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 Film- und Fernsehklassiker national
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Percy Lister Offline



Beiträge: 3.380

29.08.2010 14:14
#31 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Nur Aufregungen für Rohn" (Folge 6)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Thomas Fritsch, Helmut Käutner, Gustl Halenke, Thomas Astan, Michael Ande u.a. - Regie: Wolfgang Becker

Harald Rohn ist Student. Er arbeitet gerade an seiner Diplomarbeit und unterbricht diese Tätigkeit, um mit seinem Nachbarn, dem Geldboten Paul Seibach Karten zu spielen. Er tut dies gern, erhält er doch dadurch Informationen über dessen Arbeit. Seit Wochen schon plant er, Seibach zu überfallen und sich die Tageseinnahmen eines Supermarkts anzueignen. Es klappt auch alles hervorragend - bis auf den Verdacht, den der alte Mann bereits kurz nach der Tat hegt. Dummerweise will er selbst mit Rohn sprechen, bevor er zur Polizei geht....

Die Vorbereitungen, die der Student Rohn trifft, werden ausführlich gezeigt. Ruhig und methodisch beobachtet er den Ablauf der Geldübergabe, kauft die Utensilien für den Überfall und plant sein Alibi. Die Beharrlichkeit seines Nachbarn, der relativ schnell dahinterkommt, dass er der Täter ist, ist ein Faktor, den er nicht einkalkuliert hat. Gnade, mildernde Umstände? Das gibt es für den rechtschaffenen Paul Seibach nicht. Lieber nimmt er seinen Tod in Kauf. Ein Mord, der sich bereits Minuten vorher abzeichnet und der den Studenten erst recht in Schwierigkeiten bringt. Der Abtransport der Leiche, die Entsorgung der Habseligkeiten des Opfers und die Aufgabe, ein Versteck für das geraubte Geld zu finden, lassen Rohn - und somit den Zuseher - keine Minute zur Ruhe kommen. Thomas Fritsch kann dabei auf die Sympathie des Publikums zählen, ohne sich anbiedern zu müssen. Derrick tritt relativ spät auf (nach einer gefühlten halben Stunde) und schafft es, das Ruder herumzureißen. Man wünscht sich, dass es ihm gelingt, genügend Beweise zusammenzutragen, um Rohn zu überführen. Dies gestaltet sich gar nicht so einfach, obwohl der Oberinspektor von Rohns Schuld überzeugt ist: "Ich weiß es und jetzt wird es ganz trostlos für Sie!"
In zwei Nebenrollen sieht man die ebenfalls "Kommissar"-erprobten Gustl Halenke (das einsame Herz aus dem "Moormörder") und Thomas Astan, der hier deutlich ruhiger wirkt und dem man seinen späteren Lebensweg (Ergreifung des Priesterberufs) durchaus abnimmt. Helmut Käutner hat wieder einmal eine prägende Rolle, der er seinen Stempel aufdrückt. Das Finale auf dem Münchner Hauptbahnhof ist so natürlich in Szene gesetzt worden, dass nicht einmal die vielen Zaungäste stören, die teils Statisten und teils echte Reisende zu sein scheinen.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.380

05.09.2010 13:52
#32 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Madeira" (Folge 7)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Curd Jürgens, Susanne Uhlen, Elfriede Kuzmany, Inge Birkmann, Werner Pochath u.a. - Regie: Theodor Grädler

