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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 2.013 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

10.11.2007 19:40
Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Soweit ich weiß, wurde hier nur über die Fu Man Chu DVD-Quallität diskutiert. Nehme den Film zu Ehren Günther Stolls auf. Der Film ist mal wieder "Franco-typisch" abgedreht worden, hat aber auch einiges an positivem zu bieten. Nach Fuchsberger und Drache endlich Stoll als Held. Richard Greene überzeugt als Nayland Smith und ist sehr sympathisch. Greene drehte z.B. 1955-60 die bekannte englische Serie "Adventures of Robin Hood". Auch sonst war er bekannt! Günther Stoll und Maria Perschy, die ich sehr gerne sehe, beide bilden ein sehr hübsches Paar! Die Tricks sind trotz Manuel Merino's Kamera auch gut. Natürlich ist der Film Trash. Aber für mich zählt er, besonders wegen Günther Stolls Erscheinung, zu den besseren Fu Man Chu-Verfilmungen. O.g.Film und "Ich, Dr. Fu Man Chu" mit Joachim Fuchsberger und Karin Dor finde ich am besten von den insgesamt fünf Teilen der Serie!

rainbow Offline




Beiträge: 1.597

10.11.2007 21:37
#2 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Der Film gefällt mir sehr gut, zusammen mit "Ich, Dr Fu Man Chu" gehört er meiner Meinung nach zu den besten Fu Man Chu Filmen.

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http://www.dogster.com/pet_page.php?j=t&i=144717
http://rainbow71.siteboard.de

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

13.01.2010 15:39
#3 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (The Castle of Fu Man Chu, 1967)

mit: Christopher Lee, Günther Stoll, Maria Perschy, Richard Greene, Werner Abrolat, Rosalba Neri, Tsai Chin, Jose Manuel Martin und Howard Marion Crawford als Dr. Petri
Regie: Jess Franco
Drehbuch: Peter Welbeck, Michael Haller
Musik: Gert Wilden, Charles Camilleri
Kamera: Manuel Merino
Produzent: Harry Alan Towers
Länge: (Deutsche Fassung: ca. 80 Min; Originalfassung ca. 88 Min)

Die "Folterkammer" ist der fünfte und letzte Teil der Fu Man Chu Reihe an der zum zweiten Mal als Regisseur Jess Franco beteiligt war. Und wieder hat dieser einen Bauchklatscher gelandet. Zusammen mit Kameramann Manuel Merino macht er das was Artur Brauner so sehr an "Der Teufel kam aus Akasava" gestört hat. Zoomen das sich die Balken biegen. Biegen tun sich die Balken auch in der Anfangssequenz, die vermutlich aus dem Film "Die letzte Nacht der Titanic", und dem Finale aus "Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu" kopiert wurden (schwarz-weiß und Farbe wechseln sich ab). Ein solcher Einstieg- und diese Sequenz ist auch in der Originalfassung enthalten- macht den Rest des Film nicht gerade leicht. Auch der Vorspann, der wieder das Titelthema von Gert Wilden verwendet, ist unglaublich billig. Im Original stammt die Musik von Charles Camilleri und hört sich gar nicht so schlecht an, wenn sie auch Fu Man Chu- untypisch ist. Fu Man Chu- untypisch ist auch die ganze Atmosphäre des Films. Musste man die nostalgischen Elemente und die asiatische Requesiten in den ersten drei Teilen loben, so bleibt in "Folterkammer" kaum noch etwas davon übrig- der Film spielt zum größten Teil in der Türkei. Atmosphäre bleibt wie gesagt kaum, dafür hetzt Franco einen alten dicken Herrn im Nachthemd durch einen orientalischen Tempel, um ihn anschließend von Fu Man Chu hinrichten zu lassen. Fu Man Chus Handlanger wurden dann anscheinend auch noch von einem Karnevalskostümverleih ausgestattet. Zumindest muss dies bei der Entführung von Maria Perschy und Günther Stoll der Fall gewesen sein. Wie lassen sich sonst die grünlich glänzenden Kostüme mit goldenen aufgestickten Drachen erklären? Leider nimmt sich der ganze Film noch viel zu ernst sonst hätte es sogar unterhaltsam werden können.

