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  • Himmel ohne Sterne (1955)Datum17.10.2019 12:26
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    HIMMEL OHNE STERNE
    BRD (1955) - R: Helmut Käutner - Pr: NDF, Harald Braun - DE: 14.10.1955 - FSK 12 - V: Europa
    Darsteller: Erik Schumann, Eva Kotthaus, Georg Thomalla, Horst Buchholz, Erich Ponto, Gustav Knuth, Camilla Spira, Siegfried Lowitz, Wolfgang Neuss, Pinkas Braun, Joseph Offenbach



    1952/53: Die Fabrikarbeiterin Anna wohnt in einem Dorf direkt an der Zonengrenze. Ihr kleiner Sohn, dessen Vater in den letzten Kriegstagen gefallen ist, wurde von den Großeltern adoptiert und lebt nur wenige Kilometer entfernt im Westen. Bei einer ihrer nicht ganz ungefährlichen Grenzüberquerungen lernt Anna den westdeutschen Grenzschutzbeamten Carl kennen, der ihr hilft, ihren Sohn illegal in den Osten zu holen. Dabei verlieben sie sich ineinander und treffen sich von nun an heimlich in einem verlassenen Bahnhof im Niemandsland zwischen Ost und West. Anna beschließt, mit ihrem Sohn und Carl im Westen einen neuen Anfang zu wagen und man trifft Vorbereitungen für eine nächtliche Flucht. Doch mittlerweile wurde die Grenze befestigt und die Kontrollen verschärft.



    Helmut Käutner war einer der wenigen Regisseure, die sich in den Fünfziger Jahren kritisch mit der deutschen Gegenwart auseinandersetzten. Hier thematisiert er die Teilung Deutschlands, wobei er von vornherein klarstellte, dass er nicht beabsichtige, einen politischen Film zu drehen. Ihn interessierten vor allem die privaten Probleme, die diese Teilung für die Menschen mit sich brachte. Die Rolle der Anna besetzte er mit Eva Kotthaus, die vom Theater kam und auch schon bei der DEFA gefilmt hatte, hiermit aber ihr westdeutsches Leinwand-Debüt gab. Erik Schumann gehörte damals zu den aufstrebenden Jungstars des Deutschen Kinos und verleiht der Figur des Grenzpolizisten Carl die nötige Relevanz. Georg Thomalla kann als LKW-Fahrer und Carls Freund beweisen, dass sein schauspielerisches Können über Klamauk und Komödie hinausgeht. Einen starken Eindruck hinterlässt vor allem der junge Horst Buchholz, der hier in seinem 4.Film den russischen Offizier Mischa spielt, der kein Deutsch spricht. Gustav Knuth und Camilla Spira sind die westdeutschen Großeltern von Annas Sohn. Auch die weiteren Nebenrollen wurden mit namhaften Darstellern besetzt.

    "Trotz mitunter prätentiösen Dialogen bleibt der Film eine der stärksten bundesdeutschen Kinoproduktionen der 1950er Jahre mit ausgezeichneter Fotografie und guten Darstellern, nach wie vor eindrucksvoll als ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit." (filmdienst)

    Film-Echo-Note: 3,4 (30)

  • Die Nacht und ihr Preis (1958)Datum13.10.2019 13:52
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DIE NACHT UND IHR PREIS (CETTE NUIT LA )

    Frankreich (1958) - R: Maurice Cazeneuve - DE: 16.6.1959 - FSK 18 - V: Iltis
    Darsteller: Mylene Demongeot, Maurice Ronet, Jean Servais, Francoise Prevost, Jean Lara, Hubert Noel



    Jean Mallet arbeitet als künstlerischer Direktor in einem renommierten Pariser Verlag. Seit kurzem ist er mit der jungen, höchst attraktiven Sylvie verheiratet, die gerade als Covergirl für eine Kampagne dieses Verlags ausgewählt wurde. André Reverdy, der Chef des Unternehmens, macht keinen Hehl daraus, dass er Sylvie begehrenswert findet und einer Affäre mit ihr nicht abgeneigt wäre. Als Jean erfährt, dass sich Sylvie privat mit seinem Chef getroffen und einen Scheck von ihm erhalten hat, ist für ihn die Sache klar. Von Eifersucht geplagt fährt er abends zu Reverdys Wohnung. Als dieser das Haus verlässt, folgt er ihm und erschlägt ihn. Doch dann stellt er fest, dass er einen unbekannten Mann getötet hat. Wenig später meldet sich ein mysteriöser Erpresser.

    Bei diesem Krimi-Melodram handelt es sich um den einzigen Kinofilm des französischen Regisseurs Maurice Cazeneuve. Seine Inszenierung ist konventionell und ohne Mätzchen und stellt sich ganz in den Dienst der Handlung und der Darsteller. Bemerkenswerte schauspielerische Leistungen, vor allem im Hinblick auf die drei Hauptcharaktere, machen den Film - trotz kleiner Schwachpunkte in der Story - durchaus sehenswert. Maurice Ronet bringt sich als labiler Jean Mallet, der für einen Moment die Kontrolle verliert, in eine scheinbar ausweglose Lage. Seine Frau Sylvie - Mylene Demongeot - ansonsten eher leichtlebig und verspielt, erkennt erst in dieser Situation, wie sehr sie ihren Mann liebt und erweist sich als verlässliche Partnerin. Jean Servais ist der überlegen scheinende Verlagschef, der seinen Angestellten, auf dessen Frau er scharf ist, mit kühler Arroganz behandelt. In Nebenrollen sieht man Francoise Prevost als Riverdys Sekretärin, Hubert Noel als kaltschnäuzigen Erpresser und Jean Lara als Inspektor. Das zumeist nächtliche Paris der späten fünfziger Jahre bildet die stimmungsvolle Kulisse.

