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Dieses Thema hat 39 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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DanielL Offline




Beiträge: 3.697

22.02.2017 18:55
#31 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

Zitat von eastmancolor im Beitrag #30

Wenn Du schon die DVD empfiehlst sei noch der Hinweis angebracht, dass der Film am 8.12.2017 als Blu-ray von Filmjuwelen erscheint.



Danke noch mal für den Hinweis. Zweifel ich nicht an, da aber aktuell noch nirgendwo eine öffentliche Ankündigung oder Listung vorliegt, habe ich es trotz des parallel laufenden Blu-ray-Threads noch nicht erwähnt.

Gruß,
Daniel

Giacco Offline



Beiträge: 1.412

25.02.2017 16:30
#32 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

OKLAHOMA JOHN

R.: Jaime J.Balcazar - Produziert von Balcazar (Barcelona)/Associate (Rom)/ International Germania (Köln) - FSK:12 - Verleih: Hermes
Deutsche Erstaufführung: 6.5.1966
Darsteller: Rick Horn, Sabine Bethmann, José Calvo, Karl-Otto Alberty, Georg Herzig, Tom Felleghy, Giuseppe Addobati, Leontine May, Remo de Angelis

Als Oklahoma-John in dem kleinen Westernstädtchen eintrifft, in dem er fortan als neuer Sheriff für Recht und Ordnung sorgen soll, ist er fest entschlossen, den Mord an seinem Vorgänger aufzuklären. Dabei trifft er immer wieder auf den gewalttätigen Hondo, den Vorabeiter des mächtigen Ranchers Ron Edwards, der die gesamte Gegend beherrscht. Dessen Sohn Jim scheint ebenfalls in die Sache verwickelt zu sein. Im Lauf der Ermittlungen stellt sich heraus, dass auch der Bankier Watson keine saubere Weste hat. Nach und nach kommt der Sheriff, der sich durch nichts einschüchtern lässt, der Wahrheit auf die Spur.



Klischéehafter Eurowestern, der nur mäßig spannend ist und kaum Überraschungen bereithält, aber nicht zuletzt wegen seiner professionellen Machart akzeptable Unterhaltung bietet. Natürlich wird reichlich geprügelt und auch die Schießeisen kommen häufig zum Einsatz, doch allgemein gibt sich der Film in Sachen Gewalt eher zurückhaltend. Der Score von Francesco de Masi setzt passende Akzente, wobei das musikalische Hauptthema, das von dem aus vielen späteren Italowestern bekanntem Chor "I Cantori Moderni di Alessandroni" gesungen wird, angenehm ins Ohr geht.
Gedreht wurde 1964 in Spanien und da die dort ansässige Produktionsfirma "Balcazar" bei diesem Projekt federführend war, wurden auch ihre Studios für die Atelieraufnahmen genutzt. Durch die mitproduzierende "International Germania" waren auch drei deutsche Darsteller dabei. Karl-Otto Alberty, bringt allein schon von seiner Physiognomie her beste Voraussetzungen für die Rolle eines Bösewichts mit und hat hier als "Hondo" reichlich Gelegenheit, diesen Trumpf auszuspielen. Georg Herzig, damals Anfang Zwanzig, gehört als ungeratener Sohn des Ranchers ebenfalls zu den Schurken, während Sabine Bethmann als Herzensdame des neuen Sheriffs für romantische Gefühle zuständig ist. Um den Hauptdarsteller Rick Horn gab es ein jahrelanges Rätselraten. Erst 2015 wurde geklärt, dass es sich um den in New York geborenen Richard Stuart Hornbeck handelt. Als Oklahoma-John wird er vom Mann für alle Fälle Rainer Brandt synchronisiert.



In Italien kam "Oklahoma John" unter dem Titel "Il Ranch degli spietati" bereits im März 1965 in die Kinos. Da keiner der deutschen Großverleiher Interesse zeigte, den Film herauszubringen, landete er schließlich bei der "Hermes Filmverleih GmbH". Der Kinostart erfolgte im Mai 1966.

Auszug aus einer zeitgenössischen Kritik:

"Für seinen Vorgänger war das Gesetz der Wille eines Schurken. Oklahoma John, der neue Sheriff, ist aus anderem Westernholz. Er bringt die Ordnung zurück in den Ort. Beim Schlußduell kann er sogar, anders als sein Kollege in "12 Uhr mittags", auf die Unterstützung der Bürger rechnen.
Ein "europäischer" Western, bemerkenswert routiniert inszeniert. Gute Darsteller werden durch eine effektvolle Kamera unterstützt."