Maria Perschy und Günther Stoll werden also von Fu Man Chus Männern entführt. Und zwar werden sie gleich in Särgen in einer unterirdischen Höhle eingelagert. Und hier muss man ein Lob aussprechen. Die Höhle ist wirklich sehr schön ausgeleuchtet- in Magenta und Grün. Ein sehr netter Kontrast, der aber das einzig positive am Film bleibt. Der Charakter Nayland Smith erfuhr erneut eine Umbesetzung. Diesmal ist es Richard Greene, der aber die Ausstrahlung eines Provinzpolizisten hat, und nicht das Erscheinungsbild eines Mannes der Mitbegründer von Interpol ist (in: Die Rache des Dr. Fu Man Chu). Howard Marion Crawford Charakter rutscht immer mehr in lächerliche und kann auch nicht mehr überzeugen.
Die Story ist eine Skurrilität: Fu Man Chu entwickelt durch Kristalle einen Eisberg um im Karibischen Meer (!) einen Passagierdampfer zu versenken. Mit Hilfe dieser Kristalle will er dann auch wieder die Weltherrschaft erlangen. Das gelingt ihm jedoch nicht, denn Nayland Smith dringt wieder in Fu Man Chus Versteck in der Türkei ein und befreit Günther Stoll und Maria Perschy, die sich inzwischen aber aus ihren Särgen befreien konnten ubnd zu einer Herztransplantaion gezwungen wurden. Dann gibt es wieder einen großen Knall, das Versteck fliegt mit einer lächerlichen Explosion in die Luft und Fu Man Chu verkündet erneut, das man ihm nicht entgehen werde.

Für so einen Schmarrn gibt es nicht mehr als einen Punkt
1 von 5 Punkten.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

13.01.2010 15:58
#4 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Ich habe die Fu Man Chu-Filme nie ernst genommen und deshalb gefallen sie mir. Diesen letzten Teil mit all seinen "Macken" ist immer noch unterhaltsamer als der Vorgänger "Der Todeskuß des Dr. Fu Man Chu" (1967, Start BRD August 1968 / Folterkammer 1968, Start BRD 31. Mai 1969), bei dem ebenfalls Franco Regie führte. Franco schien immer eine Zeitlang für den gleichen Produzenten gedreht haben - und dann, wenn der eine die Nase voll hatte, wechselt Franco zum nächsten Produzenten (Harry Alan Towers / Artur Brauner / Erwin C. Dietrich).

Joachim.

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

14.01.2010 16:26
#5 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Ich nehme die Fu Man Chu- Filme auch nicht ernst. Mich stören nur die Storys und bei den Fraco- Filmen die Umsetzung. Wenn man mal bedenkt das in vier von fünf Filmen Wissenschaftler oder Professoren / Doktoren entführt werden und die Töchter / Verlobte als Druckmittel her halten muss, geht das schon auf Kosten der Abwechslung. Vielleicht hätte man es bei zwei oder drei oder gar einen Film belassen sollen. Was das Gesamtwerk angeht, weiß ich nicht was ich davon halten soll. Die Franco-Filme sind ziemlich schlecht, bei "13 Sklavinnen" habe ich das Gefühl, Towers hat das Drehbuch zu "Ich" nur leicht verändert. "Rache" gefällt mir, wobei hier dei Luft auch schon langsam draußen ist. "Ich" ist der einzig lohnenswerte Film.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

15.01.2010 16:23
#6 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Nach dem Erfolg des ersten Films (bei der Besetzung dürfte das im voraus klar gewesen sein) mussten die kommenden Filme gedreht werden und zwar unter dem Motto "Kosten sparen". Und solange Towers das Budget einhielt hatte er freie Hand. (Bei "Tolldreiste Kerl" schoß er übers Ziel hinaus - was der Constantin die Möglichkeit gab den Film dem Produzenten zurück zu geben.) Und Fu Man Chu lief seinerzeit im Gesamtprogramm mit. In Rache sollte George Nader die Hauptrolle spielen - was ja nach den Stars der ersten beiden Filmen gepasst hätte - nur liefen die Dreharbeiten parallel zu "Der Mörderclub von Brooklyn". Insgesamt ist "Rache" nicht uninteressant. In der BRD war übrigens "13 Sklavinnen" der erfolgreichste Fu Man Chu-Film in der Kinoauswertung.
Insgesamt betrachte ich diese Filme als immer wieder gern gesehene Abwechslung - für Nostalgie-Fans sowieso.

