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Dieses Thema hat 11 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
Georg Offline




Beiträge: 2.777

25.08.2011 22:43
Der schwarze Panther von Ratana (1962/63) Zitat · antworten

Der schwarze Panther von Ratana (La belva di Saigon)

Ingenieur Richard Paddberg (Heinz Drache) soll in Thailand eine Zinnmine begutachten, die zum Verkauf steht. Immer wieder kommt es zu mysteriösen Pantherangriffen. Auch der Kompagnon des jetzigen Minenbesitzers Jack Roller (Horst Frank) kam durch eine Attacke der Raubtiere ums Leben. Paddberg und die junge Ärztin Marina Keller (Marianne Koch) gehen der Sache nach. (Quelle: Prisma-online.de)

Diesen Film habe ich zuletzt vor ca. 5 Jahren gesehen und hatte ihn ganz gut in Erinnerung. Beim Wiedersehen war ich zunächst etwas enttäuscht. Mit der Zeit gewinnt der Film aber an Tempo. Die Geschichte mit dem verkleideten Panther ist eine nette Idee (Mörder in Tierkostümen kennen wir ja auch von Wallace), es kommt sogar Spannung auf, wer sich hinter der Maske versteckt (die Auflösung gefiel mir dann allerdings nicht so, aber das ist wohl subjektiv). Heinz Drache spielt wie gewohnt den Guten, ihm zur Seite ist Marianne Koch gestellt, die im Film ihren tatsächlichen Beruf als Medizinerin ausübt. Horst Frank ist - wie in (fast) jeder Hartwig-Produktion - mit dabei und spielt - welch Überraschung - einen fiesen Charakter. Chris Howland als Kneipenwirt ist amüsant, die Regie Jürgen Rolands recht flott. Die Sache mit dem Wasserstrahl am Ende ist recht überzogen, die Actionszenen können sich jedoch sehen lassen. Alles in allem ist "Der schwarze Panther ..." doch ein Film, der unterhält.

Regie: Jürgen Roland, Buch: Johannes Kai (=Hanns Wiedmann) nach einem Filmstoff von Piet ter Ulen (=Gerhard F. Hummel), Kamera: Klaus von Rautenfeld, Musik: Gert Wilden, Produzent: Wolf C. Hartwig
Mit Heinz Drache, Marianne Koch, Horst Frank, Chris Howland, Brad Harris, Dorothee Parker u.a.

HorstFrank Offline



Beiträge: 697

25.08.2011 23:45
#2 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Auch hier ist Horst Frank mit eigener Stimme zu hören. Ebenso Drache, Koch und Howland.
Brad Harris hat wieder "seinen" Heinz Engelmann.

Besonders kurios:
Robert Klupp ist nicht nur im Film zu sehen (und mit eigener Stimme zu hören) in der Rolle des Hamsworth,
sondern er spricht sogar noch Carlo Tamberlani, der den Pater Antonio spielt.


Ansonsten auch wieder ein schöner Abenteuerkrimi mit toller Musik und großartigen Darstellern.

Drei Freunde brauchst du im Leben: Verstand, Glück und 'n Kaugummi!
(Helmo Kindermann für Horst Frank in "Das Geheimnis der chinesischen Nelke")

Grabert Offline



Beiträge: 247

06.06.2012 12:06
#3 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Zitat von Georg

Zitat
Alles in allem ist "Der schwarze Panther ..." doch ein Film, der unterhält.


Aus meiner Sicht ist der "schwarze Panther von Ratana" der beste Film aus der Exotikkrimireihe von Wolf C. Hartwig (hier noch als Wolfgang Hartwig). Allein schon Heinz Drache als cooler Ermittler (wenn auch in der Rolle des Ingenieurs) glänzt souverän und macht den Film unterhaltsam. Horst Frank (zum Glück mit Originalstimme!) mimt in gewohnter Weise einen Fiesling, Marianne Koch spielt sympathisch, Chris Howlands Gags sind jedoch manchmal überzogen. Die letzte Szene erinnert stark an diejenige vom "Frosch mit der Maske", wie überhaupt der ganze Film - sieht man von exotischen Thailand als Handlungsort ab - Ähnlichkeiten zu den Wallace Filmen der Rialtoreihe aufweist. Jürgen Roland inszeniert den Film routiniert und verbindet Spannung, Action und Unheimliches ganz geschickt. Schade dass Hartwig dieses Niveau nicht durchgehend gehalten hat.

