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Dieses Thema hat 37 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Giacco Offline



Beiträge: 1.399

22.01.2017 17:25
#16 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

Mit dem Urteilsvermögen mancher Kritiker ist das ja ohnehin immer so eine Sache. Ich kenne zwar den "Buffalo-Bill" nicht, habe aber einige andere Filme mit Gordon Scott in der Hauptrolle gesehen, in denen er durchaus überzeugende Leistungen brachte und zusätzlich mit seiner Leinwand-Präsenz und seiner Ausstrahlung punkten konnte. Und darauf kommt es bei den Helden von Action- und Abenteuerfilmen ja in erster Linie an.

patrick Offline




Beiträge: 2.681

22.01.2017 21:39
#17 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #16
Mit dem Urteilsvermögen mancher Kritiker ist das ja ohnehin immer so eine Sache. Ich kenne zwar den "Buffalo-Bill" nicht, habe aber einige andere Filme mit Gordon Scott in der Hauptrolle gesehen, in denen er durchaus überzeugende Leistungen brachte und zusätzlich mit seiner Leinwand-Präsenz und seiner Ausstrahlung punkten konnte. Und darauf kommt es bei den Helden von Action- und Abenteuerfilmen ja in erster Linie an.


Da kann ich übrigens auch "The Tramplers" empfehlen. Scotts zweiter und letzter Western. Ist zwar ein Italo-Western, hat aber nicht deren Merkmale, sondern orientiert sich an den amerikanischen Vorbildern. Ist ein sehr guter Film, in dem auch Joseph Cotten mitspielt.

Giacco Offline



Beiträge: 1.399

23.01.2017 14:37
#18 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

DER LETZTE MOHIKANER (1965)

R: Harald Reinl - Prod.: International Germania/Balcazar/Associate - Kamera: Ernst Kalinke - Verleih: Constantin
Darsteller:
Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Daniel Martin, Anthony Steffen, Ricardo Rodriguez, Carl Lange, Stelio Candelli, Kurt Großkurth, Paca Gabaldon

Unterstützt von weißen Banditen überfällt der Irokesen-Häuptling Magua den Stamm der Mohikaner. Nur Unkas, der Sohn des Chingachgook, überlebt das Massaker. Dieser macht sich nun auf, um Rache zu nehmen, wobei ihm sein weißer Blutsbruder Falkenauge zur Seite steht. Währenddessen überfallen Magua und die Banditen einen Armee-Transport, der mit Gold und Munition unterwegs ist. Ein Teil der Soldaten kann sich jedoch mit dem Gold in einem nahegelegenen Fort verschanzen, das von Colonel Munroe befehligt wird. Doch dann gelingt es Magua, Munroes Tochter Cora in seine Gewalt zu bringen.



Hier handelt es sich um einen ebenso spannenden wie aufwändigen Hochglanz-Abenteuerfilm in bester Karl-May-Tradition. Nur heißt der rothäutige Held in diesem Fall nicht Winnetou sondern Unkas. Und sein weißer Bruder ist nicht Old Shatterhand, sondern wird Falkenauge genannt. Außerdem wurden die Landschaften Jugoslawiens durch ebenso interessante spanische Schauplätze ersetzt.
Der Film beruht auf den Lederstrumpf-Erzählungen von J.F. Cooper, wobei sich die Handlung schon ein wenig von der literarischen Vorlage entfernt. In der Titelrolle ist Dan Martin zu sehen, der gleichzeitig mit einem anderen Western ("Sie nannten ihn Gringo"), der 4 Wochen vorher startete, in den deutschen Kinos vertreten war. "Falkenauge", der wie eine jüngere Ausgabe von Old Shatterhand daher kommt, wird dargestellt von Anthony Steffen, der schon bald zum Italowestern-Star avancierte. Mit Blacky Fuchsberger als Captain Hayward, Karin Dor als Cora und Carl Lange als Colonel Munroe, konnte man dem Publikum gleich drei populäre Leinwandstars präsentieren. Daneben sorgt der Film-Komiker Kurt Großkurth für überflüssige, aber damals wohl unvermeidliche Humor-Tupfer. Für den Part des Bösewichts Magua, erwies sich Ricardo Rodriguez als ausgezeichnete Wahl. Und auch Stelio Candelli überzeugt als Anführer der Banditen.