    "Vermeintliche Untreue verstrickt einen Pariser Verlagsangestellten in unwahrscheinliche Kriminalaffären. Trotz aller Laster- und Erotik-Beigaben eher langweilig."(filmdienst)

    Frankreich: 1.023.070 Besucher (Paris: 193.664)

  • Aktuelle deutsche TV-FilmeDatum09.10.2019 12:40
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    DENGLER - BRENNENDE KÄLTE
    Erstausstrahlung: 7.10.2019 - ZDF (20.15 Uhr)
    Buch: Lars Kraume - Regie: Rick Ostermann
    Darsteller: Ronald Zehrfeld, Birgit Minichmayr, Jeanette Hain, Jenny Schily, Barnaby Metschurat, Harald Schrott, Sebastian Hülkenberg



    Im 5.Film der "Dengler"-Reihe geht es um die Machenschaften eines deutschen Rüstungskonzerns und des BND. Kurz vor der Hochzeit seines Sohnes erhält Dengler einen Hilferuf aus Berlin von der Hacker-Aktivistin Olga. Ihre Freundin Anne, die zum Thema Waffenhandel recherchierte, hatte ihr aus einem Internet-Café brisantes Material über geheime neuartige Mikrowellen-Waffen und deren Einsatz gemailt, war dabei aber von einem Killer-Kommando erschossen worden, das nun auch Jagd auf Olga macht. Dengler setzt sich sofort auf seine Maschine und stellt gemeinsam mit Olga Nachforschungen an. Dabei geraten sie sehr bald in das Fadenkreuz ihrer übermächtigen Gegner.

    Auch diese Folge zeichnet sich durch eine packende Story aus und bietet - neben ausgezeichneten Darstellern - wieder reichlich Action und spannende Unterhaltung. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sind fließend und über ein paar Unglaubwürdigkeiten muss man hinwegsehen, was aber nicht schwer fällt. Ein Wiedersehen gibt es mit der LKA-Kommissarin Kommarek, die Dengler einst als Gegnerin gegenüberstand und diesmal Hand in Hand mit ihm zusammenarbeitet. Darauf, dass sich Dengler und Olga erstmals auch körperlich näher kommen, hätte man vielleicht verzichten können, obwohl es so, wie es inszeniert wurde, recht nachvollziehbar erscheint.

    "... schrammt gewohnt hart am Rand der Verschwörungstheorie entlang. Der Unterhaltungswert ist dennoch hoch." (Gong)

  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    1969: Deutsche Filme und Co-Produktionen in US-Kinos

    Das ausschweifende Leben des Marquis de Sade (US-Titel: de Sade)
    1.157.676 Dollar Einnahmen in 7 Wochen
    Produktion: CCC, Berlin/Transcontinental, München/A.I.P., Hollywood
    Darsteller: Senta Berger, Lilli Palmer, Sonja Ziemann, Christiane Krüger, Uta Levka, Friedrich Schoenfelder, Rolf Eden, Tilly Lauenstein

    Für eine Handvoll Dollar / Für ein paar Dollar mehr - (Double Feature)
    961.090 Dollar Einnahmen in 8 Wochen
    Italien/Spanien/Deutschland - Deutscher Produzent: Constantin-Film
    Darsteller: Clint Eastwood, Marianne Koch, Wolfgang Lukschy, Josef Egger, Klaus Kinski

    Der heiße Tod (US-Titel: 99 Women)
    718.878 Dollar Einnahmen in 4 Wochen
    Spanien/Deutschland/Italien - Deutscher Produzent: Corona-Film, Alexander Grüter
    Darsteller: Maria Schell, Herbert Lom, Maria Rohm, Rosalba Neri

    An einem Freitag in Las Vegas (US-Titel: They Came To Rob Las Vegas)
    Spanien/Deutschland/Frankreich/Italien - Deutscher Produzent: Eichberg-Film
    Darsteller: Gary Lockwood, Elke Sommer, Lee J. Cobb, Jack Palance



    Necronomicon - Geträumte Sünden (US-Titel: Succubus)
    296.400 Dollar Einnahmen in 6 Wochen
    Produzent: Aquila-Film, Adrian Hoven
    Darsteller: Janine Renaud, Howard Vernon, Adrian Hoven, Michel Lemoine

    Helga und Michael (US-Titel: Michael & Helga)
    186.100 Dollar Einnahmen in 3 Wochen
    Produzent: Roland Cämmerer
    Darsteller: Ruth Gassmann, Felix Franchy

    Das Wunder der Liebe (Oswalt Kolle) (US-Titel: Miracle Of Love)
    83.517 Dollar Einnahmen in 2 Wochen
    Produzent: Arca-Winston
    Darsteller: Regis Valée, Biggy Freyer, Matthias Grimm, Wilfried Gössler

  • Höllenhunde des Secret Service (1965)Datum06.10.2019 12:30
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    HÖLLENHUNDE DES SECRET SERVICE
    SUPERSEVEN CHIAMA CAIRO / SUPER 7 APELLE LE SPHINX

    Italien/Frankreich (1965) - R: Umberto Lenzi - DE: 20.1.1967 - FSK 16 - V: Schneider
    Darsteller: Roger Browne, Rosalba Neri, Fabienne Dali, Massimo Serato, Dina de Santis, Andrea Aureli, Antonio Gradoli, Claudio Biava, Emilio Messina



    Der Secret-Service-Agent Michael Stevens wird in geheimer Mission von London nach Kairo geschickt, um ein wertvolles Metall aufzuspüren, das aus einem britischen Labor gestohlen wurde. Es handelt sich um Baltonium, ein neuartiges radioaktives Material, das für die Atomindustrie von unschätzbarem Wert ist. Die Diebe versteckten es in einer unscheinbaren Super-8-Kamera, die am Zielort Kairo jedoch irrtümlich an einen harmlosen Touristen verkauft wurde. Diesen Mann muss Stevens ausfindig machen, doch längst sind auch Agenten der Gegenseite, angeführt von dem skrupellosen Alex, hinter der Kamera her.

