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Dieses Thema hat 365 Antworten
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Count Villain Offline




Beiträge: 4.620

12.04.2019 06:40
#346 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #13
Ach doch, diesbezüglich muss ich den uMönch schon "in Schutz nehmen". Im Gegensatz zum Abt, den ich sogar noch länger kenne, fand ich die Gestalt des Mönchs doch früher recht bedrohlich.


Das Wort bedrohlich würde ich dann auch wieder unterschreiben. Gerade auch in dem von dir aufgeführten Vergleich mit dem Abt.

Wallacefreund Offline




Beiträge: 242

13.04.2019 12:16
#347 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Toller und würdiger Abschluss der s/w Ära und für mich auch das Letzte wirkliche Highlight der Serie. Für mich hat der Film alles was ein Wallace braucht. Eine schöne Wallace Atmosphäre, Nebel, gute Schauspieler,durchweg unterhaltsame Handlung. Auch hier gibt es natürlich etwas zu kritisieren, aber das ist für mich nicht der Rede wert, da hier das Positive eindeutig überwiegt und somit mMn nicht stört.

Fazit :4,5 von 5 Punkten.

Stephan Offline



Beiträge: 114

14.04.2019 13:31
#348 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Gong:
**1/2(überdurchschnittlich):“ Spannend und voller schmunzelerregender Komik“

Pauer:
„.Regisseur Harald Reinl schuf mit DuM ein kleines Meisterwerk. Als gelungene Synthese von Kriminalfilm und Horrorfilm wird der Film den Anforderungen beider Genres gerecht. Exzellente Aufnahmetechnik und sorgfältige Ausstattung vervollkommnen das Vergnügen an den darstellerischen Leistungen, die bis in kleinste Nebenrollen geboten werden.““

Kramp:
„Daß dieser Film das absolute EW-Meisterwerk werden sollte, konnte(…) keiner ahnen. (…)Peter Thomas lieferte seine insgesamt beste Wallace-Musikkomposition ab.(…) Alles in allem hat Reinl jedoch einen ausgezeichneten Film gedreht.(…) In diesem Sinne kann getrost behauptet werden, daß DuM die Quintessenz aller Schwarzweiß-EW-Filme ist.““

Tses:
„Harald Reinl bedient sich großartiger Gruseleffekte und zeigt, daß er das Licht- und Schattenspiel in bester Fritz-Lang-Manier beherrscht. Dieser Film machte ihm Spaß, und das Publikum bekommt es zu spüren. Leipnitz und Dor sind ideal besetzt. Die Musik von Peter Thomas tut das ihrige dazu. Die Grimassenschneiderei von Hartmut Reck erinnert an grausamste Stummfilm-Mimik.“

Hohmann:
„…im Grunde exzellenten Streifen (…) Die Täterauflösung(…)wirkte aber arg konstruiert, um nicht zu sagen hanebüchen.(…)Doch generell erwies sich die Besetzung von DuM nicht mehr als Positiv-Faktor, der inhaltlich weitaus schwächere Wallace-Krimis noch unterhaltsam machte….Sie konnten nicht überdecken, dass Harld Leipnitz merkwürdig unbeteiligt, fast wie ein Fremdkörper wirkte.(…) Doch die genannten Mängel sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass DuM einer der besten Beiträge der Rialto-Filmreihe war und im Gesamtpaket deutlich aus dem Gros der anderen Produktionen heraus ragte.“

