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Dieses Thema hat 26 Antworten
und wurde 2.392 mal aufgerufen
 Giallo Forum
Seiten 1 | 2
Blap Offline




Beiträge: 1.128

25.03.2011 05:40
#16 RE: Die Nacht der rollenenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Zitat von Georg im Beitrag #15
Zitat von Blap im Beitrag #6
Wie üblich gibt es ein wenig nackte Haut zu sehen.

1. Das halte ich für leicht untertrieben. Die viele nackte Haut ist ja wohl im Übermaß eingesetzt und dramaturgisch nicht notwendig. Manchmal ist auch weniger mehr.

Wenn die gezeigte Haut von derartig schmackhafter Natur ist, dann kann weniger gar nicht mehr sein.

Beim Giallo kommen häufig Elemente zum Zuge, die nicht unbedingt "dramaturgisch notwendig" sein mögen. Dies ist vermutlich einer der (vielen) Gründe, warum ich dieses wundervolle Genre so sehr liebe.

***

Vom Ursprung her verdorben

Janek Offline




Beiträge: 1.852

25.03.2011 14:34
#17 RE: Die Nacht der rollenenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Zudem birgt es auch einen großen Schockeffekt mit der ganzen nackten Haut. Erst sieht man, wie sich die Leute lieben und alles ist gut und romantisch. Und dann plötzlich kommt der Mörder und "metzelt" die jungen Frauen nieder. Wenn man jetzt nur die Frau zeigt, die angezogen ist und sich nicht mit einem Mann "abgibt", ist der Effekt völlig anders. Wenn man sich hingegen in die meist "wunderschönen" Frauen in den Film als Zuschauer "verliebt", ist es nachher umso schrecklicher, wenn die Frau "auch" nackt ist, allerdings dann tot und blutüberströmt.

MfG
Janek

Janek Offline




Beiträge: 1.852

06.09.2011 23:32
#18 RE: Die Nacht der rollenenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Die Nacht der rollenden Köpfe

Handlung:
In Rom geht ein unheimlicher Mörder um. Sein Markenzeichen: Seine Opfer haben alle eine durchschnittene Kehle. Als Katja durch ein Fernrohr einen Mord beobachtet, will ihr erst niemand glauben. Als dann aber die Polizei die besagte Leiche findet, geht das Morden los. Ein Mörder mit schwarzen Handschuhen, Trenchcoat, Hut und einem Rasiermesser ermordet alle, die irgendwie mit dem Mord, den Katja beobachtet hat, in Verbindung stehen. Die einzige Spur besteht darin, dass am Tatort immer Abdrücke eines Stockes gefunden werden. Der Mörder hinkt also!

Besetzung, Stab und Regie:
Originaltitel: Passi di danza su una lama di rasoio / Death Carries a Cane
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Maurizio Pradeaux
Musik: Roberto Pregadio
Darsteller: Robert Hoffman, Nieves Navarro (Susan Scott), George Martin, Anuska Borova, Serafino Profumo, Simon Andreu

Kritik:
Ein Giallo, der ein wenig besser ist als andere seines Faches. Er ist zwar wie viele Gialli ein Low-Budget-Film, aber dafür ist er sehr gut gemacht. Regiesseur Maurizio Pradeaux hat bei diesem Giallo alles herausgeholt, was ging. Die Mordszenen sind kurz, dafür aber prägnant umgesetzt, aber haben dennnoch einen bestimmten Härtegrad. Jeder Mord wird mit einem Rasiermesser ausgeführt. Auf der Klinge steht makabrerweise "universale". An trockenem Humor fehlt es dem Streifen nicht - der Film weiß zu unterhalten, natürlich auch schon wegen der sehr gelungenen Musik von Roberto Pregadio. Robert Hoffmann gefällt in seiner Rolle und gemeinsam mit Susan Scott als seiner Freundin machen die beiden Spaß und führen nette Dialoge. Auf den Mörder kommt man in diesem Giallo kaum, da fast jeder einmal humpeln darf. Dafür überrascht die Auflösung wie bei den meisten Gialli.

Der Film ist eigentlich ein Giallo, der so nach dem klassischen Muster gemacht ist, dass es schon wieder lustig ist. Keine Frau in diesem Film lässt ihre Kleidung an, die meisten tragen auch keine BHs, damit es noch schneller mit dem Entblättern geht. Dafür sind die Morde teilweise ein wenig langsam und lange nicht so schnell und mit vielen Zooms etc. wie bei "Tenebre", "Deep Red" oder auch "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe", was eben daran liegt, dass der Mörder einen Stock trägt und seine Opfer damit würgt und ihnen dann etwas unbeholfen die Kehle durchschneidet. Anzumerken ist noch, dass das Blut in diesem Film sogar einigermaßen echt wirkt, also nicht "so hell".

Insgesamt ist die "Nacht der rollenden Köpfe" ein spannungsgeladener Giallo, der Spaß macht. Man darf den Film nur nicht zu ernst nehmen. Es ist fast immer das Muster "Mord und dann entweder Ermittlung oder Sexszene" (letzteres ist zahlreich vorhanden). Also kurz: Den Giallo muss man einfach gesehen haben!

10 von 10 Punkten

MfG
Janek

Georg Offline




Beiträge: 3.211

17.09.2011 20:38
#19 RE: Die Nacht der rollenenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Zitat von Georg im Beitrag #15
Die Auflösung mit der gespaltenen Psyche des Täters, der in Konfrontation mit dem Opfer wieder zu hinken beginnt, fand ich recht gut und nicht so konstruiert. Insgesamt ganz gute Krimiunterhaltung.

Habe den Film heute nochmals gesehen - diesmal auf Italienisch - und festgestellt, dass die deutsche Synchronisation einige Dinge dazuerfindet oder einfach umdichtet. So wurden etwa aus 500.000 Lire, die die Prostituierte verlangt, in der deutschen Synchro nur 5.000. Der wichtigste Synchronunterschied ist jedoch, dass genau die gespaltene Psyche des Täters, der in Konfrontation mit dem Opfer wieder zu hinken beginnt, im italienischen Original überhaupt nicht vorkommt!

Schade ist auch, dass in der deutschen Synchronisation auf Standarddeutsch die Charaktere einiger Personen, die im Original einen Sozio- oder Dialekt sprechen nicht so zur Geltung kommen. So spricht etwa der Taschenhersteller tiefsten neapolitanischen Dialekt; die Männer, die die Prostituierte mitnehmen, fluchen auf Römisch usw. Dadurch wird dem Film einiges an Authentizität genommen. Zugegebenermaßen wäre es aber auch komisch gewesen, diese Szenen mit einem deutschen Dialekt zu synchronisieren.

Zur DVD: Die Untertitel der DVD passen überhaupt nicht zu dem, was im Original gesagt wird. Hier kommt das zum tragen, was ich oben weiter schon gesagt habe: Stellen werden falsch übersetzt oder im italienischen Original wird gar nichts - oder mehr - gesagt. Ich nehme an, die Untertitel sind einfach von der deutschen Fassung abgetippt und auf die italienische gelegt worden.

... und über den lächerlichen deutschen Titel kann ich mich schon wieder ärgern, da er überhaupt nichts mit der Handlung zu tun hat ...

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

20.07.2012 19:05
#20 RE: Die Nacht der rollenenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Den Hype, der um diesen mittelmäßigen Film gemacht wird, kann ich nicht nachvollziehen. Da ist sogar von "Epigone" und "Stilverwandt" die Rede. Na, wo denn bitte? Dann bitte sofort jeden Film, der einen pyschopathischen Killer und einen Whodunit beinhaltet, als "Wallace-Epigone" bezeichnen.

Die Handlung ist durchschnittlich, die Musik und die Inszenierung ebenso, die Auflösung etwas übertrieben. Spannung ist dem Film zwischendurch nicht abzusprechen, aber so billige Effekte wie die Szene, in der die alte Frau mit dem Kopf im Ofen getötet wird sind ziemlich lächerlich.

Auch aus Giallosicht ist dieser Film eher durchschnittlich. Da gibt's wesentlich bessere Filmchen.

Janek Offline




Beiträge: 1.852

20.07.2012 21:15
#21 RE: Die Nacht der rollenenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Wie bitte? Frau im Ofen getötet? Ich habe die "Nacht der rollenden Köpfe" doch erst vor drei Wochen noch gesehen ... Du meinst sicher Antonio Bidos "Stimme des Todes". Das ist der einzige Giallo mit einem Ofenmord.

Zu den Effekten: Bei "Die Nacht der rollenden Köpfe" sind die Effekte zwar minimalistisch, aber trotzdessen sehr gut gemacht und wirken meiner Meinung nach auch nicht billig. Zudem ist die Musik wirklich ein Ohrwurm und hat ja auch für die Auflösung eine tragenden Rolle.

Gruß,
Janek

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

29.07.2012 11:58
#22 RE: Die Nacht der rollenenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Ja, da hast du dich mit dem Film vertan, @Mark Paxton! Denn so gut wie keiner deiner Kritikpunkte passt auf die "Nacht der rollenden Köpfe". Du meinst, glaube ich, wirklich eher "Stimme des Todes".

MfG Jacob

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

12.09.2013 22:21
#23 RE: Die Nacht der rollenenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

„Die Nacht der rollenden Köpfe“ belegt mit 56,00 von 70 Punkten Platz 20 von 35 im Der Giallo-Grandprix 2013: Ergebnisse. Der Film wurde also mit durchschnittlich 4,00 Punkten pro Person bewertet. Unter zwölf Teilnehmern erhielt er vier Top-Ten-Nominierungen, sodass er in der Stichwahl um Platz 10 antreten musste. Dort erhielt er Film 4 von 90 Punkten (Platz 4 von 6).

Anzahl der abgegebenen Bewertungen: 9
mit 57,56 Punkten auf Platz 18 in der Kategorie Stil (Inszenierung und Bild)
mit 52,11 Punkten auf Platz 25 in der Kategorie Schock und Provokation
mit 56,00 Punkten auf Platz 16 in der Kategorie Plot und Spannung
mit 50,56 Punkten auf Platz 30 in der Kategorie Darsteller
mit 56,00 Punkten auf Platz 18 in der Kategorie Musik
mit 64,56 Punkten auf Platz 06 in der Kategorie Giallo-Faktor
mit 55,22 Punkten auf Platz 20 in der Kategorie Freie Wertung
Gehe zum IMDb-Eintrag / OFDb-Eintrag

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

09.07.2014 20:15
#24 RE: Die Nacht der rollenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten



Die Nacht der rollenden Köpfe (Passi di danza su una lama di rasoio)

Kriminalfilm, IT / ESP 1973. Regie: Maurizio Pradeaux. Drehbuch: Arpad de Riso, Maurizio Pradeaux, Alfonso Balcázar, George Martin. Mit: Robert Hoffmann (Alberto Morosini), Susan Scott (Kitty), George Martin (Inspektor Merughi), Anuska Borova (Lidia Arrighi / Silvia Arrighi), Simón Andreu (Marco), Anna Liberati (Sekretärin der Tanzschule), Rosita Torosh (Nina Ferretti), Cristina Tamborra (Magda Hopkins), Nerina Montagnani (Marta), Orlando Baralla (General) u.a. Uraufführung (Italien): 5. Januar 1973. Uraufführung (Deutschland): 1. Februar 1974.

Zitat von Die Nacht der rollenden Köpfe
Die Touristin Kitty beobachtet durch ein Aussichtsfernrohr den Mord an einer Frau in deren Wohnung. Den Täter kann sie nicht näher beschreiben, weil dieser schwarz vermummt war und einen großen Hut trug. Nachdem weitere Personen auf ganz ähnliche Weise mit einem Rasiermesser getötet werden, findet die Polizei durch blutige Stockabdrücke heraus, dass der Täter hinkt. Wer ist die unheimliche Bestie, die des Nachts ihr Unwesen treibt, und mit Vorliebe Tänzerinnen hinrichtet?


In guten Gialli sind es nicht die Morde selbst, die den Zuschauer bei Laune halten, sondern das Warten auf die Morde. Die Spannung, bevor Täter und Opfer in meist abrupten und blutigen Begegnungen aufeinandertreffen, kann durch geschickte Ausleuchtung, Kameraführung und Musikuntermalung bis ins Unerträgliche gesteigert werden, was sich als Maurizio Pradeauxs Trumpfkarte in „Die Nacht der rollenden Köpfe“ erweist. Szenen, wie sie sich vor dem Ableben der alten Marta oder des Maroni-Verkäufers abspielen, werten den Krimi ebenso enorm auf wie die letzten Minuten während des Einbruchs in der Tanzschule. Auch Nieves Navarro alias Susan Scott zieht in der Hauptrolle alle Register und überzeugt als eine meiner liebsten Giallo-Darstellerinnen.



Ansonsten hat „Die Nacht der rollenden Köpfe“ leider nicht allzu viel zu bieten. Die Geschichte scheint aus dem Jugendbaukasten des Giallo zu stammen – so klischeebehaftet und vorhersehbar stellt sie sich dar. Alle meilenweit gegen den Wind zu riechenden Lockmittel werden früher oder später eingesetzt, aber nicht um den Wiedererkennungswert des Films zu steigern, sondern nur um ihn als Abklatsch anderer, besserer Vertreter seines Genres zu charakterisieren. Die Mordreihe läuft relativ planlos ab und die Handlung erscheint im Vergleich mit ihrer Hauptdarstellerin äußerst platt. So simpel die Vorkommnisse auch erscheinen, so bemüht gestaltet sich schließlich deren Aufklärung, die inhaltlich doch arg hinkt und durch Dokumente verraten wird, die vom psychologischen Standpunkt für einen Schizophrenen doch eher fragwürdig sind. Wäre hier ein starker Drehbuchautor angebrachter gewesen als eine Mischpoke von vier Personen?

Wenn Marco eigentlich nicht mehr hinkt und damit erst beim Anblick seiner Opfer beginnt, warum hat er dann z.B. passenderweise den Stock bei sich?

Das Bemühen der Regie um möglichst „künstlerisch wertvolle“ Momente wird durch den Hang zu unnötigem Sex sowie die diversen Längen untergraben. So erweist sich die überlange Sequenz am Straßenstrich als für den weiteren Handlungsverlauf völlig unnütz, während sie die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen ablenkt und auch nicht sonderlich viel Suspense generieren kann. Stellenweise stört zudem die wackelige Handkamera, auch wenn sie in den Spannungsmomenten meist ganz ordentlich zur Geltung kommt. Insgesamt wird jedoch der Eindruck erweckt, es handele sich um einen mit besonders niedrigem Budget gedrehten Film, der auch aus seinen an sich sehenswerten römischen Schauplätzen nicht das Optimum herausholt.

Während Robert Hoffmann, Susan Scott und George Martin eine über weite Strecken sogar mehr als passable Führungsriege für diesen etwas verunglückten Giallo bilden, so fangen sie doch nicht die Probleme ab, die „Die Nacht der rollenden Köpfe“ mit einer schlimmer als der Killer hinkenden Handlung und einer teils exzellenten, teils aber auch einfach unpassenden Inszenierung hat. Die Vorspiele der Morde sowie das gute Finale sichern dem Billig-Streifen 3 von 5 Punkten.



Die DVD von X-Rated: Einen gewissen Beitrag zu meiner kritischen Sicht auf „Die Nacht der rollenden Köpfe“ wird auch die DVD-Umsetzung von X-Rated geleistet haben. Im Gegensatz zu der offenbar sehr empfehlenswerten Edition der VZ-Handelsgesellschaft tischt X-Rated dem geneigten Genrefreund in seiner „Italo-Giallo-Series“ ein blass-unscharfes und von Combing-Problemen heimgesuchtes VHS-Bild in Letterbox-Aufmachung auf. Die Wahl zwischen deutschem und englischem Ton sowie deutscher Trailer, italienischer Filmanfang und Bildergalerien im Bonusmaterial machen den Totalausfall bei der Bildqualität nicht im Entferntesten wieder wett. Sollte ich wieder einmal Lust auf den Film verspüren, werde ich mir die VZ-Scheibe zulegen.

Josh Offline




Beiträge: 7.928

09.07.2014 21:17
#25 RE: Die Nacht der rollenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Meine letzte Sichtung der "rollenden Köpfe" liegt ungefähr 10 Jahre zurück. Ich habe den eigentlich unter Top-Giallo abgespeichert. Nach deinem Urteil werde ich das nochmal überprüfen.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

09.07.2014 23:29
#26 RE: Die Nacht der rollenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Ich kann die teilweise geradezu enthusiastischen Urteile über diesen Film nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht habe ich da aber auch einfach einen verqueren Geschmack bei diesem Streifen. So würde ich zum Beispiel den Detailwertungen aus dem Giallo-Grandprix vehement widersprechen wollen. Ausgerechnet in den zwei Aspekten, in denen mich "Die Nacht der rollenden Köpfe" überzeugte (Schock und Provokation sowie Darsteller) erhielt sie unterdurchschnittliche Punktzahlen, wohingegen ich sie bei Stil, Plot und Giallo-Faktor deutlich niedriger einordnen würde. Die Musik hat mir gut gefallen - vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass hier kein großer Name dafür verantwortlich zeichnete.

Ray Offline



Beiträge: 1.833

02.04.2016 16:14
#27 RE: Die Nacht der rollenden Köpfe (1973) Zitat · Antworten

Die Nacht der rollenden Köpfe (I 1973)

Regie: Maurizio Pradeaux
Darsteller: Robert Hoffmann, Nieves Navarro, George Martin, Simón Andreu


Kitty beobachtet via Fernglas eine Mord. Er ist Teil einer Mordserie, der Rom in Erregung versetzt ...

So viel zur „Story“. Diese ist nämlich überschaubar, um es vorsichtig auszudrücken. Der Zuschauer begleitet ein paar Menschen, wie sie eine Mordserie erleben. Doch tiefen Einblick in die Charaktere bekommt man nicht, denn die Protagonisten müssen sich gefühlt die Hälfte der Zeit durch die Betten toben. Die Inszenierung ist wenig ambitioniert. „Die Nacht der rollenden Köpfe“, so der plakative, auf den zweiten Blick gar nicht so unpassende Titel des Films. Denn abgesehen von Softsexszenen gibt es reichlich deftige Mordszenen, die zum reinen Selbstzweck da zu sein scheinen. Plakativer Titel für einen plakativen Film, wenn man so will. Die Schauspieler kommen so kaum zur Entfaltung. Hoffmann, Typ „Schimanski“ wirkt – zumindest rückblickend – in der glatten, auf Oberflächlichkeiten fokussierten Welt des Giallo ziemlich deplatziert. Navarro kann nicht an die Leistung aus „Midnight“ anknüpfen, Anuska Borova ist mit ihrer Doppelrolle schauspielerisch überfordert. Schließlich hätten dem Film mehr Außenaufnahmen in Rom nicht geschadet. Einmal sieht man bei einer Autofahrt das Colosseum, am Anfang gibt es eine Aussicht. Das war´s. Da hat man in Sachen Atmosphäre einiges liegen lassen.

Dennoch ist der Film – auch wegen einer Laufzeit von weniger als neunzig Minuten – sehr kurzweilig geraten, aber eben auf Kosten der eben dargelegten Aspekte. Spannung ist reichlich vorhanden. An einem Punkt bedient sich Regisseur Pradeaux des gleichen Kniffs wie Alfred Vohrer in „Das indische Tuch“, was mich letztlich auf die richtige Spur brachte.

Kurzweiliges, aber seelenloses „Sex & Crime“-Vergnügen. 3/5 Punkten.

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