Joachim.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

07.03.2010 16:12
#7 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Wer diesen Film noch nicht kennt kann ihn sich im VIERTEN am Mittwoch, den 17. März um 20.15 Uhr ansehen.

Joachim.
*Filme bleiben ewig jung!*

Glasauge Offline




Beiträge: 1.321

08.05.2010 19:06
#8 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Ich überlege mir diese Box zu kaufen, weil mich das was ich von den Filmen gehört und gesehen habe sehr an DER FLUCH DER GELBEN SCHLANGE erinnert, den ich persönlich gar nicht so schlecht finde. Meine Frage nun lohnt es sich?

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

09.05.2010 08:59
#9 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Wer für die Filme von Harry Alan Towers und den 60er-Jahre-Filme etwas übrig hat für den lohnen sich die Dr.Fu Man Chu-Filme immer.

Joachim.
*Filme bleiben ewig jung!*

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.382

09.05.2010 09:28
#10 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Zitat von Glasauge
Ich überlege mir diese Box zu kaufen, weil mich das was ich von den Filmen gehört und gesehen habe sehr an DER FLUCH DER GELBEN SCHLANGE erinnert, den ich persönlich gar nicht so schlecht finde. Meine Frage nun lohnt es sich?


Kauf sie! Da hat sich Kinowelt echt Mühe gegeben. Ich empfehle dir die englischen Versionen mit deutschen Untertiteln anzusehen. In Top Bildqualität und mit den echten Stimmen der Stars. DIe Fu Manchu Filme kann ich immer wieder sehen. Ich mag auch Jess Francos Beiträge zur Serie. TODESKUSS wirkt etwas unfertig, hat aber seine ganz eigenen Momente und eine sehr schöne Filmmusik. FOLTERKAMMER hat eine tolle Atmosphäre, gerade was die Drehorte betrifft.

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

09.05.2010 14:31
#11 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Zitat von Glasauge
Ich überlege mir diese Box zu kaufen, weil mich das was ich von den Filmen gehört und gesehen habe sehr an DER FLUCH DER GELBEN SCHLANGE erinnert, den ich persönlich gar nicht so schlecht finde. Meine Frage nun lohnt es sich?


Die FU MAN CHU- Filme sind wesentlich härter und trashiger. Wenn du Spaß an Filmen vor schöner Kulisse hast und dich generell für Abenteuerfilme interessierst, kannst du getrost zugreifen. Dann aber, wie eastmancolor schrieb, die Originalfassungen ansehen. Die deutschen Kinoversionen sind stark gekürzt und einfach nur lieblos geschnitten.

Glasauge Offline




Beiträge: 1.321

17.05.2010 16:21
#12 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Da ich jetzt genug abgelenkt habe, komme ich nun wieder konkret zum Film:

Da dieser Film der erste Fu Man Chu Film ist, den ich gesehen habe, war ich positiv überrascht. Ich hatte in den Kritiken auf amazon.com zum Beispiel gelesen das er der schlechteste ist. Wenn er der schlechtste ist, dann müssten die anderen Filme ganz gut sein, denn sooooooo schlecht fand ich ihn nicht.

