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Dieses Thema hat 33 Antworten
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 Giallo Forum
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Georg Offline




Beiträge: 3.120

26.08.2011 12:31
#16 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

La corta notte delle bambole di vetro
Jugoslawischer Titel: Kratka noć leptira
Deutscher Titel: Malastrana / Unter dem Skalpell des Teufels / Das Todessyndrom
Italien / BRD / Jugoslawien 1971

Diesen tollen Film habe ich mir heute auch mal wieder mit großem Vergnügen angesehen. Die Produktion ist ja nur entfernt unter dem Genre "Giallo" einzureihen, wenn man für den Begriff die italienische Bedeutung heranzieht, die ja jegliche kriminalistische fiktive Handlung darunter zusammen fasst. Was Regisseur Aldo Lado da Beklemmendes und Spannendes abgeliefert hat, sucht seines Gleichen. Die Geschichte allein ist schon hervorragend, das Hin- und Herschalten der Erzählung auf zwei verschiedenen Ebenen, die ineinander verschmelzen, kongenial gemacht. Beeindruckend webt Lado das Ambiente ein (ja, es handelt sich hingegen meiner Meinung von 2006 tatsächlich um Prag, mittlerweile war ich dort :-)), der so schöne Stadtteil Malá Strana wirkt unheimlich und vernachlässigt, der Mann von der tschechischen VB (Öffentlichen Sicherheit) ist wie aus dem Bilderbuch der "Kommunistischen Milizbeamten" und auch sonst klingt immer wieder ein bißchen Kritik am kommunistischen System durch.

Die Musik von Ennio Morricone sorgt für Gänsehaut und mit Jean Sorel wurde ein Hauptdarsteller gefunden, der wie kein anderer in die Rolle passt. Ingrid Thulin nervt mich etwas, Mario Adorf erfreut in seiner etwas kleineren Rolle. Die Auflösung ist überraschend und das Schockende, in dem Jean Sorel auf dem Seziertisch liegt, lässt einem den Atem anhalten. Ein Psychothriller, dem kaum ein anderer aus jener Zeit gewachsen ist.

Wieso der deutsche Kino(?)-Titel "Malastrana" lautet, ist mir jedoch nicht ganz klar, spielt dieses Stadtviertel doch eher eine untergeordnete Rolle. Auf meiner VHS-Aufzeichnung von RTL 2 von Anfang der 90er heißt der Film "Das Todessyndrom" und hat einen deutschen Vorspann, in dem Dieter Geissler als Produzent genannt wird. Warum Ingrid Thulin als erste im Vorspann genannt wird, ist nicht ganz klar, Jean Sorel hat doch die Hauptrolle (hat wohl Marketinggründe).

Zur DVD: Eine so erstklassige DVD-Aufarbeitung wie bei "Malastrana" würde man sich öfter wünschen, nicht nur das Layout und die Gesamtaufmachung erfreuen, sondern natürlich auch die komplette Originalfassung, das Interview mit Mario Adorf (der allerdings recht wenig über "Malastrana" zu berichten weiß) und vor allem der witzige wie dennoch informative Audiokommentar von Jürgen Drews, der in dem Film eine Minirolle spielt und den Titelsong "Short Night Of The Glass Dolls" singt. Dies ist auch der internationale Filmtitel und die Übersetzung des Originaltitels "La corta notte delle bambole di vetro", den ich dem noch dazu falschgeschriebenen deutschen Titel "Malastrana" durchaus als "Die kurze Nacht der Glaspuppen" vorgezogen hätte. Als einziges Manko der DVD fehlt mir der deutsche Vorspann, den ich Gott sei Dank noch in meiner Videoaufzeichnung habe.

Fazit: ein Film, den man sehen muss!

Janek Offline




Beiträge: 1.852

26.08.2011 14:31
#17 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Zu bemängeln ist die leirige Tonspur der Musik. Die Stücke von Morricone saufen immer wieder ab und haben nicht den schönen Klang wie auf der CD!

