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Dieses Thema hat 63 Antworten
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Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 581

17.08.2022 17:04
#61 RE: Die Welt ist nicht genug - Superschurken in Buch und Film Zitat · Antworten

Verfilmungen:

Hier ist es ähnlich wie mit dem stets neu erfundenen Lesestoff: Moriarty ist einfach nicht totzukriegen, taucht immer wieder auf und wird gefährlicher und größenwahnsinniger als in der eher dürftigen Urfassung. Neben allen möglichen Irene-Adler-Verschnitten ist er wohl die einzige Figur der Gegner des Detektiv mit Wiederholeffekt. Schon vor dem ersten Weltkrieg gab es Holmes-Verfilmungen mit dessem größten Widerpart als Inhalt, das setzte sich so fort, ist aber heute komplett vergessen, bis dann die berühmte Holmes-Serie mit Basil Rathbone als Hauptdarsteller begann. Drei Mal gibt sich darin auch Professor Moriarty die Ehre, in unterschiedlicher Gestalt. Auch danach wird der Bösewicht gerne in frei erfundenen Filmhandlungen bemüht, ob Holmes in Gestalt von Roger Moore nun in New York ermittelt oder als Michael Caine mehr Schnauze als Genie besitzt - der Antagonist ist immer mit dabei. Erstaunlich, wie viele Varianten es da eigentlich gibt, Steven Spielberg legt ja z.B. Holmes`erste Begegnung mit dem anderen in die Jugendzeit, anfangs noch als väterlicher und geliebter Lehrer, später dann als entlarvter ägyptischer Sektierer und Mörder, der erst ganz zum Schluss zum Moriarty wird. In der bekannten Serie Die Abenteuer von Sherlock Holmes mit Jeremy Brett in der Titelrolle gibt es logischerweise auch zünftige Moriarty-Auftritte. Exotischerweise hat es den Unhold aber etwa auch auf das Holo-Deck der Enterprise verschlagen, und moderne Hollywood-Verfilmungen kommen ebenfalls nicht ohne ihn aus. Die britische Neuauflage von Sherlock, die in der Jetztzeit spielt, zeigt Moriarty als psychopathischen Egomanen. In der Comic-Verfilmung Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen ist Moriarty nicht nur Gangster, sondern auch Chef des britischen Geheimdienstes (zeugt von unfreiwilligem Realismus)... Egal, ob mit oder ohne Holmes, wenn eine spätviktorianische Superschurkenfigur benötigt wird, da kann Moriarty nicht weit sein.


