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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 747 mal aufgerufen
 Romane
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Count Villain Offline




Beiträge: 4.255

02.04.2018 19:59
#16 RE: Stilelemente in Wallace-Romanen Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #15
Der Hauptverbrecher in Die blaue Hand wird zuletzt auch an Bord seiner Jacht irgendwo im Ozean gestellt, hatte er doch auch noch die nette Heldin gekidnappt. Auch das ist ein häufiges Thema bei Wallace – die Verschleppung einer Person auf ein Schiff.


Ein Grund warum ich diesen "Kniff" auch in meiner Kurzgeschichte "Der Schleicher" aufgegriffen habe. Kommt mir so vor als seien die Kurzgeschichtenwettbewerbe hier schon ewig her.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 226

14.09.2019 12:48
#17 RE: Stilelemente in Wallace-Romanen Zitat · Antworten

Schwarze Schafe bei der Polizei

Edgar Wallace hat die englische Polizei mit einem Glorienschein umgeben, dessen Strahlen sogar noch heute ein wenig zu spüren ist. Die Londoner Kriminalpolizei Scotland Yard ist nicht zuletzt auch durch seine Romane weltbekannt geworden. Da erscheint es fast ein wenig als Widerspruch, dass immer wieder auch korrupte und sogar verbrecherische Polizisten in seinen Werken auftauchen. Das ist immerhin etwas, was sich zum Beispiel Agatha Christie nie vorstellen konnte. Dabei hatte zur Entstehungszeit der meisten Wallace-Krimis die „Metropolitan Police“ in London schon eine fast hundertjährige Geschichte hinter sich, die von Anbeginn an immer wieder von Skandalen geprägt war. Dieser Trend setzt sich ja bis in die heutige Zeit fort, berüchtigt geworden sind Fälle von Korruption, Amtsmissbrauch und Gewalt bei Scotland Yard etwa in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, und auch jetzt wieder wird einiges hervorgespült.
Gerade die schwarzen Schafe im Polizeiapparat bringen so etwas wie Realismus in Wallace‘ Schaffen.
Beim Banknotenfälscher ist es Inspektor Rouper, der die Geheimnisse von Scotland Yard an die Ganoven verrät. Er kommt trotz allem noch recht glimpflich davon. Anders dagegen der korrupte Inspektor Marborne im Mann von Marokko, welchen sein krimineller Auftraggeber schließlich ermorden lässt. Auch mit Inspektor Tetley, der den Gangstern in London gegen Bestechung Hilfsdienste leistet, hat das Schicksal nichts Gutes vor. Auch er wird kaltblütig umgebracht, als nahe davorstand, seine Kumpane zu verraten. Dann gibt es noch Sergeant Balder, den Assistenten des unermüdlichen Inspektors Elk. Während sein Chef tapfer gegen die Bande des Frosches mit der Maske kämpft, stellt sich schließlich die wahre Identität Balders heraus – eine Schande für die Polizei, ist er doch ein hochrangiges Mitglied der Verbrecherorganisation. Er landet im Gefängnis, und eine Zeitlang versucht der ominöse Bandenführer sogar, ihn zu befreien. - Nicht zuletzt ist auch der Rote Kreis im Polizeihauptquartier zu finden.
Die gefallenen Engel bei Scotland Yard sind doch eine gewisse Würze in der Wallace‘schen Romanwelt, ein Gegengewicht zu den manchmal allzu heldenhaft gezeichneten Inspektoren.

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