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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 826 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Georg Offline




Beiträge: 2.784

27.11.2014 22:20
Geheimnisse in goldenen Nylons (1967) Zitat · antworten

GEHEIMNISSE IN GOLDENEN NYLONS
(Deux billets pour Mexiko (Frankreich), Segreti che scottano(Italien))
Agentenkrimi, BRD/ Frankreich/ Italien 1967
Deutscher Kinostart: 21.09.1967, damals ab 16 Jahren freigegeben

eine Produktion der CCC-Film Artur Brauner in Coproduktion mit S.N.C. (Societé Nouvelle de Cinématographie) und T.C. Produktion Paris und Metheus Film, Rom

Mit Peter Lawford (Stephen Daine), Ira von Fürstenberg (Suzanne Belmont), Georges Géret (Carlos), Maria Buccella (Anna), Werner Peters (Bardieff), Horst Frank (Manganne), Wolfgang Preiss (Noland), Siegfried Wischnewski (Klaas), Eva Pflug (Lili), Herbert Fux (Herbert) und Wolfgang Kieling (Wolfgang)

Drehbuch: Michel Lévine, Christian Jaque
nach dem Roman "Dead Run" von Robert Sheckley
Kamera: Pierre Petit
Musik: Gérard Calvi
Schnitt: Fred Srp, Jacques Desagneux
Regieassistenz: Alexander Ebermayer von Richthofen, Denis Moriot
Produktionsassistenz: Rolf Meier
Aufnahmeleitung: Wolfram Kohtz
Ton: Max Galinski
Bauten: Jürgen Kiebach
Produktionsleitung: Peter Hahne, Claude Hauser
Produzent: Artur Brauner, René Pignières
Regie: Christian Jaque

Carlos, ein geschickter Trickdieb, spaziert auf der Suche nach Beute durch triste Berliner Straßen. Dabei stolpert er zufällig in eine große Spionagegeschichte: er wird Zeuge, wie ein amerikanischer Diplomat überfallen wird. Im allgemeinen Handgemenge gelingt es Carlos dessen Koffer zu entwenden und das Weite zu suchen. Wie sich herausstellt, befinden sich darin hochbrisante Dokumente des amerikanischen Geheimdienstes. Doch nicht nur die CIA, auch der KGB wollen diese in ihren Händen wissen. Der talentierte Dieb gerät ungewollt zwischen die Fronten und wird von beiden Seiten durch halb Europa gejagt: die Verfolgungsjagd geht über die Schweiz nach Paris und von dort nach Wien, wo Carlos die Papiere an einen Mann namens Klaas verkaufen will ...

Diesen Film habe ich gut 18 Jahre nicht gesehen und hatte ihn viel schwächer in Erinnerung. Beim Wiedersehen entpuppte sich die Produktion Geheimnisse in goldenen Nylons (der Titel bezieht sich auf den Ort des Verstecks der Geheimpapiere in Annas Strümpfen) als recht kurzweilig, temporeich und doch auch humorvoll.
Sicherlich, die Geschichte ist nicht neu, aber die Inszenierung Christian Jaques lassen die 82 Minuten Handlung doch recht flott vergehen. Die vier Hauptdarsteller geben dabei den Eindruck, dass sie selbst beim Drehen großen Spaß hatten: Lawford, von Fürstenberg, Géret und Buccella machen ihre Parts sichtlich Freude.
Ebensolche bereiten dem Nostalgiefan die zahllosen Aufritte der beliebtesten deutschen Genreschauspieler jener Jahre: allen voran ist Horst Frank als bitterböser, aalglatter und wortkarger Killer zu nennen, der seine Pistole schneller zieht, als andere blinzeln können und nicht zimperlich damit umgeht. Für den KGB-Mann (herrlich perfide und diabolisch von Werner Peters gespielt) übernimmt er die Drecksarbeit und Folterei seiner Opfer und hat bei seinen "Taten" sogar ein kaltes Lächeln auf den Lippen ("Folter ist die Vorstufe zum Tod!"). Weiters tauchen Siegfried Wischnewski und Wolfgang Preiss (als Kommissar, der mit den Russen packelt!) in Ganovenrollen auf, Eva Pflug weiß auch mit der Waffe umzugehen und Herbert Fux sorgt mit österreichischem Akzent für das "dritte Mann"-Flair in Wien. Bleibt noch Wolfgang Kielings Aufritt als blinder Zitherspieler zu nennen (wohl wieder eine eindeutige Anspielung auf Der dritte Mann), den dieser gewohnt souverän meistert. Die Maskenbildner haben ihm eine glaubhafte Narbe an die Schläfe gemalt, das Resultat einer Blendung durch Gangster, als er zu viel gesehen hatte.
Bleibt noch zu erwähnen, dass der Film doch auch über Humor verfügt, nicht nur die ständigen Brieftauschenklaus des Pickpockets Carlos sind amüsant, sondern mitunter auch die Dialoge ("Halten Sie den Zug auf!" – "Wir sind hier in der Schweiz! Da können Sie ohne Volksabstimmung gar nichts machen!").
Im Vorspann verwendet die CCC-Film übrigens wieder mal den Soundtrack zu Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse, der auch schon im Fall X701 zu hören war.
Interessant ist übrigens auch die Bildgestaltung, Kameramann Pierre Petit setzt sehr oft auf schiefe Einstellungen, die auch schon im Vorspann zu sehen sind, wo an markanten Westberliner Ecken dubiose Männer in Mänteln mit Stehkrägen stehen und die omnipräsenten Agenten in der damals geteilten Stadt repräsentieren sollen.