Was mich stört ist vor allem dieses blöde Ermittlerteam. Die Handlung mit Christopher Lee und Günther Stoll ist viel interessanter als das Gerede dieser beiden Typen. Weshalb ich den Film im Wechsel interessant und langweilig fand.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

28.07.2011 09:57
#13 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten

Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien 1969, englischer Titel: The Castle of Fu Manchu)

Günther schwingt das Skalpell, Rosalba zieht die Wumme

...und wieder schlägt Fu Man Cu (Christopher Lee) zu! Nicht weniger als die übliche Forderung nach der Weltherrschaft im Gepäck, lässt er zwecks Demonstration seiner Macht ein dickes Schiff im Ozean versinken. Professor Heracles (Gustavo Re) hat eine Substanz entwickelt, die gigantische Mengen Wasser umgehend zu Eis erstarren lassen kann. Selbstverständlich hat der verschlagene Dr. Fu Man Chu den Wissenschaftler längst in seine Gewalt gebracht, doch der schwerkranke Gelehrte rückt die Formel nicht raus, steht kurz vor dem Herztod. Klar ist jedoch, dass grosse Mengen Opium zur Herstellung des Materials benötigt werden. In Anatolien verschafft sich der Supergangster Zugriff auf den Stoff, dazu nimmt er die Hilfe des lokalen Gauners Omar Pascha (José Manuel Martín), und dessen Tochter Lisa (Rosalba Neri) in Anspruch. Nachdem sich Fu Man Chu den Palast des Gouverneurs unter den Nagel gerissen hat, beendet er die Zusammenarbeit mit Omar auf seine Weise, Lisa verschwindet in finsteren Foltergewölben. Damit sich Professor Heracles nicht aus dem Leben verabschiedet, lässt Fu Man Chu den Herzspezialisten Dr. Curt Kessler (Günther Stoll) samt seiner Assistentin Dr. Ingrid Koch (Maria Perschy) entführen, Kessler soll eine Herztransplantation durchführen. Gewissermaßen vor der Nase von Nayland Smith (Richard Greene) und Dr. Petrie (Howard Marion Crawford), werden Kessler und Koch aus London verschleppt. Nayland Smith macht sich auf die Suche nach seinem Erzfeind, wird er Fu Man Chu endlich zur Strecken bringen? Immerhin kann er auf die Hilfe Omar Paschas setzen, der seine Lisa den Krallen des Chinesen entreissen will...

Jess Franco führte bereits beim vierten Auftritt des Oberschurken Fu Man Chu Regie, auch der fünfte und letzte Beitrag zu dieser schönen Filmreihe geht auf sein Konto ("Filmreihe" bezieht sich auf die fünf Fu Man Chu-Streifen aus den sechziger Jahren, vorherige und spätere Werke sind davon ausgenommen). Zur Gestaltung des Auftakts der fünften Sause, bediente man sich beim zweiten Film der Reihe, Szenen aus dem Finale von "Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu" müssen herhalten. Eine dreiste und clevere Maßnahme, das Konto des Geldgebers wird sich gefreut haben, tatsächlich funktionieren die "gestohlenen" Szenen in ihrem neuen Umfeld erstaunlich gut.

