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Dieses Thema hat 78 Antworten
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Andy79 Offline



Beiträge: 46

10.07.2014 21:52
#46 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Meiner Meinung nach der beste Epigone überhaupt.
Freut mich, dass er beim Epigonen-Grand-Prix so gut abgeschnitten hat. Schade, dass ich damals noch nicht mitgemacht habe.

Was hier noch nicht erwähnt wurde: Der Henker wurde von Heinz Petruo ("Darth Vader") synchronisiert.
Narziss Sokatscheff ist hier mal wieder nicht mit seiner eigenen Stimme zu hören, sondern mit der von Michael Chevalier.

Josh Offline




Beiträge: 7.827

10.07.2014 22:03
#47 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Andy79 im Beitrag #46

Freut mich, dass er beim Epigonen-Grand-Prix so gut abgeschnitten hat. Schade, dass ich damals noch nicht mitgemacht habe

Von dem Grand-Prix bleibt mir am meisten in Erinnerung, dass einer meiner Lieblinge von den ganzen Kunstbanausen hier auf den letzten Platz gewählt wurde

patrick Offline




Beiträge: 2.694

10.07.2014 22:12
#48 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Andy79 im Beitrag #46
Meiner Meinung nach der beste Epigone überhaupt.
Freut mich, dass er beim Epigonen-Grand-Prix so gut abgeschnitten hat. Schade, dass ich damals noch nicht mitgemacht habe.




Da bin ich ganz bei dir. Nicht nur der beste Epigone. Wäre es ein echter Wallace, würde er sich in meine Top 5 drängen.Es ist sogar einer meiner Genre unabhängigen All-Time-Favourites.

patrick Offline




Beiträge: 2.694

10.07.2014 22:13
#49 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Josh im Beitrag #47
Zitat von Andy79 im Beitrag #46

Freut mich, dass er beim Epigonen-Grand-Prix so gut abgeschnitten hat. Schade, dass ich damals noch nicht mitgemacht habe

Von dem Grand-Prix bleibt mir am meisten in Erinnerung, dass einer meiner Lieblinge von den ganzen Kunstbanausen hier auf den letzten Platz gewählt wurde



Stellt sich die Frage, wer hier der Kunstbanause ist.

Josh Offline




Beiträge: 7.827

10.07.2014 22:24
#50 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von patrick ebner im Beitrag #49


Stellt sich die Frage, wer hier der Kunstbanause ist.

Soll das etwa heißen, ich habe keinen Geschmack?

patrick Offline




Beiträge: 2.694

10.07.2014 22:25
#51 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Josh im Beitrag #50
Zitat von patrick ebner im Beitrag #49


Stellt sich die Frage, wer hier der Kunstbanause ist.

Soll das etwa heißen, ich habe keinen Geschmack?



Das hab ich nicht gesagt/geschrieben. Das ist alles eine Frage der Perspektive.

Josh Offline




Beiträge: 7.827

10.07.2014 22:34
#52 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von patrick ebner im Beitrag #51
Zitat von Josh im Beitrag #50
Zitat von patrick ebner im Beitrag #49


Stellt sich die Frage, wer hier der Kunstbanause ist.

Soll das etwa heißen, ich habe keinen Geschmack?



Das hab ich nicht gesagt/geschrieben. Das ist alles eine Frage der Perspektive.


Bei Sherlock Holmes war ich halt nur geschockt, dass den anscheinend niemand außer mir gut findet, ebenso bei der weißen Spinne, den findet fast jeder gut, nur ich nicht.

patrick Offline




Beiträge: 2.694

10.07.2014 22:38
#53 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Josh im Beitrag #52

Bei Sherlock Holmes war ich halt nur geschockt, dass den anscheinend niemand außer mir gut findet, ebenso bei der weißen Spinne, den findet fast jeder gut, nur ich nicht.


Halsband des Todes einer deiner Lieblinge? Hätt ich nicht unbedingt gedacht. Hab den Film, glaub ich, zweimal gesehen. Waren aber beide Male in den 80ern. Hab ihn nicht so schlecht gefunden, damals. Ist aber zu lange her um heute was darüber zu sagen.

Die weisse Spinne find ich auch sehr gelungen.

