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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 1.269 mal aufgerufen
 Giallo Forum
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patrick Offline




Beiträge: 2.749

02.09.2017 18:29
#16 RE: Blutige Seide (1964) Zitat · antworten

Blutige Seide (1964)



Regie: Mario Bava

Produktion: Italien, 1964

Mit: Cameron Mitchell, Eva Bartok, Thomas Reiner, Ariana Gorini, Dante DiPaolo, Mary Arden, Franco Ressel, Francesca Ungaro, Claude Dantes, Luciano Pigozzi


Handlung:

Ein schwarz gekleideter Täter mit weißer Gesichtsmaske begeht der Reihe nach Morde an hübschen jungen Damen, die alle bei derselben Modeagentur beschäftigt sind. Ein verräterisches Tagebuch scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen. Die Polizei kann rasch einen Kreis von Verdächtigen ausmachen und verhaften, unter denen sich der Unhold mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit befindet. Wider erwarten geschieht aber ein weiteres Gewaltverbrechen...

Anmerkungen:


"Blutige Seide" trägt bereits alle typischen Merkmale des italienischen Giallo. Das Whodunit-Element wird von einem schwarz gekleideten Verbrecher mit Handschuhen und Gesichtsmaske bedient, der seine Morde mit eiskalter Grausamkeit begeht. Dennoch grenzt sich der vorliegende Film angenehm von den eigentlichen Gialli der 70er-Jahre ab, was darin liegt, dass er bereits in dem "frühen" Jahr 1964 entstanden ist und Mario Bava (1914-1980) auf dem Regiestuhl Platz nahm. Bava hatte 1960 mit "Die Stunde wenn Dracula kommt" (eigentlich "Black Sunday"; der Film hat mit Dracula nämlich nichts zu tun.) ein exzellentes Meisterwerk des Grusel-Genres geschaffen, das sich hinter den damals maktführenden Hammer-Thrillern in keinster Weise verstecken muß. Auch mit "Vampire gegen Herkules" und "Die drei Gesichter der Furcht" konnte er sehr gelungene Genre-Filme auf seinem Konto verbuchen. Alle diese Streifen zeichnen sich durch ihren herausragenden visuellen Reiz aus.

Es handelt sich hier um einen Buntfilm im wahrsten Sinne des Wortes, da sich mit sehr kräftigen, kontrastreichen Farben praktisch ein bewegtes Gemälde präsentiert. Besonders ein knalliges rot kommt beim ausgesprochen markanten und eindrucksvollen Dekor auffallend oft wirkungsvoll zum Vorschein. Begleitet von einer düsteren Musik, schönen Gothic-Aufnahmen und einer flotten und spannenden Handlung macht sich eine geradezu hypnotische und fesselnde Atmosphäre breit. Durch seine ausgesprochen potente und wirkungsvolle Bildersprache bewegt sich "Blutige Seide" sehr viel näher bei den deutschen Edgar-Wallace-Verfilmungen als die herkömmlicheren Gialli.

Eigentlich hätte sich das Wallace-Team der immer mehr von albernem Humor durchzogenen Farb-Vohrers an diesem sehr ernsten und eigenwilligen Thriller durchaus eine Scheibe abschneiden können.

Von den Darsteller(innen) fällt in erster Linie Eva Bartok (1927-1998) sehr positiv auf. Ihre Gefühlsregungen und Reaktionen sind ausgesprochen glaubhaft gespielt. Thomas Reiner (geb.1926) als Ermittler liefert lediglich eine solide Durschnittsleistung ab. Auch Cameron Mitchell (1918-1994) ist durchaus austauschbar. Dafür bekommt man eine Reihe hübscher Damen zu sehen.

Die Stärke des Films liegt, wie schon angedeutet, in Bildersprache und Kameraführung. Bereits nach etwas mehr als einer Stunde wird man mit der Preisgabe des Täters regelrecht überfallen. Trotzdem nimmt der dramaturgische Fortlauf davon keinen wirklichen Schaden. Der Grund für den Auftakt der Mordserie lässt sich eigentlich nicht erahnen.

Leider gingen die angesprochenen sehr hervorstechenden und charakteristischen visuellen Vorzüge bei den Bava-Filmen der 70er-Jahre wieder verloren.

Fazit:

Sehr bildgewaltiges und optisch ansprechendes italienisches Genre-Frühwerk in angenehmen Old-School-Stil, das spätere Filme von Argento, Dallamano und co. locker in die Tasche steckt. 4 von 5

Gubanov Offline




Beiträge: 14.747

14.09.2017 06:23
#17 RE: Blutige Seide (1964) Zitat · antworten

„Blutige Seide“ belegt im Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017 Platz 17 von 48. Der Film erhielt von den Teilnehmern im Durchschnitt eine Bewertung von 4,02 von 5 Punkten.

zugrundeliegende Wertungen: 12 von 17 (11x „gut bekannt“, 1x „länger her“)
Top-10-Tipps: 0 von 8
Auswahlrunde: Platz 16 von 28 (7,6 Punkte)


mit 4,00 Pkt. Platz 24 in der Kategorie Schauspieler (– 7)
mit 4,46 Pkt. Platz 08 in der Kategorie Inszenierung / Spannung (+ 9)
mit 3,76 Pkt. Platz 18 in der Kategorie Drehbuch / Logik (– 1)
mit 4,30 Pkt. Platz 05 in der Kategorie Ausstattung / Wertigkeit (+ 12)
mit 4,02 Pkt. Platz 11 in der Kategorie Musik (+ 6)
mit 3,48 Pkt. Platz 27 in der Kategorie Epigonenfaktor (– 10)
mit 4,13 Pkt. Platz 14 in der Kategorie freie Wertung (+ 3)

Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017: Ergebnisse (#192) (13)

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