Meine Meinung:
Der unheimliche Mönch ist schon als Roman ein starker Gothic-Horror-Thriller und hätte tatsächlich mit großem Abstand der gruseligste und atemberaubendste Beitrag der Serie werden können, zumal man sich eine der brutalsten Waffen der Serie zugelegt hatte.
Dass der Streifen auf mich nicht so überzeugend wirkt wie andere, liegt an verschiedenen Faktoren oder Kleinigkeiten, wie die für mich nervtötende Musik von Peter Thomas. Entweder platzt einem das Trommelfell von einer Saxophon-Armada oder Karin Dor wird einer Kitschsoße übergossen, dass man denkt, Rosen-Resli komme gleich um die Ecke.
Hartmut Reck und Harald Leipnitz wirken auch auf mich nicht überzeugend. Bei Leipnitz wollte man den Horror der Atmosphäre offenbar durch Kälte unterstreichen, er wirkt aber tatsächlich ausschließlich vollkommen unsympatisch und desinteressiert.
Und wenn z.B. Reck, Steppat und der ansonsten brillante Dieter Eppler so aus einem Munde „Gwendoline“ sagen, dass man sich in einer Aufführung der 11a des städtischen Gymnasiums wähnt, ist das einfach störend. Vielleicht wirklich darauf zurückzuführen, dass die Besetzung nicht so mega-erstklassig ist wie sonst.
Die Letkiss-Einlage hätte man – klar, sie passt zu einem Backfisch-besetzten Mädcheninternat – auch bei Pepe, der Paukerschreck nicht so viel anders erwarten können.
Ich komme nicht über 3,5 von 5 Punkten…

TV-1967 Offline



Beiträge: 652

14.04.2019 21:09
#349 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Für mich nach dem "Frosch" der zweibeste Wallace mit einer tollen Filmmusik (leider existiert bisher nur die Titelmusik) von Peter Thomas. Unverständlich warum Reinl nicht weitere drehte ...!