Christopher Lee gibt den ultrabösen, skrupellosen Megaschurken mit gewohnter Souveränität, wer sich seinem Willen widersetzt wird vernichtet. Bekanntlich führen selbst Gehorsam und Zusammenarbeit nicht zum Ziel, Geschäftspartner die ihre Aufgaben erfüllt haben, lässt der Doc ebenfalls gern von seinen Mitarbeitern entsorgen. Wenn freche Arbeiter sich nicht als Packesel einspannen lassen, lässt Fu Man Chu vor Zorn den grössten Staudamm des nahen Osten bersten, den ungehorsamen Pöbel sintflutartig hinfort spülen. Nebenbei führt er damit dem noch nicht in der Spur laufenden Dr. Kessler vor Augen, dass man sich vorzugsweise dem Willen Fu Man Chus unterwerfen sollte. Günther Stoll sehe ich sehr gern, in den letzten Monaten tauchte er immer wieder in den frühen Derrick-Episoden auf, leider verstarb er bereits 1977. Stoll hat in "Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu" einige herrliche Szenen. Stoll und Perschy werden von den Schergen des Bösewichts in Särgen abtransportiert, schälen sich nach dem Ende der Zwangsnarkose wie Untote aus den Holzkisten. Jess Franco taucht diese Momente in soft-gruselig bunte Farben, derartige "Spätsechziger-Psychedelic-Ausleuchtung" bietet der Streifen immer wieder an. Stoll darf nicht nur dem Sarg entsteigen, gemeinsam mit Frau Perschy verpflanzt er ein Pumporgan, Fu Man Chu hat freilich an einen geeigneten Operationssaal gedacht. Maria Perschy ist recht hübsch anzusehen, ihre Rolle gibt indes nicht allzu viel her. In erster Linie darf sie Günther Stoll schöne Augen machen, so verpasst man dem Treiben nebenbei eine kleine Liebesgeschichte. Weitaus interessanter mutet der Part von Rosalba Neri an, die mit dem Schiessprügel für eine Dosis Radau sorgt. Neri sorgt in anderen Filmen, bei einigen Fans des Eurokult-Kinos für feuchte Träume, spontan denke ich an "Das Schloss der blauen Vögel" (1971) von Fernando Di Leo. Diesmal gibt sie sich züchtig, gewährt dem geifernden Lüstling keine Einblicke. Leider taucht Rosalba im Mittelteil des Films ab, für meinen Geschmack hätte man ihre Rolle gern ein wenig grösser anlegen dürfen. Tsai Chin sehen wir wie immer als treue und fiese Tochter des Dr. Fu Man Chu, Howard Marion Crawford gehört als Weggefährte von Nayland Smith ebenfalls zum Inventar der Reihe. Richard Greene mag nicht ein so überzeugender Nayland Smith wie Nigel Green sein (Der in "Ich, Dr Fu Man Chu" diese Rolle innehatte), kann aber mit einer zufriedenstellenden Vorstellung aufwarten. Nayland Smith steht sowieso nicht mehr so stark im Mittelpunkt wie zu Beginn der Reihe, von daher gibt es nichts relevantes an der Leistung von Greene zu bemängeln.

Jess Franco taucht in seinen Filmen gern selbst vor der Kamera auf. In diesem Streifen sehen wir ihn als phlegmatischen Polizisten, der in der Türkei für Recht und Ordnung sorgen soll. Ich mag die Auftritte des knubbeligen Spaniers, solche Schlaffis wie der von ihm verkörperte Inspektor Ahmet passen prima zu Franco. Insgesamt wirkt "Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu" für einen Jess Franco Film eher zahm, auf Erotik und sonstige Auswüchse wurde (leider) verzichtet. Im Vergleich zu Francos "Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu", kommt der fünfte Streifen um den Superschurken ein wenig hüftsteifer daher. Ich vermisse den frischen Wind des Vorgängers, welcher der Reihe sehr gut zu Gesicht stand. Wirft man darüber hinaus einen Blick auf die Filmographie des Meisters, stellt man fest, dass Franco während der späten sechziger/frühen siebziger Jahre, ganz andere Kaliber auf die Beine gestellt hat. Selbst der Blick in die vermeintliche Folterkammer fällt fast verschämt aus, die Handbremse bleibt angezogen. Im Finale geht manchmal die Übersicht verloren, die Kamera hat Mühe dem Popanz zu folgen.

Auf der DVD findet man (wie üblich) die deutsche und die internationale Version des Films. Beide Fassungen funktionieren, einmal mehr gefällt mir die lange (internationale) Fassung etwas besser, sie wirkt stimmiger, runder. Auch bezüglich der Bildqualität hat die lange Variante klar die Nase vor, die deutsche Kinofassung hat mit deutlichen Qualitätsschwankungen zu kämpfen. Für die lange Fassung -die in englischer Sprache vorliegt- stehen zuschaltbare Untertitel in deutscher Sprache zur Verfügung. Der unverzichtbare Hinweis auf die "Dr. Fu Man Chu Collection" aus dem Hause Kinowelt, in der alle fünf "Fu Man Chu" Filme mit Christopher Lee enthalten sind:

