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Dieses Thema hat 279 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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xwollsock Offline



Beiträge: 29

19.11.2020 00:44
#271 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Das Kriminalmuseum, Folge 32: Die Zündschnur

Ein echtes Highlight der Serie mit frischem Wind, kann mich Gubanovs und Rays Bewertung nur anschließen (226 und 227). Die kleinen Macken (unrealistische Explosion beim ersten Anschlag auf Sabine Farian, bizarrer Ehrencodex der Nordafrikaner, die das Attentat auf den Waffenhändler (Reinhard Glemnitz!) verübt haben, Loose Ends hinsichtlich dieses Attentats und hinsichtlich der skrupellosen Berichterstattung durch die Presse) trüben den Gesamteindruck kaum. Ob Werner Pochath schon damals als Kinsky-Verschnitt galt, kann ich nicht beurteilen, aber aufgrund seiner späteren Auftritte im Kommissar war er mir gleich verdächtig. Die Tanz-Szenen in der Laterne nehmen auch manch ähnliche in Kommissar-Folgen vorweg, nur die Musik ist schrecklich (wer spielt da?). Im Kriminalmuseum fällt mir als Vorläufer dafür höchstens eine Szene aus "Das Amulett" mit "Keep On Running" Cover ein. Schade, dass Paul Dahlke hier letztmals als Hauptkommissar Westermann auftritt.

Seit ich in Kindertagen gelegentlich "Die Unverbesserlichen" sehen durfte bin ich hinsichtlich Monika Peitsch nicht ganz unvoreingenommen ;-) Als 22-jährige schon fast ein Jahr in Nordafrika verbracht zu haben erscheint ein bisschen weit hergeholt, erklärt aber auch, warum Sabine Fabian selbstbewußter und reifer wirkt als ihr idiotischer Verlobter (Monika Peitsch war zu diesem Zeitpunkt 31). Insofern gibt es objektiv 4,5 Zündschnüre, subjektiv aber 6.

xwollsock Offline



Beiträge: 29

20.11.2020 08:45
#272 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Das Kriminalmuseum Folge 33: Kaliber 9

In diesem Fall stimme ich eher Gubanov (Nr. 228) als Ray (Nr. 229) zu: eine eher enttäuschende Folge nach den letzten Highlights. Story, Umsetzung und Protagonisten haben mich nicht vom Hocker gerissen. Mit (knapp) 3 von 5 Patronen kann ich aber leben, denn es gab noch wesentlich schlechtere Folgen.

xwollsock Offline



Beiträge: 29

21.11.2020 01:56
#273 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Das Kriminalmuseum, Folge 34: Das Kabel

Frühere Rezensionen: Jack_the_Ripper (67), Percy Lister (88), Ray (230) und Gubanov (231). Bis auf Jack_the_Ripper wird diese Folge als eher mittelmäßig eingeschätzt, mit ermüdenden Längen und eher unsympatischen Figuren, bis auf das Mordopfer gleich zu Beginn. Günter Ungeheuer trat im Kriminalmuseum bisher zweimal als Kommissar auf, aus der Reihe "Der Kommissar" war er mir aber schon als Bösewicht bekannt; auf den Film "Vier Schlüssel" bin ich erst hier im Parallelforum aufmerksam geworden und habe ihn gesten bestellt (Danke für den Tipp). Sein Heinz Kornwaitl gerät daher schnell in Verdacht, der wahre Mörder zu sein; die Frage ist nur, ob und wie die Polizei ihn festnageln kann. Je öfter ich Günther Ungeheuer sehe, desto beindruckter bin ich von seiner schauspielerischen Leistung. Der Mangel an Sympathieträgern verhindert aber jedes emotionale Engagement meinerseits. [Ein ähnliches Problem hatte ich bei Stephen Frears' "The Grifters" und bei Paul Thomas Andersons "There Will Be Blood": hochgelobte Filme, die bei mir emotional aber nur einen üblen Nachgeschmack zurückließen.] Insofern scheinen mir 3 Kabel durchaus angemessen.