Ray Offline



Beiträge: 599

22.02.2016 21:20
#54 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Der Henker von London (BRD 1963)

Regie: Edwin Zbonek

Darsteller: Hansjörg Felmy, Harry Riebauer, Dieter Borsche, Maria Perschy, Wolfgang Preiss, Rudolf Forster, Rudolf Fernau, Chris Howland u.a.



Nachdem man zuletzt bewiesen hatte, dass man mit den richtigen Personen vor und hinter der Kamera einen Film abliefern konnte, der sich auch vor den besten Arbeiten der Konkurrenz nicht zu verstecken brauchte, ging man im folgenden einen Schritt weiter und beschritt in mancherlei Hinsicht eigene Pfade.

Gleich den Regieposten vertraute man einem Genre-Unerfahrenen an, von dem man aber mit Recht überzeugt war: dem Österreicher Edwin Zbonek. Inhaltlich lässt sich der Film gut mit dem 64er Rialto-Wallace "Zimmer 13" vergleichen. Zwei parallele Handlungsstränge münden in ein tragisches Ende. Hansjörg Felmy übernahm erstmals die Hauptrolle und sollte neben seinem Mitstreiter Harry Riebauer zur prägenden Figur der Reihe werden. Die Konstellation Felmy/Riebauer war ungewöhnlich und genau deswegen ungemein reizvoll. Mit etwas Distanz muss einem eigentlich auffallen, dass in diesem Film etwas nicht stimmt, sprich keiner der vermeintlichen Verdächtigen der Täter sein kann. Im Gespann tragen die beiden den Film gut, wobei Riebauer im Vergleich den besseren Eindruck hinterließ. Felmy wirkte – möglicherweise der Rolle geschuldet – ein wenig gehemmt, besser als Joachim Hansen im ersten Film war er aber allemal. Absolut auf den Punkt hingegen war die Performance von Wolfgang Preiss, der den äußerst dynamischen und ambitionierten Polizeichef derart überzeugend spielte, dass man sich gewünscht hätte, er wäre als Gegenentwurf zum tollpatschigen Sir John aufgebaut worden. Sicherlich eine vertane Chance innerhalb der Bryan Edgar Wallace-Reihe. Wahre Kabinettstückchen lieferten die beiden Rudolfs, Herr Forster als im Ruhestand befindlicher Richter und Herr Fernau als sein getreuer Butler, ab. Eine wahrhaft unheimliche Aura umgibt Rudolf Fernau, der ein hervorragendes Minenspiel offeriert. Komplett ausgetobt haben dürfte sich Dieter Borsche in der Rolle des Psychopathen. In den Szenen, in denen er Maria Perschy seine Kunstwerke zeigt, kann man die berühmte Stecknadel fallen hören. Perschy war rein optisch sicher eine ganz nette Abwechslung, ihre (unter)kühl(t)e Performance weiß beim wiederholten Sehen zu gefallen. Klarer Schwachpunkt hingegen ist einmal mehr Chris Howland, dessen Szene mitunter eine geradezu frappierende Peinlichkeit darstellen, allen voran die nahezu unerträgliche Gesangs-Nummer oder sein Auftritt im Damen-Kostüm. Dass sich Scotland Yard eines derartigen Helfers bedienen soll, ist schlichtweg lächerlich.

Hätte man diesen Part gestrichen, hätte man einen durch und durch konsequenten und überzeugenden Film aufzubieten. Das rechtlich interessante Grundproblem der Selbstjustiz und des Gerechtigkeitswahns wird im Rahmen der Möglichkeiten des Genres packend erzählt und dargestellt. Die Gerichtsverhandlungen, insbesondere in Parallelmontage mit Forster/Fernau sind künstlerisch anspruchsvoll und wurden in Der Würger vom Tower geradezu stümperhaft kopiert. Man merkt der Produktion an, dass man durchaus gewillt war, auch heißere Eisen anzupacken. Dies ist ein Umstand, welcher die Reihe positiv von seinem Vorbild abgrenzt. Optisch sorgen die in wunderbar kühlen und sachlichen Ultrascope-Bildern getauchten Aufnahmen für eine tolle Atmosphäre. Die Musik Raimund Rosenbergers ist peitschend und von fatalistischem Anstrich, kurz: passend. Schließlich ist auch das Ende als besonders gelungen zu bezeichnen. Die Tragik wird nicht durch ein aufgezwungenes, vordergründiges Happy End zerstört, trotzdem eröffnet sich für die beiden davon laufenden eine neue Perspektive. Inhaltlich zeigen sich mitunter ähnliche Probleme wie bei "Zimmer 13". Die nebeneinander verlaufenen Handlungsstränge werden z.T. etwas unausgeglichen bedient, so dass der unvoreingenommene Zuschauer zwischendrin häufiger den Faden verlieren dürfte. Nur gibt es eben im Vergleich zu "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" genug positive Aspekte, die dieses Manko aufwiegen können und den Film zu einem überzeugenden Gesamtprodukt machen.