• Ich, Dr. Fu Man Chu (1965)
• Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu (1966)
• Die Rache des Dr. Fu Man Chu (1967)
• Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu (1968)
• Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969)


Das Set wird inzwischen für schlappe 15€ gehandelt, ein sehr fairer Kurs für diese fünf schönen Filme! Sicher, die Umsetzung der deutschen Fassungen mag nicht perfekt sein. Doch die internationalen Auswertungen sind in der Regel sowieso vorzuziehen, ich betrachte die deutschen Versionen als angenehmen Bonus. Auch wenn nur der erste Film von mir 8/10 (sehr gut) erhielt, möchte ich für das Gesamtpaket dennoch 8/10 ziehen! Fu Man Chu sorgt für gute Laune, und wenn ich die unzähligen "Wohlfühlpunkte" zumindest im Ansatz in die Bewertung einfliessen lasse, dann sind 8/10 keinesfalls zu großzügig bemessen!

Nun steht die Einzelwertung für "Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu" an. Beim direkten Vorgänger sah diese wie folgt aus: "7/10 (gut) halte ich für angemessen, der "Wohlfühlfaktor" lässt den Flick in höhere Regionen schweben. Danke, lieber Jes(u)s." Weil die "Folterkammer" ein wenig abfällt, kann ich mir lediglich 6,5/10 abringen. Aber ihr wisst ja: Knuffigkeit passt in kein Zahlenraster!

Lieblingszitat(e):

Aus der englischen Fassung:

"We are very happy to serve you."

Aus der deutschen Fassung:

"Wenn sich die Regierungen der Großmächte meinem Willen nicht beugen, werde ich die Menschheit vernichten!"

***

Vom Ursprung her verdorben

Gubanov Offline




Beiträge: 15.496

19.06.2015 19:30
#14 RE: Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969) Zitat · antworten



Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (The Castle of Fu Manchu)


Abenteuerthriller, GB / BRD / ES / IT 1969. Regie: Jess Franco. Drehbuch: Peter Welbeck (d.i. Harry Alan Towers), Manfred Barthel (frei nach der Vorlage von Sax Rohmer). Mit: Christopher Lee (Dr. Fu Man Chu), Richard Greene (Nayland Smith), Howard Marion-Crawford (Dr. Petrie), Günther Stoll (Dr. Curt Kessler), Rosalba Neri (Lisa), Maria Perschy (Dr. Ingrid Koch), José Manuel Martín (Omar Pasha), Werner Abrolat (Melnik), Tsai Chin (Lin Tang), Herbert Fux (Gouverneur) u.a. Uraufführung (BRD): 30. Mai 1969. Uraufführung (ES): 18. September 1972. Eine Produktion der Terra-Filmkunst, Balcázar Producciones Cinematográficas und Italian International Films für Constantin Film.

Zitat von Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu
Die Nachricht, dass ein großes Passagierschiff in der Karibik mit einem Eisberg kollidiert ist, verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Dr. Fu Man Chu greift erneut nach der Weltherrschaft – diesmal bedient er sich einer Substanz auf Opiumbasis, die Wasser in Eis verwandelt und dabei unbändige Kräfte freisetzt. Auch Staudämme können mit den Kristallen gesprengt werden. Von einer strategisch günstig gelegenen Festung in Istanbul aus beherrscht Fu Man Chu bereits den Opiumhandel und den Bosporus. Um weiteren Größenwahnsinn zu verhindern, greifen Nayland Smith und Dr. Petrie ein letztes Mal ein!


Weit entfernt davon, wie hier anfangs angedeutet, für einen der besten Teile der Reihe verantwortlich zu sein, erzählt Franco eine wirre und – nicht unbedingt im besten Sinne – fantastische Geschichte. Immerhin gelingt es dem Kultregisseur diesmal besser, Prioritäten zu setzen, sodass zwar auch hier und da Langeweile aufkommt, das Geschehen aber zumindest einen klaren Sinn und Zweck verfolgt. Fu Man Chu bekommt wieder eine stärkere Rolle und erneut stellen die (diesmal umfangreicheren) Szenen in seinem „Castle“ die großen Höhepunkte des Films dar. Von Aufständen mit Macheten und Maschinenpistolen über eine Herztransplantation bis hin zu wunderbar esoterischem Licht- und Nebeleinsatz erfüllt Franco, der dem Film einen erstaunlich konservativen Stempel aufdrückt, mit links die Klischees, die man sich von einem soliden Horror-Action-Crossover erwartet.