Madeira - Insel im Atlantischen Ozean, westlich von Marokko. Schauplatz eines oder mehrerer Morde? Nein, der Titel ist ein wenig irreführend, wird das schöne München doch nie verlassen. Dafür bekommen wir den chinesischen Turm im Englischen Garten zu sehen und ein einsames Blockhaus im Wald.
Der Titel steht für die Sehnsucht, die der Mörder seinen Opfern verkauft; der Wunsch nach einem sorgenfreien Leben an einem paradiesischen Ort an der Seite eines Gleichgesinnten. Wer käme als Reisegefährte besser in Frage als ein weltgewandter Mann wie Curd Jürgens? Das liebevoll aufbearbeitete Buch "Unsere Filmlieblinge" (Verlag Bernhard Reiff, 2. Auflage 1956) weiß folgendes zu berichten: "Auf einem Ball im zaristischen Petersburg tanzte eine charmante Südfranzösin mit einem ernsten Hamburger Exportkaufmann. Die Gegensätze verbanden sich. Und das Kind dieser Verbindung ist - Curd Jürgens. Er kam sozusagen auf halbem Wege zwischen Hamburg und der Côte d'Azur, in München, auf die Welt."
In dieser "Derrick"-Folge zeigt er, wie gefährlich es für alleinstehende, wohlhabende Damen sein kann, noch einmal an das Glück zu glauben. Blitzschnell wechselt Paul Bubach (C. Jürgens) zwischen großzügigem Charme und eiskalter Berechnung. Während sich sein erstes Opfer nach einem Schluck Sekt im Lehnstuhl windet, plant Bubach bereits die Inbesitznahme der Habe der alleinstehenden Frau. Aufmerksame Nachbarn können der Polizei spärliche Hinweise über den geheimnisvollen Mann liefern. Offiziell sind die Frauen nur verschwunden. Allein Derrick glaubt an Mord. Er will den Täter in seinem Umfeld begegnen und setzt sich deshalb an den Nachmittagen in ein elegantes Tagescafé, in dem auch die verschwundenen Frauen verkehrten. Oberinspektor Derrick macht nicht nur Bekanntschaft mit Bubach, sondern auch mit dessen Nichte Kläre, die sehr an ihrem Onkel hängt und deshalb jede Veränderung und Abweichung im Verhalten Bubachs sofort wahrnimmt. Zunehmend hegt auch sie den Verdacht, dass ihr Onkel für das Verschwinden der Frauen verantwortlich sein könnte. Die Inszenierung des zweiten Mordes ist sehr gelungen. Der Zuseher bekommt das Blockhaus zwar nur aus der Ferne zu sehen, doch als die gleiche Musik ertönt, die auch schon den ersten Mord einleitete, weiß das Publikum, was sich in diesem Moment hinter der verschlossenen Tür abspielt.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.380

05.09.2010 20:26
#33 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Zeichen der Gewalt" (Folge 8)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Raimund Harmsdorf, Sybil Danning, Gaby Dohm, Jan Hendriks, Rudolf Schündler, Eric Pohlmann, Joachim Bissmeier, Fritz Strassner, Hilde Volk u.a. - Regie: Theodor Grädler

Zum ersten Mal innerhalb der "Derrick"-Reihe gibt es in dieser Episode Verfolgungsjagden und Schusswechsel. Ein Blick auf die Besetzungsliste genügt, um zu erkennen, dass wir es diesmal nicht mit distinguierten Mördern (C. Jürgens) oder seelisch angeknacksten Tätern (P. Kuiper), sondern mit ganz normalen Gangstern (Harmsdorf, Hendriks) zu tun haben. Da wird nicht lange geredet, sondern schnell zur Waffe gegriffen. Horst Tappert darf deshalb in bester "Hexer"-Manier über Dächer rennen, sich hinter Schornsteinen ducken und schießen. Viele Szenen spielen in einem Nachtlokal, wo zweimal die gleiche Vorstellung gezeigt wird. In positivem Kontrast stehen die Ereignisse rund um den Anwalt und seine Frau, allerdings erhält dieser Aspekt aufgrund der begrenzten Sendezeit weniger Spielraum. Aus der Situation, dass die Witwe die Stimme des Entführers erkannt hat und er dies weiß, hätte man mehr machen können. So bleibt es bei dem einen Anruf und dem anschließenden Bersten der Fensterscheiben. Harry übernimmt die Rolle des Beschützers, während Derrick sich an die Fersen des Ausbrechers haftet.
Fazit: Viel Action und eine Riege von bekannten Gesichtern - guter Durchschnitt.

Georg Offline




Beiträge: 2.754

05.09.2010 20:45
#34 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

"Madeira" und auch "Zeichen der Gewalt" zählen zu den besten Folgen der frühen Episoden, Vor allem "Zeichen" ist - im Vergleich zu dialoglastigen Episoden wie JOHANNA oder STIFTUNGSFEST sehr actionreich, was der Folge sehr gut tut.

SPOILER
"Madeira" ist ausgesprochen interessant, natürlich vor allem wegen Curd Jürgens, der hier so viel Einfluss genoss, dass er das Ende von Reinecker nicht akzeptierte (meines Wissens konnte sonst kein Schauspieler darauf Einfluss nehmen). Er bestand darauf, am Ende den Freitod zu wählen und nicht von Derrick in Handschellen abgeführt zu werden. Eine Episode, die man immer wieder gerne sieht. Die beste der frühen und für mich die beste aller Folgen überhaupt kommt ja dann erst mit "Der Mann aus Portofino".