Die Sherlock-Holmes-Reihe mit Nigel Rathbone

Diese schöne Reihe aus den vierziger Jahren wurde ja schon vor einigen leider nicht mehr wiederzuholenden Jahren ausführlich besprochen und bleibt im mehrdeutigen Sinne eine nostalgische Erinnerung. Hier reicht eine kurze Zusammenfassung über Holmes‘ gelegentliche Zusammentreffen mit dem nicht tot zu kriegenden Bösewicht. In den vierzehn Filmen steht er dem dreimal gegenüber.
In Die Abenteuer des Sherlock Holmes (The Adventures of Sherlock Holmes), dem zweiten 1939 gedrehten Film, kommt der große Ganovenschreck Holmes nur wenig zu spät, um eine Verurteilung Moriartys vor Gericht zu erreichen. Man befindet sich noch in der viktorianischen Zeit, Holmes‘ Kutsche war wohl zu langsam gewesen. Der von George Zucco eindrucksvoll gespielte Professor beschäftigt sich neben Pflanzenzucht nun auch damit, seinem Widersacher eins auszuwischen und gleichzeitig ein ganz großes Ding zu drehen. Ein mysteriöser Familienfluch dient nur als red herring für den Privatdetektiv. Moriarty bedient sich schon einiger Tricks, wobei seine Verwandlungskunst im Abrasieren seines Vollbartes besteht, im Gegensatz zu dem in dieser Hinsicht viel ambitionierteren Sherlock. Der große Fisch an Moriartys Angel ist wahrlich nicht zu verachten, handelt es sich doch um den englischen Kronschatz, den es zu rauben gilt. Der Plan des vermeintlichen kriminellen Superhirns ist eher unausgegoren schlicht als teuflisch ausgekocht, am Ende stürzt er nach einem treppauf geführten Faustkampf mit seinem unnachgiebigen Kontrahenten tief nach unten. Eigentlich sollte damit die Akte Moriarty abgeschlossen sein.
Doch schon zwei Filme, aber handlungstechnisch fast ein halbes Jahrhundert später tritt der Erzbösewicht wieder auf den Plan. Er hat die ominöse Zeitverschiebung von Holmes und Watson mitgemacht, zwischendurch hat sein böser Geist wie der von Sauron offenbar Kräfte gesammelt und sich wieder materialisiert. Statt einfältig-degenerierter Orks hat sich Moriarty aber noch viel verderbterer Helfer versichert, ist er doch eine landesverräterische Kungelei mit den Nationalsozialisten eingegangen, mit denen sich Großbritannien 1942 im Krieg befand. Das alles dient dazu, um Die Geheimwaffe (The Secret Weapon) in seinen Besitz zu bringen. Eine mit Sicherheit wenigstens kriegswichtige Erfindung, die sich in mehreren Teilstücken im Besitz verschiedener Personen befindet, von denen die meisten Opfer des mordlustigen Professors und seiner Schergen werden. Natürlich ist Patriot Sherlock Holmes schon auf der Spur der Verschwörer, wobei sich allesamt nicht sonderlich geschickt anstellen. Der in der Gestalt des Schauspielers Lionel Atwill reinkarnierte Moriarty verfügt über ein gut eingerichtetes und mit allerlei Schnerzchen ausgestattetes Hauptquartier, wo er den armen Holmes fast vampirhaft vom wichtigen roten Lebenssaft zu entleeren beginnt, zu guter Letzt aber doch noch gestoppt werden kann und wiederum einen buchstäblichen tiefen Fall erlebt.
Was soll man sagen, kurz nach dem Krieg hieß es zumindest für Sherlock Holmes im Jahre 1945 schon „Er ist wieder da“. Scheinbar war der Schacht, in den der verbrecherische Professor gestürzt war, extra für solche Zwecke konstruiert wurden, denn der Unhold ist immer noch quicklebendig und als Hintermann bei einer Serie gruseliger Frauenmorde zugange, die aber auch nur als Aufhänger für eine gewerbsmäßig betriebene Erpressungsgeschichte dienen. Als Helferin dient ihm auch Die Frau in Grün (The Woman in Green), eine sehr selbständig agierende Dame, welche Holmes in arge Bedrängnis bringt. Zum dritten Mal bekommt der Oberfinsterling Moriarty ein neues Gesicht verpasst, diesmal wird er von Henry Daniell gemimt. Wenngleich die Mord- und Erpressungsaffäre in ihrer Rücksichtslosigkeit durchaus dem Charakter eines Moriartys würdig ist, so ist es doch eher nach versuchtem Kronjuwelen-Diebstahl und Geheimwaffen-Entführung ein Abfall in der Karriere des ehemaligen Mathe-Besten. Apropos Fall – auch jetzt steht wieder ein solcher an, als Holmes logischerweise zum Schluss alle finsteren Pläne vereiteln kann und sein zählebiger Widersacher bei seiner versuchten Flucht vom Dach stürzt. Diesmal endgültig ? Wer weiß, in den restlichen Filmen der Serie wurde er dann jedenfalls nicht mehr gesichtet.

Ein Fazit dieser Reihe könnte sein, dass man sich schon damals gerne auf die Bekanntheit des gefährlichsten Widersachers von Englands bestem Detektiv verlassen hat, um die erzählten Fabeln der Filme „aufzupeppen“. Deshalb ist man wohl gegen alle Logik nicht davor zurückgeschreckt, den Schurken nicht nur einmal aus dem Totenreich zurückzuholen. Wobei er, genau wie Fantomas oder Blofeld, stets eine veränderte Physiognomie aufweisen kann. Mit dem Vorbild aus dem Doyleschen Werk haben aber alle Moriarty-Wesen der Rathbone-Filme eher wenig gemeinsam. Statt unerkannt im Hintergrund zu sitzen und seine Soldaten ins Feld zu schicken, macht es der Napoleon des Verbrechens in seinen drei Verkörperungen dem korsischen Spitznamensgeber gleich und geht gerne mit an die Front, er ist aktiver als die Buchgestalt.
Persönlich finde ich Zuccos Darbietung aus dem ersten Auftreten des Professors am wirkungsvollsten und bedrohlichsten.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 581

23.08.2022 16:00
#62 RE: Die Welt ist nicht genug - Superschurken in Buch und Film Zitat · Antworten