Summa summarum hat mir Geheimnisse in goldenen Nylons unerwartet einen kurzweiligen Filmabend bereitet. Sicherlich kein Meisterwerk, aber auch kein Film, der krampfhaft auf der 007-Welle mitzuschwimmen versucht. Ganz nett und für den 60er-Fan voller wunderbarer Aufritte beliebter deutscher Krimistars wie Horst Frank, Siegfried Wischnewski, Wolfgang Kieling, Wolfgang Preiss, Herbert Fux, Eva Pflug und Werner Peters!

Prisma Offline




Beiträge: 7.468

27.11.2014 22:41
#2 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten


Ira von Fürstenberg   Peter Lawford   Georges Géret   Maria Bucella   in
GEHEIMNISSE IN GOLDENEN NYLONS (1967)

mit Werner Peters, Siegfried Wischnewski, Eva Pflug, Wolfgang Preiss, Jean Tissier, Alan Collins, Herbert Fux
als Gast Wolfgang Kieling und Horst Frank
eine Gemeinschaftsproduktion der CCC Filmkunst | S.N.C | T.C. | Metheus Film | im Verleih der Constantin
nach dem Roman "Dead Run" von Robert Sheckley
ein Film von Christian-Jaque





»Der Tod ist immer der logische Schlusspunkt der Folter«



Durch Zufall wird der kleine Gelegenheitsdieb Carlos (Georges Géret) Zeuge eines Überfalls auf einen hohen Diplomaten. Die Gangster haben es auf den schwarzen Aktenkoffer des Mannes abgesehen, den Carlos jedoch durch eine List in die Hände bekommt. Zusammen mit einem stadtbekannten Hehler öffnet er den Koffer, und zum Vorschein kommen streng geheime und brisante Dokumente, die der kleine Dieb nun so schnell wie möglich wieder loswerden möchte. Doch die Verbrecher-Organisation des rücksichtslosen Bardieff (Werner Peters) ist bereits auf seiner Fährte und möchte ihm die Top-Secret-Akten wieder abjagen, koste es was es wolle. Auch Stephen Daine (Peter Lawford) vom CIA ist Carlos bereits auf den Fersen, und es beginnt eine Treibjagd quer durch Europa. Wird Carlos wieder heil aus dieser Angelegenheit herauskommen...?



Der französische Regisseur Christian-Jaque, bekannt für Inszenierungen von Filmen verschiedenster Genres, lieferte mit "Geheimnisse in goldenen Nylons" einen nicht uninteressanten Beitrag ab, der sich ganz in der üblichen Façon vergleichbarer Produktionen gibt, und den damaligen Zeitgeist gut wiederspiegelt. Auch die CCC-Filmkunst, sprich Artur Brauner, wagte sich nahezu an jeden Trend oder gerade populären Sehgeschmack des Zuschauers heran, wobei die Ergebnisse oftmals durchwachsen waren. Aus heutiger Sicht sind es gerade derartige Filme aus der CCC-Kuriositäten-Schmiede, die echte kleine Farbtupfer darstellen und häufig in allen Belangen Spaß machen können. Der deutsche Titel von Jaques' Film hört sich zunächst ziemlich schwachsinnig an und auch wenn sich im Verlauf herausstellt, dass in einer Szene sogar Geheimnisse aus goldenen Nylons heraus gezaubert werden, sagt das alles mal wieder wenig über den Film an sich aus. Der Plot ist recht einfach gehalten und er bleibt schließlich auch weitgehend herkömmlich. Was das Sehvergnügen allerdings deutlich begünstigt ist, dass ein ordentliches Tempo vorgelegt wird, dass sich außerdem feinfühliger Humor und giftiger Sarkasmus die Klinke die Hand geben, außerdem darf man zahlreiche Lockvögel in Form einer europäischen Star-Besetzung verfolgen, die der Produktion einen ordentlichen Stempel aufdrückt.