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.380

12.09.2010 13:01
#35 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Paddenberg" (Folge 9)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Peter Pasetti, Anaid Iplicjian, Heinz Bennent, Edith Schultze-Westrum u.a. - Regie: Franz Peter Wirth

Heinz Bennent und Peter Pasetti. Zwei Männer der Gegensätze. Kaum jemand kann sich vorstellen, dass die beiden befreundet sein sollen. Deshalb ist dem Zuseher vom ersten Augenblick an klar, dass Pasetti von der plötzlichen Begegnung mit Bennent wenig begeistert sein wird. Gefahr liegt in der Luft.
Deshalb wundert es kaum, dass der Weg vom eleganten "Vier Jahreszeiten"-Hotel in den verschneiten Wald eine Sackgasse für Hofer (Bennent) wird. Doch glaubte Paddenberg (Pasetti), dass mit einem gezielten Schuss die Präsenz der Vergangenheit für immer zum Schweigen gebracht werden kann, so hat er nicht mit der Witwe (Iplicjian) gerechnet, mit der Hofer kurz vor seinem Tod noch telefoniert hat und der er freudestrahlend vom Wiedersehen mit dem alten Kriegskameraden berichtet hat.
Diese Folge streift die distinguierte Welt der Hochindustrie. Direktor Paddenberg bewegt sich in weitläufigen Räumen (Empfangshalle des Hotels, Café in der Innenstadt, elegante Stadtwohnung mit mehreren Etagen, geräumiges Privatbüro), während Irina Hofer in einer kleinen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus lebt, wo sie laufend spontanen Besuchen ihrer Schwiegermutter ausgesetzt ist ("Sie trägt nicht Schwarz! Sie hat den Teufel im Leib!").
Zunächst sieht es so aus, als male sich die Witwe des Künstlers, der Bauernschränke bemalte, ein neues Leben als reiche Frau aus. Sie fordert nachdrücklich Geld vom Mörder und gerät dabei in mehrere gefährliche Situationen. Derrick ahnt einige Zusammenhänge, doch es bleibt ihm nur die Möglichkeit, Irina Hofer zu observieren. Beweisen kann er vorläufig nichts. Der Konstrast zwischen dem bescheidenen Richard Hofer und dem berechnenden Geschäftsmann Oswald Paddenberg rückt ins Interesse des Ermittlers. Eigentlich stehen nur zwei Personen im Zentrum des Geschehens: Irina Hofer und Paddenberg. Obwohl sie sehr höflich miteinander umgehen, blitzt immer wieder Todesangst und Mordbereitschaft auf. Wieder einmal kulminiert die Situation in einem spannenden Finale, das Derrick allein ausfechten muss.
Fazit: Eine Episode, die vom kultivierten Spiel der drei Hauptpersonen lebt und dabei Spannung auf Intellektuellenhöhe bietet.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.380

12.09.2010 13:58
#36 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Hoffmanns Höllenfahrt" (Folge 10)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Klaus Löwitsch, Judy Winter, Pierre Franckh, Herbert Mensching, Ingrid Steeger u.a. - Regie: Theodor Grädler

Irgendwie erinnert diese Folge an "Stiftungsfest". Die Umstände des Mordes sind nahezu die gleichen, die Heimlichkeiten vor Familie und Polizei, die Verstrickungen des Mörders in Lügen und Ausreden bis zum bitteren Ende, könnten auf eine Variation des Themas schließen lassen.
Dennoch gibt es einige Unterschiede. Ingrid Steeger als blondes Dummchen ruft keine Minute Mitleid hervor, während die Verzweiflung von Klaus Löwitsch bis zu einem gewissen Grad nachvollzogen werden kann. Die Nervosität des Täters, die Feinfühligkeit seiner Familie und die Aussagen eines Zeugen führen zum endgültigen Einsturz des Lügengebäudes. Die Frage, inwiefern der Müllabladeplatz-Arbeiter einen Verdacht hegt oder von Hoffmann beseitigt werden könnte, wird nach zwei spannenden Szenen leider nicht mehr beantwortet, was in der Begrenztheit des Zeitrahmens begründet liegt.
Derrick muss diesmal Geschick und Wendigkeit beweisen, um am Ende heil aus einer prekären Situation herauszukommen. Es fällt auf, dass immer er für die Actioneinsätze zuständig ist und nicht Harry Klein, wie man eigentlich annehmen könnte.

