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Dieses Thema hat 67 Antworten
und wurde 7.222 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
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patrick Offline




Beiträge: 3.186

29.03.2018 12:04
#61 RE: Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7) Zitat · Antworten

"Harry Brent" liegt mir ja bereits vor. "Wie ein Blitz" ist auf YouTube verfügbar. Ich denke ich werde mir einen von denen als nächsten vornehmen.

"Der Tod läuft hinterher" habe ich schon länger im Auge. Irgendwann sah ich da mal den Einstieg auf YouTube, den ich ziemlich spannend fand. Leider ging's dann nicht mehr weiter.Nachdem ich aber Gott sei Dank nicht am Hungertuch nagen muss, ist hier eine Investition sicher angebracht. Tatsächlich zieht eine etwas cineastischere Atmosphäre bei mir wesentlich mehr. Ich habe das bei den recht umstrittenen Schlüsseln gemerkt, deren Kritikpunkte ich zwar nicht unbedingt entkräften kann, die ich aber als sehr unterhaltsam empfand. Dazu aber später mehr an anderer Stelle.

Als Flop bezeichne ich "Melissa" übrigens auch nicht. 3,5 Punkte liegen in Worten formuliert ihmerhin knapp über dem Druchschnitt, was zwar keineswegs spitze ist, aber für den Unterhaltungswert reicht. Der optisch an einen Reserve-Rex-Gildo erinnernde Erik Schumann läuft auch bei mir unter "nicht erwähnenswert". Als draufgeängerischer Playboy-Rennfahrer macht er sich in seiner belanglosen Unglaubwürdigkeit wirklich nur lächerlich.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.364

29.03.2018 15:35
#62 RE: Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #61
Als draufgeängerischer Playboy-Rennfahrer macht er sich in seiner belanglosen Unglaubwürdigkeit wirklich nur lächerlich.

Diesen Typ spielte er ja bereits 1959 in NATÜRLICH DIE AUTOFAHRER

schwarzseher Offline



Beiträge: 557

29.03.2018 18:49
#63 RE: Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7) Zitat · Antworten

Apropo lächerlich........in "der Tod läuft hinterher" ( glaube ich ) hat man endlich (in der in der damaligen Zeit unausweichlichen Bar Musikeinlage) jemanden angagiert der auch wirklich singen kann ( Kiki Dee -Baby I dont care )im Gegensatz zu den vielen unsäglichen Schauspielerinnen Gesangsversuchen und möchtegern verruchten Bargeträller Einlagen

Havi17 Offline




Beiträge: 3.227

29.03.2018 19:27
#64 RE: Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7) Zitat · Antworten

Bargeträllereinlage, der war gut

Gruss
Havi17

DanielL Offline




Beiträge: 3.841

26.04.2020 13:24
#65 RE: Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7) Zitat · Antworten

Mit MELISSA ist dem Duo aus Durbridge und Regisseur May eine Leistung gelungen, die nur wenig Wünsche übrig lässt. Die Inszenierung wirkt schwungvoll und modern. In der SCHLÜSSEL-Besprechung ärgerte ich mich über das misslungene Drive-by-Shooting. Als wolle May protestieren, gibt es auch hier wieder einen Mord aus fahrendem LKW, diesmal ungleich besser gelungen. Ahnt man doch schon, welche Rolle der Wagen spielt, wohnt man dem Einkreisen des Denunzianten bei, bis "es" schließlich mit Hilfe eines unsichtbaren Schnittes passiert.

