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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 781 mal aufgerufen
 Giallo Forum
StephanCOH Offline



Beiträge: 8

18.10.2008 18:38
Das Auge des Bösen / Der Ripper kommt auf leisen Sohlen (1972) Zitat · Antworten

Hallo zusammen,

ich habe den genannten Film neulich beim Videohändler meines Vertrauens gesehen. Leider ist mir das gute Stück bisher nicht bekannt und ich bin unsicher, ob ich zugreifen sollte oder nicht.

Was haltet ihr von dem Film?
Sind die erhältlichen DVD-Fassungen qualitativ in Ordnung?

Fabrizio Maurizio Offline



Beiträge: 53

18.10.2008 19:27
#2 RE: Das Auge des Bösen / Der Ripper kommt auf leisen Sohlen (1972) Zitat · Antworten

Hab den Film in meiner Sammlung, aber schon lange nicht mehr gesehen, soll jetzt kein schlechtes Zeichen sein. Für mich war wohl der Anreiz, dass Rolf Eden hier mitspielt. Und da ich leider auch ein Coverfetischist bin, hat dies maßgebend zum Kauf beigetragen.

Was das Cover der X-Rated-DVD angeht: Hier hat man die Covermotive von DER KÖRPER DER SCHÖNEN DEBORAH und DER TEUFEL MIT DEN 7 GESICHTERN einfach zusammen geklöppelt.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

20.10.2008 15:45
#3 RE: Das Auge des Bösen / Der Ripper kommt auf leisen Sohlen (1972) Zitat · Antworten

Ein meiner Meinung nur unterdurchschnittlicher Giallo - kann man ansehen, man verpasst aber auch nichts, wenn man ihn auslässt. Der Film wirkt gelegentlich furchtbar billig und sleazig und von den "Effekten" reden wir besser nicht ...

Die X-Rated-DVD ist OK, auch wenn das Cover zu einem anderen Film gehört.

Giallo-Fans brauchen auch "Der Ripper kommt auf leisen Sohlen" - alle anderen eher nicht ...

Peter

Happiness IS the road! (Marillion)

StephanCOH Offline



Beiträge: 8

25.10.2008 10:54
#4 RE: Das Auge des Bösen / Der Ripper kommt auf leisen Sohlen (1972) Zitat · Antworten

Danke für die Antworten. Ich werde nochmal schauen, was er kosten soll. Wenn der Preis stimmt, greife ich auch gerne bei eher trashigen Filmen zu.

Prisma Offline




Beiträge: 7.549

21.06.2013 00:10
Das Auge des Bösen / Der Ripper kommt auf leisen Sohlen (1972) Zitat · Antworten



DAS AUGE DES BÖSEN / CASA D'APPUNTAMENTO / FRENCH SEX MURDERS (1972)

mit Evelyne Kraft, Howard Vernon, Rosalba Neri, Barbara Bouchet, Renato Romano, Peter Martell, Rolf Eden und Anita Ekberg sowie Robert Sacchi
ein Film von Ferdinando Merighi



»Zieh dich aus, damit du deiner Strafe entgegen kommen kannst!«


Ein Frauenmörder geht um. Die Polizei ist kurz davor ihn zu fassen. Vor Gericht schwört der gewalttätige Psychopath jedem den Tod, der an seinem Prozess beteiligt war. Schuldig gesprochen gelingt ihm die Flucht. Dieses Unterfangen kostet ihn jedoch bei einem Motorradunfall seinen Kopf. Kurz danach scheint der Fluch des Gewalttäters Wirklichkeit zu werden: Grausame Morde geschehen, der Ripper meuchelt weiter! Sein Tatwerkzeug: Ein scharfes Messer! Besonders das Umfeld eines hiesigen Bordells scheint Schwerpunkt der Verbrechen zu sein. Kann Inspektor Pontaine das blutige Treiben beenden und herausfinden, wer für die immer schrecklicher werdenden Greueltaten verantwortlich ist? [Zitat "Das Auge des Bösen", erschienen bei FilmArt]

