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Dieses Thema hat 40 Antworten
und wurde 4.579 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
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Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

19.11.2010 03:03
#16 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Hat eigentlich einer von euch das originale Kinoplakat des Films und könnte es evtl. fotografieren? Im Netz findet man ja tatsächlich nur dieses Cover aus dem "Neuen Filmprogramm".

Georg Offline




Beiträge: 2.998

29.08.2011 10:57
#17 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

VORSICHT - Besprechung beinhaltet Spoiler!

Den positiven Kritiken kann ich mich hier nur anschließen. Ein äußerst spannender und gelungener Film von Alfred Vohrer mit einer brillanten Besetzung. Zwar ist Fuchsbergers Rolle etwas blass, um so mehr erfreut einer meiner Lieblingsschauspieler - Konrad Georg - in einer ganz großen Rolle (Produzent Luggi Waldleitner hat ihn ja Gott sei Dank bei fast allen seinen Krimiproduktionen berücksichtigt (Simmel, Sieben Tote in den Augen der Katze etc.)). Gerne hätte ich ihn öfter in solchen Parts gesehen, die Auflösung ist ja auch recht überraschend und Georg gibt den ehemaligen Euthanasie-Nazi-Arzt und Mörder mit Bravour. Auch Horst Tappert spielt den Inspektor beinhart und flott, so hat man ihn später auch in den frühen Derricks - vor allem unter Alfred Vohrers Regie - gesehen. Paul Albert Krumm gibt wie so oft den Gebrechlichen, auch die Rollen der Schüler sind vorzüglich unsympathisch besetzt. Der Plot insgesamt ist recht geschickt konstruiert und die Musik Hans-Martin Majewskis passt wunderbar stimmig zu den Bildern, für die Ernst Kalinke verantwortlich ist. Ein Krimivergnügen!

P.S.: Als stilverwandten Film würde ich diese Produktion übrigens nicht unbedingt einreihen. Hier gibt es zahlreiche andere Filme, die in der Filmbewertungsliste des Forums noch fehlen.

Prisma Offline




Beiträge: 7.544

08.06.2014 14:00
#18 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten



SIEBEN TAGE FRIST (1969)

mit Joachim Fuchsberger und Konrad Georg
Horst Tappert, Petra Schürmann, Arthur Richelmann, Hilde Brandt, Bruno Dallansky, Paul Albert Krumm, Robert Meyn, Otto Stern und Karin Hübner
eine Luggi Waldleitner Produktion der Roxy-Film | im Verleih der Inter
nach einem rororo-Thriller von Paul Henricks
ein Film von Alfred Vohrer





»Das ist kein Internat mehr, sondern ein Leichenschauhaus!«


Ein paar Ohrfeigen lösen eine fatale Kettenreaktion an einem norddeutschen Internat aus. Der Schüler Kurrat (Arthur Richelmann), der eine Art Anführer an dieser Schule ist, bekommt diese Abreibung aufgrund eines Missverständnisses von Studienrat Fromm (Konrad Georg) verpasst, und noch am Ort des Geschehens prophezeit ihm der junge Mann, dass er diesen Fehler lieber nicht hätte begehen sollen. Da der Direktor der Anstalt (Robert Meyn) einen Skandal unbedingt vermeiden will, wird das Lehrerkollegium einberufen und man soll bei Kurrat senior (Otto Stern) Stellung zu diesem unangenehmen Vorfall nehmen. Der Vater nimmt schließlich die offizielle Entschuldigung an, doch damit ist die Angelegenheit nicht beendet. Vater und Sohn verschwinden nahezu gleichzeitig spurlos und wenig später taucht auch schon die erste Leiche auf. Es handelt sich eindeutig um Mord. Die Ermittlungen übernimmt Inspektor Klevenow (Horst Tappert), der mit nicht gerade zimperlichen Methoden auffällt, aber auch langsam Licht ins Dunkel bringen kann...

