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Dieses Thema hat 38 Antworten
und wurde 3.134 mal aufgerufen
 Giallo Forum
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Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

30.01.2008 19:39
Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

La coda dello scorpione

IT, 1971
Regie: Sergio Martino
Darsteller: George Hilton, Evelyn Stewart, Anita Strindberg, Ida Galli u.a.
Musik: Bruno Nicolai
Kamera: Emilio Foriscot

Handlung:
Lisa (Evelyn Stewart) betrügt ihren Mann. Dieser kommt bei einer Flugzeugexplosion um und hinterlässt eine große Versicherungssumme. Lisa hat Anrecht darauf und will sich die Summe auszahlen lassen. Ein Agent (George Hilton) soll sie beobachten und schützen. Er kann aber den Mord an ihr nicht verhindern. Umgebracht von einem maskierten Killer in Schwarz. Der Agent wird erst verdächtigt, arbeitet dann aber später mit der Polizei zusammen. Immer wieder schlägt der Killer zu, wie ein Wahnsinniger. Er verliebt sich in eine Reporterin (Anita Strindberg), die ihn unterstützt. Aber auch sie gerät ins Visier des Killers.

Was hier sehr wirr klingt, entwickelt sich zu einem Mordkomplott, das zum Schluss mit einer Überraschung aufwartet. Ein solider und gutgemachter Giallo. Einige blutige Szenen sind auch enthalten. Aber es geht noch. Dynamische Darsteller, gute Musik und Kamera sorgen für einen gutgemachten Reißer von Sergio Martino ("Torso").

Die DVD von X-Rated ist sehr zu empfehlen.

Trailer:

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

31.01.2008 07:21
#2 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Schöner Giallo mit ungewöhlichem Handlungsort (Griechenland) und guten Darstellern, der mir persönlich sogar etwas besser gefällt als "Torso".

Eine kleine Korrektur zum Inhalt: Der Agent, der auf Lisa angesetzt wird, soll sie nicht beschützen, sondern in Erfahrung bringen, ob sie am Tod ihres Manns (und weiterer Fluggäste) schuldig ist. Die Reporterin verucht, aus dieser Idee eine Story zu machen, und hilft ihm deshalb bei den Ermittlungen. Doch die Verdächtige stirbt und nacheinander auch die Leute, die mit ihr Kontakt hatten.

Das Ende ist eine Überraschung. Leider aber nimmt im letzten Drittel des Films die Erzählgeschwindigkeit ab und die Lovestory zu. Folglich nicht so stark wie "Der Killer von Wien" oder Argentos "Deep Red", aber immer noch 4 von 5 Punkten.

Peter

Happiness IS the road! (Marillion)

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.008

18.10.2009 18:20
#3 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Ein toller Giallo, der auf jeden Fall 4 von 5 Punkten verdient hat!

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.008

15.02.2010 12:51
#4 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Im Übrigen auch erhältlich als Double Feature zusammen mit "Drops of Blood" a.k.a. "Das Geheimnis der blutigen Lilie" a.k.a. "Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?".

X-Rated "Drops Of Blood - Double Feature"

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

15.02.2010 16:26
#5 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Ja, nur läuft bei dieser Version der Ton ab einer bestimmten Stelle asynchron, während die "alte" Einzel-DVD leicht gekürzt sein soll ...

Es wurde mal gemunkelt, dass eine richtiggestellte Fassung in einer kleinen Hartbox kommen soll, doch bisher ist sie nicht erschienen. Wäre auch wiklich eine Gewissensentscheidung, da ich die beiden Fassungen bereits habe.

Peter

Happiness IS the road! (Marillion)

Blap Offline




Beiträge: 1.128

25.03.2010 20:58
#6 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Ein älterer Kurzkommentar:

Der Schwanz des Skorpions

Der Ehemann der attraktiven Lisa kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Lisa erwartet jedoch ein üppiges Trostpflaster, sie erhält eine Million US-Dollar aus der Lebensversicherung ihres toten Gatten. In Athen lässt sich die lustige Witwe die volle Summe in bar aushändigen. Kurz darauf wird sie Opfer eines brutalen Mordes. Das Geld ist verschwunden, doch die Morde nehmen kein Ende. Ein smarter Versicherungsdetektiv (George Hilton) ist an der Aufklärung der Vorgänge genauso interessiert, wie eine eifrige Journalistin, Interpol und natürlich auch die lokale Polizei ...

