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Dieses Thema hat 109 Antworten
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 Edgar-Wallace-Forum
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eastmancolor Offline



Beiträge: 2.595

11.05.2009 14:51
#61 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten
Leider haftet an den beiden Regisseuren immer noch die End Sechziger Parole "Opas Kino ist tot".
Die damals ganz jungen Regisseure in den 70er Jahren, wollten nur noch unkommerzielle, künstlerische Filme machen, was einer Verachtung des Publikums gleichkam.
Erfolg war dank Filmförderung auch nicht mehr wichtig.
Diese jungen Filmschaffenden riefen am lautesten "Opas Kino ist tot!"
und ignorierten auch den größten Teil der wunderbaren Schauspieler der sechziger Jahre.
Deswegen gingen so viele Karrieren in den 70ern kaputt.
Ein großer Star in den sechzigern gewesen zu sein, war verpönt, man wollte mit Opas Kino nichts mehr zu tun haben.

Interessanterweise sieht man sich von genau diesen jungen Regisseuren heute gar nichts mehr an. Lach!
Fassbinder ist da die einzige Ausnahme.

Reinl oder Vohrer Filme sind heute Kult und werden immer noch gesehen, trotzdem sind die lauten Rufe von damals in den Köpfen hängengeblieben und deshalb meint man in Deutschland (fälschlicherweise) Reinl und Vohrer immer noch übergehen zu müssen.

Der deutsche Regisseur Roland Klick war damals einer dieser jungen Filmemacher.
In einem Interview äußerte er sich zu diesem Thema.
Man warf ihm damals vor die FilmFörderung zu untergraben, weil er Filme machte, die vom Publikum gerne gesehen werden und auch noch Geld einspielen.
Bei einer Pressekonferenz wurde er zerissen und man rief ihm von Presseseite in gehässigen Ton zu: "Na dann wünschen wir ihnen, daß sie eine schöne Stange Geld mit ihrem Film verdienen!".
Man durfte damals alles nur nicht dem Publikum gefallen, sonst untergrub man ja die Förderung!
Kunst auf Teufel komm raus, ohne Rüchksicht aufs Publikum.

Heute ist es Gotteseidank wieder anders aber in den Köpfen hängt den Regisseuren Reinl und Vohrer immer noch "Opas Kino ist tot" nach, auch wenn es nie wahr war.
DanielL Offline




Beiträge: 4.142

11.05.2009 15:04
#62 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten
Man neigt hierzulande dazu von einem extrem ins Andere zu verfallen. Der "neue deutsche Film" der 70er hat ja auch seine Berechtigung. Es war klar, dass da mal was kommen würde, denn Anf-Mitte der 60er war man in Sachen Arthouse schon dünn aufgestellt. Nur dies wertet eigentlich den Unterhaltungsfilm nicht ab... Eigentlich!

Gruß,
Daniel

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.595

11.05.2009 15:10
#63 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten
Welche Berechtigung mit ein paar wenigen Ausnahmen hat der "neue deutsche Film der 70er"?
Kein Mensch will das Zeug noch sehen! Schon damals nicht.

Filme sind IMMER fürs Publikum und wenn sie nicht fürs Publikum gemacht sind, kann man sie sich auch gleich in den A... schieben.

Vielleicht sollte ich die Kamera einfach mal auf mich und meine Mutter halten, für 90 Minuten.
Dann nenne ich es Kunst und kein Schwein will es sehen.
DanielL Offline




Beiträge: 4.142

11.05.2009 15:27
#64 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten


Man kann nicht auf der einen Seite mehr Wertschätzung für den Unterhaltungsfilm einfordern und dann mit den selben Mitteln eine ganze Filmbewegung verreissen.

Gruß,
Daniel

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.595

11.05.2009 22:00
#65 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Eine Filmbewegung ohne Publikum!

lasher1965 Offline




Beiträge: 419

11.05.2009 22:38
#66 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten
Ich sehe zum Beispiel nach wie vor gerne Werner Herzogs Filme, insbesondere natürlich die mit Kinski. "Aguirre, der Zorn Gottes" etwa ist von einer einmaligen Atmosphäre geprägt, die ein Reinl oder ein Vohrer niemals hätten schaffen können, ohne jetzt deren Verdienste schmälern zu wollen.

Oder "Theo gegen den Rest der Welt" von Peter Bringmann. Den Film kann man sich heute noch mit großem Unterhaltungsgenuss ansehen, dazu muss man kein Westernhagen-Fan sein (der ich auch tatsächlich nicht bin).

Und was bitte ist mit Volker Schlöndorff? Er hat dem deutschen Kino nun wirklich einige Ausnahmefilme beschert. Wollen wir denn wirklich nur heile Welt sehen?

Vor ein paar Tagen habe ich noch das großartige Kammerspiel von Theodor Kotulla "Aus einem deutschen Leben" gesehen, in dem Götz George den Lagerkommandanten von Auschwitz spielt. Auch das ein Film, der besser ungedreht geblieben wäre? Lieber noch ein paar weiße oder schwarze Rössl?

Und was ist mit Wim Wenders? Auch nur Müll, oder was?

Tut mir Leid, aber mit solchem Totalitarismus kann ich nichts anfangen. Solange ein Film gut ist, ist es mir egal, ob er der Tradition von Opas Kino entstammt oder dem neuen deutschen Film. Nur langweilen darf er nicht.
eastmancolor Offline



Beiträge: 2.595

11.05.2009 22:43
#67 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Zitat von lasher1965
Ich sehe zum Beispiel nach wie vor gerne Werner Herzogs Filme, insbesondere natürlich die mit Kinski. "Aguirre, der Zorn Gottes" etwa ist von einer einmaligen Atmosphäre geprägt, die ein Reinl oder ein Vohrer niemals hätten schaffen können, ohne jetzt deren Verdienste schmälern zu wollen.

