Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 100 Antworten
und wurde 7.934 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
Wallacefreund Offline




Beiträge: 165

05.09.2016 23:32
#91 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

Zitat von Lord Low im Beitrag #90
Zitat von Wallacefreund im Beitrag #89

Was genau meinst du?



Die ganze Szene mit den beiden alten Schlossbesitzern. Die Szene ist schlecht geschrieben und die beiden Schauspieler haben auch null Talent.


Das sehe ich alerdings komplett anders,aber Geshmäcker sind ja verschieden

patrick Offline




Beiträge: 2.694

05.09.2016 23:37
#92 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

Mir gefällt die Anfangsszene ausserordentlich gut. Für mich hat auch kein Film der Reihe mehr den Frosch übertroffen, schon gar nicht der mittelmässige Hexer.

Wallacefreund Offline




Beiträge: 165

06.09.2016 00:07
#93 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

Zitat von patrick im Beitrag #92
Mir gefällt die Anfangsszene ausserordentlich gut. Für mich hat auch kein Film der Reihe mehr den Frosch übertroffen, schon gar nicht der mittelmässige Hexer.


Der Frosch ist mein persönlicher Lieblingswallace.Mir gefällt Die Anfangssequenz auch gut,das Quaken der Frösche,die Dunkelheit usw.Der Hexer ist mMn überbewertet.

Jan Offline




Beiträge: 1.182

06.09.2016 21:53
#94 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

An der Sequenz vor den Credits kann ich auch rein gar nichts Negatives ausmachen - im Gegenteil.

Im Zuge der neuerlichen Filmbesprechungen hier habe ich mir den Frosch allerdings auch die Tage mal wieder angesehen. Ein Punkt, der mir bis dato nicht derart prägnant aufgefallen war, ist, dass das Buch des Frosches durchaus einige drollige Logiklöcher aufweist, die sich vor allem rings um den Mord an Lew Brady bemerkbar machen und die sich vor allem auf die Zeitschiene auswirken: Schlauerweise montiert Richard Gordon seine Kamera in dem Nachtclub. Zur Auswertung kommt er nicht, weil er samt Butler James von den Fröschen geschnappt und interessanterweise einfach nur eingesperrt wird. Wie lange die beiden da eingesperrt sind, lässt sich nicht abschließend sagen. Dem Bartwuchs zufolge wohl einige Tage. In diesen Tagen nun wird Ray des Mordes überführt, verurteilt und zum Henker geführt. Ein bemerkenswert schnelles Verfahren, zumal Ray gar nicht geständig sein kann, er erinnert sich ja an nichts. "Sie haben es mir bewiesen", sagt er zu seinem Vater, gefragt nach seiner Schuld. "Bewiesen" kann in diesem Zusammenhang aber einzig bedeuten, dass Lolita ihn beschuldigte. Ella nun hat den gesamten Zeitraum über eine Kerze im Fenster stehen, die ihre Bereitschaft zeigen soll, dem Frosch zu folgen und die ihren Bruder eigentlich retten soll. Jedoch wird dieser trotz rechtzeitiger Kerze zum Henker geführt und nur durch die rechtzeitige Wiederkehr Gordons mitsamt Kamera gerettet. Das wirkt dann schon recht bemerkenswert ungelenk.

Dennoch hat der Frosch unglaublich viel Atmosphäre und gehört zu den wirklichen Spannungsbringern in der Serie. Ernst W. Kalinke schuf bemerkenswert tiefe Bilder. Ihm steht hier eine ausdrückliche Erwähnung zu. Die Szenen in der Mörtelfabrik oder im Büro Maitland bei dessen Tod sind famos fotografiert. Harald Reinl inszenierte seine sorgfältig ausgewählten Drehorte ohne jeden Durchhänger - hier war der Mann aus Tirol wirklich wieder in seinem Element. Die Sets waren in der Serie selten besser gewählt. Aber auch ansonsten ist das Tempo von Beginn an hoch und die Härte einiger Szenen ist für den Entstehungszeitpunkt durchaus bemerkenswert.

4,5 von 5 Punkten finde ich durchaus gerechtfertigt. Eine maue Hauptdarstellerin, die eher an einen mopsigen Teenager erinnert und mit ihrer Kollegin Renate Ewert aus dem gleichen Jahr nicht einmal in Ansätzen vergleichbar ist, sowie das wie erwähnt streckenweise ein wenig holprige Buch sind mir 0,5 Punkte Abzug wert - es sind Schönheitsfehler, kaum mehr.