Im Auftrag der Constantin wurde der Film von der "International Germania" als Coproduktion mit Spanien und Italien hergestellt. Die Dreharbeiten fanden im Spätherbst 1964 in Spanien statt, überwiegend in Almeria. Während der Vorbereitungszeit waren u.a. noch Darsteller wie Götz George, Loni von Friedl, Herbert Lom und Harald Juhnke im Gespräch. Für die Musik hatte man den Karl-May-Experten Martin Böttcher eingeplant, der aber so beschäftigt war, dass man Peter Thomas damit beauftragte. Die Musik der internationalen Fassung stammt von Francesco de Masi.
Constantin startete den Film, der eine FSK-Freigabe ab 12 erhielt, zu Ostern 1965.Geschäftlich erwies er sich als Erfolg. Die Besucherzahlen blieben zwar hinter denen der Karl-May-Filme zurück (Erstnote: 2,9), doch die Endnote (3,1 bei 41 Meldungen) deutet darauf hin, dass alle Beteiligten zufrieden gewesen sein dürften.

Synchron-Sprecher:
Daniel Martin ... Thomas Eckelmann
Anthony Steffen .. Horst Niendorf
Carl Lange ....... Curt Ackermann
Ricardo Rodriguez .. Gerd Duwner
Fuchsberger und Dor sprechen sich selbst.

TV-1967 Offline



Beiträge: 344

25.01.2017 13:14
#19 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

Der letzte Mohikaner ist einer der besten Deutschen Western! Ein echter HARALD REINL! Zeitgleich wurde auch noch eine Spanisch/Italienische Version ebenfalls wieder
mit Dan Martin als Unkas sowie Paul Muller, Jack Taylor, Sara Lezana, Jose Marco gedreht. Komponiert wurde die Filmmusik von Bruno Canfora und Regie führte Mateo Cano.
Diesmal spielt aber die Handlung in den fünfziger Jahren des 18. Jahrhunderts. Eine der letzten Ausstrahlungen war vor 6 Jahren im MDR.

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.325

27.01.2017 22:45
#20 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

Filmjuwelen haben die Lizenz für MOHIKANER und werden wohl nur eine DVD bringen. GErade bei dem Film wäre eine Blu-ray toll.

DanielL Offline




Beiträge: 3.691

28.01.2017 22:12
#21 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

Zitat von eastmancolor im Beitrag #20
Filmjuwelen haben die Lizenz für MOHIKANER und werden wohl nur eine DVD bringen. GErade bei dem Film wäre eine Blu-ray toll.


In dem Fall dann aber wohl "ohne Not", denn die Koch-DVD ist erste Sahne!

Gruß,
Daniel

Giacco Offline



Beiträge: 1.399

31.01.2017 13:22
#22 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

Samson und der Schatz der Inkas
R: Piero Pierotti - Prod.: Constantin (München)/Romana (Rom)in Zusammenarbeit mit Ulysse (Paris) - FSK: 12 -V: Constantin - Musik: A.F. Lavagnino - Deutsche Erstaufführung: 1.2.1966
Darsteller:
Alan Steel, Toni Sailer, Mario Petri, Brigitte Heiberg, Wolfgang Lukschy, Harry Riebauer, Pierre Cressoy, Dada Gallotti, Federico Boido

In einem kleinen Westernstädtchen gilt der Saloon-Besitzer Jerry Damon als ehrenwerter Mann, ist in Wahrheit aber in dunkle Machenschaften verstrickt. Einen Mord, den er selbst in Auftrag gegeben hat, versucht er dem jungen Alan Fox in die Schuhe zu schieben, der daraufhin vom Sheriff in Gewahrsam genommen wird. Damons Leute stacheln den Pöbel zur Lynchjustiz auf, setzen den Sheriff außer Gefecht und wollen Alan hängen. Doch in letzter Sekunde kann dessen Freund Sandy das verhindern.
Im weiteren Verlauf des Films, dessen Handlung in Nordamerika spielt, kommen plötzlich die südamerikanischen Inkas ins Spiel, deren unterirdisches Höhlenlabyrinth am Ende in Schutt und Asche fällt.