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 651

16.04.2019 15:07
#350 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Der unheimliche Mönch ist ein Kriminalkurzroman von Edgar Wallace, der nach einem recht erfolgreichen Theaterstück entstand. Am Anfang überfällt eine Bande in einer spektakulären Aktion einen Goldtransporter, raubt ihn aus und wird dann von ihrem ominösen Chef an die Polizei verraten, woraufhin dieser sich mit der Beute an einen unbekannten Ort hin absetzt und fortan nicht nur von den offiziellen Ermittlern, sondern auch von rachsüchtigen Ex-Kumpanen gesucht wird. Bald verlagert sich das Geschehen in eine ländliche Pension, wo sich allerlei seltsame Gestalten herumtreiben, unter anderem auch der unheimliche Mönch, der irgendwo auch noch heimlich Orgel spielt und die Leute erschrickt. Es dauert nicht lange und es sind erste Tote unter den Pensionsgästen zu beklagen, doch am Ende geht natürlich alles gut aus. Persönlich vermochte mich die ganze Geschichte nicht sonderlich zu fesseln, sie kam irgendwie doch zu aufgesetzt und unrealistisch herüber. Interessanterweise hat der englische Nachfolgefilm, Das silberne Dreieck, erstaunlich viel vom Grundplot der Mönch-Erzählung übernommen – der Überfall auf den Geldtransporter am Anfang, der Verrat der Gangster an die Polizei, die Suche nach dem geraubten Geld durch Polizei und betrogene Verbrecher, das Versetzen des Geschehens in eine eigene, abgezirkelte Welt, hier halt ein Zirkus, sowie allerlei zwielichtige Kreaturen und ein geheimnisvoller Mörder, der aber nicht mit Mönchskutte, sondern mit Wurfmessern durch die Gegend streift. Beim eigentlichen Mönch-Film ist bis auf die vermummte Hauptfigur eigentlich von der Vorlage fast gar nichts übriggeblieben. Was haben wir hier ? Einen vermummten Unhold, der sich mit einer Peitsche bewaffnet in ein Mädchenheim einschleicht, seinen Lebensunterhalt durch Mädchenhandel bestreitet, dann aber die Haupterbin des verstorbenen Besitzers des Anwesens kennenlernt und diese mordend vor ihren habgierigen Verwandten beschützt, daneben noch allerlei merkwürdige Figuren wie rachedurstige Französischlehrer und totenmaskenherstellende Taubenzüchter. Mal ehrlich – einen solch hanebüchenen Unsinn hätte sich Edgar Wallace nicht mal in seiner schlechtesten Schaffenszeit, von Verlegern und Buchmachern getrieben, ausgedacht. Es ist mir echt ein Rätsel, wie viele sich für diesen Film begeistern können. Auch den Film mit dem Frosch zu vergleichen – ich weiß nicht. Der Anführer mit Froschmaske, Gummihandschuhen und Giftgasapparaturen ist ja nun wirklich noch realistisch zu dem Chef der Mädchenhändlerbande, der sich mit seinen hartgesottenen Kumpanen auch in seiner albernen Verkleidung trifft, sich damit im schicken Wagen herumfahren lässt und offenbar auch in seinem privaten Herrensitz als „der Herr“ mit Kutte, Kapuze und Peitsche herumspaziert. Oje.
Die Musik von Peter Thomas ist in ihrer Theatralik besonders nervig, passt aber zum überzogenen Spiel von Dieter Eppler und Siegfried Lowitz als Erbschleicher, wobei ich mir letzteren irgendwie immer nur als Polizist und nicht als Verbrecher vorstellen kann.
Der Beginn der Mädchenpensionat-Träume der Regisseure wurde zwar schon beim Hexer gelegt, hier ist es aber noch um einiges schärfer. Hat man da Anleihen bei Agatha Christie genommen (Die Kleptomanin) ? Für die Farbfilme, eine gänzlich andere Welt, passt das ja auch, aber in der Schwarz-Weiß-ist der Mönch irgendwie ein Fremdkörper, da ändern auch einzelne gut und schaurig ins Bild gesetzte Szenen nicht viel.
Unglücklich ist hier die Verkettung von zwei Handlungssträngen geworden, etwas, was Herrn Reinl bei Zimmer 13 viel besser geglückt ist. Die Mädchenhandelstory für sich genommen hätte eine gute actionreiche Geschichte werden können, und die Fabel von den bösen Erbschleichern hätte durchaus für ein akzeptables Kammerspiel getaugt, aber beides zusammen wirkt unausgegoren und schlicht ermüdend.
Den Film auf Logikschwächen untersuchen zu wollen wäre sicher auch eine Extraarbeit. Da sag ich nur Auftauchen des Mönches zu eigentlich unmöglicher Zeit an unmöglichen Orten, Polizisten mit Gummiknochen, total unfähige Ermittler als Bewacher usw. usw.
Eddi Arendts Entlarvung als Oberschurke war ja nun mal schon lange fällig, aber man hätte ihn ruhig auch mal ohne Maske als Bösewicht agieren sehen wollen. Das Ende ist ja extra opernhaft geraten.
Karin Dors Rolle ist die einer gestandenen Frau und nicht mehr des netten kleinen Mädchens wie bei der Schreckensbande.
Ja, der letzte Film der guten alten S/W-Ära hat nur mehr wenig mit dem Anfang zu tun und weist schon in die Richtung, in der es nun weitergehen soll. Auch beim nochmaligen wohlwollenden Sichten kann ich mich da nicht für erwärmen – Geschmackssache halt.

Persönliche Wertung: 1,5 von 5 Punkten

Count Villain Offline




Beiträge: 4.620

16.04.2019 15:24
#351 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Ah, da ist ja auch endlich der lang erwartete Verriss.