    Bei seinem Eurospy-Debüt mixte Regisseur Umberto Lenzi die üblichen Genre-Zutaten geschickt zu einem über weite Strecken unterhaltsamen Filmchen. Das gilt zumindest für die erste Hälfte, in der Pyramiden, Basare und andere exotische Schauplätze den Hintergrund bilden und geheimnisvolle Personen wie z.B. "der Levantiner" für Aufmerksamkeit sorgen. Besondere Wirkung erzielt eine Szene, bei der mit Farbfilter gearbeitet wurde. Von Kairo geht es dann jedoch nach Locarno, später nach Rom. Dabei verliert der Film an Tempo und die Handlung wird unnötig in die Länge gezogen. Überhaupt fehlt es an Raffinesse und zündenden Ideen. Immerhin kann der Amerikaner Roger Browne als Top-Agent im blütenweißen Anzug überzeugen. Umgarnt wird er von attraktiven Ladies wie Rosalba Neri und Fabienne Dali, wobei eine von beiden ein falsches Spiel mit ihm treibt.
    Leider gilt die Kino-Synchro als verschollen und sowohl die TV-Ausstrahlung als auch die DVD (deren Bildqualität nicht zufriedenstellend sein soll) wurden mit einer Neu-Synchro ausgestattet.



    "Mit der inzwischen perfektionierten Machart dieser Agentenfilme spielt sich die Jagd ab. Landschaftlich reizvolle Kulissen von Kairo bis Locarno und nicht minder reizvolle Damen der verschiedensten Nationalitäten bilden die effektvollen Kontraste zu den dunklen und in ihrer brutalen Härte teuflischen Duellen an den Spionagefronten. Den drahtigen Agenten, auf den wieder einmal alle Frauen fliegen, spielt Roger Browne mit kühlem Kopf und kalter Routine." (Film-Echo 1967)

    Film-Echo-Note: 4,0 (15 Meldungen)
    Frankreich: 505.400 Besucher
    Spanien: 930.384 Besucher

  • Das letzte Kapitel (1961)Datum02.10.2019 12:23
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DAS LETZTE KAPITEL
    BRD (1961) - R: Wolfgang Liebeneiner - DE: 19.10.1961 - FSK 16 - V: Europa
    Prod.: Europa-Film, Walter Koppel - Drehbuch: Georg Hurdalek (nach dem Roman von Knut Hamsun)
    Darsteller: Karin Baal, Hansjörg Felmy, Helmut Lohner, Klausjürgen Wussow, Wolfgang Lukschy, Robert Freytag, Ina Halley, Siegfried Schürenberg, Helga Schlack, Bettina Schön



    Hauptschauplatz ist ein Sanatorium in der norwegischen Berg-Einsamkeit, ein Zufluchtsort zivilisationskranker Menschen. Hier verliebt sich die junge Sekretärin Julie in den kultivierten Oliver Fleming, der sich als Graf ausgibt und sich gerade von einer schweren Krankheit erholt. Als eines Tages die Polizei im Sanatorium auftaucht, gesteht er Julie, dass er nur ein kleiner Buchhalter ist, der gesucht wird, weil er Geld unterschlagen hat. Dieses händigt er Julie, die ihm zur Flucht verhilft, zur Aufbewahrung aus. Doch Julie ist schwanger und als sie von Flemings Verhaftung erfährt, lässt sie sich mit dem einfachen und gutgläubigen Daniel ein, der unweit des Sanatoriums einen kleinen Bauernhof bewirtschaftet. Sie zieht zu ihm, bringt das Kind zur Welt und lässt Daniel in dem Glauben, dass er der Vater sei. Das geht solange gut, bis Fleming unerwartet wieder auftaucht.

    Als Regisseur war ursprünglich Gustav Ucicky vorgesehen. Er hatte zuvor den Erfolgsfilm "Das Erbe von Björndal" inszeniert, der ebenfalls im hohen Norden spielt. Völlig überraschend starb er während der Vorbereitungen und man beauftragte Wolfgang Liebeneiner mit der Regie. Die Dreharbeiten begannen im Juli 1961 im Göttinger Filmatelier, im August und September entstanden die Außenaufnahmen in Norwegen. Karin Baal und Helmut Lohner hatten direkt vor diesem Film bereits in "Blond muß man sein auf Capri" gemeinsam vor der Kamera gestanden. Durch die erneute enge Zusammenarbeit wurde die gegenseitige Zuneigung so stark, dass sich beide von ihrem jeweiligen Ehepartner trennten und 1962 heirateten.

    "Verfilmung des gleichnamigen Romans von Knut Hamsun, die in zahlreichen Kurzszenen das verzweigte Handlungsgerüst um eine junge Frau, die sich mit einem Bauernburschen einlässt, damit das erwartete Kind einen Vater habe, übersichtlich gestaltet. Die pessimistische Menschenschilderung Hamsuns wird dabei zwangsläufig vergröbert. Es bleibt ein in der Atmosphäre bedrückender Heimatfilm mit Landschaftsaufnahmen aus den norwegischen Bergen."(Filmdienst)

    "Wolfgang Liebeneiner hat dank einer vorzüglichen Kamera (Heinz Pehlke), einem gepflegten Drehbuch mit Original Hamsun-Dialogen und nicht zuletzt einer erfreulich sorgfältigen Besetzung einen guten Unterhaltungsfilm geschaffen. Hansjörg Felmy beweist, was für ein ordentlicher Schauspieler er ist. Denn das ist er fraglos in der diffizilen Rolle des Daniel, einer Rolle, die leicht hätte peinlich werden können. Auch Karin Baal überzeugt als Julie. Labil wie sein Lebensstil ist der Graf Fleming von Helmut Lohner, kraftvoll - bei aller Verdrehtheit - der Magnus von Klausjürgen Wussow. Die dezente musikalische Untermalung von Siegfried Franz lässt in ihrer wohltuenden Sparsamkeit die Fjorde nicht rauschen und die Berge nicht grollen." (Film-Echo 1961)

    Film-Echo-Note: 3,6 (61 Meldungen) / Erstnote: 3,5

  • Karin BaalDatum01.10.2019 15:31
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema



    1959 wirkte Karin Baal in einem italienischen Film mit: "Juke Box - Urli d´amore" (R: Mauro Morassi)
    Ein musikalisches Lustspiel mit Gesangseinlagen von Adriano Celentano, Mina, Coleen Hicks u.a.
    Karin spielt die Freundin von Terence Hill, der sich damals noch Mario Girotti nannte.