Percy Lister Offline



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19.09.2010 14:37
#37 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Pfandhaus" (Folge 11)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Max Mairich, Klaus Maria Brandauer, Doris Kunstmann, Jane Tilden u.a. - Regie: Dietrich Haugk

Die Episoden 11 und 12 bieten ein Wiedersehen mit zwei alten Bekannten aus "Tim Frazer: Der Fall Salinger", der mittlerweile zu meinem liebsten Durbridge-Mehrteiler avanciert ist. In "Pfandhaus" spielt Max Mairich als Geschäftsmann Gustav Karusska die Hauptrolle. Eigentlich. Denn der Star der Folge ist Klaus Maria Brandauer. Er dominiert nicht nur den bedauernswerten Karusska, der ihm schutzlos ausgeliefert ist, sondern prägt durch sein anmaßendes Auftreten die ganze Episode.
Es hätte eine gute Gelegenheit zu Beginn der Geschichte gegeben, ihn zu erledigen. Da Karusska jedoch den Falschen erschossen hat, müssen wir seine Anwesenheit bis zum Schluss ertragen. Die Gegensätze zwischen der eleganten Villa, die mit Marmor und schweren Teppichen ausgestattet ist, und dem arbeitsscheuen Erich Förster, werden laufend betont. Doris Kunstmann steht als Nutznießerin der Situation zwischen beiden Männern. Leider gibt es einige Albernheiten, die der Geschichte den Anstrich der Beliebigkeit verleihen. Dazu zählt die Szene im Lager des Pfandhauses (junge Angestellte provoziert Karusska) und die Einführung von Derricks Privatleben. Dazu mehr in "Der deutsche Fernsehkrimi" (Verlag J.B. Metzler) Seite 176: "Das Privatleben der beiden wurde jedoch nur gelegentlich angedeutet, keine persönlichen Vorlieben oder Hobbys lenkten vom eigentlichen Anliegen ab, die Täterseelen in ihrer menschlichen Bedürftigkeit und sozialen Verstrickung darzustellen. In "Pfandhaus" (1975) und "Schock" (1976) gab Johanna von Koczian als Psychologin Renate Konrad kurz die Freundin des Oberinspektors."
Die Szenen mit den beiden "Liebenden" wirken so gestellt, dass man froh ist, Derrick für den Rest der Serie (mit Ausnahme des Jahres 1984, wo es erneut eine Damenbekanntschaft des Ermittlers gibt) als Junggeselle zu erleben.

Percy Lister Offline



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19.09.2010 15:01
#38 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Ein Koffer aus Salzburg" (Folge 12)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Günther Stoll, Willy Schäfer, Max Eckard, Jacques Breuer, Eva Brumby, Ralf Schermuly, Kurt Jaggberg, Konrad Georg u.a. - Regie: Alfred Weidenmann

Zwölf Jahre nach seiner Rolle als Tim Frazer erleben wir Max Eckard in einer Kriminalfolge der Reihe "Derrick". Älter ist er geworden. Natürlich. Aber auch schwerfällig und aufgedunsen. Wo ist er geblieben, der leichtfüßige Ermittler im Dienste der Abwehr, der sich charmant, aber mit Nachdruck durchsetzen konnte, ohne seine guten Manieren zu vergessen? Seine Rolle als Alkoholiker, dessen Frau ermordet wird, meistert er überzeugend. Nur fragt man sich, ob der Darsteller auch mit privaten Dämonen zu kämpfen hatte.
Alfred Weidenmann gelingt es, eine ganze Reihe von Schauspielprominenz vor die Kamera zu holen. Teilweise werden die Darsteller nicht einmal im Abspann genannt. Im Falle von Friedrich Joloff ist es sogar eine Rolle ohne Text. Wie schön ist es, plötzlich Herbert Tiede von der Leitung der Deutschen Bahn an Derricks Seite zu sehen; von Kurt Jaggberg als österreichischen Kriminalbeamten auf Salzburgs Bahnhof willkommen geheißen zu werden und Konrad Georg in gewohnter Weise Erläuterungen abgeben zu hören. Die Geschichte vermittelt durch die Ansiedelung auf Münchens Hauptbahnhof ein nostalgisches Flair, das während der ganzen Folge gehalten wird. Wir sehen die leeren Waggons, die Geleise, die weitläufigen Schienenstränge und schöne Kamerafahrten unterhalb des Zuges. Die Ermittlungsarbeit der Polizei wird in allen Facetten gezeigt und erinnert an die semidokumentarische Wissensvermittlung der "Stahlnetz"-Reihe. In perfekter Abstimmung mit der verfügbaren Zeit, gelingt es, alle Beteiligten und alle Aspekte des Falles einzubinden. Der Sohn des Mordopfers, der nicht versteht, warum der Mörder nicht sofort verhaftet wird; die Kriminalbeamten Berger und Schröder, die nicht nur auf die Rasur, sondern auch auf ihr Frühstück verzichten müssen; die Hintermänner des Schmuggels und die Fachmänner aus dem Rauschgiftdezernat, die neue Methoden des Transports erklären.
Kurzum: Eine runde Geschichte ohne Durchhänger mit einem Ensemble, das Kriminalfreunden aus der Blütezeit der klassischen Krimiunterhaltung bekannt ist.

