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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 846 mal aufgerufen
 Giallo Forum
Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

19.10.2008 15:16
Naked Girl Killed in the Park (1972) Zitat · antworten

Von Zeit zu Zeit stolpere ich immer wieder über Gialli, die meinen Informationen nach in Deutschland nicht erschienen sind. Der folgende Film ist einer dieser Titel - vielleicht weiß der eine oder andere mehr darüber!?

Ragazza tutta nuda assassinata nel parco / Naked Girl Killed in the Park
Italien / Spanien 1972 - Farbe und Scope (2,35:1)
Regie: Alfonso Brescia
Mit: Robert Hoffmann, Irina Demick und Adolfo Celi

Joachim.

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

07.11.2008 11:50
#2 RE: Naked Girl Killed in the Park (1972) Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp im Beitrag #1
Ragazza tutta nuda assassinata nel parco / Naked Girl Killed in the Park
Italien / Spanien 1972 - Farbe und Scope (2,35:1)
Regie: Alfonso Brescia
Mit: Robert Hoffmann, Irina Demick und Adolfo Celi

Bei diesem Film scheint eine DVD in englischer Sprache verfügbar zu sein:
http://www.rezarected.com/giallo-italian...-/prod_282.html

Bilder findet man unter:
http://www.film.tv.it/photogallery.php/f...nata-nel-parco/

Gruß
Mike

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

15.01.2009 08:08
#3 RE: Naked Girl Killed in the Park (1972) Zitat · antworten

Nachdem der Film nun hier erwähnt wurde, erinnerte ich mich daran, dass ich davon ein bisher noch ungesehenes Bootleg auf Englisch rumliegen habe. Wird ganz offiziell von REZARECTED über deren Homepage vertrieben - auf DVD-R. Gestern Abend nahm ich mir den Film also vor.

Ragazza tutta nuda assassinata nel parco

Cast: Robert Hoffmann, Adolfo Celi, Pilar Velázquez, Irina Demick, Teresa Gimpera, Howard Ross, Patrizia Adiutori, Philippe Leroy, Franco Ressel, María Vico

Inhalt: Ein Mann wird in der Geisterbahn eines Vergnügungsparks ermordet aufgefunden. Kurz vorher hat er eine sehr hohe Lebensversicherung abgeschlossen - Geld, das seiner Frau und seinen zwei Töchtern zufallen würde. Die Versicherung will nicht zahlen und setzt deshalb den Versicherungsagenten Christian Buyer (Robert Hoffmann) auf den Fall an. Dieser beginnt daraufhin eine Beziehung mit Catherine Wallenberger (Pilar Velázquez), der jüngeren Tochter des Ermordeten. Catherine fühlt sich verfolgt und wird von einem anonymen Anrufer terrorisiert, der ihr schwer zusetzt. Schließlich entwickelt auch noch ihre ältere Schwester Barbara (Patrizia Adiutori) ein Interesse für Christian. Auf dem Fammilienanwesen ermittelt noch immer Inspektor Huber (Adolfo Celi), der vermutet, dass Mr. Wallenberger erpresst wurde. Da kommt es auf einmal zu einem zweiten Mordfall ...

Zuerst einmal zur DVD: Nicht nur dass das Bild schlimmer aussieht als manche alte VHS (Unschärfe!) und einige Bildstörungen hat und auch der Ton gewaltig rauscht - nein, der Film ist entgegen den Angaben auf der Hülle auch noch um ca. 10 Minuten gekürzt (er läuft 82 Minuten anstatt 92). Extrem störend ist zudem, dass man das sicher ordentlich breite Bild (laut IMDb 2,35:1) auf Fullscreen gezoomt hat, was dazu führt, dass man manchmal zwar ein Gespräch hört, die Menschen allerdings außerhalb des Bildes stehen oder man nur Ausschnitte ihrer Gesichter sieht ...

Nur leider fürchte ich, der Film würde auch bei einer besseren Präsentation nicht wirklich ein Highlight werden. Zwischen dem Auftaktmord und der nächsten aufregenderen Szene liegen ca. 40 Minuten Liebesgeschichte und Rummelplatzansichten. Der Schnitt wirkt insgesamt sehr rumpelig (nicht nur dort, wo scheinbar gekürzt wurde) und der Score pendelt irgendwo zwischen furchtbar kitschig (Ausritt mit den Pferden) und mäßig passend - ist aber sehr in den Vordergrund gemischt. In dem Film will nie Spannung aufkommen, alles plätschert vor sich hin - was an Gewalt fehlt, weiß ich nicht, aber in der Version, die ich gesehnen habe, sieht man eigentlich gar nichts.

Jede der weiblichen Darstellerinnen darf sich mindestens einmal ausziehen - gerade eine Szene hat nur den Sinn, die Darsteller beim Liebesspiel zu zeigen - mit der Handlung hat das gar nichts zu tun und bremst den Film nur noch mehr. Hauptdarsteller Robert Hoffmann ist recht sympathisch, wirkt allerdings manchmal etwas ratlos, was er denn eigentlich tun soll - gegen Ende wird seine Darbietung fast lächerlich. Adolfo Celi als Inspektor passt einfach nicht - wenn ich Celi sehe, denke ich automatisch an einen fiesen Gangster - ansonsten hat Celi eigentlich nichts zu tun. Howard Ross schleicht eigentlich nur mit grimmigem Gesicht durch den Film - wirklich wichtig ist er auch nicht. Pilar Velázquez sieht immerhin wirklich gut aus, schauspielern kann sie hingegen nur begrenzt. Bei den anderen Damen ist das ähnlich, wobei Patrizia Adiutoris Rolle schon so unglaubwürdig ist, dass sie selbst bei größtem Talent gar nicht überzeugen könnte.

Insgesamt bietet dieser Giallo allenfalls unteres Mittelmaß - die Story ist einfach viel zu langweilig - und kann weder optisch, musikalisch noch schauspielerisch wirklich punkten.

Ach ja: Eine nackte Tote im Park gibt es wirklich zu sehen! Kaum zu glauben ...

2 von 5 Punkten

Peter

Happiness IS the road! (Marillion)

Gubanov Offline




Beiträge: 15.981

28.10.2018 14:15
#4 RE: Naked Girl Killed in the Park (1972) Zitat · antworten



Naked Girl Killed in the Park (Ragazza tutta nuda assassinata nel parco)

Kriminalfilm, IT / ES 1972. Regie: Alfonso Brescia. Drehbuch: Peter Skerl, Gianni Martucci (Vorlage: Antonio Fos). Mit: Robert Hoffmann (Chris Bayer), Irina Demick (Magda Wallenberger), Pilar Velázquez (Catherine Wallenberger), Patrizia Adiutori (Barbara Wallenberger), Howard Ross (Günther), Adolfo Celi (Inspektor Huber), Philippe Leroy (Martin), Teresa Gimpera (Kirsty), Franco Ressel (Bruno, Butler), Maria Vico (Sybil, Hausmädchen) u.a. Uraufführung (IT): 30. Mai 1972. Uraufführung (ES): 29. April 1974.

Zitat von Naked Girl Killed in the Park
Das lässt die Versicherungsgesellschaft nicht auf sich sitzen: Kurz nachdem der Patriarch Johann Wallenberger eine Lebensversicherung auf eine Million Dollar abgeschlossen hat, wird er auf dem Rummelplatz in einer Geisterbahn ermordet. Chris, ein charmanter Versicherungsagent, soll Klarheit in den Fall bringen und beginnt eine Affäre mit Wallenbergers jüngerer Tochter Catherine. Diese wird zu allem Überfluss von einem anonymen Anrufer bedroht, was sie nervlich sehr anspannt. Sie erleidet aufgrund ihrer Herzschwäche einen gefährlichen Schock. Ihre Mutter und Schwester scheint die kritische Lage wenig zu kümmern, allerdings ereilt auch sie bald ein unschönes Ende. Hat der Mörder es auf die gesamte Familie abgesehen?


Auch wenn der Name dieses Giallos auf die kapriziöse, unverständliche Extravaganz anderer typischer Filmtitel des Genres verzichtet (und in seiner entsprechenden Nüchternheit für ein Filmplakat sogar als Zeitungsschlagzeile abgedruckt wurde), so vergaßen die Macher nicht, sowohl Sex als auch Crime unmissverständlich im Titel anzukündigen. Wer nun aber erwartet, dass die nackte Leiche im Park der Ausgangspunkt des Films sei, wird sich wundern, zunächst eine für Giallo-Filme atypische Rückblende in den Bombenhagel Berlins im Jahr 1945 sowie den Mord an einem alten Mann in der Geisterbahn zu Gesicht zu bekommen. Während ersteres für eine Weile in Vergessenheit gerät, bietet die zweite Szene den Auftakt zu den Ermittlungen von Versicherungsagent Chris, dem der deutsche Darsteller Robert Hoffmann eine zwar etwas hölzerne, aber alles in allem doch überzeugende, leicht schmierige, aber auch bestimmte Art zuteil werden lässt. Um herauszufinden, ob die Wallenbergers die Versicherung betrogen haben, bandelt Chris zunächst mit der jüngeren Tochter des Familienoberhaupts, später aber auch mit deren älterer Schwester und Mutter an – für den Erfolg seines Firmenauftrags scheint ihm jedes Mittel recht zu sein. Die Ermittlungen spielen zum größten Teil auf dem feudalen, stellenweise auch recht unheimlichen Familienwohnsitz der Wallenbergers; obwohl wir immer wieder einmal auf den anfangs gezeigten Rummelplatz zurückkehren, stellt dieser keineswegs den Hauptschauplatz dar.



Die drei Wallenberger-Ladys haben alle einen gewissen Haschmich: Catherine ist ängstlich-verstört und als attraktive Hasenfüßin ein dankbares Opfer für einen perfiden anonymen Drohanrufer, der in einer spannenden Szene auch ihren nächtlichen Balkon erklimmt. Barbara dagegen zeigt sich kampfeslustig und nymphomanisch und versucht nicht nur, ihrer Schwester sofort den Liebhaber auszuspannen, sondern widmet sich auch ausführlich dem von Howard Ross gespielten griesgrämigen Gärtner. Am kuriosesten fällt aber sicher Magda Wallenberger in der Darstellung durch Irina Demick aus, die als (ähnlich junge) Mutter ebenfalls ein Auge auf Chris geworfen hat, zugleich aber defensive Zwiegespräche mit dem anklagenden Porträt ihres ermordeten Mannes führt. Die im übertriebenen Spiel der drei Darstellerinnen Velázquez, Adiutori und Demick erkennbare familiäre Degenerierung passt gut zu der düsteren Auflösung, mit der der im Mittelteil etwas zu lang geratene Film am Ende noch einmal richtig an Fahrt und inhaltlicher Komplexität gewinnt. „Naked Girl Killed in the Park“ ist damit ein idealtypischer Giallo, der spekulativen Sex mit einer ordentlichen Anzahl kreativer (dennoch nicht besonders blutiger) Morde kombiniert und am Ende eine vielleicht allzu konstruierte, aber nicht weniger ausgefallene Lösung präsentiert, bei der es um Rache für begangenes Unheil geht.

Ohne Frage gehört Spielleiter Alfonso Brescia nicht zur Oberklasse der Giallo-Regisseure. Seine Inszenierung wirkt bisweilen etwas unbeholfen-naiv, aber niemals himmelschreiend unprofessionell. Gerade vor dem Hintergrund, dass man es mit einem günstig produzierten Film aus der zweiten Reihe zu tun hat, bekommt man insgesamt eine wirklich stimmige Leistung geboten, die sehr stark das Atmosphärische betont und als solche vielleicht nicht immer Wichtiges von Unwichtigem zu trennen versteht. Unnötige Spielereien sind ja aber durchaus auch ein Markenzeichen italienischer Krimis und treten auch in A-Klasse-Gialli auf. „Naked Girl Killed in the Park“ verfügt über solide Scope-Fotografie und einen ordentlichen, etwas getragenen Score von Carlo Savina. Insofern ist es recht verwunderlich, dass der Film ein derartiges Schattendasein fristet. Wer keinen Argento oder Martino erwartet, erhält hier einen ordentlichen, saftigen, manchmal regelrecht ironischen kleinen Familienkrimi, in dem sich neben den Hauptakteuren auch der beliebte Adolfo Celi in einer kleineren Ermittlerrolle die Ehre gibt.

Wer Gialli, die in Deutschland spielen, nur mit „Die rote Dame tötet sieben Mal“ verbindet, darf gern auch einen Blick auf „Naked Girl Killed in the Park“ werfen. Zwar muss auf Originalschauplätze hierzulande verzichtet werden, aber schlechter gelungen als Miraglias Gothic-Giallo ist dieses illustre Mordrätsel dennoch nicht gelungen. Brescia liefert vor allem einige formidable Spannungsszenen ab und spricht mit dem Rückbezug auf ein Naziverbrechen ein sonst im italienischen Krimi ausgespartes Kapitel an. Interessante 3,5 von 5 Punkten.

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