P.S. Bei meinen letzen letzten Bewertungen hatte ich nicht weit genug zuückgeblättert und frühe Besprechungen von Jack_the_Ripper bzw. Percy Lister übersehen, sorry!
Bei "Die Briefmarke", "Die Kamera" und "Die Zündschnur" scheint sich aber kein Widerspruch zu deren Bewertungen zu ergeben. Es wäre schön, wenn man die Beiträge den Folgen entsprechend sortieren könnte...

xwollsock Offline



Beiträge: 29

22.11.2020 01:42
#274 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Das Kriminalmuseum, Folge 35: Das Goldstück

Es existieren bereits sechs Besprechungen dieser Folge: von Jack_the_Ripper (66), Grabert (114), Percy Lister (115), Gubanov (232), Ray (233) und Jan (234). Die Straffung auf 60 Minuten erscheint auch mir vernünftig. Die Auflösung aufgrund registrierter Telefongespräche kommt für mich aus blauem Himmel, nichts hatte eine Ermittlungstätigkeit in dieser Hinsicht angedeutet. Ich kenne Walter Kohut nicht gut genug, um in seiner Figur den wahrscheinlichen Täter zu vermuten. Da aber keine Fährte zu ihm gelegt wurde, blieb er aufgrund negativer Auslese eigenltich als einzig möglicher Täter übrig, nachdem der Fahrer und die Hausangestellte sich durch heimliche Blicke und geflüsterte Bemerkungen auch verdächtig gemacht hatten. Das Grundprinzip ist aber inzwischen zu abgedroschen um noch mitfiebern zu können, alle gelegten Fährten sich schließlich falsch, Die Kriminalbeamten sind zwar überduchschnittlich, aber die, wie richtig erwähnt, bezaubernde Hannelore Elsner hat eine zu unbedeutende Rolle, als dass sie die Folge retten könnte.

Mit viel Wohlwollen 3/5 Goldmünzen.

xwollsock Offline



Beiträge: 29

23.11.2020 00:15
#275 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Das Kriminalmuseum, Folge 36: Die Reifenspur

Die positiven Bewertungen von Jach_the_Ripper (72), Percy Lister (94), Gubanov (325) und Ray (238) teile ich weitgehend. Eine unterhaltsame Folge, auch ohne expliziten Sympathierträger unter den handelnden Figuren. Berlin statt München ist eine willkommene Abwechselung, und die Ermittler sind wohltuend sachlich, die bekannte Stimme von Christian Rode gefällt, und Horst Tappert scheint die Rolle auf den Leib geschrieben. Zwei Dinge fand ich aber irritierend:

- Als der zweite Wagen auf das Haus von Frick zufährt, wird zwischen Anna Groth und dem herankommenden Wagen umgeschnitten. Von ca. 16:41 bis 16:43 erfolgt ein Schnitt zu einer Perspektive, die ich zunächst gar nicht verstand. Erst nach mehrmaligem Wiederholen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich um einen Blick nach rechts oben aus dem fahrenden Wagen handelt; man kann rechts ein Haus vorbeiziehen sehen. Danach blickt man Anna Groth über die Schulter auf den ankommenden Wagen. Was soll dieser Umschnitt?

- Nach Anna Groths Sturz quitschen die Reifen deutlich; ihr Schrei ertönt später, als sie dann überfahren wird. Frick muß eigentlich auch die Bremsen gehört haben, erwähnt das aber der Polizei gegenüber nicht, und wird auch nicht gefragt, ob er außer dem Schrei noch mehr gehört hat. Man befragt ihn nur zum Telefonat.