Ein sehr schöner Giallo von Sergio Martino. Frauenschwarm George Hilton grinst sich gekonnt durch die Kulissen, dazu gibt es etliche andere Gesichter, die dem Freund des italienischen Genrekinos bekannt sein dürften. Die Kamera fängt schöne Bilder ein, die Filmmusik ist sehr angenehm ausgefallen. "Der Schwanz des Skorpions" hat nur ein "Problem". Ein Jahr zuvor hatte Martino die Meßlatte mit "Der Killer von Wien" verdammt hoch gelegt. So kann dieses Werk nicht ganz zum grandiosen Vorgänger aufschliessen, denn diesmal hat Martino einfach "nur" einen sehr guten Film vorgelegt.

Für Giallo-Fans unverzichtbar!

Hinweise zu den verschiedenen Versionen auf DVD. Es gibt eine gekürzte Version mit FSK 16 Freigabe. Diese Version ist nicht nur verstümmelt, sondern auch noch im falschen Bildformat, also völlig unbrauchbar! Von X-Rated gibt es eine ungeprüfte, vollständige Version aus dem Jahre 2004, erhältlich mit zwei verschiedenen Cover-Varianten, verpackt in einer grossen Hartbox. Die aktuelle und beste Version stammt ebenfalls von X-Rated, und wurde 2006 als Double-Feature zusammen mit "Das Geheimnis der blutigen Lilie" veröffentlicht. Dieses Double-Feature trägt den Titel "Drops of Blood". Die DVD kommt in einer grossen Hartbox daher und ist ungeprüft. Der Preis liegt bei ca. 20€. Ein fairer Preis, für den man zwei sehr gute Giallo-Klassiker erhält.

8/10

***

Das "Drops of Blood"-Double-Feature mag technisch nicht perfekt sein, doch insgesamt kann ich gut mit dieser Veröffentlichung leben.

***

Vom Ursprung her verdorben

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

31.03.2010 16:31
#7 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Es scheinen auch zwei verschiedene deutsche Synchronfassungen des Films zu existieren: Eine Kino- und eine Video-Synchro, wobei die Kino-Synchro laut einem Kinokollegen von mir, der bei der Aufführung einer deutschen Kopie vor ein paar Jahren dabei war, der Video-Synchro, die auf den X-Rated-DVDs enthalten ist, qualitativ deutlich überlegen sein soll.

Der Film selbst ist für mich der schwächste Giallo Martinos, selbst mit seinem späten Erotikthriller SPIANDO MARINA kann ich mehr anfangen. Jedenfalls ist es der einzige Martino, der seit seiner Erstsichtung bei mir unberührt im Regal stehengeblieben ist.

Georg Offline




Beiträge: 3.217

08.10.2011 11:32
#8 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

La coda dello scorpione
Spanischer Titel: La cola del escorpión
Deutscher Titel: Der Schwanz des Skorpions
Italien / Spanien 1971

Mr. Baumer kommt bei einer Flugzeugexplosion ums Leben. Seine Witwe Lisa wird von der Versicherung kontaktiert, da er auf sie eine sehr hohe Lebensversicherung abgeschlossen hat. Die Ehefrau begibt sich nach Griechenland, wo ihr das Geld bar ausgezahlt wird. Wenig später wird sie ermordet. Ein Versicherungsagent will der Sache gemeinsam mit einer Journalistin auf den Grund gehen. Weitere Morde folgen und es bleibt die Frage im Raum, ob Mr. Baumer tatsächlich tot ist.

Ich kann nicht ganz verstehen, warum ich meinen Fernsehmitschnitt damals gelöscht habe. Heute habe ich diesen Film nach vielen Jahren wiedergesehen und war angenehm überrascht. Ein sehr spannender Giallo mit einer gut und überzeugend spielenden Besetzung sowie mit einem Soundtrack von Bruno Nicolai, der vor allem in den Spannungsmomenten an Ennio Morricone erinnert. Hatte diese Produktion sehr viel schlechter in Erinnerung und wurde heute wie gesagt angenehm überrascht. Die Spannung zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film, das Ende ist überaus gelungen und überraschend, auch wenn es natürlich an Martinos Killer von Wien erinnert. Die Wahl der Schauplätze - London und Griechenland - gefällt und ist eine angenehme Abwechslung. Mir hat dieser Film im Vergleich zum Killer von Wien sogar noch besser gefallen. Und Evelyn Stewart alias Ida Galli, die ja in fast jedem Giallo dabei war, ist auch wieder mit von der Partie. Passt!

