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Dieses Thema hat 56 Antworten
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 Filmbewertungen
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Peitschenmönch Offline




Beiträge: 534

04.03.2006 15:18
Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · antworten

Atmosphärisch wunderbar. Die Wald-Moor-Schloss-Kulisse mit den vielen Nachtszenen ist toll, dazu noch das ebenfalls sehr atmosphärische Rasthaus. Harry Riebauer als Ermittler gefiel mir außerordentlich gut und war mal eine willkommene Abwechslung. Auch der komische Part wurde diesmal erstens nicht nach Klischees besetzt, sondern mit Walter Giller und fiel zweitens auch sehr passend gemäßigt aus. Dass hier mal keiner übertrieben rumblödelt macht auf Dauer zusätzlich Freude.
Dass der Sala-Soundtrack gewohnt trocken-akustisch und relativ dezent ist, finde ich sehr gut, da dieser Film dadurch außergewöhnlich stark von der bloßen ablaufenden Handlung lebt. Ich meine Erinnerungen an die auffällige Stille, die hier Spannung aufbaute, zu haben. Beispielhaft zum Beispiel der Beginn des Films vom Moor ins Schloss hinein. Die auffallende Stille im Hintergrund ist auch stets präsent, wenn (gerade am Anfang) im Schloss gesprochen wird.
Im Vergleich zu Wallace ist das, so wie ichs empfinde, auch eine positive Abweichung. Die übrige akustische Musik gefällt mir gut, da sie das sinnbildliche "Blubbern" der Moorgegend gut rüberbringt.
Mit Rudolf Fernau, Richard Häussler, Alber Bessler, Hans Nielsen und der hier besonders guten Karin Dor, mit der man sich als Zuschauer hier besonders gut identifizieren kann, fährt der Film ebenso ein beispielloses, erlesenstes Kontigent an Wallace-Veteranen in einem Film zusammen wie er mit sehr prägnanten Schauspieler wie Hans Reiser, Stephan Schwartz, Walter Giller und Ingmar Zeisberg auch etlliche wirklich sehr gute Schauspieler mitbringt, die zumindest mit Edgar Wallace sonst nichts zu tun hatten. Harry Riebauer war damals ja auch erst am Anfang seiner Filmkarriere, spielte hier vielleicht seine erste recht erfolgreiche Film-Hauptrolle und kam erst 4-5 Jahre später zu Wallace.

Der Täter erinnert mich von der Aufmachung her irgendwie stark an den Bogenschützen, aber hier springt der Funke, trotz des lustigen Fummels, in dem er rumläuft, interessanterweise über. Da sieht man, was eine Inszenierung so ausmachen kann...

Fazit: Ein absolut geniales Beispiel, wie sehr man Erfolgsschemen übernehmen kann, wo die diesbezüglichen Grenzen sein sollten und wie man dann durch Anreicherung mit ansonsten (fast) völlig ungebundenen Elementen einen richtig guten Film macht, der regelrecht Konkurrenz zu der Welle werden kann, aus der man das grundlegende Erfolgsschema ableitete. Eine der besten Krimi-Regie-Arbeiten von Harald Reinl innerhalb der Wallace-Welle. Gefällt mir rein stilistisch klar besser als sämtliche andere Wallace-Epigonen, die er machte und, abgesehen vom "Fälscher" und dem "Frosch" (die ich stilistisch etwa gleichwertig finde) auch besser als seine Wallace-Filme.
Ein fantastisches Ensemble, das diesen Film machte!

5/5 Punkten

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.507

04.03.2006 15:35
#2 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

Nach dem genialen "Der Henker von London" der beste Film der Bryan Edgar Wallace-Filme in schwarz-weiß! 4v5 Punkte
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http://www.agentennetz.de.vu
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HorstFrank Offline



Beiträge: 693

04.03.2006 16:32
#3 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

Ein wirklich toller Film mit guten Schauspilern, allen voran Harry Riebauer, Walter Giller und Rudolf Fernau, tolle Atmosphäre, spannend. Musik finde ich nicht so toll. Trotzdem 5/5 Punkten.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.507

04.03.2006 16:53
#4 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

Ich finde die Musik im übrigen mittlerweile richtig klasse und passend... Außer die Hintergrundmusik im Lokal.
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zinker84 Offline



Beiträge: 189

04.03.2006 21:41
#5 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

Warum hat hier noch keiner ein Wort über Dieter Eppler geschrieben. In keinem Wallace-Film hatte er eine so interessante Rolle wie im "Würger". Eppler blüht in seiner Rolle auf und überzeugt den ganzen Film lang.

