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Dieses Thema hat 109 Antworten
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 Edgar-Wallace-Forum
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Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

24.02.2007 19:27
#16 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Eindeutig Vohrer


Mordsarchiv - Mein Krimi-Weblog

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

24.02.2007 19:52
#17 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Übers Gesamtwerk eindeutig Reinl.

J.

Jan Offline




Beiträge: 1.752

24.02.2007 20:13
#18 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Also ich kann das "eindeutig dieser" oder "eindeutig jener" ehrlich gesagt nicht wirklich nachvollziehen. Beide haben ihren Platz, beide haben objektiv gesehen Gutes und Schlechtes abgeliefert. In puncto Wallace haben beide ihren ganz eigenen und prägenden Stil hinterlassen. Im Falle May ebenfalls. Jedoch pflichte ich dem Mönch hier bei: da hatte der "Freddy" kein glückliches Händchen. Dennoch gefallen mir persönlich seine Beiträge zur Serie am besten; auch oder vor allem wegen Granger (OLD FIREHAND ohne Granger habe ich zwar auf Video, fand ich aber so übel, dass ich ihn nur halb gesehen habe). Objektiv betrachtet können es allerdings weder OLD SUREHAND noch UNTER GEIERN oder gar OLD FIREHAND mit Reinls Beiträgen aufnehmn. Von daher würde ich mich nie eindeutig festlegen.
Außerdem lassen sich beide nicht abschließend miteinander vergleichen. Es gibt zwar die bekannten Schnittstellen (Wallace, May, Ganghofer), jedoch prägte Vohrer auch das TV mit Beiträgen, die heute zu recht dem sog. "Kult-Fernsehen" zugeordnet werden und Meilensteine der deutschen TV-Geschichte sind. Reinl hat hierzu (unverständlicherweise) gar nichts beigetragen, obwohl er ja geradezu prädestiniert gewesen wäre.

Gruß
Jan

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

24.02.2007 20:59
#19 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

„Der Erfolg eines Films manifestiert sich nicht allein in Zuschauerzahlen und Einspielergebnissen.“ (Zitat vom 25.09.2006)

Dieser Aussage stimmt nicht – ohne einen Erfolg gäbe es keine Fortsetzung und weitere Fortsetzung – und hier brauchen wir noch nicht einmal in Deutschland zu bleiben.
George Lucas hatte zunächst niemanden für Krieg der Sterne überzeugen können. Jedes Studio (u.a. Universal, Paramount) lehnten ab. Durch den Erfolg nach Start des Films ging es erst weiter. Genau so erging es Indiana Jones, James Bond oder auch bei Karl May. Ohne zahlende Zuschauer an den Kinokassen geht es nicht. Sie sind das A & O der Filmbranche. Es gibt genügend Beispiele von Pilotfilmen, die Flops waren und dadurch gab es niemals eine Fortsetzung, wie z.B. Remo Williams oder Doc Savage oder in Deutschland CCC’s Sherlock Holmes, Victor Gunn, Inspektor Blomfield oder Rolf Torring.

