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Forum Edgar Wallace ,...



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Dieses Thema hat 33 Antworten
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 Filmbewertungen
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Edgar007 Offline




Beiträge: 2.269

14.12.2011 20:25
#16 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE kann man sicher getrost zu den besten Epigonen zählen. Allerdings ist dieser Film m.E. viel unheimlicher und bedrohlicher als die Wallace-Filme.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.539

14.12.2011 20:29
#17 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

@ Mr Keeney: Eine feste Top-5 habe ich mir auch noch nicht so wirklich zusammengepuzzelt, denke aber, dass meine Entscheidung für den besten Epigonenkrimi wohl entweder auf "Die weiße Spinne" oder auf "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" hinauslaufen würde. Interessant sind diesbezüglich auch die Ergebnisse, die wir 2007 im Epigonen-Grandprix erhalten haben: http://www.freewebs.com/gubanov/epigonen.htm. "Stahlnetz" liegt dort allerdings nur auf Rang 10.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.326

15.12.2011 11:50
#18 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Danke für diesen Link, Gubanov. Ich liebe ja derlei Auswertungen und Listen!

Auffällig für mich:

Das Testament des Dr. Mabuse ist bei diesem Grand Prix von allen Mabuse-Filmen am weitesten vorne. Überraschend! Habe den Film aber auch schon lange nicht mehr gesehen und will meine Mabuse-Sammlung bezüglich dieses Filmes schon ewig weiter ausbauen… Vielleicht schenke ich mir den jetzt mal zu Weihnachten !

Auch für mich überraschend: „Hotel der toten Gäste“ immerhin in der TOP 15. Ein kurzweiliger, gelungener Film, ohne Frage, aber für mich liegen doch fast schon Welten beispielsweise zu den (dahinter platzierten) „unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse“ .

Gefreut hat mich „Das Wirtshaus von Dartmoor“ auf Rang 2, ich dachte bisher immer der Film käme im Forum nicht so phänomenal gut weg. Er hat bei mir etliche Sympathie- und Wohlfühlpunkte, auch finde ich, dass dieser Film den Wallace-Filmen von Machart und „Ausstrahlung“ her tatsächlich am Nähesten kommt (sowohl die BEW-Filme als auch noch mehr die Mabuse-Reihe haben m. E. ein ganz eigenes Flair), ohne dass ich jetzt aber behaupten würde, „Das Wirtshaus von Dartmoor“ könne in handwerklicher bzw. filmischer Sicht ernsthaft mit „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ und wohl auch nicht mit „Der Würger von Schloß Blackmore“ mithalten.

„Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ liebe ich auch sehr, ich empfinde diesen Film eigentlich noch immer als den gelungensten Mabuse, weigere mich aber so ein bisschen, ihn als Wallace-Epigone zu sehen .

Blap Offline




Beiträge: 1.128

29.12.2011 22:39
#19 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten


Dr. Mabuse Box von Universum Film


Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (Deutschland, Italien, Frankreich 1961, Originaltitel: Im Stahlnetz des Dr. Mabuse)

Gert, Lex, die bezaubernde Frau Lavi und jede Menge Wohlfühlatmosphäre

In einem Zug wird ein Interpol-Mitarbeiter kaltblütig ermordet. Für Kommissar Lohmann (Gert Fröbe) zu einem äusserst ärgerlichen Zeitpunkt, denn der Kriminalbeamte war gerade dabei sich auf eine Urlaubsreise zu begeben. Der Mord scheint nur ein kleines Puzzleteil in einem äusserst brisanten Fall zu sein, offenbar ist ein mächtiges Verbrechersyndikat aus den USA in die Sache verwickelt, dem Opfer wurde wichtiges Aktenmaterial entwendet. Bald sind weitere Todesfälle zu beklagen, eine Spur führt Lohmann in das städtische Gefängnis, angeblich wurde der dort einsitzende Schwerverbrecher Alberto Sandro (Ady Berber) bei Untaten ausserhalb der Anstalt beobachtet. Tatsächlich ist Sandro verschwunden, in seiner Zelle findet man die Leiche eines anderen Burschen. Gefängnisdirektor Wolf (Fausto Tozzi) und sein Mitarbeiter Böhmler (Werner Peters) hinterlassen zwar nicht den seriösten Eindruck, bieten aber keine Ansatzpunkte für handfeste Verdachtsmomente. Derweil beschäfigt sich auch die attraktive Reporterin Maria Sabrehm (Daliah Lavi) mit den Vorfällen, die junge Frau trifft auf den rätselhaften Joe Como (Lex Barker), dessen wahre Identität zunächst unklar bleibt. Mehr und mehr beschleicht Kommissar Lohmann eine fürchterliche Ahnung, sollte Dr. Mabuse doch noch unter den Lebenden weilen? Falls ja, was führt der Superverbrecher im Schilde? Lohmann und Como müssen an einem Strang ziehen, Joe Como geht ein hohes Risiko ein, er lässt sich in das zwielichtige Zuchthaus einschleusen...