Für Alfred Vohrer war "Sieben Tage Frist" der Anfang einer sehr erfolgreichen Kollaboration mit Luggi Waldleitner für dessen Roxy-Film und diese Premiere kann sich tatsächlich sehen lassen, vor allem auch deswegen, weil es sich um einen gut gemachten Thriller handelt, der allgemein im Rahmen deutscher Verhältnisse immer diverse Anlaufschwierigkeiten hatte. Für diese Produktion standen etliche Stabsmitglieder zur Verfügung, die sich bei der Rialto-Film und vornehmlich im Edgar-Wallace-Bereich Rang und Namen verschafft hatten, so dass man von einer ohnehin sehr günstigen Ausgangsposition sprechen kann. Die zu Grunde liegende Romanvorlage von Paul Hendriks wurde überdurchschnittlich gut adaptiert, beziehungsweise gelöst, und liefert über die gesamte Spieldauer einen ganz klassischen, aber auch subtilen Thrill, außerdem ist der Unterhaltungswert unverkennbar. Ja, "Sieben Tage Frist" weiß zu fesseln und stimmt schlussendlich doch sehr nachdenklich, da auch nach über vierzig Jahren wenig an Brisanz und Aktualität verloren gegangen ist. Hervorzuheben ist die hohe Dynamik der Geschichte, die obendrein einen sehr intelligenten und glasklaren Aufbau transportieren kann, gestochen scharfe Charakterzeichnungen, Choreografien und Differenzierungstaktiken machen die Angelegenheit in einer beachtlichen Art und Weise glaubhaft und darüber hinaus greifbar. Insgesamt kommt dem Film die ruhige und meist sachliche Herangehensweise zu Gute. Der Zuschauer ist eigentlich lange nicht darüber orientiert, wohin diese Reise gehen wird, und dass ein paar Ohrfeigen eine Katastrophe auslösen werden. Der Verlauf nimmt sich den Luxus von Zeit und langen Erläuterungen, welche zunächst allerdings unwichtig erscheinen. Vohrer fügt das Mosaik lückenlos zusammen, und die interessanten Geschehnisse in der Nebenhandlung wirken wie Ablenkungsmanöver. Diffuse Vorahnungen, undefinierbare Vorhersehbarkeit und alte Geheimnisse gehen eine verblüffende Allianz ein und spielen ihr Potential, Paukenschläge zu liefern, beachtenswert aus. Hinzu kommt eine Besetzung, die zu Hochtouren aufläuft.





Etliche Darsteller hatten bereits unter Alfred Vohrer gespielt, und es ist wieder einmal zu betonen, wie blendend er seine Stars auch hier führen konnte. Joachim Fuchsberger sah man in unterschiedlichsten Rollen immer mit der gleichen Fähigkeit, diese mit seiner unverkennbaren Art zu bereichern. Das selbe gilt für Konrad Georg, der hier in Auftreten, Tat aber vor allem Wort brilliert. Horst Tappert habe ich vor- und nachher nie wieder so authentisch und scharfzüngig gesehen, Bruno Dallansky, Otto Stern, Robert Meyn und Paul Albert Krumm reihen sich in die überdurchschnittlich guten Darbietungen ein, von den unverbrauchten Leistungen der Schüler ganz zu schweigen. Auch bei den Damen sieht es äußerst erfreulich aus. Karin Hübner, die generell jeden Film ungemein aufwertet, zeigt sich von ungewohnten Seiten und liefert eine Paradevorstellung in den Bereichen Temperament und Tiefe. Petra Schürmann überzeugt mit Sachlichkeit und Spiellaune, auch Hilde Brand als leichte Dame, die auf Internatskosten lebt, macht eine sehr ansprechende Figur. Es führt also kein Weg daran vorbei, einige Charaktere dieser Geschichte werden noch einer genaueren Durchleuchtung unterzogen werden müssen. "Sieben Tage Frist" überzeugt des Weiteren durch die winterlichen Schauplätze in Norddeutschland, außerdem leistet Hans-Martin Majewski mit seinen verheißungsvollen Klängen hier eine sehr gute Arbeit und trägt zu der Dichte des Geschehens bei. Alfred Vohrers Inszenierungsstil hebt sich insgesamt deutlich von der Herkömmlichkeit ab. Besonders im Bereich Kamera werden erfrischende Akzente gesetzt, die auch immer wieder für den nötigen Spannungsaufbau sorgen. Schnelles Anzoomen der Personen in den entscheidenden Momenten, Strecken von Großaufnahmen, die Gestik und Mimik akribisch erfassen, unorthodoxe Wechsel in den Perspektiven oder überaus dynamische Kamerafahrten, das alles sorgt für besondere Momente, die der Film schließlich auch transportiert. Das schwierige Hauptthema wirkt nicht zuletzt aufgrund der lückenlosen Charakterzeichnungen alles andere als lediglich vor die Füße des Zuschauers geworfen, die kritische Auseinandersetzung lernt glücklicherweise beide Seiten der Medaille kennen und verhallt quasi nachdenklich im Wind. Dieser subtile Thriller ist mehr als sehenswert ausgefallen und findet einen gelungenen Mittelweg zwischen Unterhaltungsambitionen und komplexeren Qualitätsansprüchen. Beachtlich!

TasseKaffee Offline



Beiträge: 133

15.06.2014 23:49
#19 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Der 3,33-minütige Trailer dazu ist auch nicht schlecht. Horst Tappert zum Beispiel: "Ich habe bisher soundso viele Fernsehspiele und Filme gemacht." Das wurden dann bis zum Ende ja noch viel mehr, hätte der bestimmt dann nicht mehr so genau gewusst, in wie vielen Sachen er mitgemacht hat.

athurmilton Offline



Beiträge: 1.082

09.07.2014 09:41
#20 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Der Film erscheint laut Amazon im November 2014 auf DVD - von Filmjuwelen. Den interessanten Trailer gibt es jetzt schon:

Joe Walker Offline




Beiträge: 743

10.07.2014 13:43
#21 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Zitat von TasseKaffee im Beitrag #19
Der 3,33-minütige Trailer dazu ist auch nicht schlecht. [...]

Der Trailer ist wirklich interessant; dass die Darsteller als 'sie selbst' auftreten und den Film bewerben, kam / kommt ja afaik nicht so häufig vor.

Freddy Vohrers Silhouette ist zu Beginn des Trailers auch kurz zu sehen.

Ehrlich gesagt: Ich freue mich wie Bolle auf den DVD-Release dieses Meisterwerkes!

Gruß
Joe Walker

greaves Offline




Beiträge: 470

10.07.2014 17:33
#22 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Habe den Trailer auch gesehen. Muss ja ein hoch explosiver Film sein laut dem Trailer - wenn Fuchsberger, Georg und Tappert darin werben. Den werde ich mir auch besorgen. Obwohl ich nicht genau weiß, was mich erwartet ...

Ich liebe diese Spät-60er-Filme mit diesen Schauspielern!

Georg Offline




Beiträge: 2.998

10.07.2014 17:35
#23 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Was aus dem Trailer nicht so gut hervorgeht: Es ist ein richtig guter (Whodunit)-Krimi mit tollen Darstellern. Leider hat man Konrad Georg selten in so großen Rollen gesehen!

Joe Walker Offline




Beiträge: 743

11.07.2014 09:36
#24 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Zitat von greaves im Beitrag #22
[...] Muss ja ein hoch explosiver Film sein laut dem Trailer - wenn Fuchsberger, Georg und Tappert darin werben. [...]

Im ersten Augenblick mag einem das als etwas sehr reißerisch à la "Diesen Film muss man gesehen haben" vorkommen. Wenn ich allerdings so darüber nachdenke, ist es gar nicht mal so weit hergeholt!
Zitat von Georg im Beitrag #23
Was aus dem Trailer nicht so gut hervorgeht: Es ist ein richtig guter (Whodunit)-Krimi mit tollen Darstellern. Leider hat man Konrad Georg selten in so großen Rollen gesehen!

Da gebe ich Dir recht: Der 'Whodunit' wird im Trailer nicht so herausgestellt, ist aber im Film sehr stark vorhanden und bis zum Schluss tragfähig. Wobei mich die Auflösung bei der Erstsichtung des Films ziemlich umgehauen hat.

Konrad Georg kann hier sein ganzes Können ausspielen - mit seiner Leistung im Simmel-Debut "Und Jimmy ging zum Regenbogen" für mich auf gleicher Höhe. Schade zwar, dass er nicht öfter in großen Rolle glänzen durfte - Waldleitner (für Filme) und Ringelmann (für Fernsehenarbeiten) ist es jedoch hoch anzurechnen, dass sie Georg so oft besetzt haben - aber umso schöner, dass Konrad Georg uns solche Arbeiten wie eben "Sieben Tage Frist" oder "Und Jimmy ging zum Regenbogen" hinterlassen hat.

Gruß
Joe Walker

Joe Walker Offline




Beiträge: 743

30.10.2014 09:10
#25 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Zitat von athurmilton im Beitrag #20
Der Film erscheint laut Amazon im November 2014 auf DVD - von Filmjuwelen.

Zur allg. Information:

Die DVD präsentiert den Film mit dem alten Fernsehtransfer, der einst bei SAT1 lief (wahrscheinlich die Kirch-MAZ) und für diesen Release etwas aufgehübscht wurde. Keine Offenbarung, aber durchaus solides Material - bin aber kein Pixelfanatiker und Technikauskenner. Als Bonus gibt's den originalen Kinotrailer, ein Booklet sowie zwei kurze Wochenschauberichte zur Premiere und zur o.g. Aufführung in Moskau (mit netten Aufnahmen von Blacky, Derrick und dem 'einarmigen Banditen' Freddy Vohrer).

Den Film muss ich nach dem Wiedersehen erneut über den grünen Klee loben - einer der besten deutschen Krimis aus den 1960ern und wieder ein Beweis, dass Alfred Vohrer ein ganz hervorragender Regisseur war. Weltklasse-Kino!

Gruß
Joe Walker

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.321

30.10.2014 16:35
#26 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Zitat von Joe Walker im Beitrag #25
Die DVD präsentiert den Film mit dem alten Fernsehtransfer, der einst bei SAT1 lief

Dagegen ist ja grundsätzlich nichts zu sagen - vorausgesetzt das Format ist korrekt und die Bild- und Tonqualität sind in Ordnung.

Joe Walker Offline




Beiträge: 743

30.10.2014 18:13
#27 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Es war auch nicht abwertend gemeint, dass eine aufgehübschte TV-MAZ verwendet wurde. Das Format ist korrekt, Bild- und Tonqualität gehen in Ordnung (die HD-Freaks, die nur DD 5.1 akzeptieren, sollten aber liegenlassen).

Gruß
Joe Walker

Jan Offline




Beiträge: 1.384

29.11.2014 14:50
#28 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Zitat von Joe Walker im Beitrag #25
Als Bonus gibt's den originalen Kinotrailer, ein Booklet sowie zwei kurze Wochenschauberichte zur Premiere und zur o.g. Aufführung in Moskau (mit netten Aufnahmen von Blacky, Derrick und dem 'einarmigen Banditen' Freddy Vohrer).

Ich habe die DVD nun auch erhalten. Weniger wegen des Films, den ich schon zuvor beinahe auswendig mitsprechen konnte, sondern mehr wegen der Extras. Es muss bei der Sightseeing-Tour durch Moskau ein Interview entstanden sein, das hier leider nicht enthalten ist. Interviewt wurden Freddy Vohrer und Joachim Fuchsberger. Zumindest einem Foto nach. Es mag sich dabei natürlich um ein russisches Interview gehandelt haben. Es ist der Kleidung nach aber an dem Tag entstanden, an dem auch die Dreharbeiten der Wochenschau stattfanden. Sehenswert ist das Bonusmaterial aber auch so!

Gruß
Jan

greaves Offline




Beiträge: 470

26.12.2014 14:45
#29 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Ich habe mir den Film gestern reingezogen. Die erste Hälfte war so la la. Die zweite Hälfte hat mehr Tempo. Ein toller Film, der für mich nicht der Reisser ist, als der er beworben wurde. Ein wenig Melancholie schleicht sich gegen den Schluss ein, wo das Hündchen sein Herrchen verliert.

Fuchsberger, Tappert, Georg, Stern und Frau Hübner spielen toll. Die Geschichte ist spannend und realistisch erzählt. Nur 2-3 Leichen hätte es mehr geben dürfen.

Josh Offline




Beiträge: 7.912

26.12.2014 14:56
#30 RE: Bewertet: "Sieben Tage Frist" (1969, Stilverwandte) Zitat · antworten

Die erste Hälfte fand ich auch ziemlich langweilig, ich habe mir stellenweise überlegt, ob ich den weiter gucken soll. In der zweiten Hälfte nimmt der Film aber Fahrt auf und entschädigt für den zähen Beginn. Allerdings hatte ich mir mehr von dem Film versprochen.

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