Trotzdem halte ich 4/5 Reifenspuren für angemessen.

xwollsock Offline



Beiträge: 29

24.11.2020 01:05
#276 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Das Kriminalmuseum, Folge 37: Die Postanweisung

Frühere Rezensionen: Jack_the_Ripper (77), Percy Lister (120), Gubanov (240) und Ray (241). Eine recht solide Folge mit sympathischen Ermittlern und einem diabolischen Studenten als Mörder, der sich offenbar allen anderen überlegen fühlt; dabei schilderte doch der Polizist aus Herne seine Reaktion auf die Nachricht vom Tod des Geldbriefträgers als normal: erst Erstaunen, dann Betroffenheit. Die schon von Gubanov bemerkte Tendenz, Studenten in ein schiefes Licht zu rücken, hinterläßt schon einen gewissen Nachgeschmack. Das intellektuelle "Duell" zwischen Kommissar Marquart und Jochen Benning am Schluß erinnert ein wenig an Columbo, wenn der sich allzu überlegen wähnende Täter doch seinen Fehler einsehen muß.

4/5 Postanweisungen halte ich zwar für großzügig, aber sei's drum.

xwollsock Offline



Beiträge: 29

24.11.2020 15:57
#277 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Das Kriminalmuseum, Folge 38: Der Bohrer

Frühere Besprechungen hier im Forum: Jack_the_Ripper (79), Grabert (130), Gubanov (242), Jan (244) und Ray (245); Percy Lister fehlt leider. Bis auf Grabert sind auch alle Bewertungen sehr positiv, und ich kann mich eigentlich nur Gubanov anschließen: diese dritte Regiearbeit von Erich Neureuther im Rahmen dieser Reihe gefällt mir von der Folgen in der 3. Box bisher am besten. Hamburg war als Schauplatz lange überfällig. Der smarte, aber letztlich in die Enge getriebene Einzeltäter Typ einsamer Wolf ist ein bekanntes, aber wirkungsvolles Motiv, da es den Zuschauer zur Identifikation mit dem Täter einlädt, mir geht es jedenfalls so. Die Beziehung zu der etwas farblosen Ruth Schilling scheint eher aus Bequemlichkeit zu bestehen; Stefanie Theiss ist da wesentlich interessanter, die hätte ich auch gern mal ausführlich fotografiert ;-) Aber letztendlich geht es Jochen Winter nur um sich, um seine Haut zu retten. Die Tragik, schließlich vom Freund (aus dessen Sicht) Brincken gestellt zu werden, ist nahezu unausweichlich, was dem Effekt aber keinen Abbruch tut.

Glatte 5 Handbohrer auch von mir!

xwollsock Offline



Beiträge: 29

25.11.2020 01:07
#278 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Zunächst noch eine Anmerkung zum Bohrer: dies scheint mir die erste Folge zu sein, in der während des Abspanns nicht abgeblendet wurde sondern noch relevante Handlung zu sehen ist, ein moderner Zug.

Das Kriminalmuseum, Fall 39: Der Scheck

Schon besprochen von Jack_the_Ripper (80), Percy Lister (121), Gubanov (243) und Ray (247), denen ich im Wesentlichen beipflichte. Nach Folge 34 "Das Kabel" mimt Günter Ungeheuer wieder einen eiskalt berechnenden Schurken, zunächst nur im Wirtschaftsbereich, nach einem kurzen Moment der Schwäche aber auch im realen Leben. Seine Präzision der Darstellung beeindruckt mich aufs Neue, vermutlich die Faszination des Bösen. Die Folge ist auch ganz auf ihn zugeschnitten, anderen Menschen scheinen für ihn nur Figuren auf seinem Schachbrett zu sein. Wie gut er sie manipulieren kann zeigt sich meines Erachtens auch an der Barfrau Anja. Nicht überwältigend attraktiv verfällt sie dem seltsamen Mann, der noch nicht einmal sexuell an ihr interessiert ist, soweit, dass sie sogar für ihn ein Auto leiht. Bechmers moralische Verkommenheit
steht der von Heinz Kornwaitl in "Das Kabel" eigentlich in nichts nach, trotzdem löst diese Folge bei mir nicht dieselbe deutliche Abwehrreaktion aus wie erstere, vermutlich weil hier die relevanten Nicht-Polizisten nicht a priori alle als Loser vorgestellt werden.