Ich selbst würde zwar wahrscheinlich mehr Punkte als 1,5 geben, aber es ist sehr schön zu sehen, in wievielen Dingen @Dr. Oberzohn und ich übereinstimmen.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

16.04.2019 19:08
#352 RE: Bewertet: "Der unheimliche Mönch" (1965, 20) Zitat · Antworten

Ich kann Dr. Oberzohns Kritikpunkte ebenfalls nachvollziehen und viele von ihnen sogar unterschreiben. Eine originalgetreue Verfilmung wäre auf jeden Fall besser gewesen; ein mögliches, gut gelungenes Resultat kann man sich in Form des 1938er-Films "The Terror" ansehen. Dass der "uMönch" im Vergleich dazu teilweise groteske Spätserien-Hirn-aus-Klischee-an-Ware ist, scheint auch einem ordentlichen Anteil der Rezensenten im Rahmen der chronologischen Sichtung aufgefallen zu sein. Der Thread ist ja entgegen der Erwartungen nicht unbedingt randvoll mit Lobeshymnen und Liebeserklärungen (anders als etwa seinerzeit beim "Fälscher"). Dennoch erscheinen mir 1,5 Punkte gerade in Hinblick auf die vielgerühmten Reinl-Standards etwas tiefgestapelt; trotz inhaltlicher Schwächen ist ja die Besetzung nicht grundlegend verkehrt, das Setting oder die Bildgestaltung gänzlich reizlos. Ich muss zugeben, dass ich mit meinen 4 Punkten einen recht großzügigen Tag erwischt habe, aber in Anbetracht dessen, was die Reihe in der Farbphase noch liefern wird, kann es auf jeden Fall nicht schaden, sich noch reichlich Platz nach unten zu lassen.

Andreas Offline




Beiträge: 435

07.07.2019 11:52
#353 RE: Bewertet: "Der unheimliche Mönch" (1965, 20) Zitat · Antworten

Der UNHEIMLICHE MÖNCH kommt leider um ein paar Jahre zu spät. Er hätte anstelle des GRÜNEN BOGENSCHÜTZEN gedreht werden sollen! Man merkt hier deutlich, dass die Zeit für sw-Filme vorbei war und dieser Film im Vergleich zu den Vorgängern etwas zu bieder wirkt. Und leider über weite Strecken auch langweilig. Ich denke, Reinl hat hier seinen schwächsten Film gedreht - wenngleich dies auf hohem Niveau verstanden werden will.
Gleichwohl hat der Filme seine Stärken, angefangen von der Musik bis hin zur Täterauflösung. Die Nebenrollen sind allesamt gut besetzt und das gelegentliche Overacting verzeiht man gerne.

Es ist erfreulich, dass die sw-Äre mit einem dennoch akzeptablern Film endet und nicht mit einem vergleichsweise vergurkten NEUES VOM HEXER. Ich gebe diesem Film 4/5 Punkte.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.620

05.12.2020 17:23
#354 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Der schurkische Nachschuss: Missglückter Spagat aus traditionellem Kutten- und Schlossgrusel einerseits und neumodischer Mädchenhändlerthematik andererseits, in dem ohne Gefühl für Zwischentöne zu viel chargiert wird. Auch die Gesamtanmutung ist so hell und zeitgenössisch, dass man am Besten schon in Farbe gedreht hätte. 2,5 von 5 Punkten.

Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

05.12.2020 19:31
#355 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

"Der unheimliche Mönch" war ( neben dem "Frosch mit der Maske" und dem "Würger von Schloss Blackmoor" ) einer von Reinls BESTEN Krimis ( Wallaces ) gewesen, alleine die Darsteller, der Drehort, die Geschichte und die, schon besagte Täterauflösung...ALLES ALLERERSTE SAHNE!!!.

Die "Mönche" haben es mir bei Edgar Wallace sowieso angetan, nicht umsonst ist "Der Mönch mit der Peitsche", mein absoluter "Lieblings-Wallace" ( noch besser als Reinls Version ), zusammen mit der "blauen Hand"!!!.

Savini Offline



Beiträge: 769

05.05.2021 15:52
#356 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #333
Auch logische Schwächen gibt es einige. Warum zeigt sich beispielsweise der Mönch überhaupt den Mädchen und geistert im Park umher? Entführen tun sie doch die allen unbekannten, namenlosen Helfershelfer.