  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    Sept./Okt.1969 - Notizen aus dem Film-Echo

    Die UFA-Theater AG, die neben einigen Auto-Kinos ausschließlich großstädtische Erstaufführungs-Häuser betreibt, gibt die 10 erfolgreichsten Filme des Geschäftsjahres 1968/69 bekannt:

    1. Das Dschungelbuch (US): 402.000 Besucher
    2. Die Nichten der Frau Oberst (D): 194.000
    3. Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung (D): 163.000
    4. Zum Teufel mit der Penne (D): 142.000
    5. Pippi Langstrumpf (D/Schw): 141.000
    6. Die Ente klingelt um halb acht (D): 96.000
    7. Der Hexenjäger (GB): 81.000
    8. Quartett im Bett (D): 81.000
    9. Frau Wirtin hat auch einen Grafen (D/Ö): 75.000
    10.Zur Sache Schätzchen (D): 70.000

    Die Gesellschaft verzichtet bei der Programmierung ihrer Kinos weitgehend auf spekulative Produktionen zugunsten populärer Unterhaltungs- und Familienfilme.


    Der Alfred-Vohrer-Film "Sieben Tage Frist" wurde nach seinem Erfolg bei den Internationalen Filmfestspielen in Moskau von der Staatlichen Sowjetischen Import-Gesellschaft zur Auswertung für die UdSSR angekauft.


    Aus Anlass der deutschen Premiere des Films "Monte Carlo Rally" (GB/F/I) veranstaltete der Paramount-Verleih in Frankfurt das erste Autorennen der Welt, das ausschließlich im Rückwärtsgang absolviert werden musste. Zahlreiche Automobilfirmen stellten dafür ihre neuesten Modelle zur Verfügung und prominente Persönlichkeiten (darunter Schauspielerin Helga Anders sowie diverse Sportler) konnten als Fahrer gewonnen werden. Regisseur Ken Annakin und Peer Schmidt, einer der Hauptdarsteller, waren ebenfalls anwesend.
    "Monte Carlo Rally" D: Tony Curtis, Gerd Fröbe, Mireille Darc, Terry Thomas, Susan Hampshire
    Film-Echo-Note: 3,4 (38 Meldungen) / Erstnote: 2,9
    Spanien: 1.499.519 Besucher
    Frankreich: 698.857 Besucher

    Regisseur Rolf Thiele und Nicole Badal lassen sich scheiden. Die holländische Schauspielerin wirkte in 5 von Thiele inszenierten Filmen mit.

  • Gefährdete Mädchen (1958)Datum27.09.2019 14:23
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    GEFÄHRDETE MÄDCHEN
    BRD (1958) - R: Wolfgang Glück - DE: 7.3.1958 - FSK 18 - V: Union
    Produktion: Rex Film Bloemer & Co., Berlin - Außenaufnahmen: Wien, Hamburg
    Darsteller: Gerlinde Locker, Wolf Albach-Retty, Sigrid Marquardt, Heinz Drache, Edith Elmay, Emmerich Schrenk, Marina Petrowa, Horst Beck, Robert Meyn, Raoul Retzer



    Eine junge Tänzerin aus Wien wird im Hamburg tot aufgefunden. Alles deutet auf einen Unfall hin, doch die Polizei schließt ein Verbrechen nicht aus, denn man ist einer Mädchenhändler-Bande auf der Spur. Die Hintermänner sind bekannt, doch es fehlen die Beweise. Die zur Unterstützung der Hamburger Kollegen angereiste Wiener Kommissarin Christa Ritter schafft es, durch die Vermittlung des Fotografen Heinz Sanders, dem sie zuvor bei einer Miss-Wahl über den Weg lief, einen Job als Bardame im Amüsier-Lokal "Garten Eden" zu bekommen. Dort erhalten die Mädchen eine Tanzausbildung, bevor sie per Schiff ins Ausland transportiert werden. Auch Erika und Sonja, die beide aus Wien stammen, befinden sich darunter und die Chefs der Bande gehen dort ein und aus. Nachdem Draga, eine der Tänzerinnen, durchblicken läßt, dass sie mehr weiß, als gewissen Leuten lieb sein dürfte, verschwindet sie spurlos. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse.



    Es handelt sich zwar um eine deutsche Produktion, doch außer Heinz Drache, Horst Beck, Robert Meyn und Marina Petrowa wirken fast nur österreichische Schauspieler mit. Selbst der Regisseur Wolfgang Glück stammt aus Wien. Mit "Das Nachtlokal zum Silbermond" und "Mädchen für die Mambo-Bar" drehte er anschließend noch zwei weitere "Sex-Krimis", die in ähnlichen Milieus spielen und in denen teilweise auch dieselben Darsteller zu sehen sind. Beide wurden ebenfalls von Rex-Film produziert. Ganz offensichtlich war das Thema Mädchenhandel damals ein interessanter Leinwandstoff. Um dem vorliegenden Film einen seriösen bzw. dokumentarischen Anstrich zu geben, darf die Wiener Kommissarin in einer Szene ihrem Vorgesetzten mit wissenschaftlichen Studien zum Thema versorgen, wobei sogar eine Rede der damaligen Bundestagsabgeordneten Annemarie Renger Erwähnung findet.
    Der Film wurde handwerklich gekonnt inszeniert. Was nackte Haut anbelangt, ging Wolfgang Glück bis an die Grenzen des damals möglichen. Zwar reiht das Drehbuch wieder mal die üblichen Klischees aneinander, doch 1958 war das Publikum in dieser Hinsicht sicher noch nicht besonders verwöhnt. Außerdem gleichen die soliden Darstellerleistungen sonstige kleine Schwächen aus. Gerlinde Locker ist als junge Verkäuferin Erika naiv und unbedarft und verliebt sich in einen Herrn mit grauen Schläfen, der ihre Unerfahrenheit für seine Zwecke ausnutzt. Ihn spielt Wolf Albach-Retty, der Vater von Romy Schneider. Üblicherweise auf der Leinwand als ehrenwerter und charmanter Liebhaber und Gentleman unterwegs, entpuppt er sich hier mal als Bösewicht. Allerdings macht er sich als Dr.Jensen nie selbst die Hände schmutzig. Das erledigt für ihn Emmerich Schrenk als sein gewissenloser Partner Mario Cortez, der selbst vor Mord nicht zurückschreckt. Sigrid Marquardt spielt die taffe Kommissarin, die sich auch als Barfrau gut verkauft und sogar Eindruck auf Dr. Bender macht. Heinz Drache steht als zwielichtiger Fotograf in den Diensten der Mädchenhändler, wobei zunächst offen bleibt, in welchem Maße er in deren schmutzige Geschäfte involviert ist. Edith Elmay ist als Erikas Freundin Sonja bei weitem nicht so anständig und gutgläubig wie diese. Marina Petrowa spielt die Tänzerin Draga, die zuviel weiß. Horst Beck ist der schmierige Betreiber des Amüsierlokals.