Mit diesem heiklen Fall, der noch quer durch halb Europa führen wird, wurde der Brite Peter Lawford betraut, der seine Sache ganz ordentlich macht. Er wirkt tatsächlich wie der so häufig dargestellte, typische CIA-Agent, der ebenfalls mit den geläufigen Charakteristika ausgestattet ist. Neben seiner Arbeit bleibt selbstverständlich noch genügend Zeit für eine Liebelei mit der Augenzeugin Suzanne Belmont alias Ira von Fürstenberg, die eine reiche, attraktive Dame spielt, die sich offenbar vor lauter Nichtstun langweilt und folglich sich selbst interpretiert. Der ständig wieder auftauchende Humor wird über die beiden Hauptdarsteller aufgebaut und gibt der Geschichte einen angenehmen Schliff, Sprüche wie zum Beispiel: »Was ich an dir bewundere ist deine ständige Kondition!«, lockern das Geschehen immer wieder auf. Ira von Fürstenberg sehe ich mittlerweile sehr gerne, was tatsächlich nicht immer so war. Ein weiteres nettes Gespann geben Georges Géret und die umwerfend aussehende Maria Bucella ab, die hier das sympathische Kleinganoven-Gespann abgeben und denen man von Pontuis zu Pilatus nachjagen wird. Werner Peters als fieser Boss der Gangster-Organisation, die dringend Nachhilfeunterricht in Sachen Planung haben müsste, funktioniert in seiner Parade-Rolle wieder einmal blendend und er wirkt richtig abstoßend, genau wie seine rechte Hand, gespielt von Horst Frank als Gentleman-Killer, der selbst beim Foltern noch an Etikette denkt. Das Star-Karussell wird von bekannten Gesichtern wie Wolfgang Preiss, Siegfried Wischnewski, Wolfgang Kieling oder Eva Pflug sehr aussagekräftig abgerundet.



Trotz des Hin- und Herjagens, der Tatsache, dass man es mit einer komplett inkompetenten Verbrecher-Organisation zu tun hat und dass man eigentlich immer genau weiß, wohin die Reise gehen wird, punktet Jaques' Film durch die vielen unterschiedlichen Etappen, die der kleine Gelegenheitsdieb im Verlauf nehmen muss. Wo der Kreis der Beteiligten immer wieder rigoros liquidiert wird, erfährt er andererseits nette Erweiterungen, was keinen Leerlauf aufkommen lässt. Nerven aus Drahtseilen braucht man hier zwar nicht, aber eine solide Grundspannung sorgt für gute Unterhaltung. Auch dass der Fall nicht besonders außergewöhnlich erscheint, tut dem Spaß keinen Abbruch, denn "Geheimnisse in goldenen Nylons" wirkt insgesamt charmant verspielt, wurde immer wieder mit netten Ideen aufgelockert und mit kruden Charakteren angereichert. Die Musik von Gerard Calvi bleibt im Ohr und das Titel-Thema ist bereits aus "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" bekannt, besonders erfreulich ist die Kamera-Arbeit mit ihren vielen Schräg-Einstellungen und Zooms, die ein wenig von der unspektakulären Ausstattung ablenken kann. Mir gefällt der Film bei jedem Anschauen immer wieder sehr gut, denn er transportiert, zugegebenermaßen bei niedrigerem Anspruch, einen hohen Unterhaltungswert und viele denkwürdige Momente mit bekannten und beliebten Darstellern. Ganz gelungen!

Georg Offline




Beiträge: 2.784

27.11.2014 22:50
#3 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

Sehr schöne Besprechung, Prisma, der ich - wie oben ersichtlich - vollkommen zustimme! Wir sehen das ja recht ähnlich: keine Handlung, die vom Hocker reißt, aber die temporeiche Inszenierung und die vielen beliebten Schauspieler sorgen für einen gelungenen Filmabend!