Der "Würger" ist für mich noch besser als "Henker".


fritz k Offline



Beiträge: 243

05.03.2006 01:14
#6 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

Ich habe den Film schon länger nicht mehr gesehen. Auch meiner Meinung nach hatte Dieter Eppler hier seine beste Rolle in einem 60iger-Krimi. Walter Giller ist eine mutige Besetzung, die voll aufgegangen ist. Schade, daß er nicht häufiger bei Wallace eingesetzt wurde.
Rudolf Fernaus unheimliches Potential hätte noch mehr betont werden können.
Vieles in Handlung und Atmosphäre fand ich Wallace-typisch, aber schon fast zu schablonenhaft, vor allem die Inszenierung der Morde.
Mein Eindruck ist, daß man hier mit kräftig Grusel und reißerischen Morden Rialto übergipfeln wollte, aber in der Beliebigkeit steckenblieb.
Nichtsdestotrotz ein passabler Krimi.

KlausS Offline



Beiträge: 278

05.03.2006 10:42
#7 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten
Der "Würger" ist eine weiterer Beweis dafür, dass Harald Reinl einfach der beste Regisseur seiner Zeit war. Egal was er im Krimibereich anfasste, ob Wallace, Mabuse oder BEW, es war einfach gut.
Für meinen Geschmack sind seine Wallace-Filme mit Abstand die besten der Serie.

Wo er "drin" war, stand Karin Dor drauf (oder anders herum......) und beide (Reinl/Dor) wussten (im Gegensatz zu seinem "Konkurrenz-Kollegen" Alfred Vohrer) genau, wann es Zeit war aus der Serie auszusteigen, bevor sie durch blödsinnige Titel und dem für mich bis heute unerträglichen Hispano-Italo-Murks völlig versaubeutelt wurde.

Er wusste einfach, wie die Schauspieler am besten einzusetzen waren. So wurde gerade Dieter Eppler von Reinl immer besonders gut eingesetzt (ebenfalls in "Bande des Schreckens" oder "Weisse Spinne") und immer ein "Unheimlicher" (manchmal Fernau, manchmal Fritz Rasp).

Sehr gewagt finde ich die "Enthauptungsszene" mit dem über die Strasse gespannten Seil, die für damalige Verhältnisse schon exzessive Gewaltdarstellung gewesen sein musste.
Alles in allem ist der Würger nicht nur mein Lieblingsfilm der BEW-Serie, sondern ein Highlight im gesamten s/w-Krimi Bereich.

Viele Grüße
KlausS

Peitschenmönch Offline




Beiträge: 534

05.03.2006 22:01
#8 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

Stimmt, die Drahtszene war wirklich hart und absolut konsequent, aber dadurch wirklich für nen Krimi richtig cool.

Andreas Offline




Beiträge: 349

08.03.2006 16:24
#9 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

langweilig, man will gar nicht wissen wer unter der mütze steckt. reinls schwächster krimi. reißerischer titel und nicht viel mehr. einmal anschauen reicht defintiv, 1,5/5 Punkten
http://carryon.foren-city.de/

Der Hexer Offline



Beiträge: 373

10.03.2006 08:54
#10 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

Wir sprechen hier aber alle vom gleichen Film, oder??

"Der Würger von Schloss Blackmoor" stellt gegenüber dem relativ Schwachen Vorgängerfilm ("Koffer") eine extreme Steigerung dar.
Mit diesem Film hat Harald Reinl einen seiner besten Krimis überhaupt geschaffen: erstklassige Besetzung, spannende Story und die unheimlichste Atmosphäre in einem BEW-Film überhaupt.
Die absoluten Highlights sind die makaberen Morde (Motorrad-Köpfung, Kopf im Paket etc.).
Hier hat Reinl einiges gewagt - und gewonnen.
"Der Würger..." kann man beinahe als Horrorfilm bezeichnen.
Musik und Kamera passen erstklassig zum schaurigen Geschehen.
Der beste s/w-BEW (zusammen mit "Der Henker von London") und eine der besten Wallace-Epigonen - der kann mit den Top-Filmen der Rialto-Serie mithalten.
Ganz klar 5/5.


Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

10.03.2006 16:02
#11 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

@ KlausS:

Danke, du triffst es genau!

Von mit kriegt der Film von Harald Reinl (der zweifellos der beste war) 5 / 5

ewok2003 Offline




Beiträge: 1.290

12.03.2006 12:47
#12 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

In Antwort auf:
Der "Würger" ist eine weiterer Beweis dafür, dass Harald Reinl einfach der beste Regisseur seiner Zeit war.

Im Allgemeinen treffen die Vohrer-Filme meinen persönlichen Geschmack dann doch mehr. Aber wie ich schon festgestellt habe, sind hier im Forum die Geschmäcker verschieden.

Gruß, Ewok

fritz k Offline



Beiträge: 243

12.03.2006 19:05
#13 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

Meinen Geschmack treffen die Filme von Alfred Vohrer durchweg auch eher.
Vohrer als ehemaliger Synchronregisseur war eher ein Schauspieler-Regisseur mit mangelnder Lust auf Action,
Reinl als Arnold-Fanck-Schüler von Anfang an auf Action spezialisiert, ohne große Ambition auf Drama und psychologische Feinheit.
Deswegen finde ich ganz klar, daß Vohrer der bessere Wallace-Regisseur und Reinl der bessere Karl-May-Regisseur ist.
Im Cinegraph über den deutschen Film gibt es über beide Regisseure diesbezüglich sehr interessante Essays ( na gut, wens interessiert).