Hier wurde versucht, das Western-Genre mit Elementen des mythologischen Kostümfilms zu verbinden. Diese abstruse Melange macht den ohnehin schwachen Film völlig ungenießbar. Der überwiegende Teil des Films, der im Westernmilieu spielt, ist zwar alles andere als aufregend, aber immerhin noch ansehbar. Pierottis Inszenierung ist schlicht und hausbacken und erweist sich streckenweise als fantasielose Aneinanderreihung einzelner Szenen. Sorgt die simple und spannungsarme Story schon dafür, dass sich Langeweile breit macht, so ist der Rest des Films einfach nur noch Trash: kitschig bunt, naiv und unfreiwillig komisch.
Auch die schauspielerischen Leistungen sind eher dürftig. Titelheld Samson wird vom italienischen Muskelmann Alan Steel (Sergio Ciani) dargestellt,der schon in einigen Sandalenfilmen als Herkules oder Maciste zu sehen war. Dass seine mimischen Fähigkeiten limitiert sind, versucht er mit seiner Körperkraft zu überspielen. Ski-As Toni Sailer wirkt in seiner Rolle als unter Mordverdacht stehender Alan Fox oft ein bisschen überfordert, was auch für Harry Riebauer gilt, der den Sheriff spielt. Vielleicht hatten beide aber auch nur Verständigungsschwierigkeiten mit dem italienischen Regisseur. Selbst die Schurken und Bösewichte liefern hier nicht mehr als Routine ab. Das gilt für den Italiener Mario Petri ebenso wie für unseren Wolfgang Lukschy, der als Bandit auf den schönen Namen "El Puma" hört. Die Dänin Brigitte Heiberg, die 1961 Zweite bei der Wahl der "Miss Norden" wurde, hat hier ihren ersten Leinwandauftritt. Insgesamt stand sie nur viermal vor der Filmkamera.



Der Film, der in den italienischen Elios-Studios gedreht wurde,entstand bereits 1964. Während er in Italien gleich nach der Fertigstellung im Oktober`64 und in Frankreich im Mai 1965 in die Kinos kam, verschob die Constantin-Film den deutschen Start auf den 1. Februar 1966. Als "Ein Film-Abenteuer voll Spannung und Sensation" wurde der Streifen damals vollmundig angepriesen. Mit insgesamt nur 8 Meldungen bis einschließlich Oktober 1966 schaffte er keine Notierung in der Erfolgsrangliste. Anschließend dürfte er wohl nur noch für Jugendvorstellungen eingesetzt worden sein.



Eine zeitgenössische Kritik (Februar 1966):

"Irgendjemand muß kalkuliert haben: Westernfilme sind beliebt, Muskelprotz-Filme im Fantasy-Milieu haben ihr Publikum. Wie gut muß es da erst einem Wildwestfilm mit Menschenopfer-Mystik gehen.
Das voraussehbare Ergebnis: Man setzte sich mit der Mischung aus Coltknallerei und Götterbeschwörung zwischen zwei Stühle. Keiner der Schauplätze und keine Parallelhandlungen erwecken sonderliches Interesse. Das liegt nicht allein an der dramaturgischen Fehlkonstruktion, sondern auch am Unvermögen des Regisseurs Piero Pierotti. Es reicht bei ihm nicht einmal zu einer glaubhaften Keilerei."


Der Film erschien 2015 auf DVD (Film-Juwelen). Es handelt sich hierbei jedoch um die gekürzte Defa-Fassung, die nicht das richtige Bildformat hat und auch nicht die Originalmusik enthält.

TV-1967 Offline



Beiträge: 344

01.02.2017 21:38
#23 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

VERGELTUNG IN CATANO (Deutschland/Spanien 1965) Regie: Mark Stevens und Jaime Jesus Balcazar. Musik: Michele Auzepy. Kamera: Francisco Marin. Buch: Irving Dennis,
Alfonso Balcazar, Jose Antonio de la Loma, Mark Stevens und Warren Kiefer. Besetzung: Mark Stevens, Mario Adorf, Marianne Koch, Albert Bessler, Francisco Oliveras,
Antonio Iranzo. Länge: 87 Minuten. Produktion: Alfonso Balcazar und Ronald Rietti.

Handlung: Man nehme die Story von 12 Uhr Mittags, dann hat man die Handlung. Marianne Koch spielt eine Lady namens Anna-Lisa Schmidt. Interessant
die Mitwirkung von ALBERT BESSLER und vor allem von MARIO ADORF!

Hinweis: Mark Stevens spielte bereits auch zusammen mit Marianne Koch in dem CCC-Film "Der Fall X7O1" die Hauptrolle. Einer der Co-Produzenten war ebenfalls Ronald
Rietti. Auch war Albert Bessler darin zu sehen.