Gruß
Jan

Count Villain Offline



Beiträge: 3.784

06.09.2016 22:21
#95 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

Zitat von Jan im Beitrag #94
"Sie haben es mir bewiesen", sagt er zu seinem Vater, gefragt nach seiner Schuld. "Bewiesen" kann in diesem Zusammenhang aber einzig bedeuten, dass Lolita ihn beschuldigte.


Oder Indizienbeweis: Fingerabdrücke an der Tatwaffe o. ä.

Lolita ist doch direkt nach dem Mord vom Frosch einkassiert worden, oder?

Ray Offline



Beiträge: 612

06.09.2016 22:25
#96 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

Zitat von Wallacefreund im Beitrag #87
Zitat von Ray im Beitrag #85
In den nächsten Wochen möchte ich gerne ein lange aufgeschobenes Vorhaben umsetzen: einmal alle Wallace-Kriminalfilme von 1959-1972 in chronologischer Reihenfolge ansehen! Ich erhoffe mir dabei neue Erkenntnisse in Detailfragen, z.B. über die einzelnen Phasen oder auch bezüglich meines Gesamtrankings. Ich mich auf die ein oder andere angeregte Diskussion.


Der Frosch mit der Maske (BRD/DK 1959)

[b] Trotzdem lässt der Film noch Luft nach oben und es sollten zahlreiche Filme folgen, die den "Frosch" noch toppen würden. Nichtsdestoweniger 4,5/5 Punkten.



Für mich persönlich gehört der Frosch zu den Top 3 Filmen der Reihe.Zahlreiche Filme toppen den Frosch?Ist ja auch alles Geschmackssache,aber mich würde mal interessieren,welche Filme dies deiner Meinung nach sind.Natürlich hat sich die Reihe noch weiterentwickelt und es kamen noch Schauspieler dazu,die für die Reihe noch sehr wichtig wurden(Kinski,Schürenberg usw.)



Nach meinen bisherigen Besprechungen (bis einschließlich "Der Fluch der gelben Schlange") sind das folgende:

-"Der rote Kreis"
-"Die Bande des Schreckens"
-"Die toten Augen von London"
-"Das Geheimnis der gelben Narzissen"
-"Der Fälscher von London"
-"Die Tür mit den sieben Schlössern"
-"Das Gasthaus an der Themse"

...und es werden noch "zahlreiche" folgen - welche es sind, wird nicht verraten.

Ray Offline



Beiträge: 612

06.09.2016 22:29
#97 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

Die Ungereimtheiten um die schnelle Verurteilung waren mir auch aufgefallen - da scheint der Untersuchungsrichter, der sonst nur die vorläufige Festnahme anordnet, gleich das Todesurteil gefällt zu haben, ohne Berufung oder Revision zuzulassen...

Jan Offline




Beiträge: 1.182

06.09.2016 23:22
#98 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #95
Zitat von Jan im Beitrag #94
"Sie haben es mir bewiesen", sagt er zu seinem Vater, gefragt nach seiner Schuld. "Bewiesen" kann in diesem Zusammenhang aber einzig bedeuten, dass Lolita ihn beschuldigte.


Oder Indizienbeweis: Fingerabdrücke an der Tatwaffe o. ä.

Lolita ist doch direkt nach dem Mord vom Frosch einkassiert worden, oder?

Wobei sie von ihm auch wieder zur falschen Zeugin hätte gemacht werden können. Umgelegt wird sie ja erst zum Schluss und auch irendwie gefühlt eher aus einer Laune des Frosches heraus. So oder so, hier stimmt das Timing der Geschichte nicht wirklich.

Gruß
Jan

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.380

01.11.2016 21:12
#99 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

"Eine Studie in Froschgrün"

300 Frösche werden es bald sein, die der geheimnisvolle Mann mit der Gasmaske um sich schart. Wer Mitglied der Bande wird, verschreibt sich der Organisation auf Leben und Tod. Verräter werden liquidiert, in Haft gekommene Männer aus ihrer Zelle befreit, um sie am Reden zu hindern. Solange sich der Boss damit begnügt, sich Geld und Schmuck anzueignen, laufen seine Unternehmungen nach Plan. Er wird jedoch seinem Leitspruch, dass Frauen und Kinder Fallstricke für einen Mann darstellen, untreu. Nun nimmt sein Untergang seinen Lauf und die Männer der alten Generation müssen weichen, um der Jugend ihren Platz in einem unbelasteten Leben einzuräumen....