MfG
Janek

Janek Offline




Beiträge: 1.852

08.01.2012 18:30
#18 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Georg im Beitrag #10
Zum Begriff "Giallo": Der Italiener versteht darunter alles, was wir unter "Krimi" verstehen, sowohl Dario Argentos Filme als auch eine normale "Derrick"-Folge - alles ist ein "Giallo". Im Deutschen hat der Begriff eine etwas andere Bedeutung!

Auf den italienischen Wallace-Kinoplakaten steht auch immer "Giallo". In Italien ist Giallo der Begriff für Krimis und Thriller mit Horrorelementen! Filme wie "Suspiria" und "Inferno" zählen da keinesfalls zu, da sie dem Horrorgenre zuzurechnen sind. Auch wenn es hier zwar wie bei "Phenomena" einen Killer gibt, zählt dieser Film für mich nicht zu den Gialli, da das mit den Bienen doch zu übernatürlich ist und für mich in die Fantasy-Horror-Spalte abrutscht.

Noch eine kleine Meinung zu "Malastrana":

Ich fand den Film sehr spannend und gekonnt insziniert, auch wenn ich der Meinung bin, dass dem Film ein Mord mehr gut getan hätte. Vor allem im Mittelteil fehlt doch ein wenig der Actionfaktor. Was auch auffällt: Bis auf die Kleidung von Ingrid Thulin sieht man in diesem Film kaum etwas trashig Angehauchtes.

Insgesamt gebe ich dem Film 6,5 von 10 Punkten, da mir stellenweise doch der typische Gewalt- und Erotik-Part fehlte. Natürlich wäre auch eine kleine Schlägerei zwischendurch ganz nett gewesen. Für mich bleibt der Film ein guter Thriller mit Gialloanleihen, der vor allem mit guter Kameraarbeit sowie einem tollen Ennio-Morricone-Score aufwarten kann.

Was dem Film aber maßgeblich fehlt, ist Atmosphäre. Er schafft es einfach nicht, eine Atmospäre wie "Halbmond", "Stecknadel" oder "Handschuhe" zu erzeugen. Der ganze Film wirkt teilweise leider etwas farblos.

MfG
Janek

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

08.01.2012 19:08
#19 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Was mir bei diesem Film einfach fehlt, ist ein killer. Und auch das mit dem magischen Koma ist mir ein wenig zu wirr. Allerdings ist der Film gar nicht so schlecht gemacht. Ich würde ihn nur nicht zwingend als "typischen" Giallo bezeichnen. Er hat einfach nicht diese Giallo-Atmosphäre. Ich gebe daher nur 5 von 10 Punkten.

MfG Jacob

Janek Offline




Beiträge: 1.852

08.01.2012 19:23
#20 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Vor allem hätte man das Ende besser machen können und zwar so:

Ingrid Thulin schreit, weil sie gesehen hat, dass Gregory noch lebt. Sie erzählt es allen, aber niemand will ihr galuben, da der Arzt ein angesehener Mann ist. Daraus hätte man ein tolles Psychospiel machen können, indem sie andauernd Drohanrufe erhält. Dabei setzt sie sich mit dem noch lebenden Freund von Gregory in Verbindung. Dieser will dann am Abend noch zur Polizei gehen, wird aber auf dem Weg dorthin von einem Auto überfahren, das natürlich von einem Anhänger der Sekte gefahren wurde. Allerdings ist der Wagen gestohlen worden und somit der Fehrer nicht auffindbar, an Spuren lässt sich absolut nichts finden. Ingrid Thulin wird mit der Zeit immer verrückter. Zumindest meinen das die anderen. Als sie dann nachts Besuch von einem Sektenmitglied bekommt, schafft sie es, den Angreifer zu überwältigen. Der Kampf geht bis zum Balkon ihrer Wohnung. Dann schafft sie es, das Messer des Mörders in die Hand zu bekommen. Dumm nur, dass die anderen Mitglieder gerade dann zusehen, als sie den Mann tötet und dieser vom Balkon stürzt. Später wird sie von einem Gericht wegen Unzurechnungsfähigkeit in eine Psychiatrie gebracht, wo sie in ihrer Zelle von Mitgliedern der Sekte vergiftet wird. Die Blausäurepillen stecken sie ihr dann in die Tasche, sodass es aussieht wie Selbstmord und die Sekte nie entdeckt wird ...