Interessant auf jeden Fall für eine Veröffentlichung auf DVD.

Giacco Offline



Beiträge: 1.399

02.02.2017 12:19
#24 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

Zitat von TV-1967 im Beitrag #23
VERGELTUNG IN CATANO

Interessant auf jeden Fall für eine Veröffentlichung auf DVD.




Ich kenne den Film zwar nicht, aber was ich bisher darüber gehört oder gelesen habe, war alles andere als positiv. Er ist nach der Kino-Auswertung (Start: 22.10.1965) bei uns nicht mehr gezeigt worden und auch nicht auf VHS erschienen. Mit nur 12 Meldungen schaffte er damals knapp den Sprung in die Film-Echo-Erfolgsrangliste. Dort belegt er allerdings mit der Note 5,7 den letzten (!) Platz.
Hauptdarsteller Mark Stevens ist meiner Meinung nach ein sehr farbloser Schauspieler und von der Mitwirkung Albert Besslers sollte man sich nicht zuviel versprechen. In dem erwähnten Film "Der Fall X 701" (ein furchtbar ödes Teil, für das Artur Brauner nicht mal einen deutschen Verleih fand) hatte er auch nicht viel mehr als eine Statistenrolle.

Aus einer zeitgenössischen Kritik (November 1965):

Abgesehen davon, dass das Publikum von einem derart negativen Helden die Nase allmählich voll hat, verwechseln hier Regie und Hauptdarsteller obendrein Understatement und Langeweile. Der Film ist nämlich trotz der erschröcklichen Blutbaderei und Leichenwürgerei gegen Ende von vorn bis hinten langweilig. Mark Stevens Interpretation der Hauptrolle ist maniriert, Mario Adorf als sein Gegenspieler und Gangster ist aufgesetzt und spielt wie eine Puppe, Marianne Koch ist larmoyant und sentimental. Und die Grabszene mit dem Vater-Unser-Pastor ist ebenso peinlich wie das ganze religiös getarnte Beiwerk bigott ist."

Im Netz findet man übrigens einen 11-minütigen Auschnitt einer spanischen Fassung, der das besagte Ende des Films zeigt.

TV-1967 Offline



Beiträge: 344

05.02.2017 21:45
#25 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

Trotzdem allemal interessant für eine Veröffentlichlung! Wenn man bedenkt was es in dieser Hinsicht schon gab...

Giacco Offline



Beiträge: 1.399

06.02.2017 14:55
#26 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

DUELL VOR SONNENUNTERGANG

R: Leopold Lahola - Prod.: Corona (München), Eichberg (München) in Zusammenarbeit mit Italien & Jugoslawien - FSK: 12 - V.: Gloria - Deutsche Erstaufführung: 17.9.1965
Darsteller:
Peter van Eyck, Mario Girotti, Wolfgang Kieling, Carole Gray, Walter Barnes, Giacomo Rossi-Stuart, Todd Martin, Carl Lange, Jan Hendriks, Kurt Heintel, Klaus Dahlen, Demeter Bitenc

"Junger Heißsporn, der immer nur im Schatten seines älteren Bruders steht, wird aus Geltungssucht zum Gangster und fordert seinen Bruder zum Zweikampf." (Lexikon des intern. Films)



Mit "Duell vor Sonnenuntergang" lieferte der slowakische Regisseur Leopold Lahola, der auch am Drehbuch mitarbeitete, einen etwas eigenwilligen Western ab, der insgesamt nicht zu überzeugen vermag. Hauptdarsteller Peter van Eyck scheint sich in seiner Rolle (und vor allem in den ihm zugeteilten schlecht sitzenden Western-Kostümen) eher unwohl gefühlt zu haben. Außerdem spielt van Eyck (Jg. 1913) den Sohn von Walter Barnes (Jg. 1918) und den Bruder von Mario Girotti (Jg. 1939). Auch Jan Hendriks und Wolfgang Kieling wirken irgendwie deplatziert. Klaus Dahlen nervt einfach nur. Glaubwürdig in der Cowboy-Rolle ist dagegen der westernerprobte Italiener Giacomo Rossi-Stuart, der allerdings schon innerhalb der ersten Viertelstunde ins Gras beißt. Auch der amerikanische Schauspieler Todd Martin macht als "Smoky Jim" keine schlechte Figur. Aber Drehbuch und Regie lassen ihn meistens im Stich. Bei Mario Girotti - als aufbrausender jüngerer Bruder, der zum Killer mutiert - wird anfangs der Eindruck erweckt, dass er eine Hauptrolle hat. Dann verschwindet er jedoch überraschend und taucht erst in den letzten Minuten des Films wieder auf. Ohnehin ist die Handlung arg zusammengewürfelt und Jaholas schwerfälliger Inszenierungsstil sorgt ab und an schon mal für gepflegte Langeweile.