Ehrlich gesagt, habe ich sein Herumgeistern im Park auch nie verstanden. Wenn er mit seiner Peitsche auf die Mädchen zugeht, muss ihm doch klar sein, dass diese wegrennen, statt ihm zu folgen. Das Einzige, was er damit erreicht, ist doch, dass die Mädchen sich nicht mehr unbeaufsichtigt aus dem Haus trauen und so die Gelegenheiten weniger werden, sie entführen zu können.
Zitat von Count Villain im Beitrag #333
Und auch der Erbschleicherplot fällt in sich zusammen, kaum dass er begonnen hat, sind doch für die Rechtmäßigkeit eines Testaments in England die Unterschriften von zwei Zeugen notwendig! Die hätte es folglich geben und von Sir Richard auch irgendwie aus dem Weg geräumt werden müssen.

Tja, Kenntnisse im angelsächsischen Recht scheinen die Drehbuchautoren generell nicht gehabt zu haben, siehe die Aussagen über den Prozess gegen Gwendolins Vater: Nur einer der Geschworenen habe auf Totschlag befunden, deshalb sei er mit lebenslänglicher Haft davongekommen. Tatsächlich haben Geschworene aber bekanntlich darüber zu entscheiden, ob jemand im Sinne der Anklage schuldig oder nicht schuldig ist; ob diese auf Mord oder Totschlag lautet, ist Sache der Staatsanwaltschaft. Und das Strafmaß wird vom Richter festgelegt.
Daneben stelle ich es mir etwas schwierig vor, die Tötung eines gedungenen Mörders in Notwehr so hinzubiegen, dass sie der Polizei und dem Gericht wie ein vorsätzlicher Mord erscheint. In Hitchcocks "Bei Anruf Mord" bzw. dessen Theatervorlage) kommt das vor, aber dort sind die Umstände außergewöhnlich, so dass es plausibel wirkt.

Savini Offline



Beiträge: 769

05.05.2021 16:05
#357 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #334
Die eingeladene Gwendolin muss doch wenigstens ein wenig neugierig sein wegen der Erbschaftsmodalitäten - aber das Thema scheint sie überhaupt nicht zu interessieren

Es wirkt sogar fast so, als wisse sie gar nichts davon, da in ihrer Anwesenheit davon nie die Rede ist - bis ihr Onkel Richard sie im Finale mit dem Testament konfrontiert.

Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #334
Lady Patricia und Ronny diskutieren lauthals im Treppenhaus über Gwendolin und Ronnys vermeintliche Pläne - obwohl sie direkt im Zimmer und die Tür offen ist - wer macht denn so etwas?


Man könnte sich auch fragen, warum sie die Sache so breit und ausführlich im Konferenzzimmer zu Beginn besprechen, als die meisten Mädchen noch gar nicht in die Ferien verabschiedet wurden! Kommt keiner auf den Gedanken, das an der Tür gelauscht werden könnte?
Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #334
Der "Französischlehrer" d'Arol steht plötzlich einfach mal irgendwo im Schloss herum und sagt auch nichts, wenn man ihn anspricht.
Später latscht er - immer noch in Hut und Mantel - durchs ganze Haus. Das wirkt nicht mysteriös, sondern albern und so, als ob er sich verirrt hätte

Bei dieser Rolle frage ich mich, ob sie vielleicht im ersten Drehbuchentwurf noch nicht enthalten und dann eingefügt wurden, um eine weitere falsche Spur zu haben. Zumal der Mann nach zwei Drittel n völlig aus dem Film verschwindet. Nach dem ersten Sehen des Films hatte ich ihn übrigens ganz vergessen und war bei der zweiten Sichtung überrascht.
Übrigens wirkt Kinskis Rolle im "silbernen Dreieck" ähnlich aufgeklebt und unnötig.