    "Anläßlich einer Schönheitskonkurrenz gerät eine arglose Verkäuferin in die Fänge einer Bande von internationalen Mädchenhändlern. Kriminalschund aus dem Halb- und Unterweltsmilieu - unrealistisch, kritiklos und mit einer verlogenen Liebesgeschichte angereichert."(Filmdienst)

    Frankreich: 862.214 Besucher (Paris: 230.800)

  • Der Vampir von Notre Dame (1957)Datum20.09.2019 13:22
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DER VAMPIR VON NOTRE DAME (I VAMPIRI)

    Italien (1957) - R: Riccardo Freda - DE: 28.11.1958 - FSK 16 - V: Prisma
    Darsteller: Gianna Maria Canale, Carlo D´Angelo, Dario Michaelis, Wandisa Guida, Paul Muller, Angelo Galassi, Antoine Balpétre,



    Paris wird von einer Mordserie heimgesucht. Bei den Opfern handelt es sich um junge Frauen. Die Obduktion ergibt in allen Fällen, dass sie keinen Tropfen Blut mehr in den Adern haben. Deshalb wird der Täter vom Reporter Pierre, der über die Fälle berichtet, als "der Vampir" bezeichnet. Als die junge Laurette spurlos verschwindet und manches darauf hindeutet, dass sie das nächste Opfer sein könnte, mischt sich Pierre in die Ermittlungen von Inspektor Santel ein. Eine Spur führt die beiden in ein unheimliches Schloß.

    Hier geht es nicht um Vampire, sondern um eine alte Schloßherrin, die von dem Wunsch nach ewiger Jugend und Schönheit besessen ist. Dafür muss ihr Blut immer wieder gegen das von jungen Mädchen ausgetauscht werden. Da sie bei nachlassender Wirkung in Sekundenschnelle altert, benötigt sie ständig Nachschub. Das erfährt der Zuschauer aber erst nach und nach. Bis dahin wird er mit den üblichen Ingredienzien des Gruselfilm-Genres gut unterhalten: Es gibt ein altes Schloß mit dunklen Korridoren und wehenden Gardinen, einen wahnsinnigen Professor nebst hinkendem Assistenten, ein geheimes Labor, Skelette und Totenköpfe in finsteren Gewölben und gespenstische Schatten im nächtlichen Park.
    Die Werbung im deutschen Kinotrailer von 1958 war reißerisch aufgemacht:"Ganz Paris erstarrt vor Angst und Schrecken" hieß es da. Versprochen wurde: "Ein Film, der Sie aufwühlt! Ein Film, der an Ihren Nerven sägt!" Auch wenn das heute keine Gültigkeit mehr hat, ist dieser frühe italienische Horrorstreifen durchaus unterhaltsam, zumal die technischen Tricks, wie z.B. der Alterungsprozess der Schloßherrin, gelungen sind. Zur Entstehungsgeschichte wäre noch folgendes anzumerken: Als Regisseur Riccardo Freda nach 10 Drehtagen merkte, dass er den Film nicht wie vereinbart in nur 12 Tagen fertigstellen konnte, überwarf er sich mit den Produzenten. Diese beauftragten daraufhin den Kameramann Mario Bava, das Werk innerhalb von 2 Tagen zu vollenden. Bei einem der folgenden Projekte von Freda & Bava (Caltiki - Rätsel des Grauens) sollte sich ein solcher Regiewechsel noch einmal wiederholen.

    "Primitiv gebastelter Gruselfilm, der weder aus der makabren Handlung noch aus den sich daraus ergebenden Versatzstücken des Genres irgendein Kapital zu schlagen weiß." (Filmdienst)

    "...widerwärtiges Produkt krankhafter Phantasie" (Filmbeobachter)

    Frankreich: 290.349 Besucher (Paris: 33.426)

  • Aktuelle deutsche TV-FilmeDatum17.09.2019 17:32
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    POLIZEIRUF 110: DER ORT, VON DEM DIE WOLKEN KOMMEN
    Erstausstrahlung: Sonntag, 15. September 2019 (ARD)
    Darsteller: Verena Altenberger, Dennis Doms, Andreas Bittl, Norman Hacker
    Regie: Florian Schwarz



    Die Polizei greift einen verwahrlosten, etwa 14jährigen Jungen auf, der offenbar über Jahre hinweg eingesperrt und misshandelt wurde. Da er kein Wort spricht und körperlich in keinem guten Zustand ist, bringt man ihn vorübergehend in der leerstehenden Station eines Krankenhauses unter, wo er unter ständiger Bewachung steht. Dennoch gelingt es einer unbekannten Frau, sich in die Klinik einzuschleichen. Ihr Versuch, den Jungen zu töten, kann gerade noch vereitelt werden, doch gelingt es ihr, der Polizei zu entkommen. Inzwischen hat der Junge, der sich selbst Polou nennt, Vertrauen zu der Polizistin Bessie gefasst. Sie erfährt, dass er große Angst vor einem imaginären "Wolf" hat. Außerdem ist davon auszugehen, dass sein Peiniger noch weitere Kinder in seiner Gewalt hat. Da die Zeit drängt, schlägt die Trauma-Therapeutin vor, es mit Hypnose zu versuchen. Nach einem kleinen Anfangserfolg hofft man, mit einer Doppel-Hypnose weiterzukommen. Dabei werden Bessie und der Junge gemeinsam in Trance versetzt und sollen im Zustand der Hypnose miteinander in Verbindung treten können.