Die Dreharbeiten fanden im Sommer 1965 in Jugoslawien statt. Mario Girotti stand dort kurz vorher noch für die Karl-May-Verfilmung "Der Ölprinz" unter der Regie von Harald Philipp vor der Kamera. Der Gloria-Verleih brachte "Duell vor Sonnenuntergang" im September 1965 in die Kinos. Doch erst im Mai 1966 tauchte er in der Film-Echo-Rangliste auf, abgestraft mit der Erstnote 5,2. Mit insgesamt nur 17 Meldungen und der Endnote 5,1 landete er abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze.
Mitte der 1970er Jahre - als Mario Girotti unter dem Namen TERENCE HILL ein bekannter Star war - brachte der Knipp-Verleih den Film mit dem Titel "Blaue Augen - schneller Colt" als Wiederaufführung in die Lichtspielhäuser.

Synchron-Sprecher:

Mario Girotti ... Thomas Danneberg
Todd Martin ..... Jürgen Thormann
G. Rossi-Stuart .. Gert Günther Hoffmann
Demeter Bitenc ... Arnold Marquis
Carl Lange ....... Curt Ackermann
Carole Gray ...... Uta Hallant

Giacco Offline



Beiträge: 1.399

12.02.2017 14:57
#27 RE: Krautwestern - Sichtungen abseits der Pfade Karl Mays Zitat · antworten

FRAUEN, DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN

Ein Parnass-Farbfilm der Danubia (Wien) - Danny (Rom) - L.M. (Madrid) - Regie: Rudolf Zehetgruber
Deutsche Erstaufführung: 1.11.1968 - FSK: 16
Darsteller: Anne Baxter, Maria Perschy, Christa Linder, Gustavo Rojo, Adriana Ambesi, Rossella Como, Maria Mahor, Ferdinand Hillbeck

Ein Siedlertreck, der nach Fort Lafayette unterwegs ist, wird von Indianern überfallen. Nur sieben Frauen überleben den Angriff. Für sie beginnt ein Marsch durch die Hölle. Verfolgt von den Indianern versuchen sie, zufuß das 250 Meilen entfernte Fort zu erreichen. Dort wird bald der angekündigte Treck vermisst. Der erfahrene Scout Gus macht sich mit ein paar Soldaten auf die Suche. Doch gegen die Übermacht der Indianer können sie nicht viel ausrichten.



Es gibt nicht viele Western, in denen Frauen die Hauptrollen spielen. Insofern ist dieser schon etwas ungewöhnlich. Durchgehend solide inszeniert folgt er amerikanischen Vorbildern. Sieht man über ein paar Unglaubwürdigkeiten hinweg, bietet er kurzweilige Unterhaltung. Die Darstellung der Indianer entspricht hier allerdings damaligen Klischeevorstellungen, wie man sie aus Kinderbüchern kennt. Dazu passt, dass man den Häuptling "Weiße Wolke" nannte. Was die 7 Protagonistinnen anbelangt, so werden ihre Charakterlichen Unterschiede ausreichend herausgearbeitet, ebenso ihre - durch die Extremsituation bedingte - weitere Entwicklung. Zwischen den zahlreichen Actionszenen nimmt sich der Film auch mal Zeit für leisere Momente. Durch die abwechslungsreiche Story, die immer wieder neue Wendungen bereit hält und durch die ordentlichen schauspielerischen Leistungen hat der Film insgesamt mehr zu bieten, als man zunächst erwarten mag.
Angeführt werden die Frauen von der resoluten Mary Ann, einer ehemaligen Lehrerin aus Philadelphia. Sie wird dargestellt von der amerikanischen Oscar-Preisträgerin Anne Baxter, deren Karriere in den USA damals stagnierte. Die einzige bedeutende männliche Rolle übernahm Gustavo Rojo. Als Scout Gus wird er jedoch im Kampf mit den Indianern schwer verletzt und ist für den Rest des Films auf die Hilfe und Unterstützung der Frauen angewiesen, so dass diese auch weiterhin auf sich allein gestellt sind. Dabei kann man ihre im Lauf der Handlung zunehmende "Verrohung" beobachten, die der ständige Kampf ums nackte Überleben mit sich bringt.