Was haltet ihr davon?

MfG
Janek

Prisma Offline




Beiträge: 7.551

08.01.2012 19:28
#21 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Gerade die finale Szene mit Ingrid Thulin finde ich doch die intensivste im gesamten Film.

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

08.01.2012 19:31
#22 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Aber dieses offene Ende gefällt mir nicht so gut, weil die ganze Zeit über nicht die Chance besteht, dass die Sekte enttarnt wird.

MfG Jacob

Grabert Offline



Beiträge: 257

20.02.2012 11:27
#23 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Georg im Beitrag #16
Was Regisseur Aldo Lado da Beklemmendes und Spannendes abgeliefert hat, sucht seines Gleichen. Die Geschichte allein ist schon hervorragend, das Hin- und Herschalten der Erzählung auf zwei verschiedenen Ebenen, die ineinander verschmelzen, kongenial gemacht. Beeindruckend webt Lado das Ambiente ein (ja, es handelt sich hingegen meiner Meinung von 2006 tatsächlich um Prag, mittlerweile war ich dort :-)), der so schöne Stadtteil Malá Strana wirkt unheimlich und vernachlässigt, der Mann von der tschechischen VB (Öffentlichen Sicherheit) ist wie aus dem Bilderbuch der "Kommunistischen Milizbeamten" und auch sonst klingt immer wieder ein bißchen Kritik am kommunistischen System durch.

Ich möchte mich den Bewertungen von Blap und Georg anschließen. Ein ungewöhnlicher Film mit großartigen Bildern, gekonnt inszeniert. Es zeichnet doch gerade den psychologisierenden und erzählenden Stil des Films aus, auf Actionszenen und Brutalität zu verzichten und stattdessen feinsinnig ausgeleuchtete Figuren, die Atmosphäre Prags im kalten Krieg und die Geschichte wirken zu lassen. Die Darsteller, allen voran Mario Adorf und Jean Sorel, passen hervorragend. Die Auflösung wirkt ein wenig konstruiert, eine "politische" Lösung hätte mich mehr überzeugt. Der Titel hättte auch besser gewählt werden können. Den Film sollte man auf jeden Fall gesehen haben.

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

06.04.2012 17:32
#24 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Ich mag diesen Film ebenso sehr. Kein Giallo, aber ein toller Psychothriller mit sehr unheimlichen Bildern aus Prag. Immer wieder zum Neuentdecken. Mario Adorf ist große Klasse, Jean Sorel spielt wunderbar.

Zitat von Grabert im Beitrag #23
eine "politische" Lösung hätte mich mehr überzeugt. Der Titel hättte auch besser gewählt werden können. Den Film sollte man auf jeden Fall gesehen haben.

Daran habe ich noch nie gedacht, aber ich muss sagen, dass mir diese Idee sehr gefallen hätte. Die Sozialisten als Bösewichte mit einer neuen Droge als Waffe. Wäre eine interessante Variante gewesen. Nur ist die Frage, ob man den Film dann auch in Prag hätte drehen dürfen. Wohl kaum.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

26.06.2013 17:43
#25 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten



Malastrana – Das Todessyndrom (La corta notte delle bambole di vetro)

Psychothriller, IT / BRD / JUG 1971. Regie: Aldo Lado. Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Aldo Lado. Mit: Jean Sorel (Gregory Moore), Ingrid Thulin (Jessica), Mario Adorf (Jacques Versain), Barbara Bach (Mira Svoboda), Fabijan Sovagovic (Professor Karting), José Quaglio (Valinski), Relja Basic (Ivan), Piero Vida (Inspektor Kierkoff), Daniele Dublino (Arzt), Luciano Catenacci (Angestellter im Leichenhaus) u.a. Uraufführung (Italien): 28. Oktober 1971. Uraufführung (Deutschland): 30. May 1972.

Zitat von Malastrana – Das Todessyndrom
Der amerikanische Journalist Gregory Moore ist hellwach und nimmt jede Äußerung seiner Umwelt ungetrübt wahr. Doch er kann sich nicht bemerkbar machen – wie gelähmt liegt er auf der Leichentrage. Sein Herz schlägt nicht mehr. Um sich aus seiner misslichen Lage zu befreien, muss Gregory sich an seine letzten Erlebnisse erinnern. Langsam kommt er nur mit der Kraft seines Gedächtnisses einem Verbrechen auf die Spur, dessen Ausmaße so weitreichend sind, dass er dafür „kaltgestellt“ werden musste ...


Nicht durch und durch gialloesk präsentiert sich das Filmdebüt des später auch mit „The Child – Die Stadt wird zum Alptraum“ bekannt gewordenen Aldo Lado, dem es in seinen Frühwerken offenbar eher um Filme mit sozialkritischem Deckmäntelchen als um typische Handschuh-und-Messer-Kunst ging. Wie auch in dem genannten Film nehmen in „Malastrana“ herbe Sticheleien gegen die wohlhabende, politisch einflussreiche und vor allem überalterte Herrscherkaste großen Raum ein. Der Trick, die Handlung statt in Rom im osteuropäischen Prag spielen zu lassen, gab dem Autor die Möglichkeit, die Kritik am eigenen System als Puzzlestück des Kalten Krieges zu verschleiern, damit aber auch zu verwässern, denn würde dieser Film in Italien spielen, würde er von mehr Brisanz und Mut zeugen.

Die Idee, in einem leblosen Körper einen wachen Geist weiterleben zu lassen, ist für Giallo-Verhältnisse wahrlich ideal geeignet und beschert „Malastrana“ eine reizvolle Ausgangssituation. Das Gefühl, lebendig eingesperrt zu sein, nimmt dabei schon ein wenig die beklemmende Atmosphäre von „The Psychic“ vorweg, während die Aufarbeitung des eigenen Gedächtnisses an „L’uomo senza memoria“ erinnert, dabei aber nicht so raffiniert verschachtelt, sondern zu geradlinig und problemlos funktioniert. Storytechnisch kann sich „Malastrana“ mit den beiden Titeln, die zum besten gehören, was der Giallo hervorgebracht hat, sowieso nicht messen, denn trotz der parallelen Handlungsstränge und der kunstvollen Aufarbeitung haben wir es hier nicht mit viel mehr als einem Durchschnittsplot zu tun. Zu viele Geschehnisse in diesem Film sind unerklärlich, fantastisch, nicht klar zu fassen – insofern macht er seiner zweifelhaften, psychedelischen Höhepunktsszene alle Ehre.



Der Franzose Jean Sorel führt diese internationale Koproduktion an. Sein markantestes Merkmal, die eisblauen Augen, kommen in den Szenen, in denen sein Gregory Moore in regungsloser Verzweiflung verharrt, bestens zur Geltung, verleihen dem Scheinleichnam eine gewisse kalte Lebendigkeit. In seinen aktiven Rückblendenszenen erweist sich Gregory Moore als unangenehmer, zupackender Zeitgenosse, der trotz seiner amerikanischen Herkunft alle Klischees des italienischen Muttersöhnchens einschließlich Machogehabe, Vielweiberei und Hang zur Bewusstseinserweiterung erfüllt. Ingrid Thulin dagegen bleibt bis zur Schlussszene blass; es gelingt ihr nicht, aus dem Schatten von Barbara Bach herauszutreten, was vielleicht auch ganz gut als Motivation für die Suche nach der verlorenen Schönheit ist. Als etwas kruden Regieeinfall ließ man Jürgen Drews ein Liedchen trällern, des weiteren wurde das deutsche Publikum durch einen Auftritt von Mario Adorf bedient, der prinzipiell völlig verzichtbar ist und darum auch gleich offscreen umgebracht wird – eine dumme, vergebene Chance für einen Giallo.

Als unterdurchschnittlich fiel mir Ennio Morriccones Musik zu diesem Film auf, die nicht auf dem sonst so hohen Niveau des Komponisten spielt und sich nach dem Film schnell wieder aus dem Gehörgang verdrückt.

Mittelmäßiger Giallo, der von wenig Substanz, aber viel Schein lebt und durch seine technisch hochwertige Umsetzung vorgaukelt, problemorientiert zu denken. Tatsächlich geriet Lados Erstling jedoch eher zu einem kleinen Sexschocker mit pseudokritischem Anstrich, was auch Jean Sorel nicht im Alleingang wettmachen kann. 3 von 5 Punkten.



Die DVD von Koch Media erfüllt alle Standards, die man sich von diesem Label erwartet. Leider war ich beim Kauf zu langsam und bekam keine Digipak-Verpackung mehr ab, dafür war die Neuauflage im Keepcase schön preiswert. Sie enthält auch das originale Booklet, das für die Plastikhülle aber zu groß ist und deshalb Falten wirft. Über die Bildqualität müssen nicht viele Worte verloren werden – besser als hier wird man den Film nicht zu sehen bekommen. Italienischen Ton gibt es leider keinen, Deutsch und Englisch stehen mit optionalen deutschen UTs zur Wahl. Weniger ansprechend als üblich kommen die Extras daher – ich muss gestehen, dass ich den Audiokommentar von Jürgen Drews nicht erst eingeschaltet habe. Was soll er schon zum Film sagen können, wenn er einen Ein-Szenen-Auftritt mit null Handlungsrelevanz hatte? Die Featurette zu Mario Adorf bewegt sich auch eher quer durch den Gemüsegarten und geht nur ein paar wenige Minuten auf „Malastrana“ ein, bei dem man Adorf ein gewisses Widerstreben und schlechte Erinnerung(-en) anmerkt. Verzichtbar. Englischer Trailer ist i.O., das Booklet enthält die übliche kurze Einleitung von Christian Kessler, der sowieso immer alles gut findet.

Darüber hinaus liegt mir zu diesem Titel ebenfalls die DVD von Blue Underground (US) vor. Sie hat den Vorteil, dass sie im Bonusbereich über ein Interview mit Regisseur Aldo Lado verfügt, welches deutlich interessanter ausfällt als die Beigaben der Köche.

StefanK Offline



Beiträge: 925

26.06.2013 22:56
#26 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #25
Weniger ansprechend als üblich kommen die Extras daher – ich muss gestehen, dass ich den Audiokommentar von Jürgen Drews nicht erst eingeschaltet habe. Was soll er schon zum Film sagen können, wenn er einen Ein-Szenen-Auftritt mit null Handlungsrelevanz hatte?

Einfach mal reinhören. Ich fand den Audiokommentar doch recht gelungen. Drews erzählt recht interessant und durchaus auch einiges über den Film. Aber natürlich auch vieles was nichts mit dem Film direkt zu tun hat. Über ihn selbst (erstaunlich selbstkritisch) und über die Zeit "damals".

Georg Offline




Beiträge: 3.120

27.06.2013 05:49
#27 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Ich fand Drews' Kommentar auch nicht uninteressant und ganz sympathisch, auch wenn er nur einen Drehtag dabei war (und dieser fand auf einer Brücke bei Venedig statt!!), kann er sich an einiges erinnern - auch an seinen anderen italienischen Krimi La polizia ringrazia.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

27.06.2013 10:35
#28 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Gut, also hebe ich mir den Audiokommentar auf jeden Fall auf, bis ich auch "Das Syndikat" gesehen habe.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

12.09.2013 00:16
#29 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

„Malastrana“ / „Das Todessyndrom“ belegt mit 52,75 von 70 Punkten Platz 25 von 35 im Giallo-Grandprix 2013. Der Film wurde also mit durchschnittlich 3,77 Punkten pro Person bewertet. Unter zwölf Teilnehmern erhielt er eine Top-Ten-Nominierung.

Anzahl der abgegebenen Bewertungen: 8
mit 61,25 Punkten auf Platz 12 in der Kategorie Stil (Inszenierung und Bild)
mit 56,88 Punkten auf Platz 11 in der Kategorie Schock und Provokation
mit 50,75 Punkten auf Platz 26 in der Kategorie Plot und Spannung
mit 54,25 Punkten auf Platz 22 in der Kategorie Darsteller
mit 57,75 Punkten auf Platz 17 in der Kategorie Musik
mit 36,75 Punkten auf Platz 33 in der Kategorie Giallo-Faktor
mit 51,63 Punkten auf Platz 27 in der Kategorie Freie Wertung
Gehe zum IMDb-Eintrag / OFDb-Eintrag

Georg Offline




Beiträge: 3.120

20.06.2014 10:37
#30 RE: Malastrana / Das Todessyndrom (1971) Zitat · Antworten

Wieder einmal im DVD-Player gelegen und mit Begeisterung gesehen.

Ich habe dabei etwas Interessantes festgestellt: Der Film wurde zu großen Teilen NICHT in Prag gedreht und das, was der Stadtteil Malá strana (dt.: Kleinseite) ist, ist es nur zum Teil (im Vorspann zum Beispiel). Ganz eingangs zu diesem Thread hatte ich mal aufgrund der Aufschrift auf dem Krankenwagen behauptet, der Film sei in Jugoslawien gedreht. Nun kann ich das bestätigen: Die anschließende Dialogszene, in der ein totes Mädchen aus dem Fluss gezogen wird, wurde eindeutig in Ljubljana (Laibach), der heutigen slowenischen Hauptstadt gedreht. Im Hintergrund ist nämlich der Prešerenplatz zu sehen und die berühmte dreigeteilte Brücke über den Fluss.

In einer anderen Einstellung fährt Jean Sorel mit seinem Auto eine Straße entlang. Auf einem Schild ist pismoslikar zu lesen (deutsch: Schildermaler). Das ist sowohl slowenisch als auch serbokroatisch, jedoch nicht tschechisch (der richtige Ausdruck wäre znamení malíř). Das erklärt auch, warum soviele slowenische und kroatische Schauspieler mitwirken: Der Großteil des Films wurde in Jugoslawien gedreht, das als Prag herhalten musste (von den altösterreichischen Gebäuden her, die überall in der Monarchie gleich aussahen, ist das ja nicht schwer). Nur die wenigen Szenen mit Jean Sorel und Barbara Bach wurden in der tschechischen Hauptstadt an den bekannten Stellen gedreht (vorbei am Rathaus mit der Uhr, am jüdischen Friedhof etc., die (etwas willkürliche) Fahrt durch die Kleinseite im Vorspann).

Außerdem ist die Straßenbahn in einer Szene, in der der Kommissar mit Sorel auf einem großen Platz spricht, blau statt rot (wie in Prag üblich). In einer anderen ist das Schild, auf dem die Hausnummer steht blau. In Prag sind diese Schilder bekanntlich rot.

Jürgen Drews erzählt außerdem, dass er seine Szene auf einer Brücke in einem Ort nahe Venedigs gedreht hat. Das bedeutet also: Das Veneto diente als dritter Drehort.

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