In der FilmArt Giallo Edition hat man sich mit "Das Auge des Bösen" eine recht eigenartige Premiere auserkoren, die zunächst wegen der interessant klingenden Geschichte, aber auch wegen der hochklassigen Besetzung schon einmal für pure Neugierde und Vorfreude sorgt. Dieser in Paris spielende Giallo fängt direkt sehr atmosphärisch mit einer Verfolgungsjagd vor dem Eiffelturm an, gipfelt aber in einem schlampig inszenierten Showdown, oder besser gesagt in einem der stümperhaftesten Effekte, und leider ist es so, dass sich diese Tatsache immer mal wieder zu häufig bemerkbar macht (wobei ich nicht von einem roten Faden sprechen möchte). Schnell entpuppt sich die Geschichte, die doch so vielversprechend mit der Ankündigung unerbittlicher Blutrache eines zum Tode verurteilten begann, als inkohärent und dermaßen verworren, dass es zu keinen besonders guten Gesamteindruck kommen kann, weil sie schlicht und einfach in beinahe uninteressante und recht langweilige Bahnen geleitet wurde. Dass zwar immer wieder herrliche Kostproben eines ganz besonderen Unterhaltungswertes auftauchen, kann den Film als Ganzes leider nicht retten. Die fieberhafte, und im Verlauf ermüdende Suche nach einem offensichtlich Wahnsinnigen (übrigens erneut mit äußerst schwachsinnigem Motiv), läuft ins Blaue, und könnte genau so gut durch den Zufall gelöst worden sein. Als fast skandalös mochte ich das schnelle und verschwenderische Ausrangieren einiger Stars dieser Produktion bezeichnen, weil sich die eher schwache Inszenierung dadurch zusätzlich den Boden unter den Füßen wegzieht. Gut funktionieren auf der anderen Seite die klassischen Giallo-Zutaten, und hier sieht man glücklicherweise immer wieder, dass sich die Regie doch sehr bemühte und nicht vollkommen uninteressant inszenierte. Insbesondere die Ermordungsszenen halte ich in ihrer serialen Aufmachung für äußerst gelungen, und ich persönlich habe bezüglich einer Inszenierung schon lange nichts vergleichbares und verblüffendes mehr gesehen.

Wie bereits erwähnt, es werden so einige Köpfe in diesen 86 Minuten rollen, und noch schockierender als die dazu gehörige Darstellung ist die Tatsache, dass es sich um die Stars des Films handelt. Anita Ekberg war zu jener Zeit bereits weniger Star- als Stammbesetzung in diversen belanglosen Produktionen, aber sie hatte ja schließlich noch einen großen Namen übrig. Mir hat sie hier als Chefin des Bordells wieder einmal sehr gut gefallen, denn ich mag ihre späten Rollen, in denen der Lack oftmals schon fast ab war. Bereits etwas üppiger und gezeichneter, nimmt man ihr daher erfahrene Frauen mit moralischen Abgründen sehr gut ab. Der heimliche Star des Films kommt für mich in prachtvoller Schönheit in Form einer ganz besonderen Dame daher. Nein, man nennt sie nicht Barbara Bouchet und auch nicht Rosalba Neri, sondern es handelt sich um die leider viel zu früh verstorbene Schweizerin Evelyne Kraft, die hier in ihrem filmischen Debüt diskret zu begeistern weiß. Für Wiedersehensfreude, oder Giallo- und Trash-Faktor sorgen beispielsweise noch Renato Romano, Peter Martell und Howard Vernon. Gerade bei letzterem ist es erstaunlich zu sehen, wie er wirken kann, wenn die Regie ihn richtig anpackte. In unzähligen Jess Franco-Werken wirkte er jedenfalls häufiger einmal unterfordert und leblos. Die Rolle des Inspektors vertraute man Robert Sacchi an, dessen Darstellung und Interpretation ich leider für vollkommen uninteressant und missglückt halte, wobei aber die Meinungen jedoch sicherlich weit auseinander gehen dürften, da es sich mal definitiv um eine etwas anders angelegte Rolle handelt. Das größte Rätsel der Besetzungsliste stolpert jedoch in Form von Rolf Eden umher, bei dem ich mich tatsächlich fragen musste, wie er in einem derartigen Film gelandet sein mag. Im Endeffekt hören sich die teils großen Namen der Besetzung jedenfalls besser an, als ihre tatsächlichen Leistungen aussehen, doch eines garantieren sie wohl uneingeschränkt, nämlich einen im Genre typischen Wiedererkennungswert.

Mit Ferdinando Merighis Beitrag ist sicherlich kein Meisterwerk geboren worden, dafür ist der Mix aus allen möglichen Komponenten einfach zu diffus und zu wenig stilvoll oder elegant ausgefallen. Ein Psychopath, dubiose Wissenschaftler, ein berüchtigtes Bordell mit allerhand zwielichtigen Gestalten, grausame Morde mit teils deftiger Exposition, sporadische Sex-Würze, und sogar ein mysteriöser Horror-Einschlag reißen jedenfalls nichts wirklich Außergewöhnliches heraus, ganz im Gegenteil, denn man bekommt eher den Eindruck, dass man unbedingt einen wirkungsvollen Beitrag zusammenbasteln wollte. Es ist in der Tat nicht weiter schlimm, wenn diese Masche trotz Vorhersehbarkeit wenigstes zu unterhalten weiß. Dabei ist es begrüßenswert, dass man meistens ordentlich auf die Effekt- und Spannungstube drückte, viele Szenen sind sehr rasant ausgefallen und können im Endeffekt mit einem bestimmten Flair punkten, wenn die Atmosphäre auch oftmals kleinere Aussetzer vorzuweisen hat. Der Aufbau von "Das Auge des Bösen" ist bei nicht permanentem Hinterfragen der Logik (was ohnehin im Bereich der Gialli wenig ratsam ist) ganz ordentlich gelungen, der Anfang des Films zeigt auch gleichzeitig sein sprödes Ende. Hin und wieder gibt es einige sehr gute Einfälle aufzuspüren, die das Anschauen bedeutend begünstigen, auch die musikalische Untermalung deckt die unterschiedlichen Stimmungen, Bilder und Szenen blendend ab. Natürlich gibt sich die Produktion auch effekthascherisch, wobei schnelle Schnitte zum Tragen kommen, Köpfe dürfen rollen, das Blut kann in Fontänen sprudeln; Brutalität fehlt also insgesamt bestimmt nicht, und die hauptsächlich umgangssprachlich-trivialen Dialoge machen sehr großen Spaß, sorgen in Verbindung mit den richtigen Gesichtern sogar für eine enorm hohe Glaubwürdigkeit. Als Film ist "Das Auge des Bösen" eher durchschnittlich, als Giallo sogar zu wenig extravagant ausgefallen, aber in Sachen Unterhaltung, Besetzung und Spaßfaktor kann man sich letztlich sicherlich nicht beklagen.

Editiert von Gubanov am 21.06.2013, 00.15 Uhr - Beitrag in vorhandenes Thema integriert

Gubanov Offline




Beiträge: 16.101

26.06.2013 14:34
#6 RE: Das Auge des Bösen / Der Ripper kommt auf leisen Sohlen (1972) Zitat · Antworten



Das Auge des Bösen (Der Ripper kommt auf leisen Sohlen / Casa d’appuntamento)

Kriminalthriller, IT 1972. Regie: F.L. Morris (d.i. Ferdinando Merighi). Drehbuch: Marius Mattei, Ferdinando Merighi, Robert Oliver (d.i. Dick Randall) (Buchvorlage „The Tell-Tale Heart“: Edgar Allan Poe). Mit: Robert Sacchi (Inspektor Fontaine), Anita Ekberg (Madame Colette), Rosalba Neri (Marianne), Evelyne Kraft (Eleonora), Howard Vernon (Professor Waldemar), Peter Martell (Antoine Gottvalles), Barbara Bouchet (Francine), Eva Astor (Florence), Renato Romano (Mr. Randall), Rolf Eden (Pepi) u.a. Uraufführung (Italien): 16. Juni 1972. Uraufführung (Deutschland): 2. September 1983.

Zitat von Das Auge des Bösen
Ein Pariser Edelbordell steht im Zentrum pikanter Mordfälle: Nachdem eine Prostituierte tot aufgefunden wird, verhaftet die Polizei mit Antoine Gottvalles den angeblichen Täter, doch selbst nach dessen Unfall auf der Flucht vor den Behörden nimmt die Blutspur kein Ende. Inspektor Fontaine steht vor einem Rätsel mit mehreren Verdächtigen – bis er herausfindet, dass das Auge des toten Antoine dem Täter den Auftrag für sein grausiges Unterfangen gab ...


Von einem Film, der angelsächsischen Zuschauern als „The French Sex Murders“ bekannt und selbst unter Genrefreunden als üble Trashgranate verschrien ist, sollte man eigentlich nicht allzu viel erwarten. Dass ich mir den Film trotzdem zugelegt habe, ist dem atmosphärischen Trailer zu verdanken, der bereits andeutet, mit welchem Elan das beteiligte Filmteam hier zu Werke ging. Sicher zeichnet sich „Das Auge des Bösen“ nicht durch eine hohe filmisch-ästhetische Qualität aus, auch handelt es sich entgegen der Trailer-Aussagen weder um einen „französischen Actionfilm der Weltspitzenklasse“ noch um ein „Meisterwerk der Spannung“, wohl aber wird letztere durch die in unglaublichem Tempo voranschreitende Story hervorragend hochgehalten. Der Film kann – im Gegenteil zu seinen ausgefuchsteren und professionelleren Kollegen – gar keine Minute Langeweile aufkommen lassen, weil versucht wurde, eine beinah unmögliche Menge an Giallo-, Sex- und Crime-Zutaten miteinander zu vermischen, um so eine Essenz des Genres zu kreieren und ein Stück vom Erfolgskuchen abzubekommen.



Tatsächlich findet man in „Das Auge des Bösen“ alles, was Gialli ausmacht: nackte Haut, brutale Morde mit verschiedensten Werkzeugen in aufmerksamkeitsheischender Aufmachung, allerlei Perversitäten, seltsame Verdächtige, Science-Horror, Friedhöfe und einen spannenden Showdown – aber eben alles eine Spur kleiner und unprofessioneller, als man es von anderen Filmen gewohnt ist. Das ist keineswegs schlechter: Manchmal kranken Gialli daran, dass sie sich selbst zu gut gefallen – für derlei Erlebnisse ist dieser Film die perfekte Kur.

Auf dem Gebiet der genretypischen Darsteller bin ich alles andere als ein verlässlicher Experte und verweise daher gern auf andere Besprechungen, die sich vor allem den jungen Damen in großer Ausführlichkeit widmen. Hervorhebenswert erscheinen mir jedoch eher die Verkörperungen der Puffmutter von einer überalterten, überschminkten und abgewrackten Anita Ekberg, die damit perfekt in den Film passt, des undurchsichtigen Professor Waldemar von Trash-Weltmeister Howard Vernon und des Inspektors durch Robert Sacchi, der nicht nur an Humphrey Bogart erinnert, sondern die Legende des Film Noir ganz offensichtlich in jedem Detail nachahmt. Hier zeigt sich einmal mehr, welche hehren Ziele sich „Das Auge des Bösen“ setzte – auf kaum einen anderen Giallo lässt sich die Einschätzung „Er war immer sehr bemüht“ besser anwenden.

Etwas billig, etwas trivial, etwas verkorkst, aber sehr unterhaltsam. „Das Auge des Bösen“ wird wohl keinen Neuling von den Meriten der Gialli überzeugen, fährt für erfahrene Entdecker mit Hang zum Trash aber wohlige Unterhaltung auf. Gut gemeinte 4 von 5 Punkten für eine durchaus positive Überraschung.



Die DVD von FilmArt hat wundersamerweise in diesem Forum noch gar kein Gehör gefunden. Dabei handelt es sich um den Einstieg in eine Giallo-Edition, die noch viele weitere Perlen verspricht (als nächstes ist mit „Der Schwanz des Skorpions“ immerhin ein weiterer beliebter Giallo angekündigt, Film drei wird laut Label dann eine DVD-Premiere sein). Die Aufmachung der neuen Reihe ist hochwertig und mich als Otto Normalsammler freut es, dass die VÖ in einer quietschgelben Amaray statt der bei Nischenlabels üblichen Hartbox daherkommt, was Platz für ein Booklet lässt, das seinen Namen wirklich verdient und nicht nur Bilder, sondern einen richtig guten Text zum Film auf Lager hat. Die Bildqualität bietet eine deutliche Verbesserung gegenüber anderen, auch internationalen Veröffentlichungen des Films und enthält die Morde in ihrer ursprünglichen Farbgebung. Einige alternative Szenen sowie Vor- und Abspänne plus Trailer lassen sich im Bonusmenü abrufen, des Weiteren ist eine gekürzte deutsche Schnittfassung als Extra enthalten, die seltsamerweise den Titel „Deutsche Langfassung“ trägt. Sprachlich darf man zwischen deutschem und englischem Ton wählen, wobei einige Szenen in der Uncut-Fassung auch auf Italienisch liefen und dann entsprechend untertitelt waren. Ich freue mich auf alle weiteren DVDs aus der Reihe.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.101

09.09.2013 22:04
#7 RE: Das Auge des Bösen / Der Ripper kommt auf leisen Sohlen (1972) Zitat · Antworten

„Das Auge des Bösen“ / „Der Ripper kommt auf leisen Sohlen“ belegt mit 43,20 von 70 Punkten Platz 34 von 35 im Giallo-Grandprix 2013. Der Film wurde also mit durchschnittlich 3,09 Punkten pro Person bewertet. Unter zwölf Teilnehmern erhielt er keine Top-Ten-Nominierung.

Anzahl der abgegebenen Bewertungen: 5
mit 33,60 Punkten auf Platz 35 in der Kategorie Stil (Inszenierung und Bild)
mit 44,80 Punkten auf Platz 31 in der Kategorie Schock und Provokation
mit 35,00 Punkten auf Platz 35 in der Kategorie Plot und Spannung
mit 53,20 Punkten auf Platz 24 in der Kategorie Darsteller
mit 47,60 Punkten auf Platz 33 in der Kategorie Musik
mit 49,00 Punkten auf Platz 28 in der Kategorie Giallo-Faktor
mit 39,20 Punkten auf Platz 34 in der Kategorie Freie Wertung
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