Daneben sind mir noch zwei Sachen aufgefallen:
Wieso eigentlich die Tarnung als Taubenzüchter? Short könnte sich doch auch als Amateurfunker ausgeben und so die Signale geben. Oder behaupten, dass er bei Pferde- oder Hunderennen wette und deswegen öfter mit seinem Buchmacher telefonieren müsse (wobei sich Nachrichten codiert vermitteln ließen). Beides ginge viel schneller als die Sache mit den Brieftauben.
Und dann die Sache mit dem Geständnis auf Tonband: Selbst in der Welt der Wallace-Filme gilt eigentlich der Grundsatz, dass heimlich mitgeschnittene Gespräche als Beweis eine heile Sache sind (siehe Ling Chus Bemerkung zu Putek in den "gelben Narzissen"). Juristisch erscheint das fast ebenso fragwürdig wie die Morddrohung im "Zinker".

Savini Offline



Beiträge: 769

05.05.2021 16:17
#358 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #334
Immerhin gibt es einen netten Gag mit Sir John - "...er hat sich in Sie verliebt" - "Wieso, er kannte mich doch gar nicht!" Endlich mal ein guter Kalauer.

Aber ausgerechnet an dieser Stelle, unmittelbar durch der (auch musikalisch) auf "tragisch" gestimmten Auflösung? Das wirkt auf mich ähnlich deplatziert wie am Ende von "Zimmer 13", wenn Higgins plötzlich über seine Puppe jammert.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.620

23.09.2021 11:18
#359 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #333
Nur wenn man schon diesen Weg geht, hätte man ihn auch noch weiter gehen und bereits den Mönch in Farbe drehen sollen.


Oh ja, der Mönch in Farbe, das wäre es gewesen!

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Count Villain Offline




Beiträge: 4.620

14.12.2022 02:00
#360 RE: Wallace der Woche (22): Der unheimliche Mönch (1965) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #333
Dem unheimlichen Mönch tut die chronologische Sichtung gar nicht gut.


Eine nicht-chronologische Sichtung tut ihm hingegen sehr gut, wie ich gerade feststellen musste. Mit dem "Mönch" habe ich jetzt nach längerer Zeit mal wieder einen Wallace in meinen Player gelegt. Und ohne den Vergleich mit den atmosphärisch sehr dichten Vohrer-Vorgängern, wirkt er tatsächlich besser. Modern und frisch trotz ausreichend klassischer Zutaten, so wie es damals wohl auch gedacht war.

Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #334
? Die eingeladene Gwendolin muss doch wenigstens ein wenig neugierig sein wegen der Erbschaftsmodalitäten - aber das Thema scheint sie überhaupt nicht zu interessieren


Richard sagt doch bereits zu Beginn, dass Gwendolins Vater als Mörder erbunwürdig sei. Gwendolin hat also wahrscheinlich gar nicht erst mit einem Erbe gerechnet bzw. wäre bereits informiert worden, falls sie doch etwas geerbt hätte. Da sie nicht informiert wurde, ist es für sie also schlüssig anzunehmen, nichts zu erben. Und damit ist die Sache für sie erledigt.

Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #334
? Lady Patricia und Ronny diskutieren lauthals im Treppenhaus über Gwendolin und Ronnys vermeintliche Pläne - obwohl sie direkt im Zimmer und die Tür offen ist - wer macht denn so etwas?


Ich habe jetzt extra darauf geachtet: Die Tür wird im Rausgehen immerhin zugemacht. Um das mitzukriegen, muss man aber wirklich darauf achten.

Zitat von Savini im Beitrag #356
Ehrlich gesagt, habe ich sein Herumgeistern im Park auch nie verstanden. Wenn er mit seiner Peitsche auf die Mädchen zugeht, muss ihm doch klar sein, dass diese wegrennen, statt ihm zu folgen. Das Einzige, was er damit erreicht, ist doch, dass die Mädchen sich nicht mehr unbeaufsichtigt aus dem Haus trauen und so die Gelegenheiten weniger werden, sie entführen zu können.