Oder "Theo gegen den Rest der Welt" von Peter Bringmann. Den Film kann man sich heute noch mit großem Unterhaltungsgenuss ansehen, dazu muss man kein Westernhagen-Fan sein (der ich auch tatsächlich nicht bin).

Und was bitte ist mit Volker Schlöndorff? Er hat dem deutschen Kino nun wirklich einige Ausnahmefilme beschert. Wollen wir denn wirklich nur heile Welt sehen?

Vor ein paar Tagen habe ich noch das großartige Kammerspiel von Theodor Kotulla "Aus einem deutschen Leben" gesehen, in dem Götz George den Lagerkommandanten von Auschwitz spielt. Auch das ein Film, der besser ungedreht geblieben wäre? Lieber noch ein paar weiße oder schwarze Rössl?

Und was ist mit Wim Wenders? Auch nur Müll, oder was?

Tut mir Leid, aber mit solchem Totalitarismus kann ich nichts anfangen. Solange ein Film gut ist, ist es mir egal, ob er der Tradition von Opas Kino entstammt oder dem neuen deutschen Film. Nur langweilen darf er nicht.


Die alle von dir genannten sind halt nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

lasher1965 Offline




Beiträge: 419

11.05.2009 22:55
#68 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Zitat von eastmancolor

Die alle von dir genannten sind halt nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.


Eben hast Du noch behauptet, Fassbinder sei die einzige Ausnahme ...

lasher1965 Offline




Beiträge: 419

11.05.2009 23:03
#69 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Übrigens, wie wäre es mit Bernhard Sinkel? Z. B. "Lina Braake" mit Lina Carstens und Fritz Rasp.

Oder May Spils' "Zur Sache Schätzchen" mit Uschi Glas. Immer noch der Film, mit dem Uschi Glas am ehesten in Verbindung gebracht wird. Vom "Mönch mit der Peitsche" redet da niemand ...

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

12.05.2009 07:52
#70 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Zitat von eastmancolor
Eine Filmbewegung ohne Publikum!

Aufgrund der nicht richtigen Einschätzung werde ich im Thread "Vermischtes aus alten Zeiten" über den Neuen Deutschen Film dazu einen Beitrag schreiben.

Joachim.

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.595

12.05.2009 13:36
#71 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

@Joachim
Da bin ich schon gespannt!

Glasauge Offline




Beiträge: 1.321

02.06.2010 21:55
#72 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Ich bin der Meinung, dass man die beiden Regisseure nicht miteinander vergleichen kann. Reinls Filme sind wirklich ernster gemacht. Beide Regisseure waren prägsam für Edgar Wallace. Was wäre Wallace ohne DIE TOTEN AUGEN VON LONDON oder DER FROSCH MIT DER MASKE. Mir selber gefallen die Vohrer Filme besser, das liegt aber an meinem eher ungewöhnlichen Filmgeschmack, so finde ich dass DER FÄLSCHER VON LONDON und DAS GASTHAUS AN DER THEMS eher langweiligere EW Verfilmungen.


Glasauge

Clifton Morris Offline



Beiträge: 116

06.05.2013 23:28
#73 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Ich habe mir diese schon alte Diskussion durchgelesen. Seien wir froh, dass es sowohl Harald Reinl als auch Alfred Vorher gab. Nun hat Reinl sowohl die Edgar Wallace- als auch Karl May-Reihe aus der Taufe gehoben und damit eine Sonderstellung. Tarantino hat doch vor Jahren Vorher als einen seinen Regie-Favoriten bezeichnet. Ob er auch Filme von Reinl kennt? Einem der alten Beiträge zu Vohrer und Karl May muss ich energisch widersprechen. Auch für mich ist der Old Firehand-Film ein Ausfall, aber der Produzent wollte eine Anlehnung an die Spaghetti-Western. Bei "Unter Geiern" und dem unterschätzten "Old Surehand" hat Vohrer tolle Teutonen-Western vorgelegt.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

07.05.2013 07:10
#74 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Also soweit ich die Entstehungsgeschichte der Wallace-Filme verstanden habe, haben Philipsen, Barthel und Hummel die Edgar-Wallace-Reihe aus der Taufe gehoben. Und spätestens mit dem Script von Egon Eis standen dann konkrete Ideen und Konzepte für den ersten Film fest, sodass sich mir nicht erschließt, welche angebliche Sonderstellung Reinl im Vergleich zu anderen Regisseuren zukommen soll.

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

07.05.2013 17:44
#75 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Ja, aber man kann sicher nicht bestreiten, dass Harald Reinl vor allem für die Wallace Frühphase sehr wichtig und prägend war. So zum Beispiel musste Reinl etwas ganz neues schaffen um einen möglichst großen Kontrast zum Kino der 50ger Jahre schaffen damit die Serie erfolgreich werden konnte. Vohrer hingegen hat der Reihe noch einmal einen frischen Anstrich verpasst, sozusagen den letzten Schliff. Ich mag beide Regiesseure sehr gerne und ich finde hier auch den Subtitel aus dem Uschi Glas gegen Karin Dor Thread passend, ein Duell das keines ist allerdings hier eher anders angelegt, da man kaum objektiv ist, wenn man einen von beiden für besser hält.

Mfg Jacob

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