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Dieses Thema hat 96 Antworten
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 Filmbewertungen
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Andy79 Offline



Beiträge: 55

20.11.2017 23:32
#91 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #90

Diese Unterschiede sind vorhanden, aber letztlich nur austauschbare Details. Die Figuren erfüllen grundsätzlich formal die gleichen Krimi-Funktionen, sind nur leicht unterschiedlich ausgearbeitet. "Grundverschieden" ist daran eigentlich nichts. Ob einem nun so ein Depri-Einschlag zusagt oder nicht, ist halt eine rein persönliche Beurteilungsfrage.


Eigentlich ist das alles komplett eine rein persönliche Beurteilungsfrage. Nur leicht austauschbare Details, Figuren nur leicht unterschiedlich, nichts grundverschieden... Das kann man alles anders sehen.

Zitat

Mich jedenfalls hat die Sichtung im letzten Jahr davon überzeugt, den "Henker" voraussichtlich nicht mehr wieder zu sehen. Aber die überwiegende Mehrheit hat ja mehr Spaß an dem Film, also haben die Macher alles richtig gemacht.


Glaub mir, das gleiche dachte und denke ich auch bei so manch anderem Film, der von der Mehrheit (zuweilen auch von dir) in den Himmel gelobt wird. Dies könnte man unter jeden dritten Thread schreiben. ;)

Peter Offline




Beiträge: 2.815

21.11.2017 10:49
#92 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Wir sind mal wieder an dem Erkenntnis-Punkt angelangt, dass jeder alles so sehen darf, wie er möchte. Das ist ja auch wunderbar. Trotzdem sei noch eine Anmerkungsrunde gestattet. Weil´s so schön ist........

Zitat von Gubanov im Beitrag #86
Zitat von Peter im Beitrag #84
Als Hauptermittler im "Kreis" darf immer noch Saebisch gelten.
Bitte? Im Vorspann heißt es "Mit Renate Ewert, Klausjürgen Wussow, Karl Georg Saebisch". Wussow vor Saebisch. Genau wie Fuchsberger in Castlisten des Frosches für gewöhnlich vor Lowitz geführt wird. Hauptermittler ist bei Wallace traditionell immer der junge, patente Anpacker, nicht der in zweiter Reihe agierende alte Scotland-Yard-Routinier.

Die Reihenfolge in der Besetzungsliste hat mit der Größe der Rolle zu tun, aber genauso auch mit dem (potentiellen oder realen) Star-Status und mit der Möglichkeit, an der Kinokasse mit den Top-Namen - vorzugsweise ein junger männlicher Akteur und eine junge weibliche Darstellerin - bestmöglich Kohle zu machen. Aus der Namensreihenfolge eine Figurenfunktion ableiten zu wollen, hat schon fast etwas Rührendes...
Dass der Star- mit dem Ermittler-Status im Wallace-Schema meistens zusammenfiel, liegt in der Natur der Sache, aber wir sollten Ursache und Wirkung nicht außer Acht lassen.
Typische Nebendarsteller der Zeit wie Saebisch oder Lowitz (Frosch UND Fälscher) oder auch Regnier schaffen es eben auch als Hauptermittler nicht, in der Liste an den Stars bzw. am nicht-ermittelnden Haupt-Paar (Fälscher! Abt!) vorbei zu kommen. Dazu gleich noch mehr...
Die Filmgeschichte bietet jedenfalls genügend Beispiele dafür, wie ganze Filmproduktionen wegen Streitereien über die Namens-Reihenfolge gefährdet wurden, einige Projekte sind deswegen sogar geplatzt. Um die Filmfiguren ging es dabei nie. Letzteres passt natürlich besser nach Hollywood als ins Adenauer-/ Wendlandt-/ und Brauner-Deutschland, aber auch dort wurde viel mehr auf die Kassenwirkung als auf Formalitäten geachtet.

Zitat von Gubanov im Beitrag #88
........ "Echte" Polizisten im Staatsdienst, die sich als Schurken entpuppen, gab es bei Wallace auch schon vorher (z.B. Frosch, Fälscher).

Aber das waren Maulwürfe und korrupte Säcke aus der zweiten Reihe. Eben keine Staatsdiener, die als HAUPTermittler gleichzeitig auch Identifikations- oder Vertrauenspersonen sind, auf die (scheinbar) nicht der Hauch von Verdacht fallen darf. Diese Regel hat in der (B)EW-Reihe eben nur der "Henker" für sich verändert. Was singulär betrachtet natürlich nichts über eine Filmqualität aussagt. Aber warum es bestreiten, wenn´s doch offensichtlich ist?
Der in diesem Zusammenhang gern zitierte "Frosch" stellt wirklich eine Ausnahme dar, weil Fuchsberger als enger Verwandter des Polizeichefs von Anfang an als - über alle Zweifel erhabender - erster Hauptermittler etabliert wird und als solcher die Ermittlungs-Handlung gegenüber dem 'zweiten Hauptermittler' leicht dominiert, wobei man Lowitz deswegen aber noch nicht als Sidekick bezeichnen kann.
Derrick Yale dagegen ist ein nicht ganz unverdächtiger Yuppie in einer sehr interessanten Hauptrolle. Aber sicherlich kein sauber definierter Hauptermittler.... Ja, @Ray , genau so war meine verkürztes Statement gemeint....
Dass der junge, zupackende Held keineswegs mit dem 'Hauptermittler' identisch sein muss, zeigen zum Beispiel auch die beiden (dramaturgisch verhunzten) Rialto-Gottliebs. Oder auch der "Hund", wo man die schwer einordenbaren Ermittlungs-Aktionen des Stars Drache verfolgt, während Nebendarsteller Schürenberg auf nur bedingt glückliche Weise zu einem formal eindeutigen Hauptermittler gemacht worden ist.

