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Dieses Thema hat 39 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Prisma Offline




Beiträge: 7.461

10.07.2012 20:17
#31 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

DIE KRAMER - "DIE NEUE" (TEIL 1)
mit Barbara Rütting, Herbert Tiede, Hans Epskamp, Ernst A. Scheppmann, Helene Elcka, Dora Tillmann, u.a.


Auch ich habe noch einmal Nachhilfe bei Frau Dr. Kramer nötig gehabt, und sie konnte mich genau wie beim ersten Mal nicht nur belehren, sondern mich vor allem auch überzeugen. Barbara Rütting tritt in der Titelrolle also ihren Dienst an einer reinen Jungenschule an, zuvor hat sie Mädchen unterrichtet. Sie wird Klassenlehrerin einer angeblich berüchtigten Jahrgangsstufe, und wird beim ersten Gespräch mit dem Direktor des Gymnasiums auch direkt vorgewarnt. Es handle sich um eine Klasse des unteren Leistungsdurchschnitts und man sei versteckter Opposition ausgeliefert. Es scheint, als wollte der alte Hase der jüngeren Kollegin direkt auf den Zahn fühlen, um ihre Reaktionen zu testen. Es stellt sich aber sofort heraus, dass "Die Kramer" sich nicht so einfach verunsichern lässt, und sich auf ihre pädagogische Intuition verlassen kann. Die Klasse hat sie im Handumdrehen für sich gewonnen und muss dabei keine Tricks anwenden. Sie ist authentisch, aufrichtig und kann mit ihren Ansichten und ihrem Handeln die größte Schnittmenge zwischen Schülern und Lehrern erzielen.

Mit der Neuen soll also ein frischer Wind einkehren von dem alle Seiten nur profitieren können. Gesagt - getan? Als so einfach und reibungslos erweist sich das dann doch nicht. Die größten Widerstände findet die ambitionierte Lehrerin nämlich in den eigenen Reihen. Diskutiert wird darüber, ob ein Schüler einen Vollbart tragen darf? Wo das konservative Lager im Lehrerzimmer darin eine offensichtliche Provokation sieht, und bei dem besagten Schüler kurzerhand alles über einen "Bart" schert, kristallisiert sich ein zweites, offeneres Lager heraus, in welchem Frau Dr. Kramer eine wichtige Rolle übernimmt. Sie entschärft die Situation nicht nur mit ihrer beruhigenden, aber gleichzeitig auch diskret fordernden Art und Weise, sie vermittelt auch zwischen den Fronten, obwohl sie nicht auf neutraler Ebene stehen kann und denken möchte.

Die Serie verläuft glatt und wirkt stellenweise auch konstruiert, aber das ist gar nicht der springende Punkt. Überraschend finde ich persönlich immer wieder Barbara Rütting, die ich mittlerweile als bemerkenswerte Allrounderin sehe. Die Krimi-Expertin, die Dame, die Extravagante und Nonkonformistin, die Gute und Böse, die waschechte Komödiantin und vieles mehr... Damit möchte ich eigentlich nur sagen, dass man mit der Wahl der Schauspielerin den Nagel buchstäblich auf den Kopf getroffen hatte. Es bereitet ein großes Vergnügen, ihr bei ihrer Überzeugungsarbeit zu folgen. Mit Herbert Tiede als Direktor und Hans Epskamp als Vertreter der Schule vor 100 Jahren, hat man ebenfalls zwei überzeugende Volltreffer gelandet. Die Diskussionen hätten vielleicht etwas mehr Würze gut vertragen, aber so arbeitete man die durch nichts aus der Ruhe zu bringende, besonnene Art von Frau Dr. Kramer sachlich heraus. Die Serie an sich ist überhaupt nicht vergleichbar mit zum Beispiel den bekannten Lümmel-Filmen dieser Zeit, und grenzt sich mit ernsthaften Ansätzen (und ein wenig zu weich gespülten Themen) glasklar von ihnen ab. Überzeugender Einstieg!

Prisma Offline




Beiträge: 7.461

17.07.2012 16:11
#32 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

DIE KRAMER - "DAS EXEMPEL" (TEIL 2)
mit Barbara Rütting, Herbert Tiede, Edith Mill, Rainer Penkert, Horst Werner Loos, u.a.

Ein Zeitungsartikel, der in der Klasse kursiert, sorgt für Aufsehen und Zündstoff. Der Vater des jungen Paul soll bei seinem Betrieb Konstruktionspläne gestohlen haben und befindet sich in Untersuchungshaft. Schnell stürzen sich die Kameraden auf dieses gefundene Fressen und machen den ohnehin angeschlagenen Paul fertig. Er läuft weg, möchte nie mehr zur Schule gehen. Frau Dr. Kramer liest den verstörten Jungen auf und nimmt sich später ihrer Klasse an. Sie wird ein Exempel statuieren, dass die anderen Jungen zum Nachdenken bewegen wird. Die Erfolge die sie im Klassenzimmer erzielen kann, finden jedoch noch keine Einkehr in das Zimmer des Direktors, der nach wie vor skeptisch wirkt und dies seiner neuen Kollegin auch demonstriert, wo er nur kann.

Da sich die Methoden der Frau Dr. Kramer als überaus erfolgreich herausstellen, nimmt sie ihrem Direktor damit gleichzeitig den Wind aus den Segeln, der einerseits beinahe empört über so viel Eigeninitiative ist, aber andererseits seine diskrete Bewunderung zwar gut verbergen kann, aber es ist deutlich zu sehen, dass diese Frau ihm schon irgendwie imponiert. Vorher bekam der Zuschauer bereits eine Lehrstunde in Sachen Raffinesse einer engagierten Lehrerin geboten, ihr Exempel erstaunte wohl alle, die ihr dabei zusehen konnten. Ihr Prinzip, dass Angelegenheiten greifbar verdeutlicht werden müssen und ein ausführliches Gespräch erfordern, bewährt sich bei Schülern und Lehrern. Erstaunlich dabei ist, dass nicht, wie man vermuten würde, die Jungs den größten Widerstand leisten, sondern die gestandenen und erfahrenen Herren gefallen sich darin.

In dieser Episode bleibt neben dem Hauptthema auch noch ein wenig Zeit, die Kramer etwas näher vorzustellen. Um sie selbstständig, modern und emanzipiert darzustellen, wurde zusätzlich ihr VW-Käfer-Cabriolet mit eingespannt. Sie chauffiert ihren ehemaligen Kollegen nach Hause, der darauf besteht, die nächste Tour fahren zu dürfen, wenn er seinen Führerschein bestanden habe. Frau Doktor erwidert nur ganz selbstverständlich: "Gratuliere!", was zur damaligen Zeit einen völlig umgekehrten Rollentausch dargestellt hat. Barbara Rütting verkörpert Selbstverständlichkeiten, die zur damaligen Zeit bei Weitem noch keine waren. Als sie auf der Straße parkt und den Verkehr behindert, dafür einige spitze Kommentare einstecken muss, bleibt sie souverän und verhält sich schlagfertig. Sie strahlt Energie aus und kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Ansonsten verläuft "Das Exempel" wieder sehr geradlinig, beinahe schon glatt, zeigt aber auch, dass man eine Vielzahl von Inhalten sehr gut in die geringe Spieldauer einer Episode verpacken konnte. Nach über 40 Jahren lässt sich außerdem noch ein aktueller Transfer herstellen. Heute dürfte es vielerorts wesentlich deftiger zugehen und trägt die hässliche Umschreibung "Mobbing". Eine sehr gut inszenierte Lehrstunde!

Pennefilmfan Offline



Beiträge: 1

13.09.2012 00:15
#33 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

Hallo!
Hab da so eine Filmszene im Kopf und dachte sie kam in einem der Lümmel-Filme vor, hab jetzt alle 7 Teile gesehen, aber die Szene war nicht drin, kann mir jemand sagen wo die vorkommt? Würde mich echt freuen!
In dem Film holt ein Junge Fotos für seine Schwester ab und nimmt sie dann in der Schultasche mit in die Schule. Auf den Fotos ist die Schwester z.T. wenig bekleidet - Fotomodellaufnahmen o.ä. drauf... natürlich fallen sie einem Lehrer in die Hände...

An mehr kann ich mich nicht erinnern. Dachte eben der Schüler war Hansi Kraus und die Schwester Uschi Glas...

Weiß jemand wo das vorkommt?

Gubanov Offline




Beiträge: 14.478

13.09.2012 21:54
#34 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

Keine schlechte Frage. Deine Beschreibung hört sich durchaus vertraut an, aber spontan zuordnen kann ich es auch nicht. Es ist schon ziemlich lang her, dass ich die meisten der Lümmel-Filme das letzte Mal gesehen habe. Kann auch sein, dass mir das Geschilderte nur aus dem "Hexer" so bekannt vorkommt.

Markus Offline



Beiträge: 598

14.09.2012 20:36
#35 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

Zitat von Pennefilmfan im Beitrag #33
Hallo!
Hab da so eine Filmszene im Kopf und dachte sie kam in einem der Lümmel-Filme vor, hab jetzt alle 7 Teile gesehen, aber die Szene war nicht drin, kann mir jemand sagen wo die vorkommt? Würde mich echt freuen!
In dem Film holt ein Junge Fotos für seine Schwester ab und nimmt sie dann in der Schultasche mit in die Schule. Auf den Fotos ist die Schwester z.T. wenig bekleidet - Fotomodellaufnahmen o.ä. drauf... natürlich fallen sie einem Lehrer in die Hände...

An mehr kann ich mich nicht erinnern. Dachte eben der Schüler war Hansi Kraus und die Schwester Uschi Glas...

Weiß jemand wo das vorkommt?

Ich glaube, die Szene stammt aus dem Rühmann-Film "Der Pauker", und der betroffene Schüler ist PETER Kraus .

Gruß
Markus

Gubanov Offline




Beiträge: 14.478

14.09.2012 21:09
#36 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

Ja, wo du es sagst... Vera Frydtberg verdingt sich in ihrer Rolle als Fotomodell. - Das kommt davon, wenn man nur die 60er- und 70er-Produktionen in Verdacht hat.

iris Offline



Beiträge: 1

26.03.2015 02:22
#37 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

Kann mir irgendwer sagen,wie der Schauspieler heißt der die Rolle maggie gespielt hat?!er saß im ersten Teil (?) Neben pepe.so ein kleiner :-)

Gubanov Offline




Beiträge: 14.478

26.03.2015 13:45
#38 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

Der Rollenname des Schülers lautet Mackie Straub. Wer ihn aber gespielt hat, ist keiner mir bekannten Besetzungsliste zu entnehmen. Die Schülerrollen wurden zu Teilen mit Laiendarstellern besetzt.

Giacco Offline



Beiträge: 1.407

26.03.2015 16:10
#39 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

Hier mal ein Foto. Vielleicht kennt ihn jemand.

StefanK Offline



Beiträge: 896

15.07.2016 19:40
#40 RE: Lümmel- und Paukerfilme 1968-1974 Zitat · antworten

Heute Abend 22:05 auf Tele5: SchleFaZ Staffel 4. Als Auftaktfilm wird "Musik, Musik - da wackelt die Penne" verschlefazt. https://www.youtube.com/watch?v=K1A1RmYwGlg

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