P. S.: Die Filmtitel der anderen Länder waren nicht minder unoriginell: "Zwei Tickets nach Mexiko" (die Carlos am Ende aus der gestohlenen Brieftasche entwendet und die mit der Handlung gar nichts zu tun haben) in Frankreich und "Brennende Geheimnisse" (eigentlich "Geheimnisse, die brennen") in Italien (so auch einer der frz. Arbeitstitel: "Chauds les secrets"). Neben "Dead Run" war übrigens auch noch "Qui veut tuer Carlos?" ("Wer will Carlos töten?") einer der Arbeitstitel ...

Prisma Offline




Beiträge: 7.468

27.11.2014 23:05
#4 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

Ja, ich bin da ebenfalls ganz deiner Meinung. Jaques' Film ist einer der Agentenkrimis, den man tatsächlich immer wieder sehen kann, ohne dass es langweilig wird. Ich halte ihn insgesamt sogar für einen der unterhaltsamsten Vertreter dieser Gattung. Mir gefällt der Aufbau über die beteiligten Personen sehr gut. Das Szenario ist eigentlich ausschließlich um die vier Protagonisten herum konstruiert, so dass alle der restlichen Rollen effektiv nur sehr kurz ausgefallen sind, dennoch wirkt hier nichts isoliert voneinander. Gefällt mir ganz gut!

Mit den Titeln das ist mal wieder so eine Sache. Wenn man den Film gesehen hat, wirken sie tatsächlich originell. Falls der Film noch unbekannt ist, wirkt besonders der deutsche Titel ziemlich in die Irre führend. Letztlich passt der aber wirklich wie die Faust aufs Auge, Maria Bucella ist sozusagen der spielende Beweis dafür!

Matze K. Offline



Beiträge: 1.020

28.11.2014 16:41
#5 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

habt ihr euch abgesprochen? Nach der ersten Vorstellung dauerte es nur 21 Minuten bis zur zweiten?

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Immer wenn du lügst, muss Jesus Blut weinen.
(Todd Flanders)

Georg Offline




Beiträge: 2.784

29.11.2014 17:16
#6 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

Nein, keine Absprache! :-)
Angeregt durch Geheimnisse in goldenen Nylons sah ich mir heute übrigens die Agentensatire Zwei Girls vom roten Stern an (1966), die mit Curd Jürgens und Lilli Palmer zwar wesentlich prominenter besetzt ist und auch sonst Toppschauspieler wie Kurt Meisel oder Hellmut Lange zu bieten hat, mich aber wesentlich weniger unterhalten hat und zum Teil richtig albern wirkte. Da ziehe ich Geheimnisse glatt vor.

Giacco Offline



Beiträge: 1.471

30.11.2014 14:18
#7 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

Zitat von Georg im Beitrag #6

Angeregt durch Geheimnisse in goldenen Nylons sah ich mir heute übrigens die Agentensatire Zwei Girls vom roten Stern an (1966), die mit Curd Jürgens und Lilli Palmer zwar wesentlich prominenter besetzt ist und auch sonst Toppschauspieler wie Kurt Meisel oder Hellmut Lange zu bieten hat, mich aber wesentlich weniger unterhalten hat und zum Teil richtig albern wirkte. Da ziehe ich Geheimnisse glatt vor.

Beide Filme kamen damals beim deutschen Kinopublikum nicht an.
Mit jeweils nur 11 Meldungen und den Film-Echo-Noten 5,7 (Geheimnisse in goldenen Nylons) und 5,8 (Zwei Girls vom roten Stern) lagen sie in der Erfolgsrangliste ganz weit hinten.

Prisma Offline




Beiträge: 7.468

03.12.2014 23:49
#8 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #7
Beide Filme kamen damals beim deutschen Kinopublikum nicht an.
Mit jeweils nur 11 Meldungen und den Film-Echo-Noten 5,7 (Geheimnisse in goldenen Nylons) und 5,8 (Zwei Girls vom roten Stern) lagen sie in der Erfolgsrangliste ganz weit hinten.

Die Zahlen sprechen ja wirklich für sich selbst, wobei mich das bei "Geheimnisse in goldenen Nylons" schon etwas mehr verwundert als bei "Zwei Girls vom roten Stern". Das ist übrigens einer der wenigen Filme, bei dem ich es noch nie bis zum Ende geschafft habe, weil ich derartig gelangweilt und desinteressiert gewesen bin, dass es kaum zu beschreiben ist. Trotz Lilli Palmer und Curd Jürgens besteht da leider wenig Anreiz mehr, ihn irgendwann durchzustehen. Also auch ich ziehe Jaques' Beitrag auf jeden Fall vor.