Fünf Reinl Wallace zu vierzehn Vohrer Wallace –
Hier hängt jeder vernünftige Vergleich. Also müssen wir die sieben Farbfilme von Vohrer außen vor lassen. Dann wäre das Verhältnis fünf zu sieben. Hier kann man schon eher vergleichen. Auch wenn Vohrer einen gewissen Stil mitbrachte, mit Schüssen und Hallo-Stimme und vielleicht sogar mit mehr Humor, der letztendlich aber vom Drehbuchautor bzw. von der Produktion vorgegeben war, so war es Reinl, der mit Der Frosch mit der Maske den Geschmack des Publikums traf und ihn erfolgreich mit Die Bande des Schreckens auch fortsetzte. Erst durch Reinls Vorgabe konnte die Serie existieren. Beide Filme sind echter Roman-Wallace. Unter dieser Reinl-Vorgabe hat dann auch Vohrer Die toten Augen von London inszeniert, den ja ursprünglich von Reinl inszeniert werden sollte, aber aus zeitlichen Gründen nicht zur Verfügung stand. Auch hier hat Vohrer nur das vorgegebene Drehbuch von Egon Eis (Trygve Larsen) umgesetzt. Auch hat Reinl seine Filme mit wesentlich mehr Schwung inszeniert als Vohrer, so ist zwar Die toten Augen von London ein unterhaltsamer Film, aber im direkten Vergleich in Tempo und Spannung hinkt er dem Frosch mit der Maske hinter her. Gleiches gilt sowohl für Die Bande des Schreckens, Der Fälscher von London und Der unheimliche Mönch, den wohl temporeichste Film der gesamten Serie. Bei Zimmer 13 streiten sich ja bekanntlich die Geister. Hier wurde ja vom bereits vorgesehenen Konzept, Fuchsberger rettet die abstürzende Dor aus dem Fahrstuhlschacht analog zu Der unsichtbare Dritte, abgesehen, indem man dem Dor-Part den negativen Touch gibt. Dies macht den Film einerseits Kritik anfälliger ist aber ein neues interessanteres Konzept, welches Vohrer in diesem Stil eventuell nur mit Der Mann mit dem Glasauge wagte.
Gibt man nun den vier Reinl-Filme die Note 1 und Zimmer 13 die Note 2 so kommt man auf eine Durchschnittnote 1.2. Bei Vohrer kann man nur den Filmen Die toten Augen von London und Das Gasthaus an der Themse die Note 1 geben, Der Zinker, Das indische Tuch, Der Hexer die Note 2, Neues vom Hexer wegen nicht befriedender Auflösung mit gutem Wille die Note 3 und für Die Tür mit den sieben Schlössern wegen der schlechten Drehbuchumsetzung, der schlechten Musik und dem lahmen Tempo nur die Note 4, das wäre dann eine Durchschnittnote von 2.14. Selbst wenn man großzügig nur die fünf besten Vohrer Filme nimmt kommt man nur auf einen Durchschnitt von 1.6, d.h. auf jeden Fall hinter Reinl.

Der Vergleich bei den Karl May-Verfilmungen hat ja bereit ein Vorschreiber ins Spiel gebracht, wobei hier der Unterschied noch krasser ist.

Vergleichen kann man auch die vier Ganghofer-Filme Reinl (Schloß Hubertus, Der Jäger von Fall) und Vohrer (Edelweißkönig, Das Schweigen im Walde). Hier ist der Unterschied noch krasser, da Vohrer jedes Berggefühl fehlt und die Filme zu abgehackt wirken. Gleiches gilt auch für den direkten Vergleich der beiden Konsalikverfilmungen Ein toter Taucher nimmt kein Gold (Reinl) und Wer stirbt schon gerne unter Palmen (Vohrer).

Wie aber schon mehrmals geschrieben ist Vohrer für mich kein schlechter Regisseur, hinkte aber bei direkten Vergleichen immer Reinl hinterher. Vohrer war am besten zu seiner Roxy-Zeit. Hier hat er ein Meisterwerk nach dem anderen inszeniert von Sieben Tage Frist, über Perrak bis zu den hervorragenden Simmelverfilmungen. Selbst seine „freien“ Komödien Herzblatt, Das gelbe Haus am Pinnasberg und Drei Männer im Schnee sind ihm ausgezeichnet gelungen, wobei seine beste Komödie immer noch Lange Beine, lange Finger ist. Aber auch Unser Haus in Kamerun oder Ein Alibi zerbricht sind ihm gelungen. Wartezimmer zum Jenseits und Anita Drögemöller sind Ansichtssache. Einzig bei dem Vergleich der beiden Love-Story-Filmen Sie liebten sich einen Sommer (Reinl) und Und der Regen verwischt jede Spur (Vohrer) hat Vohrer eindeutig die Nase vorn. Jetzt nicht aufgeführt sind hier die großen Reinl-Klassiker der 50er-Jahre, die aber letztendlich Geschmacksache sind. Aber die Reinl-Klassiker der 60er-Jahre von zwei Mabuse, Der letzte Mohikaner, Dr. med. Fabian, Die Nibelungen, Die Schlangengrube und das Pendel und drei Jerry-Cotton-Filme sowie BEW Der Würger von Schloß Blackmoor können sich alle sehen lassen, vor allem auch daher dass Vohrer nichts vergleichbares inszeniert hat. Letztendlich sind auch die drei Reinl-Dokumentarfilme (Erinnerungen an die Zukunft, Botschaft der Götter, Und die Bibel hat doch recht) nicht zu verachten.
Beide haben selbstverständlich ihre Verdienste innerhalb ihres Schaffens, wobei man nicht vergessen darf, dass Reinl mehr als 30 Jahre Kinofilme inszenierte, und Vohrer noch nicht einmal zwanzig Jahre voll hat. Aber auf eine Insel würde ich mir immer Vohrer-Filme mitnehme entgegen Filme vieler anderer deutschen Regisseure.