"Der Henker von London" ist ein inhaltlich wie formal äußerst ansprechender Gruselkrimi, der insbesondere wegen der schwachen Humor- und Gesangseinlagen aber nicht ganz an das Niveau des "Würgers" heranreicht. Trotzdem 4,5/5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 2.694

22.02.2016 22:38
#55 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Für mich ist er sogar noch besser als der ebenfalls hervorragende Würger. Beides Mega-Top-Filme der Wallace-Familie. Im Grossen und Ganzen aber Zustimmung.

Jan Offline




Beiträge: 1.181

22.02.2016 23:03
#56 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Ich kann ebenso weitestgehend zustimmen. Für mich ist der "Henker" der BEW-Film schlechthin. Die wesentlichen Punkte sind ja schon genannt. Lediglich bei zwei Einschätzungen muss ich widersprechen:

Ich empfinde Chris Howland nicht als Störfaktor. Sein Auftritt ist natürlich geschäftlich berechnend eingesetzt, und neben der Komik-Nummer muss er auch noch die Gesangsfreunde jener Jahre befriedigen. Jedoch wird die Albernheit schlussendlich doch beinahe tragikomisch aufgelöst. Ob man ihm da nun noch einmal über die Wange hat tätscheln müssen - nun gut. Zusammenfassend jedoch habe ich Howland schon erheblich nerviger gesehen. Das recht harte Sujet verlangte wohl auch diese Art der Auflockerung.

Der Vergleich zu "Zimmer 13" mag sich aufgrund der parallel verlaufenden Handlungsstränge aufdrängen. Weitere Gemeinsamkeiten kann ich indes nicht erkennen. Währenddessen der "Henker" ein ernstzunehmender und um Variation bemühter Kriminalfilm mit tollen Darstellern ist, stellt das "Zimmer" mit seinem Knallchargenensemble m.E. nicht viel mehr dar als den schludrig hingeschrieben Versuch, mit den Posträubern Kasse zu machen. Gegen Chris Howlands "Henker"-Auftritt mag ich Eddi Arents verunglücktes Parodie-Gewürge gerne ins Rennen schicken und meine, dass Howland da nicht eben den Kürzeren zieht.

Alles in allem kann es der "Henker" nach meinem Dafürhalten ohne Wenn und Aber mit den besten Rialto-Produktionen aufnehmen. Vor dem "Würger von Schloss Blackmoor" und dem "Siebenten Opfer" bzw. dem "Phantom von Soho" der beste BEW (die "Handschuhe" lasse ich mal außen vor). Leider fiel Zboneks "Ungeheuer von London-City" dann doch etwas ab.

Gruß
Jan

Gubanov Offline




Beiträge: 14.505

22.02.2016 23:09
#57 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Jan im Beitrag #56
die "Handschuhe" lasse ich mal außen vor

Warum? Ich könnte auch den "uMönch" zum besten Wallace-Film küren, wenn ich 33 andere außen vor lasse. Worin besteht dann aber die Aussagekraft dieses Pseudo-Superlativs?

Jan Offline




Beiträge: 1.181

23.02.2016 09:29
#58 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #57
Zitat von Jan im Beitrag #56
die "Handschuhe" lasse ich mal außen vor

Warum?

Wenn man über die Gesamtheit der BEW schreiben will, muss man die "Handschuhe" natürlich mit einbeziehen. Das war aber nicht mein Kernthema. Mir ging es im Speziellen um das geliebte "Zimmer" und den "Henker", wobei ich, um nicht nur das "Zimmer" alt aussehen zu lassen und meiner Meinung noch etwas mehr Nachdruck zu verschaffen, den "Henker" noch in die Riege der BEW vergleichbarer Machart einordnete (eben ganz vorne). Beziehe ich die "Handschuhe" mit ein, mag es in meinem ganz persönlichen Ranking u.U. zwei Erstplatzierte geben. Das ist für meinen obigen Text aber eigentlich irrelevant.