KlausS Offline



Beiträge: 278

14.03.2006 11:17
#14 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten
Zitat von fritz k
Vohrer als ehemaliger Synchronregisseur war eher ein Schauspieler-Regisseur mit mangelnder Lust auf Action,
Reinl als Arnold-Fanck-Schüler von Anfang an auf Action spezialisiert, ohne große Ambition auf Drama und psychologische Feinheit.

Hallo fritz_k,

exakt das wage ich stark zu bezweifeln. Es ist ja nicht so, dass Vohrer keine tollen Wallace-Filme gemacht hat. Kein Zweifel oder Gegenstimme. Ich würde daher Deine Aussage sogar zeitlich bis zum "Indischen Tuch" mittragen. Offensichtlich wurde er dann aber einer kompletten Gehirnwäsche unterzogen oder hat durch Gedächtnisverlust alles verlernt, was er vorher gut gemacht hat. Er bediente sich plötzlich der allerbilligsten Stilmittel, nahm jedes nur ach-so-dümmliche Klischee mit und machte aus vielen tollen Grundstories plötzlich idiotische Klaumaukorgien gespickt mit BRAVO-Vorpubertäts-Szenen. Das hatte dann mit Qualität nichts mehr zu tun. Vohrer hat Spitzenklasse-Wallace-Filme gemacht, aber eben auch ein gutes halbes Dutzend Kreisklasse-Wallace, die mit Abstand die schlechtesten Krimiproduktionen aus Deutschland waren. Reinl's Filme hingegen waren immer auf sehr hohem "Niveau" (wenn man das dann von dieser Art von Filmen behaupten kann). Deshalb war Reinl für mich der bessere Krimiregisseur (aber Karl May auch, da gebe ich Dir Recht......). Was jetzt nicht heissen soll, dass alle Reinls besser sind als alle Vohrer.
Wie gesagt, die "Toten Augen", "Gasthaus" und "Indische Tuch" sind Spitzenklasse und besser als mancher Reinl. Aber die Konstanz fehlte bei den Vohrer-Filmen am Ende und so nahm dann das Schicksal beim "Hexer" seinen Lauf. Nicht das der Film an sich schlecht ist, aber plötzlich tauchten dann Charaktere auf, wie diese dümmliche "Hi-Hi-Hi"-Blondine Sophie Hardy, die vielleicht optisch durchaus zu gefallen wusste. Diese Art von "billigem" Schauspiel wurde dann immer mehr Teil der Serie. Inhaltlich wurde dann von Film zu Film mehr abgebaut und von einem "Schauspieler"-Regisseur wie Du ihn bezeichnet hast, blieb nicht mehr viel übrig. Gab zwischendurch auch mal einen Film, der das Prädikat "ganz nett" verdiente, aber tendienziell ging es im Sturzflug ab nach unten. Daher kam Vohrer sicher ein bedeutender Verdienst am Erfolg der Serie zu, aber auch eine grosse Schuld am Verfall.

Gut, jeder von beiden hatte seine "Spezis" als Darsteller. Der eine eben Karin Dor/Dieter Eppler/Ulrich Beiger/Fritz Rasp und Co., der andere eben Heinz Drache/Klaus Kinski/Horst Tappert und Co. Daran gibt es ja nichts Negatives zu bemängeln und da nimmt sich keiner von beiden etwas. Nur wenn einer von beiden auf rein optische Effekte setzte, dann war es Vohrer in seinen Werken. Zumindest ist das mein Eindruck.

Viele Grüße
KlausS

Der Hexer Offline



Beiträge: 373

14.03.2006 11:50
#15 RE: Bewertet: BEW - "Der Würger von Schloss Blackmoor" (2) Zitat · antworten

Das sehe ich nicht so. Vohrer hat durchaus nach dem "Tuch" sehr gute Wallace-Krimis gedreht.
Sicher ist das alles eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber meiner Meinung nach sind Filme wie "Der Hexer", "Die blaue Hand" und "Der Hund von Blackwood Castle" keineswegs schlecht, ganz im Gegenteil: diese drei Filme zählen für mich zu den Meisterwerken der Wallace-Reihe.

Dafür kann ich mit "Der Fälscher von London" weniger anfangen, weil Reinl versucht hat, einen ernsthaften Psycho-Krimi zu machen, was ihm meiner Meinung nach nicht gelungen ist, weil das Ergebnis einfach zu zäh und unspektakulär ist.
Und "Der Teppich des Grauens" ist einfach nur langweilig.
Also, so konstant war Reinls Qualität auch nicht.

Ich möchte Reinl gar nicht schlecht reden (Filme wie "Frosch", "Bande, "Mönch" oder "Der Würger von Schloss Blackmoor" sind über jeden Zweifel erhaben), aber eben auch herausstellen, dass Vohrer keineswegs qualitativ auf niedrigerem Niveau gearbeitet hat.

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