Lord Low Offline




Beiträge: 585

22.11.2017 21:48
#9 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

Hab mir heute die DVD gekauft. Bin schon gespannt, auf was ich mich da eingelassen hab.

Ray Offline



Beiträge: 818

03.12.2017 20:25
#10 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

@Lord Low, inzwischen drauf eingelassen? Falls nicht, mag meine folgende Rezension als (weitere) "Entwarnung" dienen, denn ich kann mich den positiven Stimmen im Thread zu diesem Film nur anschließen...


Geheimnisse in goldenen Nylons (Deuxbillets pour Mexico) (BRD/F/I 1967)

Regie: Christian-Jaque

Darsteller: Peter Lawford, Ira von Fürstenberg, Georges Géret, Maria Grazia Buccella, Horst Frank, Werner Peters, Wolfgang Kieling, Eva Pflug, Siegfried Wischnewski, Herbert Fux u.a.


Ein Gauner bringt einen Aktenkoffer mit wichtigen Dokumenten an sich und wird anschließend von Geheimdiensten und Verbrecherorganisationen quer durch Europa gejagt...

"Geheimnisse in goldenen Nylons" bedient sich mit dem Aktenkoffer einer Art "MacGuffin", um eine temporeiche Hatz durch europäische Metropolen in Gang zu setzen und bietet rund 80 Minuten nette Kurzweil. Dazu tragen neben den vielen Schauplätzen und der liebevollen Inszenierung die (deutschen) Darsteller bei. Horst Frank spielt einen Killer grandios eiskalt und liefert so meiner These, er sei ein sehr guter Red Grant gewesen, weitere Nahrung (@patrick: Vielleicht riskierst du mal einen Blick, Eurospys müssten doch sowieso was für dich sein.). Im Verbund mit Werner Peters läuft er einmal mehr zu Hochform auf, obwohl er sich leider abermals nicht selbst synchronisiert hat. Siegfried Wischnewski, dem Co-Produktionen eher fremd waren, macht seine Sache auf internationalem Terrain ebenfalls sehr ordentlich. Gleiches gilt für Eva Pflug, die mit der Darstellung einer amerikanischen Agentin eine interessante Randnote markiert. Zum Charme des Films trägt nicht zuletzt auch die gelungene Musik von Gérard Calvi bei.

Die Story gibt - wenig überraschend - nicht viel her, doch das macht fast nichts aus, denn das Tempo ist durchweg sehr ordentlich und der breite Cast sowie die Varianz an Schauplätzen sorgt für viel Abwechslung. Dies alles sind Aspekte, die Mehrfachsichtungen rechtfertigen dürften.

Die DVD von Pidax präsentiert den Film in guter Qualität.


"Geheimnisse in goldenen Nylons" darf als überdurchschnittlicher Eurospy bezeichnet werden und überzeugt durch liebevolle Inszenierung, starke Besetzung und reizvolle Schauplätze. Ein kleiner Höhepunkt der Agentenwelle. 4,5 von 5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 2.817

03.12.2017 20:48
#11 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #10
(@patrick: Vielleicht riskierst du mal einen Blick, Eurospys müssten doch sowieso was für dich sein.)


Ah, danke für den Hinweis. Habe von dem Film noch nie was gehört. Grundsätzlich bin ich für Agenten-Thriller sehr offen, neige aber zum Vergleich mit Bond. D.h. ich bin da recht wählerisch. Gut gefallen hat mir "Der Mann mit den 1000 Masken" - zumindest damals. Ich sah den Film in den 80er-Jahren und seitdem nicht mehr.

Ray Offline



Beiträge: 818

03.12.2017 21:12
#12 RE: Geheimnisse in goldenen Nylons (Agentenkrimi, 1967) Zitat · antworten

"Der Mann mit den tausend Masken" kann ich ebenfalls sehr empfehlen. Habe den mal ausführlich im Thread besprochen. Der ist ja tatsächlich sehr an Bond angelehnt.

"Geheimnisse in goldenen Nylons" orientiert sich nicht ganz so stark an Bond, es gibt z.B. keine besonderen Gadgets oder Figuren wie M oder Moneypenny. Einfach ein flotter und leichtfüßiger Agentenkrimi, der den Hype um Bond & Co ausnutzt, würde ich sagen.

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