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Dieses Thema hat 67 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

21.03.2014 22:11
#61 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger
Folge 23-26


Die Episoden rund um den Wechsel von der zweiten zur dritten Staffel liefern recht passable Krimiunterhaltung, wobei dankenswerterweise der Schwerpunkt auf Krimi und weniger auf mühsame „Unterhaltung“ gelegt wurde. Beppo Brem darf in „Ein besonderer Saft“ einen größeren Auftritt bestreiten, was der Folge natürlich zum Vorteil gereicht, ist bereits in den ersten Szenen dabei, offeriert intime Einblicke in das private Umfeld des pensionierten, aber so gar nicht aufs Altenteil zurückgezogenen Inspektors, hat dabei nach wie vor nichts von seinem spitzbübischem Charme und seinem messerscharfen Verstand eingebüßt. Der Pensionär ist durch die zudringliche und wenig erwünschte Verehrung seiner wankelmütigen Nachbarin Tilly Breidenbach persönlich involviert, über die Identität des nicht mehr geschätzten nachbarlichen Lebensgefährten kursieren allerlei Gerüchte, die durch einen seltsamen Giftanschlag neuen Auftrieb erhalten und deren Untersuchungen wenig erbauliche Einblicke in das kleinbürgerlich-zerstrittene Leben der Protagonisten gewähren. Georg Lehn verkörpert den Freund mit undurchsichtiger Berechnung und einer gewissen Unbeholfenheit, Nichte Karin Anselm dient nicht nur als hübscher Aufputz und Verbindung zur nachfolgenden Ausgabe, sondern erhält innerhalb der unerfreulichen familiären Konflikte größeren Raum. Während Fröschl bis auf wenige Szenen seinem ehemaligen Chef Raum und Auftritt überlässt, darf Kriminalinspektor Steiner gegenüber Kettwig den nur zu wahren Satz „Merkwürdig, ist Ihnen nicht auch schon aufgefallen, dass fast alle Leute, wenn sie nicht dachten, sagen ‚ich dachte’“ äußern. Eine „Einladung in die Oper“ dient dreisten Dieben dazu, die Abwesenheit der Herrschaften für den Raub von Antiquitäten und Teppichen zu nutzen. Die vormalige Nichte und jetzige Klavierlehrerin Karin Anselm liefert den Gaunern dabei unwissentlich Hinweise. Eine auch darstellerisch unspektakuläre Folge rund um Kunstdiebstähle, an der man mehr kritisieren als loben könnte, sodass auch die gewohnten und meist liebgewonnenen Versatzstücke – Wanningers Tricks, Steiners Präpotenz – etwas schal wirken. „Glück muss der Mensch haben“ liegt eine nicht unklug ersonnene Geschichte zugrunde, eine Angestellte (immer resolut und etwas herb: Irmgard Rießen) feiert mit ihren Bürokollegen einen erklecklichen Lottogewinn, im Wirbel der Feier und des genossenen Alkohols wird die Firmenkassa nicht ordnungsgemäß abgeschlossen, prompt fehlt daraus nach dem Wochenende eine größere Summe. Während sich Fröschl und Kettwig vornehmlich sportlich betätigen (und dem damals wohl gerade in Mode gekommenen Squash huldigen), sich sonst in allerlei Theorien versteigen und mit wenig Ruhm bekleckern, gelingt es dem alten Fuchs Wanninger dank Kombinationstalent und dem geschickten Einsatz seiner „Methoden“, den mysteriösen Fall aufzuklären. Auch in „Wiedersehen macht Freude“ steht der listige Rentner im Mittelpunkt, der Episode liegt ein klassisches Sujet zugrunde, das in kaum einer Krimireihe fehlen darf, das des auf Rache sinnenden Zuchthäuslers, der sich nach seiner Entlassung schnurstracks aufmacht, um sich den damaligen Ermittler – hier Franz Josef Wanninger - vorzunehmen. Autor Bernd Schwamm variiert die Handlung nicht ungeschickt, verzichtet bis auf ein paar aufdringlicher Ausbrüche guter Laune auf Spaß, erhält brauchbare Unterstützung von den Darstellern – Diether Krebs als scheinbar geläuterter Verbrecher zum zweiten Mal dabei, Arthur Brauss und Franziska Bronnen als zwielichtige Gasthausbesitzer. Während Fröschl ob der Bedrohung Angst um seinen ehemaligen Chef hat, reagiert dieser erstaunlich gelassen und hält am Ende wieder alle Trümpfe in der Hand – erlaubt sich sogar, das verwaiste Büro des in dieser Folge abwesenden Kriminalinspektors Steiner zu requirieren. Auch diese Folge lebt wieder von erfreulich vielen Schauplatzwechseln, bietet weitere Streiflichter aus Leben, Haus und Garten Wanningers.

Ray Offline



Beiträge: 984

21.06.2018 19:46
#62 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Habe nun begonnen, mir auch diesen Serien-Dauerbrenner mal zu Gemüte zu führen.

Im Vorhinein war ich etwas skeptisch, weil mich Hauptdarsteller Beppo Brem bei Gastauftritten in anderen Filmen oder Serien eher genervt denn begeistert hat. Sah mich in meiner Skepsis nach den ersten Folgen bestätigt und hatte die Sichtungen zunächst einmal eingestellt. Zu befremdlich der Humor, zu viel des Lokalkolorits - so jedenfalls für meinen Geschmack. Nach einer Weile habe ich den Faden doch wieder aufgenommen und die erste Box einigermaßen zügig durchgesichtet. Einerseits wurde ich im Laufe der Zeit doch wärmer mit der Hauptfigur und vor allem mit der Ausrichtung der Reihe, andererseits muss man eingestehen, dass die Folgen inhaltlich für ein solches Format durchaus ansprechende Kost liefern und ordentlich inszeniert sind. Mir persönlich könnten es ruhig ein paar mehr bekannte Gaststars sein, aber das kann ja noch werden. Jedenfalls haben mir die "seltsamen Methoden" summa summarum immerhin so gut gefallen, dass ich wohl dran bleiben werde. Würde ich vom Niveau her ungefähr neben "Ein Fall für Männdli" einordnen, "Slim Callaghan", "Graf Yoster" oder "Gewagtes Spiel" hingegen gefallen mir (deutlich) besser.

Im Einzelnen haben mir die Folgen "Die Familienfeier" mit einem herrlich versnobten Ulrich Beiger als Diener sowie "Das Fest der Mönche" am besten gefallen.

Fazit: Übermäßig gewöhnungsbedürftige Krimiserie, die inhaltlich und handwerrklich aber durchuas zu gefallen weiß.


P.S.: Wenn ich das richtig sehe, sind von der Nachfolgeserie "Die unsterblichen Methoden..." nicht alle Folgen auf DVD veröffentlicht worden. Kennt man insoweit die Gründe (mangelnder Absatz, rechtliche Gründe)? Besteht noch die Chance der Komplettierung?

Gubanov Offline




Beiträge: 15.359

22.06.2018 11:00
#63 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Interessante Einschätzung. Mir hat "Wanninger" von Anfang an zugesagt, gerade weil man sich über Beppo Brem in der Hauptrolle so herrlich beömmeln kann. Die Folgen entbehren jedweder Realistik und sind wahrliche "bayerische Abenteuergeschichten", die in zumeist überspitzter, teilweise hoffnungslos romantisierter Form erzählt werden - es werden jedenfalls kaum blau-weiße Klischees ausgelassen. Vom inhaltlichen Standpunkt mag das manchmal sehr belanglos sein, aber eine "Mordsgaudi" ist Wanninger irgendwie dennoch. Besonders stimmig ist meist auch das Zusammenspiel des Ermittlerteams mit Maxl Graf, Wolf Ackva und Fritz Strassner.

Was die "unsterblichen Methoden" angeht: Die Folgen, die ich von dieser Serie gesehen habe, konnten den alten "seltsamen" Folgen () nicht das Wasser reichen. Wenn du schon mit der Ursprungsserie zauderst, solltest du auf die Nachfolger vielleicht eher verzichten. Als Grund für die Einstellung der Veröffentlichungen vermute ich zu geringe Absatzzahlen aufgrund der Preispolitik von EuroVideo (vgl. auch "Der Nachtkurier meldet").

Ray Offline



Beiträge: 984

22.06.2018 19:11
#64 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Danke für deine Rückmeldung. Habe von den "seltsamen Methoden" ja auch erst Box 1 gesehen, die "unsterblichen" sind also eh noch weiter weg. Der Einstieg Claus Biederstaedts interessiert mich indes schon. Fand das nur überraschend, dass man bei einer doch offenbar sehr langlebigen und beliebten Serie mitten in einer Veröffentlichungs-Reihe so "eingeknickt" ist seitens des Labels.

Dass dir die Serie doch so gut gefällt, wundert mich etwas, da du Krimiserien im Kleinformat und mit humoristischem Anstrich tendenziell ja nicht so magst, wenn ich das richtig sehe.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.359

23.06.2018 12:33
#65 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Eigentlich ja, aber "Wanninger" hat den unfairen Vorteil, meine erste 60er-Vorabendserie gewesen zu sein.

Wegen weiterer DVDs hilft vielleicht einfach eine Anfrage bei Eurovideo.

Lord Peter Offline




Beiträge: 462

23.06.2018 13:59
#66 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Ach ja, der Wanninger... ob man ihn mag, steht und fällt alleine damit, ob man Beppo Brem mag oder nicht. Wenn ja, kann man sich an vielen vergnüglichen "Mini-Krimis" im 25-Minuten-Format erfreuen, und das Zusammenspiel mit Maxl Graf, Wolf Ackva und Fritz Straßner paßt. Zugegebenermaßen leben die späten Folgen - vor allem die "unsterblichen" - mehr von der Präsenz der Darsteller als den eher durchschnittlichen Büchern, aber zum Abschalten nach Feierabend sind sie genau richtig.
Daß nach Straßners (vermutlich gesundheitsbedingtem) Ausstieg Ackva befördert wurde und seinen Part übernahm und das Team durch Biederstaedt ergänzt wurde, sollte niemanden vom Anschauen abhalten, witzig sind dann bspw. Folgen, in denen Biederstaedt auf Klaus Schwarzkopf oder Horst Sachtleben trifft, dann unterhalten sich zwei "Columbo"-Stimmen!

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.508

24.06.2018 13:00
#67 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Der Unterschied zwischen der dritten und der vierten Box ist schon enorm. Mich stört besonders der Doppelfolgen-Charakter, der mit den ersten Episoden von "Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger" Einzug erhielt. Einige Folgen sind kriminaltechnisch wirklich unteres Niveau und gerade weil man die Originalität der "Seltsamen Methoden" so schätzte, macht sich der Qualitätsabfall eindeutig bemerkbar. Zudem muss man feststellen, dass viele Gaststars aus der dritten Reihe stammen und das Kriminalteam (mit Ausnahme des erstaunlich erholten Beppo Brem) schlecht gealtert ist. Es braucht seine Zeit, bis man mit Claus Biederstaedt als Kommissar warm wird.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.008

24.06.2018 13:56
#68 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Zitat von Percy Lister im Beitrag #67
Es braucht seine Zeit, bis man mit Claus Biederstaedt als Kommissar warm wird.
In der Tat, das stellte ich bei der Erstausstrahlung auch fest. Mir gefallen die S/W-Folgen bis heute noch besser. Biederstaedt ist ein hervorragender Schauspieler in der Rolle des "vorbildlichen Schwiegersohnes" oder auch aufrechten Mannes der Werte vermittelt. So authentisch er das spielt, so wahrscheinlich ist es, daß er auch von seiner Persönlichkeit her so ist. Kriminalrollen passen einfach nicht zu ihm, wäre auch interessant zu erfahren, ob er diese Rolle auch wirlich mochte, denn es neigten sich die 70er Jahre und er wuchs aus der o.g. geschilderten Altergruppe hinaus. So ist es ihm wahrhaft zu gönnen, daß er sich so noch sein Geld verdienen durfte. Er wird übrigens in den nächsten Tagen 90. Seine Rolle als Hagedorn ist für meine Kinder ein absolutes Vorbild.

Gruss
Havi17
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