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Dieses Thema hat 45 Antworten
und wurde 8.511 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
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Georg Offline




Beiträge: 3.217

22.03.2014 22:05
#31 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #30
Der deutsche Bearbeiter Peter Goldbaum traf die ungewöhnliche Entscheidung, den Film unter dem englischen Titel „Love from a Stranger“ aufzuführen.

Nein. Der Film lief bei seiner Erstsendung am 5. Dezember 1967 unter dem Titel "Ein Fremder klopft an" und wurde so auch in den Programmzeitschriften angekündigt. Bei seiner ersten Wiederholung am 4. Juli 1969 wurde er dann als "Love from a Stranger" angekündigt und auch unter diesem Titel gesendet. Das Master, das für die DVD verwendet wurde, hat auch diesen Titel. Wenn du genau aufpasst, wird der Titel "Love from a Stranger" auf schwarzem Hintergrund eingeblendet, ohne Hintergrundgeräusche und überdeckt damit die Originaltiteltafel. Dann wird der Rest ins Bild eingeblendet, direkt in die Handlung mit Hintergrundton. Grund für die Titeländerung dürfte wohl ein Titelschutzproblem gewesen sein.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

22.03.2014 22:10
#32 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Da liegen mir andere Informationen vor. Die Gertrud-Kückelmann-Website hält zwei Scans der Fernsehzeitschrift Gong, Nr. 49, Jahrgang 1967 bereit, auf denen der Film schon als "Love from a Stranger" angekündigt ist. Link 1, Link 2. Zudem zieht das Argument mit dem überblendeten Schwarzbild für meine Begriffe nicht. Die Schrift der angeblich zwei Jahre später ausgetauschten Titeltafel entspricht exakt der des übrigen Vor- und Abspanns - sowohl in Schriftart als auch in Farbton, Stärke, Kontrast etc. Das hätte man so kaum hinbekommen, wenn nicht alle Tafeln in einem Abwasch hergestellt worden wären.

Georg Offline




Beiträge: 3.217

23.03.2014 08:31
#33 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Und hier der "Gegenbeweis": man sieht bei den Scans sogar, dass eine TV-Zeitschrift (Bild+Funk) in der Wiederholung 1969 den Film als "Ein Fremder klopft an" angekündigt hat und so auch das Hamburger Abendblatt (http://www.abendblatt.de/archiv/article....0704_HA_012.pdf).

Allerdings kurios: der Scan, auf den du verlinkst scheint tatsächlich vom Erstausstrahlungstag zu stammen, da das Nachfolgeprogramm "Ansichten aus der Sowjetunion" ist. Das wirft ein neues Licht auf diese Titeländerung.

Ergo: der Film wurde unter dem Titel "Ein Fremder klopft an" produziert und dann erst kurz vor der Erstausstrahlung umbenannt (so dass die Zeitschriften nicht mehr alle reagieren konnten). Eine schwarze Texttafel mit der gleichen Schriftart und einen neuen Abspann anzulegen, war ja wohl wirklich keine Herausforderung oder Schwierigkeit. Dass das geschehen ist, merkt man deutlich am Faktum, dass einfach der Ton fehlt und abrupt beginnt, als das Bild gestartet wird (ohne dem üblichen Aufblenden).

Angefügte Bilder:
Fremder klopft an Bild+Funk 26.1969 S 64.jpg   Fremder klopft an Bild+Funk 49.1967 S 44.jpg   Fremder klopft an Bild+Funk 49.1967 S 45.jpg   Fremder klopft an Gong 26.1969 S 52.jpg   Fremder klopft an Hörzu 26.1969 S 58.jpg  
Georg Offline




Beiträge: 3.217

13.04.2014 11:54
#34 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Zehn kleine Negerlein

Diese Adaption ist bei mir gestern nach ca. 10 Jahren auch wieder mal im DVD-Player gelandet. Ich hatte diesen Film eher als mittelmäßig in Erinnerung, doch dieses Mal hat er mir eigentlich ganz gut gefallen, die 110 Minuten vergingen eigentlich wie im Flug und die Besetzung hat mir doch recht zugesagt. Neben Schieske und Peters ist vor allem auch der markante Fritz Haneke hervorzuheben, den man leider viel zu selten sah. Alexander Kerst spielt souverän und Peter Fricke ist ohnehin immer eine Bereicherung für einen Krimi.