Auch darauf habe ich jetzt noch einmal geachtet. Der Mönch geistert nie einfach so im Park herum. Bei seinem ersten Auftritt im Film setzt er sich nach der Begegnung mit den Mädchen direkt ans Steuer seines Wagens. Wahrscheinlich um zu seinen Komplizen zu fahren. Es war also mit ziemlicher Sicherheit eine zufällige Begegnung auf dem Weg zum Auto. In dem Fall einer solchen zufälligen Begegnung ist es dann auch besser als Mönch herumzugeistern statt als Smithy. Dann muss man sich hinterher wenigstens keine lästigen Fragen anhören, wohin man mitten in der Nacht noch will.

Und das zweite Mal ist dann schon die Ermordung von Lola. Da ist er von seinen Komplizen gewarnt worden.

Zitat von Ray im Beitrag #345
Für besonderes Amüsement hat diesmal der als "genial" bezeichnete Plan von Smithie und Short gesorgt, sich in Mädchenheime einzuschleusen, mit Brieftauben Nachricht zu geben, wenn diese das Heim verlassen, um sie dann zu entführen. Wirklich goldig.


Zitat von Savini im Beitrag #357
Wieso eigentlich die Tarnung als Taubenzüchter? Short könnte sich doch auch als Amateurfunker ausgeben und so die Signale geben. Oder behaupten, dass er bei Pferde- oder Hunderennen wette und deswegen öfter mit seinem Buchmacher telefonieren müsse (wobei sich Nachrichten codiert vermitteln ließen). Beides ginge viel schneller als die Sache mit den Brieftauben.


Es ging den beiden auch nicht um Schnelligkeit, sondern um Unauffälligkeit. Bratt hat nach der Entführung schließlich sofort prüfen lassen, ob telefoniert worden ist. Und dass man bei Telefonaten Codes benutzen kann, ist ihm sicher bewusst. Ebenso hätte alleine die Präsenz eines Funkgeräts für einen Verdacht schon ausgereicht. Auf die Tauben kommt er hingegen nur, weil er den Behälter gefunden hat.

Und außerdem müssen die Beamten dem Kommunikationsweg schließlich storytechnisch irgendwie auf die Schliche kommen. Zu perfekt darf er deshalb also auch nicht sein. Insofern ist die Taubengeschichte sicher nicht der schlechteste Kompromiss.

Zitat von Savini im Beitrag #356
Tja, Kenntnisse im angelsächsischen Recht scheinen die Drehbuchautoren generell nicht gehabt zu haben,


Es sei denn, es stand bereits so in der Romanvorlage. Monkford in der "Bande" lässt zum Beispiel sein Testament zusätzlich bezeugen. Im Roman und im Film.

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #350
Der Anführer mit Froschmaske, Gummihandschuhen und Giftgasapparaturen ist ja nun wirklich noch realistisch zu dem Chef der Mädchenhändlerbande, der sich mit seinen hartgesottenen Kumpanen auch in seiner albernen Verkleidung trifft, sich damit im schicken Wagen herumfahren lässt und offenbar auch in seinem privaten Herrensitz als „der Herr“ mit Kutte, Kapuze und Peitsche herumspaziert. Oje.


Auch der Frosch trifft sich mit seinen Kumpanen im Unterschlupf in seiner Verkleidung. Außerdem fährt der Mönch immer selbst! Und letzteres fällt wohl unter die deutsche Sicht von englischen Spleens könnte ich mir vorstellen.

Aber im Zusammenhang mit dem Wagen des Mönchs ist mir aufgefallen, dass er einen Beifahrer dabei hat, als er am Schrottplatz ankommt. Allerdings kann man nicht richtig erkennen, wer das eigentlich ist. Meine Vermutung ist ja, dass es Mr. Short sein soll, man aber ein Double verwendet hat, um einen Drehtag beim Schündler einzusparen. Würde zumindest Sinn ergeben, wenn der Mönch direkt vom Schloss kommt.

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