Günther Stolls' Foster behält emotional weitgehend die Fassung, seine Verzweiflung zeigt sich in ungläubigen Blicken, formulierten Sorgen und dem ein oder anderen leeren Whisky-Glas. Inspektor Cameron hat einen klaren Blick, er gibt in Gesprächen den Ton an und lehnt dabei doch oft genug lässig an der Sofakante. Schön ist, wie sich die Dynamik von Foster und Wischnewski entwickelt: Ist der Inspektor am Anfang kritisch, lehnt er nach der ersten halben Stunde schweigend an der Wand: Beide starren sich an, schließlich geht er ab mit dem Hinweis "Hoffentlich fällt mir rechtzeitig das Richtige für sie ein." Beide bauen nach und nach Vertrauen auf, bis der Inspektor schließlich offen auf der Seite von Foster kämpft "Hoffen Sie, dass mir nichts zustößt. Ich bin der einzige, der ihnen glaubt". Zu guter Letzt funktionieren die beiden sogar als eingespieltes Team, so als Cameron Foster lässig die Adresse von Joyce Dean erwähnt, zweifellos wissend, dass Foster das sofort als Aufforderung versteht.

Bei der Einführung von Albert Lieven liefert May sogar Bilder, wie wir sie von Wallace & Co. kennen: Von unten mit Licht bestrahlt wirft Dr. Swanson diabolische Schatten an die Wand. Insofern gibt es von Anfang an kein Zweifel, auf welcher Seite wir Swanson einordnen dürfen. Immerhin bleiben aber auch seine Beweggründe noch länger unter Verschluss. In der Clique rund um Don Page, den Hepburns, Carol Stewart ist keiner so wirklich sympathisch. Insofern gibt es keine Schockmomente, wenn sich die Spreu vom Weizen trennt. Hubert Schuschka und Hanne Wieder passen so durchaus: Man hat sie eben nicht als schwarz oder weiß auf dem Zettel, mit der Frage, ob am Ende der größtmögliche Umkehrschluss präsentiert wird. Sondern sie sind ein wenig schmierig, aber ihre Loyalität zu Foster stellt man deshalb nicht direkt in Frage. Erik Schumann als Fatzke geht für mich auch in Ordnung. Claudia Gerstäcker hätte in ihren Szenen einen Gang tiefer schalten sollen. Ihre Carol ist mir ein wenig zu aufgeregt.


Dazu kam mir die Musik von Thomas hier überlegter eingesetzt vor - nicht nur aufgrund des zusätzlichen Melissa-Themas, dass auf Platte bei Foster und anschließend in den Wohnzimmern der Zuschauer lief.

Zwei Sachen hätte ich auf Mängelliste:
1. Die meisten Rätsel werden hier schön aufgelöst. Kein Vergleich zu den unglaubhaften Motiven bei den SCHLÜSSELN. Geht man allerdings kritisch heran, muss man festhalten, dass der Brief mit dem Hinweis auf Peter Antrobus eine große Dummheit ist. Dadurch werden Foster und Cameron erst auf die Familie aufmerksam und das führt zu Ermittlungsergebnissen, die ohne den gefälschten Brief überhaupt nicht erfolgt wären. Ist es noch recht naheliegend, dass man Guy Foster als Ehemann den Mord an Melissa unterjubeln will, stellt sich die Frage, warum man unbedingt Foster alle weiteren Sachen unterschieben muss. Dadurch wird der Eifer von Foster noch mehr geweckt, Verbindungen werden sichtbar und das Netz der Indizien, die gegen ihn stehen, beginnt zu bröckeln. Hätte man nicht Abhilfe schaffen können, indem man einen heimlichen, persönlicher motivierten Hass von "Smith" gegenüber Foster herausarbeitet?
2. Das "Aufsagen" des Ruth-Maria-Kubitschek-Tons durch Claudia Gerstäcker ist sicher die schwierigste Szene. Wenn man solche Konstruktionen erfindet, wo eine fremde Frau gegenüber dem Mann die Stimme seiner Gattin nachmacht, ohne dass der Verdacht schöpft, legt man sich die Latte für eine glaubhafte Auflösungsszene natürlich hoch. Solche Identitätsspielchen wurden bei Wallace ja auch mal besser mal schlechter verwirklicht. Hier wirkt es (zumindest aus heutiger Sicht) schon ein klein wenig klamottig. Evtl. hätte schon geholfen, nicht noch mal den gleichen Ton vom Telefonat zu verwenden, der sehr überbetont ist und Gerstäcker hier quasi zu einem Overacting zwingt, sondern eine zweite Kubitschek-Aufnahme, die anders betont ist und situativ am Ende besser passt.


Charmante Idee: Die persönlichen Zusammenfassungen von Inspektor Cameron. Fragt man sich doch gleich, wie er uns als nicht allwissender Erzähler denn auch über Szenen informieren will, denen er nicht beiwohnte, belehrt er uns doch gleich: "Übrigens halten mich die Herrschaften für dümmer als ich bin".

Das auf Anschlag geschraubte Rätselkonstrukt bleibt zwar auch beim Kult-Straßenfeger Melissa nicht ganz ohne Blindgänger, aufgrund einer sonst klaren Story, tollen Darstellerleistungen und guter Inszenierung fällt das aber nicht schwer ins Gewicht. 4/5.

Gruß,
Daniel

Georg Offline




Beiträge: 3.081

26.04.2020 13:40
#66 RE: Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7) Zitat · Antworten

Zitat von DanielL im Beitrag #65

2. Das "Aufsagen" des Ruth-Maria-Kubitschek-Tons durch Claudia Gerstäcker ist sicher die schwierigste Szene. Wenn man solche Konstruktionen erfindet, wo eine fremde Frau gegenüber dem Mann die Stimme seiner Gattin nachmacht, ohne dass der Verdacht schöpft, legt man sich die Latte für eine glaubhafte Auflösungsszene natürlich hoch. Solche Identitätsspielchen wurden bei Wallace ja auch mal besser mal schlechter verwirklicht. Hier wirkt es (zumindest aus heutiger Sicht) schon ein klein wenig klamottig. Evtl. hätte schon geholfen, nicht noch mal den gleichen Ton vom Telefonat zu verwenden, der sehr überbetont ist und Gerstäcker hier quasi zu einem Overacting zwingt, sondern eine zweite Kubitschek-Aufnahme, die anders betont ist und situativ am Ende besser passt.



Diese Szene stand nicht im Originaldrehbuch von Francis Durbridge sondern ist von Paul May dazuerfunden worden.

DanielL Offline




Beiträge: 3.841

26.04.2020 13:47
#67 RE: Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7) Zitat · Antworten

Zitat von Georg im Beitrag #66

Diese Szene stand nicht im Originaldrehbuch von Francis Durbridge sondern ist von Paul May dazuerfunden worden.



Ich habe in deinem Posting gelesen, dass die anderen Verfilmungen diesen Aspekt anders behandeln. Ist es dort ansonsten auch so, dass die Dame am Ende mit dabei ist? Nur das sie keine "Hörprobe" abgibt?

Gruß,
Daniel

Georg Offline




Beiträge: 3.081

26.04.2020 14:31
#68 RE: Bewertet TV: "Melissa" (1966, 7) Zitat · Antworten

Nein, die Imitatorin ist in keiner der anderen Versionen (1964 GB, 1966 Schweden/ Italien, 1968 Frankreich, 1970 Polen …) mit dabei (die Neuverfilmung von 1997 klammere ich jetzt mal aus, da diese ohnehin ein anderes Ende bietet).
Auch ist es so, dass Guy mit dem Täter allein im Zimmer ist und diesen zu überwältigen versucht. Der Inspektor ist nicht im Raum. Der Täter kann sich im Schlafzimmer verschanzen, erst dann kommt der Inspektor, der sich alles in einem Nebenzimmer mitangehört hat. Guy kann mit Gewalt die Tür öffnen, doch der Täter springt aus dem Fenster. Abblende. Guy packt seine Koffer. Cameron kommt auf Besuch und es beginnt die Beantwortung der offenen Fragen.

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