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Dieses Thema hat 22 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Gubanov Offline




Beiträge: 14.508

19.06.2015 17:40
#16 RE: Kommissar Maigret - Radiohörspiele Zitat · antworten

Zitat von Lord Peter im Beitrag #14
Nächster Sprecher - Ernst Wilhelm Borchert

In Borcherts Fall habe ich nun auch hineingehört:

Maigret und die schrecklichen Kinder (Maigret à l’école)

Kriminalhörspiel, BRD 1958. Regie: Cläre Schimmel. Vorlage (1953): Georges Simenon. Bearbeitung: Fred von Hoerschelmann. Mit: Ernst Wilhelm Borchert (Kommissar Maigret), Walter Bluhm (der Lehrer Gastin), Gisela Mattishent (seine Frau), Werner Kessel (Lucas), Horst Niendorf (Leutnant Daniélou), Eduard Wandrey (der Wirt Paumelle), Clemens Hasse (der Briefträger Ferdinand), Herbert Weissbach (der Amtsgehilfe Theo), Claus Hofer (der Fleischer Rateau), Ursula Höflich (seine Frau) u.a. Eine Produktion des RIAS.

Zitat von Maigret und die schrecklichen Kinder
Der Dorflehrer Gastin steht unter dem Verdacht, die unbeliebte Frau getötet zu haben, die im Haus neben der Schule wohnte. Weil Gastin für die Dorfbewohner ein Fremder ist, der noch dazu mit Steuergeldern bezahlt wird, misstrauen sie ihm ganz besonders. Maigret geht unvoreingenommen an den Fall heran und legt vor allem Wert auf die Aussagen der Schulkinder, die sich noch als besonders wichtig erweisen werden ...


Die malerischen Schilderungen des Erzählers schaffen ein angenehmes luftig-dörfliches Flair, doch die scheinbare Harmlosigkeit täuscht: Wie so häufig stecken bei Simenon hinter vermeintlich idyllischen oder zumindest unaufgeregten Szenerien bösartigste kleinbürgerliche Zwistigkeiten. Besonders lohnenswert ist dabei das Mordopfer Léonie Birard, die einer Hexe gleicht und mit jedem Streit suchte; bei höherer Intelligenz eine gar formidable Erpresserin abgegeben hätte. Doch auch die geschlossenen Reihen der Dorfbewohner, die jeden Außenstehenden wie einen Leprakranken behandeln, passen in das Bild menschlicher Unannehmlichkeiten, die Simenon so gern durchwühlt.

Ernst Wilhelm Borchert legt den Maigret tatsächlich nicht besonders markant an, liefert aber auch keine schlechte Leistung ab. Ein wenig brummig-missgelaunter hätte man ihn sich vorstellen können; ein volleres Timbre hätte nicht geschadet – aber man kann diesbezüglich ja nichts einfach nach Belieben hinzuzaubern. Bemerkenswert finde ich allerdings den Rest der Besetzung, die vielen kleinen Rollen charakteristische Auftritte verpasst. Vor allem Gisela Mattishent als schuldgetriebener Frau und Hans Caninenberg als sarkastischem Arzt gelingen kleine Kabinettstücke. Darüber hinaus ist es besonders wichtig für den vorliegenden Stoff, dass die Kinderrollen überzeugen – und das tun sie glücklicherweise!

Lord Peters großem Kritikpunkt, einer angeblichen Überlänge, mag ich mich nicht anschließen. Vielleicht liegt es daran, dass ich den Roman für sehr gelungen halte (mochte schon die Gambon-Episode und freue mich sehr auf die Cremer-Adaption); zu lang kamen mir „die schrecklichen Kinder“ aber auf keinen Fall vor. Im Gegenteil: Das Hörspiel fließt sehr gut, gerät in meinen Ohren einen Tick unterhaltsamer als die mir bekannten BR-Anläufe. Deshalb: 4,5 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.508

28.06.2015 21:50
#17 RE: Kommissar Maigret - Radiohörspiele Zitat · antworten

Nachdem ich die Gelegenheit hatte, in eines der nicht auf CD veröffentlichten BR-Hörspiele hineinzuhören, hier eine zweite Meinung zu ...

Maigret und sein Revolver (Le revolver de Maigret)

Kriminalhörspiel, BRD 1961. Regie: Heinz-Günter Stamm. Vorlage (1952): Georges Simenon. Bearbeitung: Gert Westphal. Mit: Paul Dahlke (Kommissar Maigret), Traute Rose (Frau Maigret), Reinhard Glemnitz (Inspektor Lucas), Rolf Boysen (Inspektor Janvier), Heini Göbel (Bürodiener Jean), Bum Krüger (Inspektor Lourtie), Robert Klupp (Untersuchungsrichter Rateau), Fritz Wilm Wallenborn (Dr. Paul), Klaus W. Krause (Lecouer), Konrad Georg (Mr. Pyke) u.a. Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks.

Zitat von Maigret und sein Revolver
Frau Maigret ruft ihren Mann im Büro an: Ein junger Mann möchte ihn zu Hause sprechen. Als Maigret zum Mittagessen heimkommt, ist der Besucher aber schon verschwunden – und mit ihm der Revolver des Kommissars aus der Salonschublade. Kurz darauf wird eben jener Mann Hauptverdächtiger für einen Mord an einem hochrangigen Politiker. Immerhin besänftigt Maigret: Seine Pistole kann unmöglich die Tatwaffe gewesen sein. Doch wozu wurde sie dann gestohlen?


Mit dem Einstieg über die Telefonvermittlung gelingt es dem Hörspiel, eine gewisse Dynamik zu erzeugen, die zwar nicht über die gesamte Laufzeit gleichmäßig anhält, aber doch immerhin ein gutes Omen für „Maigret und sein Revolver“ darstellt. Titel 5 der Reihe basiert auf einer soliden Geschichte, deren Höhepunkte Lord Peter bereits trefflich zusammengefasst hat. Ähnlich wie bei einigen Paul-Temple-Hörspielen geht es ordentlich zur Sache, was Brutalität (bereits stinkende Leiche im Schrankkoffer) oder Nacktheit angeht – da war das Radio offenbar wenigen Auflagen unterworfen, weil man ja als Konsument nichts Anstößiges zu sehen bekam.

Der gleiche Kritikpunkt, den ich bereits in meiner ersten Besprechung erwähnte, bleibt auch hier bestehen: Der ausufernde Polizeiapparat ist für ein Hörspiel völlig unnötig und unüberschaubar. In der Rückschau kann ich mich daran erinnern, hier und da die Stimme von Reinhard Glemnitz gehört zu haben, aber wofür man Rolf Boysen, Heini Göbel, Bum Krüger, Robert Klupp und dann auch noch Konrad Georg als Polizist in London für Stichworte brauchte, die ein Assistent genauso gut im Alleingang hätte geben können, erschließt sich mir überhaupt nicht. Diese „Fußballmannschaft“ von Gesetzeshütern ist verwirrend und trägt bei mir dazu bei, dass ich im Anschluss an die BR-Hörspiele immer das Gefühl habe, die Hälfte verpasst zu haben, weil ich einem Gros der Namen keine Funktion zuordnen kann. Typisches Beispiel für die unterschiedlichen Anforderungen, die einzelne Medien stellen und bei denen man nicht 1:1 vom Buch kopieren sollte.

Regelrecht amüsant fällt die Zwischenmusik auf. Herbert Jarczyk ließ sich diesmal offenbar vom „Stahlnetz“ inspirieren. Unkonformistischer sind da die Gastsprecher unterwegs, die die Geschichte galant zum Leben erwecken. Lagrange senior schreit angsterfüllt und verwirrt auf; Jeanne Debul behandelt Maigret mit nervenstrapazierender Geringschätzung. Auch Paul Dahlke ist engagiert bei der Sache, da gibt es keine Abstriche. Für einen seiner besten Maigrets gebe ich 4 von 5 Punkten.

Lord Peter Offline




Beiträge: 385

29.06.2015 09:18
#18 RE: Kommissar Maigret - Radiohörspiele Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #10
Maigret und die Bohnenstange (Maigret et la Grande-Perche)

[...]

Hanne Wieder ist wirklich eine Traumbesetzung für die schnodderige Ernestine, die den Kommissar Maigret besser im Griff hat als dessen eigene Frau! Man ist zwar froh, die anzügliche Szene in der Rückblende nur in Form eines Hörspiels zu erleben, aber amüsiert sich dabei zugleich ganz fantastisch.

Aktennotiz am Rande - diese Szene fehlt in der 59er-Fassung noch. Anscheinend war der BR deutlich liberaler als der SWF.

Lord Peter Offline




Beiträge: 385

29.06.2015 09:45
#19 RE: Kommissar Maigret - Radiohörspiele Zitat · antworten

Der aktuellste Radio-Maigret - Friedhelm Ptok

8 Fälle als Coproduktion für SFB, SWR und WDR aus dem Jahre 2003:
- Maigret und das Schattenspiel
- Hier irrt Maigret
- Maigrets Nacht an der Kreuzung
- Maigret und die Keller des "Majestic"
- Mein Freund Maigret
- Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet
- Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien
- Maigret in Kur


Außerdem wurde im Jahr zuvor noch "Maigret und Pietr der Lette" für SFB/ORB produziert, von denselben Bearbeitern, aber noch ohne Christian Berkel als Erzähler, dessen Part hier noch von Ptok mit übernommen wurde. Diese Produktion ist mir leider unbekannt.

Ptok an sich ist keine schlechte Wahl, mein Problem an sich ist die Form der Inszenierung - die gibt es nämlich nicht, denn es handelt sich hier um Vertreter des von mir überhaupt nicht geschätzten Genres "Szenische Lesung". Also weder Fisch, noch Fleisch. Hätte man wenigstens alle Rollen verteilt, könnte man über manche leblose Szene (es gibt keine Soundkulisse) noch hinwegsehen, aber kleinere Nebenrollen - auch weibliche - werden vom Erzähler Christian Berkel übernommen, auch wenn sie direkt mit Maigret (Ptok) in Dialog treten. Und auch "Lesung" wird etwas zu wörtlich genommen, trotz namhafter Sprecher wie Christian Brückner. Da wird dann tatsächlich nur stur abgelesen, kein Funken Schauspiel ist zu bemerken. Ptok selbst kommt noch am besten weg, er bemüht sich immerhin, Maigret etwas Leben einzuhauchen, doch er steht allein auf weiter Flur. Erzähler Christian Berkel hätte man während seiner Schilderungen mit etwas Musik auf die Sprünge helfen können, dann hätte seine nüchtern-emotionslose Art besser funktioniert, doch auch Musik gibt es allenfalls bei Szenenwechseln.

Die Bearbeitungen (bzw. Kürzungen) selbst sind durchaus kompetent gemacht, und man kann den Stories problemlos folgen. Durch die leblose Interpretation geht es mir hier allerdings wie Gubanov bei den BR-Fassungen - ich kann die Charaktere oft nicht auseinanderhalten, gerade die Mehrfacheinsätze des Erzählers sind doch sehr verwirrend.

Zurück bleibt bei mir nur ein Eindruck - billig und schnell gemacht, wie alle Krimireihen ("Sherlock Holmes" mit Walter Renneisen, "Pater Brown" mit Horst Bollmann, "Lord Peter Wimsey" mit Peter Fricke, "Hercule Poirot" mit Felix von Manteuffel) dieser Sender. Entweder macht man eine reine Lesung, oder ein richtiges Hörspiel, aber mit diesen leblosen Zwittern kann ich persönlich einfach nichts anfangen. Andere mögen das anders sehen (ist halt wirklich Geschmackssache), aber da bevorzuge ich doch die älteren Hörspielfassungen oder die reinen Hörbücher vom Diogenes Verlag (teilweise übrigens auch mit Ptok als Sprecher).

Gubanov Offline




Beiträge: 14.508

02.07.2015 11:54
#20 RE: Kommissar Maigret - Radiohörspiele Zitat · antworten

Wie schon eingangs angekündigt, bin ich in diesem Fall natürlich ganz anderer Meinung. Die Radio-Inszenierungen der frühen 2000er Jahre scheinen echte Geschmackssache zu sein, denn ich höre alle Serien, die du verreißt, sehr gern und immer wieder:

Zitat von Lord Peter im Beitrag #19
"Sherlock Holmes" mit Walter Renneisen, "Pater Brown" mit Horst Bollmann, "Lord Peter Wimsey" mit Peter Fricke, "Hercule Poirot" mit Felix von Manteuffel

Walter Renneisens Sherlock Holmes bleibt zwar, was den langfristigen Eindruck angeht, hinter Pasettis zurück, seine Hörspiele haben aber ein angenehmes Flair und stellen eine bemerkenswerte Fortführung dar, nachdem Renneisen die Rolle ja schon seit 1987 in verschiedenen Produktionsschüben einsprach (Roman-Mehrteiler, Kurzgeschichten 1996 und Kurzgeschichten 2004). Mich bindet auch nostalgisch an die Serie, dass ich anno 2004 "Die einsame Radfahrerin" tatsächlich gemeinsam mit meinem Vater aus dem Radio aufnahm. Horst Bollmanns Pater Brown ist mir leider noch unbekannt. Die Wimsey-Reihe mit Fricke finde ich absolut spitze und Hercule Poirot überzeugt mich in den Manteuffel-Versionen durchaus, zumal man dort auch eine sehr ansehnliche Geschichtenauswahl traf. Was die jeweiligen Reihen eint, sind fachkundige Aufarbeitungen der zugrundeliegenden Stoffe, eine ernsthafte Herangehensweise (die heute leider immer seltener wird) und sehr gute Sprecher (gerade Dagmar von Thomas bei Wimsey [sowie das Mitwirken von Walter Niklaus] und Friedhelm Ptok als Maigret).

Ich bevorzuge Ptok in den SFB-Inszenierungen ggü. den von dir angesprochenen Maigret-Hörbüchern von Diogenes, weil mir diese mit 4 CDs ein bisschen zu ausführlich und dann eben auch langwierig geraten und deshalb eher selten in meinem Player landen. Wenn ich für einen Christie- oder Wallace-Roman 3 CDs für eine ideale Hörbuch-Länge halte, so würde Simenon durch seine ruhige Erzählart und das ausführliche Aufbauen von Atmosphäre mit 2 CDs für die meist doch recht geradlinigen Plots gut und gern hinkommen.

Zurück zu den SFB-Inszenierungen: Die Attribute "billig" und "leblos" kann ich dort keinesfalls nachvollziehen. Die Entscheidung für eine szenische Lesung ist ja keine, die getroffen wird, weil die Programmdirektoren zu spät merken, dass die Features schon in zwei Tagen fertig produziert und auf Sendung sein müssen. Es ist eine rein inszenatorische Frage, was man im Einzelfall für eine geeignete Herangehensweise hält, zumal ich durchaus Unterschiede im Stil zwischen den o.g. Reihen entdecke. Generell halte ich solche szenischen Lesungen für keinesfalls dem Hörspiel unterlegen: Vielmehr handelt es sich um eine eigenständige Kunstform, die keine Vergleiche erdulden muss, zumal die gedankliche Verbindung "abgespeckte Variante von Hörspielen" willkürlich ist und man die Herangehensweise genauso gut als "opulente Form von Hörbüchern" bezeichnen könnte.

Besprechungen der einzelnen Titel werde ich bei Gelegenheit gern anfertigen.

Lord Peter Offline




Beiträge: 385

06.07.2015 09:22
#21 RE: Kommissar Maigret - Radiohörspiele Zitat · antworten

Dazu noch:

Zitat von Gubanov im Beitrag #20
Was die jeweiligen Reihen eint, sind fachkundige Aufarbeitungen der zugrundeliegenden Stoffe,


Wobei ich mich hier frage: WAS haben die "Bearbeiter" eigentlich genau gemacht? Abgesehen von den (durchaus fachkundigen) Kürzungen bei "Maigret" sind es doch zu 95% die ursprünglichen Texte, was mir besonders bei "Wimsey" störend auffällt, wenn die Erzählerin ständig in den Dialog einfällt und ihn so unterbricht.

Zitat von Gubanov im Beitrag #20
eine ernsthafte Herangehensweise (die heute leider immer seltener wird)


Das ist leider wahr, wie neulich erst wieder Pastewkas und Koppelmanns "Paul Temple und der Fall Gregory" gezeigt hat.

Zitat von Gubanov im Beitrag #20
und sehr gute Sprecher (gerade Dagmar von Thomas bei Wimsey [sowie das Mitwirken von Walter Niklaus] und Friedhelm Ptok als Maigret).


Auch hier Zustimmung, wobei ich mir wünschen würde, man hätte sie etwas mehr von der Kette gelassen. Die Hauptsprecher (besonders Renneisen) sind durchaus motiviert bei der Sache, aber die Gastsprecher agieren oft derartig hölzern, daß ist für mich auch nicht mehr mit "das ist ja auch eine Lesung, kein Hörspiel" zu entschuldigen. Wenn Christian Brückner dann unmotiviert ins Mikro nuschelt oder Ptok sich mal wieder mit dem Erzähler in Frauenrolle unterhält, bleibt bei mir der Hörspaß leider auf der Strecke. Und die "Pater Browns" mit Bollmann gehen gar nicht. Der Erzähler Jürgen Holtz ist zwar gut, aber Bollmann hört man doch deutlich das Alter (und wohl auch die fehlende Motivation) an, und Herbert Fritsch als Flambeau ist einfach eine Katastrophe (nervige Tonlage mit grausamem Dialekt). Am besten kann ich mit der Holmes-Reihe, da gibt es immerhin noch Ansätze von Inszenierung (SFX/Musik) und Spiel der Darsteller.

Aber zurück zu "Maigret":

Joachim Nottke sprach ihn dreimal:
- Maigret vor dem Schwurgericht (SDR 1990)
- Maigret und die Affäre Saint Fiacre (SWF 1994)
- Maigret stellt eine Falle (DRB 1997)


Man kennt ihn ja oft als Erzähler (insbesondere von Kinderserien wie "Bibi Blocksberg" und "Benjamin Blümchen"), aber Joachim Nottke kann als Maigret durchaus überzeugen. Zwar ist er verglichen mit Dahlke auch deutlich ruhiger, aber nicht ganz so abgeklärt/gelangweilt wie Steckel. Die Bearbeitungen selbst fallen unterschiedlich aus. Ist Fall 1 noch relativ flott in 45 Minuten erzählt und bedient sich auch eines Erzählers (Wolfgang Reichmann, bekannt aus Dahlkes "Groschenschenke"), hat man die beiden anderen (durch die Gabin-Filme hinreichend bekannten) Fälle als Zweiteiler und ohne Erzähler umgesetzt. Wirkt "Schwurgericht" so fast wie eine Art Kriminalreport, leben die beiden langen Fälle eher von Atmosphäre als Spannung (was gerade beim melancholischen "Saint Fiacre" sowieso nicht anders ging). Die Umsetzungen sind allesamt auch eher Vertreter der ruhigeren Gangart, aber für Actionfeuerwerke ist Maigret schließlich auch nicht bekannt (wobei man die Zweiteiler allerdings auch ruhig etwas mehr hätte straffen können). Für den Maigret-Fan durchaus empfehlenswerte Vertonungen.

Der Audioverlag veröffentliche "Maigret vor dem Schwurgericht" und "Maigret und die Affäre Saint Fiacre" in den Boxen "Best of Maigret & Co" und "Maigret- Die spannendsten Fälle".

Markus Offline



Beiträge: 600

13.01.2016 15:04
#22 RE: Kommissar Maigret - Radiohörspiele Zitat · antworten

Für Juni 2016 ist eine weitere Box angekündigt: "Maigret & Co. - Meisterhafte Fälle"

Inhalt:

Maigrets erste Untersuchung, RB 1992, mit Uwe Müller als Maigret
Maigret zögert, WDR 1989, mit Charles Brauer als Maigret

und die Non-Maigrets
Der Passagier vom 1. November, NDR 1956
Der Mörder, WDR 1999

http://www.der-audio-verlag.de/hoerbuech...-3-86231-664-9/

Gruß
Markus

Lord Peter Offline




Beiträge: 385

13.05.2017 20:03
#23 RE: Kommissar Maigret - Radiohörspiele Zitat · antworten

Am 5. Mai erschien nun eine vierte Box im DAV: "Maigret & Co. - Die rätselhaftesten Fälle"

Enthalten sind:

Die Pfeife des Kommissars Maigret, SRF 1953, mit Georg Mark-Czimeg als Maigret
Maigret und der Minister, SRF 1958, mit Leopold Biberti als Maigret

und die Non-Maigrets
Die schwarze Kugel, SWF/WDR 1963
Die Brüder Rico, SWF 1957
Die ehe der Bébé Donge, SWF 1955

http://www.der-audio-verlag.de/hoerbuech...-3-86231-992-3/

Diesmal hat man anscheinend ganz tief im Archiv gegraben, ein durchaus begrüßenswertes Vorgehen. Offenbar ist die Zahl der verfügbaren bzw. noch nicht in anderer Form veröffentlichten Maigret-Fälle so überschaubar, daß man nicht mehr als 2 pro Box bringen kann (was vermutlich auch der Grund ist, warum die Maigret-freie zweite Hälfte der "Best of Maigret & Co."-Box - "Die grünen Fensterläden", "Die Komplizen" (Zweiteiler), "Der Zug" und "Der Verdächtige" - noch nicht neu aufgelegt wurde). Andererseits gäbe es - wenn man schon nicht die alternativen Dahlke/Steckel-Vertonungen bringen will - zumindest noch den unvermeidlichen "Kommissar Maigret stellt eine Falle" mit Joachim Nottke als Zweiteiler, und "Maigret läßt sich Zeit" mit Charles Brauer sollte auch verfügbar sein...

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