Zitat von Gubanov im Beitrag #88
Insgesamt ist es ja auch fraglich, ob es einen Film nun besonders auszeichnet, wenn er "anders", "neuartig", "bahnbrechend", "untypisch" - oder wie auch immer man es bezeichnen möchte - ist. Ich halte das nicht für eine Qualität aus sich heraus. Es gibt viele sehr klassische Wallace-Filme, die das Rad in keinster Weise neu erfinden, die aber qualitativ so überzeugend sind, dass sie das gar nicht müssen. Eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall: Die German Wallace Wave ist ein Erfolgsmodell mit minimal variiertem Erfolgskonzept. Der Zuschauer bekommt, was er erwartet, und straft Ungewohntes tendenziell eher ab (vgl. z.B. Koproduktionen). Warum dann hier an dieser Stelle der Duktus aufkommt, der "Henker" sei etwas Besonderes, weil er sich an gewisse Regeln nicht halte, erschließt sich mir - wie gesagt - nicht. Einerseits tut er das eben in den meisten Punkten doch, andererseits wäre genau dieses auch eine Eigenschaft, die man von einem Wallace-Epigonen erwarten würde.

Ist ja alles richtig. Dennoch fällt auf, dass sich deine Aversion gegen den "Henker" manchmal aus widersprüchlichen Argumenten zu speisen scheint. Zumindest ist dieser Eindruck im Laufe der Jahre bei mir entstanden... Werden die Besonderheiten des Films gelobt, betonst du die (abgesehen von "Nebensächlichkeiten") totale Konformität mit den anderen Filmen der Reihe, was zumindest sehr diskussionswürdig ist. Wird dagegen die Passgenauigkeit des "Henkers" im (B)EW-Universum gelobt, fallen dir als Totschlagargumente gern all die Sachen ein, die den Film von den anderen guten Exemplaren unterscheiden. Konsequent wirkt nur dein Kapuzenhass, den ich ja in einigen Fällen gern mal teile. Aber solange nicht weitere Argumente hinzukommen, wie bei unserem Freund, dem uMönch*, kann man zwar diese Haltung einnehmen; aber die Erfahrung zeigt, dass dies eben nicht ganz überzeugend wirkt.....

*Reinl mag ein Regiestar gewesen sein. In der Schauspielerführung waren jedoch viele andere besser. Zumindest im direkten Kapuzenvergleich sogar Edwin Zbonek...!

Gubanov Offline




Beiträge: 15.203

21.11.2017 18:17
#93 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Sorry, aber an diesem Punkt müssen wir unsere Sondierungsgespräche zu einer Henker-Koalition wirklich dringend beenden. Die Argumente beginnen, wie ich finde, Vorwänden zu weichen.

schwarzseher Offline



Beiträge: 374

21.11.2017 18:17
#94 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Manches "Fähnchen" weht natürlich auch Richtung der Darsteller.( glaube diese Diskussion hatten wir irgendwie schon oft )Auch wenn ich Felmy gerne sehe ( und er hier genau passt ) hätte mich ein Fuchsberger wohl auch begeistert in einer so angelegten Rolle.
Obwohl der Film natürlich viele Übereinstimmungen zu andern Wallace hat ....aber die Grundstimmung und die Befindlichkeit am Ende des Films ist einfach mal anders und das war/ist eine willkommende Abwechlung.
Und ja, das dauer "Happy End " als Running Gag haben wir alle viele Male genossen/hingenommen ( hörte ja irgendwie dazu )
Aber dieses eine Mal eben nicht und schon deswegen hat der Film eine besondere Stellung im Wallace Universum .
Kann man auch einfach mal anerkennen (nicht unbedingt toll finden )

Andy79 Offline



Beiträge: 55

21.11.2017 18:52
#95 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Ich möchte noch mal hierzu etwas anmerken:

Zitat von Gubanov im Beitrag #83
Mir scheint, hier werden des Kaisers neue Kleider gelobt.


Nun, ich bin weder ein Betrüger, der etwas anpreist, von dem er genau weiß, dass es nicht da ist; noch bin ich ein Kaiser oder Minister, der etwas lobt, weil er glaubt, es loben zu müssen, obwohl er ebenfalls nichts sieht.

Ich hoffe, ich habe es deutlich gemacht, wie unpassend der Vergleich ist.

Peter Offline




Beiträge: 2.815

21.11.2017 19:54
#96 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #93
Sorry, aber an diesem Punkt müssen wir unsere Sondierungsgespräche zu einer Henker-Koalition wirklich dringend beenden. Die Argumente beginnen, wie ich finde, Vorwänden zu weichen.

@Gubanov
Sorry dafür, dass ich im Sondierungs-Eifer dem durchaus argumentativen Part auch nicht-argumentative Elemente beigefügt habe. Letztere streiche ich mit Bedauern und mangels Kapuzen-Wichtigkeit aus dem Programm und ziehe mich gleich mal auf die Oppositionsbank zurück...

Andy79 Offline



Beiträge: 55

23.11.2017 14:21
#97 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #93
Sorry, aber an diesem Punkt müssen wir unsere Sondierungsgespräche zu einer Henker-Koalition wirklich dringend beenden. Die Argumente beginnen, wie ich finde, Vorwänden zu weichen.


Besser nicht argumentieren, als falsch argumentieren.

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