Als Schauplatz gibt Istanbul mehr her als der im „Todeskuss“ präsentierte brasilianische Dschungel, weil er weniger von der Handlung ablenkt und sie vielmehr atmosphärisch unterstützt. Weniger passend erscheint eine anfängliche Szene in einem spanischen Park, der dem Zuschauer als Flusslauf in Schottland verkauft wird, wo Smith und Petrie in bester Holmes-und-Watson-Tradition ihren Urlaub verbringen. Leider steht das Paar auch hier wieder sehr im Hintergrund; Greene gelingt es nicht, die nötige Präsenz für die Inspektorenrolle aufzubauen, während Crawford mittlerweile eher albern herumkalauert. Angenehm dagegen fällt Günther Stolls und Maria Perschys unter den gegebenen Umständen eher sonderbare, latent perverse Lovestory auf; Rosalba Neri schraubt derweil als stolpernde, schreiende und schießende Erfüllungsgehilfin mit lesbischem Touch den Trashfaktor in erwartbare Höhen.

Sicher war es keine falsche Entscheidung, die Fu-Man-Chu-Serie nach den letzten zwei eher misslungenen Abenteuern einzustellen. Auch wenn bei Rückbesinnung auf handwerklich versiertere Regisseure und weniger pan-europäische Wühltisch-Produktionsbedingungen kommende Teile durchaus wieder bessere Qualität hätten aufweisen können, so macht der Verlauf der Reihe doch zweierlei klar: Erstens sind die Variationsmöglichkeiten der Fu-Man-Chu-Thematik begrenzt, zweitens hatte Towers die Kuh bereits übermolken; ein erneuter Budgetanstieg wäre gerade in der schwierigen Kinolandschaft von 1970 nicht wahrscheinlich gewesen. – Christopher Lee und Tsai Chin begleiteten die Reihe von Anfang bis Ende und sorgten dafür, dass sie auch während der Tiefpunkte ihren Charme nicht verlor. Gerade Lee bringt Verbissenheit und Bedrohlichkeit in allen Teilen wunderbar auf den Bildschirm und verleiht Man Chu durch Aussehen, Größe und Intonation, durch elegante Kostüme und ritualisierte Drohgebärden eine diabolische Präsenz, die k(aum )ein anderer Darsteller in dieser Rolle hätte erreichen können und die dem aufmerksamkeitsheischenden Kintopp-Stil eine gewisse würdevolle Seriosität entgegensetzt.

Fu Man Chu blieb nicht der eleganteste Abschied beschieden; dafür strotzt seine „Folterkammer“ vor aufgeheizter Orientatmosphäre. Das Fehlen starker Gegenspieler sorgt für verschiedentliche Längen, während das in Grün und Pink getauchte Kellergewölbe mit seinen Särgen, Nebelwänden, Gittern und dem OP-Saal wunderbare Schauerfantasien erfüllt. Ach, hätte man dieses Set doch nur einem anderen Regisseur anvertraut! 2 von 5 Punkten.



Meine persönliche Rangliste der Fu-Man-Chu-Filme:

Teil 2 (5,0 Punkte): Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu (1966, Don Sharp)
Teil 1 (4,5 Punkte): Ich, Dr. Fu Man Chu (1965, Don Sharp)
Teil 3 (3,5 Punkte): Die Rache des Dr. Fu Man Chu (1967, Jeremy Summers)
Teil 5 (2,0 Punkte): Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969, Jess Franco)
Teil 4 (1,5 Punkte): Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu (1968, Jess Franco)

[ Eine weitere Besprechung zu diesem Film ist im Jess-Franco-Sammelthread zu finden. ]

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