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  • Der Italo-WesternDatum18.07.2020 11:31
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema Der Italo-Western

    Kurios ist, dass der Film unter 4 verschiedenen Titeln in den deutschen Kinos lief:

    DIE FÜNF GEFÜRCHTETEN
    DIE FÜNF GEFÜRCHTETEN & EIN HALLELUJA
    DER DAMPFHAMMER
    DICKER, LASS DIE FETZEN FLIEGEN (neu synchronisiert und gekürzt)

  • Duell am Steuer (1957)Datum17.07.2020 12:59
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DUELL AM STEUER (HELL DRIVERS)
    GB (1957) - R: Cy Endfield - DE: 29.11.1957 - FSK 16 - V: Rank
    Darsteller: Stanley Baker, Herbert Lom, Patrick McGoohan, Peggy Cummins, Sean Connery, Gordon Jackson, David McCallum, Jill Ireland



    Nach einem Knastaufenthalt bewirbt sich Tom Yately bei einem Transportunternehmen als LKW-Fahrer. Die Firma stellt nur Männer ein, die am Tag mindestens 12 Fuhren vom Steinbruch zur Baustelle schaffen. Um das hinzukriegen, muss mit halsbrecherischer Geschwindigkeit gefahren werden. Doch die Route ist nicht ungefährlich und die Lastwagen sind in schlechtem Zustand. Von allen Kollegen hält der skrupellose Red mit 18 Fuhren pro Tag den Rekord und genießt dadurch eine Vorrangstellung. Schnell wird Tom vom Ehrgeiz gepackt und legt es darauf an, Red zu übertreffen. Doch der reagiert aggressiv und hetzt nicht nur die Fahrer gegen Tom auf, sondern manipuliert auch seinen Wagen. Als Tom dann auch noch von betrügerischen Machenschaften innerhalb der Firma erfährt, in die Red verwickelt ist, eskaliert die Rivalität ...



    Ein packendes Action-Drama mit einer Prise Sozialkritik - typisch für das britische Kino jener Zeit. Cy Endfields nüchterne, aber effektvolle Inszenierung beeindruckt durch eine realistische Milieuzeichnung. Ein Männerfilm, grau, trist und dreckig, der nicht zuletzt durch die überzeugenden Leistungen der Darsteller seine Wirkung erzielt. Einige davon, die damals noch nicht so bekannt waren, erlangten später internationale Berühmtheit.
    Hauptdarsteller Stanley Baker war zu dieser Zeit in Großbritannien bereits gut im Geschäft. Er spielte meist harte Burschen, wobei er bis dahin überwiegend unsympathische Kriminelle verkörperte. Auch Herbert Lom, dessen Karriere bereits in den 1940er Jahren begann, war als Schauspieler ziemlich bekannt und konnte sich später im internationalen Filmgeschäft etablieren. In "Duell am Steuer" spielt er den Italiener Gino, der ebenfalls Fahrer ist und Tom als treuer Freund zur Seite steht.
    Patrick McGoohan liefert als großspuriger und rücksichtsloser Red eine Super-Performance ab. Er wurde anschließend durch TV-Serien wie "Geheimauftrag für John Drake" oder "Nummer 6" (The Prisoner) populär, wirkte aber auch in vielen großen Filmproduktionen mit. Sean Connery, damals Mitte zwanzig, ist in einer Nebenrolle als Fahrer namens Johnny zu sehen. Weltberühmt sollte er später als "James Bond 007" werden. Für diese Rolle war auch Stanley Baker im Gespräch, der aber ablehnte. David MCallum spielt Toms jüngeren Bruder Jimmy, der nach einem Unfall auf Krücken angewiesen ist. Er schaffte bald darauf den Sprung nach Hollywood und wurde vor allem als "Illya Kuryakin" in der US-Agenten-Serie "Solo für O.N.K.E.L." bekannt. "Jill Ireland, die in einer kleineren Rolle als Kellnerin in dem Pub, in dem die Fahrer abends abhängen, zu sehen ist, heiratete zunächst David McCallum. Nach der Scheidung wurde sie 1968 die Frau von Charles Bronson und war in vielen seiner Filme mit dabei.

    "Ein unseriöses Transportunternehmen lässt seine Fahrer aus Profitgier von einem brutalen Vorarbeiter mit explosiver Ladung in lebensgefährliche Situationen hetzen, bis einer von ihnen sich entschließt, die Machenschaften aufzudecken. In seiner Kompromisslosigkeit bemerkenswerter Action-Reißer mit sozialkritischem Hintergrund" (Filmdienst)

  • Da Artur Brauner bekannt dafür war, die Drehbücher immer wieder umschreiben zu lassen, kann ich mir schon vorstellen, dass auch hier "viele Köche den Brei verdorben haben". Selbst der Titel wurde ja mehrfach geändert. Zunächst war "Ein Toter packt die Koffer", dann "Das Schloß des Grauens" vorgesehen.
    Vielen Dank auch für die Ehrenrettung des oft kritisierten Joachim Hansen, den ich durchaus mag und gerne sehe. An seiner darstellerischen Leistung gibt es hier rein gar nichts auszusetzen. Seinerzeit wurde der Film ohnehin nicht so negativ gesehen wie heute und auch das Publikum war mehr als zufrieden. Die Erstnote 2,7 kann mit den Wallace-Filmen der Rialto durchaus mithalten.

    "Ein Junior-Schriftsteller der Wallace-Dynastie lieferte die Motive für diesen Krimi, in dem ein mysteriöser und treffsicherer Messerwerfer seinen Opfern vor ihrem gewaltsamen Ende gepackte Koffer vor die Tür stellt. Verdächtige gibt es für den sympathischen Inspektor Joachim Hansen genug: einen blinden Bettler, den skurrilen Armenarzt, seine Lordschaft samt Kammerdiener und schizophrener Nichte. Ja, selbst die Dame seines Herzens und der mit den Hütern des Gesetzes verbündete Kriminalwissenschaftler könnten die Täter sein. Es geht um Rauschgift. Auf die Spur des Verbrechers kommt die Polizei durch das Bandgerät des Tonjägers Chris Howland, der auch für das Happy-end sorgt und dem ebenso gefesselten wie amüsierten Publikum zuzwinkert, Werner Klinglers an Spannungs-, Überraschungs- und Gruseleffekten reiche Story nicht allzu tragisch zu nehmen. Londoner Nebel, winklige Vorstadtstraßen und ein geheimnisvolles Schloss sorgen für Atmosphäre und einen milieugerechten Rahmen. Gesamtfazit: Ein zünftiger und gelungener Reißer der inzwischen bewährten deutschen Kriminalfilm-Serie." (Film-Echo)

  • Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    WER ZUERST SCHIESST, HAT MEHR VOM LEBEN (CA VA ETRE TA FÈTE)
    Frankreich/Italien (1960) - R: Pierre Montazel - DE: 22.12.1960 - FSK 12 - V: NF
    Darsteller: Eddie Constantin, Barbara Laage, Stephan Schnabel, Claude Cerval, Saro Urzi



    Geheimagent John Jarvis soll in Lissabon einen Kollegen namens Marc Lemoine ausfindig machen, der angeblich spurlos verschwunden ist. Dort angekommen stellt er schnell fest, dass er nicht der Einzige ist, der nach Lemoine sucht. Er trifft auch die reizvolle Journalistin Michele wieder, die er auf dem Flug von Paris nach Lissabon kennenlernte. Die beiden kommen sich ein wenig näher, doch sie werden schon bald von Unbekannten verfolgt und gejagt.

    Die FSK-Freigabe ab 12 Jahren deutet schon darauf hin, dass Eddie, zwar lässig wie immer, in Sachen Küsse und Schüsse etwas zurückhaltender ist. Seine Fäuste lässt er natürlich trotzdem sprechen. Ansonsten ist alles wie gehabt, wobei sich die Spannung eher in Grenzen hält. Dies war der erste Film der französischen Produzentin Vera Belmont, wobei sie sicher wusste, dass mit Eddie Constantine als Hauptdarsteller nicht viel schiefgehen konnte. Die Regie übernahm Pierre Montazel, der in erster Linie ein gefragter Kameramann war.
    Bei uns startete der Film zu Weihnachten 1960. Bereits einige Monate später musste der NF-Verleih Konkurs anmelden. Die weitere Kinoauswertung übernahm der neugegründete Nora-Verleih. Später erfolgte eine Wiederaufführung durch die Firma "Ceres". Wie üblich erhielt der Film zu diesem Zweck einen neuen Titel, der "Lemmy Caution schlägt zu" lautete. Von Lemmy Caution ist allerdings selbst in der Originalfassung keine Rede.

    "Es sei zugegeben, dass dieser Spionagefilm im Detail recht gut gemacht ist. Er enthält schöne Außenaufnahmen von Lissabon und Umgebung, forsch gefahrene Autojagden, fantasievoll ausstaffierte Gaunertypen, zünftige Prügeleien und auch hier und da etwas Humor. Aber wenn man sich rückblickend überlegt, worum es eigentlich ging, kommt man sich doch etwas genasführt vor. Immerhin, Eddie Constantine zeigt sich seinen Freunden wieder einmal von seiner draufgängerischen und unverwundbaren Seite." (Film-Echo)

    Film-Echo-Note: 3,2 (20 Meldungen)
    Frankreich: 1.958.258 Besucher (Paris: 400.705)

  • Operation "Kleiner Bruder" (1967)Datum11.07.2020 11:34
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema Operation "Kleiner Bruder" (1967)

    Zitat von Fabi88 im Beitrag #6

    Woher stammen deine Screenshots denn?

    Das sind Screenshots der englischsprachigen Fassung "Operation Kid Brother".

  • Operation "Kleiner Bruder" (1967)Datum08.07.2020 19:18
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema Operation "Kleiner Bruder" (1967)

    Wie der Link von "Joe Walker" belegt, wurde er nicht von GGH synchronisiert. Das wäre wohl auch des Guten zuviel gewesen.
    Der Film soll zuletzt bei "Premiere" gelaufen sein. Ist also schon einige Jahre her.

  • Operation "Kleiner Bruder" (1967)Datum08.07.2020 12:44
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    OPERATION "KLEINER BRUDER" (O.K. CONNERY)
    Italien (1967) - R: Alberto de Martino - DE: 26.4.1968 - FSK 16 - V: United Artists
    Darsteller: Neil Connery, Daniela Bianchi, Adolfo Celi, Bernard Lee, Lois Maxwell, Agata Flori, Anthony Dawson, Franco Giacobini, Guido Lollobrigida, Mirella Pamphili



    Das Gangstersyndikat "Thanatos" hat es auf die Goldreserven der reichsten Nationen der Welt abgesehen. Um diese durch Erpressung an sich zu bringen, lässt man in Marokko eine nukleare Magnetstrahlen-Waffe herstellen. Der britische Geheimdienst bekommt Wind von den Plänen und will die Organisation zerschlagen. Weil aber der Top-Agent, der als Spezialist für solche Einsätze gilt, gerade unabkömmlich ist, wendet man sich an dessen Bruder. Dieser ist von Beruf Chirurg, versteht sich aber auch auf Hypnose und Lippenlesen. Da er durch die Entführung einer Patientin in den Fall verwickelt ist, erklärt er sich notgedrungen zur Zusammenarbeit bereit. Derweil gibt es bei "Thanatos" Machtkämpfe in den eigenen Reihen um die Führungsposition.



    Sean Connerys jüngerer Bruder Neil, von Beruf Stukkateur, führte mit Frau und zwei Kindern ein ganz normales Leben im schottischen Edinburgh. Doch dann lud ihn der italienische Produzent Dario Sabatello zu Probeaufnahmen ein und bot ihm die Hauptrolle in einem Agentenfilm an. So entstand 1966 diese aufwändige und mit originellen Einfällen ausgestattete James-Bond-Persiflage, die als durchaus gelungen bezeichnet werden kann, da sie nie ins Absurde oder in Albernheiten abdriftet und neben Witz auch Spannung und Härte zu bieten hat.
    Natürlich kann Neil Connery seinem Bruder bzw. James Bond nicht das Wasser reichen. Zwar muss er seine Fäuste einsetzen, Handkantenschläge verteilen und von der Schusswaffen Gebrauch machen, doch obwohl ihm das überzeugend gelingt, wirkt er nie so richtig heldenhaft, sondern immer etwas unscheinbar, was ihn irgendwie aber auch sympathisch macht. Unter den weiteren Mitwirkenden findet man fünf Darsteller, die damals bereits Bond-Erfahrung besaßen: Bernard Lee und Lois Maxwell spielen als Geheimdienstchef und dessen Mitarbeiterin ähnliche Rollen wie in den 007-Filmen. Adolfo Celi und Anthony Dawson können als die zwei mächtigsten Männer bei "Thanatos" erneut zeigen, dass sie als Schurken und Bösewichte bestens einsetzbar sind. Auch Daniela Bianchi gehört zum Syndikat, wechselt aber rechtzeitig die Seiten und unterstützt den Agenten Connery tatkräftig im Kampf gegen das Böse. Den passenden musikalischen Klangteppich bastelten Ennio Morricone und Bruno Nicolai. Look, Ausstattung und Schauplätze des Films können sich ebenfalls sehen lassen.

    "James Bond erhielt einen Rivalen. Neil Connery tritt in die Fußstapfen seines berühmten Bruders! Agententhriller oder gepfefferte 007-Persiflage? Das ist bei dieser "Operation" mit Stars aus früheren Bond-Filmen die Frage ... (United Artists-Ankündigung)

    Ein Chirurg, der "kleine Bruder" von James Bond, in erfolgreichem Kampf gegen ein Verbrechersyndikat, das sich internationaler Goldvorräte bedienen will. Aufwändige, betont harte Agentenunterhaltung nach bekanntem Muster." (Filmdienst)

    Film-Echo-Note: 5,2 (22 Meldungen)
    Spanien: 916.811 Besucher

  • Tilo Prückner gestorbenDatum06.07.2020 14:52
    Thema von Giacco im Forum Off-Topic



    Der Film- und Fernsehschauspieler Tilo Prückner ist im Alter von 79 Jahren gestorben.

    In "Adelheid und ihre Mörder" war er der Kommissar Schubert, in der Reihe "Tatort" neben Robert Atzorn der Kommissar Holicek, in der ZDF-Serie "Kommissarin Lucas" der Hausmeister und zuletzt sah man ihn in der Vorabendserie "Die Rentner-Cops".

    Kinofilme (Auswahl):
    Einer von uns beiden (1974)
    Berlinger (1975)
    Bomber & Paganini (1976)
    Der Schneider von Ulm (1978)
    Die Hamburger Krankheit (1979)
    Der Zauberberg (1981)
    Der Schnüffler (1983)
    Die unendliche Geschichte (1984)
    Didi- Der Doppelgäner (1984)

  • Ennio Morricone gestorbenDatum06.07.2020 11:18
    Thema von Giacco im Forum Off-Topic

    Filmmusik-Ikone und Oscar-Preisträger Ennio Morricone ist im Alter von 91 Jahren gestorben.
    Er zählt zu den bedeutendsten Komponisten der Filmgeschichte.

  • Deutsche Stars in "Brennt Paris?"Datum03.07.2020 14:18
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    Nach dem erfolgreichen Vorbild "Der längste Tag" (1962), der die Landung der Westalliierten in der Normandie 1944 zeigt, entstand 1965 die ebenso aufwändige französisch-amerikanische Großproduktion "Brennt Paris?", ebenfalls mit Darstellern aus Frankreich, Deutschland und den USA. Regie führte René Clement, das Drehbuch schrieben Gore Vidal und Francis Ford Coppola und die Musik stammt von Maurice Jarre, der dafür eine Golden-Globe-Notierung erhielt.

    "Im August 1944 erhält General von Choltitz den Befehl, Paris gegen die vorrückenden Alliierten zu verteidigen - oder dem Erdboden gleichzumachen."

    Mehr als ein Dutzend deutscher Schauspieler wurden für "Brennt Paris?" verpflichtet:



    Gert Fröbe (General von Choltitz)
    Ernst-Fritz Fürbringer (Generalleutnant)
    Konrad Georg (Generalfeldmarschall)



    Joachim Hansen (Gefängniskommandant)
    Harry Meyen (Leutnant von Arnim)
    Hannes Messemer (Generaloberst Jodl)



    Wolfgang Preiss (Hauptmann von Ebernach)
    Peter Jacob (General Burgdorf)
    Peter Neusser, Karl-Otto Alberty (SS-Offiziere)
    Günter Meisner (SS-Kommandant)
    Helmut Schneider (Adjutant)
    Christian Rode, Otto Stern (Soldaten)
    Gerhard Bormann (im Dienste von Hauptmann v.Ebernach)

    Im August 1965 berichtete das Film-Echo über die Dreharbeiten:
    "Der Monat August 1944 war einer der heißesten in der Geschichte des Pariser Wetterbüros - der August 1965, in dem die Außenaufnahmen zu "Brennt Paris?" gedreht wurden, zeigt sich als einer der kältesten dieses Jahrhunderts. Die Helden der Résistance frieren in ihren zerfetzten Hemden und beziehen die Schweißperlen vom Maskenbildner. Für den 70 mm Panavisionfilm, der bis Ende des Jahres abgedreht sein soll, steht ein Budget von 6 Mio. Dollar zur Verfügung. Die Rolle des Generals von Choltitz, der Paris vor der Zerstörung bewahrt, wird Gert Fröbe wohl noch bis Anfang 1966 in Anspruch nehmen. Die Ausarbeitung eines Drehplans war und ist für diesen Film äußerst schwierig, da selbst Spitzenstars wie Kirk Douglas oder Alain Delon nur auf 8-10 Tage gebraucht werden. Jean-Paul Belmondo hatte seine Rolle bereits in der zweiten Woche abgedreht ...."

    Bei uns fand der Bundesstart des 168 Minuten langen Films in 60 Städten am 28.10.1966 statt. Von der FBW erhielt er das Prädikat "wertvoll".

    "Zum vernehmlichen Lobe René Clements ist zu sagen, dass er im Vergleich zu anderen Werken, mit den Schwierigkeiten filmischer Beschreibung miterlebter Geschichte sehr gut fertig wurde. Die geschickte Verbindung realer Straßenbilder mit gebauter Szenerie, das Nebeneinander von Wochenschauaufnahmen und dirigierter Kompaserie, geben dem Film den Stempel hoher Glaubwürdigkeit. Die Deutschen haben keinen Grund, mit ihrer Darstellung unzufrieden zu sein. Sie tauchen in so vielerlei Gestaltung und Haltung auf, dass jeder das ihm genehme Ebenbild finden wird. Auf den Plakaten stehen viele, viele große Namen und es gelang, alle die illustren Einzelkönner zu einem Ensemble zu vereinen. Gert Fröbe erhielt als deutscher General eine der wenigen durchgehenden Rollen. Die ersten Kinoeinsätze bei uns haben gezeigt, dass auch das deutsche Publikum die Dramatik empfindet, die den Pariser Ereignissen über jede Nuance der Darstellung hinweg anhaften wird." (Film-Echo)

    Film-Echo-Note: 4,0 (38 Meldungen) / Großstadt-Note: 2,8
    Frankreich: 4.946.274 Besucher

  • Eddie, Miezen und Moneten (1963)Datum01.07.2020 12:46
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    EDDIE, MIEZEN UND MONETEN (LA TELA DE ARANA)
    Spanien/Frankreich (1963) - R: José Luis Monter - DE: 6.9.1963 - FSK 16 - V: Pallas
    Darsteller: Eddie Constantine, Elisa Montés, José Nieto, Silvia Solar, Henri Cogan, Maria Silva, Adriano Dominguez



    Der amerikanische Schriftseller Eddie Ross hat nicht mal mehr Geld, um sein Zimmer in einer Pension in Madrid zu bezahlen. Da meldet sich telefonisch ein unbekannter Mann bei ihm, der sich Martinez nennt. Er bietet Eddie ein ansehnliches Honorar, falls er bereit wäre, für ihn zu arbeiten. Eddie willigt ein und erhält sogleich einen Vorschuss. Doch bald stellt er fest, dass sein Auftraggeber, den er nie zu Gesicht bekommt, jeden seiner Schritte überwacht und obendrein mit Mord und Erpressung zu tun hat. Er findet heraus, dass Martinez gerade einen großen Coup vorbereitet. Er will die Nationalbank um Banknoten in Millionenhöhe, die aus dem Verkehr gezogen werden, auf raffinierte Weise erleichtern. Aber das versucht Eddie zu verhindern.

    Erstmals beteiligte sich Spanien an einem Eddie-Constantine-Film. Daher spielt die Handlung in Madrid und es wirken fast nur spanische Darsteller mit. Selbst der Regisseur stammt von der iberischen Halbinsel. Außerdem ist der gute Eddie nicht als Lemmy Caution, Jeff Gordon oder überhaupt als Agent unterwegs. Nein, er ist ein harmloser Schriftsteller und muss demzufolge ohne Schießeisen und Sonderbefugnisse auskommen. Aber auf die üblichen Prügeleien und die Flirts mit hübschen Damen wurde natürlich nicht verzichtet. Und selbst wenn es vielleicht nicht ganz so turbulent wie sonst zugeht, ist es auf jeden Fall ein typischer Eddie-Film.

    "Was sich hier in diesem neuesten Eddie-Opus um den hieb-, stich- und schußfesten Hans Dampf in allen Kaschemmen und Schlafzimmern tut, kommt uns reichlich spanisch vor, denn bei den Moneten handelt es sich um 50 Millionen Peseten, um die ein geheimnisvoll getarnter Gangsterboss die Staatsbank in Madrid betrügen will. Und unter der Bezeichnung Miezen ist ein Sortiment attraktiver Original-Senoritas zu verstehen. Wider Willen wird unser Tausendsassa in diese Affäre verstrickt. Es besteht ja wohl von Anfang an kein Zweifel, dass er mit einem Augenzwinkern in gewohnter Manier alles zusammenschlägt, was sich ihm bei der Rettung des Peseten-Schatzes in den Weg stellt und dass ihm besagte Miezen in jeder Weise dabei behilflich sind, selbst wenn sie eigentlich für die Gegenseite arbeiten. Neu ist als tatkräftiger Helfer ein Schimpanse, der ihm wie weiland Tarzan zum Schluss sogar die Pointe stiehlt. Sonst spielt sich alles so ab, wie schon dutzendmal gehabt, mit Prügeleien, kleinen téte-a-tétes und vergeblichen Anschlägen auf Eddies werte Person." (Film-Echo)

    "Eddie Constantine - diesmal als schriftstellernder Amerikaner - entlarvt in Spanien einen abgefeimten Erpresser und verhindert einen Banküberfall. Härter und weniger parodistisch als andere Constantine-Filme." (Filmdienst)

    Film-Echo-Note: 3,5 (23 Meldungen)
    Frankreich: 1.137.358 Besucher (Paris: 161.224)

  • Gernot Endemann gestorbenDatum30.06.2020 17:40
    Thema von Giacco im Forum Off-Topic



    Der Schauspieler Gernot Endemann ist im Alter von 77 Jahren gestorben.
    Bekannt wurde er durch den TV-Mehrteiler "Die Unverbesserlichen". Als Rudi Scholz war er der Sohn von Inge Meysel und Joseph Offenbach. Er blieb auch weiterhin ein gefragter Serien-Darsteller ("Manni, der Libero", "Tatort", "Sesamstrasse" u.v.a.) und wirkte auch in diversen Krimi-Reihen mit.

    Kinofilme:
    Die Engel von St. Pauli
    Das gelbe Haus am Pinnasberg
    Unter den Dächern von St.Pauli
    Willi wird das Kind schon schaukeln
    Brüll den Teufel an (UK)

  • Teufelskreis (1961)Datum26.06.2020 13:03
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    TEUFELSKREIS (VICTIM)
    GB (1961) - R: Basil Dearden - DE: 30.5.1962 - FSK 18 - Prädikat: Besonders wertvoll - V: Rank
    Darsteller: Dirk Bogarde, Sylvia Syms, Peter McEnery, Dennis Price, John Barrie, Derren Nesbitt, Donald Churchill



    Niemand ahnt, dass der renommierte Londoner Anwalt Melville Farr, der mit seiner Frau Laura eine harmonische Ehe führt, in Wahrheit homosexuell ist. Als ihn eines Tages der junge Bauarbeiter Jack Barrett, zu dem er eine Zeitlang eine engere Beziehung unterhielt, sowohl in der Kanzlei als auch zuhause anruft, glaubt er, dass dieser ihn erpressen will und wimmelt ihn ohne ihn anzuhören ab. Tatsächlich ist Jack selbst das Opfer einer Erpressung und hat - um die geforderte Summe zahlen zu können - Firmengelder veruntreut. Er will das Land verlassen, wird aber vorher verhaftet. Um Farr zu schützen, verschweigt er die Erpressung, bei der es um ein kompromittierendes Foto geht und erhängt sich in seiner Zelle. Als Farr davon erfährt, ist er zutiefst geschockt und fühlt sich mitschuldig. Er setzt nun alles daran, die Erpresser ausfindig zu machen und bittet Eddy, einen Freund von Jack, ihm dabei zu helfen. Dass er damit seine berufliche Zukunft und seine Ehe aufs Spiel setzt, nimmt er in Kauf.

    "Teufelskreis" war einer der ersten kommerziellen Kinofilme, die sich offen und ernsthaft mit dem damaligen Tabu-Thema Homosexualität befassen. Die Krimi-Verpackung, die man der Geschichte gab, hat einen realistischen Hintergrund, denn da Homosexualität im Vereinigten Königreich offiziell verboten war, hatten fast 90 Prozent aller Erpressungen damit zu tun. Die Inszenierung ist nüchtern und effizient und zeichnet sich besonders durch die nicht-stereotype Darstellung schwuler Männer aus. Der Film ebnete den Weg für die Legalisierung von Homosexualität. Dazu kam es dann aber erst 1967.
    Hauptdarsteller Dirk Bogarde gehörte zu diesem Zeitpunkt in seiner Heimat zu den beliebtesten Leinwandstars. Obwohl er selbst schwul war - was er aber geheim hielt - nahm er die Rolle des Anwalts ohne zu zögern an. Für sein einfühlsames Spiel erhielt er von den Kritikern viel Anerkennung und konnte sich als ernsthafter Charakterdarsteller etablieren. Erstaunlich ist, dass er sich auch später nie geoutet hat. Laura, die Frau des Anwalts, wird von Sylvia Syms gespielt. Sie liebt ihren Mann trotz allem, doch ob es am Ende eine weitere gemeinsame Zukunft gibt, bleibt offen. Den verzeifelten Jack Barrett verkörpert der damals 21jährige Peter McEnery, der vor allem durch die Verfilmung des Bühnenstücks "Seid nett zu Mr.Sloane" (1967) populär wurde. Regisseur Basil Dearden war bekannt dafür, mit seinen Filmen heiße Eisen anzufassen und hatte zuvor bereits mit "Das Mädchen Saphir" auf rassistische Vorurteile in der britischen Gesellschaft aufmerksam gemacht.

    "Homosexualität als Motiv eines taktvoll und fesselnd gestalteten Films, der vordergründig als Kriminalgeschichte angelegt ist. Ein Anwalt glaubt sich von einem jungen Mann erpresst, der seinerseits Erpressern in die Hände fiel. Obwohl er Gefahr läuft, seine vielversprechende Karriere und seinen Ruf einzubüßen, setzt er sich erfolgreich zur Wehr." (filmdienst)

    "Der Film hat in England Aufsehen erregt und verdient auch bei uns starkes Interesse. Im Mittelpunkt steht ein noch junger, aber bereits sehr erfolgreicher und angesehener Anwalt, der Karriere und gesellschaftliche Stellung opfert, indem er sich als Zeuge gegen die Erpresser exponiert. Das ist nach einem sehr überlegten Drehbuch mit Können, Takt und sittlichem Ernst zu einem thematisch bedeutsamen und streckenweise auch recht spannenden Film geformt worden. Auch schauspielerisch werden ausgezeichnete Leistungen geboten. Das gilt nicht nur für Dirk Bogarde in der schwierigen Rolle des Anwalts und für Sylvia Syms als seine Frau, sondern auch für die Besetzung der Nebenrollen, besonders aber für die alle billigen Effekte meidende Darstellung der Homosexuellen

    Eine Film-Echo-Note liegt nicht vor, da der Film keine 10 Meldungen erhielt.

  • Walter WilzDatum22.06.2020 12:51
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema Walter Wilz

    Walter Wilz als Sammy Snapper in "Lange Beine - lange Finger" (1966)



    Regie: Alfred Vohrer - Prod.: CCC (Artur Brauner) - V: Nora
    Darsteller: Martin Held, Senta Berger, Joachim Fuchsberger, Hanns Lothar, James Robertson Justice, Helga Sommerfeld

    Baron Holberg und seine Tochter Doris klauen stinkreichen Damen die teuren Perlen und Juwelen vom Hals. Doch dann verliebt sich Doris in einen seriösen Anwalt und beschließt, ehrlich zu werden. Ihr Vater möchte das um jeden Preis verhindern.
    Sammy Snapper, ein Jugendfreund von Doris und der Wunsch-Schwiegersohn des Barons, ist zwar rein optisch vom Scheitel bis zur Sohle ein Gentleman mit Stil und Eleganz, doch dahinter verbirgt sich ein Fachmann in Sachen Kunstdiebstahl und Fälschung.

    "... Walter Wilz - sehr amüsant - als fachkundiger Spezialist für echte und falsche Picassos."(Film-Echo)

    Bei der Premire im ausverkauften Berliner Gloria-Palast gab es viel Szenenapplaus und donnernden Schlußbeifall. Joachim Fuchsberger stellte in einer witzigen Conference die anwesenden Mitwirkenden (darunter Walter Wilz) vor.
    Bereits in den ersten 2 Wochen meldete der Gloria-Palast 30.994 Besucher.

  • Claus Biederstaedt gestorbenDatum22.06.2020 12:00
    Thema von Giacco im Forum Off-Topic



    Der Schauspieler Claus Biederstaedt ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Er gab sein Leinwand-Debüt 1952 in "Die große Versuchung" und wurde gleich als bester Nchwuchsdarsteller ausgezeichnet. 1963 spielte er den Inspektor Wembury in der ZDF-Wallace-Verfilmung "Der Hexer". 1965 wirkte er in "Hotel der toten Gäste" mit. Man sah ihn später auch in vielen TV-Krimi-Serien (Der Kommisssar - Derrick- Der Alte u.a.). Daneben war er als Synchronsprecher tätig.

  • Der Mann im Strom (1958)Datum20.06.2020 12:27
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DER MANN IM STROM

    BRD (1958) - R: Eugen York - PR:: CCC (Artur Brauner)- DE: 15.8.1958 - FSK 12 - V: Europa
    Darsteller: Hans Albers, Helmut Schmid, Gina Albert, Jochen Brockmann, Hans Nielsen, Roland Kaiser, Wolfgang Völz, Carsta Löck, Ludwig Linkmann, Joseph Offenbach



    Um wieder als Taucher arbeiten zu können, bewirbt sich der 60jährige Paul Hinrichs bei einer Hamburger Bergungsfirma. Weil er weiß, dass er wegen seines Alters kaum Chancen hat, fälscht er das Geburtsdatum in seinen Papieren. Er bekommt den Job, stellt aber schnell fest, dass er der körperlichen Belastung nicht mehr so recht gewachsen ist. Doch das ist nicht sein einziges Problem. Seine Tochter Lena hat wieder Kontakt zu ihrem Ex-Freund Manfred aufgenommen, der in Hinrichs Augen ein unzuverlässiger Taugenichts ist und keinen Sinn für ehrliche Arbeit hat.

    Familientaugliches Unterhaltungsdrama, von Eugen York nach bewährtem Schema etwas bieder in Szene gesetzt. Sämtliche Konflikte lösen sich am Ende im Handumdrehen in Wohlgefallen auf und alle haben sich lieb. Dabei hätte der Stoff weitaus mehr Möglichkeiten geboten. Die soliden Darstellerleistungen sorgen dafür, dass man trotzdem akzeptabel unterhalten wird. Neben Hans Albers überzeugt auch Helmut Schmid, der als Freund von Hinrichs Tochter drauf und dran ist, sich auf illegale Geschäfte einzulassen, am Ende aber die Gelegenheit erhält, sich zu bewähren. Tochter Lena wird gespielt von der heute völlig unbekannten Gina Albert. Sie galt damals als hoffnungsvolles Nachwuchstalent, doch nach nur vier Leinwandauftritten verschwand sie von der Bildfläche. Ferner mit dabei sind Jochen Brockmann als Hinrichs Kollege Kuddel, Hans Nielsen als Chef der Bergungsfirma und Wolfgang Völz als Schnösel mit kriminellen Ambitionen. Die Musik steuerte Hans Martin Majewski bei, wobei auch das Seemannslied-Lied "Rolling Home" Verwendung fand.
    Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Siegfried Lenz. 2006 wurde der Stoff mit Jan Fedder in der Hauptrolle für die ARD neu verfilmt.

    "Eine Hafengeschichte aus Hamburg. Ein 60jähriger Tauchexperte "verjüngt" sich, um wieder Arbeit zu bekommen. Seine Urkundenfälschung wird durch eine besondere Leistung wettgemacht. Publikumsfreundlicher Unterhaltungsfilm, der die sozialen Aspekte seines Themas zugunsten einer gemütvollen Paraderolle für Hans Albers ausspart." (Filmdienst)

    Film-Echo-Note: 4,4 (22 Meldungen)

  • Ein Bulle sieht rot (1970)Datum19.06.2020 14:43
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    EIN BULLE SIEHT ROT (UN CONDÉ)
    Frankreich/Italien (1970) - R: Yves Boisset - DE: 6.5.1971 - FSK 18 - Prädikat: wertvoll - V: Constantin
    Darsteller: Michel Bouquet, Gianni Garko, Francoise Fabian, Michel Constantin, Bernard Fresson, Theo Sarapo, Rufus, Adolfo Celi, Pierre Massimi, Serge Nubret, Henri Garcin



    Gangsterboss Tavernier will die Bar von Roger Dassa als Umschlagplatz für seine Drogengeschäfte nutzen. Doch Dassa weigert sich und wird daraufhin von Taverniers Handlangern umgebracht. Dan Rover, ein guter Freund des Ermordeten, will dessen Tod rächen und kontaktiert Viletti, einen Kumpel aus seiner kriminellen Vergangenheit. Gemeinsam lauern sie Tavernier in der Nacht auf und erschießen ihn. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich auch die beiden Kriminalbeamten Barnero und Favenin vor Ort, die Tavernier observieren, um ihm bei einem krummen Geschäft zu erwischen. Sie nehmen die Verfolgung der Flüchtenden auf, wobei Barnero durch einen Schuss von Viletti tödlich verletzt wird. Favenin will Vergeltung für den Tod seines Kollegen und startet einen erbarmungslosen Rachefeldzug.

    Mit diesem Euro-Crime-Thriller greift Regisseur Yves Boisset ein brisantes Thema auf, indem er das kompromisslose Porträt eines Polizisten zeichnet, der sich über das Gesetz stellt. Dieser Mann hat keine Hemmungen, zu erpressen, Gewalt anzuwenden, zu foltern und zu töten, wenn es darum geht, seine Ziele zu erreichen. Lino Ventura sollte die Rolle des unerbittlichen Bullen ursprünglich spielen, doch er lehnte ab, weil er den Charakter zu unsympathisch fand. Yves Boisset entschied sich dann mit Michel Bouquet für einen völlig gegensätzlichen Typ, der gerade wegen seines unauffälligen Aussehens und seiner ruhig-monotonen Art zu sprechen umso bedrohlicher und gefühlloser wirkt. Die Brutalität und die Gewaltszenen des Films wird man heute kaum noch als etwas besonderes wahrnehmen. Im Produktionsjahr dürfte das aber noch eine andere Wirkung gehabt haben. Wegen Denunziation von Polizeigewalt sollte der Film damals verboten werden. Er wurde mehrfach von verschiedenen Gremien geprüft und am Ende mussten ein paar Dialoge gelöscht und eine Verhörszene geändert werden.
    Neben Michael Bouquet, der seine Rolle beängstigend intensiv spielt, ist Gianni Garko, Star des italienischen Genre-Kinos, als Dan Rover zu sehen. Michel Constantin ist sein alter Kumpel, der auf der Flucht den sie verfolgenden Barnero (Bernard Fresson) erschießt und damit den blutigen Amoklauf Favenins in Gang setzt. Als Barbesitzer wird Pierre Massimi gleich zu Beginn brutal verprügelt und nur wenig später umgebracht. Francoise Fabian spielt seine Schwester, die das Lokal übernimmt und ebenfalls von den Gangstern drangsaliert und erpresst wird. Adolfo Celi kehrt als Hauptkommissar manche Sachen einfach unter den Teppich. Theo Saporo, der durch seine Heirat mit der zwanzig Jahre älteren Sängerin Edith Piaf bekannt wurde, spielt einen der Handlanger Taverniers. Kurz vor dem Kinostart kam er bei einem Unfall ums Leben. Außerdem bietet der Film ein Wiedersehen mit dem ehemaligen "Mister Universum" Serge Nubret, den man als "Pongo" aus dem "Fluch des schwarzen Rubin" kennt. In Frankreich sorgte der Wirbel um ein mögliches Verbot im Vorfeld für viel Publicity, was den Kinobesuch ankurbelte. Das Interesse des deutschen Publikums war dagegen ziemlich gering.


    "Das Werbeversprechen, dies sei ein harter Film, wird erfüllt. Im Dschungelkrieg der Pariser Unterwelt und beim Amoklauf eines Polizisten, der den Tod eines Kameraden rächt, gibt es übergenug Blut und Brutalität. Nun wollten aber offenbar die Macher nicht nur einen Schieß-und-Töte-Film, sondern auch Hinweise auf Querverbindungen zwischen Verbrechen und Staatsgewalt geben. Das aber wird zu oberflächlich behandelt, um überzeugen zu können. Der Film lebt vom gekonnt dargestellten Schrecken des Augenblicks. Das schockt jeweils für Minuten, interessiert aber nicht über das Hellwerden hinaus" (Film-Echo)

    "Um seinen Freund und Kollegen zu rächen, der während des Dienstes von Gangstern erschossen wurde, greift ein Polizeibeamter selbst zu kriminellen Methoden. Gut gespielter, aber zwiespältiger Kriminalfilm, dessen gesellschaftskritischen Verweise angesichts der effektbetonten Inszenierung aufgesetzt wirken."(Filmdienst)

    Film-Echo-Note: 5,9 (12 Meldungen)
    Frankreich: 1.328.785 Besucher (Paris: 463.446)

  • Vollmacht für Jack Clifton (1965)Datum16.06.2020 12:41
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    VOLMACHT FÜR JACK CLIFTON (Agente 077 DALL`ORIENTE CON FURORE)
    Italien/Frankreich/Spanien (1965) - R: Sergio Grieco - DE:22.10.65 - FSK 18 - V: Pallas
    Darsteller: Ken Clark, Margaret Lee, Philippe Hersent, Fabienne Dali, Evi Marandi, Franco Ressel, Mikaela, Fernando Sancho, Ennio Balbo, Gianni Medici, Claudio Ruffini, Lorenzo Robledo



    Der angesehene Wissenschaftler Kurtz, der eine neue Wunderwaffe entwickelt hat, kommt in Istanbul bei einer Detonation in seinem Hotelzimmer ums Leben, was in der internationalen Presse für Schlagzeilen sorgt. Heston, Europa-Chef der CIA, vermutet jedoch, dass er keineswegs tot ist, sondern nur entführt wurde. Er beordert seinen besten Mann Jack Clifton nach Paris, um dort Kontakt mit Professor Preminger aufzunehmen, dem Kurtz vorher noch Geheimdokumente anvertraut hat. Doch Preminger wird vor den Augen von Clifton ermordet. Bevor er stirbt, kann er ihm aber noch Informationen über den Verbleib der Dokumente geben. Doch hinter diesen ist auch Gangsterboss Goldwyn her, der Kurtz kidnappen ließ und ihn nun gefangen hält.

    "Vollmach für Jack Clifton" wurde von Sergio Grieco solide und einigermaßen zügig nach den üblichen Genre-Mustern inszeniert, ist aber mit einer Laufzeit von 103 Minuten ein wenig zu lang geraten, zumal die zahlreichen Fights zwischen Clifton und den stets selben Gegnern auf Dauer ermüden. Als Schauplatz wurde vor allem der Bosporus ansprechend ins Bild gesetzt und beim turbulenten Finale wird noch einmal alles aufgeboten, was die Herzen der Fans solcher Filme höher schlagen lässt.
    Ken Clark macht auch diesmal wieder als Titelheld eine gute Figur und agiert souverän wie immer. Als sein Gegenspieler Goldwyn darf Franco Ressel einmal mehr den Bösewicht verkörpern. Ennio Balbo ist der entführte Wissenschaftler und Gianni Medici der Polizei-Captain von Istanbul. Fernando Sancho hat nur einen Gastauftritt als Lokalbesucher, der Jack Clifton bei einer wilden Prügelei tatkräftig unterstützt. Diverse Damen dürfen natürlich auch nicht fehlen: Fabienne Dali ist die eiskalte Gespielin des Bösewichts, wird aber schnell von unserem Helden durchschaut. Als Tochter des Wissenschaftlers ist Evi Marandi zu sehen und Margaret Lee, die als Agentenkollegin erst im letzten Filmdrittel auftaucht, spielt in Istanbul zur Tarnung Cliftons Ehefrau.

    "Wieder einmal balgen sich Gangster und Agenten um den Erfinder einer Wunderwaffe, und wieder einmal muss ein Titelheld allen Gefahren trotzen und herausfinden, ob ihm erotische Gelegenheiten verliebten oder bösen Herzens dargeboten werden. Mit bunten und verlockenden Außenaufnahmen geht es von Istanbul über Paris nach Madrid und zurück an den Bosporus. Bei der Fülle themenähnlicher Filme kann es nicht ausbleiben, dass so manche Szene als routinemäßige Wiederholung des Oftgesehenen erscheint. Aber dem, der die Prügeleien auf Dauer satt bekommt, bleiben ja noch die durchweg sehr attraktiven Partnerinnen des blondmähnigen Hauptdarstellers Ken Clark." (Film-Echo

    "Triviales Spionageabenteuer nach James-Bond-Manier mit einigen "Sex-and-Crime"-Einlagen. Schlecht gespielt, drittklassig erdacht und inszeniert." (Filmdienst)

    Start-Ergebnisse:
    Berlin, Metropol (998 Pl.): gut (3)
    Mainz, Capitol (500 Pl.): überragend (1)
    Wiesbaden, Apollo (450 PL.): sehr gut (2)

    Film-Echo-Note: 3,3 (28 Meldungen) / Erstnote: 2,6
    Spanien: 1.384.421 Besucher
    Frankreich: 650.849 Besucher

  • Straße der Verheißung (1962)Datum10.06.2020 12:59
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    STRASSE DER VERHEISSUNG

    BRD (1962) - R: Imo Moszkowicz - DE: 13.11.1962 - FSK 18 - V: Nora
    Darsteller: Mario Adorf, Karin Baal, Johanna von Koczian, Amedeo Nazzari, Wolfgang Wahl, Paul Muller, Wolfgang Völz, Carola Rasch, Lotte Ledl



    Bei einem Landgang im Hafenviertel von Neapel lässt der Matrose Joe an einer Weggabelung eine Münze darüber entscheiden, in welche Richtung er gehen soll. Die Straße führt in die Paradiso-Bar zu der Striptease-Tänzerin Nina. Beide verlieben sich in einander, doch ihre Beziehung wird durch Eifersucht, Alkohol und Auseinandersetzungen auf die Probe gestellt. Um zu zeigen, was passiert wäre, wenn Joe den anderen Weg genommen hätte, kehrt der Film zum Ausgangspunkt zurück. Diesmal trifft er auf die verwöhnte Luxusdame Valentina und wieder ist Liebe im Spiel. Doch Valentina hat gewisse Verpflichtungen gegenüber einem etwas undurchsichtigen Herrn und der versucht, Joe in kriminelle Machenschaften zu verwickeln.

    Ein Mann zwischen zwei Frauen in einem Film, der die Frage stellt: Ist der Weg eines Menschen vorbestimmt? Die Filmbewertungsstelle zeichnete das Werk immerhin mit dem Prädikat "wertvoll" aus. Die Dreharbeiten begannen Anfang September 1962 an Originalschauplätzen in Neapel und die anschließenden Atelieraufnahmen fanden in München statt.
    Nach "Max, der Taschendieb" war dies der zweite Kinofilm des damals 37jährigen Fernsehregisseurs Imo Moszkovicz. Anschließend drehte er noch das amouröse (Un-)Lustspiel "Es war mir ein Vergnügen", mit dem er allerdings eine Bauchlandung erlebte. Mit der Note 6,0 bildete der Film das Schlusslicht der Erfolgsrangliste 1963. Grund genug für Moszkowicz, sich fortan wieder auf die Fernseharbeit zu konzentrieren. Die Musik stammt einmal mehr von Martin Böttcher. Da etliche Szenen des Films im Nachtclub-Milieu spielen, gibt es auch eine Gesangsanlage. Die dunkelhäutige Olive Moorefield stellt als Barsängerin die zum Thema passende Frage:"Wohin führt die Straße des Lebens?". Ihre Stimme ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Dem Produktionsjahr 1962 entsprechend wird natürlich auch der damalige Modetanz Nummer 1, der Twist, präsentiert.

    "Die ungewöhnliche Idee des Films beruht darauf, die Geschichte eines einfachen Mannes von einem Ausgangspunkt nacheinander in zwei Variationen zu erzählen. Beide Erzählungen sind angereichert mit gängigen Rauf- und Bar-Szenen, Eifersuchtsmätzchen, undurchsichtigen Schieber- und Polizeiaffären, mit Sentimentalität, Spannung und umrißhaft skizzierten skurrilen Typen. Die tiefere Absicht des Autors ist so gut kaschiert, dass man sie letzten Endes kaum noch spürt. Auch der neapolitanische Schauplatz - es wurde dort längere Zeit original gedreht - tritt nicht sonderlich in Erscheinung. Ansonsten aber ist Klaus von Rautenfelds Bildgestaltung wie immer gut. Hübsche Einfälle hatte der Komponist Martin Böttcher. Der Schnitt zeigt Witz und Tempo. Und Imo Moszkowicz, der Regisseur, hat das Buch mit allen Vorzügen und Schwächen geschickt in Szene gesetzt. Ganz real, direkt und unkompliziert. Als ein Stück wechselvoller, flotter Unterhaltung. Wer vordergründig nur das Ganze sehen will, braucht sich um Schicksal, Zufall und Charakter kaum Gedanken noch zu machen.
    Darstellerisch hervorragend: Mario Adorf. Sein Seemann, Kraftmeier mit handfesten Grundsätzen und sanftem Gemüt, trägt mühelos die Hauptlast der Aktion. Präzise und überzeugend: Karin Baal, Amedeo Nazzari und der Bumslokalwirt Wolfgang Wahl. In einer blassen Rolle als blasse Erscheinung: Johanna von Koczian. Hinsichtlich der Publikumschancen lässt "Straße der Verheißung" durchaus verheißungsvolle Prognosen zu."


    Film-Echo-Note: 4,3 (46 Meldungen)

    Das Filmplakat:
    https://www.postertreasures.com/Filmplak...erheissung.html

  • Der zweite Mann (1963)Datum05.06.2020 13:34
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DER ZWEITE MANN (The Running Man)
    GB (1963) - R: Carol Reed - DE: 13.9.1963 - FSK 16 - V: Columbia-Bavaria
    Darsteller: Laurence Harvey, Lee Remick, Alan Bates, Fernando Rey, Eddie Byrne



    Seinen Tod vortäuschen, die Lebensversicherung kassieren und ab in den Süden - so hatte Charterpilot Rex Black sich das ausgemalt und alles scheint nach Plan zu laufen. Während er sich in einer kleinen Pension versteckt hält, spielt Ehefrau Stella die trauernde Witwe. Doch dann taucht plötzlich Stephen Maddox, ein Ermittler der Versicherung bei ihr auf. Obwohl Stella sich durch sein Auftreten und seine Fragen etwas verunsichern lässt, scheint er keinen Verdacht zu schöpfen und Rex setzt sich wie geplant nach Malaga ab. Nachdem Stella das Geld kassiert hat, folgt sie ihm. Rex hat inzwischen die Identität eines reichen Australiers angenommen, dessen Pass ihm zufällig in die Hände fiel. Er spielt dessen Rolle fast ein wenig zu auffällig und lebt auf großem Fuß, was Stella zunehmend stört. Und dann steht plötzlich Maddox, der Mann von der Versicherung vor ihr. Er gibt sich völlig harmlos und behauptet, Urlaub zu machen. Doch bei Rex und Stella läuten die Alarmglocken.



    Wer einen raffinierten Thriller voll knisternder Spannung erwartet, wird wohl eher enttäuscht werden. Allen anderen kann man den Film aber durchaus empfehlen. Er beginnt mit der Trauerfeier für den "tödlich verunglückten" Rex Black und dem anschließenden Besuch des Versicherungsagenten bei der vermeintlichen Witwe. Danach wird in zwei kurzen Rückblenden die Vorgeschichte erzählt. Fortgesetzt wird die Handlung dann unter südlicher Sommersonne im malerischen Malaga.
    Im Mittelteil stagniert die Handlung ein wenig, was aber überhaupt nicht stört, denn das Verhalten der drei Protagonisten untereinander wird von Argwohn, Verunsicherung, Zweifel und falschen Auslegungen bestimmt, was der Zuschauer, der zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht weiß, woran er ist, mit Interesse verfolgt. Und im letzten Filmdrittel kann man sich ohnehin nicht mehr über fehlendes Tempo und zu wenig Dramatik beklagen. Regisseur Carol Reed inszenierte stilsicher und legte Wert auf Stimmungen und Zwischentöne. Die sorgfältige Kamera-Arbeit verleiht dem Ganzen einen Hauch von ausgesuchter Eleganz, wobei schon die leuchtenden Farben und die attraktiven südspanischen Schauplätze für eine besondere Atmosphäre sorgen. Nicht zuletzt sind es aber auch die drei Hauptdarsteller, die den Film tragen und einen wesentlichen Beitrag zum positiven Gesamteindruck leisten. Der deutsche Titel wurde wohl in Anlehnung an Carol Reeds Klassiker "Der dritte Mann" gewählt. Auch darin geht es um einen Mann, der seinen eigenen Tod inszeniert. Weitere Gemeinsamkeiten gibt es aber nicht.

    "Der Film handelt von falschen Annahmen, die zu falschen Schlüssen führen; von verführerischen Gelegenheiten, die den wahren Charakter eines Menschen hervorbringen. Alle drei Performances sind superb: Lee Remick mit der zunehmenden Nervosität der unbehaglichen Betrügerin; Laurence Harvey mit einem moralischen Gestaltwandel vom Opfer des Schicksals zum Täter und Alan Bates mit seiner latenten Bedrohlichkeit. In den Dialogen zwischen dem Urauber Maddox und dem falschen Australier Rex knistert die Gefahr der Enthüllung und das mediterrane On-Location-Flair an der Meerenge von Gibraltar in den frühen Sechzigern mit Sonnenbrille, Cabrios und Bloody Marys verleiht "The Running Man" eine Extraportion Charme."(Filmkuratorium)

    Film-Echo-Note: 4,3 (14 Meldungen)

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