Etwas "comic relief", möglicherweise beabsichtigt, ereignet sich im Laufe der Anzeige von Friedrich Linke bei Kriminalinspektor Dietel als ersterer emotional herausplatzt "... das ignoriert mich jetzt nicht mehr im Mindesten" (14:54) und Dietel sich ein Schmunzeln kaum verkneifen kann.

Wie auch schon bei "Die Postkarte" und "Die Reifenspur" verblüfft auch wieder das US-Auto (Wasserbett auf Rädern), mit denen die (angeblich) wirschaftlich Erfolgreichen sich genötigt sehen zu protzen. Absurd, wie zu Anfang der Chauffeur Bechmers kleinen Koffer im riesigen Kofferraum des Wagens verstaut. Die heutigen Nobel-SUVs nehmen zumindest nicht ganz sowiel Platz weg, sind dafür aber höher...

Wie Percy Lister ganz richtig erwähnte, irritiert das Verbrennen der Papiere und Etiketten und die Entsorung des gravierten Feuerzeugs vor dem geplanten Suizid. Wollte Bechmer versuchen, seine Frau und/oder Geschäftspartner im Unklaren über sein Verschwinden zu lassen? Seltsam.

Insgesamt scheinen mir 4 Schecks angemessen.

xwollsock Offline



Beiträge: 29

25.11.2020 22:28
#279 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Das Kriminalmuseum, Fall 40: Komplizen

Besprochen von Bloefeld (9), Gubanov(246) und Ray (249). Was war das denn? Dortmund als Schauplatz und Reinhard Glemnitz als führender Ermittler lassen zunächst Hoffnung aufkommen. Die Action bei der Festnahme des Schmuggler ist auch nicht zu verachten. Aber dann entwickelt sich die (laut Bloefeld an konkrete Vorfälle angelehnte) Folge ziemlich rasch in ein "train wreck". Regisseur Becker inzeniert durchaus schwungvoll, aber was die Drehbuchautoren Becker wohl geraucht haben mögen entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Ich fand die kriminellen Figuren absolut unglaubwürdig; das konnte auch der Schauplatz Amsterdam nicht mehr retten. Große Enttäuschung, schade. Dass, wie Gubanov vermutet, die Folge wegen Qualitätsmängeln zwei Jahre beim ZDF im (Gift-)schrank lag kann ich mir gut vorstelen. Aber was hat denn (die) Verantwortliche(n) geritten, sie wieder hervorzuholen?

Von mir daher nur 2/5 Taschenuhren.

xwollsock Offline



Beiträge: 29

Gestern 02:17
#280 RE: Bewertet: „Das Kriminalmuseum“ / „Das Kriminalmuseum erzählt“ (1963-70) Zitat · Antworten

Das Kriminalmuseum, Folge 41: Wer Klingelt schon zur Fernsehzeit (eigentlich: Die Wäscheleine)

Besprochen von Jack_the_Ripper (84), Gubanon (248) und Ray (252). Die Umstände, warum die Folge nicht mehr unter dem Label "Das Kriminalmuseum" firmierte, wurden schon genannt. Dabei paßt sie eindeutig ins Konzept und trug wohl auch den Arbeitstitel "Die Wäscheleine". Es handelt sich um eine solide aber nicht außergewöhnliche Folge mit recht spannendem Beginn (Ich habe die "Vier Schlüssel" noch nicht gesehen, die DVD liegt aber schon bereit), wobei das Ermittler-Team deutlich stärker 'rüberkommt als die Verbrecher. Der Selbst-Referenz-Gag mit "Kaliber 9" ist natürlich nett.

Gutes Mittelfeld, 3,5/5 Wäscheleinen.

Uff, geschafft! Stahlnetz wird noch etwas warten müssen, gerade ist auch Staffel 5 von "Better Call Saul" eingetroffen, und ab Mitte Dezember geht's ja mit "The Expanse" weiter. Ich hoffe, Ihr übersteht den Teil-Lockdown und die vorweihnachtlichen Einschränkungen einigermaßen!

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