Zitat von Gubanov im Beitrag #20
Wer die Schnapsidee hatte, den raubeinigen Günther Neutze als Butler zu besetzen und Rolf Boysen in der Rolle des verschlagenen ehemaligen Militaristen Lombard, dem gebührt die eindeutige Kritik, die Charaktere der Vorlage nicht ganz verstanden zu haben.

Anders als Gubanov sehe ich Neutzes Besetzung als Butler durchaus als Bereicherung. Er spielt herrlich zwielichtig. Allerdings kann ich nichts zur Vorlage sagen, da ich diese so gut wie überhaupt nicht mehr im Kopf habe. Mag sein, dass Puristen das anders sehen. Über Rolf Boysen als Typ mit Sonnenbrille kann man sich sicherlich streiten. Er ist natürlich kein Sympathieträger, aber das ist z. B. Oliver Reed in der 74er-Verfilmung auch nicht.
Was die Machart betrifft: ja, es ist eigentlich abgefilmtes Theater, aber Quest bemüht sich doch, eine krimimäßige Atmosphäre zu schaffen: der peitschende Regen, das Gewitter, das Licht- und Schattenspiel im Dunkel sorgen - gepaart mit Raimund Rosenbergers Musik - für sanftes Gruseln an einigen Stellen. Dagegen sind natürlich die relativ rasch passierenden Morde, die teilwese abseits des Sichtbaren geschehen etwas holprig.
Schließlich noch etwas zu Regisseur Hans Quest: der Verdienst dieses Mannes war sicherlich die ausgezeichnete Führung seiner Schauspieler. Er setzte auf Dialog und nie auf Action. Ich kenne nun wirklich den überwiegenden Großteil seiner Fernseharbeiten und sogar in "Sonderdezernat K1", wo es manchmal recht flott und brutal zuging, bilden seine Arbeiten die ruhende Ausnahme, weil sie die Spannung lediglich aus dem Agieren der Personen bezogen. Schließlich war es sicherlich auch kein Zufall, dass Quest immer wieder die Inszenierung "ruhigerer" Stoffe anvertraut wurde, die ihre Spannung aus dem Agieren der Personen bezogen und nicht durch Themesenebel, Verfolgungsjagden und Schießerein (siehe: "Pater Brown", Durbridges, "Kriminalerzählung" etc.).

Georg Offline




Beiträge: 3.217

13.04.2014 16:29
#35 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Ach ja, noch eine Frage: wer ist die sonore Stimme auf dem Tonband und damit Mr. "U. N. B. Kannt"? Sie kommt mir so bekannt (:-)) vor, ich kann sie aber momentan nicht zuordnen.

Lord Peter Offline




Beiträge: 606

22.04.2014 20:04
#36 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Das ist Herbert "Mr. Spock" Weicker!

Georg Offline




Beiträge: 3.217

27.05.2015 20:54
#37 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Jetzt darf ich's verkünden: Agatha Christies "Ein Fremder kam ins Haus" von 1957 erscheint bei Pidax auf DVD.

http://www.pidax-film.de/product_info.ph...6bghn9255d390s7

Diese lange verschollen geglaubte Version mit Elfriede Kuzmany und Fritz Tillmann hat was!!!

Editiert von Gubanov am 22.08.2015, 11:55 Uhr - vier Beiträge ab hier in bestehendes Thema integriert

Mabuse Offline




Beiträge: 381

28.05.2015 00:20
#38 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Das sind doch mal Neuigkeiten Gerne mehr davon, DVD wandert direkt in meine Sammlung. Danke für die Info.

Matze K. Offline



Beiträge: 1.060

28.05.2015 19:48
#39 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Na da hast du wieder was feines ausgegraben! Passt genau in mein Schema!

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Immer wenn du lügst, muss Jesus Blut weinen.
(Todd Flanders)
Wie kann Dummheit entscheiden was klug ist
(meine Frau)

Josh Offline




Beiträge: 7.928

28.05.2015 19:53
#40 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Ich bin gespannt, Christie geht immer.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

16.03.2016 20:30
#41 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten



Zehn kleine Negerlein

TV-Thriller, BRD 1969. Regie: Hans Quest. Drehbuch: Fritz Peter Buch (Vorlage „Ten Little Niggers“, 1943: Agatha Christie). Mit: Rolf Boysen (Philip Lombard), Ingrid Capelle (Vera Claythorne), Alfred Schieske (Sir Lawrence Wargrave), Werner Peters (William Blore), Alexander Kerst (Dr. Armstrong), Nora Minor (Emily Brent), Fritz Haneke (General Mackenzie), Günther Neutze (Rogers), Edith Volkmann (Mrs. Rogers), Peter Fricke (Anthony Marston) u.a. Erstsendung (BRD): 5. Juli 1969. Eine Produktion des Zweiten Deutschen Fernsehens.