    Mit "Der Ort, von dem die Wolken kommen" feierte ein neues Polizeiruf-Team seinen Einstand. So ungewöhnlich wie der Titel ist auch der Fall, der sich zunächst als hochinteressant und fesselnd erweist. Als Zuschauer nimmt man Anteil am Schicksal des Jungen und ist gespannt, was hinter der Sache steckt. Doch dann kommt die große Enttäuschung. Die Doppel-Hypnose ist nichts weiter als abstruser Schwachsinn. Sie dient hauptsächlich dazu, den Zuschauern einen Einblick in das Unterbewusstsein der Polizistin zu geben, während die tatsächlichen Hintergründe des Falls eher nebenbei abgehandelt werden. Sie sind obendrein wenig überzeugend und müssen die hochgesteckten Erwartungen, die die Story weckte, zwangsläufig enttäuschen. Ärgerlich ist das auch deshalb, weil Florian Koch den Stoff einfühlsam und handwerklich versiert inszenierte und auch die Darsteller überzeugen können. Hervorzuheben ist hier besonders das Spiel von Dennis Doms, der als Polou eine beeindruckende Leistung zeigt.
    Drehbuchautor Günter Schütter (u.a. Grimme-Preisträger) hat seinen Namen vor der Ausstrahlung zurückgezogen. Über die Gründe ist leider nichts bekannt.

  • Die blonde Venus (1958)Datum14.09.2019 12:44
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DIE BLONDE VENUS (SCREAMING MIMI)

    USA (1958) - R: Gerd Oswald - DE: 2.12.1960 - FSK 18 - V: UFA
    Darsteller: Anita Ekberg, Philip Carey, Gypsy Rose Lee, Harry Townes, Romney Brent



    Virginia Wilson wird von einem aus der Psychiatrie entflohenen Mann mit einem Messer attackiert. Ihrem Stiefbruder gelingt es in letzter Sekunde, den Angreifer mit einem Gewehrschuss niederzustrecken. Durch diesen Vorfall traumatisiert, wird Virginia in ein Sanatorium eingewiesen. Der Psychiater Dr.Greenwood verliebt sich in die attraktive Blondine. Als Paar beginnen die beiden in einer anderen Stadt unter falschen Namen ein neues Leben. Virginia arbeitet als Tänzerin im Nachtclub "El Madhouse" und der Doc ist ihr Manager. Doch erneut gerät Virginia, die sich nun Yolanda nennt, in tödliche Gefahr, denn sie wird von einem Serienmörder verfolgt.

    Verworrener Psycho-Krimi, der wieder mal mit einem unpassenden deutschen Titel ausgestattet wurde. Die routinierte Inszenierung und die effektvolle Schwarzweiß-Fotografie können die inhaltlichen Mängel des Films nicht kompensieren. Der Beginn ist vielversprechend, doch wenn sich kurz danach die Handlung vom Sanatorium urplötzlich in den Nachtclub verlagert, ist man als Zuschauer erst mal ein wenig irritiert. Außerdem sorgen zwei fast identische Tanz-Darbietungen von Anita Ekberg und ein Gesangsauftritt von Gypsy Rose Lee für unnötigen Leerlauf. Die schwedische Sexbombe Anita Ekberg ("Das süße Leben") mag keine großartige Schauspielerin sein, verfügt aber über eine beachtliche Leinwandpräsenz. Der etwas merkwürdige Arzt, der zum Manager wird und im Verlauf der Handlung in Verdacht gerät, der Serienkiller zu sein, wird von Harry Townes dargestellt. Philip Carey spielt den Reporter Bill Sweeny, der sich ebenfalls in Virginia/Yolanda verliebt. Um ihr zu helfen, begibt er sich auf die Suche nach dem Täter. Gypsy Rose Lee ist die lesbische Chefin des Nachtclubs und eine Dogge namens "Devil" sorgt für den Schutz der blonden Venus.
    Regisseur Gerd Oswald, der in Berlin geboren wurde, emigrierte 1938 in die USA. Ende der 1950er Jahre arbeitete er auch wieder in Deutschland ("Am Tag als der Regen kam", "Das Todesauge von Ceylon"). "Screaming Mimi" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Fredric Brown, der Dario Argento zu "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" inspiriert haben soll.

    "Die "Schreiende Mimi" des Original-Titels, eine kleine Porzellanfigur, ist der Schlüssel für diese zwielichtige, verwirrende Mordgeschichte auf der Grenze zwischen Psychiatrie und Kriminalität. Die Schwächen in der Logik werden von der Spannung in der Handlung überdeckt. Jede der interessanten Figuren des Katz- und Maus-Spiels ist verdächtig und erst ein in die Titelheldin verliebter Reporter kommt durch die kleine Statuette den Motiven auf die Spur. Die Lösung, die völlig überraschend kommt, dürfte selbst versierte Zuschauer verblüffen. In der souverän beherrschten, diffizilen Hauptrolle zeigt Anita Ekberg, dass sie die Zurschaustellung ihrer Proportionen gar nicht nötig hat. Der anscheinend gekürzte, aber unterhaltsame Film sollte eigentlich ein gutes Durchschnittsgeschäft garantieren." (Film-Echo, Dezember 1960)

    Film-Echo-Note: 4,5 (13 Meldungen) / Großstadt-Note: 3,5

  • Christiane NielsenDatum10.09.2019 11:18
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    Am 10.9.1936 wurde Christiane Nielsen geboren.
    Deshalb möchte ich heute die fehlenden Bildchen zu 2 TV-Rollen ergänzen:

    Der Tod des Handlungsreisenden (1963)



    Hier ist sie als Miß Forsythe mit Horst Frank zu sehen. Beide treffen sich zufällig an der Bar in einem Restaurant und zeigen Interesse aneinander.