Theo Maria Werner, Chef der Parnass-Produktion, wählte als Regisseur den Österreicher Rudolf Zehetgruber aus, den er zuvor schon mit der Inszenierung eines Kommissar-X-Films betraut hatte. Außerdem waren die Schauspielerinnen Maria Perschy und Christa Linder dabei, mit denen er damals bevorzugt zusammenarbeitete. Die Gesamtleitung übernahm der Amerikaner Sidney W. Pink, der auch an der Regie beteiligt gewesen sein soll. Die Dreharbeiten fanden im März/April 1966 in Spanien, größtenteils in Almeria statt.
Der deutsche Kino-Start durch den Rank-Verleih war für den 30.9.66 geplant. Bereits im Vorfeld wurde der Film beworben und auch die Berichterstattung in der einschlägigen Presse sorgte für Aufmerksamkeit. Kinoplakate und Filmprogramm (IFB) waren längst gedruckt. Noch in der Film-Echo-Ausgabe vom 21.9. wurde der Film in der aktuellen "Startliste" aufgeführt. Doch aus unbekannten Gründen zog "Rank" ihn kurzfristig zurück. Die Kinoauswertung erfolgte dann erst zwei Jahre später durch den kleinen Verleih "Onyx", der natürlich nicht die Möglichkeit hatte, den Film im großen Stil zu vermarkten. Außerdem wurde der Titel auf "Die durch die Hölle gehen" verkürzt.

DanielL Offline




Beiträge: 3.691

18.02.2017 23:49
#28 Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

Freut mich, dass das Thema so eingeschlagen ist. Bei mir geht's jetzt erst weiter mit der zweiten Besprechung.

DER LETZTE RITT NACH SANTA CRUZ (EA: März 1964)
Regie: Rolf Olsen / Produktion: Karl Spiehs, Wiener Stadthalle / Verleih: Constantin Film


Seit 1961 hatte die österreichische Betreibergesellschaft der Wiener Stadthalle zu einem bunten Filmproduktionstreiben angesetzt. Ihr Herstellungsleiter Karl Spiehs, später Kopf der ebenso umtriebigen Produktionsfirmen „Intercontinental Fimproduktion“ und „Lisa-Film“, war zuvor als Promoter von Schlagerevuen zu einigen Erfolgen gekommen. So waren die ersten Filmproduktionen der Wiener Stadthalle auch Schlagerfilme und Lustspiele. In den kommenden Jahren ließ man allerdings kaum ein Genre aus.

1963 war DER LETZTE RITT NACH SANTA CRUZ eine der ersten Produktionen, mit denen man völlig neues Terrain betrat. Und das kam so: Spiehs und sein befreundeter Regisseur Rolf Olsen stellten 1963 UNSERE TOLLEN TANTEN IN DER SÜDEE her. Da eine Südseeinsel als Drehort allerdings zu kostspielig gewesen wäre, wählte Spiehs die kanarischen Inseln als nächstmögliche Location. Auf Gran Canaria fiel Spiehs und Olsen auf, dass die Dünen von Maspalomas und die Täler im Inselinneren auch eine hervorragende Location für einen Western bieten würden.

Erfolgreich konnten sie ihre Idee beim Constantin Filmverleih vorbringen und so kam es gleich im Spätherbst 1963 zur nächsten Produktion der beiden auf Gran Canaria. Spiehs schreibt später im Band „Die Supernase – Karl Spiehs und seine Filme“, er habe 26 Pferde eigens nach Gran Canaria einschiffen lassen, „da er auf der Insel keinen einzigen Gaul gefunden“ habe. In selbigem gibt er allerdings auch an, Rolf Olsen habe das Drehbuch noch während der Dreharbeiten der TANTEN IN DER SÜDSEE geschrieben. Vielmehr schrieb allerdings Herbert Reinecker nach Motiven des amerikanischen Erzählers Charles Sealsfield das Buch.