Zitat von Zehn kleine Negerlein
Das Kaminzimmer eines einsamen Hauses auf einer von der Außenwelt abgeschnittenen Insel ist Schauplatz eines Dramas, in dem zehn Menschen von einem Unbekannten ihrer vergangenen Morde überführt werden. An die Aufdeckung der Taten schließt sich eine kaltblütige „Rechtssprechung“ an, nach der einer nach dem anderen als Buße zum Tod verurteilt wird. Keiner der Anwesenden soll die Insel lebendig wieder verlassen. Wird es dem unbekannten Mörder, der sich hinter dem Gesicht eines der Beschuldigten verbirgt, gelingen, alle anderen aus dem Weg zu räumen?


Lieferte Hans Quest als Schauspieler immer gute Leistungen ab, so gerieten seine Inszenierungen als Regisseur oft eher schwer verdaulich bis langweilig. Was für „Tim Frazer“ oder seine „Sonderdezernat K1“-Arbeiten gilt, trifft auch auf diese Verfeuerung des berühmten Agatha-Christie-Thrillers zu, die in der vorliegenden Form ihre Genrebezeichnung eigentlich gar nicht verdient und eher als Kammerspiel im negativen Sinne bezeichnet werden sollte. Man mag das euphemistisch formulieren, indem man analysiert, Quest habe die Aufmerksamkeit immer ganz auf die Charaktere seiner TV-Filme gelegt anstatt auf Action oder Gewalt. Wenn Action und Tempo aber praktisch nicht vorhanden sind, so hat sich eine eigentlich löbliche Prioritätensetzung schnell in eine Schlaftablette verkehrt. Das zeigt sich in der Dramatisierung der Christie-Story sowohl in der unkreativen Form eines „abgefilmten Theaterstücks“, dem Quest keine nennenswerten Zutaten hinzufügt, um von rigider Ein-Szenen-Beschränkung oder unnatürlichem Aufeinandergeglucke abzulenken. Das zeigt sich weiterhin in dem Problem, dass die Version bis zum zweiten Mord schon die Hälfte ihrer Laufzeit verschwendet hat, während die aktuelle BBC-Fassung an dieser Stelle gerade den ersten von drei Teilen beendet. Anlaufschwierigkeiten, aber auch das weitgehende Ausbleiben ernsthafter Konflikte unter den Figuren zermürben die Geduld des Zuschauers von Anfang an. Hier und da wird halbherzig ein Verdacht ausgesprochen, aber alles erstickt in Theatralität und wirkt kaum natürlich, sodass – wenn wir auf Quests Schauspielercredo zurückkommen – auch hier nur mittelmäßige Arbeit konstatiert werden kann.

Auf Darstellerseite vollends überzeugend wirkt lediglich Werner Peters. Sein William Blore bringt die Verschlagenheit mit, die die Rolle am Anfang als Träger einer falschen Identität benötigt. Auch Alexander Kerst ist eine Personalie, die immer für Qualität bürgt; allerdings hätte seine steife Korrektheit weit besser zum General oder auch zum Richter gepasst als zum heimlichen Trinker Dr. Armstrong, dem man ihm zu keiner Minute wirklich abkauft. Peter Fricke geht als Anthony Marston durchaus in Ordnung, bleibt aber nur eine Randerscheinung, ein Scherenschnitt, dessen augenscheinliche Aufgabe das Auffüllen des Casts auf zehn Personen darstellt. Gleiches kann von Elisabeth Volkmanns Mrs. Rogers behauptet werden, von der man einzig in Erinnerung behält, dass sie moderne Küchengeräte nicht mag. Ein vielsagendes Zeichen der unnützen Geschwätzigkeit, mit der die ZDF-Produktion ihr Publikum konfrontiert ...

