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Dieses Thema hat 109 Antworten
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 Edgar-Wallace-Forum
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Andreas Offline




Beiträge: 435

14.03.2006 15:55
Reinl vs. Vohrer Zitat · Antworten

Weil in diversen Themen das Thema erörtet wird sollte man eigentlichen einen eigenen Thread auf machen.

Ich finde die Frage schwierig, weil Vorher viel mehr gedreht hat. Ich mag eigentlich alle Reinl-Filme. Der Frosch und der Fälscher sind absolute Meisterwerke. Zimmer 13 ist erfrischend anders, der Mönch ebenso.
Allerdings sind die Vorher-Filme unterhaltsamer, man sieht sich diese eher an als die Reinl-Filme.
Mein Fazit: Reinl machte ernstere Krimis, Vorher machte unterhaltsame Krimis.
http://carryon.foren-city.de/

KlausS Offline



Beiträge: 278

14.03.2006 16:56
#2 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten
Hallo Andreas,

<<<Ich finde die Frage schwierig, weil Vorher viel mehr gedreht hat.<<<<

ja, schwierig finde ich die Frage auch, allerdings stimmt die zweite These nicht so ganz. Vohrer hat zwar in der reinen Wallace-Reihe mehr gedreht, aber zählst Du bei Reinl die BEW/Weinert/Mabuse hinzu, kommen beide im s/w-Bereich etwa auf die gleiche Anzahl, vielleicht hat Reinl sogar mehr (habe sie nicht gezählt).
Obwohl ich mich ja schon als Reinl-Anhänger geoutet habe, muss man fairerweise nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, also etwa s/w-Reinl mit Farb-Vohrer. Dann würde das Bild etwas verzerrt.

Beide haben im s/w-Krimibereich Meilensteine geschaffen, ob "Bande des Schreckens (mein absoluter Über-Wallace) oder "Tote Augen". Es wäre jetzt mal interessant gewesen, wie Reinl einen Farb-Wallace inszeniert hätte. Aber das er genau das nicht gemacht hat, zeugt von einer gewissen Weitsicht (zumindest ist das meine These). Er hatte offenbar erkannt, dass diese Serie im Sterben liegt bzw. mit Einführung der Farbe, die bisher verwendeten stilistischen Mittel der s/w-Krimis nicht mehr wirken und das gesamte Krimi-Genre nicht mehr so funktionieren wird, wie vorher.

Was ich Vohrer ankreide ist, dass er am Schluss aus einer Kultserie billigen Klamauk gemacht hat, mit wirklich nicht mehr feierlichen Inhalten. Das hat sein Ansehen sehr geschadet und daher gehen meine Punkte an Reinl.

Viele Grüße
KlausS

Dirk Offline



Beiträge: 2.788

14.03.2006 17:12
#3 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten
In Antwort auf:
Es wäre jetzt mal interessant gewesen, wie Reinl einen Farb-Wallace inszeniert hätte. Aber das er genau das nicht gemacht hat, zeugt von einer gewissen Weitsicht (zumindest ist das meine These).

Allerdings sollte man auch Reinls Entgleisungen nach 1965 nicht vergessen. Selbst seine bekannteren Werke, beispielsweise die Nibelungen, lassen einen Vohrers damaligen Werken ähnlichen Trashfaktor verspüren.

Gruß
Dirk

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.562

14.03.2006 18:28
#4 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten
>>>Er hatte offenbar erkannt, dass diese Serie im Sterben liegt bzw. mit Einführung der Farbe, die bisher verwendeten stilistischen Mittel der s/w-Krimis nicht mehr wirken und das gesamte Krimi-Genre nicht mehr so funktionieren wird, wie vorher.<<<

Ich denke nicht, daß es nur die Einführung des Farbfilms war. Der allererste Farbfilm DER BUCKLIGE VON SOHO war ein absolutes Highlight - zumindest von der Stmmung und Atmosphäre. Ich finde nicht, daß hier die farbe gestört hat. Es lag wohl eher an der Zeit selbst, daß die Filme mehr und mehr in Richtung Kitsch (z.B. Sir Arthur) gingen.

Ich persönlich schaue aber einen Reinl-Wallace genau so gerne wie einen von Vohrer.

Christopher Offline



Beiträge: 239

14.03.2006 18:58
#5 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Ich kann mich da auch nicht richtig entscheiden,jeder der beiden hat die Wallace Serie bereichert,ich mag genauso "Das Gasthaus an der Themse"wie den Reindl Klassiker "Der Fälscher von London"nur etwas kreide ich dann doch den Vohrer bis heute an,das er bei Die Tür mit den sieben Schlössern (einer meiner Lieblingsfilme) die Eingangsszenen nicht im Film gelassen hat.

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

14.03.2006 23:21
#6 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Ich persönlich finde, das alle 5 Filme, die Reinl innerhalb der Wallace-Reihe inszeniert hat (und auch den "Würger von Schloss Blackmoor") zu den Meisterwerken der Reihe zählen. Alfred Vohrer hat zwar deutlich mehr gedreht, doch auch viel, viel mehr Mist. Und er kommt bei mir gerade mal auf 3 Meisterwerke.

Ich finde, das Reinl einfach mehr Können verrät. Er wusste Spannung zu erzeugen, auch wenn die Geschichte eher unspektakulär war ("Der Fälscher von London") während Vohrer auf Gedeih und Verderb dem jeweiligen Drehbuch ausgeliefert war. Zumal hätte sich Reinl meines Erachtens nie gewagt, einen derart trashigen Steifen wie "Im Banne des Unheimlichen" zu drehen, Vohrer hingegen war sich nicht zu schade dafür.

Für mich ist Reinl der souveränere, originellere und versiertere Regisseur.

fritz k Offline



Beiträge: 243

15.03.2006 12:51
#7 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Ich bevorzuge ganz deutlich Alfred Vohrer.
Ich habe irgendwo schon mal geschrieben, daß Vohrer ja von der Synchronregie kommt und Reinl Fanck-Schüler war. Das unterscheidet beide immens. Vohrer ist Schauspieler-Regisseur mit Hang zu extremen Kameraführungen ( besonders bei Simmel ) und mit Betonung auf "bedeutung" in Bild und Dialog.
Reinl ist mehr Action-Regisseur und m.E. der bessere Western-Regisseur.
Meiner Meinung nach hat Reinl viel beliebiger Krimis gedreht und selbst unter seinen SW-Filmen sind viel größere Niveau-Unterschiede als bei Vohrer, der ja auch ganz ausgezeichnete andere Krimis wie "Ein Alibi zerbricht" gemacht hat. Von Zeitzeugen weiß ich, daß Vohrer stets hochambitioniert mit klaren Vorstellungen gedreht hat und Wendtland ihn für das beste Pferd im Krimi-Stall hielt.
Die Wallace-Farbfilme Vohrers fallen da schon bedauerlicherweise ab, aber während Reinl ab Ende der 60iger eigentlich nur noch ganz flachen Kommerz gemacht hat ( Ausnahme ist sicherlich "Schloß Hubertus" ) hat Vohrer exzellente und mit Preisen ausgezeichnete Filme zumeist nach Simmel gedreht und galt unter den "Alt-Regisseuren" als der mit Abstand innovativste und modernste.
Bei Vohrer zähle ich 6 Wallace-Meisterwerke, bei Reinl nur 1 1/2

Peitschenmönch Offline




Beiträge: 536

15.03.2006 15:56
#8 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten
Dass Reinls Nibelungen mies waren stimmt allerdings...

Es ist schwierig bei Vohrer, da man nicht direkt sagen kann, dass er früher mit Wallace hätte aufhören sollen, da sich die Quote schwächerer Filme und Bestandteile seit seinem ersten Film zwar theoretisch ziemlich stetig erhöhte, er aber immer gute Sachen und insgesamt gute Filme "zwischenspielte".
Ich kann nur sagen, dass mich alle Wallaces von Reinl als Gesamtes sehr begeistern oder mir zumindest als Krimis viel geben, wohingegen das bei Vohrer nur bei den "toten Augen", dem "indischen Tuch" und vielleicht noch dem "Glasauge" der Fall ist. Ansonsten war da viel Gutes dabei, aber gerade DAS gewisse Etwas hat letztlich eher Reinl, wobei Vohrers beste Filme wiederum Reinls beste toppen.
Vohrer hat, aus meiner Sicht, definitiv deutlich mehr "Mist" bei Wallace verzapft, aber man muss ihm das aufgrund der Fülle von Gutem und sehr Gutem nicht groß ankreiden. Eben höchstens, dass er die Reihe etwas totritt.
Fakt ist, wenn man meiner Argumentation folgt, halt bloß, dass man bei Reinl einfach auf der sichereren Seite als bei Vohrer ist.
D.h.: wenn mich ein Außenstehender in Bezug auf Wallace fragt, ob er sich allgemein lieber Reinl oder Vohrer ausleihen soll, weil er vielleicht drei Filme vom gleichen Macher sehen will, werde ich folglich eindeutig "Reinl" sagen.

PS: Meine Lieblingsactionszene bei Wallace - der Schlusskampf zwischen Carl Lange und dem Mönch im "Mönch mit der Peitsche", die ich von der Machart her, da man sehr nah am Geschehen ist und keine Technik, nicht mal ne Schusswaffe, oder Tricks in der Action ne Rolle spielen - ist von Vohrer.

fritz k Offline



Beiträge: 243

15.03.2006 17:13
#9 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

So unterschiedlich sind nun mal Meinungen: Mir fehlt das "gewisse Etwas" nun gerade bei Reinl.

Peitschenmönch Offline




Beiträge: 536

15.03.2006 17:26
#10 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Ich Depp hab schon wieder Carl Lange geschrieben...
Meine Lieblingsactionszene (siehe PS in meinem Beitrag vorher) ist natürlich mit Claus Holm ... und von Vohrer....

ewok2003 Offline




Beiträge: 1.290

16.03.2006 08:37
#11 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

In Antwort auf:
"nur etwas kreide ich dann doch den Vohrer bis heute an,das er bei Die Tür mit den sieben Schlössern (einer meiner Lieblingsfilme) die Eingangsszenen nicht im Film gelassen hat.

Ich glaube nicht, dass Vohrer diese ENtscheidung getroffen hat sondern eher die Kino- und Fernsehanstalten.

Wir hatten vor kurzem mal eine Auswertung zu den besten Wallace-Filmen.

In Antwort auf:
Ich schrieb: Die besten 4 Wallace-Filme sind für mich: Hexer, tote Augen, Gasthaus und indisches Tuch.
Dementsprechend muss ich sagen, dass mir also in der Tat Vohrer persönlich bei Wallace besser gefällt als Reinl.
Allerdings sind Vohrers Filme ab Gorilla in der Tat qualitativ nicht mehr so gut und handwerklich perfekt wie seine früheren Wallace-Meisterwerke. Daher lässt sich ein Vergleich mit Reinl nicht herstellen, da Reinl keine Filme mehr zu dieser Zeit gedreht hat. Ich finde aber dennoch gut, dass uns noch einige Wallace-Filme erschaffen wurden, denn besser als ein durchschnittlicher Krimi sind die Wallace-Spätwerke nun auch wieder.

Gruß, Ewok

Benny Offline




Beiträge: 2.451

16.03.2006 20:21
#12 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Eine unendliche Diskussion, die ich schon seit unendlicher Zeit nicht mag.
Beide haben große und nicht ganz so gute Filme beigetragen zur Wallace-Reihe - warum sollte man da eine Konkurrenz erzwingen?
Gez.:
H.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

23.02.2007 19:46
#13 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Hier gebe ich Benny recht - zumal ich mehr hinter Reinl stehe, was mir durch Insidergesprächen anläßlich des bevorstehenden Jerry-Cotton-Buchs wieder bestätigt wurde.

Vor allem aber wundert mich die Tatsache, dass bei so vielen Vohrer-Fans niemand an seinen 20. Todestag am 3. Februar gedacht hat.

Für mich gehörte die Roxy-Zeit von Vohrer (1969-1974) zu seinem absoluten Spitzenschaffens. Bedauernswert finde ich die Filme, die zwar Vohrer als Regisseur angekündigt haben aber nicht von ihm oder nie realisiert wurden (u.a. Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse, Dynamit in grüner Seide, Das Freudenhaus, Bis zur bitteren Neige, Dr. med. Fabian, Die große Treibjagd, Heimkehr nach Björndahl)

Joachim.

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

24.02.2007 10:36
#14 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Vohrer...

mfg Dittmann

Mönch Offline




Beiträge: 219

24.02.2007 14:46
#15 RE: Reinl vs. Vorher Zitat · Antworten

Den besten Unterschied zwischen den beiden Top-Regisseuren der 60er-Jahre findet man kurioserweise nicht unbedingt beim Kriminalfilm, sondern eher beim Western. Hier hat Vohrer auf ganzer Linie versagt: "Winnetou und sein Freund Old Firehand". Der Vergleich passt deswegen so gut, weil gerade bei den Winnetoufilmen Reinl seine Stärken hat. Wer diesen Film kennt muss zugeben, dass er nicht nur als absoluter Tiefpunkt der Winnetou-Reihe gilt, sondern auch dermaßen schlecht inszeniert wurde, dass man über den Film eigentlich gar keine Worte verlieren möchte. Vergleicht einfach mal diesen Film mit z. B. "Schatz im Silbersee" oder andere der Reihe von H. Reinl. Da liegen Welten dazwischen. Bei Wallace könnte ich mich jetzt nicht festlegen. Was mir gefällt: Reinl hat fast ausnahmslos seine Frau, Karin Dor mit für die Filme eingeplant.

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