Percy Lister Offline



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26.09.2010 19:51
#39 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Kamillas junger Freund" (Folge 13)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Luitgart Im, Siegfried Wischnewski, Harry Meyen, Karl Walter Dies, Albert Bessler, Gerd Böckmann, Ilse Pagé, Kerstin de Ahna, Konrad Georg u.a. - Regie: Alfred Vohrer

Wenn Edgar-Wallace-Ikonen wie Ilse Pagé und Albert Bessler in einer Krimiserie kleine Rollen übernehmen, wer zeichnet dann für die Regie verantwortlich? Richtig: Alfred Vohrer und seine Assistentin Eva Ebner. Für den richtigen musikalischen Twist sorgt Hans Martin Majewski. Das Schöne an einer Siebziger-Jahre-Serie wie "Derrick" ist der Aspekt, dass die Reihe trotz aller Progressivität nicht auf die Stars der Sechziger Jahre vergisst. Immer wieder sieht man alte Bekannte und freut sich, vertraute Namen im Abspann zu lesen. Die Geschichte beginnt spannend und bleibt es bis zum Schluss. Der Kriminalfall könnte aus der frühen "Kommissar"-Phase stammen und ist zudem in der berühmten "Gereut-Villa" angesiedelt.
Die Verbrecher gehen raffiniert vor, indem sie immer die gleiche Masche anwenden und dabei kaum ein Risiko eingehen; es sei denn, eine aufmerksame Haushälterin bekommt Wind von ihrer Anwesenheit und verständigt heimlich die Funkstreife. Das bezahlt sie dann mit ihrem Leben. Schrotthändler Kessler (Siegfried Wischnewski) soll mit vorgehaltener Pistole einen Barscheck ausstellen, den einer der Komplizen in der Bank einlösen will. Durch den Schuss am Telefon gewarnt, wird der Bankdirektor misstrauisch und verweigert die Auszahlung des Geldes. Das nächste Mal haben die Gangster mehr Glück: Ein Arzt (Harry Meyen) wird ihr Opfer und das Geld wird ohne Bedenken ausgehändigt. Seltsam nur, dass die Ehefrauen beider Männer seit kurzem mit einem jungen Mann ausgehen, den sie über eine Agentur kennengelernt haben. Und seltsam, dass es sich um den selben Kavalier handelt.
Luitgart Im obliegt die Aufgabe, in einer Randnotiz des Falles auf die Einsamkeit von Frauen in einem gewissen Alter aufmerksam zu machen. Ein Umstand, der von gewieften Geschäftsleuten ausgenutzt wird. So greift eine Abteilung des Verbrechens wie ein Rädchen in das andere und kann nur durch Unachtsamkeit einzelner Mitarbeiter aus dem Takt gebracht werden. Albert Bessler erhält Gelegenheit, das Porträt eines stillen Mannes zu zeichnen, der mit Anzug, Schirm und Melone einer anderen Zeit anzugehören scheint.
Fazit: Alfred Vohrer und Eva Ebner inszenieren den Kriminalfall nach bewährter Art. Sie zeigen, dass sie ihr Handwerk verstehen und bieten spannende Abläufe ohne zu weit in die psychologischen Hintergründe, die der Bande den Zugang zu den Häusern der Opfer erst ermöglichten, abzuschweifen.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.380

29.09.2010 20:43
#40 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Der Tag nach dem Mord" (Folge 14)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Alexander Kerst, Oliver Grimm, Krista Keller, Renzo Martini, Anita Lochner, Günther Mack, Angela Hillebrand u.a. - Regie: Helmuth Ashley

Die quälende Ungewissheit bringt Horst Wegemann dazu, zwei Stunden in seinem Auto auf die Rückkehr seiner Freundin Andrea zu warten. Als sie dann mit seinem besten Freund Mario vorfährt und diesen küsst und herzt, steigt die Verzweiflung in ihm hoch. Er folgt Mario und stellt ihn zur Rede. Zuerst sieht alles nach einer Aussprache aus. Doch plötzlich nimmt Horst den Schraubenzieher seines Freundes und stößt ihm diesen in die Brust. Er glaubt zunächst, ihn nur verletzt zu haben, entschuldigt sich und will ihn zu einem Arzt bringen. Als sie dort ankommen und Horst bei dem Mediziner klingelt, ist Mario jedoch bereits tot.
Alexander Kerst spielt als Vater des Täters die Hauptrolle in dieser Folge, indem er die Vertuschung der Tat inszeniert, seinen Sohn instruiert und seine Exfrau unter Druck setzt. Als gewiefter Versicherungskaufmann glaubt er, auch die Polizei über den (Verhandlungs-)tisch ziehen zu können. Doch er hat nicht mit Oberinspektor Derrick gerechnet. Und vor allem nicht mit der Möglichkeit, sich im eigenen Lügennetz zu verfangen.
Mit Ausnahme der falschen Fährte, die zum italienischen Restaurant führt, spielt sich das Geschehen vor allem in der Villa der Familie Wegemann ab. Das Familienoberhaupt wird seinem Namen dabei vollkommen gerecht und spielt alle an die Wand. Deshalb hat nicht nur Oberinspektor Derrick Mitleid mit dem Sohn, der ein typisches Beispiel für einen unfreiwilligen Mörder abgibt. Zum moralischen Schuldigen wird der Vater, der durch seine Versuche, die Schuld auf unbekannte Täter zu wälzen, immer nervöser und aufgebrachter wird. Seine privaten Erfahrungen bestätigen ihn in der Analyse des Gefühlsleben seines Sohnes, der jedoch im Gegensatz zu seinem Vater über wenig Kraft und Durchsetzungsvermögen verfügt.

Blap Offline




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30.09.2010 22:24
#41 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

Der Preis für die "Derrick" DVD-Boxen ist gesunken. Momentan z.B. bei Amazon für 22,97 € (1-7) pro Stück erhältlich. Lediglich Box 6 ist 1€ teurer, was sicher zu verkraften ist.

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

02.10.2010 23:46
#42 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

Der Start der "Mega-Derrick-Sause"! Alle 281 Folgen werden nach und nach dem Genuss zugeführt. Ein reizvolles Projekt, welches mich über einen Zeitraum von einigen Jahren begleiten wird. Die nach und nach erscheinenden DVD-Boxen werden es ermöglichen. Die Folgen 1-75 (Box 1-5) liegen bereit, jede Box enthält folglich 15 Folgen. Insgesamt sind bereits acht Boxen erschienen, die Reihe ist momentan bis zur Folge 120 auf DVD verfügbar. Weitere Sets erscheinen alle paar Monate. Meine Kommentare werde ich sehr kurz halten, schliesslich will ich auch irgendwann noch Filme schauen... ;)

Auf geht es!


Derrick - Collector's Box 1 (Folgen 1-15)

Derrick: Folge 1 - Waldweg (Deutschland 1974)

Ein Mädcheninternat für den Toren Münchens erschaudert. Innerhalb weniger Monate sind zwei Mitschülerinnen brutal ermordet wurden. Derrick versucht den vermuteten Täter mit einer List zu überführen...

Gleich zum Auftakt gibt es eine rundum gelungene Folge auf die Augen. Horst Tappert ist die perfekte Besetzung, Fritz Wepper der ideale Sklave, schon zum Start der Reihe stimmt die Chemie. Wolfgang Kieling darf herrlich irre aufspielen, Walter Sedlmayer ist in einer kleinen Nebenrolle als Kotzbrocken zu sehen.

Atmosphärisch sehr dichte Folge mit "Backwood-Feeling", die musikalische Untermalung groovt und rockt.

Gut bis sehr gut = 7,5/10 (Tendenz steigend)



Derrick: Folge 2 - Johanna (Deutschland 1974)

Ein gieriger Gatte ermordet seine deutlich ältere, wohlhabende Ehefrau. Seine Liebschaft bietet ihm ein wasserdichtes Alibi. Doch das Nervenkostüm des jungen Mannes ist dünn und fahrig gestrickt. Derrick hat einen echten Nervenhammer in der Hinterhand...

Lilli Palmer in einer Doppelrolle, Helmuth Lohner auf dem Weg ins Verderben. Palmer und Lohner liefern sich ein packendes Psychoduell, so sieht gutes Schauspiel aus!

Unterhaltsame Folge mit schneidenden Saxophonklängen.

Gut = 7/10

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Percy Lister Offline



Beiträge: 3.380

03.10.2010 13:58
#43 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

BEWERTET: "Alarm auf Revier 12" (Folge 15)
mit: Horst Tappert, Fritz Wepper, Gerd Haucke, Rosemarie Fendel, Nikolaus Paryla, Mascha Gonska, Gerhard Bormann, Walter Sedlmayr, Peter Chatel u.a. - Regie: Zbynek Brynych

Irgendwie hatte ich die ganze Zeit schon einen Verdacht. Es wurde plötzlich ohne Anlass gelacht, Derrick war flapsig und die Lautstärke und Häufigkeit des Musikeinsatzes enorm. Der Abspann bestätigte meine Vermutung: Zbynek Brynych zeichnete für die Regie verantwortlich.
Nie war ein Verbrecher der ersten "Derrick"- Staffel so widerlich wie Gerd Haucke. Nicht einmal Peter Kuiper. Aber Männer gebärden sich in Brynychs Filmen immer ausgelassen, hemmungslos und animalisch. Selbst der biedere Herr Tiede wird zum Lüstling (siehe "Der Papierblumenmörder" aus der Reihe "Der Kommissar").
So wundert es nicht, dass die Safeknacker nach getaner Arbeit ein Bad im hauseigenen Schwimmbad nehmen, in der Kneipe "Theo, wir fahrn nach Lodz" rauf und runter gespielt wird und Derrick mit einer Baristin schäkert. Der Kriminalfall an sich ist interessant und wird durch die schwierige familiäre Situation noch bereichert. Haucke als Familientyrann ist ebenso glaubwürdig wie Rosemarie Fendel als verängstigte Frau, die die acht Jahre der Abwesenheit ihres Mannes als Verschnaufpause betrachten konnte. Zu ihrem Glück wird er wieder rückfällig und diesmal wohl für immer weggesperrt. Bis dahin gibt es aber noch Drohungen, Ängste und einen Mord zu ertragen.
Dieser erinnert an das Attentat auf Dr. Swanson in "Melissa" von Francis Durbridge und macht Nikolaus Paryla zu einer tragischen Figur. Als Freund von Mascha Gonska hatte er - nach den Worten des Vaters - ohnehin keine Chance. Dessen Hinweis auf A & T hätte der User Blap sicher zu seinem Lieblingszitat erklärt.
So endet die letzte Folge der ersten Box mit Derricks Anruf bei seiner Bekannten Renate. Der Täter und der Zuschauer werden zurückgelassen. Fortsetzung folgt.



Nach Beendigung der ersten fünfzehn Folgen (Jahrgänge 1974/1975) möchte ich zum schnellen Überblick eine Liste beisteuern, die alle Episoden nach Punkten bewertet:

- Waldweg: 5 Punkte
- Johanna: 4 Punkte
- Stiftungsfest: 5 Punkte
- Mitternachtsbus: 5 Punkte
- Tod am Bahngleis: 5 Punkte
- Nur Aufregung für Rohn: 5 Punkte
- Madeira: 5 Punkte
- Zeichen der Gewalt: 3 Punkte
- Paddenberg: 5 Punkte
- Hoffmanns Höllenfahrt: 3 Punkte
- Pfandhaus: 2 Punkte
- Ein Koffer aus Salzburg: 5 Punkte
- Kamillas junger Freund: 4 Punkte
- Der Tag nach dem Mord: 4 Punkte
- Alarm auf Revier 12: 3 Punkte

Blap Offline




Beiträge: 1.128

03.10.2010 23:31
#44 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause". ...oder besser: "Derrick-Mega-Sause"? (Hmmm...)


Derrick - Collector's Box 1 (Folgen 1-15)

Derrick: Folge 3 - Stiftungsfest (Deutschland 1974)

Ein Gesangverein feiert ein rauschendes Fest zum Jubiläum. Der Vorsitzende wird im Alkoholrausch von seiner Geilheit übermannt, fällt eine Freundin der Familie an. Die junge Frau kommt dabei unglücklich zu Tode, der Sohn des Täters gerät unter Verdacht...

Ein grosser Auftritt von Siegfried Lowitz, der alle anderen Anwesenden (mit Ausnahme von Tappert) überstrahlt. In einer Nebenrolle sehen wir Herbert Fleischmann, der zu viel trinkt und zur Schleimerei neigt.

Diese Folge ist handwerklich zwar sehr solide ausgeführt, aber vielleicht auch ein wenig zu bieder inszeniert. Ein paar Längen haben sich leider eingeschlichen.

Fast gut = 6,5/10



Derrick: Folge 4 - Mitternachtsbus (Deutschland 1975)

Als seine junge Liebschaft ihm eröffnet, dass sie ein Kind von ihm erwartet, rastet der Sohn des örtlichen Gastwirts aus. Sein abgebrühter Vater, versucht die Schuld dem geistig zurückgebliebenen Sohn, eines armen Saufbolds in die Schuhe zu schieben...

Werner Kreindl als richtig ekliger Fiesling, Hartmut Becker als Nervenbündel. Rudolf Platte ständig besoffen, Bruni Löbel mit dem Herz am rechten Fleck. Unser lieber Horst explodiert im Finale.

Spiessbürger bekommen den Spiegel vor die Nase gehalten. Hinter der sauberen Fassade wütet der moralische Schweinehund, doch wenn das Weib ewig lockt, ist die Ausrede nicht weit...

Gut = 7/10



Derrick: Folge 5 - Tod am Bahngleis (Deutschland 1975)

Hugo Hase wühlt am Tage im Schotterbett, in der finsteren Nacht stellt er jungen Frauen nach. Man findet ihre Leichen stets in der Nähe von Bahngleisen auf, sorgfältig abgelegt und nicht sexuell missbraucht. Wie kann es Derrick gelingen, den unscheinbaren Burschen aufzufinden...???

Jede Menge bekannter und beliebter Gesichter, geben sich hier gewissermaßen die Klinke in die Hand. Günter Strack noch nicht ganz so fett, Arthur Brauss als Schwätzer, Wolfgang Spier orakelt auf der Psychologenschiene. Eleonore Weisgerber als junge Hure, Peter Kuiper als gestörter Killer, dazu der erste "Derrick" Auftritt von Günther Stoll.

Man hängt der Reihe mehr Fleisch auf die Knochen. War in der vierten Folge erstmalig ein wenig vom Büro der Helden zu sehen, tauchen wir nun noch etwas tiefer in die Arbeit auf dem Präsidium ein. Derrick wird an und zu von seinem Chef angesaugt. Die Ausseneinsätze dominieren aber weiterhin klar. Der Killer treibt sich im Nachtleben von München rum. Möpse und Huren sorgen für eine gute Dosis Sleaze. Eine sehr spannende und sehr gut gespielte Folge, bei der auch die erstklassige Kamera für Freude sorgt. Bisher mein Favorit aus der ersten Box.

Sehr gut = 8/10

***

Vom Ursprung her verdorben

Blap Offline




Beiträge: 1.128

24.10.2010 23:06
#45 RE: "Derrick" oder: das andere Konzept Zitat · antworten

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"


Derrick - Collector's Box 1 (Folgen 1-15)

Derrick: Folge 6 - Nur Aufregungen für Rohn (Deutschland 1975)

Der Student Harald Rohn (Thomas Fritsch) überfällt den Geldboten Paul Seibach (Helmut Käutner). Rohn und Seibach sind Nachbarn, man kennt und mag sich. Seibach ist ein älterer Herr, stets aufrichtig und zuverlässig. Er ahnt wer der Täter ist, stellt diesen in dessen Wohnung zur Rede. Die Situation eskaliert, Rohn wird zum Mörder. Derrick kommt dem Täter schnell auf die Schliche, doch es mangelt an entscheidenden Beweisen...

Thomas Fritsch überzeugt als Student mit krimineller Energie, dem sein vermeintlich perfekter Plan flugs über den Kopf wächst. Tappert und Wepper kommen sehr schelmisch daher, spielen sich gegenseitig die verbalen Bälle zu. Zum Finale packt Derrick seine geliebte Psychokeule aus. In einer Nebenrolle sehen wir Michael Ande, der seit Ewigkeiten als Sklave des (jeweils aktuellen) Hauptdarstellers der Serie "Der Alte" fungiert, quasi den "Harry" des Alten gibt. Jutta Kamann ist seit etlichen Jahren in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" aktiv.

Diese Folge erfreut mit schöner Kameraarbeit, doch insgesamt wirkt die Story ein wenig dünn, das Finale kommt mir überstürzt vor.

Oberste Mittelklasse = 6,5/10



Derrick: Folge 7 - Madeira (Deutschland 1975)

Paul Bubach (Curd Jürgens) macht sich an alleinstehende Damen in den besten Jahren ran, sofern diese über stattliche Finanzmittel verfügen. Er gibt vor mit den Damen nach Madeira überzusiedeln, doch die Reise endet für die Frauen stets unter der Grasnarbe. Das Verschwinden diverser Damen nagt am Nervenkostüm Derricks, er ermittelt mit Geduld und greift zu unüblichen Methoden...

Curd Jürgens tötet seine Opfer mit eiskalter Präzision. Man lässt Jürgens den Raum gross aufzuspielen, eine herrliche Vorstellung. Tappert wirkt diesmal weitaus ernsthafter als in der vorherigen Folge, er verbeisst sich mit Nachdruck in den Fall. Susanne Uhlen sehen wir als Nichte des Killers. Sie spielt solide, erfreut das Auge des Betrachters mit ihrer ansprechenden Erscheinung. Gesichtsruine Werner Pochath ist auch am Start, seine Rolle gewährt ihm allerdings keine Möglichkeiten zur Entfaltung.

Starke Folge mit einem phantastischen Curd Jürgens, starken Dialogen und einer hübschen Susanne Uhlen.

Gut bis sehr gut = 7,5/10 (Tendenz in Richtung 8/10)

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Vom Ursprung her verdorben

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