Regie: Sergio Martino, Buch: Ernesto Gastaldi, Sauro Scavolini, Eduardo Manzanos Brochero nach einer Idee von Eduardo Manzanos Brochero, Kamera: Emilio Foriscot, Produktion: Luciano Martino, Mit George Hilton, Anita Strindberg, Alberto de Mendoza, Ida Galli (als Evelyn Stewart) u.a.

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

23.11.2011 21:25
#9 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Hab von einer Doppel-Hartbox gehört. Wie genau kann man die erwerben?

MfG Jacob

Janek Offline




Beiträge: 1.852

23.11.2011 21:34
#10 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Wenn du Glück hast, findest du sie auf dem Trödelmarkt, sonst kannst du auf eBay nachsehen. Ich habe sonst bei mir zu Hause noch die geschnittene 16er-Fassung, die ungeschnittene Version, aber dann wieder ab 18 (ungeprüft).

MfG
Janek

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

24.11.2011 15:44
#11 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Na, das hört sich ja vielversprechend an.

MfG Jacob

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

06.08.2013 16:21
#12 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten



Der Schwanz des Skorpions (La coda dello scorpione)

Kriminalfilm, IT 1971. Regie: Sergio Martino. Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Eduardo Manzanos Brochero, Sauro Scavolini. Mit: George Hilton (Peter Lynch), Anita Strindberg (Cléo Dupont), Alberto de Mendoza (John Stanley), Evelyn Steward (Lisa Baumer), Janine Reynaud (Lara Florakis), Luigi Pistilli (Inspektor Stavros), Tom Felleghy (Mr. Brenton), Luis Barboo (Sharif), Annalisa Nardi (Stewardess), Tomás Picó (George Barnet) u.a. Uraufführung (Italien): 16. August 1971. Uraufführung (Deutschland): 25. Mai 1973.

Zitat von Der Schwanz des Skorpions
Die Explosion eines Flugzeugs von London nach Tokio hat zur Folge, dass Lisa Baumer ihren Mann verliert und eine Lebensversicherung in Höhe von einer Million Dollar gewinnt. Da sie sowieso reichlich andere Beziehungen pflegt, ist sie mit der Summe gut bedient – indes: Nicht jeder gönnt sie ihr. Als sie das Geld in Athen einstreicht, wird sie von der Geliebten ihres Mannes und deren Anwalt bedroht, doch kann im letzten Moment von einem umtriebigen Versicherungsagenten gerettet werden. Der hat ein besonderes Interesse an Lisa Baumer. Auch über deren baldigen Tod hinaus ...


Auch wenn die Titelgrafik vielleicht vermuten lässt, dass es sich bei „Der Schwanz des Skorpions“ um einen Hirn-ausschalt-Gewaltfilm handelt, so punktet der tatsächlich als Krimi im klassischen Sinne zu bezeichnende Film durch eine geradezu für Edgar-Wallace-Verhältnisse geeignete Story, die von überraschenden Wendungen, einer großen Versicherungssumme, einem vermummten Mörder und eben der Frage „Whodunit?“ geprägt wird. Dass Ernesto Gastaldi am Drehbuch beteiligt war, belegt allein schon die Qualität, mit der der „Schwanz des Skorpions“ für beste Unterhaltung bürgt. FilmArt wirbt auf der Rückseite der DVD mit dem Slogan „Selten kam konventioneller Giallo-Stoff so unkonventionell herüber“ und trifft damit das zentrale Spannungsfeld der Produktion. Auf der einen Seite gibt es einen giallo-typisch überladenen Plot, der die volle Aufmerksamkeit erfordert und in sich ansprechend logisch aufgebaut ist (mit einer rationalen Erklärung für jedes Gewaltverbrechen); auf der anderen Seite bestechen die ungewöhnlichen Schauplätze, die man für die Handlung mit internationalem Flair verwendete.