Dr. Mabuse geht in die zweite Runde, auf dem Regiestuhl nahm der bewährte Harald Reinl Platz, der Filmfreuden durch zahlreiche Beiträge zum Edgar-Wallace-Kosmos und diverse Karl-May-Streifen bekannt ist. Die Kamera wurde von Karl Löb bedient, der häufig mit Reinl zusammenarbeitete. Vor der Kamera tummelt sich eine nicht minder illustre Truppe, angeführt vom kantigen Gert Fröbe, der sich in diesem Film (fast) zurückhaltend, zeitweise regelrecht zahm präsentiert (zumindest für seine Verhältnisse). War bereits der von Fritz lang inszenierte Vorgänger "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" (1960) ein starker Beitrag zum "Krimi-Universum" der sechziger Jahre, toppt die zweite Mabuse-Sause aus dieser Zeit den Erstling, treibt das Wohlgefühl des Zuschauers in noch höhere Bereiche der "Wonneskala" (was auch immer das sein mag). Erneut verzichtet man weitgehend auf flache Kalauer, humorlos ist das Wirken von Gert Fröbe dennoch nicht, das Gesamtbild wurde mit einer höheren Dosis üblicher Schauwerte garniert. Vielleicht mag Langs Ansatz tiefsinniger und "künstlerischer" anmuten, Reinl unterhält auf eine mehr massentaugliche Art. Keine Bange, Harald Reinl verliert sich nie in Peinlichkeiten oder gar handwerklichem Unvermögen, Popanz wie man ihn z. B. von (dem von mir sehr geschätzten) Alfred Vohrer kennt, muss der "konservative" Liebhaber nicht befürchten.

Überlässt man einem Vulkan wie Gert Fröbe die Bühne, haben seine Kollegen es nicht leicht sich zu behaupten. Fröbes Präsenz füllt nicht nur die Leinwand aus, sie rollt mit voller Wucht durch die Räumlichkeiten des Zuschauers, packt und reisst mit (auch in stilleren Momenten). Wie bereits weiter oben erwähnt, nimmt sich Fröbe diesmal ein wenig zurück (nur auf "Gepolter" bezogen, nicht qualitativ), was allerdings nicht bedeutet, er würde nicht trotzdem unter Dampf stehen. Zu Beginn zeigt man uns den Privatmann Lohmann, der fröhlich und herzlich mit seiner Familie scherzt, sich auf ein paar Tage Ruhe und Erholung abseits vom Sumpf des Verbrechens freut. Mit Leichtigkeit erobert der Held die Herzen seines Publikums, von der ersten Sekunde an hat er alle Sympathien auf seiner Seite. Ohne Ausbrüche geht es nicht, hin und wieder platzt Lohmann der Kragen, ist er voll und ganz der harte und kernige Ermittler. Besonders interessant sind die feinen Zwischentöne, die den Charakter der Hauptfigur noch menschlicher erscheinen lassen. Bei allem Durchsetzungsvermögen, sind auch einem erfahrenen Kriminalisten wie Kommissar Lohmann Grenzen gesetzt, während der finalen Konfrontation mit dem "Oberschurken" wird dies sehr eindrucksvoll deutlich. Bevor ich mich nun endlos über die Qualitäten des Gert Fröbe auslasse -die sowieso allen halbwegs an Filmen interessierten Menschen längst bekannt sein dürften- nun ein paar Worte zu den anderen Akteuren. Lex Barker fungiert gewissermaßen als Co-Held, die angeblich unklare, fragwürdige Herkunft seiner Figur ist leicht durchschaubar. Im Notfall greift Joe Como beherzt ein, selbstverständlich hat er ein Auge auf die fesche Journalistin Maria Sabrehm geworfen, die seine Annährungsversuche lediglich halbherzig zurückweist. Daliah Lavi bricht nicht aus dem damaligen Frauenbild aus, doch allein ihr Anblick versöhnt mit der ein wenig faden und substanzarmen Rolle, was für eine Frau (die übrigens in "Der Dämon und die Jungfrau" (1963) von Mario Bava noch weitaus heisser anzuschauen ist)! Die Riege der Nebendarsteller muss sich keinesfalls verstecken, Reinl stand ein sehr starkes Ensemble zur Verfügung! Werner Peters ist aus dem deutschen Kriminalfilm der sechziger Jahre nicht wegzudenken, meist spielte der unscheinbare, untersetzte Schauspieler widerliche Charaktere, was ihm ohne Ausnahme bestens gelang. Als Erfüllungsgehilfe schlägt er sich erwartungsgemäß gut, die Ekelhaftigkeit dringt ihm aus jeder Pore. Peters schafft es immer wieder, seine Figuren widerwärig-schleimig darzustellen, man möchte ihm mit Anlauf in den Hintern treten, herrlich! Rudolf Fernau spielt einen undurchsichtigen Geistlichen, Rudolf Forster einen Forscher unter Druck, Fausto Tozzi umgibt eine leicht diabolische Ausstrahlung. Ady Berber sieht wie immer erschreckend aus, er rumpelt wie ein alter Panzer durch das Szenario. Joachim Mock bleibt unscheinbar, er muss einige Rügen seines Chefs Lohmann einstecken. Gestandene Schauspieler wie Albert Bessler und Wolfgang Preiss sind in kleinen Rollen zu sehen, was will man mehr?

"Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" leistet sich keine Hänger, bereits der Auftakt im Zug sorgt für Begeisterung. Die Ermittlungen sind spannend, ab und zu wird eine Dosis Krawall eingestreut, die Endphase bietet gar einen heftigen Schusswechsel mit automatischen Waffen an. Richtig stark auch die Auflösung, vor allem die vorherige Auseinandersetzung zwischen Lohmann und ... (verrate ich nicht). Insgesamt sicher eine Spur "gewöhnlicher" als der Vorgänger, für meinen primitiv-vulgären Geschmack daher noch gelungener. Gern zitiere ich aus meinem Kurzkommentar zu "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse": Wer die Wallace-Filme mag, der sollte sich auf jeden Fall auch mit den Dr. Mabuse-Sausen beschäftigen, wem die Wallace-Filme eine Spur zu humorig erscheinen, der sollte es ebenfalls mit Dr. Mabuse probieren. Mir liegt das "Dr. Mabuses Meisterwerk" getaufte Box-Set von Universum vor, welches alle sechs Mabuse-Streifen aus den sechziger Jahren enthält:

• Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960)
• Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (1961)
• Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse (1962)
• Das Testament des Dr. Mabuse (1962)
• Scotland Yard jagt Dr. Mabuse (1963)
• Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse (1964)


Die DVDs kommen in einem schicken Digipak ins Haus, das von einem nicht minder hübschen Schuber umhüllt wird. Ferner liegt ein Booklet bei, in dem Auszüge aus einem Buch des leider kürzlich verstorbenen Wallace-Experten #1 Joachim Kramp zu lesen sind. Der von Kriminalfilmfreunden (und nicht nur denen) sehr geschätzte Joachim Kramp, hinterlässt eine nicht zu schliessende Lücke im "Wissensgebiet Wallace und Co.". An der Qualität der DVD gibt es nichts zu meckern, Universum präsentiert auch den zweiten Beitrag zur Mabuse-Reihe in schöner Verfassung. Für Fans (und solche die es werden wollen) stellt diese Box einen unverzichtbaren Pflichtkauf dar!

Fazit: Reinl legt noch ein Schippchen drauf, übertrifft knapp den guten -von Fritz Lang inszenierten- Vorgänger!

7,5/10 = Gut bis sehr gut

Lieblingszitat:

"Der Teufel betet nicht. Er will angebetet werden!"

***

Vom Ursprung her verdorben

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

15.01.2014 16:59
#20 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Nach dem, im Endergebnis, doch eher durchschnittlichen Erstlingswerk der 60er Mabuse-Reihe, liegt mit dem Stahlnetz ein kleines Meisterwerk vor.

Dieser äußerst unterhaltsame und doch durchweg spannende Film macht wirklich mehr als nur Spaß und ein sehr schlagendes Argument dafür ist eindeutig mal wieder Gert Fröbe.
Meine Güte ist der Mann genial und schon die erste Szene im beschaulichen Heim, zeigen seine schauspielerische Vielseitigkeit. Nachher im Film, wenn das Nervenkostüm zu reißen droht, ist er es auch, der für den subtilen Humor des Filmes sorgt, etwa wenn er seinen Assistenten auf unnachahmliche Weise zur Sau macht. Einfach herrlich und auch wenn ich damit nur in die Reihe so vieler Vorschreiber trete, so muss ich es dennoch wieder tun und Gert Fröbe einmal mehr auszeichnen, für seinen Auftritt.
Auf jeden Fall ein klasse Inspektor und sogar noch besser als im ersten Mabuse-Film.
Lex Barker als zweite Hauptperson kommt angesichts des wenigen Platzes dem Fröbe ihm zugesteht eher unscheinbar zum Zuge, aber okay. Fröbe verkörpert die eindeutig interessante Figur, schon allein aus dem Drehbuch heraus und für Barker läuft es eben auf die klassische Heldenrolle, ohne viel Profil hinaus. Diesen Part erfüllt Barker aber zu meiner Zufriedenstellung und darf sich sogar ein paar schöne Kämpfe liefern, wie das eben sein muss.
Daliah Lavi ist auf jeden Fall ein sehr hübsche Dame gewesen, nur vermag sie kein sehr eindringliches Spiel abliefern, sondern bleibt vermutlich bei mir eher anderweitig im Gedächtnis. Das meine ich nicht sexistisch, aber im Kreise des Wallace-Universums bin ich doch schon auf ausdrucksstärkere Damen gestoßen. Dass es aber hier kein Standard-Happy-End gibt, kommt nicht nur dem Film, sondern auch Lavis Rolle zugute und macht auch ihren Part ansprechend. Sowie übrigens auch das Ende.
Der Rest der Riege braucht sich dann auch nicht zu verstecken. An jeder Ecke scheint ein, wie immer, undurchsichtiger Albert Bessler zu stehen, der wie immer für Atmosphäre sorgt. Als Pfarrer vom Dienst blickt der stets undurchschaubare Rudolf Fernau ins Publikum und schafft es wie so oft eine Glanzleistung abzurufen. Besonders die Großaufnahmen seines Gesichtes sind wieder sehr gelungen - wenn seine Mundwinkel zu tanzen scheinen und er mittels kleinen Blicken völlig gegensätzliche Ausdrücke zu zeigen fähig ist. Genial!
Dazu gesellt sich Werner Peters, der zwar im vorigen Film eine stärkere Rolle besaß, aber auch hier gewohnt souverän auftritt. Neben Kultfigur Ady Berber, der auch hier einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, sehen wir auch noch einen Rudolf Forster, den ich ebenfalls für gut besetzt halte.
Alles in allem, um die Sache abzukürzen, ist das Ensemble wieder erstklassig. Die meiste Dynamik geht natürlich von Fröbe aus, der mimisch und gestisch einfach alles zerberstet, aber auch der Rest hat wunderbar aufgespielt.

Was mir beim ersten Film fehlte, wo es letztlich an den Darstellern hängenblieb, den Film voranzutreiben, wurde hier mit einer spannenden Geschichte wesentlich besser gelöst. Zügig folgt die Story ihrem Lauf und lässt keine Langeweile aufkommen. Nicht nur, dass die Inszenierung von ihren markanten Darstellern und deren undurchschaubarem Spiel profitiert und sie wunderbar in Szene setzt (siehe Szene als Lavi die Bimbo-Bar (!!!) verlässt), sondern auch das Spannung gekonnt mit eindrucksvoller Action gekoppelt wurde. Dr. Mabuse erscheint allgegenwärtig, übermächtig und immer einen Schritt voraus und wird damit präsenter als im ersten Teil konstruiert.
Dieses Raten, was bis kurz vor Schluss auch wirklich ein Raten bleibt, wird wie gesagt durch unterhaltsame Momente versüßt. Nennen könnte man hier den Flammenwerfermord, Prügeleien, Explosionen, Verfolgungsjagden und eine Massenschießerei. All das wirkt aber zu keinem Zeitpunkt billig, sondern dem Spannungsaufbau förderlich und oftmals auch überraschend. Hier sei auf die Szene hingewiesen in der unser armer Ady Berber die Tür nicht finden kann.
Durch solche Überraschung, wird nicht nur die Figur des Mabuse interessant angedeutet, sondern auch die Geschichte in flotten Tempo vorangetrieben. Dass sich dazwischen allerdings auch sehr dichte und atmosphärische Bilder finden, ist nur ein weiterer Pluspunkt.

Ich denke wirklich, was das Drehbuch betrifft wurde hier nicht geschlampt, denn jedes kleine Detail, wird letztlich wichtig um dem Täter auf die Spur zu kommen und somit zieht sich ein langer roter Faden durch die Geschichte. Optisch macht der Film auch was her und das liegt nicht nur an der tollen Kulisse, sondern auch an der routinierten Kameraarbeit von Karl Löb.
Auch die Musik halte ich für sehr gelungen und somit kann ich nur sagen:

dieser Film ist wirklich genial von vorne bis hinten. Tolle Darsteller in einem unterhaltsamen, spannenden und temporeichen Krimi.

5 von 5 Punkten.

tilomagnet Offline



Beiträge: 496

11.05.2014 18:39
#21 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Der überzeugendste Mabuse-Film! Die düstere bedrückende Athmosphäre, eine Ansammlung undurchschaubarer Gestalten und die gekonnte Regie von Harald Reinl sorgen für 90 Minuten spannende Unterhaltung. Einer der besten deutschen Krimis der 60er Jahre mit Starbesetzung und richtiggehend brutalen Morden! Viel viel besser als die meisten Rialto - Wallace und quasi die "Entdeckung" von Lex Barker für den deutschen Unterhaltungsfilm! Klare 5/5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 2.694

15.05.2014 08:00
#22 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Find ich besser als den um eine Spur zu biederen Vorgänger "Die tausend Augen".Atmosphärisch eine gute Ergänzung zu den Wallace Filmen. Am besten gefällt mir das "western like" Pistolenduell zwischen Gert Fröbe und dem Küster.Der Streifen hat eine gewisse Härte und gottlob keine Albernheiten. Die Musik ist sehr gelungen.Das Mabuse-typische Massenhypnose-Motiv macht den markantesten Unterschied zu den Wallace-Filmen aus.

Lex Barker wirkt in diesem Film etwas deplaziert, wohl weil ich ihn in erster Linie aus Abenteuerfilmen gewohnt bin. Dennoch stört mich das nicht, da ich ihn immer gerne sehe und wohl in (fast) jedem Film akzeptieren würde.Allerdings ist er hier nicht so unaustauschbar wie als Old Shatterhand/Kara ben Nemsi.

Gert Fröbe spielt seinen Part sehr engagiert und durchaus sympathisch. Daliha Lavi find ich etwas farblos.War auch nie meine Lieblingsschauspielerin. Am besten gefiel sie mir in "ten little indians".

....Ich kenne nur einen Herr und Gebieter, Dr.Mabuse

4 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 607

28.11.2016 21:16
#23 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (BRD 1961)

Regie: Harald Reinl

Darsteller: Gert Fröbe, Lex Barker, Daliah Lavi, Rudolf Fernau, Werner Peters, Rudolf Forster, Fausto Tuzzi, Joachim Mock, Adi Berber, Albert Bessler, Alexander Engel, Wolfgang Preiss u.a.



Der Erfolg von „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ lud natürlich dazu ein, mit Mabuse in Serie zu gehen. Da Lang von dieser Idee allerdings wenig begeistert war, musste man sich nach einem neuen Regisseur umschauen. Nachdem in Vorplanungen lange der Name Harald Philipp Bestand hatte und man auch Alfred Vohrer in Erwägung gezogen hatte, fiel die Wahl letzten Endes auf Harald Reinl, der mit „Der Frosch mit der Maske“ die Gruselkrimiwelle ins Rollen gebracht hatte. Was den Titel betrifft, so war Brauner einmal mehr besonders schlau und bediente sich bei der damals beliebten TV-Serie „Stahlnetz“, ohne dass dies einen tieferen inhaltlichen Bezug hatte.

Oberflächlich gesehen lieferte Reinl einen passablen Reißer ab, der genauer betrachtet allerdings für Zuschauer, die die älteren Filme oder aber den direkten Vorgänger kannten, einige Fragen offen ließ. Zunächst spielt Fröbe nicht wie im letzten Film Kommissar Kras, sondern Kommissar Lohmann, der in Langs „Das Testament von Dr. Mabuse“ anno 1933 den Tod Mabuses miterlebte. Soll dieser Film an jenen Film anschließen und den unmittelbaren Vorgänger, „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“, ganz außer Acht lassen? Dafür spricht, dass Como alias Barker zu Anfang gegenüber Daliah Lavi erwähnt, derjenige, von dem Lohmann spreche, sei „schon lange tot“. Die Aussage von Preiss, „Ja, ich lebe!“, ist insoweit nicht eindeutig, weil es einerseits auf den „echten“ Mabuse, der 1933 starb, bezogen sein kann, andererseits auf Dr. Jordan/Cornelius aus „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“, der Mabuse nacheiferte, ebenfalls von Preiss verkörpert wurde und am Ende jenes Films mit dem Auto von einer Brücke stürzte. Naheliegend erscheint, dass Brauner den Erfolg der „1000 Augen des Dr. Mabuse“ lediglich für ein komplettes „Reboot“ nutzte. Mabuse war wieder in aller Munde, nun konnte er den Plan, Mabuse auferstehen zu lassen, was Lang noch vehement ablehnte, in die Tat umsetzen. Dann war aber die Entscheidung, mit Fröbe und Preiss weiterzumachen, inhaltlich äußerst unglücklich und lässt sich nur damit erklären, dass das „neue“ Mabuse-Publikum die Leistungen von Fröbe und Preiss beim Vorgänger begrüßt hatte und diese so eine gewisse Anziehungskraft bedeuteten. Wie auch immer, das Publikum machte sich im Jahre 1961 offenbar diesbezüglich keine vertieften Gedanken, so dass der Film zu einem großen Erfolg wurde.

Doch auch von den genannten Widersprüchlichkeiten bzw. Unstimmigkeiten abgesehen ist der Film seinem Vorgänger unterlegen. Bei Filmen dieser Art sollte man grundsätzlich nicht nach dem „Wie“ und „Warum“ fragen, aber wieso um alles in der Welt Mabuse mit einem ominösen Chicagoer Syndikat zusammenarbeiten will, um seine Ziele zu erreichen, die von ihm obendrein auch noch einen „Machtbeweis“ verlangen, bleibt völlig dunkel.

Zitat
„Mabuse (ist) von einem Genie zu einem Niemand geworden, der, um sich als ernsthafter Geschäftspartner zu präsentieren, erst einmal national seine Verbrecherqualitäten unter Beweis stellen muss. Sein Ruf scheint noch nicht über den Atlantik gedrungen zu sein, der Weg zur Weltherrschaft noch weit.“ (Wrage (Hrsg.), Dr. Mabuse im Film, S.69)



Das sah offenbar auch Artur Brauner so und regte insoweit „Klarstellung“ an (Wrage (Hrsg.), Dr. Mabuse im Film, S.58), welche die Autoren des Drehbuchs jedoch dem Zuschauer schuldig blieben.

Auch von schauspielerischer Seite gibt es wenige Glanzlichter. Fröbe und Peters bleiben hinter ihren Leistungen des Vorgängers zurück, was aber vor allem bei Peters dem Umstand geschuldet ist, dass er kaum Raum zur Entfaltung bekommt. Bei Fröbe sind es insbesondere die (undankbaren) Szenen zu Anfang mit seinem „Heideröslein“, einem typischen „Heimchen am Herd“, die arg bemüht wirken. Gleiches gilt für das „Happy End“ zwischen Barker und Lavi. Lex Barker musste für seine dürftige Performance verbreitet berechtigte Kritik einstecken („Fremdkörper“, Osteried, Dr. Mabuse, S.105; „verschlimmert die dramaturgischen Schwächen seiner Rolle noch durch schauspielerisches Unvermögen“, Wrage (Hrsg.), Dr. Mabuse im Film, S. 68). Unverständlich, dass Brauner ihm im Nachfolger gar die Hauptrolle anvertraute. Auch van Eyck war mit Sicherheit kein schauspielerisches Schwergewicht, aber er hatte zumindest so etwas wie Präsenz, Ausstrahlung und Charisma. Dies alles geht Barker (hier) komplett ab. Allenfalls in den Kampfsequenzen macht er eine ordentliche Figur. Hervorzuheben ist Rudolf Fernau, der als Pfarrer einmal mehr bewies, wie überzeugend und diabolisch er zwiespältige Gestalten mimen konnte. Daliah Lavis Auftritt geriet zumindest charmant. Eine Fehlentscheidung war es hingegen, Wolfgang Preiss anders als im Vorgänger nicht die Figur(en) spielen zu lassen, deren er sich bediente. Dass die betreffende Figur dann auch noch die gleiche Synchronstimme hatte wie Dr. Cornelius in „1000 Augen“, machte die Verwirrung komplett.

Bei aller Kritik lieferte Reinl im Übrigen grundsolide Genrekost ab. Er inszenierte auf Spannungsmomente und servierte dabei mitunter für damalige Verhältnisse deftige und effektvolle Mordszenen (Verbrennen auf offener Straße). Die Kameraarbeit ist gut gelungen, positiv zu bemerken ist die im Vergleich zum Vorgänger höhere Anzahl an Außenaufnahmen. Die Eröffnungssequenz versprüht nochmal so etwas wie Langschen Flair, erinnert die erste Tötung im Zug doch ein wenig an eine Szene in Langs „Ministerium der Angst“ und den letzten beiden Mabuse-Filmen. Darüber hinaus ist der Film erfrischend humorlos, was man von den nachfolgenden Filmen nicht immer behaupten konnte. Alles in allem unterhaltsame Genre-Unterhaltung, der aber die Originalität des Vorgängers abgeht.

Nach dem Prolog mit „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ stellt „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ einen weiteren Neuanfang dar und markiert den eigentlichen Start der Mabuse-Verfilmungen der 1960er- Jahre.


Im Vergleich zum eleganten Vorgänger fällt Reinls erster Mabuse eher in die Kategorie „biedere Hausmannskost“. Dazu gesellen sich erhebliche inhaltliche und schauspielerische Schwächen. Dank der handwerklichen Klasse, den gelungenen Spannungssequenzen und den stimungsvollen Außenaufnahmen insgesamt noch 3,5 von 5 Punkten.

DanielL Offline




Beiträge: 3.697

29.11.2016 21:05
#24 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Danke für ein wie immer lesenswertes Review.

Letztlich ist es ein wenig Schade, dass man es bereits beim zweiten Teil mit der Story nicht mehr so genau nahm. Während man bei den 1000 Augen den Eindruck hatte, es wurde mit besonderer Sorgfalt vorgegangen, gibt man sich hier schon weitgehend mit Effekten zufrieden. Die immerhin gelingen Harald Reinl zusammen mit Karl Löb, was noch der größte Vorteil des Films ist: Atmosphärische Aufnahmen im Studio und auf Berlins Straßen, temporeiche Verfolgungsjagden, unheimlich ausgeleuchtete Dialogsequenzen mit den Bösewichtern. Das passt. Nur die Handlung wirkt schon ein wenig fahrig: Die Grundidee, dass Mabuse zur Anbiederung an amerikanische Gangster Atommeiler in die Luft jagen will; Die Tatsache, dass "Krass" nun "Lohmann" heißt und Mabuse (Der "neue Mabuse", sprich Dr. Jordan?) totgeglaubt ist, obwohl man sich doch im Vorgänger mit dem Sturz des Autos in Wasser (ohne Leichenfund?) auch eine ganz plausible Hintertür offengelassen hatte; die leicht alberne Droge mit hypnotisierender Wirkung. Im Vorgänger hatte man es schon mit Spiritualität zu tun, die aber letztlich logisch als Mumpitz aufgedeckt wurde. Hier kommt man nun mit "tatsächlich fantastischen Phänomenen" um die Ecke, was sich natürlich im Laufe der Reihe noch steigern sollte. Und Lex Barker wiegelt das nun in der Tat nicht gerade mit Tiefgang auf. Das Wiedersehen mit Fröbe freut aufgrund seiner unnachahmlichen Art, nur der Rollenname irritiert eben. Die obligatorisch gut gelaunte Szene mit Frau, Kindern und geplantem Wochenendausflug, ehe das Telefon klingelt, ist mir in ihrer unbeschwerten Art eher positiv aufgefallen. Daliah Lavi ist charmant in jedem Falle. Ansonsten bleiben die beiden Rudolfs, Fernau und Forster, im Gedächtnis. Bessler als wiederkehrendes Schreckgespenst ist in seiner Überzeichnung nah an der Schmerzgrenze. Peters Rolle gibt eindeutig weniger her als im Vorgänger.

Beim Filmportal gibt's u.a. die Drehbuchseiten der Eröffnungssequenz inkl. handschriftlicher Bildauflösungen/ Dialogänderungen und alternative Besetzungsvorschläge von Brauner (Wer diese nicht entziffern kann - sie wurden schon zu Wikipedia übertragen) zu sehen:
http://www.filmportal.de/film/im-stahlne...de4249751ef6cc7

Gruß,
Daniel

Ray Offline



Beiträge: 607

29.11.2016 22:35
#25 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Generell ist es Reinl in meinen Augen - wahrscheinlich vor allem wegen der Klasse von "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" - anders als bei den anderen Franchises, an denen er mitgewirkt hat, bei Mabuse nicht gelungen, der Reihe qualitativ wirklich einen Stempel aufzudrücken. Solide Krimikost, aber eben nicht so herausragend wie bei (Bryan) Edgar Wallace, Cotton oder mit Abstrichen auch bei Weinert-Wilton.

Im Personenverzeichnis ist neben Peters "10.000", neben Berber "7.500" und neben der Rolle des Voss "5.000" zu lesen. Ob das die Gagen sind?

Gubanov Offline




Beiträge: 14.539

30.11.2016 18:12
#26 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #25
Generell ist es Reinl in meinen Augen - wahrscheinlich vor allem wegen der Klasse von "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" - anders als bei den anderen Franchises, an denen er mitgewirkt hat, bei Mabuse nicht gelungen, der Reihe qualitativ wirklich einen Stempel aufzudrücken. Solide Krimikost, aber eben nicht so herausragend wie bei (Bryan) Edgar Wallace, Cotton oder mit Abstrichen auch bei Weinert-Wilton.

Kurios, wie die Wahrnehmungen auseinandergehen: "Stahlnetz" und "Krallen" sind für mich neben der "weißen Spinne" nicht nur Reinls beste Epigonen, sondern überhaupt seine besten Krimis.
Zitat von DanielL im Beitrag #24
Letztlich ist es ein wenig Schade, dass man es bereits beim zweiten Teil mit der Story nicht mehr so genau nahm.

Ich gestehe, dass ich mich erfahrungsgemäß schwer damit tue, eine Inhaltsangabe für "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" zu verfassen. Die Motivationen und Handlungsabläufe sind etwas vage, wie oben schon ganz richtig angesprochen wurde, aber ich finde diese Ambiguität bei Mabuse eigentlich gar nicht verkehrt. Diese Unklarheit, weshalb sich die Abläufe da gerade auf dem Bildschirm abwickeln, stärkt für meine Begriffe sowohl den Mabuse-Superschurkenmythos als auch das Actionfeeling des Films, das eine markante Schwerpunktveränderung ggü. den eher krimilastigen "1000 Augen" darstellt.
Zitat von DanielL im Beitrag #24
Die Tatsache, dass "Krass" nun "Lohmann" heißt

Und das soll schlimm sein? Lohmann ist im Gegensatz zu Krass wenigstens ein tradierter Mabuse-Ermittlername. Ich habe aber noch nie sich jemanden darüber beschweren hören, dass Fuchsberger, Drache und Lowitz in ihren Wallace-Ermittlerrollen oft unterschiedliche Namen trugen, obwohl auch ihre Figuren in einem teilkontinuierlichen Filmuniversum leben. That's cinema.
Zitat von DanielL im Beitrag #24
Und Lex Barker wiegelt das nun in der Tat nicht gerade mit Tiefgang auf.

Ah, das gute moderne Klischee, dass nur ein tiefgängiger Ermittler ein guter Ermittler sei. Lex Barkers Rollen sind in seinen beiden Mabuse-Filmen als handfeste Sonnyboys und damit als Gegenstück zu den väterlichen, reiferen und runderen Ermittlertypen von Fröbe und Lowitz angelegt. Für solche Rollen braucht es Präsenz, Sympathie und ein schneidiges, attraktives Auftreten, aber ganz sicher keinen Tiefgang. Ich finde Lex Barker eine sehr lobenswerte Bereicherung für die Mabuse-Filme und kann Kritik an seinen Auftritten in keinster Weise nachvollziehen. Einerseits dokumentiert diese Besetzung Brauners damals noch vorhandenen Willen, mit der Mabuse-Reihe einen dezidierten Gegenpol zu Rialtos Wallace-Filmen zu schaffen, andererseits führt sie zusammen mit der Besetzung von Daliah Lavi die internationale Komponente fort, für die in den "1000 Augen" van Eyck und Addams verantwortlich waren.

DanielL Offline




Beiträge: 3.697

30.11.2016 22:40
#27 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #26

Kurios, wie die Wahrnehmungen auseinandergehen: "Stahlnetz" und "Krallen" sind für mich neben der "weißen Spinne" nicht nur Reinls beste Epigonen, sondern überhaupt seine besten Krimis.


In der Tat kurios. Du ordnest "Stahlnetz" und "Krallen" auch vor "Frosch", "Bande" und "Fälscher" ein (Nach dem "Mönch" frage ich dich schon gar nicht)?

Zitat von Gubanov im Beitrag #26

Diese Unklarheit, weshalb sich die Abläufe da gerade auf dem Bildschirm abwickeln, stärkt für meine Begriffe sowohl den Mabuse-Superschurkenmythos als auch das Actionfeeling des Films, das eine markante Schwerpunktveränderung ggü. den eher krimilastigen "1000 Augen" darstellt.


Für mich ist das immer so eine Gradwanderung. Wenn man beispielsweise die hypnotisierende Superdroge als fantastische Idee des Films akzeptiert, dann würde ich mir aber immerhin eine gewisse Konsequenz wünschen, damit das ganze in sich plausibel erscheint. Das wahlweise Spritzen, Knöpfe im Ohr, Lautsprecherdurchsagen (Allerdings sehr atmosphärisch!) auftauchen, wirkt dann aber ein wenig wie eine willkürliche Aneinanderreihung fixer Autorenideen. Das man es hier nicht päpstlicher als der Papst nehmen darf und soll, ist klar. Aber im Vergleich zu den "1000 Augen" würde ich eben urteilen, dass die Story um Mabuse und seine Handlanger hier schon recht abgedreht wirkt. Die Inszenierung des ganzen finde ich aber auch äußerst gelungen. Ich hadere eben eher mit der Story.

Zitat von Gubanov im Beitrag #26
Ah, das gute moderne Klischee, dass nur ein tiefgängiger Ermittler ein guter Ermittler sei.


Zugegeben, vielleicht ist Tiefgang nicht die glücklichste Formulierung. Was ich meinte war, das Barker hier eben schon recht hölzern wirkt. Das langt halt für die Basisarbeit ("Held schlägt sich durch"), lässt bei mir aber zu keinem Zeitpunkt eine besondere Stimmung bsp. im Zusammenspiel mit Lavi aufkommen. Und das war bei Eyck und Addams in "1000 Augen" m.M. eben anders. Ich stehe da aber auch unter dem gerade aufgefrischten Eindruck der 60er Teile 1+2 und dem sich damit aufdrängendem Direktvergleich. Vielleicht ändert sich meine Meinung zu diesem Detail ja noch im Gesamtkontext der Reihe - werde die restlichen Mabuses bei nächster Gelegenheit mal wieder in den Player legen.

Gruß,
Daniel

DanielL Offline




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30.11.2016 23:26
#28 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #26
Lohmann ist im Gegensatz zu Krass wenigstens ein tradierter Mabuse-Ermittlername. Ich habe aber noch nie sich jemanden darüber beschweren hören, dass Fuchsberger, Drache und Lowitz in ihren Wallace-Ermittlerrollen oft unterschiedliche Namen trugen, obwohl auch ihre Figuren in einem teilkontinuierlichen Filmuniversum leben. That's cinema.


Das mit dem traditionellen Ermittlernamen stimmt zwar, aber man kann doch nicht ganz bestreiten, dass die Situation hier ein wenig paradox ist:

Entweder man macht eine kontinuierliche Fortsetzung von "1000 Augen", dann mit den selben Namen, oder einen abgegrenzten Film, dann hätte man sich aber letztlich auch sparen können, am Ende noch Wolfgang Preiss aus dem Hut zu zaubern. Dann hätte es ja gereicht, Fausto Tozzi am Ende als Mabuse zu präsentieren. Bei Wallace gibt es die Problematik so nicht, da man nicht einen wiederkehrenden Bösewicht am Leben erhalten musste bzw. zwangsläufig einen mystischen Namen irgendwie begründet auftauchen lassen musste.

Gruß,
Daniel

Count Villain Offline



Beiträge: 3.783

01.12.2016 08:06
#29 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Zitat von DanielL im Beitrag #27
Das wahlweise Spritzen, Knöpfe im Ohr, Lautsprecherdurchsagen (Allerdings sehr atmosphärisch!) auftauchen, wirkt dann aber ein wenig wie eine willkürliche Aneinanderreihung fixer Autorenideen.


Für mich ergibt das schon Sinn. Die Spritzen schalten den eigenen Willen aus und über die Knöpfe/Lautsprecher werden die "Marionetten" dann in die gewünschte Richtung gelenkt. Die Spritze allein kann den Leuten ja nicht sagen, was sie zu tun oder wem sie zu folgen haben. Das wäre dann doch etwas zu fantastisch.

Ray Offline



Beiträge: 607

01.12.2016 08:40
#30 RE: Bewertet: Mabuse - "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (2) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #26

Zitat von DanielL im Beitrag #24
Die Tatsache, dass "Krass" nun "Lohmann" heißt

Und das soll schlimm sein? Lohmann ist im Gegensatz zu Krass wenigstens ein tradierter Mabuse-Ermittlername. Ich habe aber noch nie sich jemanden darüber beschweren hören, dass Fuchsberger, Drache und Lowitz in ihren Wallace-Ermittlerrollen oft unterschiedliche Namen trugen, obwohl auch ihre Figuren in einem teilkontinuierlichen Filmuniversum leben. That's cinema.




Wie Daniel finde auch, dass man das nicht ganz vergleichen kann, weil die Wallace-Filme ja grundsätzlich eigenständige Storys haben. Wenn aber z.B. Heinz Drache in "Neues vom Hexer" anders heißen würde als im "Hexer", glaube ich schon, dass es ebenso jemanden stören würde wie das im Fall Mabuse Teil 1 zu Teil 2 bei Daniel und mir der Fall ist.

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