Die Sherlock-Holmes-Serie mit Jeremy Brett

Im Jahre 1984 fiel der Startschuss für eine Fernsehserie, die zehn Jahre dauern sollte und für viele Fans sowohl in der Auswahl der Darsteller als auch in der Handlungsführung im Hinblick auf die Doyle-Geschichten am authentischsten ausfallen sollte. Im Ganzen wurden 41 Episoden, etwa zwei Drittel des gesamten Kanons, gefilmt. Verantwortlich zeichnete der britische Sender ITV.
Als Hauptakteur sieht man Jeremy Brett agieren, der die Rolle mit mehr Leben ausfüllte, als möglicherweise gut für ich war. In den ersten Episoden steht David Burke als der getreue Dr. Watson an seiner Seite, dann, nach Holmes‘ vermeintlichem Tod und dem dreijährigen Mysterium, tritt Edward Hardwicke an seine Stelle.
Die Atmosphäre des viktorianischen Londons ist sehr schön eingefangen, viel Wert wurde auf Kostüme, Einrichtungen, Kulissen, Kutschen usw. gelegt.
Im Allgemeinen hielt man sich recht genau an die literarischen Vorlagen, kleine Ergänzungen inklusive. Größere Abweichungen sind eher die Ausnahme, allerdings gerade beim Auftreten des kriminellen Professors deutlich erkennbar. Zwei Stories handeln mit dem von dem Schauspieler Eric Porter verkörperten Moriarty, wenn man Das leere Haus nicht mitzählt, wo der Finsterling noch mal kurz in der Rückschau gezeigt wird.


Die Liga der rothaarigen Männer (Original: The Red-Headed League) - 1985

Regie: John Bruce

Die City and Surban Bank bekommt mit einer stark gesicherten Kutsche wertvolle Fracht geliefert. In der Einfahrt drückt sich unbeachtet ein verdächtiges Individuum herum, dass einen (absichtlich?) fallengelassenen Zettel an sich nimmt und bald einem ominösen Hintermann überbringt. Anfänglich sieht man von diesem nur die Hände, jedoch im Laufe des Geschehens schält sich seine ganze Gestalt heraus, ein älterer, düster blickender Mann, der sich kaum zum großzügigen Waisenhaus-Spender eignen sollte. Der eigentliche Hintermann der kommenden Affäre.
Doch erst einmal bekommen Holmes und Watson in der Baker Street einen neuen Klienten in Gestalt des dicklichen und geistig nicht sehr beweglichen Pfandleihers Jabez Wilson. Dessen hervorstechendste körperliche Eigenschaft ist die leuchtend rote Haarfarbe, weswegen der Gentleman auch durch Vermittlung seines bescheidenen Gehilfen einen sehr begehrten Platz im Solde der Liga der Rothaarigen bekommen hatte. Wilsons gut bezahlte und einfache Tätigkeit dort endet zu seinem Ärger nach einiger Zeit abrupt und grundlos. Holmes geht der Sache vor Ort auf den Grund, schnüffelt herum und kommt bald einem raffiniert geplanten Bankraub auf die Spur. Selbstverständlich kann er die verbrecherischen Pläne mithilfe von Dr. Watson und Inspektor Jones vereiteln und die Räuber auf frischer Tat stellen, doch im Hintergrund hat er sich einen bösen und rachsüchtigen Feind gemacht, den er allerdings schon vorher als Drahtzieher der Affäre vermutet hatte. Am Ende schaut Professor Moriarty verbissen zum Hause 221 b Baker Street hin, wie wird es weitergehen?