FAZIT: Durch die Farbfilme hat Vohrer fast dreimal so viele Wallace-Filme inszeniert und der Serie seinen eigenen Stempel (nach Drehbuchvorlage) aufgedrückt, aber im direkten Vergleich nur der Wallace Schwarzweißfilme liegt Reinl eindeutig vorne. Gesehen innerhalb ihres Gesamtwerkes hat Reinl immer die Nase vorn.

Gruß Joachim.

Georg Offline




Beiträge: 3.228

25.02.2007 11:04
#20 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Vorweg: für mich haben beide gute Arbeit geleistet... aber wenn hier vom "Gesamtwerk" gesprochen wird: denkt da jemand daran, dass Vohrer auch viele sehr gute Fernseharbeiten abgeliefert hat ("Der Alte" (z.B. auch als Autor mit Anspielung an Wallace bei DIE TOTE HAND, "Derrick", "Schwarzwaldklinik", TV-Filme wie "Der Lehrer" mit Klaus Schwarzkopf, "Weißblaue Geschichten" usw. ...)
LG Georg

Edgar007 Online




Beiträge: 2.562

25.02.2007 11:39
#21 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Im Gesamten mag Reinl wirklich der bessere Regisseur gewesen sein. Im Fall Edgar Wallace finde ich die Sache aber ziemlich ausgeglichen. Reinl hat die Wallace-Serie aus der Taufe gehoben aber Vohrer hat z.B. mit den Schüssen und "Hallo. hier spriocht Edgar Wallace" den heutigen Kult-Status geschaffen - und nicht zuletz den Titel Deines ersten Buchs, Joachim. Die Reinl-Filme waren etwas "romantischer" und die Vohrer-Werke humorvoller inszeniert.

Bei Winnetou geb ich Euch zwar Recht, dass hier Reinl die besseren Arbeiten abgeliefert hat, aber lag das wirklich alleine am Regisseur? Bei keinem Vohrer-Film spielte der Publikumsliebling Lex Barker mit. Seine "kollegen" Old Surehand bzw Old Firehand hatten hier meilenweit das nachsehen - und das liegt definitiv nicht am Regisseur! Deshalb finde ich diesen Vergleich auch nicht ganz korrekt.

Letztendlich ist es wohl Geschmacksache welchen von den Beiden man favorisisiert. Beide haben unbestritten einige Meisterwerke abgeliefert, deshalb gibt's von mir ein Unentschieden; obwohl Vohrer mehr Flops dabei hatte...

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.589

25.02.2007 11:59
#22 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Sehr interessant finde ich, was Franz Josef Gottlieb im Interview (Bonusmaterial der B.E.Wallace-Box) gesagt hat, als man ihn auf den Unterschied zwischen Reinl und Vohrer angesprochen hat.
Er sagte, Reinl habe mehr mit Masken gearbeitet ( Frosch mit Gasmaske, Mönch mit Kutte, Shelton mit Galgenhand ), Vohrer hingegen mehr auf Gruseleffekte mit furchterregenden Tieren gesetzt ( weiße Ratten, Mäuse, Schlangen ).
Das ist für die Wallace-Filme schon sehr treffend. Bei Reinl gab es ein gepflegtes Ambiente, während Vohrer sehr oft an "schmutzigen" Drehorten ( Keller,Katakomben,üble Spelunken u.a.) gedreht hat.

Jan Offline




Beiträge: 1.752

25.02.2007 12:02
#23 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Zitat von Georg
Vorweg: für mich haben beide gute Arbeit geleistet... aber wenn hier vom "Gesamtwerk" gesprochen wird: denkt da jemand daran, dass Vohrer auch viele sehr gute Fernseharbeiten abgeliefert hat ("Der Alte" (z.B. auch als Autor mit Anspielung an Wallace bei DIE TOTE HAND, "Derrick", "Schwarzwaldklinik", TV-Filme wie "Der Lehrer" mit Klaus Schwarzkopf, "Weißblaue Geschichten" usw. ...)


Ganz richtig! Ich hatte das auch schon erwähnt. Seine Arbeit als Autor ist m.E. zwar äußerst durchwachsen (TOTE HAND ist aber wirklich klasse, auch wegen Rudolf Schündler) aber er hat als Regisseur halt die TV-Serien schlechthin geprägt!

Weiß eigentlich irgendwer, warum Reinl niemals für Ringel- oder Rademann gearbeitet hat?

Gruß
Jan

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

25.02.2007 14:49
#24 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Wegen den Fernseharbeiten kann man nur spekulieren. Reinl sollte hin und wieder nach 1977 Kinofilme inszenieren, die auch angekündigt waren, letztendlich aber an der Finanzierung scheiterten. Andererseit war er 1978 an dem Film GÖTZ VON BERLICHINGEN beteiligt und 1982 an IN DSCHUNGEL IST DER TEUFEL LOS. Man muß dazu bedenken, dass Reinl hier schon über 70 war. Zudem hat Reinl eine siebenteilige Doku-Fernsehserie gedreht SIEBEN WELTWUNDER, der jedoch m.W. nach nur einmal ausgestrahlt wurde. Nach DSCHUNGEL arbeitete bzw. inszenierte er noch den Sri-Lanka-Film.
Übrigens Werner Jacobs (*1909) ging es nicht anders, er zog sich ja nach seinem letzten Film ZWEI HIMMLISCHE DICKSCHÄDEL (1974) ebenfalls zurück. Nur noch als Co-Regisseur diente er Reinl bei UND DIE BIBEL HAT DOCH RECHT. Man merkt ja an den Kinoprogrammen ab 1975, dass tatsächlich unterhaltsame Filme à la Reinl und Jacobs fehlten, und ab 1977 auch die von Vohrer. Wenn man einmal bedenkt was Vohrer aus BIS ZUR BITTEREN NEIGE gemacht hätte, was wäre dies ein Film geworden. Das war ja das 75er-Filmkarussell als Vohrer statt Reinl EDELWEISSKÖNIG (DER LAUFENDE BERG) drehte, Oswald statt Vohrer BIS ZUR BITTEREN NEIGE, Gottlieb statt Jacobs DER GEHEIMNISTRÄGER inszenierte und letztlich die Kurt Hoffmann-Filme (WIR MEISEGEIERS & ICH GLAUB MIR BRENNT DER HUT),der Vock-Film (WANN WIRD ES ENDLICH WIEDER SOMMER), der Vohrer-Film (EIN ARZT BRICHT SEIN SCHWEIGEN) und der Jacobs-Film (Plauen's VATER UND SOHN)ins Wasser fielen.

Joachim.

Tom Offline



Beiträge: 739

25.02.2007 14:58
#25 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Kann mich auch nicht für oder gegen einen der beiden Regiseure entscheiden - für Edgar Wallace haben beide wirklich ausgezeichnetet Arbeit geleistet und beide sind unzertrennlich mit den Edgar Wallace Filmen verbunden.
Aber ich glaube das liegt auch daran, dass diese beiden - wenn ich das richtig in Erinnerung hab - die meisten Edgar Wallace Filme gedreht haben.
Schliesslich haben auch Regiseure wie z. B. Jürgen Roland sehr gute Filme (hier sei nur der "Grüne Bogenschütze" erwähnt) gemacht, aber allein bei der Menge an Filmen die Reinl oder Vorher gedreht haben wird Ihnen hier immmer ein sehr grosser Teil des Erfolges der Reihe zugesprochen werden müssen.

ewok2003 Offline




Beiträge: 1.290

26.02.2007 14:28
#26 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Ich denke, dass die meisten hier im Forum einfach nur die Filme bewerten, bei denen Reinl und Vohrer Regie geführt haben. Dabei soll ja im Thread bewertet werden, wie der Regiesseur selber gearbeitet hat.
Hier kann ich persönlich keine Meinung zu abgeben, da ich weder Reinl noch Vohrer persönlich kenne. Ich kann lediglich sagen, welche Filme mir besser gefallen (ohne konkret zu sagen, dass es am Regisseur lag).

Bei den Wallace-Filmen kommt in meiner Lieblingsliste zunächst nur Vohrer vor:
Platz 1: Das Gasthaus an der Themse (Vohrer)
Platz 2: Der Hexer (Vohrer)
Platz 3: Das indische Tuch (Vohrer)
Platz 4: Die toten Augen von London (Vohrer)
....
Platz 9: Der Frosch mit der Maske (Reinl)

Somit liegt hier Vohrer ganz klar vorne.

Bei den Karl-May-Filmen hingegen liegt ganz klar Reinl vorne.

Aber wie gesagt: Das die Qualität eines Filmes nahezu nur vom Regisseur abhängig ist, halte ich definitiv für falsch.

Gruß, Ewok

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

26.02.2007 15:14
#27 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Nicht nur, aber zu großen Teilen. Wenn ich einen Film bespreche gehe ich in der Regel an erster Stelle auf die Arbeit des Regisseurs und seine Charakteristiken ein bevor ich mich dann irgendwann den Schauspielern widme. Auch wenn mir sicherlich viele wiedersprechen werden: Ein Regisseur ist längst nicht so austauschbar wie ein Schauspieler. Fällt natürlich gerade bei Wallace schwer, da hier die Schauspieler stets mehr im Vordergrund stehen.

ewok2003 Offline




Beiträge: 1.290

26.02.2007 15:44
#28 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Gerade wenn ich an einen Film wie "Die toten Augen von London" denke, könnte ich mir kaum vorstellen, dass dieser ohne die prägenden Charakteure Kinski, Berber und Borsche auch nur annähernd so gut geworden wäre.

Gruß, Ewok

Sir John Offline



Beiträge: 16

28.02.2007 01:20
#29 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Hallo Joachim,

vielen Dank für deinen Kommentar.

Zitat von Joachim Kramp
„Der Erfolg eines Films manifestiert sich nicht allein in Zuschauerzahlen und Einspielergebnissen.“ (Zitat vom 25.09.2006)
Dieser Aussage stimmt nicht – ohne einen Erfolg gäbe es keine Fortsetzung und weitere Fortsetzung


"Die vielen Filme der Wallace-Reihe verdanken wir natürlich ihrem Erfolg an den Kinokassen. Nur bei ausreichendem Gewinn wurde ein weiterer Film produziert. Doch den Kultstatus, den sie heute erreicht haben, kann man damit nicht erklären." (ebenfalls Zitat vom 25.09.2006)

Ich denke, man kann den Erfolg eines Films nicht NUR per Kinokasse definieren, sondern sollte bei älteren Filmen AUCH die langfristige Wahrnehmung berücksichtigen, die sich u.U. von den ursprünglichen Publikumsreaktionen unterscheidet.

Zitat von Joachim Kramp
Auch wenn Vohrer einen gewissen Stil mitbrachte, mit Schüssen und Hallo-Stimme und vielleicht sogar mit mehr Humor, der letztendlich aber vom Drehbuchautor bzw. von der Produktion vorgegeben war, so war es Reinl, der mit Der Frosch mit der Maske den Geschmack des Publikums traf und ihn erfolgreich mit Die Bande des Schreckens auch fortsetzte. Erst durch Reinls Vorgabe konnte die Serie existieren. Unter dieser Reinl-Vorgabe hat dann auch Vohrer Die toten Augen von London inszeniert, den ja ursprünglich von Reinl inszeniert werden sollte, aber aus zeitlichen Gründen nicht zur Verfügung stand. Auch hier hat Vohrer nur das vorgegebene Drehbuch von Egon Eis (Trygve Larsen) umgesetzt.


Das verstehe ich nicht ganz. Wieso hat Vohrer bei den TOTEN AUGEN "nur" das Drehbuch umgesetzt? Er hat ein von der Produktion vorgegebenes Drehbuch inszeniert - genauso wie Reinl bei FROSCH und BANDE. Es gibt in dieser Hinsicht keinen Unterschied zwischen den beiden Regisseuren.

Was spielt es für eine Rolle, dass Vohrer für Reinl eingesprungen ist? Das mindert seine Regieleistung und den Erfolg seines Filmes nicht. Auch die Tatsache, dass Vohrer Beiträge zu einer Serie ablieferte, die schon definiert und erfolgreich auf dem Markt platziert war, spricht nicht gegen ihn. Wesentliche Zutaten, die es bis dato noch nicht gab und die heute Erkennungszeichen der Serie sind, verdanken wir definitiv seinen Filmen.

Zitat von Joachim Kramp
Auch hat Reinl seine Filme mit wesentlich mehr Schwung inszeniert als Vohrer, so ist zwar Die toten Augen von London ein unterhaltsamer Film, aber im direkten Vergleich in Tempo und Spannung hinkt er dem Frosch mit der Maske hinter her.


Wie definierst du Schwung und Tempo? Vohrer arbeitet mit einer sehr beweglichen Kamera. Er bringt jede Szene auf direktem und schnellstem Wege zum Ziel. Er schwenkt und zoomt ja geradezu mit Leidenschaft. Reinl inszeniert im Vergleich sehr viel ruhiger, komponiert mehr Totalen und Halbtotalen, lässt seinen Schauspielern mehr Raum für ihre Emotionen und studiert teilweise die Gesichter seiner Figuren in langen Nahaufnahmen.

Zitat von Joachim Kramp

FAZIT: Durch die Farbfilme hat Vohrer fast dreimal so viele Wallace-Filme inszeniert und der Serie seinen eigenen Stempel (nach Drehbuchvorlage) aufgedrückt, aber im direkten Vergleich nur der Wallace Schwarzweißfilme liegt Reinl eindeutig vorne. Gesehen innerhalb ihres Gesamtwerkes hat Reinl immer die Nase vorn.


Hier erneut meine Frage bezüglich der "Drehbuchvorlage": Wieso ist das Vohrer-spezifisch? Auch Reinls Filme basieren doch auf Drehbüchern.

Für mich ist die Wallace-Serie ein eigenständiges Subgenre. Ich beziehe meine Betrachtungen von Vohrer und Reinl deshalb ausschließlich auf die Wallace-Filme. In diesem Sinne sehe ich Reinl als "Genre-Begründer" und Vohrer als "Genre-Präger". Rückblickend hat Vohrer deshalb mehr zum Gesamtbild der Wallace-Serie beigetragen. Das wertet Reinls Leistungen nicht ab. Ich sehe einen Reinl-Wallace genauso gerne wie einen Vohrer-Wallace.

Ein Vergleich des Gesamtwerkes der beiden Regisseure ist für mich ein zweites Paar Schuh.

Gruß,
Sir John




ewureuab ( Gast )
Beiträge:

28.02.2007 15:47
#30 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Ich stehe zwar auf Vohrer aber letztendlich habend sich die Reinl Filme mehr bei mir eingeprägt, was durch die Winnetou Filme deutlich unterstrichen wird. Reinl hatte meiner Meinung nach etwas "Besonderes" beim Zuschauer bewegt.

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