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Dieses Thema hat 78 Antworten
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 Filmbewertungen
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Ray Offline



Beiträge: 584

16.01.2017 19:57
#76 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Ich empfand die Dreieckskonstellation Felmy-Perschy-Riebauer immer ebenso erfrischend wie das Duo Forster/Fernau und den Scotland Yard-Chef Preiss.

Vorwerfen kann man dem Film (ähnlich wie bei "Zimmer 13"), dass die beiden parallel verlaufenden Handlungsstränge nicht ideal dramaturgisch verknüpft sind und die grauenhafte Howland-Figur bzw. ihre Interpretation. Über ersteres kann man hinwegsehen, letzteres macht schon einiges kaputt. Aufgrund der handwerklichen Qualität (hier wurde das Scope-Format gut fruchtbar gemacht) und der oben genannten reizvollen Figuren(konstellationen) in meinen Augen noch immer ein sehr guter Genrefilm.

Allerdings würde ich dennoch "Würger", "Handschuhe" (und wohl auch "Das 7. Opfer"?) vorziehen, was aber letztlich nur für die wirklich hohe Qualität vieler BEW-Streifen spricht. Einerseits bekannte Muster (fast perfekt) zu kopieren, andererseits Dinge zu variieren, darin liegt für mich die Stärke dieser Filme.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.764

16.01.2017 20:18
#77 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #76
Vorwerfen kann man dem Film (ähnlich wie bei "Zimmer 13"), dass die beiden parallel verlaufenden Handlungsstränge nicht ideal dramaturgisch verknüpft sind (...)


Besser verknüpft wie bei "Zimmer 13" ist es beim Henker allemal. Bei ersterem ist das Zusammentreffen der beiden Stränge doch wirklich nur purer Zufall.

patrick Offline




Beiträge: 2.678

16.01.2017 21:02
#78 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Nun, dann will ich mal ganz kurz auf Gubanovs Haupt-Kritikpunkte eingehen. Mit Härte meine ich hier nicht den reinen Body-Count oder irgendwelche Würger- oder Slasher-Szenen, sondern wie weiter oben angedeutet, den Umstand, dass hier etwas deutlicher die schmutzige Realität gezeigt wird, als bei den meisten, eher märchenhaft erscheinenden, Rialto-Wallace. Sexualverbrechen (falls es eines war), tiefliegende psychische Traumata, kaputte Beziehungen, Burnout (oder wie auch immer man damals dazu gesagt hat), wenig Humor, fehlendes Happy-Ending sind eine Ansammlung von Elementen, welche diesen Film deutlich vom "Heile-Welt-Kurs" abbringen, an den sich das Publikum jener Tage doch so gern geklammert hat. Die Auflösung dürfte bei sensibleren Gemütern einen emotionalen Schock ausgelöst haben, den man damals wohl eher nicht gewohnt war. Das sich aus den genannten Elementen ergebende Gesamtbild, welches schon fast an einen Film-Noir erinnern könnte, macht die Geschichte in meiner Wahrnehmung deutlich härter als wie z.B. "Der Hexer" oder "Der Grüne Bogenschütze" es sind, um einige wenige Beispiele zu nennen. Man wird hier an die unschönen Dinge des realen Lebens erinnert und weniger an eine fiktive Märchenwelt, zumindest geht es mir so.

Das Thema Romanze im Wallace-Krimi sehe ich wie Schwarzseher. Ich brauche das in dieser Art Film eigentlich nicht, weshalb ich Felmys Interpretation auch als willkommene Abwechslung davon empfinde. Seine Darstellung gefällt mir sogar außerordentlich gut. Ob Riebauer und Perschy am Schluß zusammenkommen bleibt offen und ist eigentlich auch nicht wichtig. Wenn's passiert, passiert's nach dem Film und nicht im Film. Wir sehen, wie sie nachdenklich den Schauplatz verlässt und er ihr nachgeht. Punkt. Ein besondere romantische oder erotische Spannung konnte ich den Film über zwischen den beiden nicht spüren. Er war nur ein Freund, ohne besondere Ausstrahlung, ohne besonderes Charisma oder was auch immer. Und ich glaube nicht, dass dieses Gespann, wenn man es überhaupt so nennen kann, auf der emotionalen Ebene irgend jemanden erreicht hat. Damit kann man glaube ich das Thema Liebe und Happy-Ending bei dem vorliegenden Film getrost abhaken. Da kommt nichts an und es fehlt mir auch nicht.

Fräulein Janine Offline




Beiträge: 119

16.01.2017 21:04
#79 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Amen

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