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Dieses Thema hat 67 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Percy Lister Offline



Beiträge: 3.534

30.09.2012 14:18
#46 RE: RE:Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

BEWERTET: "Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger" (Folgen 1-12)
mit: Beppo Brem, Maxl Graf, Claus Biederstaedt, Wolf Ackva
Gaststars: Eva Pflug, Klaus Schwarzkopf, Herbert Tiede, Dieter Kirchlechner, Max Grießer, Manfred Seipold, Walter Buschhoff, Paula Braend, Franz Rudnik, Friedrich Georg Beckhaus, Herbert Fux, Diether Krebs, Enzi Fuchs, Else Quecke, Immy Schell, Andreas Seyferth, Daniel Friedrich, Maria Singer, Evelin Palek, Ingeborg Lapsien, Nikolaus Paryla u.v.a. - Regie: Peter Weck, Eberhard Hauff

Nach dem großen Vergnügen, das die drei Boxen der Reihe "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger" bereiteten, war ich gespannt, wie die Serie wohl sechs Jahre später unter leicht veränderten Voraussetzungen weitergeführt werden würde.
Wilhelm Steiner bekleidet inzwischen das Amt des Kriminaldirektors und nimmt somit die Stelle von Herrn Mitterer ein. Wanninger ist im Ruhestand und wird von seinem Kollegen Fröschl immer noch gern zu Rate gezogen. Neu im Team ist Heiner Kettwig, der von Claus Biederstaedt gespielt wird. Alle Darsteller mit Ausnahme von Beppo Brem haben sich verändert, sie sind älter geworden. Maxl Graf hat nun graue Schläfen und auch Wolf Ackva sieht man die Spuren des Alters deutlich an. Nur der unverwüstliche Brem strahlt in alter Frische, als hätte er nie pausiert.
Neue Drehbuchautoren und vor allem der Regisseur Peter Weck, der erstmals innerhalb der Serie für die Inszenierung verantwortlich zeichnet, vermitteln das Sehgefühl der späten Siebziger Jahre und rücken geschmacklose Inneneinrichtungen und hässliche Drehorte ins rechte Licht. Der gemütliche Charme der schwarzweißen Sechziger Jahre ist verflogen, manchmal blitzt noch das Genie alter Tage auf, doch immer öfter gewinnen unsympathische Nebendarsteller und seichte Handlungsabläufe die Oberhand. So sind es nur wenige Folgen, die vollends überzeugen, zur Höchstpunktzahl hat es bei keiner gereicht. Claus Biederstaedt überzeugt als Kommissar Kettwig und bildet zusammen mit Maxl Graf bald ein eingespieltes Team. Dennoch ziehen sich manche Folgen doch sehr in die Länge und auch die zweigleisigen Ermittlungen finden am Ende nicht immer in eine Spur zusammen. Bestes Beispiel hierfür: "Alter Plunder, junges Blut". Die Geschichte um das Verschwinden der jungen Apothekenhelferin Gisela ist spannend und überzeugend, der Plot um den Antiquitätenladen unausgegoren und schal. Auch das Prinzip, dass eine Figur der ersten Folge in die zweite weitergereicht wird, überzeugt nicht immer. Die Schauplätze sind oft sehr stimmig ("Ein edler Tropfen", "Die schöne Helena", "Das letzte Messer"), der Humor kommt nicht zu kurz ("Im Himmel braucht's kein Geld"), doch insgesamt liegen die neuen Episoden allesamt hinter den Geschichten aus "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger".



01 Das Geheimnis der Pendel - 3,5 von 5 Punkten
02 Ein edler Tropfen - 3,5 von 5 Punkten
03 Im Himmel braucht's kein Geld - 3,5 von 5 Punkten
04 Die schöne Helena - 4 von 5 Punkten
05 Hausmusik - 2,5 von 5 Punkten
06 Alter Plunder, junges Blut - 3,5 von 5 Punkten
07 Etwas bleibt immer hängen - 2 von 5 Punkten
08 Der Geier - 3 von 5 Punkten
09 Frau Fink lebt gefährlich - 4 von 5 Punkten
10 Die goldene Gams - 2 von 5 Punkten
11 Das letzte Messer - 4 von 5 Punkten
12 Wer zuletzt lacht, lacht am besten - 3,5 von 5 Punkten

Gubanov Offline




Beiträge: 15.457

13.10.2012 11:40
#47 RE: RE:Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten



Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger
Episoden 1 bis 12 der TV-Kriminalserie, BRD 1978-80. Regie: Peter Weck, Eberhard Hauff. Drehbuch: Detlef Müller, Georg Feil, Manfred Lisson, Wilfried Schröder, Hartmut Grund, Werner Kließ, Silvia M. Andragora. Mit: Beppo Brem (Franz Josef Wanninger), Maxl Graf (Toni Fröschl), Wolf Ackva (Wilhelm Steiner), Claus Biederstaedt (Heiner Kettwig) u.a. Gastdarsteller: Eva Pflug, Klaus Schwarzkopf, Walter Schmidinger, Raphael Wilczek, Max Grießer, Dieter Kirchlechner, Walter Buschhoff, Ingeborg Lapsien, Maria Singer, Daniel Friedrich, Andreas Seyferth, Alexander May, Gustl Weishappel, Rudolf W. Brem, Else Quecke, Herbert Fux, Karl Obermayr, Franz Rudnick, Siegfried Kernen, Friedrich Georg Beckhaus u.a.

Im Gegensatz zu anderen Rezensenten kann ich eigentlich nur feststellen: Allzu viel hat sich gar nicht geändert. Franz Josef Wanningers Methoden waren schließlich schon immer unsterblich, was der Erfolg der DVD-Auswertungen der „alten Serie“ eindrucksvoll belegt. Jetzt bekennt man sich eben dazu schon im Vorspann.
Lediglich knappe acht Jahre liegen zwischen dem Schwanengesang der „seltsamen“ und dem Auftakt der „unsterblichen Methoden“. Natürlich hinterlässt auch diese Zeitspanne Veränderungen in den Gesichtern der Darsteller (Beppo Brem ausgenommen, der aussieht, als wäre er die acht Jahre dazwischen in einem Eisblock eingefroren und für den Dreh wieder aufgetaut worden). Einer ist auch ausgetauscht worden. Das tut nicht viel zur Sache, denn Fritz Strassner aka Kriminaldirektor Mitterer war schon immer der unscheinbarste und am leichtesten verzichtbare Teil der Ermittler. Stattdessen nun Claus Biederstaedt in der Runde der oft tollpatschigen Beamten begrüßen zu dürfen, braucht eins, zwei Folgen Angewöhnungszeit, passt dann aber ausgezeichnet, weil man Biederstaedts Kettwig einen unverwechselbareren Charakter angedeihen ließ als seinem blassen Vorgänger.



Wenn man Kritik an der neuen Serie provozieren möchte, könnte man formulieren, dass die Episoden im Durchschnitt ein Stückweit belangloser geworden sind. Fälle wie „Im Himmel braucht’s kein Geld“ hätte es in den „seltsamen Methoden“ nicht gegeben, sie dienen dafür aber zu bester Erheiterung, denn wie die – so würden die Bayern sagen – depperte Witwe ihren Loisl im Jenseits anruft, hat bei Percy Lister und mir für einen waschechten Lachanfall gesorgt ...
Die Idee, zwei Folgen miteinander zu verbinden, stört mich nur dann, wenn sich der Drehbuchautor ausgerechnet die schmierigste Figur aus der ersten Episode ausgewählt hat, um sie in der zweiten dann nochmals in den Mittelpunkt zu stellen. In den meisten Fällen aber trägt dieser Kniff dazu bei, die Fälle authentischer zu gestalten und ein gewisses bayerisches Gemütlichkeitsgefühl nach dem Motto „München ist ein Dorf“ zu kreieren.
Als Anspieltipps möchte ich „Die schöne Helena“ (Kunstfälschungen), „Der Geier“ (ein Komplott gegen die Polizei) und „Das letzte Messer“ (Zirkusatmosphäre) nennen. Diese Folgen spielen in meinen Augen auch auf dem Durchschnittsniveau der alten Serie und könnten schwächere Folgen derselben durchaus schlagen.

Würde EuroVideo „Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger“ nicht zu Apothekenpreisen herausbringen, wäre ich fraglos wieder mit dabei, denn der Qualitätsunterschied ist nur in kleinen Dingen zu bemerken. Generell hat die Freude über das Wiedersehen mit dem Münchner Original, das nun in Pension gegangen ist, aber Kommissar (!) Fröschl immer noch helfen muss, deutlich überwogen. 4 von 5 Punkten.

Prisma Offline




Beiträge: 7.540

29.12.2012 13:49
#48 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten



DER ZEITZÜNDER (Folge 1)

mit Beppo Brem, Maxl Graf, Wolf Ackva, Fritz Strassner
Gäste: Franziska Liebing, Fritz Korn, Fritz Strassberg, u.a.



In einem Münchner Hotel geht die Meldung eines Erpressers ein. Wenn die Direktion nicht bereit ist, 10000 D-Mark zu bezahlen, soll dort eine Bombe gezündet werden. Der Polizei-Apparat kommt in Bewegung und versucht die Situation in gewünschte Bahnen zu lenken. Der Page, der die Summe nach Anweisungen überbringen soll, wird überwacht. Das komplette Hotel wird evakuiert, und in der Zwischenzeit nimmt Kriminalinspektor Wanninger die leerstehenden Zimmer unter die Lupe und findet Hinweise, die zum Erpresser führen. Durch Befragungen bestimmter Personen wird er in seinem Verdacht, den er jedoch mit niemandem teilt, bestärkt. Bei der Polizeiaktion kommt es unterdessen zu einem Patzer, denn vom überbrachten Geld und dem Täter fehlt plötzlich jede Spur...

Die von Regisseur Michael Braun inszenierte Pilot-Folge erscheint aufgrund des etwas zu reibungslosen Kriminalfalles zunächst etwas eintönig zu sein. Wenn man sich aber vor Augen hält, wo die Serie eigentlich hin möchte, steht jedenfalls ein hoher Unterhaltungswert im Vordergrund. Als Einführung in die Serie tut sie ihren Dienst daher sehr gut, denn alle beteiligten Personen, sozusagen das auf den Zuschauer zukommende Stamm-Personal, wird eingängig vorgestellt. Die Arbeit der Ermittler erscheint im Großen und Ganzen überaus provinziell zu sein, was durch das behäbige Erzähltempo unterstrichen wird. Der Plot ist jedenfalls ganz nett und gut aufgebaut, es ist sehr interessant den Weg des Geldes zu verfolgen, wenn der Page an verschiedenen Orten immer neue Anweisungen zum weiteren Vorgehen bekommt, so dass das Täter-Profil, welches eigentlich komplett im Dunkeln liegt, sich weiter erschließt und der unbekannten Person eine raffinierte Strategie bescheinigt. Schließlich wird der Polizei-Apparat ausgetrixt und der Zuschauer kann sich voll und ganz auf die Titelfigur verlassen, deren unwirsche Ermittlungstaktik dadurch anerkannt wird. Wanninger, der alte Fuchs, braucht also aufgrund seiner eigenen Arbeit nur noch auf den Täter zu warten und kann ihn väterlich ermahnend abführen, während seine Kollegen wie aufgescheuchte Hühner herumlaufen und sich bereits Gedanken machen, wie sie ihren Fehler wieder gerade biegen.

Franz Josef Wanninger scheint ein Urgestein der Polizei zu sein. Zu seinen Referenzen zählt nicht alleine die langjährige Erfahrung im Polizei-Dienst, sondern vor allem seine teils doch sehr eigenwilligen Methoden, die der Titel beschreibt. Sein Dickschädel lässt mitunter sogar eine gute Portion Querdenken zu, und diese Mischung, bei der noch glasklarer Verstand und Kombinationsgabe hinzukommen, ist sein Erfolgsrezept. Zuerst sieht man ihn mürrisch und darauf los polternd, da er unter einigen körperlichen Beschwerden zu leiden hat, doch man fragt sich, ob das nicht auch bei blendender Gesundheit so wäre. Seinen Gesprächspartnern kann er sich unter der Voraussetzung, Informationen zu erhalten, anpassen, ansonsten wirkt er doch sehr ungeduldig. Er delegiert gerne und nimmt andere Ansichten meistens nur zur Kenntnis, was man besonders im spröden Umgang mit seinem Kollegen Fröschl sieht. Dieser stellt Fragen, die meistens sogar ignoriert werden, und Wanninger spricht dann über scheinbare Nichtigkeiten weiter, beziehungsweise ganz klassisch über das "Wetter". So macht insbesondere die markante Titelfigur den Reiz der Angelegenheit aus, auch die anderen ermittelnden Figuren zeichnen sich sehr unterschiedlich und glaubhaft, denn insgesamt gesehen, hat man es bei "Der Zeitzünder" mit einem eher ruhigen Kriminalfall zu tun. Die Pilotfolge wurde als Einführung sehr ordentlich gelöst, leider ist sie im Rahmen der Gast-Darsteller viel zu schwach besetzt. Für mich war es sehr interessant, nach vielen vergangenen Jahren wieder in die Serie einzusteigen, bei der ich mich nur noch an Beppo Brem, aber vor allem an die eingängige Musik erinnern konnte. Ich sehe zwar noch Luft nach oben, aber der Unterhaltungswert passte schon!

Prisma Offline




Beiträge: 7.540

02.01.2013 21:17
#49 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten



DIE HEXE VON ÖDACH (Folge 2)

mit Beppo Brem, Maxl Graf, Fritz Strassner, Wolf Ackva, Franziska Liebing
Gäste: Ruth Drexel, Dora Altmann, Grete Binter-Overhoff, Hans Stadtmüller, u.a.



Kriminalinspektor Wanninger hat seit geraumer Zeit keinen Urlaub mehr in Anspruch genommen. Da er immer ständig von seinem schmerzhaften Kreuz geplagt ist, versucht Kriminaldirektor Mitterer ihn zu einer Auszeit zu bewegen, und die Überraschung ist groß, als Wanninger die Offerte widerstandslos annimmt. Er möchte in ein kleines Dorf namens Ödach, allerdings nicht, um sich gründlich zu erholen, sondern um sich einem eigenartigen Fall zu widmen. Dort soll es nämlich eine Hexe geben, wegen der einige Tiere verendet sein sollen und weil ihr Mann kurz nach der Hochzeit unter rätselhaften Umständen tödlich verunglückte. Wanninger gibt sich als Viehändler aus und stößt tatsächlich auf ein gemeines Mordkomplott...

Folge 2 beginnt unverzüglich mit einem Trick von Schlitzohr Franz Josef Wanninger, der deutlich macht, dass er voll und ganz mit seinem Beruf liiert ist und wie seine Strategie aussieht, unbequemer Konfrontation oder unnötiger Diskussion aus dem Wege zu gehen. An seinem "Urlaubsziel" angekommen, beschafft er sich inkognito und ziemlich geschickt alle notwendigen Informationen und entwickelt dabei den Charme eines waschechten Lausbuben. Dabei passt er sich den befragten Personen wieder erstaunlich gut an, bevor er sich an die vermeintliche Hexe heranwagt. In Michael Brauns zweiter Folge wirken vor allem wieder einmal die beteiligten Personen und die urigen Schauplätze sehr authentisch, hier und da entstehen sogar einige Szenen, die unheimlich wirken, was man von der Hexe dieses Dorfes allerdings nicht behaupten kann. Das Spiel mit provinziellem Denken und dem Aberglauben ergibt eine recht interessante Mischung, dass sich unfreiwillige Komik mit eingeschlichen hat, wirkt sogar nicht einmal so unpassend, da nicht die Hexe selbst, sondern der Aberglaube, der wie "stille Post" zu funktionieren scheint, die Bewohner eines ganzen Dorfes verhext hat.

"Die Hexe von Ödach" hat so gut wie keinen Spannungsfaktor, wirkt aber in vielen Szenen urkomisch, beispielsweise als Wanninger die Schmerzen aus dem Kreuz getrieben bekommen soll. In diesem Zusammenhang werden den Zuschauer sogar Zaubersprüche aufgetischt, was ein passables Anknüpfen an die Thematik der Folge darstellt. Natürlich ist es für ihn, genauso wie für den Zuschauer alles eine Art Hokuspokus, es darf also ungeniert geschmunzelt werden. In der Titelrolle sieht man Ruth Drexel agieren, die mit bayrischem Dialekt und einem vielleicht etwas einfältigem Charme überzeugen kann. Sie nimmt die Situation wie sie seit längerer Zeit ist hin, und sieht keinerlei Möglichkeiten sich daraus zu befreien. Auch dass sie sich in großer Gefahr befindet, scheint ihr gänzlich unklar zu sein, und so muss schließlich Partei für sie ergriffen werden. Ansonsten hat dieses verhexte Dorf noch eine Art Guru zu bieten, der mit seltsamen Mixturen Krankheiten austreiben kann, ein paar alte Klatsch- und Tratschweiber, die Gerüchte nicht nur verbreiten, sondern auch am Leben erhalten, und da in dieser Episode auch noch Fastnacht gefeiert wird, sieht man traditionelle Bräuche, die zum unschuldigen Flair der zweiten Folge beitragen. Zum Ende hin gibt es sogar noch einen sehr diskreten Twist, falls man ihn nicht schon durchschaut hatte, aber die Mord-Absicht und der Plan dieses heimtückischen Verbrechens geht bei diesem bunten Treiben, das zugegebenermaßen einen hohen Unterhaltungswert hat, irgendwie zu stark unter.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.328

23.01.2013 08:48
#50 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Derzeit gibt es übrigens die ersten beiden Boxen der "seltsamen Methoden" und die bislang erschienene Box der "unsterblichen Methoden" bei amazon für jeweils ordentliche 11,97 €.
Ich glaub, da begleite ich den Franz Josef endlich doch noch ein bissl weiter, auch im wohlverdienten Ruhestand

brutus Offline




Beiträge: 12.897

23.01.2013 12:59
#51 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Das ist dann das Preisniveau, bei dem ich auch zuschlagen werde. Entspricht so dem, was ich z.B für meine Boxen von Polizeifunk ruft oder Hamburg Transit bezahlt habe (ca. 35 € für je 4 Staffeln).



Prisma Offline




Beiträge: 7.540

23.01.2013 20:20
#52 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Obwohl ich ja gerade erst in die Serie eingestiegen bin, habe ich mir die weiteren Staffeln zu diesem Preis auch bedenkenlos und umgehend bestellt. Bin schon sehr gespannt und vielen Dank für den heißen Spartipp!

brutus Offline




Beiträge: 12.897

31.01.2013 15:03
#53 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Amazon hat jetzt auch die dritte Box der 'seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger' preislich angeglichen : 11,97 €

Also knapp 36 € für die komplette Serie.



brutus Offline




Beiträge: 12.897

31.01.2013 15:10
#54 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Lustigerweise will Amazon für das Komplettset noch 42,99 € . Seltsame Methode



Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

09.02.2014 21:50
#55 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

„Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger“



Da sind sie also wieder, der inzwischen pensionierte Kriminal-Inspektor Franz Josef Wanninger, sein in Ehren ergrauter ehemaliger Assistent und nunmehriger Nachfolger Fröschl sowie der nach wie vor sehr von sich überzeugte und inzwischen zum Kriminalrat aufgestiegene Herr Steiner, der in dieser Neuauflage gemäßigtere preußische Unterstützung im bayerischen Kriminalspiel vom durchaus sympathischen, eloquenten Herrn Kettwig alias Claus Biederstaedt erhält. Doch nach Sichtung der ersten vier Folgen der Reihe, die derzeit auf dem Sky-Heimatkanal wiederholt wird, stellt sich schnell eine gewisse Ernüchterung ein. Bereits die etwas zu plump auf witzig getrimmten Folgentitel lassen erahnen, dass nun der Spaß – um nicht zu sagen der Klamauk – Überhand genommen und damit den handfesten kriminalistischen Unterton der immer wieder sehenswerten „seltsamen Methoden“ in den Hintergrund gedrängt hat. So erlebt man ein etwas halbherziges Konglomerat, bei dem die sehr realistische, viele Schauplätze beinhaltende Art der Herstellung und die aus den früheren Folgen liebgewonnenen Eigenschaften der Hauptfiguren sich allzu oft mit der zum Teil holprigen Kriminalkomödienhandlung beißen. Positiv fällt die durchaus prominente Besetzung ins Gewicht, die viele mehr oder weniger gern gesehene Fernsehgesichter versammelt. Beppo Brem hat in der Pause nichts von seinem bärbeißigen Charme und seiner raffinierten bayerischen "Dorfdeppen"-Unbeholfenheit, die seine zähe, geschärfte Ermittler-Wachheit tarnt, verloren.

Was bleibt im Einzelnen zu den ersten vier Folgen zu sagen: „Das Geheimnis der Pendel“, vom geschätzten Detlef Müller verfasst, entführt in die Kunstszene als Hintergrund einer passablen Geschichte um Todesfall und Kunstraub, Klaus Schwarzkopf erfreut in der eigentlich überflüssigen Rolle eines salbadernden Fachmannes, den hässliche moderne Objekte und Installationen in Verzücken versetzen, Raphael Wilczek verkörpert das lebende Klischee des jungen Künstlers, langhaarig und in den Tag hinein lebend, ist zugleich das Bindeglied zur zweiten Folge. Während der Undercovereinsatz von Fröschl und Wanninger leicht ins Peinliche gleitet, liefert Eva Pflug als verdächtige Galeristin eine gewohnt sorgfältige, elegante Darstellerleistung. Ein handfester Mord im Weinkeller macht „Ein edler Tropfen“ trotz mancher Vereinfachung zu einer sehenswerten Angelegenheit, verdächtig sind die Ehefrau und ein weinsammelnder Graf, den Walter Schmidinger mit entschlossener Geschäftstüchtigkeit ausstattet. Der gesetztere Fröschl, der inzwischen nicht mehr jedem Weiberrock hinterherrennt, hat sich einen gewissen Lausbubencharme bewahrt und tarnt sich als Bierfahrer (greift sogar im Büro zur Flasche, was wohl andernorts einen Aufschrei ausgelöst hätte), während Wanninger über sein Pensionistendasein klagt. „Im Himmel braucht’s kein Geld“ liefert viel ländliches, urtümlich-bayerisch-katholisches Lokalkolorit, zieht jedoch die interessante Grundidee der Geschichte durch alberne Geistererscheinungs- bzw. -beschwörungsszenen ins Lächerliche, da helfen auch die glaubwürdigen Charaktere nicht mehr: Immy Schell als einsame Bäuerin auf einem heruntergekommenen Hof, Max Grießer als frömmelnder Mesner und Dieter Kirchlechner als sportlicher Dorfpfarrer. Letzterer bildet auch das Bindeglied zu Folge 4 „Die schöne Helena“, wird hier noch mal etwas bemüht in die Handlung um betrügerische Bilderfälscher eingebaut. Insgesamt die bislang vernünftigste Folge, zwar ein bissl konstruiert, aber interessant besetzt – Walter Buschhoff als wohlhabender Emporkömmling, der sein an der Steuer vorbeigeschleustes Geld in flämische Meister investiert, Franziska Oehme als titelgebende Schönheit, die auf mehreren Hochzeiten tanzt, Manfred Seipold als aalglatter Betrüger und in einem kleinen, im Abspann nicht erwähnten Auftritt Herbert Tiede als eine Art Landedelmann mit Schloss und Hunden -, der Undercover-Einsatz der Beamten bleibt diesmal näher an der Realität, die vielfältigen Schauplätze zwischen Stadt und Land sorgen für einen sehenswerten Hintergrund.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

13.02.2014 22:07
#56 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

„Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger“

Die Folge „Hausmusik“ strotzt vor allerlei Misstönen, vernachlässigt besonders den kriminalistischen Teil sträflich: In einer unsympathischen italienischen Familie – bestehend aus einer arroganten Mutter und drei mehr oder weniger zwielichtigen Söhnen – verschwinden wichtige Unterlagen eines der Söhne, gespielt vom hektisch-geschwätzigen Nikolaus Paryla. Dieser verschwindet, nachdem er den Fall Fröschl und Kettwig vorgetragen hat, so sang- und klanglos aus der Handlung wie seine Unterlagen, Fröschl und der nach etwa der Hälfte der Spielzeit auftretende Wanninger – bewandert auf vielerlei Gebieten und in allen Metiers – verdingen sich als Klavierstimmer, um den ausgesprochen uninteressanten innerfamiliären Verwicklungen auf die Spur zu kommen. Immerhin verleiht Maria Singer ihrer klischeehaften Rolle der ergebenen, devoten Haushälterin, die bereit ist, für ihre Herrschaften vielerlei Ungemach bis hin zu einem Gefängnisaufenthalt auf sich zu nehmen, etwas Farbe und Leben. Daniel Friedrich, einer der Söhne, taucht in der nächsten Folge in einer tragenden Rolle auf, bleibt arrogant und oberflächlich. Er ist Schnittpunkt der Geschichte „Alter Plunder, junges Blut“, in der es zum einen um das Verschwinden eines jungen Mädchens geht, das Selbstmordabsichten hegt, zum anderen um den geldgierigen Neffen eines Antiquitätenhändlers, der die Abwesenheit des Onkels nutzt, um mit dessen Ware gute Geschäfte zu machen. Allzu durchdacht wirkt das Ganze nicht, da fügen sich Schlampigkeitsfehler (unlogische Zeitabläufe, falscher Schnitt: Brille-auf, Brille-ab) folgerichtig ein, eine positive Überraschung neben der lebendigen Spät-70er-Jahre-Atmosphäre für mich bislang Claus Biederstaedt als Kommissar Kettwig, der eine seriöse und angenehme Note ins Spiel bringt und der bessere, bodenständigere Geschichten verdient hätte. „Etwas bleibt immer hängen“ fängt recht vielversprechend an, nächtlicher Einbruch in ein Großhandelshaus unter der Federführung Alexander Mays, ein zurückbleibender Verdächtiger wird in Gewahrsam genommen, auch Fröschls Einsatz als Lagerarbeiter hat im Rahmen Hand und Fuß, leider zerfasert die Geschichte im weiteren Verlauf, sodass man trotz der 25-Minuten-Laufzeit bald das Interesse verliert und nach der schnell und unlogisch herbeigeredeten Auflösung verwirrt zurückbleibt. Wanningers Gastspiel adäquat, reizvoll der Blick auf die monströsen, schwerfälligen Computerungetüme der damaligen Zeit. In „Der Geier“ gibt es ein Wiedersehen mit der aufgeblasenen Möchtegern-Nadelstreifgangsterbande unter der Leitung Alexander Mays - und wie die vorangegangene Episode beginnt auch diese Folge Interesse erweckend und zerfällt dann wieder in einen eher belanglosen, wenn auch unterhaltsamen Mischmasch aus Komik, Unglaubwürdigkeit und peinlichen Pannen (Phantombild, Geburtsjahr von Alexander May). Wanninger tarnt sich als „pensionierter“ Taschendieb und bringt so, elegant und bauernschlau wie immer, die Bande letztendlich zu Fall. In Gastrollen bekanntes Personal: Bruno W. Pantel, Panos Papadopoulos, in einer winzigen Rolle als Kellnerin meinte ich Despina Pajanou erblickt zu haben.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

19.02.2014 22:36
#57 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger
Folge 9-12


„Frau Fink lebt gefährlich“: Um die Erpressung einer älteren Dame dreht sich der kriminalistische Teil dieser Episode, verfasst wie einige weitere von einer Autorin mit dem klingenden Namen (oder Pseudonym) Silvia Andragora. Soweit, so unterhaltsam, insgesamt gehört diese Folge zu den passableren der ersten Staffel, sorgt mit golden herbstlichen Bildern aus Parkanlagen und realistischen Einblicken in das bescheidene Häuschen und den einsamen Alltag der Frau Fink in der fast dörflichen Vorstadt (die Hochhaussilos rücken aber immer näher) für ein sehenswertes Umfeld, die Auftritte der Ermittler bleiben im Rahmen realistisch. Besonders Wanninger, der plant, seine Memoiren zu verfassen, erhält Gelegenheit für eine sehr schöne Szene mit Else Quecke, die die Hauptfigur mit einer rührenden Mischung aus Resignation und Entschlusskraft verkörpert. Dieter Krebs’ Auftritt als zwielichtiger Neffe, einer ewigen, meist mehr oder weniger klischeebehafteten Figur des deutschen Fernsehkrimis, bleibt blass, dient zusammen mit Gangstervisage Herbert Fux auch hauptsächlich als Bindeglied zur nächsten Folge „Die goldene Gams“. Das zwielichtige Unterweltsbeisl selbigen Namens, von Fux mit geradezu klassischem Wiener Charme betreut, ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, wird doch im Hinterzimmer der Gams illegalem Glücksspiel gefrönt. Eine gut austarierte Folge, der Kriminalfall brauchbar, der komödiantische Teil gemäßigt und samt der Diskussion um „heizende Kühlschränke“, die zu einem kleinen Zwist zwischen Fröschl und Kettwig führt, unaufdringlich eingebunden. Während Dieter Krebs wiederum recht farblos bleibt, überzeugt der stoisch-brutale Karl Obermayr als geheimnisvoller Hintermann, gute Figur machen auch „Pokerface“ Wanninger und der agile Kommissar Kettwig im schwarzen Rollkragenpullover. In „Das letzte Messer“ tritt Wanninger bereits zu Beginn auf, Peter Thom verwöhnt mit breitem Berliner Dialekt den pensionierten Kriminaler während dessen Kur mit Massagen und Schwitzkästen, bei einem Zirkusbesuch stößt der alte Fuchs auf einen Messerwerfer, der vor zehn Jahren in Verdacht stand, seine Frau ermordet zu haben. Ein relativ vernünftiger Kriminalfall, der geradezu klassisch damit endet, dass dem Täter eine raffinierte Falle gestellt wird, vom geheimnisvollen Duft der Zirkuswelt umweht, sorgt für gute Unterhaltung. Während sich Fröschl undercover in Zirkuswagen und Manege herumtreibt, erhält Kettwig interessante Denkanstöße von der hauseigenen Sekretärin (die junge Mona Freiberg), der bereits damals glatzköpfige Siegfried W. Kernen stattet seinen Messerwerfer mit wortkarger Verschlagenheit aus. Zirkus Petrini bleibt auch Schauplatz in der letzten Folge der 1. Staffel „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“, die die wenig ausgereifte und glaubwürdige Geschichte dreier zerstrittener Brüder erzählt, von denen einer umgebracht wird. Die beiden anderen sind der Zirkusdirektor und der hauseigene Clown, gespielt von Franz Rudnick und Friedrich Georg Beckhaus, die vom Aussehen her auch im wirklichen Leben Brüder sein könnten. Die spätherbstlich trostlose, heruntergekommene Atmosphäre zwischen Autofriedhof und der Welt des fahrenden Zirkusvolkes sorgt für ein angenehm schmuddeliges Umfeld, Enzi Fuchs’ Auftritt als verhärmte Witwe bleibt leider klein, wiederum gelingt es dem raffinierten Wanninger, dem Täter mit einem schlauen Trick eine Falle zu stellen, Verkleidung inclusive, dass er Kriminalrat Steiner dabei eines auswischen kann, ist sozusagen das Sahnehäubchen.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

23.02.2014 11:45
#58 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger
Folge 13-15


„Künstlerpech“ ist der unerwartet vielversprechende Auftakt zur 2. Staffel, erzählt einen im Rahmen einer 25-Minuten-Serie interessanten Kriminalfall, der ohne verkrampfte Witzigkeiten aufbereitet gut, wenn auch relativ durchsichtig funktioniert. Parallelen zum 1978er-Derrick „Kaffee mit Beate“ tun sich auf, neben der „Tatwaffe“ Gift, diesmal in einer Flasche Cognac versteckt, gilt das besonders auch für die illustren Typen, die die Ermittler in der Wohnung, in der der vergiftete Musikstudent ein Untermiet-Zimmer hat, antreffen. Louise Martini als aufgetakelte, männermordende Zimmerwirtin liefert ein amüsantes Gustostückerl, darf Kettwig umwerben und lässt hinter all der Schminke und Burschikosität Verletzlichkeit und Einsamkeit durchschimmern, ihr Pendant spielt die "graue Maus" Renate Grosser, die die selben Empfindungen durch spröde Zurückhaltung tarnt. Der unvermeidliche Langhaar-Student (Raphael Wilczeks zweiter Auftritt in der Reihe) dient primär mal wieder als Verbindung zur darauffolgenden Episode. Wera Frydtberg darf in einer kleinen Rolle ähnlich überkandidelt auftreten wie Louise Martini, während sich die Ermittler diesmal angenehm seriös auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren, das gilt auch für den spät auftretenden Wanninger. Darüber hinaus erfreut „Künstlerpech“ mit einigen gut eingefangenen Schauplätzen. Beppo Brem steht im Mittelpunkt der Episode „Die Ballonfahrt“, die leider die guten Ansätze der vorangegangenen Folge vermissen lässt. Wieder ist die Idee interessant, ein Modearzt bringt seine Patienten mit obskuren Behandlungsweisen und verbotenen Medikamenten um Hab und Gut, doch die Ausführung versumpft in albernem Klamauk, was beim dummen Folgentitel und Klaus Höhnes Interpretation des Doktors beginnt – Jerry Lewis und „Der verrückte Professor“ lassen grüßen – und bei Wanningers Hypnosereaktion, die aus peinlichem Augenrollen und dem Zerdeppern seines Porzellans besteht, endet. Dazwischen Reinhard Glemnitz als korrupter Beamter, der sich nahtlos in das Schmierentheater einfügt. Gemäßigtere Krimikomödie bietet „Der Hauptmann von Erkershausen“, ein Betrügerpärchen – Karl-Heinz von Hassel und Edda Pastor – tauchen im verschneiten bayerischen Kaff selbigen Namens auf, um sich einen Zugwaggon Schuhsohlen unter den Nagel zu reißen. Die Dorfhonoratioren (Rolf Castell, Willy Harlander) geraten außer Rand und Band, weil sie meinen, einen ehemaligen Wohltäter des Ortes vor sich zu haben, einen US-Hauptmann, der Erkershausen einst vor der Auflassung bewahrte, weil er dort Heilquellen entdeckte. Selbiger wegen weilt der kehlkopferkrankte Wanninger dort, dessen gesundheitliches Handicap beeinträchtigt seinen kriminalistischen Scharfsinn natürlich in keinster Weise. Z.T. etwas überzogen erzählter Seriendurchschnitt, der die kritik- und gedankenlose Gutgläubigkeit mancher Menschen auf die Schippe nimmt, dass Fröschl der schönen Betrügerin unwissentlich zur Flucht verhilft, hat sicher noch Bedeutung für die nächste Episode.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

01.03.2014 13:35
#59 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger
Folge 16-19


In „Drei Pässe zuviel“ treffen wir also noch einmal auf Edda Pastor, die dank Fröschl unbehelligt die Provinz gegen die Hauptstadt eintauschen konnte, in der sie es nun mit einem äußerst ausgeklügelten Trick schafft, sich als Besitzerin wertvoller Grundstücke auszugeben und diese gewinnbringend zu verhökern. Eine für die Reihe erstaunlich gut durchdachte Geschichte, die bis zur raffiniert gestellten und natürlich von Wanninger ersonnene Falle funktioniert, dabei mit Edda Pastor eine glaubwürdige Hauptfigur aufweist, die Kaltblütigkeit und kriminelle Entschlossenheit mit attraktiven weiblichen Attributen tarnt. In kleineren Rollen und sichtlich in die Jahre gekommen Kai Fischer als aufgebrachte, etwas anstrengende Grundbesitzerin und Thomas Reiner als Kaufinteressent, ungenannt im Abspann blieb Richard Haller, eine regelmäßige Rolle in dieser Staffel erhielt Gundi Ellert als Sekretärin im Polizeipräsidium. Abwechslungsreiche, vielfältig eingebaute Handlungsorte, der verschmitzte Wanninger bei Tarock und als mürrischer Hausmeister sowie ein recht gelungener Undercovereinsatz von Kriminaldirektor Steiner runden eine durchwegs sehenswerte Ausgabe ab. Die beiden nächsten Folgen „Der Vierzehnender“ und „Liebe, Geld und Adel“ bilden durch die praktisch gleichen Darsteller und Schauplätze eine besonders augenscheinliche Einheit, wobei der erste Teil handlungstechnisch sehr unspektakulär, sprich langweilig daherkommt – allerlei Wilderei in Gestaden und Revieren, illegaler Fleischverkauf an Gastwirte, preußisch-bayerische Befindlichkeiten zwischen Hochwohlgeborenen und zugereisten Neureichen -, immerhin werden die Figuren recht sympathisch und übersichtlich eingeführt und das sich oft gar so wichtig nehmende Jagd- und Wildererwesen augenzwinkernd karikiert, bajuwarische Volksschauspieler in Nebenrollen inklusive. Zum Kinderprogramm-Handlungsverlauf passt auch Wanningers infantiler Überführungstrick. Im zweiten Teil geht es dank eines handfesten Mordanschlags spannender zur Sache, wieder sind Karl Schönböck als charmanter Graf, Friedrich von Thun als dessen Neffe, Werner Rundshagen als Bielefelder Fabrikant und die hübsche Sabine von Maydell als seine Tochter mit von der Partie, neu dazu kommt Alexander Hegarth als zweifelhafter Geschäftspartner. Zwar ist nicht schwer zu erraten, wer die Waffe geführt hat, bis dahin vergehen unterhaltsame 25 Minuten mit Liebeshappyend und der Gelegenheit, nach „Der Hochzeiter“ aus den seltsamen Methoden Wanninger wiederum als Stallknecht zu erleben, inzwischen hat scheint's die Moderne auch im Kuhstall Einzug gehalten. Einen ärgerlichen Tiefpunkt erreicht die Reihe mit der nächsten Folge „Franz im Glück“, eine alberne Klamotte mit lächerlich aufspielenden Chargen, dass man meinen könnte, der selige Brynych hätte im Regiestuhl Platz genommen. Grit Boettcher nervt als hysterische Hausfrau, die sich einen jungen Einbrecher als Ehemannersatz wie ein Schoßhündchen im Haus hält, als dieser verschwindet, erfolgen dümmliche Untersuchungen bis hin ins Münchner Pennermilieu, was letztendlich zu einem peinlichen Auftritt Fröschls führt, der diese überflüssige und sowohl kriminalistisch als auch krimikomödiantisch absolut wertlose Episode adäquat abrundet. Während sich sogar der bisher bodenständige Kettwig von den Lächerlichkeiten anstecken ließ, bleibt Wanninger einzig ruhender Pol, musste hier glücklicherweise nur einen kurzen Auftritt absolvieren, die einzig sehenswerten Minuten von „Franz im Glück“. Diese vier Folgen zeigen auf symptomatische Weise die zwischen peinlichem Quatsch und atmosphärisch dichtem Krimi herumlavierende Wundertüte „Wanninger“.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 380

09.03.2014 11:56
#60 RE: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger Zitat · antworten

Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger
Folgen 20-22


Die nächsten Folgen der zweiten Staffel – inzwischen ist es Sommer geworden - liefern durchschnittliche Serienkost ohne erwähnenswerte Aussetzer in die eine oder andere Richtung, soll heißen, eine bemüht wirkende Mischung aus mehr oder weniger gehaltvoller Kriminalhandlung mit komödiantischen Motiven, welche gelegentlich ein Lächeln entlocken, ebenso oft aber zum Fremdschämen animieren. Nicht Fisch, nicht Fleisch, weil weder das eine noch das andere wirklich konsequent durchgezogen wird, schon deshalb nie zusammenpasst, eher unausgereift und schlampig wirkt. „Ein Padrone aus Palermo“ kommt nach München, was die Kriminalisten – angestachelt durch einen nervösen kleinen Angestellten – zu der Vermutung veranlasst, das organisierte Verbrechen streckt seine Fühler nach Bayern aus. Das führt zu allerlei nicht nur sprachlich etwas anstrengenden deutsch-italienischen Ermittlungen in der plüschig-schmierigen Münchner Verbrecherszene, in der Georg Marischka als statiöser Unterweltboss und mit einem seltsamen österreichisch-ungarischen Akzent reüssiert, die schließlich in einem hektischen Happy-End im Büro von Kriminaldirektor Steiner ihr herbeigesehntes Ende finden. Dieser nennt inzwischen einen Hundes sein eigen, während Mona Freiberg auf den Sekretärinnenposten zurückgekehrt ist. „Ein gewiefter Scheibenschütze“ treibt in der Münchner Altstadt sein Unwesen, sein Ziel sind Schaufensterscheiben, sein Motiv könnte Schutzgelderpressung sein. Die Volksseele, angestachelt von Ladenbesitzer Heinz Schimmelpfennig, kocht, ein obskurer Privatdetektiv – eine alberne Abziehfigur, der Werner Asam gewohnt verschlagen Figur verleiht – scheint in der Sache drinzustecken, am Ende muss es wieder Wanninger richten, der als amerikanischer Gangsterboss eine zwar hanebüchene, aber überraschend glaubwürdige Figur abgibt. Das Finale bietet spannende, stimmungsvolle Momente. „Papier ist geduldig“ konfrontiert die Beamten mit einem mysteriösen LKW-Überfall und Bücherraub, führt in weiterer Folge zu einem weiß-blauen Traditionsverein, der in bierseliger Hofbräuhausatmosphäre seine Versammlungen abhält und in eine heruntergekommene Druckerei, die für atmosphärische Münchner Hinterhofbilder sorgt. Jan Niklas und einige eher unbekannte Darsteller liefern solide Arbeit, während Wanningers Auftritt im Rahmen bleibt, schrammt Kettwigs Undercover-Einsatz als amerikanischer Tourist im Biertempel hart an der Grenze des Erträglichen, man kann das Klischee auch überreizen.

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