    Gewagtes Spiel: Der unersetzliche Verlust (1964)



    Als Ines da Costa ist sie eine Malerin. Dr.Severin sucht sie auf und erhält von ihr Informationen, durch die er einen Versicherungsbetrug aufdecken kann.

  • L - der Lautlose (1965)Datum06.09.2019 15:08
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    L - DER LAUTLOSE (THE LIQUIDATOR)

    GB 1965 - R: Jack Cardiff - DE: 30.9.1966 - FSK 16 - V: MGM
    Darsteller: Rod Taylor, Trevor Howard, Jill St.John, Wilfrid Hyde White, Akim Tamiroff, David Tomlinson, Erik Sykes, Gabriella Licudi, Suzy Kendall, Daniel Emilfork, Henri Cogan



    Colonel Mostyn vom britischen Geheimdienst wird beauftragt, einen Mann zu finden, der im Namen Ihrer Majestät als sogenannter "Liquidator" staatsgefährdende Elemente unauffällig eliminieren soll. Mostyn erinnert sich an Boysie Oakes, der ihm im Krieg das Leben rettete. Er ködert ihn mit einem Luxus-Apartment samt Sportwagen und attraktiven Damen. Erst als Boysie den Vertrag unterzeichnet hat, erfährt er, was man konkret von ihm erwartet. Boysie ist zwar ein kräftiger und zupackender Typ, ansonsten aber friedliebend und harmlos. Dennoch unterzieht er sich einem Spezial-Training, doch gleich bei seinem ersten Auftrag versagt er kläglich. Deshalb heuert er seinerseits einen Profi-Killer an, der von nun an für ihn die Arbeit erledigt.

    "The Liquidator" wird zwar allgemein als Agenten-Parodie bezeichnet, doch handelt es sich eher um eine schwarze Komödie mit typisch britischem Flair. Leider ist zu bemängeln, dass hier einiges an Potenzial verschenkt wurde, denn aus vorhandenen Ideen hätte man deutlich mehr herausholen können. Immerhin besitzt der Film einen bombastischen Titelsong in bester Bond-Tradition, gesungen von Shirley Bassey. Und auch die Besetzung lässt über manche Schwächen hinwegsehen. Nachdem Richard Harris zugunsten eines anderen Angebots abgelehnt hatte, übernahm Rod Taylor den Part des Boysie Oakes. Für ihn war es die erste große komödiantische Rolle. Trevor Howard, damals schon eine Kino-Legende ("Der dritte Mann", "Meuterei auf der Bounty") ist als Colonel Mostyn sein Boss und Mentor. Dessen Sekretärin Iris, in die sich unser "Held wider Willen" verliebt, spielt Jill St.John. Als russischen Bösewicht sieht man Akim Tamiroff und leider erst in den letzten Minuten des Films taucht Suzy Kendall auf. Dass außerdem die in Frankreich beheimateten Film-Gangster Henri Cogan und Daniel Emilfork mitwirken, ergibt sich daraus, dass die zweite Filmhälfte an der Cote d´Azur angesiedelt ist.

    "Im Kielwasser der Agentenfilme tummeln sich die Agentenparodien. Mit einer Clownerie versucht sich auch Jack Cardiff. Von der Idee her recht vielversprechend schleppt sich der Film leider nur mühsam über die Runden. Es wurde kaum eine Gelegenheit ausgelassen, wenn es galt, einen Gag zu vergeben. Wieviele Chancen prächtiger Gaudi sind allein bei der granitharten Geheimdienstausbildung des braven Kerlchens vertan! Die Schauspieler können nichts für die Misere. Rod Taylor in der Titelrolle wäre durchaus der Mann für einen Regisseur und ein Drehbuch mit Einfällen." (Film-Echo, Okt. 1966)

    Film-Echo-Note: 3,8 bei 21 Meldungen (Erstnote: 3,6)
    Spanien: 1.140.524 Besucher

  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    FRÜHSTÜCK MIT DEM KILLER (LES ETRANGERS)
    AT: GEIER KÖNNEN WARTEN
    F/D/I/Sp (1969) - R: Jean-Pierre Desagnat - DE: 13.6.1969 - FSK: 18 - V: Inter
    Künstlerische Oberleitung: André Hunebelle
    Deutscher Produktionspartner: Roxy Film (Luggi Waldleitner)
    Darsteller: Michel Constantin, Senta Berger, Julian Mateos, Hans Meyer



    Der skrupellose Gangster Kaine befindet sich nach einem brutalen Banküberfall, bei dem ihm wertvolle Rohdiamanten in die Hände fielen, auf der Flucht vor der Polizei. Seine Beute deponiert er in einer stillgelegten Mine. Bei einem Pärchen, das in einer abgelegenen Hütte am Rande der Wüste lebt, findet er Unterschlupf. Doch schnell stellt sich heraus, dass die beiden über ihn Bescheid wissen. Sie verlangen von ihm, dass er die geraubten Steine mit ihnen teilt. Ein Fluchtversuch, den er unternimmt, scheitert, denn das Paar lässt sich nicht so leicht austricksen. Zwar gelingt es nach einigen unvorhergesehenen Zwischenfällen die Diamanten zu bergen, doch am Ende müssen die Drei feststellen, dass sie die Rechnung ohne den gerissenen Sheriff gemacht haben.