Die zugrunde liegende Story ist eine der allerersten des Holmes-Gesamtwerkes. Später hat Doyle den Trick der Geschichte nochmal in einer der letzten Fälle vor dem Ruhestand des Detektivs in einer abgewandelten Form bei der Angelegenheit mit den Drei Garridebs verwendet, wie auch viele seiner Kollegen in ihren Werken (etwa A. Christies Köchin gesucht). Im Original begegnet Holmes bei der kuriosen Rothaarigen-Affäre (für ihn ein klassisches Drei-Pfeifen-Problem) nach eigener Ansicht hier schon dem zweit- oder dritt- oder sogar dem allergefährlichsten Mann in London. Der ist in der Verfilmung aber nur in die Rolle eines Handlangers degradiert worden, denn die Planung und Überwachung des großen Fischzugs liegt in den Händen des absoluten Oberschurken Professor Moriarty.
Die Produzenten wollten sicher hier schon mal den Erzgegner des berühmten Privatdetektivs einführen, damit er in der nächsten Folge mit Holmes‘ vermeintlich letztem Problem nicht einfach so vom Himmel fällt. Außerdem tritt er ja auch zweimal in den Erzählungen auf, und Das Tal der Angst wollte man nicht verfilmen. Ansonsten bleibt man der Geschichte verbunden. Ist von der Ausstattung und Atmosphäre sehr gelungen. Wenn Sherlock Holmes in den dunklen Kellern des Bankgewölbes sein Wissen über Moriarty preisgibt, dann ist das eine Zusammenfassung der Aussagen aus den beiden Originalgeschichten. Der böse Professor ist wahrlich eine furchterregende Figur, Eric Porter gibt den älteren und in Sünden ergrauten Gaunerchef hervorragend, für die Zukunft ist wohl nicht Gutes zu erwarten.
Ob man nun die Umwandlung der Red-Headed League in einen Moriarty-Fall gut findet oder sich an dieser Eigenmächtigkeit des Drehbuches stört, liegt wieder mal im Auge des Betrachters.


Sein letzter Fall (Original: The Final Problem) - 1985

Regie: Alan Grint

Eine schwarze Kutsche rast auf Sherlock Holmes zu, der kann mehr schlecht als recht aus dem Weg springen. Nachdem er fast von einem herabstürzenden Gegenstand erschlagen wird und sich zweier übler Schläger erwehren muss, bringt er sich bei seinem Freund Dr. Watson vorübergehend in Sicherheit, obwohl auch hier schon ein Scharfschütze in der Nähe lauert. Dem schockierten Gefährten gibt er eine Zusammenfassung der bisherigen Vorgänge. Die französische Regierung hat Sherlock in einer besonders delikaten Angelegenheit konsultiert, denn an der Stelle, wo die weltberühmte Mona Lisa im Louvre bisher gelächelt hat, gähnt nun ein leerer Rahmen. Holmes kann das Kunstwerk nicht nur wiederbeschaffen, sondern auch das ehrgeizige Vorhaben des genialischen Moriarty durchkreuzen, der anstelle des Originals eine Menge perfekter Kopien an vermögende private Sammler bringen wollte. Wütend besucht der Professor seinen lästigen Gegner zuhause, wobei man allerlei „Nettigkeiten“ austauscht. Nach Moriartys Abgang wird es ungemütlich für den privaten Diener der Gerechtigkeit. Nun müssen die beiden Freunde aus der Baker Street außer Landes flüchten, während Moriartys Organisation in England von der Polizei zerschlagen wird. Doch der Chef kann entkommen und folgt den beiden durch die Schweiz wie ein unheilbringender Schatten. Hier mal ein Steinschlag, dort eine fehlgeleitete Kugel … die Gefahr folgt auf dem Fuße. Schließlich soll das Geschehen in Meiringen kulminieren, während Watson durch eine List weggelockt wird, treffen Holmes und Moriarty beim Reichenbacher Wasserfall zusammen. Es kommt zum Kampf, und Dr. Watson findet nur noch einen verlassenen Ort. Scheinbar hat das Schicksal diesmal Gut und Böse zugleich mit in die ewige Tiefe gerissen…

Die Auseinandersetzung von Sherlock Holmes mit seiner Nemesis Moriarty ist sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt, ohne ins Übertriebene abzugleiten. Der Plan des gelehrten Schurken mit der geraubten Mona Lisa ist eine gelungene Ergänzung der etwas dürren literarischen Story, wohl vom in Wirklichkeit allerdings erst zwanzig Jahre später erfolgten Diebstahl des wertvollen Gemäldes inspiriert.
Wenn Holmes in dieser Folge ständig um sein Leben kämpft, leidet man irgendwie richtig mit. Er kommt in dieser Darstellung nicht als überheblicher Snob herüber, sondern als tatsächlich in die Enge getriebener, trotz allem unbeugsamer Mensch. Der teuflische Akademiker dagegen wirkt wahrlich bedrohlich und brutal, ein unnachgiebiger Racheengel. Von der kalten Reserviertheit des denkwürdigen Zusammentreffens zwischen Moriarty und Holmes in dessen Wohnung ist nun allerdings ein heftiger und emotionaler Wortwechsel entstanden, die beiden Gegner verhalten sich kaum wie „Gentlemen“.
In dieser Folge wurde einiger Aufwand betrieben, Moriartys privater Zug kommt zur Geltung, schöne Schauplätze in der Schweiz und natürlich der spektakuläre Stunt am Ende, wo die beiden nach dramatischem Ringen offensichtlich in den Tod stürzen. Für eine Fernsehserie ein teurer „Spaß“.
Die Handlung wurde nebenbei noch an der einen oder anderen Ecke ausgeschmückt. Es ist das letzte Mal mit dem alten Watson-Darsteller, der Neue sollte nach dem „great hiatus“ beginnen. Für Professor Moriarty war nun Schluss, wenn man mal davon absieht, dass er rückblickend beim nächsten Fall Das leere Haus nochmal präsentiert wird und diesmal alleine nach unten trudelt…