Georg Offline




Beiträge: 2.777

06.06.2012 17:39
#4 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Zitat von Grabert
Die letzte Szene erinnert stark an diejenige vom "Frosch mit der Maske", wie überhaupt der ganze Film [...] Ähnlichkeiten zu den Wallace Filmen der Rialtoreihe aufweist

Die meisten Wolf C. Hartwig-Krimis erinnern ja in irgendeiner Form an die Wallace-Filme, nicht zuletzt dadurch, dass großteils die selben Autoren (und auch Regisseure) dafür tätig waren.

Mark Paxton Offline




Beiträge: 341

13.08.2012 22:04
#5 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Zitat von Grabert im Beitrag #3
Aus meiner Sicht ist der "schwarze Panther von Ratana" der beste Film aus der Exotikkrimireihe von Wolf C. Hartwig
Ja, das finde ich in gewissem Sinne auch. Habe mir diesen Film heute nochmals angesehen und war vor allem von Draches Coolness überzeugt, er hat ja jede Menge flotter Sprüche drauf. Da frage ich mich, ob die im Drehbuch standen oder spontan entstanden sind. Ich finde auch das Zusammenspiel zwischen Drache und Marianne Koch sehr gut, die beiden harmonieren einfach. Rolands Regie hat viel Action zu bieten, setzt aber doch auch auf Spannung und Tempo und die Geschichte nimmt deutlich Anleihen bei Wallace, nicht zuletzt hat Hanns Wiedmann das Buch nach einer Idee von Gerhard Hummel geschrieben. Denkt man sich Thailand weg und Themse her, der Film funktioniert mit den ganzen Bösewichten und dem maskierten Täter auch als Wallace-Krimi. Toll finde ich auch die Musik von Gert Wilden. Das Ende ist natürlich etwas überzogen, aber man will ja keinen Realitätskrimi wie Stahlnetz präsentieren, daher kann man darüber hinwegsehen. "Der Panther" unterhält sehr gut. 4 von 5 Punkten.

Ray Online



Beiträge: 770

14.08.2017 17:54
#6 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Noch so ein Film, auf den ich durch den Epigonen-Grand Prix mal wieder gestoßen wurde. Ist wirklich top besetzt, Kritiken im Thread sind solide bis gut und im Epigonen-Auf-und-Ab hat er letztes Jahr einen sicher hochverdienten 2. Platz belegt.

Auch hier wartet der Interessent auf eine Veröffentlichung. Komisch, wo doch die ganzen anderen "Hongkong-Reißer" von Hartwig schon länger auf DVD erhältlich sind. Allein wegen der Hauptdarsteller würde mich der Film schon reizen. Also liebe Klassiker-Labels, wie wäre es?

Tarzan Offline



Beiträge: 862

14.08.2017 20:09
#7 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Hauptdarsteller Brad Harris ist Ehrengast des 6. Cineways Filmfestival (6.-10. September 2017).

Eine einmalige Gelegenheit, den Kultschauspieler persönlich zu treffen.

Siehe auch unter "Aktuelles" auf: www.brad-harris.de

patrick Offline




Beiträge: 2.769

23.09.2017 15:32
#8 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Der Schwarze Panther von Ratana (1962/1963)



Mit: Marianne Koch, Heinz Drache, Horst Frank, Brad Harris, Dorothee Parker, Luciana Gilli, Chris Howland, Carlo Tamberlani, Robert Klupp, Osman Ragheb

Regie: Jürgen Roland

Produktion: Wolf C.Hartwig, Deutschland/Italien, 1962

Handlung:

Der Ingenieur Richard Paddberg sollte ein Gutachten von einer Zinnmiene erstellen, die zum Verkauf ansteht. Um diese herum geschehen rätselhafte Todesfälle, die mit einem Panther in Zusammenhang zu stehen scheinen. Auch scheint es eine Verbindung mit dem Diebstahl eines wertvollen Edelsteins aus einem Tempel in Bangkok zu geben, der sich ein paar Jahre zuvor ereignet hat. Paddberg, der sich inzwischen in die hübsche junge Ärztin Marianne Keller verliebt hat, fängt an in der Sache auf eigene Faust zu ermitteln und gerät dabei in äußerste Lebensgefahr...


Anmerkungen:


Als der deutsche Film Anfang der 60er-Jahre nach den ungeheuren Erfolgen mit Edgar Wallace und Karl May neues Selbstvertrauen fasste, musste man auf weitere international inspirierte Produktionen selbstverständlich nicht lange warten. Leider ließen die meisten von ihnen nur allzu schmerzlich erkennen, dass es mit dem Budget nicht wirklich weit her war. "Der schwarze Panther von Ratana" bewegt sich zweifellos auf dieser cineastischen Schiene. Wer durch Bond-Filme und Abenteuerstreifen gehobener Qualität verwöhnt worden ist, wird hier wohl kaum einen Jubelgesang anstimmen.

Die zahlreichen wohlbekannten Darsteller präsentieren vorwiegend ein nicht gerade übermotiviertes "low-budget-typcasting". Positiv fällt allerdings Horst Frank auf. Der von ihm dargestellte "Jack Roller" ist wortgewandt, arrogant und so gerissen, dass es wirklich Freude macht, bei seinem durchtriebenen Spiel zuzusehen. Muskelprotz und Vorzeige-Athlet Brad Harris deutet mit ein bisschen Feingefühl an, dass sein "Larry Finch" nicht ganz so böse ist, wie es zu Beginn den Anschein hat. Wirklichen Tiefgang sucht man dabei aber trotzdem vergeblich, was aber durchaus dem Charakter derartiger Verfilmungen entspricht. Bemerkenswert ist ferner, dass die hübsche Italienerin Luciana Gilli (geb.1944), sollte ihr Geburtsdatum korrekt sein, trotz ihrer recht erwachsenen Rolle bei den Dreharbeiten allerhöchstens 18 Jahre alt gewesen sein kann. Vielleicht konnte man sie aus diesem Grund mit einer überschaubaren Gage abspeisen, denn schauspielerisch gefordert wurde sie ja nicht wirklich. Als Ausgleich waren ihre weiblichen Reize aber nicht zu übersehen, was wohl so manch einen versöhnt. Heinz Drache als Held eines exotischen Abenteuerthrillers? Na ja, ich würde sagen Fehlbesetzung. Er mag als Ermittler in den Krimis jener Zeit gut funktioniert haben, aber im Abenteuergenre ist er einfach nicht zuhause. Zu steif und bürgerlich. Chris Howland bekleidet ein weiteres Mal eine Rolle, die nicht wirklich eine ist und gibt dabei einen Humor zum Besten, über den heute kaum mehr jemand lachen kann. Bei Marianne Koch reicht es wohl zu erwähnen, dass sie als sympathischer Aufputz dabei war.

Die Auflösung überrascht wenig, da sich praktisch alle Darsteller dort einordnen, wo man sie auch erwarten würde.

Den echten Panther bekommt man gar nicht mal erst zu sehen und den unechten auch nicht wirklich, was dem Streifen sehr viel dramaturgischen Wind aus dem Segel nimmt. Es handelt sich also um einen Panther-Film ohne Panther. Da hat man das "auf Sparflamme kochen" einfach zu sehr übertrieben, denn ein bisschen mehr hätte es wirklich sein dürfen. Wenn man sich enger an den Wallace-Filmen mit ihren phantasievollen und plakativeren Kostüm-Unholden orientiert hätte, wäre zweifellos einiges mehr drinnen gewesen. Auch das Potential der vielen schönen Schauplätze, die Thailand mit Sicherheit bietet, wurde zu wenig genutzt. Auch dies erweckt den Eindruck, dass der Film einfach mal rasch heruntergekurbelt wurde.

Auch wenn dies alles sehr negativ klingt, möchte ich fairerweise nicht unter den Tisch kehren, dass der Streifen zumindest bei einer ersten Sichtung durchaus unterhält und auch nicht ohne Spannung ist. Gegen Schluss hin wird ein rasantes Tempo geboten. Als Freund der vielschichtigen Sixties-Unterhaltung nimmt man den "Panther" an einem verregneten Nachmittag gerne mal in sein Repertoire auf. Nachhaltigkeit ist dann aber freilich wieder zuviel verlangt und man wird sich nicht lange an den Film erinnern, womit sicherlich geklärt ist, warum er nach wie vor auf eine DVD-Veröffentlichung wartet. Es dürfte allem Anschein nach aber auch nicht die Ambition bestanden haben, hier ein großes Meisterwerk zu schaffen.

Fazit:

Kleines, etwas Comic-Strip-haftes Filmchen, von dem man sich nicht allzuviel erwarten sollte, das aber auf bescheidenerem Niveau einigermassen unterhält. Mit 3 von 5 dürfte er fair bewertet sein. Weiter oben in der Skala hat er auch bei bester Laune nichts mehr zu suchen - eine Gemeinsamkeit, die er mit seinen Artverwandten teilt.

Ray Online



Beiträge: 770

23.09.2017 17:11
#9 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Zitat von patrick im Beitrag #8

Nachhaltigkeit ist dann aber freilich wieder zuviel verlangt und man wird sich nicht lange an den Film erinnern, womit sicherlich geklärt ist, warum er nach wie vor auf eine DVD-Veröffentlichung wartet. Es dürfte allem Anschein nach aber auch nicht die Ambition bestanden haben, hier ein großes Meisterwerk zu schaffen.



Na ja, die meisten anderen dieser Streifen sind ja längst von Filmjuwelen veröffentlicht worden. An mangelnder Qualität wird es - auch wenn ich den Film noch nicht gesehen habe - eher nicht liegen. Würde mich jedenfalls auf eine Veröffentlichung freuen. Schaue mir ja gerade den einen oder anderen dieser Exotikkrimis an, würde also gut passen. Zumal ich Rolands "Heißer Hafen Hongkong" bisher mit am besten fand. Da waren Koch und Frank ja auch dabei. Qualitativ alles natürlich nicht das gelbe vom Ei, aufgrund der Darsteller und der Landschaftsbilder kann man sich diese Filme aber wie andere durchschnittliche Wallace-Epigonen m.E. durchaus mal antun. Gehören ja schließlich zur Erfolgsgeschichte des deutschen Kriminalfilms der 1960er im weiteren Sinne dazu.

patrick Offline




Beiträge: 2.769

23.09.2017 17:38
#10 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #9



Qualitativ alles natürlich nicht das gelbe vom Ei, aufgrund der Darsteller und der Landschaftsbilder kann man sich diese Filme aber wie andere durchschnittliche Wallace-Epigonen m.E. durchaus mal antun. Gehören ja schließlich zur Erfolgsgeschichte des deutschen Kriminalfilms der 1960er im weiteren Sinne dazu.



Ich würde die Filme auch nicht als schlecht, sondern eben nur mittelmäßig bezeichnen. Ich habe viele dieser Streifen früher einmal gesehen, dabei aber nicht unbedingt verschlungen. Für eine Einmal-Sichtung ok. Irgendwie neige ich einfach dazu, Vergleiche mit den Bond-Filme anzustellen, wo exotische Schauplätze einfach sehr viel besser und schöner eingefangen sind. Die Hartwig-Filme sind mir da einfach etwas zu klein und nicht unbedingt vorteilhaft gealtert.

Ray Online



Beiträge: 770

23.09.2017 17:43
#11 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Zitat von patrick im Beitrag #10

Irgendwie neige ich einfach dazu, Vergleiche mit den Bond-Filme anzustellen, wo exotische Schauplätze einfach sehr viel besser und schöner eingefangen sind. Die Hartwig-Filme sind mir da einfach etwas zu klein und nicht unbedingt vorteilhaft gealtert.


Liegt ja auch nicht ganz fern der Vergleich, die Hartwig-Filme wirken auf mich ein wenig wie eine Mischung aus Eurospy und Gruselkrimi á la Wallace. Oft spielt sich das Geschehen ja auch zu Anfang in London ab. Da wird dann mal kurz der Big Ben eingeblendet, es geschieht ein Mord... Budgettechnsich dürfte da abgesehen von "Dr. No" aber ein größerer Unterschied bestehen. Aber klar, mit (noch) versierteren Kräften vor und hinter der Kamera wäre da sicher mehr drin gewesen...

patrick Offline




Beiträge: 2.769

23.09.2017 17:51
#12 RE: Bewertet: "Der schwarze Panther von Ratana" (BRD/ I 1962/ 63) Zitat · antworten

Was mich beim "Panther" besonders stört ist die viel zu oberflächliche Kameraarbeit in Bezug auf die Schauplätze. Auf sowas lege ich persönlich sehr viel Wert. Bei den Morden ist eigentlich nichts zu sehen, außer einmal eine völlig eindruckslose und schlecht kostümierte Gestalt, die man fast nur wie einen Schatten wahrnimmt. Das bricht einer anständigen Dramaturgie einfach das Genick. Der reißerische Titel nimmt den Mund da wirklich viel zu voll.

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