Über die allerweitesten Teile ihrer jeweiligen Auftritte völlig blass bleiben Nora Minor, deren Bösartigkeit und religiöse Selbstgerechtigkeit im Vergleich zu den in dieser Beziehung sehr viel eindrucksvolleren Pendants der sowjetischen und aktuellen Verfilmungen eher aufgesetzt wirken, sowie Fritz Haneke. Dass es einen General gab, wird nach den 110 langen Minuten dieser Sichtung nur noch ein Kenner der Buchvorlage oder ein Zuschauer wissen, der sich an die charismatischen Auftritte von Leo Genn oder Adolfo Celi zurückerinnert. Alfred Schieske als Richter hält das Geschehen schon etwas stärker zusammen, seine Wechsel zwischen geselligem und Kommisston wirken jedoch eher irritierend; Gleiches gilt für seine finale Wandlung, die zwar eindrucksvoll ist, aber den klugen Denker auf einmal in einem ganz anderen und nicht gerade ausgereiften Licht präsentiert. Den Vogel schießen allerdings der mit mysteriöser Sonnenbrille und Preisboxergesicht ausgestattete Rolf Boysen sowie die hölzernste aller Vera Claythornes ab, die selbst bei von Todesangst erfüllten Schreckensschreien oder im finalen Kampf um ihr Leben eine gemütliche Kaffeekränzchen-Miefigkeit nicht abschütteln kann.

Sie passt damit ideal in eine Produktion, die in jeder Hinsicht „von gestern“ ist und die glaubt, mit einem Set, einem leidlich motivierten Cast und einer kaum modifizierten Theatervorlage auch nur einen Schatten der Spannung erzeugen zu können, die Christie in ihrem originalen Buch verbreitete. Im gleichen Maße, in dem die Neuverfilmung der BBC zu viel dramatisches Momentum einführt und folglich etwas überfüllt wirkt, leistet sich diese Fassung den Lapsus, zu wenig Profit aus den zahlreichen Möglichkeiten der Vorlage zu ziehen, sodass die Wucht des Stoffes regelrecht von der Betulichkeit des Kammerspiels neutralisiert wird.

Originaltreue kann auch nach hinten losgehen: Das ZDF zeigt eine verquasselte, schlecht getimte und uninspiriert gespielte Version des Bühnenstücks, die weit hinter jenen Leistungen des Fernsehspiels zurücksteht, die der Sender im selben Jahr z.B. mit „Der Kommissar“ auf die Bildschirme brachte. Man möchte meinen, dass Quest seine Version schon zehn bis fünfzehn Jahre vorher aufzeichnete, als sich das Medium Fernsehen noch nicht emanzipiert hatte. Schwache 2 von 5 Punkten.

schwarzseher Offline



Beiträge: 626

17.03.2016 17:40
#42 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Es wundert mich das diese Version so schlecht beurteilt wird.Das Spannungsargument kann man doch bei allen Versionen komplett vergessen.Wie ich schon mal geschrieben habe ist keine Produktion bei diesem ausgelutschtem Stoff spannend ( es wird doch höchstens wirklich geändert hinter welcher Tür der Meuchelmörder steht )
Wenn man vollkommen "Ahnungslos" diese Filme schauen könne ,käme vieles besser rüber.
Ich sehe das auf der gleichen Schiene wie "Mord im Pfarrhaus " auch zig mal gesehen ......
Eben zwei altmodische Kammerspiele ,ab und zu stehe ich drauf ....beschaulich ,kein Blutgespritze ,gemütlich ......schaue ich lieber als die zigte Neuversion mit möglichst vielen "neuen Wendungen " usw.usw.
Also eine DVD die es in meinen Schrank geschafft hat .( Die Schwächen sehe ich natürlich auch )

Count Villain Offline




Beiträge: 4.507

13.08.2016 16:41
#43 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Da ich mittlerweile auch im Besitz der Agatha-Christie-Straßenfeger-Box bin, konnte ich mir vor Kurzem auch Black Coffee zu Gemüte führen. Über "Mord im Pfarrhaus" habe ich mich ja im entsprechenden Thread schon geäußert und dass die deutschen "Negerlein" zu meinen Lieblingsverfilmungen des Stoffes zählen, habe ich bestimmt auch schon irgendwo kundgetan.

Auch Black Coffee hat mir insgesamt betrachtet gut gefallen und zufriedenstellend unterhalten. Bei Horst Bollmann als Poirot war ich erst etwas zwiespältig, aber er macht seine Sache sehr ordentlich. Im Gegensatz zu... um damit zu meinen Kritikpunkten zu kommen...

- Captain Hastings, also diese Rollenauslegung der Figur schlägt sogar den tumb-gemütlichen Nigel Bruce als Dr. Watson. Das hätte es für mich nicht gebaucht. Auch das vertrauliche "Du" zwischen den beiden Detektiven fand ich störend. Ich kann gut nachvollziehen, warum die Produktion daraus so ein klassisches Detektiv-Assistent-Gespann gemacht hat, gefallen tut es mir trotzdem nicht.

- Gut, dass die Auflösung des Rätsels auch so schon in einem Christie-Roman verwendet wurde, dafür kann das Fernsehspiel nichts. Schade ist es dennoch.

- Und ein kosmetischer und eher kleiner Kritikpunkt ist die Ausstattung. Keine Ahnung warum, aber diese "Plüschkrimi"-Atmosphäre wirkt auf mich immer ziemlich verkleidet und kulissenhaft. Das war mir einen Tick zu sehr Theater.

Insgesamt ein ordentliches Kriminalspiel, dass meine (zugegeben im Vorfeld eher geringen) Erwartungen übertroffen hat. Jetzt bin ich noch auf "Ein Fremder klopft an" gespannt.

Baal1985 Offline



Beiträge: 71

19.01.2021 19:26
#44 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Bis auf die Kritik an der BBC-Version (Ich finde sie fast genial) kann der Beurteilung nur absolut zustimmen UND der wiederholten Feststellung, dass die Vorlage, so wie sie verfasst wurde auf dem Theater einfach nicht funktioniert.

Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

19.01.2021 21:36
#45 RE: Deutsche Fernsehproduktionen nach Agatha Christie Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #43
Da ich mittlerweile auch im Besitz der Agatha-Christie-Straßenfeger-Box bin, konnte ich mir vor Kurzem auch Black Coffee zu Gemüte führen. Über "Mord im Pfarrhaus" habe ich mich ja im entsprechenden Thread schon geäußert und dass die deutschen "Negerlein" zu meinen Lieblingsverfilmungen des Stoffes zählen, habe ich bestimmt auch schon irgendwo kundgetan.

Auch Black Coffee hat mir insgesamt betrachtet gut gefallen und zufriedenstellend unterhalten. Bei Horst Bollmann als Poirot war ich erst etwas zwiespältig, aber er macht seine Sache sehr ordentlich. Im Gegensatz zu... um damit zu meinen Kritikpunkten zu kommen...

- Captain Hastings, also diese Rollenauslegung der Figur schlägt sogar den tumb-gemütlichen Nigel Bruce als Dr. Watson. Das hätte es für mich nicht gebaucht. Auch das vertrauliche "Du" zwischen den beiden Detektiven fand ich störend. Ich kann gut nachvollziehen, warum die Produktion daraus so ein klassisches Detektiv-Assistent-Gespann gemacht hat, gefallen tut es mir trotzdem nicht.

- Gut, dass die Auflösung des Rätsels auch so schon in einem Christie-Roman verwendet wurde, dafür kann das Fernsehspiel nichts. Schade ist es dennoch.

- Und ein kosmetischer und eher kleiner Kritikpunkt ist die Ausstattung. Keine Ahnung warum, aber diese "Plüschkrimi"-Atmosphäre wirkt auf mich immer ziemlich verkleidet und kulissenhaft. Das war mir einen Tick zu sehr Theater.

Insgesamt ein ordentliches Kriminalspiel, dass meine (zugegeben im Vorfeld eher geringen) Erwartungen übertroffen hat. Jetzt bin ich noch auf "Ein Fremder klopft an" gespannt.




Obwohl ich deutsche alte Krimis sehr mag, habe unzählig viele auf DVD´s, finde ich die deutschen Agatha Christie Fernsehspiele aus den 60/70 er Jahre sehr steril und langweilig, dass kommt davon, dass es meist kammerspielartige Inszenierungen gewesen waren, mit denen kann ich absolut nichts anfangen, denn wenn die ganze Handlung nur in einem Raum stattfindet, ist das schon sehr einfach gehalten und visuelllos, mir fehlen die Außenaufnahmen, denn zu jedem guten Film gehören auch die zahlreichen Außenaufnahmen, denn diese machen den Film erst lebendig und sind das "Salz in der Suppe"!!!.

So sehe ich das auch bei "Hörbücher", die ich sehr emotionslos und langweilig finde, bin der absolute "Hörspiel-Fan", denn diese sind, durch die vielen Sprechern und der Musik, höchst lebendig!!!.

Wenn ich wirklich gute Agatha Christie Filme empfehlen kann ( MIT Außenaufnahmen ) dann:

Miss Marple ( Margret Rutherford ):

-"16.50 Uhr ab Paddington"
-"Der Wachsblumenstrauß"
-Vier Frauen und ein Mord"
-"Mörder Ahoi"

Hercule Poirot ( Tony Randall )

-"Die Morde des Herrn ABC"

Zehn kleine Negerlein ( Verfilmungen ):

-"Geheimnis im blauen Schloß"
-"Ein Unbekannter rechnet ab"

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