Giacco Offline



Beiträge: 1.412

04.03.2017 18:20
#33 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

DIE GOLDSUCHER VON ARKANSAS

Regie: Paul Martin - Prod.: Constantin (München)/ Rapid (München)/ Metheus (Rom) / S.N.C. (Paris)
Deutsche Erstaufführung: 20.11.1964 - FSK: 12 - Verleih: Constantin
Darsteller: Brad Harris, Horst Frank, Mario Adorf, Dieter Borsche, Marianne Hoppe, Thomas Alder, Dorothee Parker, Olly Schoberova, Philippe Lemaire, Serge Marquand, Ralf Wolter, Fulvia Franco, Josef Egger

Wie ein Lauffeuer verbreitet sich in Marble City die Nachricht, dass in der Umgebung Gold gefunden wurde. Binnen kürzester Zeit strömen Goldsucher, Abenteurer und Banditen in die Stadt. Ganze Siedlertrecks machen sich auf den Weg, darunter die Familie Brendel, die ihre Farm aufgeben musste, der für das Seelenheil zuständige Pfarrer Benson und der Pokerspieler Matt Ellis, der in der Stadt einen Saloon eröffnet. Doch die in der Nähe ansässigen Indianer, auf deren Gebiet das Gold angeblich gefunden wurde, setzen sich erbittert gegen die Eindringlinge zur Wehr und graben das Kriegsbeil aus.



Nach der erfolgreichen Gerstäcker-Verfilmung "Die Flusspiraten vom Mississippi" wählte Wolf C. Hartwigs Rapid-Film mit "Die Regulatoren in Arkansas" nochmals einen Stoff des Autors für eine Verfilmung aus. Erneut produzierte man mit Partnern aus Italien und Frankreich. Außerdem beteiligte sich diesmal der Constantin-Verleih, der rund 3,5 Millionen DM in das Projekt investiert haben soll. Brad Harris und Horst Frank waren als Darsteller wieder mit von der Partie, ebenso Hartwigs damalige Frau Dorothee Parker, für die es der letzte Leinwandauftritt werden sollte. Mit Mario Adorf, Marianne Hoppe, Dieter Borsche und Ralf Wolter engagierte man Darsteller, die bereits in Karl-May-Filmen mitgewirkt hatten. Außerdem waren Thomas Alder und Josef Egger dabei. Egger spielte zuvor in Sergio Leones "Für eine Handvoll Dollar" mit, der aber noch nicht in den Kinos angelaufen war.
Der Roman von Gerstäcker wurde gründlich überarbeitet und die Story des Films hat nur noch wenig damit zu tun. Die Dreharbeiten fanden in den Prager Barrandov-Studios statt. Dort war vorher bereits Hartwigs Krimi "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" hergestellt worden. Dazu hatte Constantin folgende Meldung veröffentlicht:
"Die Möglichkeit, in den staatlichen Studios Barrandov zu produzieren, ist neu und wäre noch vor kurzem nicht möglich gewesen. Constantin unterhielt seit längerer Zeit gute filmwirtschaftliche Beziehungen zu "Ceskolovensky Filmexport". Durch diese Kontakte eröffnete sich jetzt die Möglichkeit, im 2. Halbjahr 1964 3 Constantin-Filme in den Prager Ateliers herzustellem."

Die Außenaufnahmen fanden "in den schönen Landschaften Böhmens" statt. Neben einer großen Reiter-Komparserie, stammten auch viele Klein- und Nebendarsteller aus der "Tschechoslowakei", allen voran Olly Schoberova, die bereits in der "Chinesischen Nelke" mitwirkte und seitdem mit Brad Harris liiert war. Für die Musik war Heinz Gietz zuständig. Das Haupthema erschien mit dem Titel "Viel Gold und keine Freunde" als Single. Interpret war der auf Westernsongs abonnierte Ralf Paulsen. Den Score der italienischen Fassung komponierte Francesco de Masí. Regisseur Paul Martin, der als Fachmann für Musik- und Unterhaltungsfilme galt, inszenierte hiermit seinen ersten Western. Als Regie-Assistent fungierte Eberhard Schroeder, der sich später als Erotik-Filmer etablierte. Die Action-Regie lag in den Händen des Italieners Alberto Cardone.

Dank des hohen Budgets hat der Film neben dem Aufgebot bekannter Darsteller auch viele aufwändige Massenszenen und eine Menge Action zu bieten. Es gibt eindrucksvolle Stunts und pyrotechnische Effekte. Inhaltsmäßig und in der Zeichnung der Protagonisten folgt er allerdings den üblichen Schablonen und bleibt in Oberflächlichkeiten stecken. Dadurch hebt er sich kaum von herkömmlicher Durchschnittsware ab, obgleich er durchgängig annehmbare Unterhaltung bietet. Aber für ein jugendliches Publikum bot er damals ganz sicher ein aufregendes Kino-Erlebnis.

In den Erstaufführungstheatern lief der Film mit gutem Erfolg und erfreute sich als als gängige Kinoware einer regen Nachfrage bei den Lichtspieltheater-Besitzern, so dass von Constantin alle Abspielmöglichkeiten ausgeschöpft werden konnten, was sich dann natürlich negativ auf die Film-Echo-Note auswirkte. War die Erstnote noch eine ordentliche 3,3 - so stand am Ende eine 4,3 zu Buche, bei immerhin stolzen 58 Meldungen.

Auszug aus einer zeitgenössischen Kritik:

"Diesmal wurde unweit von Prag an der Moldau gedreht. Doch wenn 300 "Mescalero-Indianer" mit ihren Pferden über die böhmische Prärie donnern, erzittert die CinemaScope-Leinwand in bester Karl-May-Manier. Kameramann Jan Stallich ist ein ausgezeichneter Handwerker, der die zahllosen Überfälle und Schießereien mit Verve ins Bild gesetzt hat."

Was das Vergnügen am Film aus heutiger Sicht ein wenig trübt, ist die Tatsache, dass sich Horst Frank, Mario Adorf und Ralf Wolter nicht selbst synchronisiert haben.

Synchronsprecher:

Brad Harris .... Heinz Engelmann
Horst Frank .... Helmo Kindermann
Mario Adorf .... Rainer Brandt
Ralf Wolter .... Gerd Vespermann

Giacco Offline



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09.03.2017 16:27
#34 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

100 FÄUSTE UND EIN VATERUNSER

Regie: Mario Siciliano - Prod.: Lisa-Film (München)/Metheus (Rom) - FSK:12 - Verleih: Gloria
Darsteller: Ron Ely, Alberto dell´Aqua, Uschi Glas, Angelica Ott, Ezio Morano, Stelio Candelli, Dan van Husen, Lars Bloch

Wegen einer vermeintlichen Goldader will der Bandenchef Lupo die Siedler des kleinen Westernstädtchens Moonsville durch nächtlichen Geisterspuk von ihrem Grund und Boden vertreiben. Da tauchen die beiden schlitzohrigen Gauner Salto und Mortale auf und durchkreuzen seine Pläne.



Der Erfolg der Trinity-Filme mit dem Duo Terence Hill & Bud Spencer löste eine Welle von Western-Komödien aus, wobei statt einer Komödie nicht selten eine Klamotte dabei herauskam. Und auch "100 Fäuste und ein Vaterunser" hat außer billigem Klamauk und albernen Plattheiten nicht viel zu bieten. Es gibt Prügeleien und Keilereien (mal in Unterhosen, mal im kurzen Schottenröckchen), Tortenschlachten, vertrottelte Banditen, einen Gangsterboss, der sächsisch spricht usw. Erwähnenswert sind allenfalls die akrobatischen Leistungen des italienischen Darstellers Alberto dell´Aqua. Er war zugleich ein erfahrener Stuntman und hatte sich für den internationalen Markt den Namen "Robert Widmark" zugelegt. Hier spielt er den "Salto", dessen Partner "Mortale", der als Priester verkleidet ist, vom Amerikaner Ron Ely dargestellt wird, der sich damals als TV-Tarzan vor allem in Deutschland große Popularität erworben hatte. Als Sieger der BRAVO-Otto-Wahl wurde er mit einer goldenen Trophäe ausgezeichnet. Uschi Glas als junge Witwe und Angelica Ott sind in den weiblichen Hauptrollen zu sehen. So wie die beiden kommt auch Dan van Husen ursprünglich aus Deutschland, begann seine Filmkarriere allerdings in Italien.

Die Dreharbeiten fanden im August/September 1972 in den Elios-Studios in Rom statt, mit Außenaufnahmen in der Region Lazio. Regisseur Mario Siciliano, zugleich Chef der Metheus-Film, hatte bereits 1966 gemeinsam mit Karl Spiehs Lisa-Film den erfolgreichen Italowestern "Sartana" produziert, bei dem er aber nicht Regie führte. Ohnehin arbeitete Metheus-Film vor allem in den 1960er Jahren oft mit deutschen Produktions-Partnern zusammen.
"Hundert Fäuste und ein Vaterunser" kam im Dezember 1972 in die Kinos. Die Laufzeit der deutschen Fassung war auf 81 Minuten zurecht gestutzt worden und die Original-Musik wurde teilweise durch den damals aktuellen Instrumentalhit "Popcorn" ersetzt.

Giacco Offline



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12.03.2017 17:17
#35 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

DIE SCHWARZEN ADLER VON SANTA FÈ

Regie: Ernst Hofbauer - Prod.: Constantin / Rapid/ Metheus / SNC - Deutsche Erstauff.: 12.3.1965 - FSK 12 - V: Constantin
Darsteller: Brad Harris, Horst Frank, Joachim Hansen, Werner Peters, Helga Sommerfeld, Pinkas Braun,Tony Kendall, Olly Schoberova, Josef Egger, Edith Hancke, Ennio Girolami, Serge Marquand

Um sich den Besitz von Erdölvorkommen zu sichern, setzt der skrupellose Rancher Morton alles daran, zwischen den weißen Siedlern und den seit Jahren friedlichen Komantschen eine blutige Fehde zu entfachen. Zu diesem Zweck lässt er von seinen eigenen Leuten, die als Soldaten des nahegelegenen Forts Eaglerock verkleidet sind, grundlos ein paar Indianer töten. Komantschen-Häuptling "Schwarzer Adler" kennt nur noch ein Ziel: Vergeltung.



"Die schwarzen Adler von Santa Fé" war der dritte Constantin-Film, der 1964 in den Prager Barrandov-Studios entstand. Wie beim Vorgänger "Die Goldsucher von Arkansas", waren neben Wolf Hartwigs Rapid-Film auch wieder Metheus-Film (Rom) und SNC (Paris) an der Produktion beteiligt. Die Außenaufnahmen fanden diesmal jedoch in Spanien statt.
Auch dieser "Euro-Western" ist wieder mal nach dem üblichen Schema konzipiert, wobei man sich immerhin um eine nicht ganz so oberflächliche Skizzierung der Figuren bemühte. Die ansprechende Ausstattung, die gekonnt ins Bild gesetzten Schauplätze und die insgesamt guten Leistungen der Darsteller halten die Story bis zum Schluß auf einem unterhaltsamen Level. Für die passende musikalische Untermalung sorgt diesmal Gert Wilden. Eher störend ist der Auftritt des Sängers "Ronny", der den Schlager "Kenn´ein Land" präsentiert. Als Regisseur feiert Ernst Hofbauer seine Western-Premiere, unterstützt von Alberto Cardone, der wieder für die Action-Regie zuständig ist.



Die Hauptrolle ging erneut an Brad Harris. Als ein aus Washington beauftragter Spezialist versucht er undercover den Grund für den Bruch des Friedensabkommens seitens der Indianer herauszufinden. Joachim Hansen ist als Captain Jackson der Kommandant von Fort Eagle, Werner Peters der besitzgierige Rancher Morton. Pinkas Braun gehört zu den rücksichtslosen Handlangern Mortons und hat ein Auge auf dessen Tochter Cora geworfen, dargestellt von Helga Sommerfeld. Tony Kendall erinnert als Häuptling von der Optik her ein wenig an den edlen Winnetou und Horst Frank trägt als unerschrockener Journalist Blade Carpenter zur Aufdeckung von Mortons falschem Spiel bei.

Im März 1965 starte Constantin gleich drei Westernfilme aus eigener Produktion direkt nacheinander: Am 5.3. "Für eine Handvoll Dollar", am 19.3. "Sie nannten ihn Gringo" und genau dazwischen am 12.3. "Die schwarzen Adler von Santa Fé". Diese etwas unglückliche Veröffentlichungs-Planung war möglicherweise ein Grund dafür, dass die Erstnote der "Adler" mit 3,9 nur knapp über dem Durschnitt lag. Immerhin zeigte die Endnote 3,7 (bei 27 Meldungen) eine leichte Verbesserung.



Auszug aus einer zeitgenössischen Kritik:

"Das neue Produkt der deutsch-europäischen Westernwelle bietet eine Geschichte, die sich um psychologische Vertiefung der wichtigsten Rollen bemüht, einige logische Luftsprünge vollführt und bis zum großen Massen-Showdown Spannung mit Komik zu vereinbaren sucht. Hans Jura an der Kamera ist auf stimmungsvolle Bildwirkung bedacht. Das Darstellergespann Horst Frank und Brad Harris hat wieder die Hauptlast an rollengemäßer initiative, Schlagkraft und Kombinationsgabe, nebst der gehörigen Portion Selbstlosigkeit und Edelmut zu tragen. Beiden begegnet man hier gern wieder, denn ihre immer eine Handbreit von der zu spielenden Figur distanzierten Aktion ist präzise und locker. Joachim Hansen trägt korrekt die Uniform des US-Kavallerie-Offiziers, während Werner Peters und Pinkas Braun die Variation ihrer bekannten Bösewichter-Interpretationen bieten."

Synchronsprecher:

Brad Harris .... Heinz Engelmann
Werner Peters .. Werner Lieven
Joachim Hansen . Dietmar Schönherr
Tony Kendall ... Christian Marschall
Pinkas Braun und Horst Frank sprechen sich selbst.

Giacco Offline



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21.03.2017 15:02
#36 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

DER SCHREI DER SCHWARZEN WÖLFE

Regie: Harald Reinl - Prod.: Lisa-Film, München - Deutsche Erstaufführung: 5.10.1972 - FSK 12 - Verleih: Constantin

Darsteller: Ron Ely, Raimund Harmstorf, Gila von Weitershausen, Arthur Brauss, Carl Lange, Angelica Ott, Heinrich Schweiger, Hans Terofal, Catharina Conti, Alexander Grill, Dan van Husen, Toni Berger, Günther Clemens, Jean-Claude Hoffmann

Der Pelztierjäger Bill Robin, der einsam in der Bergwildnis Alaskas lebt, wird irrtümlich des Mordes an einem Goldsucher verdächtigt. Der Revolverheld Jack Harper lässt sich von der Schwester des Getöteten, die 3000 Dollar auf den Kopf von Bill Robin ausgesetzt hat, anheuern und begibt sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Täter.



Im Dezember 1971 strahlte das ZDF die TV-Verfilmung des Jack-London-Romans "Der Seewolf" aus. Der Vierteiler mit Raimund Harmstorf in der Titelrolle, war ein großer Publikumserfolg. Constantin-Film entschloss sich daraufhin, Jack-London-Stoffe auch auf die Kinoleinwand zu bringen. Die Produktion übernahm Karl Spiehs mit seiner Lisa-Film. Als Regisseur war Rolf Olsen vorgesehen. Nach dessen Idee schrieb Kurt Nachmann ein Drehbuch, das auf Motiven von Jack Londons Roman "Der Sohn des Wolfs" basierte. Klar war von vornherein, dass "Seewolf" Raimund Harmstorf eine Hauptrolle bekommen sollte. Ein besonderer Coup gelang Karl Spiehs mit der Verpflichtung des Amerikaners Ron Ely. Das ZDF hatte 1971 fast 50 Folgen einer US-Serie gezeigt, in der er den Dschungelhelden Tarzan verkörperte. Mit der Regie wurde letztendlich der Winnetou-Regisseur Harald Reinl beauftragt. Angeblich soll Constantin-Inhaber Barthels darauf bestanden haben. Andere Quellen behauptet, mit Olsen hätte es Unstimmigkeiten wegen der Besetzung gegeben.
Die Dreharbeiten fanden im Mai/Juni 1972 in den österreichischen Bergen statt, die als Alaska-Kulisse dienten. Gedreht wurde u.a. in St. Jakob im Defereggental. Außerdem hatte Spiehs, so erzählt es Arthur Brauss, nahe von Mittensill eine Art Westerndorf bauen lassen. Kameramann Franz X. Lederle gelang es, die grandiosen Bergkulissen optimal ins Bild zu setzen. "Cinema" meinte, die Optik des Films erinnere an die Karl-May-Epen. Die Musik von Gerhard Heinz verbreitet zwischendurch auch mal ein wenig Italowestern-Flair.



Den zu Unrecht des Mordes bezichtigten Pelztierjäger spielt Ron Ely. Raimund Harmstorf als Abenteurer und Revolverheld Jack Harper ist zunächst sein Widersacher. Gila von Weitershausen als Schwester des Ermordeten und Angelic Ott sind die Vertreterinnen der attraktiven Weiblichkeit inmitten der rauhen Männerwelt des Goldgräberdorfs, das von Arthur Brauss als Bandenchef "Tornado Kid" terrorisiert wird. Den Saloon-Chef, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist, stellt Heinrich Schweiger dar.

Der Constantin-Verleih schlug kräftig die Werbetrommel:

Zum ersten Mal zusammen in einem Film: "Tarzan" Ron Ely und "Seewolf" Raimund Harmstorf.
Zwischen hungrigen Wölfen, Glücksrittern und Galgenvögeln kämpfen sich zwei Männer durch tausend Gefahren.


Schon vor dem Kinostart veröffentlichte die Programmzeitschrift "Bild + Funk" einen Foto-Roman in 8 Folgen.

Der Film erwies sich damals als geschäftlicher Erfolg und so kündigte die Constantin für 1973 schon ein Nachfolgeprojekt an:"Jack London: Der einsame Jäger" wieder mit Ron Ely und Raimund Harmstorf. Als weitere Darsteller waren Christiane Krüger und Roberto Blanco aufgeführt. Da sich aber Ron Ely währen der Dreharbeiten zu "100 Fäuste und ein Vaterunser", der im Anschluß an die "Schwarzen Wölfe" gedreht wurde, mit Produzent Spiehs zerstritten hatte und jede weitere Zusammenarbeit mit ihm ablehnte, musste man das geplante Vorhaben aufgeben. Stattdessen drehte man mit anderer Besetzung aber wieder mit Harald Reinl als Regisseur den ebenfalls in Alaska angesiedelten Abenteuerfilm "Die Todesadler der silbernen Berge" der dann zum Kinostart den Titel "Die blutigen Geier von Alaska" erhielt. An den Erfolg des Vorgängers konnte er jedoch nicht anknüpfen.

Giacco Offline



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27.03.2017 15:17
#37 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

DIE LETZTE KUGEL TRAF DEN BESTEN

Regie: J. Romero Marchent - Prod.: P.E.A.(Rom)/ Centauro(Madrid)/ Constantin(München) - Deutsche Erstaufführung: 9.7.1965 - FSK 12
Darsteller: Rik van Nutter, Adrian Hoven, Helga Sommerfeld, Francisco Sanz, Kurt Großkurth, Gloria Milland, Raf Baldassare, Ricardo Rodriguez, Alfonso Rojas, Lorenzo Robledo



Die Bewohner des einstigen Goldgräberstädtchens Louisville machen sich auf den Weg nach Westen, denn dort gibt es fruchtbares Land, auf dem sie sich als Farmer niederlassen wollen. Das Land gehört jedoch den Komantschen, die nicht bereit sind, es herzugeben. Eine Bande von Waffenschiebern schürt die entstehenden Konflikte und versorgt die Indianer mit Gewehren und Munition. Daraufhin beauftragen die Befehlshaber im nahegelegenen "Fort Jackson" den ehemaligen Pony-Espress-Reiter Bill Hogan damit, die Siedlertrecks zu beschützen und die Waffenlieferungen an die Indianer zu stoppen. Unterstützt wird er dabei vom ehemaligen Revolverhelden "Gun" Barret. Doch der hat ein Alkoholproblem.

In der Originalfassung wird die Handlung von 3 historischen Western-Figuren bestimmt: Buffalo Bill, Wild Bill Hickok & Calamity Jane. Die deutsche Fassung, die auf 76 Minuten verkürzt wurde (Original: 92 Min.), nimmt keinerlei Bezug darauf. Das lag wohl daran, dass der Gloria-Verleih bereits im Januar 1965 den ebenfalls in deutsch-internationaler Coproduktion entstandenen Western "Das war Buffalo Bill" in die Kinos brachte. Auch die Musik wurde wieder mal teilweise ausgetauscht. Sie stammt im Original von Angelo F. Lavagnino. Für die deutsche Fassung unterlegte man Teile des Films mit Klängen, die sich deutlich an den Martin-Böttcher-Sound der Karl-May-Filme anlehnen. In den Stabangaben des Filmprogramms wird "Fred Strittmatter" als Komponist genannt. Außerdem enthält der Film nicht nur Musik, sondern auch kurze Szenen aus anderen Constantin-Western. Durch die Kürzungen, die der Verleih vornahm, wirkt der Film an einigen Stellen etwas holprig. Es gibt mehrere abrupte Szenenwechsel und Handlungsstränge, die mittendrin abgebrochen werden. Man kann der spannungsarmen Handlung nur folgen, weil sie von einem häufig eingeblendeten Off-Kommentar (teilweise von Adrian Hoven gesprochen) erläutert und zusammengefasst wird. Der große Showdown mit hohem Bodycount sorgt wenigstens für einen gelungenen Abschluß, kann den Film aber auch nicht mehr retten.



Adrian Hoven, der den versoffenen Revolverhelden spielt, drehte mit "Der Sohn von Jesse James" noch einen weiteren Western in Spanien. In der Rolle des Bill Hogan (Original: Buffalo Bill) ist Rik van Nutter zu sehen, der sich damals "Clyde Rogers" nannte. Kurt Großkurth soll die Handlung mal wieder mit ein wenig Humor auflockern, diesmal - ach wie lustig - als Siedler mit sächsischem Akzent. Wenig zu lachen hat Helga Sommerfeld, die von den Rothäuten entführt wird, was mit einer kurzen Zwischenstation am Marterpfahl verbunden ist.

Gedreht wurde 1964 in Spanien, u.a. in Colmenar Viejo und La Pedriza. Erst im Juli 1965 startete Constantin den Film mit der Ankündigung "Ein neues großes Wildwest-Abenteuer" in den Kinos. Es dauerte fast ein Jahr, bis er mit der erforderlichen Anzahl von 10 Meldungen und der Erstnote 4,1 in die Film-Echo-Erfolgsrangliste einziehen konnte. Endergebnis: 3,9 (16 Meldungen)

Giacco Offline



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05.04.2017 15:29
#38 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

DAS TAL DER TANZENDEN WITWEN

Regie: Volker Vogeler - Prod.: Albatros (München)/ Maran (München)/ Luis Megino (Madrid) - Deutsche Erstaufführung: 23.5.1975 - FSK 16 - Verleih: Filmverlag der Autoren
Darsteller: Hugo Blanco, Eduardo Fajardo, Tilo Prückner, Harry Baer, Daniel Martin, Leonie Thelen, Judy Stephen, Luis Induni, Agata Lys, Vidal Molina, Lone Fleming, Cris Huerta, George Rigaud

Nach dem Ende des Bürgerkriegs kehrt ein abgehalfterter Trupp Südstaatler zurück ins Heimatdorf. Von ihren Frauen werden die Männer eher zurückhaltend empfangen. Zwar arrangiert man eine Willkommensfeier, doch stellt sich bald heraus, dass die Frauen, die in den letzten Jahren auch allein gut zurechtgekommen sind, keine Bereitschaft zeigen, sich wieder unterzuordnen oder sich herumkommandieren zu lassen. Mit Gift und Waffengewalt setzen sie sich gegen die Männer zur Wehr.



Hier im Forum kennt man Volker Vogeler wohl vor allem als Stammautor der Krimi-Serie "Der Alte", für die er die Drehbücher zu 181 Folgen schrieb. Bereits sein erster Kinofilm "Jaider, der einsame Jäger" (1971) wurde als "ein bayerischer Heimatfilm mit Anleihen beim Italowestern" bezeichnet. Im Gewand eines Westerns kommt auch "Das Tal der tanzenden Witwen" daher. Die Story ist allerdings alles andere als westerntypisch.

Die Besetzung setzt sich überwiegend aus spanischen Schauspielern zusammen. Nur drei deutsche Darsteller sind dabei: Tilo Prückner, der nach wie vor im Geschäft ist ("Die Rentner-Cops", Kommissarin Lucas"), Harry Baer, der bei der Fernsehausstrahlung von Fassbinders "Wildwechsel" 1973 Aufsehen erregte, weil sein bestes Stück in Großaufnahme präsentiert wurde. Und Leonie Thelen, die in der etwas anderen Krimi-Serie "Lobster" die Tochter des Titelhelden spielte. Ein Wiedersehen gibt es mit dem Spanier Daniel Martin, der zehn Jahre vorher als "Der letzte Mohikaner" in Deutschland bekannt wurde. Angeblich gehörte zu den Mitwirkenden auch die Schwedin Anita Ekberg. Alle Szenen mit ihr wurden jedoch - warum auch immer - aus dem Film entfernt. Mit Eduardo Fajardo, Hugo Blanco, Vidal Molina, Luis Induni standen populäre Stars aus der glorreichen Zeit der Italowestern vor der Kamera.

Gedreht wurde in Spanien in den Westernkulissen des "Filmstudio Madrid 70". An der Produktion beteiligt waren die Münchener Albatros (Michael Fengler), Maran-Film (im Auftrag des Süddeutschen Rundfunks) und von spanischer Seite Luis Megino. Den Verleih übernahm der noch junge "Filmverlag der Autoren", an dessen Gründung Michael Fengler und Volker Vogeler beteiligt waren. Mit einer Laufzeit von 84 Minuten ist die deutsche Fassung kürzer als die spanische (93 Min.). Auf dem Kinoplakat bewarb man "Das Tal der tanzenden Witwen" als "eine Filmidylle mit Arsen". Nach der Kinoauswertung wurde der Film am 6.9.1976 im Programm der ARD ausgestrahlt.

Tarzan Offline



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06.05.2017 14:40
#39 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

Wilder Westen made in Germany

Im Sommer 2017 werden aus Rauchzeichen endlich Buchstaben: Die Erzählung der deutschen Westernfilmgeschichte, „Wilder Westen made in Germany“, kommt in die Book Stores. Der Lesestoff über die lange Tradition deutscher Wildwester von der Stummfilmzeit über die klassischen Karl-May-Western bis hin zum RTL-Winnetou. Alles Wissenswerte über die Produktion der Filme, ihre Protagonisten und den Erfolg des Genres.
Autor Reiner Boller kennt sich dank jahrelanger Fährtensuche in den Jagdgründen des deutschen Westerns bestens aus, hat falsche und echte Indianer, Greenhorns und richtige Cowboys, die Guten und die Bösen, Squaws und Saloon-Schönheiten getroffen, und auf dem langen Ritt manches Geheimnis aufgespürt.
Die Lagerfeuer-Lektüre für Bleichgesichter und Rothäute wird viel Neues vom deutschen Präriezauber liefern. Dazu erhielt der Autor ganz besonderen Geleitschutz von Rialto-Film, die einst die berühmte Winnetou-Reihe mit Lex Barker und Pierre Brice produzierte, sowie von Rat Pack, die sich für die aktuelle Rückkehr von Old Shatterhand und Winnetou mit Wotan W. Möhring und Nik Xhelilaj auf dem Fernsehbildschirm verantwortlich zeichnete.

http://muehlbeyer-verlag.de/vorschaudeta...in-germany.html

Giacco Offline



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08.05.2017 14:42
#40 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

TAL DER HOFFNUNG

Regie: Alfonso Balcazar - Prod.: Balcazar (Spanien)/International Germania (Deutschland)/ Luna (Italien)
Erstaufführung: 2.2.1967 (Italien)
Musik: Nora Orlandi
Darsteller: George Martin, Marianne Koch, Gerhard Riedmann, Pinkas Braun, Walter Barnes, Fernando Sancho, Paolo Gozlino, Renato Baldini, Miguel de la Riva

Der ehemalige Revolverheld Clint Harrison kehrt nach jahrelanger Abwesenheit zu seiner Familie zurück, um mit seiner Frau einen Neuanfang zu versuchen und mit ihr den gemeinsamen Sohn großzuziehen. Seiner Frau muss er das Versprechen geben, keine Waffe mehr anzurühren. Doch seine guten Vorsätze scheitern an den Gegebenheiten, denn er wird in den Konflikt zwischen dem mächtigen Großgrundbesitzer Shannon und den Farmern im Tal verwickelt und muss sich irgendwann zur Wehr setzen.



Der handwerklich solide Film wurde mit Präzision inszeniert und lehnt sich eng an den traditionellen US-Western an, wobei das in die Handlung eingeflochtene Familiendrama ebenfalls nach klassischen Mustern verläuft und auf die üblichen sentimentalen Momente nicht verzichtet.
Die Hauptrolle spielt der Spanier George Martin, mit dem die Produktionsfirma Balcazar häufig zusammenarbeitete. Synchronisiert wurde er hier von Hansjörg Felmy. Durch die Beteiligung der Kölner "International Germania" enthält die Besetzungsliste auch die Namen von 3 deutschsprachigen Darstellern. Neben Marianne Koch, die als Julie Harrison von ihrem Mann verlangt, auf den Gebrauch seiner Waffe zu verzichten, ist Pinkas Braun als hinkender Schurke zu sehen, der zum berüchtigten Shannon-Clan gehört. Seinen Western-Einstand gibt der Österreicher Gerhard Riedmann (unteres Foto), der in den 1950er Jahren der Star vieler Heimat- und Operettenfilme war. Als rechtschaffener Farmer und Nachbar bringt er Julie Harrison mehr als freundschaftliche Gefühle entgegen. Den mit Willkür herrschenden Grundbesitzer spielt der aus mehreren Karl-May-Filmen bekannte Amerikaner Walter Barnes. Fernando Sancho steht als hinterhältiger Galgenvogel in dessen Diensten.



Gedreht wurde 1966 in Spanien, überwiegend in den Aragon-Pyrenäen, deren Landschaften mit den teilweise verschneiten Bergkuppen im Hintergrund von der Kamera eindrucksvoll eingefangen wurden. Bereits am 2.2.1967 erfolgte der Kinostart in Italien. In Spanien, wo er auch 1967 herauskam, (Orig.-Titel: "Clint el Solitario") zählte man fast 1,5 Mio. Besucher. In Deutschland dagegen kam der Film nie in die Kinos. Selbst in der Fachzeitschrift "Film-Echo" ist nichts über ihn zu erfahren. Es gibt weder Berichte von den Dreharbeiten, Fotos oder sonst etwas. Der Film wurde damals zwar synchronisiert und soll mit dem Titel "Ein Mann kommt zurück" angekündigt worden sein, doch erst 1990 erfolgte eine Fernsehausstrahlung als "Tal der Hoffnung" beim Sender PRO7.

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