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Dieses Thema hat 40 Antworten
und wurde 3.771 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
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Georg Offline




Beiträge: 2.745

29.08.2011 14:50
#31 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Das Mädchen von Hongkong (Une Chinoise aux nerfs d'acier)

In Hongkong will Frank Boyd (Fuchsberger) seinen alten Freund Edward Collins besuchen. Doch vor Ort muss er feststellen, dass sein Kumpel ermordet wurde. Gleichzeitig muss sich Frank um ein Mädchen kümmern, für das er bei der Einreise in die britische Kronkolonie die Bürgschaft übernommen hat. Im Hause von Collins' Schwiegervater wird er sehr unfreundlich empfangen. Er beschließt, den Mord selbst aufzuklären ...

"Das Mädchen von Hongkong" basiert auf einem Roman von Herbert Reinecker, den dieser 1971 veröffentlichte. Internetquellen zufolge soll er auch das Drehbuch verfasst haben, das dann von Werner P. Zibaso überarbeitet wurde. Die Geschichte passt zu Reinecker ganz gut, die Verdächtigen sind überschaubar und eigentlich in der Unterzahl. Jürgen Roland hat einen ganz passablen Krimi abgeliefet, der unterhält, aber auch nicht den Anspruch erhebt, mehr als ein B-Movie zu sein. Arthur Brauss als Drogenboss Delgado spielt eine ihm angemessene Rolle, ein paar deutsche Stars mehr wären allerdings schon angemessen gewesen. Wolf C. Hartwigs damalige Frau Véronique Vendell spielt natürlich mit.

Oben weiter wurde kritisiert, dass die Frauen relativ fade und ausdruckslose Rollen haben. Dies scheint bei Wolf C. Hartwigs Abenteuerkrimis generell ein "Must" zu sein. Auch die weiblichen Rollen in den 60er-Filmen waren nicht besonders herausfordernd und man hat das Gefühl, dass sie einfach geschaffen wurden, um sie mit einer möglichst hübschen Darstellerin zu besetzen, die das mangelnde schauspielerische Talent durch ihr Aussehen kompensierte. Das gilt mehr oder weniger auch für "Das Mädchen von Hongkong". Aber toller Soundtrack!

SPOILER: Warum musste "Das Mädchen von Hongkong" am Ende eigentlich erschossen werden? Das war doch wirklich nicht nötig!

Regie: Jürgen Roland, Drehbuch: Werner P. Zibaso (und Herbert Reinecker?) nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Herbert Reinecker, Kamera: Klaus Werner, Produzenten: Wolf C. Hartwig, Jacques Willemetz, Mit Joachim Fuchsberger, Li Paelz, Arthur Brauss, Véronique Vendell, Eva Garden, Grégoire Aslan, Pierre Vernier, Jimmy Shaw

Joe Walker Offline




Beiträge: 736

25.12.2013 08:16
#32 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Zitat von Georg im Beitrag #31
Das Mädchen von Hongkong [...] toller Soundtrack! [...]

Der Score zum Film kommt anscheinend demnächst auf stilechtem Vinyl erstmals zu Ehren der Veröffentlichung:


Gruß
Joe Walker

Joe Walker Offline




Beiträge: 736

08.04.2014 17:40
#33 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Der annoncierte Soundtrack zu "Das Mädchen von Hongkong" ist (auf Vinyl und als Download) jetzt erschienen und lieferbar: Black Pearl Records: Das Mädchen von Hongkong. Fette Beats, heiße Breaks und jede Menge toller Tanzorchestersound der frühen 1970er, serviert von Gerhard Narholz! Highly recommended!

Gruß
Joe Walker

Ray Offline



Beiträge: 584

19.01.2017 17:00
#34 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Das Mädchen von Hongkong (BRD/F 1973)

Regie: Jürgen Roland

Darsteller: Joachim Fuchsberger, Li Paelz, Véronique Vendell, Grégoire Aslan, Pierre Vernier, Eva Garden u.a.



Frank Boyd möchte in Hongkong einen Freund besuchen. Doch bereits vor Boyds Ankunft wird sein "Kumpel" ermordet. Einmal angereist, entschließt sich Boyd dazu, den Mörder auf eigene Faust zu finden. Unterstützung findet er dabei von Seiten seiner Reisebekanntschaft Mai Li ...

"Das Mädchen von Hongkong" ist ein von Jürgen Roland sauber inszenierter Streifen, dem man seine Entstehungszeit zu jeder Zeit ansieht. Joachim Fuchsberger ist zwar sichtlich ein paar Jahre älter geworden, macht seine Stunts aber nach wie vor selbst. Er ist es auch, der den Film über knapp 90 Minuten mit seinem Eifer und ein paar flapsigen Sprüchen trägt.

Die Story, entwickelt von Herbert Reinecker, gibt nicht viel her, vor allem fehlt es an Verdächtigen, Fuchsbergers "Ermittlungen" bestehen mehr oder weniger darin, - mal als Verfolger, mal als Gejagter - über die Dächer und durch die Gärten Hongkongs zu hetzen. Bei abgesenkter Erwartungshaltung ganz nette Kurzweil, bei der reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln besteht, etwa, wenn Fuchsberger sich darüber echauffiert, wie seine Bekanntschaft Mai Li in einem Zimmer mit einer Prostituierten wohnt und nicht abgeneigt zu sein scheint, deren Tätigkeit ebenfalls auszuüben. Etwas irritierend wirken hingegen die "spaßeshalber" angedrohten Vergewaltigungen von Fuchsbergers Figur in Richtung Véronique Vendell.

Allzu prominent ist die übrige Besetzung nicht. Mit Arthur Brauss ist immerhin ein typisches "Genre-Gesicht" vertreten. Er gibt erwartungsgemäß den Schurken. Véronique Vendell, Ehefrau von Produzent Wolf C. Hartwig, ist in erster Linie dazu da, um sich zu entbättern, macht aber auch im Übrigen eine ordentliche Figur. Grégoire Aslan und Pierre Vernier waren jeweils einmalig bei "Graf Yoster" zu Gast, Vernier wirkte zudem regelmäßig in französischen Krimis wie "I wie Ikarus" oder "Der Profi" mit. Li Paelz gibt das titelgebende Mädchen Hongkongs, das aber im Grunde völlig überflüssig ist.

An der Inszenierung gibt es wie eingangs erwähnt nichts zu meckern, Roland-typisch erhält der Zuschauer am Anfang "wissenswerte Informationen" über Hongkong. Geschenkt hätte man sich allerdings besser die peinlichen Kommentare aus dem Off, die dem Zuschauer anfangs und zum Schluss aufgedrängt werden. Der Versuch, in diesen Streifen "Tiefe" zu bringen, ist zum Scheitern verurteilt und hätte daher unterbleiben sollen. Untermalt wird das Geschehen von einem kultigen Seventies-Score.

Spaß macht der Film vor allem wegen der exzellenten Veröffentlichung auf DVD, die Filmjuwelen vorgelegt hat. Das Label hat zwar auch schon Anlass für Tadel gegeben, hier ist das Gegenteil angezeigt. Abgesehen vom Vorspann bewegt sich das Bild auf allerhöchstem Niveau, weswegen man sich fragen muss, warum man nicht parallel eine Blu-Ray auf den Markt gebracht hat. Nach "Der Tod im roten Jaguar" die zweitbeste Scheibe von technischer Seite, die ich von Filmjuwelen besitze.


Seichte, handwerklich sauber gemachte Unterhaltung mit einem gut aufgelegten Fuchsberger und inhaltlichen Schwächen, die reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln bereithält. 3,5 von 5 Punkten.

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.270

19.01.2017 17:38
#35 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Der Kritik kann ich mich weitgehend anschließen. Ich weiß noch, dass dies einer der ersten Krimis überhaupt war, den ich zumindest ausschnittweise im Fernsehen gesehen habe; das muss ungefähr 1991/1992 gewesen sein. Die Szene am Anfang, als Blackys Kumpel erschossen wird und er kurz vorher längere Zeit durch ein Zielfernrohr beobachtet wird, was durch das Einblenden einer weißen Zielscheibe verdeutlicht wird, hat sich tief bei mir eingebrannt.

Allerdings ist der Thread hier eindeutig im falschen Unterforum. Er gehört in den Bereich "Film- und Fernsehklassiker national".

Gubanov Offline




Beiträge: 14.427

20.01.2017 09:43
#36 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Zitat von Marmstorfer im Beitrag #35
Allerdings ist der Thread hier eindeutig im falschen Unterforum. Er gehört in den Bereich "Film- und Fernsehklassiker national".

Done.

An mir ist der Film bislang irgendwie total vorbeigegangen. Dass die Filmjuwelen-DVD gut sein soll, könnte aber ein Anreiz sein, ihn sich perspektivisch mal vorzunehmen - auch wenn die Meinungen hier im Thread natürlich ziemlich durchwachsen sind.

Ray Offline



Beiträge: 584

20.01.2017 14:51
#37 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

War auch überrascht, dass sich seit der DVD-Veröffentlichung zu dem Film noch nicht geäußert wurde. Bin normalerweise auch kein Freund dieser Exotik-Krimis wie den "Hongkong-Reißern". Diesen habe ich mal spontan vor etwa zwei Jahren im Laden für € 9,99 mitgenommen. Da war die DVD erst ein paar Monate raus, war also ein sehr guter Preis. Ansonsten habe ich nur "Ein Sarg aus Hongkong". Die beiden gehen ja vor allem wegen ihrer beiden Hauptdarsteller als Wallace-Epigonen im weiteren Sinne durch. Bei "Das Mädchen von Hongkong" drängt sich für mich noch der Vergleich zu den Reinecker-Dreiteilern "Der Tod läuft hinterher" und "11 Uhr 20" auf. Auch dort erlebt Fuchsberger zu Anfang einen Schicksalsschlag und ermittelt dann auf eigene Faust. Insofern ist Reineckers Handschrift erkennbar. Ich hab "Das Mädchen von Hongkong" nun immerhin zum zweiten Mal gesehen, ein Fehlkauf war er demnach nicht. Man muss halt durch manche unangenehme Momente durch. Die "Einheimischen" sind z.T. grausig synchronisiert, aber das ist bei deutschen Produktionen in exotischen Ländern ja leider üblich. Ansonsten sieht man dem Film das von Joachim Kramp oben behauptete niedrige Budget nicht wirklich an. Man hat vermutlich nicht im Studio gedreht und so Kosten gespart. Aber wer den Film im Fernsehen im falschen Bildformat, mit Bildfehlern und gekürzt gesehen hat, denkt vielleicht etwas schlechter über den Film.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.427

20.01.2017 17:09
#38 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #37
Bei "Das Mädchen von Hongkong" drängt sich für mich noch der Vergleich zu den Reinecker-Dreiteilern "Der Tod läuft hinterher" und "11 Uhr 20" auf. Auch dort erlebt Fuchsberger zu Anfang einen Schicksalsschlag und ermittelt dann auf eigene Faust.

Ein guter Hinweis. Ich musste beim Lesen der Inhaltsangaben auch an "Der Tod läuft hinterher" denken. Die Handlung scheint sich also schonmal ganz interessant anzulassen. Außerdem verspricht die "heilige Trinität" Fuchsberger - Roland - Reinecker natürlich so manches, auch wenn der Film offenbar unter widrigen Bedingungen entstand.

Daniel86 Offline



Beiträge: 650

20.03.2017 12:41
#39 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Neulich habe ich mir den Film auf DVD angeschaut und direkt danach mal auf der verlinkten Homepage in den Soundtrack reingehört. Eigentlich habe ich ein ganz gutes Gehör - aber hier konnte ich kaum Titel aus dem Film wiedererkennen. Hat sich jemand mal näher mit der Veröffentlichung beschäftigt?

DanielL Offline




Beiträge: 3.693

20.03.2017 15:37
#40 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Eigentlich ist's ja, wie öfter bei Rapid Filmen aus der Zeit, auch kein eigens komponierter Original-Score, sondern man bediente sich aus dem Sonoton-Musikarchiv. Und dabei ließ man sich scheinbar ziemlich gehen, da man teilweise recht ungalant die Stücke hineinmischte oder zwischen verschiedenen Sonoton-Tracks hin- und herschnitt. Auf die Titelcredits läuft beispielsweise für einige Sekunden der Track, der auf der Platte "Chinese Boots" heißt, dann schneidet man aber im Film hörbar auf einen anderen Track, nämlich "Policemans Holiday". Der recht coole Track "Fight in the Night" erscheint im Film nach einigen Minuten bei dem Gewehrvisier. Insgesamt machen die Tracks alle ziemlich Spaß, aber ich habe nicht genauer verglichen, ob alle dabei sind bzw. ob alles stimmt.

Gruß,
Daniel

Joe Walker Offline




Beiträge: 736

20.03.2017 22:08
#41 RE: Das Mädchen von Hongkong (1972/73) Zitat · antworten

Zitat von Daniel86 im Beitrag #39
Neulich habe ich [..] mal auf der verlinkten Homepage in den Soundtrack reingehört. Eigentlich habe ich ein ganz gutes Gehör - aber hier konnte ich kaum Titel aus dem Film wiedererkennen. Hat sich jemand mal näher mit der Veröffentlichung beschäftigt?
Zitat von DanielL im Beitrag #40
[...] Auf die Titelcredits läuft beispielsweise für einige Sekunden der Track, der auf der Platte "Chinese Boots" heißt, dann schneidet man aber im Film hörbar auf einen anderen Track, nämlich "Policemans Holiday". Der recht coole Track "Fight in the Night" erscheint im Film nach einigen Minuten bei dem Gewehrvisier. Insgesamt machen die Tracks alle ziemlich Spaß, aber ich habe nicht genauer verglichen, ob alle dabei sind bzw. ob alles stimmt.

DanielL hat mit seinen Ausführungen absolut recht. Aus dem im Film zu hörenden 'Soundtrack' fehlen zwar auf der LP ein paar 'Schmuse-Nummern' (da sich das Label mit seinem Katalog und auch diesem Release eher an die DJs und Breakbeat-Spotter wendet als an die Filmfans) und Kleinigkeiten (z.B. Tracks kürzer als 10 Sekunden, sog. Akzente), aber ansonsten hat man mit der LP und den als Download angebotenen Titeln geschätzt ca. 85% des Scores beisammen, so wie er auch auf der Filmjuwelen-DVD im Film enthalten ist. Natürlich immer mit der Einschränkung, dass Hartwig/Roland und das Sonoton-Department die Tracks damals gnadenlos verhackstückt haben, damit es passt. Was mir bei diesen mit Librarymusik versehenen Filmen immer wieder auffällt (davon gab's ja damals einige, die ganzen späteren "Schulmächen-Report"-Filme waren auf ähnliche Weise vertont), wie gut das dann doch alles in den Filmen zusammenpasst!Man sollte also so od. so zu der LP greifen - zeitnah übrigens, da die Scheibe beim Label längst OOP und nur noch second hand zu erstehen ist.

Gruß
Joe Walker

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