der durchweg positiven Pressezitate. Einzig:
"Rückblickend muss man anerkennen, dass Eddi Arent als Butler James einen Maßstab vorgab, an dem jeder weitere Scahuspieler in der Rolle eines Butlers gemessen wurde und kläglich scheiterte."

Tobias Hohmann (Der klassische Kriminalfilm 2: EW und BEW):
"Der Frosch bot Thrillerunterhaltung, die so ganz anders war als das, was das etwas betuliche deutsche Kino der damaligen Zeit sonst hervorbrachte, unterschied sich aber auch von der immer stärker werdenden internationalen Konkurrenz, so dass man wirklich etwas Neues und Frisches erschaffen hatte. Einen besseren Beginn hätte man sich kreativ und finanziell kaum wünschen können."


Mein Fazit fällt ähnlich aus wie es in den meisten Artikeln der Bücher anklingt. Der Frosch zieht in puncto Besetzung, Atmosphäre und auch Härte alles durch, was andere Krimis dieser Zeit nur andeuten oder halbherzig umsetzen. Das scheint mir der Grundstein des Erfolges und der Qualtität des Frosches zu sein.
4,5 von 5 Punkten

Stephan Offline



Beiträge: 92

13.12.2018 20:03
#158 RE: Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1959, 1) Zitat · antworten

Korrektur/Ergänzung zu Tses:
"Ein flotter Start! Alle Akteure in Topform. Nicht nur als Wallace-Einstiegsfilm, sondern auch qualitativ ein echter Kultfilm"

(Kommentar war etwas versteckt vor den Zeitungskritiken eingebettet...sorry)

Baal1985 Offline



Beiträge: 31

24.12.2018 04:49
#159 RE: Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1959, 1) Zitat · antworten

Ich habe mir den Film seit Jahren wieder einmal angesehen. Ich glaube bei meiner ersten Begegnung mit dem Frosch war ich zwölf Jahre alt.

Ich weiß noch, wie ich mich gegruselt habe, als die alte Lady in der Eröffnungsszene entsetzt sagt: "Der Frosch, der Frosch!"
Ich finde die Maske heute betrachtet sehr skurril aber nicht peinlich. Was das angeht, fallen mir in den späteren Werken ganz andere Sachen ein.

Zum Film:

Musik: Ein passender Soundtrack, der die Szenen immer passend untermalt. Die Melodien sind nicht ganz so exotisch oder prägnant wie z.B. im Zinker, aber die braucht der Film nicht. 5/5

Handlung: Die Geschichte ist klar formuliert, wir haben einen Verbrecher samt Organisation, der skrupellos Einbrüche begeht. Was mir besonders gut gefällt ist, dass die Handlung im Eiltempo voranschreitet. Es gibt keine Langatmigkeiten, wie z.B. im grünen Bogenschützen oder der Bande des Schreckens. Dazu sind noch viele gute Zutaten vorhanden, die man für einen guten, klassischen Wallace benötigt: Sogar zwei ehrgeizige Ermittler, ein hübsches junges Mädchen, einen dubiosen Nachtclub und viele Verdächtige, bei denen man nicht genau weiß welche Rolle sie in dieser Geschichte spielen.

Auf die Logikfehler in Sachen Ella Bennet oder Inspektor Genter wurde ja bereits eingegangen. Störend für die Geschichte sind sie meiner Meinung nach nicht.

Es gibt zwei Szenen, die ich nicht ganz verstehe.

Szene 1: Dieter Eppler stellt als vermeintlich Blinder Fritz Rasp. WAS WILL ER IN DIESER SITUATION VON IHM??? Will er Geld? Will er wissen, wie er den Frosch findet? Letzteres würde zumindest Sinn machen.
Szene 2: Dieter Eppler stellt im Finale den Frosch. Wie kommt er im Hauptquartier des Verbrechers so einfach an ihn heran?



4,5/5


Besetzung/schauspielerische Leistung:

Ein Punkt, der soweit ich das sehen kann bisher nicht erwähnt wurde, ist die wirklich gute Charakterzeichnung. Es fällt mir auch kein Film ein, der damit vergleichbar wäre. Dazu gibt es ein Ensemble, dass wirklich alles herausholt, was das Drehbuch hergibt.

Lowitz gibt wunderbar einen Inspektor, der sich immer wieder langsamer, ahnungsloser stellt, als er wirklich ist. Seine (vermeintliche) Schwerhörigkeit verdeutlicht das.
Das Duo Fuchsberger/Arent funktioniert auf Anhieb blendend. Das Verhalten von Johnson (Horstmann) finde ich mit und auch ohne Froschmaske absolut nachvollziehbar. Er will dieses Mädchen haben, aber sie sich zu nehmen traut er sich bis zum Ende nicht, weil er ja so verliebt ist.

Die Kritik an Eva Anthes finde ich reichlich überzogen. Sie zeigt, was die Rolle ist: Ein junges Mädchen, dass nicht viel vom Leben weiß und ihrer Umwelt meist hoffnungslos ausgeliefert ist.
Da bietet der Charakter ihres Bruders schon deutlich mehr Möglichkeiten. Egal ob mit Eva Pflug oder mit Karl Lange, Walter Wilz verkörpert absolut glaubhaft einen jungen Mann, der immer wieder feststellen muss, dass das was er vom Leben will ihm nicht gut tut und mindestens eine Nummer zu groß für ihn ist.

Ich könnte noch die vielen guten Nebendarsteller erwähnen, aber das würde den Rahmen sprengen.

Insgesamt 4,5/5 Punkten. Ein temporeicher, absolut gelungener Film mit kleinen Schönheitsfehlern.

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