Fazit:

Die beiden prägnanten Auftritte von Professor Moriarty im Rahmen der gut gemachten Fernsehserie um den unsterblichen Sherlock Holmes sind effektvoll arrangiert. Der größte Widersacher des Detektivs ist kein Schurke mit Weltherrschaftsplänen, aber auch kein blasses Anhängsel der Handlung, sondern ein ernstzunehmender Gegner, mit oder ohne Gehilfen. Die „Zweckentfremdung“ des Rothaarigen-Falles ist sicher etwas irritierend, hätte man dafür vielleicht eine Erzählung nehmen können, die besser geeignet wäre? Oder sogar den Roman Das Tal der Angst verfilmen können, mit Schwerpunkt der Handlung in England und die Amerika-Episode nur als Beiwerk? Schwer zu sagen. Der „letzte Fall“, zumindest für Moriarty, scheint aber sehr gelungen, Doyle wäre wohl erfreut gewesen.

Savini Offline



Beiträge: 556

23.08.2022 16:26
#63 RE: Die Welt ist nicht genug - Superschurken in Buch und Film Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #62
Die zugrunde liegende Story ist eine der allerersten des Holmes-Gesamtwerkes. Später hat Doyle den Trick der Geschichte nochmal in einer der letzten Fälle vor dem Ruhestand des Detektivs in einer abgewandelten Form bei der Angelegenheit mit den Drei Garridebs verwendet

… und auch in "Der Angestellte des Börsenmaklers"
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #62
Die Produzenten wollten sicher hier schon mal den Erzgegner des berühmten Privatdetektivs einführen, damit er in der nächsten Folge mit Holmes‘ vermeintlich letztem Problem nicht einfach so vom Himmel fällt. (…) Ob man nun die Umwandlung der Red-Headed League in einen Moriarty-Fall gut findet oder sich an dieser Eigenmächtigkeit des Drehbuches stört, liegt wieder mal im Auge des Betrachters. (…) Die „Zweckentfremdung“ des Rothaarigen-Falles ist sicher etwas irritierend, hätte man dafür vielleicht eine Erzählung nehmen können, die besser geeignet wäre?

Skurrilerweise hatte ich mir selbst (viele Jahre, bevor ich auch nur von der Existenz der Brett-Serie wusste) auch mal Gedanken darüber gemacht, welcher der vor 1891 spielenden Fälle einer derjenigen gewesen sein könnte, bei dem Holmes bereits mit Moriarty zu tun gehabt haben könnte; dabei fiel mir eben die "Liga" als am besten geeignet ein (ansonsten höchstens noch der "Marinevertrag").

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 581

24.08.2022 09:03
#64 RE: Die Welt ist nicht genug - Superschurken in Buch und Film Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #63
… und auch in "Der Angestellte des Börsenmaklers"

Stimmt. Hatte ich so nicht auf dem Schirm, so richtig sind nur wegen Verfügbarkeitsmangel eine bestimmte Zahl von Doyle-Geschichten aus der Kindheit bei mir hängengeblieben.

Zitat von Savini im Beitrag #63
Skurrilerweise hatte ich mir selbst (viele Jahre, bevor ich auch nur von der Existenz der Brett-Serie wusste) auch mal Gedanken darüber gemacht, welcher der vor 1891 spielenden Fälle einer derjenigen gewesen sein könnte, bei dem Holmes bereits mit Moriarty zu tun gehabt haben könnte; dabei fiel mir eben die "Liga" als am besten geeignet ein (ansonsten höchstens noch der "Marinevertrag").n

Ja, ein internationaler Geheimvertrag in Moriartys Händen! So ähnlich auch bei "Der zweite Fleck", wo er auch der Hintermann sein könnte. Aber sicher gibt es auch eine Menge Fälle, die Holmes dem guten Watson nicht anvertraut hat oder über die dieser schweigt.

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