Gruß
Jan

Ray Offline



Beiträge: 599

23.02.2016 16:58
#59 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Zitat von Jan im Beitrag #56
Ich kann ebenso weitestgehend zustimmen. Für mich ist der "Henker" der BEW-Film schlechthin. Die wesentlichen Punkte sind ja schon genannt. Lediglich bei zwei Einschätzungen muss ich widersprechen:

Ich empfinde Chris Howland nicht als Störfaktor. Sein Auftritt ist natürlich geschäftlich berechnend eingesetzt, und neben der Komik-Nummer muss er auch noch die Gesangsfreunde jener Jahre befriedigen. Jedoch wird die Albernheit schlussendlich doch beinahe tragikomisch aufgelöst. Ob man ihm da nun noch einmal über die Wange hat tätscheln müssen - nun gut. Zusammenfassend jedoch habe ich Howland schon erheblich nerviger gesehen. Das recht harte Sujet verlangte wohl auch diese Art der Auflockerung.

Der Vergleich zu "Zimmer 13" mag sich aufgrund der parallel verlaufenden Handlungsstränge aufdrängen. Weitere Gemeinsamkeiten kann ich indes nicht erkennen. Währenddessen der "Henker" ein ernstzunehmender und um Variation bemühter Kriminalfilm mit tollen Darstellern ist, stellt das "Zimmer" mit seinem Knallchargenensemble m.E. nicht viel mehr dar als den schludrig hingeschrieben Versuch, mit den Posträubern Kasse zu machen. Gegen Chris Howlands "Henker"-Auftritt mag ich Eddi Arents verunglücktes Parodie-Gewürge gerne ins Rennen schicken und meine, dass Howland da nicht eben den Kürzeren zieht.




Der inhaltliche Vergleich funktioniert eben nur auf der abstrakten Ebene, das man sagt, dass in beiden Filmen zwei vermeintlich gänzlich unabhängige Handlungsstränge in ein tragisches Finale münden. Wenn man konkreter hinschaut, ergeben sich die von dir genannten Unterschiede. Genau da setzt aber im Grunde meine Kritik an der Figur und Darstellung Chris Howlands an: Während im "Zimmer 13" die Tragik wirklich erst auf den letzten Metern offenbar wird, findet sich im "Henker" bereits von Anfang an eine düstere Stimmung vor (persönliches Schicksal des Inspektors, Problem der Selbstjustiz). Da wirken solche Einlagen einfach noch wesentlich mehr deplatziert als bei "Zimmer 13", bei dem es sich in der Tat über weite Strecken um ein leichtfüßiges Gaunerstück mit nebenbei verlaufender Mordserie handelt.

schwarzseher Offline



Beiträge: 325

23.02.2016 17:54
#60 RE: Bewertet: BEW - "Der Henker von London" (4) Zitat · antworten

Für mich gibt es drei Elemente der damaligen Filme auf die ich auch aus heutiger Sicht verzichten könnte .
1. das häufig sehr übertrieben "Beschützergetue " inkl. Schlussheirat usw.mit der geretteten Unschuld ( und nein das ist keine Kritik an Fuchsberger sondern am Drehbuch )
2. die Gesangs/Tanzeinlagen ,die so garnicht meinen Geschmack treffen ( auch der Sprechgesang von E. Flickenschild und die unsäglichen Lieder von Mr. Pumpernickel )
3. Die Humoreinlagen ( E. Arent noch teilweise ok und manchmal passend und zB. Howland nur noch peinlich )
Alles hat mich damals wie heute nicht so gestört ( damals sowieso nicht )das meine Einschätzung der Filme sich groß geändert hätte.Es waren damals unvermeidliche Elemente die einfach dazugehörten ( und wohl auch damals vom Publikum eingefordert wurden )
Der Henker steht bei mir ganz weit oben ,düster ,toller Schluss ( endlich mal ganz anders ,ohne heile Welt )Felmy spielt den zerrissenen Ermittler überzeugend ( ohne Sonyboy Gehabe )also fast alles nach meinem Geschmack.

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