Das Geschehen nimmt in London seinen Lauf – womit mich der Film schonmal für sich gewonnen hatte. Gialli, die (zumindest teilweise) in England spielen, haben mich bisher selten enttäuscht, weil sie eine gelungene Brücke zwischen gewohntem Krimiambiente und stylishem Giallo-Look schlagen (vergleiche „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ und „Der Mann ohne Gedächtnis“). Im weiteren Verlauf wird die Handlung für den größten Teil der Spieldauer nach Athen verlegt, das nicht gerade als Drehort für italienisches Mördergarn berühmt ist. Man könnte zwar meinen, dass es letztlich egal ist, ob die Aufnahmen etwas weiter östlich oder westlich im Mittelmeerraum entstanden, zumal der Film sicherlich keinen besonderen Wert auf irgendwie geartete Folklore legt, aber doch entsteht durch die Wahl des griechischen Backdrops eine „unkonventionelle“ Frische und eine Andersartigkeit, die gemeinsam mit der sich im hohen Tempo entwickelnden Handlung den Zuschauer unweigerlich an den Bildschirm fesselt.

Bruno Nicolai verlieh dem Film einen interessanten Score, der mit wiederholtem Hören (für knauserige Soundtrack-Nichtkäufer bietet sich das DVD-Menü in Dauerschleife an) an Eingängigkeit gewinnt, während des Films jedoch meist dezent im Hintergrund bleibt.



Ich weiß, dass ich mich mit meiner Meinung in der Minderheit befinde, aber mir hat „Der Schwanz des Skorpions“ deutlich besser gefallen als „Der Killer von Wien“. Die im Mittelpunkt stehende griechische Exotik steht einem Giallo besser zu Gesicht als die österreichische, zumal der Plot mir hier weniger vorhersehbar vorkam als in Martinos hochgelobtem Vorgängerfilm. Nicht zuletzt spielt sicher auch die Besetzung eine Rolle bei meiner Bevorzugung, denn dass ich für Edwige Fenech weniger übrig habe als der übliche Giallo-Fan, dürfte bekannt sein. Sowohl Evelyn Steward, von der man zu Beginn annimmt, sie würde die Hauptrolle stemmen, als auch Anita Strindberg, deren später erster Auftritt sie dazu auffordert, besonders markant aufzuspielen, um die Sympathien des Publikums zu gewinnen, überzeugen mich mehr – sie liefern einen pikanten Mix aus patenten Do-it-yourself-Women und angsterfüllten Giallo-Girls.

Was bereits im „Killer von Wien“ vorhanden war, war die Unterschrift Martinos, eine saubere, elegante, mit Fachverstand und Geschmack eingefädelte Inszenierung, deren Höhepunkte sich nicht allein (aber auch) auf Blutvergießen beschränken.

Zitat von Rochus Wolff: Der Schwanz des Skorpions. Booklet-Text der FilmArt-DVD, S. 5
„Schier wahnsinnige Gestaltungswut“ diagnostizierte Thomas Groh im Angesicht des Skorpions, und in der Tat zeigt sich Martinos Wille zu Form und Schönheit in nahezu jeder Einstellung. Am deutlichsten wird das in den gewählten Einstellungen: mal filmt die Kamera (ein Klassiker!) durchs Schlüsselloch, mal schwingt sie wie ein an der Decke befestigtes Pendel zwischen zwei Gesprächspartnern hin und her, sodass diese auf der Leinwand um 90° gedreht erscheinen – dann schließlich wird ein Mord durch eine Glasscheibe gefilmt, an der das Opfer hinunterrutscht, tiefrote Schlieren hinterlassend.


Martino gelingt es in seiner Herangehensweise, Szenen mit enormer Dichte zu kreieren. Das Ende von Lara Florakis sei als eine der besten Szenen des Films ebenso erwähnt wie das nach allen Regeln der Kunst gestaltete Finale, in dem es einige formidable Unterwasseraufnahmen und eine fatale Entdeckung in einer Felsengrotte zu sehen gibt. Die Szene, in der es der Florakis an den Kragen geht (im unangenehmsten Sinne des Wortes), zeichnet sich nicht nur durch eine geschickt eingesetzte Zeitlupe aus, sondern auch dadurch, dass sich Martino eines der besten Kniffe zur Spannungserzeugung bediente, den ich seit Dario Argentos „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ schmerzlich vermisste: Der in einer Art Ganzkörper-Discoanzug verhüllte Killer versucht, eine verriegelte Tür mithilfe eines Messers zu durchbohren – langsam nähert sich der Tod auf diese Weise dem wehrlosen, eingesperrten Opfer. Ein gelungener Appell an den Sadismus und gleichzeitig das Mitgefühl des Zuschauers.