".... die Herren"

Hart sind sie, die Väter. Wenig weiß man über sie. Strenge, Disziplin und Schweigen eint John Bennett, Ezra Maitland und Sir Archibald Morton. Sie erwarten von ihren Angehörigen bzw. Untergebenen Gehorsam und Ausführung ihrer Anweisungen und sehen teils fassungslos, teils schwer erzürnt, dass ihre Distanziertheit mangelnde Loyalität und Misstrauen zur Folge hat. Versteinerte Mienen, steife Haltung und die Angst, ihre Autorität zu verlieren, führen zur Ohnmacht gegenüber der Unberechenbarkeit ihrer Umwelt.

Mutig sind sie, die Söhne. Und sie begehren auf. Gegen Väter, Vorgesetzte und eine ungerechte Behandlung. Richard Gordon, Ray Bennett und Josua Broad gehen ihren eigenen Weg, wobei sie zwischen Hilflosigkeit und Naivität bzw. Tatkraft und Entschlossenheit schwanken. Während der behütete Sohn ahnungslos in die Falle geht, ist der selbständige Amerikaner keinen gesellschaftlichen Zwängen unterworfen. Der hartnäckige Schnüffler der Straße hingegen bedient sich seiner Verkleidung ebenso geschickt wie sein Hassobjekt "der Frosch".

".... die Damen"

Die holde Weiblichkeit ist spärlich vertreten; es gibt keine Mütter oder Großmütter, nichts, woran sich das verängstigte Subjekt halten kann. Lady Farnsworth ist nur an ihrer Nachtruhe und ihrem Schmuck interessiert, Ella Bennett und Lolita sind jung und ungebunden. Ihre Gefühle werden unterschiedlich in Anspruch genommen. Die Kindfrau Ella hängt an ihrem Bruder und ist im Begriff, sich von den familiären Bindungen für ein Leben mit ihrem künftigen Ehemann freizumachen. Lolita ist allein, ihre Emotionen sind berechnend und fremdgesteuert.

".... und Verbrecher aller Couleur"

Unnahbar wirkt der Frosch, kalt und unheimlich. Anbiedernd und unterwürfig sein Alltagsgesicht. Die Überlegenheit und Macht über ein Heer von Bereitwilligen gibt ihm die Sicherheit, die er in seiner bürgerlichen Maske entbehrt. Dennoch hat er nicht die absolute Kontrolle über seine Leute, denn mit jedem neuen Mitglied kommen neue Risiken dazu. Das Hemd ist den meisten näher als die Hose, wenn sie in die Mühlen des Polizeiapparats geraten. Und ins Straucheln gerät der Frosch durch eigene falsche Sentimentalität.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.541

01.11.2016 21:30
#100 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

Eine sehr spannende Analyse der Handlungsträger im "Frosch" und dem Titel einer sherlockianischen Studie mehr als angemessen! Die Gruppierung der Charaktere zeigt neue Blickwinkel und ungeahnte Parallelen zwischen den divers ausgestalteten Figuren auf. Man könnte also formulieren: der "Frosch" als Rebellion der jungen Generation in eigener, nur nicht allzu eigensinniger Sache.

DanielL Offline




Beiträge: 3.697

26.02.2017 21:24
#101 RE: RE:Bewertet: "Der Frosch mit der Maske" (1) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #85
Was die Figur des Frosches angeht, so hat Oliver Kalkofe in der Dokumentation "German Grusel" wunderbar ausgeführt, dass man, wenn man sich als Verbrecher ein Symbol aus dem Tierreich aussuchte, um die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, nicht unbedingt einen Frosch wählen würde. Die Verkleidung des Frosches und die Frosch-Symbole auf den Unterarmen deuten bereits an, welch bizarre Formen die Wallace-Welt mitunter annimmt. Doch genau diese machen die Filme letztlich auch heute noch so liebenswert.



Obwohl sich das beim "Frosch mit der Maske" durchaus noch sehr gut nachvollziehen lässt und von Edgar Wallace auch gut im Roman hergeleitet wird. Dort nämlich unternimmt der Frosch mehrere Giftgasanschläge. Im Film sind davon noch die Ermordung von Genter und Maitland übrig geblieben. Dafür trägt er eine Giftgasmaske aus Gummi mit zwei großen Glimmerglaseinsätzen, was natürlich schon entfernt an einen Frosch erinnert. Das hat man ja auch im Film entsprechend interpretiert und umgesetzt, wobei hier die Begründung für die Maskerade eben nicht mehr weiter erwähnt wird.

Gruß,
Daniel

Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen