Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Board hat 1.513 Mitglieder
175.969 Beiträge & 6.773 Themen
Beiträge der letzten Tage
Foren Suche
Suchoptionen
  • Die Wölfe von Los Angeles (1960)Datum15.10.2020 13:57
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DIE WÖLFE VON LOS ANGELES - (KEY WITNESS)
    USA (1960) - R: Phil Karlson - DE: 4.11.1960 - FSK 18 - V: MGM
    Darsteller: Jeffrey Hunter, Pat Crowley, Dennis Hopper, Susan Harrison, Jony Baker, Johnny Nash, Frank Silvera, Corey Allen, Bruce Gordon



    Fred Morrow wird in einem Vorstadtbezirk von Los Angeles zufällig Zeuge, wie ein junger Mann am hellichten Tag von einer Bande Halbstarker bedrängt, und von ihrem Anführer, den sie "Cowboy" nennen, niedergestochen wird. Da keiner der Umstehenden etwas unternimmt, verständigt er die Polizei und stellt sich als Zeuge zur Verfügung. Doch es gelingt der Bande, seine Identität herauszufinden. Man bedroht ihn und seine Familie, damit er seine Aussage zurückzieht. Es fängt harmlos an mit zerstochenen Autoreifen und eingeworfenen Fensterscheiben, artet aber schnell in brutalen Terror aus, dem sich die Betroffenen wehrlos ausgesetzt fühlen. Wie lange wird Fred Morrow dem Druck standhalten?

    Thematisch mag der Film heutzutage nicht mehr viel neues bieten, was aber nichts daran ändert, dass es sich um passable Krimi-Kost aus den frühen Sechzigern handelt, gut inszeniert und durchweg unterhaltsam. Wobei der Schluss nicht so ganz zu überzeugen vermag. Viele Szenen wurden in den Straßen von Los Angeles gedreht, was dem Film einen realistischen Anstrich gibt. Jeffrey Hunter erweist sich in der Rolle des Fred Morrow geradezu als Idealbesetzung. Seine Frau Ann, anfangs beunruhigt, später fast schon hysterisch, wird von Pat Crowley dargestellt. Einen seiner frühen Leinwandauftritte hat hier Dennis Hopper als böser Oberfiesling "Cowboy". Susan Hamilton ist als Rockerliebchen Ruby auch nicht gerade zimperlich. Die Szenen mit ihr am Anfang des Films wurden mit einer eingängigen Melodie unterlegt, die den Titel "Ruby Duby Du" trägt und sich seinerzeit zu einem kleinen Hit entwickelte. Der kürzlich verstorbene Johnny Nash, der hier ebenfalls zur Bande gehört, machte später Karriere als erfolgreicher Pop- und Soulsänger. Als Police Detektive Torno ist Frank Silvera der einzige Verbündete, den Fred Morrow hat. Seinen Schutz und den seiner Familie kann aber auch er nicht gewährleisten.

    "This Little Picture is fast, tough, tight, sickeningly real to watch and wonderfully well put together." (New York Times)

    "Dieser Film soll ein Appell sein. Er ruft auf zur Zivilcourage. Man versucht, an einem krassen Beispiel klarzumachen, dass einem organisierten Terror gegenüber auch die Polizei in einem gewissen Maße machtlos ist, wenn sich nicht in der Bevölkerung Mutige finden, die sie im Kampf unterstützen. Besonders am Anfang gut gemacht, hält der Film die Spannung bis zum Schluss, mündet aber leider mehr und mehr in das sattsam bekannte Film-Halbstarken-Klischée. Völlig unglücklich ist der Versuch, auch noch das Farbigen-Problem einzubauen. Unter den Darstellern besticht Susan Hamilton als liebestolle Rowdy-Braut. Jeffrey Hunter spielt den braven Bürger. Ein Film, der nicht nur in den Action-Häusern sein Publikum finden sollte." (Film-Echo, 1960)

    Film-Echo-Note: 4,2 (17 Meldungen)

  • Agent 505 - Todesfalle BeirutDatum11.10.2020 09:29
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema Agent 505 - Todesfalle Beirut

    Mir fällt da nur die Pidax-VÖ mit den 3 Jack-Clifton-Filmen ein. Von denen sollen allerdings zwei das falsche Format haben und der dritte ist wohl leicht gekürzt. Genaues weiß ich aber nicht, da mir diese 3er-VÖ nicht vorliegt.
    Ansonsten gäbe es noch die Kommissar-X-Komplettbox, die jedoch nur noch zu Fantasiepreisen gehandelt wird.

  • Agent 505 - Todesfalle BeirutDatum10.10.2020 14:02
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT
    D/F/I (1966) - R: Manfred R. Köhler - DE: 22.4.1966 - FSK 18 - V: Nora
    Pr.: Rapid, München (50%) - Metheus, Rom (30%) - C.L.C:, Lyon (20%)
    Gesamtleitung: Wolf C. Hartwig
    Darsteller: Frederick Stafford, Harald Leipnitz, Geneviéve Cluny, Renate Ewert, Chris Howland, Willy Birgel, Gisella Arden, Pierre Richard, Renato Lupi, Carla Calo



    Eine Verbrecher-Organisation plant einen Giftgas Anschlag auf Beirut. Zuvor entledigt man sich einiger lästiger Mitwisser durch Morde, bei denen es keinerlei Hinweise auf die Todesursache gibt. Doch eines der Opfer kann vorher noch einen Hinweis auf die drohende todbringende Gefahr geben. Das ruft Agent 505 Richard Blake auf den Plan, der herausfinden soll, wer hinter der Sache steckt. Doch die Gegenseite ist bereits informiert und versucht, ihn aus dem Weg zu räumen. Eine erste Spur führt ihn in den Nachtclub "Cage d´Or", dessen Besitzer der undurchsichtige Omar Abdullah ist.

    Agentenfilme boomten Mitte der 1960er Jahre. Das blieb auch dem Produzenten Wolf C.Hartwig nicht verborgen, der mit seinen Fernost-Abenteuerkrimis bereits eine Art Vorläufer geschaffen hatte. Mit dem Agenten 505 wanderte er erstmals ganz gezielt auf den Spuren von James Bond. Mit Frederick Stafford, der zuvor als OSS-117 einen erfolgreichen Leinwandauftritt absolviert hatte, stand ihm ein kompetenter Hauptdarsteller zur Verfügung, der eine ausnehmend gute Figur macht. Zumal sein maßgeschneiderter Anzug selbst nach überstandenen Strapazen stets perfekt sitzt. Die Story hat zwar ihre Schwächen, was aber durch die Rasanz der Actionszenen und die aufwändige Inszenierung ausgebügelt wird. Die Musik steuerte Ennio Morricone bei und der Libanon bildet eine landschaftlich reizvolle Kulisse. Chris Howland sorgt als Sidekick des Agenten 505 für humoristische Auflockerungen, die im Vergleich zu seinen früheren Krimi-Auftritten allerdings etwas dezenter dosiert sind. Willy Birgel verkörpert den verdächtig scheinenden Omar Abdullah, Pierre Richard hat als Polizei-Inspektor ausreichend zu tun und Gisella Arden bringt als Nachtclub-Artistin ihre körperlichen Reize ins Spiel. In ihrer letzten Leinwandrolle spielt Renate Ewert eine FBI-Agentin, die als Zimmermädchen getarnt Informationen sammelt. Genevieve Cluny wird als Fotografin, die sich in Blake verliebt, von den Gangstern als Druckmittel benutzt. Völlig harmlos gibt sich Harald Leipnitz, aber Kenner lassen sich dadurch nicht täuschen, weil sie wissen, dass es am Ende immer Überraschungen geben kann.

    "Hier macht sich Frederick Stafford als James-Bond-Epigone mit der Nummer 505 auf, um mit Super-Agenten-Appeal, je nach Bedarf anziehend ausgezogene Weiblichkeit oder eine weltweite Gangsterorganisation zur Strecke zu bringen. Sie versucht, Beirut mittels eines geheimnisvollen chemischen Giftstoffes in ein riesiges Leichenfeld zu verwandeln und jagt Verrätern, unliebsamen Zeugen und Gegnern lautlos gefrorenen Sauerstoff ins Herz, der keine Spuren hinterlässt. 505 übersteht natürlich alle Gefahren, als lebende Zielscheibe in der Wüste ebenso wie in Nachtlokalen, zu Wasser und auch in der Luft. Er befreit seine reizende blonde Kampfgefährtin Genevieve Cluny aus der Gewalt der Verbrecher und dringt in das Labor der machtlüsternen Bande ein, entlarvt den bis zum aufregenden Schluss gut getarnten Drahtzieher, der gerade seinen Kumpan aus dem Wege geräumt hat, um allein in den Besitz des Giftes zu kommen. Chris Howland als Helfer lockert die Spannung durch Jux-Einlagen,als weiterer zuverlässiger Verbündeter erweist sich der einheimische Inspektor Pierre Richard. Geheimnisvolle Forschungsanlagen, Wissenschaftler in raumfahrerähnlichen Verhüllungen, die Schönheit der libanesischen Hauptstadt und die Landschaftskulisse an der Mittelmeerküste bilden einen abwechslungsreichen Rahmen für das atemberaubende Geschehen."(Film-Echo)

    Film-Echo-Note: 4,0 (30 Meldungen)
    Frankreich: 980.359 Besucher (Paris: 252.047)
    Spanien: 893.022 Besucher

  • Völlig richtig. Bei "Modesty Blaise" handelt es sich um eine Romanfigur. Erfunden wurde sie Anfang der 1960er Jahre vom Engländer Peter O´Donnell. Er schrieb auch die erste Drehbuchfassung für den Film. Diese wurde aber verworfen und völlig umgekrempelt. Von O´Donnels Fassung ist nur ein einziger Satz erhalten geblieben.

  • Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    MODESTY BLAISE - DIE TÖDLICHE LADY - (MODESTY BLAISE)
    GB (1966) - R:Joseph Losey - DE: 16.9.1966 - FSK 18 - Prädikat: wertvoll - V: Centfox
    Darsteller: Monica Vitti, Terence Stamp, Dirk Bogarde, Michael Craig, Harry Andrews, Rossella Falk, Scilla Gabel, Tina Marquand, Wolfgang Hillinger



    Es geht um Diamanten im Wert von 50 Mio.Pfund. Diese kostbaren Steine hat die britische Regierung einem Wüstenscheich versprochen, um sich damit Ölförderrechte zu sichern. Gemeinsam mit ihrem Partner Willie Garvin (Terence Stamp) übernimmt Superagentin Modesty Blaise (Monica Vitti) den Auftrag, dafür zu sorgen, dass die wertvolle Fracht sicher beim Empfänger ankommt. Sie soll als Lockvogel für den berüchtigten Gangster Gabriel (Dirk Bogarde) dienen, der sich auf einer Inselfestung im Mittelmeer niedergelassen hat und hinter den Diamanten her ist.



    Ein knallbunter Comic-Strip, teilweise schrill und grotesk, bevölkert von skurrilen Charakteren und voll von verrückten Ideen. Einzelne Passagen sind gut gelungen, andere sind albern oder abstrus. Das gilt vor allem für die erste Hälfte des Films, die den Zuschauer eher verwirren oder gar ermüden dürfte. Eine Straffung hätte hier sicher nicht geschadet. Da es sich um eine Agentenfilm-Parodie handelt, gibt es selbstverständlich auch wilde Verfolgungsjagden, Explosionen, Unterwasser-Action, Spezialwaffen und ausgefallene Todesarten. Das typische Sixties-Feeling erzeugt schon gleich zu Beginn der schmissige Titelsong, dargeboten vom britischen Pop-Duo David & Jonathan. Von den durchweg guten Darstellern weiß jeder auf seine Art zu überzeugen. Monica Vitti soll bei den Stunts meist etwas ungeschickt gewesen sein, was im Film aber kaum auffällt. Für die stilistisch bemerkenswerte Inszenierung zeichnet Joseph Losey verantwortlich, der zuvor noch mit künstlerisch anspruchsvollen Werken wie "Der Diener" oder "Für König und Vaterland" vorzugsweise Cineasten bediente. Seine Uraufführung erlebte "Modesty Blaise" im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele in Cannes.

    "Dem strapazierten Genre der Agentenfilme konnte man keinen besseren Auftrieb geben, als eine Frau statt eines Mannes über Verbrecher und Geheimdienste triumphieren zu lassen. Nun sind Drehbuchautor und Regisseur offensichtlich von dem Gedanken ausgegangen, dass es in ihrem Film zwar blutig, aber nicht blutig ernst zugehen soll. Der Humor sollte aber auch nicht bis zur offenen Parodie getrieben werden. Mit anderen Worten: Man wollte zwar mit dem kassenfüllenden Wind der Agententhriller segeln, aber doch deutlich werden lassen, dass man die Aufregung um 50 Mio.Pfund in harter Diamantenwährung auch ironisch attackieren kann. Ein solches Doppelspiel birgt natürlich die Gefahr, dass man sich zumindest für einen Teil der Besucher zwischen zwei Stühle setzt. Außerdem bleibt der notwendige Einwand gegen das Drehbuch von Evan Jones, dass zu oft und über zu lange Strecken Verwirrung mit Spannung verwechselt wird. Besonders in der ersten Hälfte fällt es oft schwer, den roten Faden zwischen belanglosen Sequenzen, gelungenen Gags und eigenwilliger Schnitt-Technik zu erkennen. Was den Film über andere Versuche mit aufgelockerten Agentenstories stellt, sind die brillante Farbtechnik des Kameramannes und das Gefühl des Regisseurs für szenische Überraschungen und skurrile Gestalten. Was er mit Dirk Bogarde in der Rolle eines sich weibisch gebärdenden Gewaltverbrechers treibt, ist eine Kabarettvorstellung für sich. Auch für Rossella Falk als Killerin fand Losey eine Fülle effektvoller Einfälle. Monica Vitti absolviert das volle Pensum eines Agentenstars, fügt eine gehörige Portion Sex hinzu und wird gemeinsam mit ihrem Arbeitskollegen Terence Stamp sogar für einen Musical-Auftritt eingesetzt.
    Die Reaktion des deutschen Publikums dürfte unterschiedlich sein und zwischen lautem Vergnügen und achselzuckender Enttäuschung liegen.
    (Film-Echo)

    Film-Echo-Note: 4,1 (18 Meldungen) / Erstnote: 3,8
    Spanien: 917.048 Besucher
    Frankreich: 566.700 Besucher

  • Walter WilzDatum03.10.2020 11:31
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema Walter Wilz

    Walter Wilz als "Peter Monar" in "Geheime Wege" (USA 1961)



    In diesem amerikanischen Spionagethriller, der in Wien und Budapest spielt, gehört Walter Wilz zum ungarischen Empfangskomitee, das den angeblichen US-Reporter und seine Sekretärin vom Bahnhof ins Hotel geleitet. Bei höflicher Konversation prostet man sich im Hotelzimmer mit Champagner zu.
    Peter Monar ist Assistent des zuständigen Ministers. Es ist nur eine kleine Rolle, aber Walter Wilz hat anschließend noch eine längere Dialogszene mit dem Hauptdarsteller Richard Widmark.

  • Geheime Wege (USA 1961)Datum03.10.2020 11:21
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema Geheime Wege (USA 1961)

    GEHEIME WEGE - (THE SECRET WAYS)
    USA (1961) - R: Phil Karlson - DE: 1.9.1961 - FSK 16 - V: Universal
    Darsteller: Richard Widmark, Sonja Ziemann, Charles Regnier, Walter Rilla, Senta Berger, Howard Vernon, Hubert von Meyerinck, Heinz Moog, Walter Wilz, Jochen Brockmann, Ady Berber, Raoul Retzer



    Nach der Niederschlagung des ungarischen Aufstands 1956 durch die Sowjetunion, übernimmt der Amerikaner Mike Reynolds den Auftrag, den Führer einer Widerstandsbewegung, Professor Jansci, aus dem besetzten Budapest in den Westen zu schleusen. In Wien macht er Julia, die Tochter des Professors ausfindig und reist mit ihr unter falschem Namen und als Journalist getarnt, nach Budapest. Obwohl sie dort bespitzelt werden, gelingt es ihnen, in Janscis geheimes Quartier vorzudringen. Doch der weigert sich zunächst, das Land zu verlassen. Erst als er den Ernst der Lage erkennt, erklärt er sich einverstanden. Doch man ist ihnen bereits auf den Fersen und bevor sie die Grenze erreichen, landen sie im Gefängnis der Geheimpolizei. Nun kann ihnen nur noch "der Graf" helfen, der ebenfalls zur Untergrundbewegung gehört und die Fluchthilfe organisiert.

    US-Star Richard Widmark spielt nicht nur die Hauptrolle, sondern produzierte auch den Film, der nach Motiven eines Romans von Alistair MacLean entstand. Er soll außerdem einen Teil des Films selbst inszeniert haben, da es während der Dreharbeiten zu einem Zerwürfnis mit dem Regisseur Karlson kam. Gedreht wurde im Spätsommer und Herbst 1960 in Österreich, größtenteils in Wien. Erstaunlich für einen amerikanischen Film ist, dass die Besetzung überwiegend aus deutschen und österreichischen Darstellern besteht. Die vielen Nachtaufnahmen ermöglichten das übliche spannungsfördernde Spiel mit Licht und Schatten, hallenden Schritten in dunklen Gassen und effektvollen Geräuschen. Das gibt der ansonsten konventionellen Story immerhin atmosphärische Dichte. Während Richard Widmark mit seinem Spiel fast jede Szene beherrscht, wirkt Sonja Ziemann als Tochter des Professors, den Walter Rilla darstellt, meist ein wenig zurückgenommen. Als "der Graf", der in einem waghalsigen Handstreich versucht, die Gefangenen zu befreien, zeigt Charles Regnier sein Können. Senta Berger ist als leichtes Mädchen zu sehen, Howard Vernon als Oberst der Geheimpolizei. Einen passablen Eindruck hinterlassen auch in kleineren Rollen Hubert von Meyerinck, Ady Berber, Walter Wilz und die weiteren Mitwirkenden.

    "Regisseur Phil Karlson und die Autoren zeigten sich bei der Dramatisierung des Ost-West-Themas weitgehend unbelastet von dem Gewicht, mit dem dieses Problem westeuropäische Gemüter bedrückt. Phil Karlson inszenierte einen Reisser. Die Story erzählt von einem amerikanischen Abenteurer. Aus Mangel an Kleingeld lässt er sich von einem undurchsichtigen Schweizer Bankier anheuern, den Chef einer ungarischen Untergrundbewegung aus Budapest herauszulotsen. Fraglos "stimmen" die von dem Film gezeichneten Erscheinungsformen kommunistischer Diktatur. In der komprimierten Form, in der sie dargeboten werden, wirken sie indessen plakativ. Auch in der Inszenierung sparte die Regie nicht mit knalligen Effekten. Dass Phil Karlson von Darsteller-Führung eine Ahnung hat, beweisen die guten Leistungen von Richard Widmark, Sonja Ziemann und der umfangreichen weiteren Besetzung. Ein Sonderlob gebührt der spannungsgeladenen Fotografie von Max Greene." (Film-Echo)

    "Ein amerikanischer Agent rettet auf abenteuerliche Weise einen Professor, der in der ungarischen Untergrundbewegung tätig ist, vor der Liquidierung. Ein effektvoll inszenierter Spionage-Thriller mit stimmungsvoller Fotografie." (Filmdienst)

    Film-Echo-Note: 4,3 (28 Meldungen) / Erstnote: 3,6
    Frankreich: 658.475 Besucher (Paris: 113.254)

  • Das kunstseidene Mädchen (1960)Datum30.09.2020 12:45
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DAS KUNSTSEIDENE MÄDCHEN
    D/F/I (1960) - R: Julien Duvivier - DE: 16.2.1960 - FSK 18 - V: Deutsche Film Hansa
    Darsteller: Giulietta Masina, Gert Fröbe, Gustav Knuth, Harry Meyen, Christiane Maybach, Ralf Wolter, Rudolf Platte, Friedrich Schönfelder, Hannes Messemer, Joachim Hansen, Albert Bessler, Ingrid van Bergen, Ernst Schröder, Jan Hendriks, Agnes Fink, Robert Dietl, Inge Egger



    Die kleine Stenotypistin Doris Putzke möchte raus aus dem kleinbürgerlichen Mief. Sie hofft, durch Männerbekanntschaften ihr Ziel zu erreichen. Weil sie dabei aber ziemlich wahllos vorgeht, gerät sie immer wieder an die falschen Kerle. Dann packt sie ihren Koffer und flattert munter weiter zum nächsten. Im Besitz eines gestohlenen Pelzmantels landet sie schließlich in Berlin, wo sie mehr denn je auf reiche Gönner angewiesen ist. Ein Happy-end scheint jedoch auch hier nicht in Sicht zu sein.

    Der Berliner Produzent Kurt Ulrich, nicht gerade bekannt für qualitativ anspruchsvolle Kinounterhaltung, hatte Fellinis Oscar-prämiertes Werk "Die Nächte der Cabiria" gesehen. Von der Hauptdarstellerin Giulietta Masina war er so beeindruckt, dass er sie gleich für drei Filme unter Vertrag nahm. 1959 entstand "Jons und Erdme", der in Italien zwar mit einigem Erfolg lief, beim deutschen Publikum aber nicht ankam. Es folgte "Das kunstseidene Mädchen", nach dem Roman von Irmgard Keun, der 1932 erschien und dessen Handlung Ende der Zwanziger Jahre spielt. Ulrich verlegte sie kurzerhand in die Gegenwart, engagierte als Regisseur den französischen Altmeister Duvivier und stellte eine Besetzung zusammen, die sich wahrlich sehen lassen kann. Um es vorwegzunehmen: Bei der Premiere in der "Filmbühne Wien" am Berliner Kurfürstendamm gab es noch viel Applaus und gutbesuchte Vorstellungen. An diesen Erfolg konnte man in anderen Städten allerdings nicht anknüpfen und die Einspielergebnisse blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Der dritte geplante Film mit der Masina kam nicht mehr zustande.
    Irmgard Keuns Romanheldin ist ein junges Ding von 18 Jahren. Giulietta Masina ging damals aber bereits stramm auf die vierzig zu und wirkt hier leider etwas puppenhaft und aufgesetzt. Sie strahlt weder Erotik noch Sinnlichkeit aus. Hinzu kommt, dass sie das Geschehen fast unablässig in einem innerlichen Monolog kommentiert, was die Aufmerksamkeit der Zuschauer ein wenig strapaziert. Auch die episodische Struktur des Films mit den ständig wechselnden männlichen Charakteren zeigt im Lauf der Handlung Abnutzungserscheinungen. Zwar sind viele Schauspieler mit klingenden Namen dabei, von denen einige aber nur kurze Auftritte haben, so dass man sich am Ende kaum noch an sie erinnert.

    "Mit dem Engagement eines italienischen Stars und eines französischen Regisseurs bestand die Gefahr, den Film im luftleeren Raum zu drehen. Dieser Gefahr haben die deutschen Produktionsverantwortlichen leider nicht entgegen gearbeitet. Eigentlich ist das sehr schade, denn in diesem Film stecken viel Arbeit und viele durchaus positiv zu wertende Leistungen. Das gilt besonders für das an klangvollen Namen so reiche Ensemble, das in Dutzenden von vergnüglichen oder nachdenklichen Szenen die Einwände gegen das Gesamtergebnis zeitweilig vergessen lässt. Wirksam herausgearbeitet wurde etwa der köstliche Auftritt von Rudolf Platte, die Einsamkeit des Blinden (Wilhelm Borchert), der amüsante Betrieb an einem reichlich groß geratenen Stadttheater oder die onkelhaft-tapsige Verliebtheit Gustav Knuths. Schwerer hat es Hannes Messemer in der Rolle eines Mannes, der die Frau, die ihm davongelaufen ist, nicht vergessen kann. Sehr dick muss Gert Fröbe als ordinärer Anwalt auftragen, charmant serviert Joachim Hansen die Schlusspointe, nach der es im Leben der Doris Putzke auch weiterhin gute und schlimme Tage geben wird.
    Und da ist die Masina. Sehr munter, sehr beweglich und geschickt synchronisiert. Optisch entspricht sie trotz aller Bemühungen des Kameramanns Göran Strindberg nicht den Erfordernissen der Rolle. Ihr Kulleraugen-Blick ist mehr eine Lustspielpointe als eine überzeugende Waffe im Kampf um den Mann."
    (Film-Echo)

    Film-Echo-Note: 5,0 (27 Meldungen)
    Frankreich: 497.405 Besucher

  • Die Spur führt ins Nichts (1960)Datum27.09.2020 13:44
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DIE SPUR FÜHRT INS NICHTS - (THE CRIMINAL / THE CONCRETE JUNGLE)
    GB (1960) - R: Joseph Losey - DE: 17.3.1961 - FSK 18 - V: Rank
    Darsteller: Stanley Baker, Sam Wanamaker, Margit Saad, Patrick Magee, Jill Bennett, Rupert Davies, Gregoire Aslan, Kenneth Warren, Robert Adams, John van Eyssen



    Gangster Johnny Bannion ist ein harter Bursche und lässt sich auch während seiner Zeit im Knast nicht unterkriegen. Er wird von den Mithäftlingen respektiert und kann es sich sogar leisten, dem sadistischen Aufseher die Stirn zu bieten. Als der Tag seiner Entlassung kommt, wird er bereits von seinem Kumpel, dem Unterweltler Mike Carter erwartet. Der hat nicht nur eine Willkommensparty für ihn arrangiert, sondern legt auch schon den Plan für einen neuen Coup vor. Ein Überfall auf eine Pferderennbahn soll für einen üppigen Geldregen sorgen. Die Sache klappt und Bannion vergräbt die Beute, um zunächst Gras über die Sache wachsen zu lassen. Doch die Polizei erhält einen Tip und so landet er wieder im Gefängnis. Die Bandenmitglieder, die ohne ihn nicht an das versteckte Geld kommen, müssen sich nun etwas einfallen lassen.

    Der Film ist beides: Gangstermelodram und Gefängnisthriller. Er bietet Stanley Baker einmal mehr die Möglichkeit, einen harten und brutalen Gangster alter Schule darzustellen, der trotz seiner Kaltschnäuzigkeit die Sympathie des Publikums gewinnt. Der amerikanische Regisseur Joseph Losey hatte sich damals noch nicht im europäischen Exil etabliert und drehte überwiegend Genre-Filme. Stanley Baker, der mehrfach mit Losey zusammen arbeitete, unterstützte ihn und sorgte dafür, dass ihm die Produktion freie Hand ließ und er auch Änderungen am Buch vornehmen konnte. Die Dreharbeiten fanden im Winter 1959/60 in und um London statt.
    Der Film punktet mit einer guten Schwarzweiß-Fotografie, sorgfältig gezeichneten Figuren und besitzt einige eindringliche Momente, zu denen auch das pessimistische Ende gehört. Stanley Bakers schauspielerische Leistung ist wie immer bravourös, aber auch die weiteren Darsteller können überzeugen. Sam Wanamaker gibt der Figur des Mike Carter einen leicht homosexuellen Touch, während Patrick Magee den Aufseher Barrows als sadistischen Psychopathen anlegt. Rupert Davies ist als Gefängniswärter Edwards zu sehen und ahnte damals sicher nicht, dass er schon bald als "Chief Inspektor Maigret" zum Fernsehstar aufsteigen würde. Jill Bennet spielt Johnnys rachsüchtige Ex-Freundin und Margit Saad ist als Suzanne seine aktuelle Flamme. Dass man sich bis zum Ende nicht sicher sein kann, auf welcher Seite sie wirklich steht, macht ihre Rolle besonders interessant.

    "Diesem Film zufolge herrschen in den englischen Zuchthäusern eigenartige Bräuche. Die Bandengesetze der Unterwelt gelten auch hier. Wer sich bei dem jeweiligen Boss unbeliebt gemacht hat, wird mit genüsslicher Duldung des Oberaufsehers erbarmungslos zusammen geschlagen. Wer dagegen bei der "Regierungspartei" ist, der kann sich das Leben recht angenehm machen. Die Welt hinter Gittern wurde mit überlegtem Kamera-Einsatz und sorgsamer Kleinarbeit bei der Zeichnung der vielen Zuchthäusler-Typen gestaltet. In der Welt außerhalb der Gefängnismauern ist der Film nicht mehr als grobschlächtige Action-Unterhaltung. Man lenkt das Interesse auf einen großen Coup gegen die Kassen einer Rennbahn und bleibt die Aufklärung schuldig, wie denn nun eigentlich die halbe Million in den Koffer des bulligen Gangsters Stanley Baker gelangt ist. So etwas verstößt im Grunde gegen die guten Krimi-Sitten. Margit Saad hat in der Rolle eines leichten Mädchens für den Schuss Sex zu sorgen." (Film-Echo 1961)

    "Ein aus dem Zuchthaus entlassener Gangster kommt nach einem neuen Raubüberfall wieder hinter Gitter, wird aber von den Bandenmitgliedern der versteckten Beute wegen befreit. Harter Gangsterfilm, der den Berufsverbrecher heroisiert und die Verbrecherwelt als eine Gesellschaft mit eigenen Gesetzen schildert, wobei allerdings nur die Gefängnisszenen überzeugen können." (Filmdienst)

  • Sie nannten ihn Rocca (1961)Datum23.09.2020 12:39
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    SIE NANNTEN IHN ROCCA - (UN NOMMÈ LA ROCCA)
    Frankreich/Italien (1961) - R: Jean Becker - DE: 19.10.1962 - FSK 18 - V: NFA (Neue Film Allianz)
    Darsteller: Jean Paul Belmondo, Pierre Vaneck, Christine Kaufmann, Beatrice Altariba, Mario David, Michel Constantin, Claude Jaeger, Charles Moulin



    Roberto La Rocca hat sich von seiner kriminellen Vergangenheit verabschiedet und in die Einsamkeit der französischen Campagne zurückgezogen. Als er erfährt, dass sein Freund Xavier wegen eines Mordes inhaftiert wurde, den er nicht begangen hat, macht er sich auf den Weg nach Marseille, um Xaviers Ex-Partner Villanova einen Besuch abzustatten. Er ahnt, dass der seinem Freund den Mord untergeschoben hat. Es kommt zur Konfrontation und er erschießt ihn in Notwehr. Er lässt die Leiche verschwinden und übernimmt Villanovas Bar samt illegalem Spielclub. Als ein Schlägertrupp Schutzgelder erpressen will, greift er erneut zur Waffe. Dafür wird er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Im Knast trifft er auf Xavier. Weil ihnen eine vorzeitige Entlassung in Aussicht gestellt wird, beteiligen sich die beiden an der gefährlichen Minenräumung am Strand. Dabei verliert Xavier einen Arm. Wieder in Freiheit planen die beiden Freunde, gemeinsam mit Xaviers Schwester Genevieve, in die sich Roberto verliebt hat, zusammenzubleiben. Doch es kommt anders.

    Ein Film über eine Männerfreundschaft, die am Ende zerbricht. Insgesamt leider nicht ganz stimmig, denn die Inszenierung wirkt oft etwas ziellos und unentschlossen. Spannung entsteht nur bei der Minenräum-Aktion. Dass der Film letztendlich doch noch funktioniert, ist vor allem den Darstellern zu verdanken. Belmondo ist als La Rocca lässig und lakonisch. Statt zu reden handelt er lieber. Dagegen ist Xavier, gespielt von Pierre Vaneck, eher passiv und lässt die Dinge geschehen. Seinen Arm verliert er, weil er Roberto einen Freundschaftsdienst erweisen will. Inmitten der rauhen Männerwelt kann Christine Kaufmann mit ihrer kindlich-unschuldigen Ausstrahlung nicht viel ausrichten, denn die Rolle der Genevieve bleibt nur eine blasse Randfigur. Beatrice Altariba spielt das Barmädchen Maud und Michel Constantin ist der Anführer des Schlägertrupps, mit dem Roberto kurzen Prozess macht.
    Der Film basiert auf einem Roman von José Giovanni, der später selbst als Regisseur arbeitete. 1972 drehte er unter dem Titel "Der Mann aus Marseille" ein Remake, erneut mit Belmondo als Hauptdarsteller.

    Jean Becker reizte das Gangster-Milieu. Teilweise legt er seinen Thriller knallhart an, dann entschied er sich wieder für elegische Töne. Für sich allein gesehen stimmen beide Stilarten handwerklich großartig, doch bei diesem Stoff hinterlässt ihre Verquickung ein unbehagliches Gefühl. Poesie um einen Unterweltler mit dem Aussehen eines Jean-Paul Belmondos, der lediglich schneller schießt als die anderen und auch vor Mord und Zuchthaus nicht zurückschreckt, um die Unschuld seines Freundes zu beweisen, ist bedenklich. Daran ändert auch die kaum ausgesprochene Zuneigung zur Schwester des von der Gangster-Konkurrenz in die Hände der Polizei Gespielten. Die Schauplätze des fesselnden Spiels wechseln häufig. Von Spielclub, Bar, Gefängnis zum Minenfeld, wo sich die beiden Freunde ihren Strafnachlass verdienen. Die teilweise atembeklemmenden Spannungseffekte sind gut verteilt. Großen Anteil daran haben die Kamera und die sparsam und effektvoll dosierte Musik. Die Gaunervisagen der Mitwirkenden würden einem Verbrecheralbum alle Ehre machen. Zwischen diesen rauhen Gesellen wirkt Landsmännin Christine Kaufmann doppelt unschuldig und schutzbedürftig." (Film Echo)

    Film-Echo-Note: 4,7 (15 Meldungen)
    Frankreich: 1.193.387 Besucher (Paris: 490.449)

  • Das zehnte Opfer (1966)Datum20.09.2020 09:28
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema Das zehnte Opfer (1966)

    Thematisch sind sich die beiden Filme zwar ähnlich, lassen sich aber kaum miteinander vergleichen. Wenn ich mich recht erinnere, legt das TV-Spiel schon einen gewissen Wert auf Authentizität, der Film ist buntes Popcorn-Kino. Beide haben auf jeden Fall für Schlagzeilen gesorgt, da sie zu den ersten gehörten, die das Thema "Reality-TV-Death-Game" auf der Leinwand bzw. dem Bildschirm behandelten.

  • Das zehnte Opfer (1966)Datum19.09.2020 13:59
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DAS ZEHNTE OPFER - (LA DECIMA VITTIMA)
    Italien/Frankreich (1966) - R: Elio Petri - Pr.: Carlo Ponti - DE:5.8.1966 - FSK 18 - V: Inter
    Darsteller: Ursula Andress, Marcello Mastroianni, Elsa Martinelli, Massimo Serato, Salvo Randone, Jacques Herlin, Evi Rigano, George Wang, Milo Quesada, Wolfgang Hillinger



    Irgendwann in der Zukunft. Nuklearwaffen und andere Vernichtungstechniken haben dazu geführt, dass es keine Kriege mehr geben darf. Um eine Bevölkerungsexplosion zu verhindern und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Menschen trotzdem ein Ventil für ihre Aggressionen erhalten, hat man ein tödliches Gesellschaftsspiel erfunden, das weltweit für Furore sorgt und von einem eigenen Ministerium kontrolliert und verwaltet wird. Es heißt "Die große Jagd". Jeweils zwei Teilnehmer - ein Mann und eine Frau - die von einem Computer ermittelt werden, treten nach internationalen Spielregeln gegeneinander an. Wer es schafft, 10 Duelle zu überleben - 5 als Jäger und 5 als Opfer - kassiert am Ende das große Geld. Diesmal werden als Duellanten Caroline und Marcello ermittelt, die beide als Champions gelten. Caroline hat bereits neun Runden überlebt, Marcello sechs. Beide versuchen, dem Gegner ein spektakuläres Ende zu bereiten, das von Fernsehkameras übertragen wird. Dann aber verlieben sie sich ineinander. Marcellos Freundin und seine Exfrau sehen das gar nicht gern.

    Mit seiner Zukunftsvision "Das 10.Opfer" schuf der italienische Regisseur Elio Petri einen Film, der damals Aufsehen erregte. Die bunte Science-Fiction-Satire spielt in der Zukunft, versprüht aber jede Menge Sixties-Feeling. Ausgefallene Ideen, ein futuristisches Set-Design, extravagante Kostüme und ein flirrender Soundtrack liefern den fantasievollen Hintergrund, vor dem eine verführerisch schöne Ursula Andress und ein erblondeter Marcello Mastroianni zur "Großen Jagd" antreten, die viele Überraschungen, Spannungseffekte und Action bietet. Neben den beiden Hauptdarstellern sind ferner Elsa Martinelli als Marcellos exzentrische Geliebte und Massimo Serato als sein Advokat und Berater dabei.

    "Ein Film mit vielen Einfällen, beachtlichem Tempo und effektvoller Farbfotografie. Sein Haken ist nur, dass Regisseur und Autoren gleich mitten hinein ins turbulente Geschehen springen und dem verdutzten Zuschauer erst so en passant den komplizierten Sinn der ausgiebigen Schießereien klar zu machen versuchen. Manch einer im Parkett mag da vorzeitig das Rennen aufgeben und sein Urteil in Richtung "So ein Blödsinn" fixieren. Wer sich aber bis zur Mitte strebend bemüht, erhält als Belohnung wachsenden Spaß. Die beiden Duellanten sind Ursula Andress und Marcello Mastroianni. Die Andress macht das recht temperamentvoll und in bisweilen verwegenen Kostümen. Ihr Partner, auf blond getrimmt, gibt sich betont lässig, so als wolle er uns bitten, die Geschichte um Himmels willen nicht ernst zu nehmen." (Film-Echo)

    Film-Echo-Note: 3,6 (22 Meldungen) / Erstnote: 3,3
    Frankreich: 305.427 Besucher
    Italien: Pl.59 der 100 erfolgreichsten Filme der Saison 1965/66

  • Horror-Express (1972)Datum17.09.2020 12:36
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    HORROR-EXPRESS - (PANICO EN EL TRANSIBERIANO)
    GB/SP (1972) - R: Eugenio Martin - DE: 3.1.1974 - FSK 16 - V: Scotia
    Darsteller: Christopher Lee, Peter Cushing, Telly Savalas, Silvia Tortosa, Helga Liné, Alberto de Mendoza, Julio Pena, George Rigaud, Angel del Pozo, Victor Israel, José Canalejas



    China 1906. Der britische Anthropologe Professor Saxton entdeckt bei Ausgrabungen in der Mandschurei eine tiefgefrorene prähistorische Kreatur, die Ähnlichkeit mit einem menschlichen Wesen hat. In einer Kiste verstaut will er sie mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Europa bringen. Als im Gepäckraum die Leiche eines Bahnangestellten gefunden wird, muss Saxton feststellen, dass die Kiste leer und das Urzeit-Fossil verschwunden ist. Weitere rätselhafte Todesfälle verbreiten Angst unter den Mitreisenden. Gemeinsam mit seinem Landsmann und Kollegen Dr.Wells versucht Saxton herauszufinden, was hinter den mysteriösen Vorkommnissen steckt. Eine Gruppe wilder Kosaken, die an einer abgelegenen kleinen Bahnstation zusteigt, sorgt dafür, dass sich die Dinge dramatisch zuspitzen.

    Der Zug, der größtenteils als Schauplatz des Films dient, wurde 1971 für den spanischen Western "Pancho Villa" gebaut. Um ihn noch ein weiteres Mal verwenden zu können, ließ man sich die Story vom "Horror-Express" einfallen. Da der US-Schauspieler und Bond-Bösewicht Telly Savalas, der in "Pancho Villa" die Titelrolle gespielt hatte, noch in Spanien weilte, engagierte man ihn auch für den neuen Film. Dadurch gelang es, die britische Produktionsfirma "Benmar" als Partner zu gewinnen, die es schaffte, die beiden großen "Hammer"-Stars Christopher Lee und Peter Cushing mit ins Boot zu holen und so begannen im Dezember 1971 die Dreharbeiten in Madrid.
    Lee und Cushing spielen ihre Rollen very british und ergänzen sich hier zu einem prächtigen Team. Während die Rolle des Saxton eine gewisse Arroganz und Reserviertheit erfordert, darf Cushing als Dr.Wells mehr menschliche Anteilnahme zeigen. Glatzkopf Telly Savalas taucht als peitschenschwingender Kosaken-Anführer erst im letzten Filmdrittel auf, glänzt aber mit einer Top-Performance. Neben diesen drei Stars liefern auch die spanischen Darsteller überzeugende Leistungen ab. Alberto de Mendoza taumelt als fanatischer Mönch im Rasputin-Look am Rande des Wahnsinns und Julio Pena beweist als Polizei-Inspektor Durchsetzungsvermögen. Silvia Tortosa ist sich als polnische Gräfin Irina ihres Standes bewusst, was natürlich auch für ihren Ehemann gilt, der von George Rigaud verkörpert wird. Ebenso attraktiv und elegant wie die Gräfin ist Helga Liné als Spionin Natascha. Fans dürfte der Film gefallen, denn hier wurden klassische Elemente des Gruselkinos geschickt mit ein paar neuen Ideen angereichert. In Kombination mit einer straffen Inszenierung, guter Ausstattung und ordentlichem Spannungsaufbau wird daraus ein unterhaltsamer Horror-Schocker, bei dem die üblichen Logikschwächen kaum ins Gewicht fallen.

    "Einfallsreich erdacht, dramaturgisch geschickt gebaut, bis zum letzten Blutbad-Dritte sorgfältig inszeniert, ist dies ein Horrorfilm über dem Durchschnitt - mit gekonnt verdichteter Spannung, einer gelungenen Typenauslese und stilschöner Ausstattung." (Lexikon des internationalen Films)

    Spanien: 755.472 Besucher
    Frankreich: 258.905 Besucher

  • TV-Termine im SeptemberDatum12.09.2020 21:57
    Thema von Giacco im Forum Aktuelle Filme (DVD, K...

    Nach längerer Zeit gibt´s mal wieder einen EDDIE-CONSTANTINE-Film im TV.
    arte zeigt am Donnerstag, den 17.9. um 13.45 Uhr
    den Film "FBI-Agent Eddie".
    Er lief 1963/64 unter dem Titel "Eddie wieder colt-richtig" in den deutschen Kinos
    und bietet u.a. auch ein Wiedersehen mit der französischen Schauspielerin Sophie Hardy.

  • Biggi FreyerDatum12.09.2020 13:50
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema Biggi Freyer



    Eine ihrer ersten Filmrollen spielte Biggi Freyer - damals noch Brigitte Freyer - 1965 in der CCC-Produktion "Mädchen hinter Gittern" unter der Regie von Rudolf Zehetgruber. Darin gehört sie zu den Insassinnen einer Erziehungsanstalt.

  • PICCADILLY NULL UHR ZWÖLF
    BRD (1963) - R: Rudolf Zehetgruber - DE: 31.12.1963 - V: Gloria
    Pr: Divina - Gesamt-Ltg.: Eberhard Meichsner
    Darsteller: Hanns Lothar, Helmut Wildt, Ann Smyrner, Pinkas Braun, Klaus Kinski, Karl Lieffen, Marlene Warrlich, Rudolf Fernau, Dieter Eppler, Stanislav Ledinek, Camilla Spira, Albert Bessler, Kurt Zips, Conny Rux



    Nach acht Jahren wird der zu Unrecht verurteilte Mike Hilton aus dem Knast entlassen. Nun will er sich rächen und den Anwalt Cunningham sowie den Bordellbetreiber Costello, die ihn hinter Gitter brachten, hochgehen lassen. Hilfe bekommt er ausgerechnet von Jack Bellamy, dem Scotland-Yard-Beamten, der damals die Beweise gegen ihn sammelte. Mittlerweile ist er aus dem Polizeidienst ausgeschieden und zum Trinker geworden. Hilton und Bellamy wollen den Tresor in Cunninghams Büro knacken, in dem sich die Beweise für Mikes Unschuld befinden. Doch es gibt einen Mitwisser, der sie bei Cunningham verpfeift.



    Der Name "Durbridge" sollte hier wohl lediglich als Zugpferd dienen. Ob es sich tatsächlich um einen Durbridge-Stoff handelt, darf durchaus bezweifelt werden. Das heißt aber nicht, dass der Film zwangsläufig schlecht sein muss. Er ist es auch nicht.
    Was "Piccadilly null Uhr zwölf" aufwertet ist in erster Linie der Cast, der mit etlichen populären Krimi-Stars aufwarten kann. Helmut Wildt zeigt sich als Ex-Sträfling Mike Hilton entschlossen und zupackend, wobei es der Rolle durchaus förderlich ist, dass der Schauspieler ein im damaligen Krimi-Genre noch unverbrauchtes Gesicht zu bieten hat. Hanns Lothar porträtiert einen aus der Bahn geworfenen Alkoholiker, der zurück in die Spur findet, mit seiner üblichen Überzeugungskraft. Er darf auch ein paar coole Sprüche raushauen wie z.B.:Lass die Knarre fallen, Schielauge! Ich bekomme zwar keine Prämie für Deine Leiche, aber vielleicht liegt das an Deinem schäbigen Kadaver." Mit dabei sind außerdem Karl Lieffen als brutaler Zuhälter, Pinkas Braun als krimineller Anwalt und Klaus Kinski als dessen Killer Whitey mit weiß gefärbten Haaren und Wimpern. Für weiblichen Charme sorgen Ann Smyrner, die sich in Mike Hilton verliebt, und Malene Warrlich, die zu Costellos Mädchen gehört, aber mit Jack Bellamy liiert ist. Selbst die Nebenrollen sind prominent besetzt: Rudolf Fernau und Dieter Eppler als ermittelnde Yard-Beamte, Stanislav Ledinek als Kneipenwirt sowie Camilla Spira und Albert Bessler, die in Costellos Diensten stehen. Kurt Zips sorgt als Streifenpolizist für humorige Auflockerungen, unterstützt von einem junge Ilja Richter, der hier noch weitaus erträglicher ist als in späteren Jahren. Die Musik stammt erstaunlicherweise von dem amerikanischen Filmkomponisten Russell Garcia, der sonst nie bei deutschen Produktionen in Erscheinung trat. Immerhin präsentiert er gleich zum Auftakt ein fernsehkrimi-typisches und somit passendes Musikstück, das für die richtige Einstimmung sorgt. Hans Jura an der Kamera gelangen ein paar atmosphärische Sequenzen und Rudolf Zehetgrubers Inszenierung ist - man muss es zugeben - besser als erwartet. Punktabzug gibt es für Karl Lieffens "Maskerade", die für den Kenner auf den ersten Blick durchschaubar ist. Aber vielleicht war das beabsichtigt. Auch wenn es sich nicht um einen echten Durbridge handelt, ist es immerhin ein eigenständiger Krimi, der sich von den gängigen Konkurrenz-Produkten jener Jahre abhebt. Alles in allem: Solider Durchschnitt.
    Die etwas schwache Film-Echo-Benotung 3,8 kommt vor allem durch die Klein- und Mittelstädte zustande und fällt insofern nicht so sehr ins Gewicht. Die Publikumsbewertung in den Großstädten lag bei 2,7 und etliche Kinos prolongierten. Die Anzahl von 60 Meldungen zeigt außerdem, dass der Erfolg des Films keineswegs so gering war, wie es immer wieder - zumeist unwissenderweise - behauptet wird.

    "Der Film beginnt mit einem guten Vorspann. Zu Großfotos der Darsteller eine heftige Musik. Es folgt eine gute erste Viertelstunde. Der Entlassene, den man erst später selbst sieht, wird spürbar, gewinnt Gestalt in der Angst, die seine Ankunft beschwört. Danach: Der Mann geht in die Wohnung, in der er einst zuhause war. Helmut Wildt spielt besonders diese Szene sehr konzentriert, sehr glaubhaft. Es folgt eine heftige Schlägerei. Dann zerflattert der Film, wird erst gegen Ende - und auch hier mühsam - wieder dramatisch. Die Darsteller sind gut geführt und gewählt. Kriminalfilm von der Stange." (Auszug aus der Film-Echo-Kritik)

    Film-Echo-Note: 3,8 (60 Meldungen) / Erstnote: 3,1

  • Mein Onkel - der Gangster (1963)Datum08.09.2020 14:46
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    MEIN ONKEL - DER GANGSTER - (LES TONTONS FLINGUEURS)
    F/D/I (1963) - R: Georges Lautner - DE: 4.10.1963 - FSK 16 - V: Schorcht
    Deutscher Produzent: Corona-Film, München (Alexander Grüter) - Prädikat: wertvoll
    Darsteller: Lino Ventura, Bernard Blier, Sabine Sinjen, Horst Frank, Charles Regnier, Jean Lefebvre, Claude Rich, Venantino Venantini, Robert Dalban, Henri Cogan, Francis Blanche



    Fernand Naudin lebt als ehrbarer Landmaschinenhändler in der französischen Provinz. Dass er mal ein berüchtigter Ganove war, ahnt hier niemand. Doch dann holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Er muss einem ehemaligen Freund und Gangsterkollegen auf dem Sterbebett versprechen, dessen Geschäfte weiterzuführen und sich um seine Tochter Patricia zu kümmern, die in teuren Pensionaten aufgewachsen ist und keinen blassen Schimmer hat, woher der Reichtum ihres Vaters stammt. Doch das Vermächtnis des Verblichenen, das aus einem Bordell, Spielhöllen und einer illegalen Schnapsbrennerei besteht, weckt Begehrlichkeiten bei anderen Unterweltlern, gegen die sich Fernand nun zur Wehr setzen muss. Fast noch mehr Nerven kostet ihn die putzmuntere und äußerst eigenwillige Patricia, die für einigen Wirbel sorgt.

    Mit "Mein Onkel-der Gangster" schuf Georges Lautner, der damals schon als Fachmann für Krimi-Komödien galt, einen Klassiker des französischen Kinos, der nach mehrmaligen TV-Ausstrahlungen 2009 seine Wiederaufführung in einer restaurierten Fassung erlebte. Bereits 1963 strömten in Frankreich mehr als 3 Mio. Zuschauer in die Kinos und hatten ihren Spaß am intelligenten Humor und den witzigen Wortspielen dieser Gangster-Parodie. Manches davon scheint bei der deutschen Übersetzung verloren gegangen zu sein, denn beim hiesigen Kinopublikum wurden unterdurchschnittliche Zahlen verzeichnet.
    Lino Ventura erhielt erstmals die Möglichkeit, auch mal sein komödiantisches Talent zu zeigen, wobei er wohltuend zurückhaltend bleibt. Ursprünglich sollte Jean Gabin den Fernand spielen, doch man sah sich nicht in der Lage, all seine Forderungen und Sonderwünsche zu erfüllen. Ohnehin war die Produktionsfirma Gaumont anfangs nicht so recht vom Erfolg des Films überzeugt und schloss sich zur Begrenzung der finanziellen Risiken mit deutschen und italienischen Partnern zusammen. Dadurch ging die Rolle der Patricia an die deutsche Jungschauspielerin Sabine Sinjen, die bereits 1961 in der erfolgreichen französisch-deutschen Co-Produktion "Kaiserliche Hoheit" mitwirkte und als Titelheldin der deutschen Edelschnulze "Die Försterchristel" fast 1.Mio Kinobesucher in Frankreich begeisterte. Auch Horst Frank war beim französischen Publikum längst kein Unbekannter mehr. Hier will er sich als Theo eine Schnapsbrennerei unter den Nagel reißen und versteht dabei keinen Spaß. Unter all den Killern, die Fernand nach dem Leben trachten, ist er der einzig ernst zu nehmende. Zu Fernands Gegenspielern gehört auch Charles Regnier, der auf den Spitznamen Tomate hört. Als leicht vertrottelte Volfoni-Brüder, die für das Glücksspiel zuständig sind, geben Bernard Blier und Jean Lefebvre ein Gangster-Duo ab, das mehr für Amüsement als für Angst und Schrecken sorgt. Claude Rich ist der Sohn eines Finanzpolitikers, in den sich Patricia verliebt und den sie heiraten will, was Fernand jedoch um jeden Preis verhindern möchte. Der Score stammt von dem bekannten französischen Filmkomponisten Michel Magne. Ins Ohr geht vor allem ein modischer Tamouré, den er für eine Party-Sequenz beisteuerte.

    "In den Fachgesprächen der Unterwelt bei den jeweiligen Ganoven-Versammlungen liegt viel Amüsement, nur leider wirken sie auf den Filmbesucher kaum erheiternd. Georges Lautner hat die Ironie, die auf jeder Drehbuchseite steckt, nicht zum Tragen gebracht. Erst der Auftritt des "Präsidenten" inmitten eines wüsten Feuergefechts und die Trauungszeremonie finden der erforderlichen Widerhall im Parkett. - Lino Ventura, attachiert von erprobten Gangster-Darstellern aus Frankreich und Deutschland, spielt den Onkel in bewährter Bulligkeit."(Film-Echo)

    "Das ist mal eine echte Krimikomödie: umwerfend, heiter, hart, verspielt und mit einem Sack voller Gags und dem in immer wieder neuen Varianten durchgespielten grotesken Spiel der Gegensätze. Das ist aufregend, denn soviel lachen kann man kaum. Und dazu eine Bomenbesetzung. Herrlich!" (Aachener Nachrichten)

    Film-Echo-Note: 5,2 (31 Meldungen) / Erstnote: 4,9
    Frankreich: 3.341.395 Besucher (Paris: 1.041.486)

  • Zarte Haut in schwarzer Seide (1961)Datum04.09.2020 13:16
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    ZARTE HAUT IN SCHWARZER SEIDE - (DE QUOI TU TE MÈLES,DANIELA)
    Frankreich/BRD (1961) - R: Max Pécas - DE: 28.4.1961 - FSK 18 - V: Pandora
    Deutscher Produzent: Cinelux, Berlin (Leopold Branoner) & Pandora-Film
    Darsteller: Elke Sommer, Ivan Desny, Helmut Schmid, Danik Patisson, Claire Maurier, Käthe Haack, René Dary, Romana Rombach



    Mit großen Erwartungen reist die junge Daniela - bildhübsch, blond und sexy - nach Rom, denn dort wartet ein Job als Mannequin im berühmten Modesalon des Grafen Castellani auf sie. Ihr neuer Chef erweist sich als charmant und großzügig und Daniela ist von ihm fasziniert. Doch der deutsche Journalist Karl Bauer, der im Nachbarzimmer ihres Hotels wohnt, warnt sie eindringlich vor dem Grafen. Dessen Geliebte Esmeralda wird kurz darauf während einer Party erschossen aufgefunden. Castellani stellt es als Selbstmord dar. Für weitere Aufregung sorgt ein geheimnisvoller Mikrofilm, der in einem Lippenstift versteckt ist. Verschiedene Leute sind hinter ihm her und auch Daniela wird in die Sache verwickelt.



    Es handelt sich hierbei um den zweiten Kinofilm von Max Pécas, der damals Mitte dreißig war. Ihm lag offenbar vor allem die optische Inszenierung von Elke Sommer am Herzen. Man kann fast sagen, er zelebriert sie. Leider vergaß er darüber, dem Zuschauer eine schlüssige Handlung zu offerieren und die kriminalistisch angelegte Handlung mit der nötigen Spannung zu würzen. Mit den Dreharbeiten begann man am 2.Februar 1961. Im Münchener Hauptbahnhof entstanden die Aufnahmen, in denen Daniela von ihrer besorgten Mutter zum Zug nach Rom begleitet wird und ihr zum Abschied zuwinkt. Elke Sommer galt damals als deutsche BB und der Filmtitel sollte vielleicht die Hoffnung auf Sex und Erotik wecken. Tatsächlich gibt es nur eine Szene, die ein wenig nackte Haut bietet: Daniela wird wegen des Mikrofilms verfolgt und landet bei ihrer Flucht auf der Bühne eines Nachtclubs, wo gerade ein Striptease-Ballett seine Darbietung präsentiert. Dabei wird sie unfreiwillig ein Teil dieser Show.
    Neben Elke Sommer spielt Ivan Desny wie gewohnt souverän den eleganten Grafen Castellani, dessen Modesalon nur dazu dient, seine unsauberen Machenschaften zu verdecken. Helmut Schmid ist als deutscher Reporter ebenfalls hinter dem Mirofilm her und versucht gleichzeitig, Daniela zu beschützen. Allerdings hat er ein Geheimnis, das erst am Ende gelüftet wird. Ursprünglich war Adrian Hoven für die Rolle vorgesehen. Weshalb es zur Umbesetzung kam ist nicht bekannt. Danik Patisson spielt als Mannequin Claudine gern mal mit dem Feuer. Ferner sieht man Claire Maurier als Castellanis eifersüchtige Geliebte und Käthe Haack als Danielas besorgte Mutter. Den Titelsong "Daniela" komponierte Georges Garvarentz. In einer Gesangsversion auf Platte veröffentlicht, soll er sich 800.000 mal verkauft haben. Max Pécas, der als einer der Pioniere im Erotik-Genre gilt, drehte anschließend noch einen weiteren Film mit Elke Sommer: "Douce Violence" (Sie nennen es Liebe).

    "Das dramaturgisch legitime Mittel, die Zusammenhänge nur Stück für Stück dem Besucher zu entschleiern, wird hier zu weit getrieben: Bis kurz vor Schluss weiß man nie, was eigentlich gespielt wird. Die Fronten sind unklar, die Motive nur zu ahnen. Das Interesse an dem Dickicht der Handlung erlahmt deshalb. Auch die Hoffnung, es könnte sich um einen Krimi mit Sex handeln, ist ein leerer Wahn. André Germain steuerte ein paar nette Einstellungen bei, Charles Aznavour schrieb eine ansprechende Begleitmusik und Ivan Desny und Rene Dary konnten ihren Rollen immerhin noch vertretbares Gewicht geben." (Film-Echo)

    "Man verstand die Wichtigkeit des begehrten Mikrofilms nicht überzeugend darzutun, ebenso wenig in die Jagd danach Abwechslung zu bringen, so dass man trotz sympathischer Darsteller und interessanter Schauplätze unbeteiligt bleibt."(Paimann´s Filmlisten)

    Film-Echo-Note: 3,7 (23 Meldungen) / Erstnote: 3,5

  • DAS GEHEIMNIS DER GELBEN MÖNCHE - (AT: WIE TÖTET MAN EINE DAME)
    Österreich/Italien (1966) - R: Manfred R.Köhler - DE: 30.9.1966 - FSK 18 - V: Nora
    Produktion: Intercontinental, Wien / P.E.A., Rom
    Darsteller: Stewart Granger, Karin Dor, Curd Jürgens, Rupert Davies, Klaus Kinski, Scilla Gabel, Adolfo Celi, Demeter Bitenc, Erika Remberg, Molly Peters, Luis Induni, Allen Pinson



    Auf die zukünftige Millionen-Erbin Sandra Perkins werden mehrere Mordanschläge verübt. Zum Glück findet sie in dem Geheimagenten James Vine einen zuverlässigen Beschützer, der herausfindet, dass ein Gangster-Syndikat, das in einem Kloster residiert und dessen Chef ein gewisser Mr.Giant ist, beauftragt wurde, die junge Frau aus dem Weg zu räumen. Am Ende verfolgt der Gangsterboss seine eigenen Pläne. Er lässt Sandra Perkins entführen, um sie durch eine Hypnose-Elektroschock-Behandlung dazu zu bringen, das geerbte Vermögen freiwillig seiner Organisation zukommen zu lassen.

    Die Dreharbeiten begannen Ende April 1966 im jugoslawischen Seebad Portoroz. Nach seiner Fertigstellung sollte der Film bereits Ende August in die Kinos kommen. Probleme mit der FSK, die eine Freigabe ab 16 Jahren verweigerte, führten dazu, dass der Filmstart um 4 Wochen verschoben werden musste. Der ursprüngliche Titel "Wie tötet man eine Dame" wurde nur wenig später durch "Das Geheimnis der gelben Mönche" ersetzt.
    Thematisch hat der Film nicht viel neues zu bieten. Außergewöhnlich dürfte dagegen die Anzahl namhafter Darsteller sein. Internationale Stars aus Wallace- und Bond-Filmen formieren sich hier zu einem publikumswirksamen Ensemble. Karin Dor ist zwar hübsch anzusehen, doch als Sandra Perkins wirkt sie hier nicht so natürlich, wie man das von ihren Wallace-Auftritten gewohnt ist. Stewart Granger kaschiert mit seinem lockeren und selbstironischem Spiel so manche Drehbuchschwäche und hat offensichtlich Vergnügen an seiner Rolle als Held der Story, dem außerdem ein Happy-end winkt. Sein Gegenspieler Curd Jürgens wirkt als Gangsterboss im weißen Anzug zwar wie ein Gentleman, erweist sich aber als skrupelloser Schurke, dem ein Menschenleben nichts bedeutet. Scilla Gabel ist als seine Vertraute "La Tigra" nicht nur äußerst sexy, sondern hat auch großen Spaß an grausamen Spielchen. Leider kaum Möglichkeiten, sich besonders in Szene zu setzen, erhielt Adolfo Celi als zwielichtiger Onkel von Sandra Perkins, dem hungrige Ratten zum Verhängnis werden. Rupert Davies, der als "Kommissar Maigret" Fernsehruhm erlangte, folgt als Polizeichef Saadi auch hier seiner Spürnase, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Klaus Kinski gibt wie gewohnt den Killer. Zur Gangster-Fraktion gehören ferner Erika Remberg, Bond-Girl Molly Peters sowie Luis Induni als Hypnose-Spezialist Dr.Yang. Auch wenn es sich bei dem Film trotz des Staraufgebots letztlich nur um Durchschnittsware handelt, bleibt positiv anzumerken, dass die dürftige Story ordentlich umgesetzt wurde und dass akzeptable Unterhaltung ohne Längen geboten wird.

    "Die krampfhaft zusammen gestoppelte Handlung rettet sich von einer Unwahrscheinlichkeit in die andere und vermeidet dabei sorgfältig, die unglaubwürdige Story durch Witz, Ironie oder Tempo zu einem Phantasieprodukt zu machen, das seine Glaubwürdigkeit in sich selbst findet und allein durch die Machart Freude bereitet. Hier wird gründlich Langeweile verbreitet. Daran ändern auch kleine sadistische Einblendungen nichts. Die Dialoge sind fad, bei den Action-Szenen sieht man deutlich, wie die Helden aneinander vorbeiprügeln. Die Art, wie der Regisseur Spannung zu erzeugen versucht, legt den Verdacht nahe, dass er sich früher wohl eher mit mehr lyrischen Themen befasst hat." (Film-Echo)

    Film-Echo-Note: 3,6 (41 Meldungen) / Erstnote: 3,3
    Spanien: 1.006.226 Besucher
    Frankreich: 300.225 Besucher

  • Guten Tag, ich bin Ihr Mörder (1959)Datum29.08.2020 14:11
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    GUTEN TAG, ICH BIN IHR MÖRDER - (SURSIS POUR UN VIVANT)
    Frankreich/Italien (1959) - R: Victor Merenda - DE: 16.10.1959 - FSK 16 - V: Iltis
    Darsteller: Henri Vidal, Lino Ventura, Dawn Addams, Howard Vernon, John Kitzmiller, Marco Guglielmi



    Der Erfolgsautor Jean Monnier stolpert alkoholisiert vor ein fahrendes Auto, kommt aber mit dem Schrecken davon. Anschließend erhält er Besuch von einem Unbekannten, der ihm ein seltsames Angebot macht. Da sein Selbstmordversuch leider mißlungen sei, solle er sich doch dem "Unternehmen Edelweiss" anvertrauen. Man werde dafür sorgen, ihn sicher ins Jenseits zu befördern. Monnier, der das Ganze für einen Scherz hält, lässt sich darauf ein und landet schließlich in einer einsamen Pension hoch oben in den verschneiten Alpen, die nur durch eine Seilbahn mit der Außenwelt verbunden ist. Chef des Hauses ist der zwielichtige Monsieur Borcher. Außerdem sind noch 2 Bedienstete und 6 weitere Selbstmord-Kandidaten anwesend. Jedesmal, wenn abends von einer Schallplatte oder dem Klavier eine bestimmte Melodie erklingt, ist am nächsten Morgen einer der Gäste spurlos verschwunden. Zu den Aspiranten gehört auch die schöne Nadia, in die sich Monnier verliebt. Das Paar versucht zu fliehen, was aber von Borcher vereitelt wird.

    Der Film ist ein bißchen schwach auf der Brust, denn leider wurde hier einiges an Potenzial verschenkt. Und die Schlusspointe führt das Ganze dann auch noch ad absurdum. Aber die Darsteller lassen darüber hinweg sehen. Henri Vidal, den heute kaum noch jemand kennt, da er bereits im Alter von nur 40 Jahren starb, spielt den Erfolgsautor, der in ein mysteriöses Abenteuer hineinschlittert. Lino Ventura überzeugt als undurchsichtiger Borcher. Er war damals schon gut im Geschäft, avancierte aber erst später zum Star. Howard Vernon, der Mann mit den markanten Gesichtszügen, den man vor allem aus Horror- und Jess-Franco-Filmen kennt, gibt sich hier als alter Nazi-General die Ehre. Einen gescheiterten Maler verkörpert der Italiener Marco Guglielmi. Der afro-amerkanische Schauspieler John Kitzmiller, der bereits 1965 verstarb, steht in den Diensten des Hausherrn Borcher. Dawn Addams gelingt es als Nadia, das Interesse von Monnier auf sich zu ziehen. Die Darstellerin gehört zwar nicht zu meinen persönlichen Favoritinnen, hat damals aber in vielen interessanten Filmen mitgewirkt.

    Der Iltis-Film-Verleih (Inh. Paul Gehlen) hatte seine Zentrale in Frankfurt. Die kleine Firma brachte nur 2-3 Filme pro Jahr heraus und verschwand Anfang der 60er Jahre von der Bildfläche.

    "Die Idee, auf der die Filmhandlung basiert, ist originell. Der Film ist es nur halb. Dem Drehbuch und der Regie mangelt es leider am nötigen Esprit. Man beschränkte sich auf bescheidenere Mittel, brachte aber immerhin einen spannenden Film zustande. Erzählt wird eine schön absurde Geschichte. Weil sie aber mit zumeist herkömmlichen Spannungseffekten ausgestattet wurde, wird der Besucher geradezu gezwungen, logische Maßstäbe anzulegen. Da gibt es dann natürlich einige Bruchstellen. Der inzwischen verstorbene Henri Vidal und der finstere Lino Ventura sind die Gegenspieler. Dawn Addams bleibt als Dritte im Bunde recht blass. Fazit: Ein Film, der trotz seiner absurden Geschichte sein Publikum auch abseits der Action-Häuser finden dürfte."

    Frankreich: 838.478 Besucher (Paris: 136.024)

Inhalte des Mitglieds Giacco
Beiträge: 1987
Geschlecht: männlich
Seite 2 von 50 « Seite 1 2 3 4 5 6 7 50 Seite »
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz