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Dieses Thema hat 15 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Percy Lister Offline



Beiträge: 3.508

17.06.2018 20:00
#16 RE: Belinda Lee - Filme & Karriere Zitat · antworten



Belinda Lee als Krankenschwester Mary Louise in "Kronzeuge gesucht"

"A profile for the British Film Institute said, "of all the Rank Organisation's starlets, Belinda Lee stands out as the most notorious, yet paradoxically anonymous, British actress of the 1950s." Dieser Eintrag in der Enzyklopädie Wikipedia verdeutlicht, wie gefragt die englische Schauspielerin Belinda Lee bereits in ihren ersten Jahren als Darstellerin mit besonderer Aura war. Obwohl Muriel Pavlow die Hauptrolle in "Kronzeuge gesucht" spielt, ist es Belinda Lee, welche die eigentliche leading lady verkörpert. Für die Rolle der Krankenschwester brachte sie bereits Erfahrung mit, hatte sie doch in "The Feminine Touch" (US-Titel: "A Lamp is Heavy") ebenfalls eine Schwester gespielt. Während jener Film im Vereinigten Königreich am 27. März 1956 uraufgeführt wurde, zeigte man "Kronzeuge gesucht" erstmals am 14. August 1956. Da ihre Kollegin Muriel Pavlow den größten Teil der Handlung mit Kopfbandage im Krankenhausbett verbringt, fällt der Blick bald auf die großgewachsene Blondine, die von Kamera und Beleuchtung immer wieder in den zentralen Blickpunkt gerückt wird und sich durch ihr klassisch schönes Gesicht von ihrer profanen Umgebung abhebt. Im Licht der Schreibtischlampe, das sie geheimnisvoll von unten anstrahlt, zeigt sie ihr hintergründiges Lächeln, das so vielen ihrer Rollen Tiefe verlieh. Mehrfach sieht man ihr inneres Leuchten, das so viele faszinierte und die Fähigkeit, ihre Mimik so zu variieren, dass sich plötzlich Schatten auf ihr Gesicht legen. Die Kamera rückt ihr Profil und ihre großen Augen immer wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit, wobei sich das Drehbuch glücklicherweise nicht damit begnügt, in ihr nur den ausführenden Arm des Stationsarztes zu zeigen.

Schwester Mary Louise erweist sich nicht nur abgehärtet gegen die Launen ihrer Patienten, deren Klagen und persönliche Angriffe sie sicher schon hundertfach gehört hat, sie beweist auch gelassene Ruhe im Abwägen von Aussagen und Fakten. Anfangs wirkt sie sehr kühl und unbeteiligt; ihr Beruf ist Routine und erfordert stetig gleichbleibenden professionellen Einsatz ohne Aufkeimen von Emotionen. Abneigungen, Widerwillen oder Kontroversen müssen außen vor bleiben und Provokationen ausgewichen werden. Der Zuschauer fragt sich, woher die junge Krankenschwester ihren Gleichmut nimmt und wie sie sich gegen die Anforderungen ihres Berufs wappnet. Ein amerikanischer Soldat erweist sich als heimlicher Verlobter, der ihr Gesicht in Bewegung bringt. Ihr Strahlen wirkt, als hätte sie eine Lampe angeknipst und zum ersten Mal fällt die Anspannung von ihr ab, als sie gemeinsame Pläne besprechen. Wieder einmal sieht man das einnehmende, breite Lächeln, das Belinda Lee so viel Charisma verleiht. Doch erneut hütet sich das Drehbuch, sie auf eine Facette festzulegen und führt eine Wendung herbei, die eine neue Herausforderung darstellt. Die Unberechenbarkeit des von Donald Sinden gespielten Bösewichts garantiert nicht einmal der heimlichen Hauptdarstellerin Schutz, obwohl die Hauptfiguren im Allgemeinen von einer ungeschriebenen Garantie für ihr Leben ausgehen können. Belinda Lee meistert ihre Rolle mit dem ihr eigenen Bewusstsein für den persönlichen Selbstwert und garniert ihre attraktive Erscheinung mit Stolz und Haltung. Sie nutzt die feinen Nuancen der Vorlage, um ihre Figur vielschichtiger zu zeigen als es normalerweise üblich ist, wenn eine Schauspielerin in der zweiten Reihe agiert und schafft es mühelos, dass die Aufmerksamkeit an ihr hängen bleibt und man mit ihrem Schicksal mindestens ebenso mitfiebert wie mit jenem von Lucy Church.

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