Wer „Der Schwanz des Skorpions“ sieht, bemerkt sofort, dass Sergio Martino als verantwortlicher Regisseur genau wusste, was die Quintessenz des Gialloesken ist. Die furiose Bildgestaltung, der rücksichtslose Spannungsaufbau, die unerwarteten Wendungen und eine wohl abgestimmte Balance aus Blut und Sex auf der einen und Kunstfertigkeit und Stil auf der anderen Seite formen einen der zahlreichen Höhepunkte des Genres. Ich vergebe 5 von 5 Punkten und füge den Film meiner persönlichen Giallo-Top-10 hinzu.



Die DVD von FilmArt stellt als Fortsetzung von „Das Auge des Bösen“ den zweiten Teil der FilmArt Giallo-Edition dar, die im Stil der alten italienischen Groschenhefte daherkommt. Im Gegensatz zu den literarischen Vorlagen besticht die Aufmachung der DVD jedoch durch eine gewissenhafte Hochwertigkeit. Die Bildqualität wurde überarbeitet und konnte so im Vergleich zu den bisherigen deutschsprachigen Auswertungen von X-Rated deutlich verbessert werden. Zum ersten Mal wurde zudem die originale deutsche Kinosynchronisation auf DVD gebannt, die hier neben der späteren Video-Synchro und dem italienischen O-Ton anwählbar ist. Asynchronitätsprobleme wie bei vergangenen Auswertungen bestehen nicht mehr und sogar deutsche Untertitel werden bei Bedarf mitgeliefert.

Das Bonusmaterial wurde akkurat zusammengestellt und liest sich vielversprechend. Neben dem für die Reihe obligatorischen Booklet sind Trailer in mehreren Sprachen, Bildergalerie und der alternative deutsche Vorspann enthalten, zudem gibt es ein hidden feature, das unterschiedliche, teils desaströse Filmmaterialien miteinander vergleicht. Die größte Beigabe soll allerdings ein Interview mit Regisseur Sergio Martino darstellen. Leider verliert es sich in biografischen Details und Spät-60er-Romantik, anstatt auch nur im Geringsten auf den Film einzugehen. Hier wurde eine Chance vergeben, dem interessierten Filmfreund Hintergrundinformationen bereitzustellen. Die Mühe, die sich FilmArt im Allgemeinen mit der DVD und der Giallo-Edition gibt, tröstet jedoch über diesen Fauxpas hinweg.

Josh Offline




Beiträge: 7.928

06.08.2013 18:08
#13 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Sehr schönes Review, Gubanov. Ein klasse Film. Meine DVD ist leider noch nicht da. Der Schwanz ist einer der Filme, die ich schweren Herzens nicht in meiner TOP-10 berücksichtigen konnte.

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.008

07.08.2013 08:02
#14 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Vielen Dank an @Gubanov für dieses tolle Review. Ich überlege noch, ob ich mir diese DVD gönne. Mir liegt bisher das Double Feature "Drops of Blood" von X-Rated vor, in dem der Skorpion als Bonusfilm enthalten ist.

Auf jeden Fall kann ich für Musikliebhaber den Soundtrack wärmstens empfehlen! Neben "La dama rossa uccide sette volte" das wohl beste werk, was Nicolai (nach meiner Ansicht) zu bieten hat!

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

07.08.2013 16:02
#15 RE: Der Schwanz des Skorpions (1971) Zitat · Antworten

Leider bin ich momentan ziemlich beschäftigt, so dass ich nicht am Giallo-Grandprix teilnehmen konnte. Aber durch eure Besprechungen habe ich Lust bekommen, einige zu sehen oder erneut zu sehen. Ich denke, ich werde heute mal mit "Der Schwanz des Skorpions" beginnen. Evelyn Stewart fand ich darin besonders hübsch. Allerdings habe ich die alte DVD. Wie unterscheidet sich diese von der neuen?

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