Zum Inhalt: Der Bandit Pedro Ortiz (Mario Adorf) kommt aus dem Gefängnis frei und macht sich mit den beiden skrupellosen Handlangern José (Klaus Kinski) und Fernando (Sieghard Rupp) auf den Weg zur Silbermine Santa Cruz, wo er die Beute seines letzten Raubzugs versteckt hat. Doch vorher will er sich an Rex Kelly (Edmund Purdom) rächen, der ihn einst hinter Gitter gebracht hat.

Kommt auch DER LETZTE RITT NACH SANTA CRUZ nicht ganz ohne Längen aus, so kann er doch eine ganze Reihe Besonderheiten für sich reklamieren, die ihn sehr sehenswert machen. So entstand der Film noch vor Sergio Leones Italo-Western Initialzündung FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR und er nimmt der kommenden Welle zweifelsohne einiges vorweg.

Spiehs engagierte den bei Winnetou als Schurke etablierten Mario Adorf als Anführer der Bösewichter. Ansonsten spielten jedoch mit Klaus Kinski, Marianne Koch, Marisa Mell, Thomas Fritsch, Sieghardt Rupp und Walter Giller viele Schauspieler ihren ersten Western und nicht wenige von ihnen sollten darin noch zu großem Ruhm kommen. Lediglich der Brite Edmund Purdom hatte neben Adorf schon ein wenig „Staub gefressen“.

Mario Adorf hat während des Films immer wieder die Tendenz zum Antihelden. Figuren, die Rolf Olsen wohl Spaß machten, denn er sollte dies im deutschen Kino später mit Filmen wie BLUTIGER FREITAG auf die Spitze treiben. Überhaupt war es Olsens Befreiung vom Komödienfach. Hier legte er die Grundlage für seine ganz anders gelagerte „Pulp“-Karriere.

Auch die Bilder, die Karl Löb auf der Insel einfängt, und die Härte, die Olsen zeigt, weisen aus heutiger Sicht eher auf den Italo-Western hin, als dass man sie mit den romantischen Winnetou-Aufnahmen aus Jugoslawien verwechseln könnte. Die Musik von Erwin Halletz und Charly Niessen positioniert sich ganz gut zwischen diesen beiden Stühlen.

Ein filmhistorisch eher unterschätzter Beitrag zum Western, da er zurecht als interessantes Bindeglied zwischen Karl May und dem Italo-Western gehandelt werden darf. Kinski und Kollegen empfehlen sich für größere Aufgaben im Genre. 4/5 Punkten scheinen unter Einberechnung einiger Innovations-Pluspunkte für vertretbar. Ohne die Einordnung würde ich über einen Punkt weniger nachdenken.

Es war einer meiner seltenen Spontankäufe auf einer Börse: Die ungeprüfte „Special Uncut Edition“ von Eyecatcher Movies in kleiner Hartbox. Und direkt wurde ich bitter bestraft: Bis heute genießt die DVD in meiner Sammlung den zweifelhaften Ruhm, zu den wohl schlechtesten DVD-Umsetzungen zu gehören, die mir jemals untergekommen sind. Den Hauptfilm hat man von einer verwaschenen VHS-Videokassette digitalisiert und so schaut man den Film wie durch eine versiffte Fensterscheibe hindurch an. Finger weg! Mittlerweile gibt es ein Update von Filmjuwelen. Doch hat mich bisher am Neukauf gehindert, dass auch diese (zweifelsohne wesentlich bessere) Fassung noch weiter entfernt von einer perfekten Veröffentlichung sein soll. Nach allem was ich gehört habe: Falsches Bildformat, was gerade bei einem Western furchtbar ist.

Gruß,
Daniel

DanielL Offline




Beiträge: 3.691

20.02.2017 20:08
#29 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

DER LETZTE MOHIKANER (EA: April 1965)
Regie: Harald Reinl / Produktion: Alfons Carcasona, International Germania Film / Verleih: Constantin Film



"Wer Edgar Wallace liebt wird auch von Weinert-Wilton begeistert sein" hieß es einst, als der Constantin Filmverleih auch Filme des deutschen Kriminalautoren nach Wallace-Rezept auf die Leinwand brachte. Bei DER LETZTE MOHIKANER hätte man gut und gerne "Wer Karl May liebt wird auch von James Fenimore Cooper begeistert sein" sagen können, da die Produzenten den Originalstoff mit ähnlich schielendem Blick adaptierten. Die Rechte an den prominenten Lederstrumpf-Verfilmungen sicherte man sich allerdings bereits nach dem Erfolg von DER SCHATZ IM SILBERSEE, aber noch vor Reinls Karl-May-Fortsetzungen. Mehrfach mit verschiedenen Schauspielern (u.a. Götz George, Harald Juhnke, Herbert Lom) angekündigt, aber stets mit der Regie von Harald Reinl benannt, verschob sich das Projekt bis zum tatsächlichen Drehbeginn im Herbst 1964.

Alfons Carcasona und seine "International Germania Film" waren auf das Produktionsgeschäft mit spanischen Partnern spezialisiert. Im Herbst 1964 war man voll auf der Western-Welle: Beim federführend in Spanien geleiteten DIE GEJAGTEN DER SIERRA NEVADA war man Co-Produktionspartner. Bei SIE NANNTEN IHN GRINGO (Hier kam George zum Einsatz) setzte man mit Herstellungsleiter Heinz Willig und spanischen Co-Partnern um. Für DER LETZTE MOHIKANER fiel nach den Studioaufnahmen in den CCC-Studios so die Klappe der Außenaufnahmen in Südspanien.

Mit Harald Reinl hatte man bei der IGF bereits bei erwähnten Weinert-Wilton-Verfilmungen zu tun gehabt (DER TEPPICH DES GRAUENS). Mit Constantin und Reinl an Board konnte Carcasona für das Großprojekt auf die Topstars Joachim Fuchsberger und Karin Dor setzen. Fuchsberger als Yankee Hauptmann, Karin Dor als Tochter des Colonels - das brachte eine neue Farbe in die Western-Klaviatur. Neben Carl Lange - besagter väterlicher Colonel - stehen ansonsten viele Spanier auf der Besetzungsliste: Marie France als ebenfalls bedrohte Dame, Stelio Candelli als Fiesling und dann, ja dann sind da ja auch noch Mohikaner Uncas und sein Freund Falkenauge, vertreten durch Dan Martin und Anthony Steffens.

Angesichts der literarischen Vorlage keine unwichtigen Rollen, auch wenn Autor Joachim Bartsch (Wallace-Co-Autor der ersten Stunde) und Reinl ihre inhaltliche Gewichtung ganz schön herunterschrauben. Im Prinzip spielen sie hier Nebenrollen und vollbringen in der ersten Filmhälfte auch nicht wirklich etwas, um die Handlung voranzubringen. Da die beiden aber dem sich aufzwingenden Vergleich zu Brice und Barker in keiner Weise Stand halten, kann man das als Vorteil verbuchen. Anonsten bekommt man bis auf einen Hänger in der Mitte des Films (Im Wesentlichen bleibt es durchgehend bei der Lage, dass ein Fort von Banditen und rivalisierenden Indianern eingenommen werden soll, weil sich darin Gold befindet. Bis es dort zum Höhepunkt kommt, wird Karin Dor ein wenig hin und her entführt.) alles geboten, was man sich von einem Harald-Reinl-Western erwartet. Für die Westernromantik in Bildern sorgt sein Stammkameramann Kalinke, für die Musik ist hier Peter Thomas zuständig, der sicherlich keine melodischen Evergreens wie Böttcher entfacht, aber eben eine gelungene Alternativen aufbietet, die ohne Sound-a-likes auskommt.

Fazit: Romantisches Westernkino, serviert mit einigem Aufwand nach typischer Harald-Reinl-Machart. Für die Augenhöhe mit den Karl-May-Produktionen fehlt in jedem Gewerk aber "der letzte Meter zum Tor". Trotzdem eine gelungene Produktion, wenn man von den beiden B-Klasse-Blutsbrüdern absieht. 4/5

Die DVD von Koch Media lässt praktisch keine Wünsche übrig und kommt mit animiertem Menü im Constantin-Plakatlook, einigen Extras und einem einem ordentlichen Bild daher.

Gruß,
Daniel

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.325

22.02.2017 07:58
#30 RE: Der letzte Ritt nach Santa Cruz Zitat · antworten

Zitat von DanielL im Beitrag #29
Die DVD von Koch Media lässt praktisch keine Wünsche übrig und kommt mit animiertem Menü im Constantin-Plakatlook, einigen Extras und einem einem ordentlichen Bild daher.



Wenn Du schon die DVD empfiehlst sei noch der Hinweis angebracht, dass der Film am 8.12.2017 als Blu-ray von Filmjuwelen erscheint.

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