    Knallharter Euro-Thriller mit reichlich Action, überraschenden Wendungen und cooler Musik. Die Story wird stringent erzählt und neben den oben erwähnten Darstellern trägt auch noch ein Muli seinen Teil zur Unterhaltung bei. Die vier Hauptdarsteller, auf die sich die komplette Handlung konzentriert, funktionieren und ergänzen sich als Ensemble perfekt. Senta Berger und Michel Constantin sind das Paar, das sich nicht ohne Grund in die einsame Hütte zurückgezogen hat. Julian Mateos mimt den eiskalten und rücksichtslosen Killer und den Sheriff, der ständig Zigarillos raucht, spielt Hans Meyer. Letzterer ist, wie sein Name vermuten lässt, deutscher Abstammung, wurde aber in Südafrika geboren, wo er auch aufwuchs. In Europa stand er anfangs für Werbefilme (Zigaretten, alkoholische Getränke) vor der Kamera.
    Die Dreharbeiten fanden von November 1968 bis Anfang Januar 1969 in Spanien statt (Tabernas Wüste, Almeria, Andalusien). In den deutschen Kinos wurde der Film zunächst mit dem Titel "Geier können warten" gestartet, stieß aber auf kein sonderlich großes Publikumsinteresse. Ein neuer Titel sollte Abhilfe schaffen, doch beim Film-Echo gingen weniger als 10 Meldungen ein, so dass es nicht für einen Platz in der Erfolgsrangliste reichte. Die Behauptung, der Film sei für die TV-Ausstrahlung umgetitelt worden, ist Quatsch.

    "Ein packendes Katz- und Mausspiel im Reißer-Milieu zwischen Akteuren mit unterschiedlichen Motiven. Mal triumphiert die eine, dann wieder die andere Partei; dabei geht man nicht gerade zimperlich miteinander um, und die couragierte Schöne mischt recht handgreiflich mit. Brutal genug geht es in dieser europäischen Produktion schon zu. Die Spannung hält die Zuschauer vom ersten bis zum letzten Meter in Atem. Die grandios-öde Landschaft spielt mit, Kameratechnik und schauspielerische Leistungen faszinieren. Ein fesselndes Abenteuer." Film-Echo (Juni 1969)

    Frankreich: 445.809 Besucher (Paris: 47.227)
    Spanien: 423.361 Besucher

  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    Auch ich möchte mich für die tolle Organisation und die detaillierten Auswertungen bedanken. Der Zeitaufwand dürfte nicht unerheblich gewesen sein. Schön, dass die ganze Aktion das Forum mal wieder etwas belebt hat.

  • Jessy - Die Treppe in den Tod (1974)Datum23.08.2019 13:58
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    JESSY - DIE TREPPE IN DEN TOD (BLACK CHRISTMAS)

    Kanada (1974) - R: Robert Clark - DE: 17.10.1975 - FSK 16 - V: Tobis
    Darsteller: Olivia Hussey, Keir Dullea, Margot Kidder, John Saxon, Art Hindle, Marian Waldman



    Weihnachten steht vor der Tür. In ihrem Wohnheim feiern Studentinnen eine ausgelassene Party. Als sie von einem Unbekannten mit obszönen Anrufen belästigt werden, nehmen sie die Sache nicht weiter ernst. Sie ahnen nicht, dass es sich um einen psychopathischen Killer handelt, der sich heimlich auf dem Dachboden des Wohnheims einquartiert hat. Erst am nächsten Tag bemerken die Mädchen das Verschwinden ihrer Freundin Clare. Als dann auch noch der Telefonterror weiter geht, wenden sie sich an die Polizei.

    "Black Christmas" gilt zwar als Vorreiter der Slasher-Filme, doch steht hier noch nicht die blutrünstige Effekthascherei im Mittelpunkt. Auch nackte Haut such man vergebens. Obwohl der Täter von Anfang an anwesend ist, bleibt er für den Zuschauer gesichtslos. Auch über seine Motive erfährt man nichts. Der erste Mord findet zwar schon ziemlich früh statt, dennoch ist das Tempo des Films eher ruhig, wobei sich allerdings ein paar unnötige Längen einschleichen. Auch das düstere Ende wird wohl nicht jeden zufriedenstellen. Insgesamt handelt es sich aber um einen recht stimmig inszenierten Horrorfilm, der spannende Unterhaltung bietet. Hervorzuheben ist die ausgezeichnete Kameraarbeit. Die Rolle der Jessy, die als letzte Überlebende im Wohnheim bis zum Finale dabei ist, erhielt Olivia Hussey, die sich 1968 als Siebzehnjährige durch Franco Zeffirellis Shakespeare-Verfilmung "Romeo und Julia" internationalen Ruhm erwarb. Ihren Freund Peter spielt Keir Dullea, während John Saxon als Cop eine gute Figur macht.Unter den weiteren Opfern des Killers sticht besonders Margot Kidder hervor. Neben ihrem Auftritt in "Amityville Horror" wurde sie vor allem durch die drei "Superman"-Filme populär.
    "Black Christmas" fand seinerzeit keine besondere Beachtung, genießt aber heute unter Genre-Fans Kultstatus. 2006 entstand ein Remake.

    "Es soll nicht in Abrede gestellt werden, dass der Regisseur Spannung zu schüren und seine Schauspieler zu führen weiß, aber so ein Kinofilm ist kein Fernsehkrimi á la Durbridge, der mit einem effektvollen Schluss Appetit auf die Fortsetzung macht." (Film-Echo)

  • TV-Termine im August 2019Datum21.08.2019 19:14
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    Ich habe mir meine Aufzeichnung noch gar nicht angeschaut, aber wenn der Name "Dr. Rasanoff" verwendet wird, kann es sich nur um die Kino-Synchro handeln. Das wäre natürlich super, denn die kenne ich noch nicht. Ich werde das bei nächster Gelegenheit mal überprüfen.

  • TV-Termine im August 2019Datum21.08.2019 11:30
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    Freut mich, dass ich mit dem Hinweis Dein Interesse wecken konnte. Ich würde den Film gern mal mit der Original-Synchro sehen, denn er kam ja damals mit dem reißerischen Titel "Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff" in die Kinos.

  • TV-Termine im August 2019Datum18.08.2019 19:35
    Thema von Giacco im Forum Aktuelle Filme (DVD, K...

    arte zeigt am Montag(19.8.) den französischen Horror-Klassiker

    Augen ohne Gesicht (1960) von Georges Franju

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