Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 1.480 mal aufgerufen
 Giallo Forum
nebel-in-soho ( gelöscht )
Beiträge:

09.09.2007 18:30
Das Schloss der blauen Vögel (1971) Zitat · Antworten

Ich habe heute auf dem Flohmarkt die DVD "Das Schloß der blauen Vögel" mit Klaus Kinski und Margaret Lee erstanden... Kann mir jemand etwas zu diesem Film sagen ?

Gruß

http://www.nebel-in-soho.de

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.546

09.09.2007 18:56
#2 RE: Das Schloß der blauen Vögel Zitat · Antworten

Welche Ausgabe? Wenn es die Best-Scheibe ist, kannst du sie gleich entsorgen, habe das selbe getan, weil praktisch nichts zu erkennen war. Ansonsten soll der Film sehr schwach und teilweise auch sehr blutrünstig sein.

---
http://www.euro-spy-trash.de.ms
Bunte Agentenabenteuer der 60er

http://fabi88.blogspot.com
Mein Blögchen

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

09.09.2007 19:04
#3 RE: Das Schloß der blauen Vögel Zitat · Antworten

Der Film gehört zu Kinskis Italien-Arbeiten und ist auch nur etwas für eingefleischte Kinski Fans. Die Werbung wurde seinerzeit mit dem Slogan "...nach dem Bestseller von Heinz G. Konsalik" gestaltet - wobei der Film mit Konsalik soviel zutun hat wie ich mit Euch verwandt bin. Und mit Wallace hat der Film noch weniger zu tun, deshalb auch hierher verschoben.

Joachim.

StefanK Offline



Beiträge: 901

09.09.2007 22:20
#4 RE: Das Schloß der blauen Vögel Zitat · Antworten

Mir persönlich hat der Film, im Gegensatz zu den anderen mir bekannten Fernando di Leo Filmen, nicht so besonders gefallen. Kurz gesagt geht es um einen irren Schlitzer der in einem Sanatorium auf dem Lande einige der Patientinnen aus dem Leben meuchelt. Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass dem Regisseur selbst der Film wohl auch nicht so sehr gefallen hat. Auch Kinski ist eher in den Film reingeschrieben. Über dessen Beteiligung sagte di Leo in einem Interview: "Eigentlich gab es im Film keinen Platz für Kinski, ... So musste Kinski schließlich einen Arzt spielen. Als ich versuchte, Kinski als Tatverdächtigen darzustellen, hatte ich keinen großen Erfolg. Die Rolle blieb blass und es war meine Schuld, denn im Grunde gab es keine richtige Rolle für ihn. Außerdem war er zu diesem Zeitpunkt ziemlich gestört und konnte so sein Können nicht ausschöpfen ..."

Sofern du die DVD von Best Entertainment erwischt hast, kannst du diese getrost vergessen. Die Bildqualität soll ziemlich mies sein und von der Laufzeit her nur der gekürzten dt. Fassung entsprechen. Sofern du die X-Rated Hartbox hast, hast du den Film zumindest ungekürzt und in optimaler Bildqualität.

lasher1965 Offline




Beiträge: 414

06.10.2007 22:33
#5 RE: Das Schloß der blauen Vögel Zitat · Antworten
Zitat von Joachim Kramp
wobei der Film mit Konsalik soviel zutun hat wie ich mit Euch verwandt bin.
Joachim.


Also damit wäre ich vorsichtig: Da jeder Mensch zwei Elternteile hat, vier Großelternteile, acht Urgroßelternteile usw. wird man schnell darauf stoßen, dass man nur eine gewisse Anzahl von Generationen zurückgehen muss, und man hat mathematisch mehr Vorfahren als damals Leute in Europa gelebt haben. Und das impliziert zweierlei: Erstens, dass man eine Menge Vorfahren hat, die untereinander verwandt waren, und zweitens, dass es nahezu unmöglich ist, dass zwei Mitteleuropäer nicht miteinander verwandt sind, auch wenn die Verwandtschaft auf die Zeit Karls des Großen zurückgeht und mangels Dokumenten nicht mehr nachweisbar ist. Und um bei Karl dem Großen zu bleiben: Der hatte in der zweiten, dritten und vierten Generation schon soviele Nachfahren, dass auch jeder mit Fug und Recht behaupten kann, von Karl dem Großen abzustammen. In diesem Sinne: , Vetter Joachim!
Fadecounter Offline




Beiträge: 2.081

07.10.2007 01:33
#6 RE: Das Schloß der blauen Vögel Zitat · Antworten

Da wir alle von Adam und Eva abstammen,
begrüße ich hiermit meine Brüder und Schwestern

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

23.10.2007 19:54
#7 RE: Das Schloß der blauen Vögel Zitat · Antworten

Der Film ist natürlich nur für Giallo-Fans geeignet und wird dort als Klassiker gehandelt.

StefanK Offline



Beiträge: 901

23.10.2007 22:45
#8 RE: Das Schloß der blauen Vögel Zitat · Antworten

Zitat von Mike Pierce
Der Film ist natürlich nur für Giallo-Fans geeignet und wird dort als Klassiker gehandelt.


Der Film hat zwar sicherlich einige Gialloelemente, ein typischer Vertreter des Genres ist der Film aber eher nicht. Typische Giallos sind meiner Meinung nach Filme wie "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe", "Die neunschwänzige Katze", "Torso", "Malastrana" usw., die sich doch ziemlich vom "Schloß der blauen Vögel" unterscheiden.

Georg Offline




Beiträge: 3.044

19.09.2011 21:45
#9 Bewertet: "Das Schloß der blauen Vögel" (Italien 1971) Zitat · Antworten

Das Schloss der blauen Vögel aka Der Triebmörder (La bestia uccide a sangue freddo)

Ein abgelegenes Schloss dient als Nerveneilanstalt für vornehmlich junge, hübsche und spärlich bekleidete Frauen. Eines Nachts schleicht sich ein unheimlicher Killer in die Irrenanstalt und tötet mit bizarren Mordwaffen innerhalb weniger Stunden fünf Patientinnen ...

Selten so gelacht
Wenn es den Begriff Trash nicht geben würde, so müsste er für diesen Film erfunden werden! Auch wenn die Produktion als Krimi/ Giallo angelegt ist, musste ich mehrfach herzhaft lachen. Unfreiwillige Komik besitzt dieser Film nämlich zu Hauf. Dabei beginnt er gar nicht schlecht, die ersten fünf Minuten sind sogar richtig unheimlich inszeniert, doch dann verliert sich "Das Schloss ..." nach dem Vorspann 30 Minuten lang in absurden Gesprächen, Dusch-, Massage- und Liebes- bzw. Fummelszenen und vergisst völlig zu erklären, warum die ganzen Frauen - vornehmlich jung, hübsch und leicht bekleidet - in diesem (aufgrund der dt. Rollennamen vermutlich in Deutschland angesiedelten) Irrenhaus befinden. Dann plötzlich taucht der Killer auf und bringt fünf Leute innerhalb kurzer Zeit um. Praktischer Weise liegen in der Klinik auch gleich die passenden Mordwerkzeuge inklusive Armbrust, Messer und Axt zur freien Entnahme für jedermann zugänglich herum! Rosalba Neri als Nymphomanin ist ob ihrer Lüste gar nicht erschrocken, dass der Täter plötzlich samt erhobener Axt bei ihr im Zimmer steht. Anstatt zu fliehen, bittet sie ihn: "Komm, leg dich zu mir!" und dann noch eindringlicher: "Komm, zieh dich aus!". Selten so gelacht! Nach der Überführung des Täters, der natürlich prompt in die gestellte Falle tappt und trotz Polizeipräsenz zuschlägt, bringt dieser noch an die 10 Patientinnen um, die anders als die Mordopfer nicht in großzügigen Zimmern mit exquisiten Badezimmern hausen, sondern zusammengepfercht in einem Raum (das nennt man wohl Zweiklassenmedizin :-)). Gott sei Dank streckt der Polizeibeamte den unheimlichen Mörder dann mit gezählten 13 Pistolenschüssen nieder, anstelle ihn einfach zu verhaften!
Was der deutsche Titel "Das Schloss der blauen Vögel" mit der Handlung zu tun haben soll konnte ich bei aller Liebe zu Metaphern leider nicht herausfinden, auch der Video-Titel "Der Triebmörder" ist angesichts der Auflösung - der Killer bringt ja soviele Leute um, um den letzten Mord zu verschleiern (hatten wir das nicht schon mehrfach, z.B. im "Mönch mit der Peitsche"?), ist nicht gerade passend. Der ital. Titel "La bestia uccide a sangue fredda" dt. etwa sinngemäß "Eiskalt killt die Bestie" wäre da schon angebrachter gewesen. Kinski - hier mit Megahaarmatte - spielt irgendeine Rolle, die auch jeder andere übernehmen hätte können und verkauft sich weit unter seinem Niveau. Wieder ein Beweis dafür, dass er nicht viel Wert auf die Auswahl seiner Rollen legte, sondern eher an einer hohen Gage interessiert war. Immerhin gibt's ein gemeinsames Wiedersehen mit Kinski und Margaret Lee seit "Das Gesicht im Dunkeln". Bei all der Kritik: einige unheimliche Szenen hat der Film sogar, es gibt ein Whodunit und eine vorzüglich gruselige Musik von Silvano Spadaccino sowie eine doch teilweise unheimliche Location. Als Krimi/ Thriller/ Giallo absoluter Schrott, für Trashfans (deren ich keiner bin) sicherlich eine Perle. Trotzdem: ich habe mich gut unterhalten.

P.S.: Dieser Thread passt in das "Giallo"-Forum, bitte dahin verschieben!

P.P.S.: Bei Youtube ist die italienische 93-Minuten-Fassung vollständig abrufbar. Einfach "La Bestia Uccide A Sangue Freddo - (The Beast Kills In Cold Blood)" eingeben!

Regie: Fernando di Leo, Drehbuch und Idee: Fernando di Leo, Nino Latino, Kamera: Franco Villa, Musik: Silvano Spadaccino, Produzenten: Armando Novelli, Tiziano Longo,
Mit Klaus Kinski, Margaret Lee, Rosalba Neri, Jane Garret, John Karlsen, John Ely und andere


eastmancolor Offline



Beiträge: 2.430

20.09.2011 01:43
#10 RE: Bewertet: "Das Schloß der blauen Vögel" (Italien 1971) Zitat · Antworten

Der Film ist so herrlich 70er und hat eine tolle Optik und super Musik. Ich mag den Film sehr!

Blap Offline




Beiträge: 1.128

20.09.2011 12:59
#11 RE: Bewertet: "Das Schloß der blauen Vögel" (Italien 1971) Zitat · Antworten

Eine Wonne, eine Prachtsuhle für ein altes Ferkel wie mich. Ein älterer Kurzkommentar aus dem Filmtagebuch des Todes:


Das Schloss der blauen Vögel

Muschelsuppe mit Blut und Möpsen. Fernando lässt die Puppen tanzen!

Draussen auf dem Lande liegt ein luxuriöses Sanatorium, wohlhabende Damen lassen sich dort wegen grosser und kleiner Probleme behandeln. Depressionen, Nymphomanie oder andere Ausfallerscheinungen, man versucht die Damen wieder in Spur zu bringen. Doch eines Nachts nimmt ein grausames Blutbad seinen Lauf, ein irrer Killer greift sich ein Opfer nach dem anderen...

Fernando Di Leo wird von vielen Italo-Fans für seine herausragenden Gangsterfilme "Milano Kaliber 9", "Der Mafiaboss" oder "Der Teufel führt Regie" verehrt, die allesamt in der ersten Hälfte der siebziger Jahre die Leinwände eroberten. Nach dem Genuss eines Werkes wie "Das Schloss der blauen Vögel" aka "Der Triebmörder" (1971), wird sich mancher Filmfreund erstaunt die Augen reiben, sofern er zuvor nur mit Di Leos bekannteren Filmen vertraut war. Besonders wenn man bedenkt, dass "Der Triebmörder" nur kurze Zeit vor den hier aufgezählten Genreklassikern entstanden ist. Die Story dieses Giallo/Slasher-Mixes ist lediglich als hauchdünn zu bezeichnen, der Gehalt an Trash und nackten Tatsachen nimmt im Gegensatz dazu beeindruckende Ausmaße an.

Da gibt es die heisse Rosalba Neri in der Rolle einer Nymphomanin zu sehen, was selbstverständlich mit Nachdruck ausgeschlachtet wird. Margaret Lee erholt sich von einer tiefen Depression und verliebt sich in ihren behandelnden Arzt, der von Klaus Kinski erwartungsgemäss grandios gespielt wird, wobei Klausi diesmal weniger angepisst als üblich wirkt. Rotfuchs Monica Strebel schmeisst sich als scharfe Schwester an eine dunkelhäutige Patientin ran. An allen Ecken rappelt es im Karton, selbst im Gewächshaus ist des Gärtners Fleischgurke nicht vor Rosalbas Gier sicher, auch wenn sich der "Arme" zunächst ein wenig ziert. Richtig irrsinnig wird es aber erst, wenn man sich vor Augen führt, dass im Hauptzimmer des alten Gemäuers -so eine Art Gemeinschaftsraum für Patientinnen und Ärzte- überall antike Waffen völlig frei zugänglich herumliegen. Nützlich für den Killer, hat er so doch ständig Zugriff auf Schwerter, Morgensterne, Äxte und eine Armbrust, ja sogar eine eiserne Jungfrau kommt zum Einsatz. Hier geht es in der Tat lediglich um Möpse, Bären und Ärsche, erquickend ergänzt durch Gemeuchel und Blut. Die finale Enttarnung des Täters wirkt dann auch recht konstruiert, was der Freude aber keinerlei Abbruch tut. Der Schurke darf sich als persönlichen Höhepunkt noch eine kleine Flucht gönnen, dabei für weiteres Unheil sorgen, doch ich will nicht zu viel verraten. Wie dem auch sei, Margaret Lee weckt den Beschützerinstinkt, Rosalba Neri weckt ...ähhm... andere Instinkte... (Contenance!)

Diese wundervolle Sause wird sicher nicht jeden Zuschauer begeistern können. Ein reinrassiger Giallo ist der Film nicht, auch wenn der Killer die entsprechende Optik zur Schau trägt. Was Fernando Di Leo hier eingetütet hat ist -im positiven Sinne- zweifellos ein recht besonderes Werk. Ich gebe es unverhohlen zu, ich bin den Reizen von Rosalba und Co. erlegen, hatte meine Freude an Kinski, den Morden und der tollen Atmosphäre. X-Rated hat diese Bombe als grosse Hartbox mit verschiedenen Covern auf den Markt gebracht. Die DVD von Best Entertainment ist zu meiden, da massiv die Schere angesetzt wurde. Die Scheibe von X-Rated zeigt den Film in brauchbarer Verfassung, reisst aber qualitativ keine Bäume aus. Für mich geht die gebotene Qualität in Ordnung, ein wenig Bonusmaterial ist mit an Bord. Eine echte Perle, für meine Sammlung absolut unverzichtbar.

Sehr gut = 8/10

***

Vom Ursprung her verdorben

Janek Offline




Beiträge: 1.852

25.09.2011 11:54
#12 RE: Bewertet: "Das Schloß der blauen Vögel" (Italien 1971) Zitat · Antworten

Ich glaube auf der Seite BADMOVIES hat der Film den 2. Titel bekommen, der so lautet:

"Das Schloss, wo alle die Blau sind, Vögeln"

Der Titel stimmt ja in gewisser hinsicht

MfG

Janek

(Ich mag den Film auch, der macht einfach Spaß in jeglicher hinsicht, auch wenn ich das Outfit des Mörders nicht sehr unheimliche finde.)

Prisma Offline




Beiträge: 7.549

16.09.2012 00:52
#13 RE: Bewertet: "Das Schloss der blauen Vögel" (Italien 1971) Zitat · Antworten



DER TRIEBMÖRDER / DAS SCHLOSS DER BLAUEN VÖGEL (1971)

mit Klaus Kinski, Margaret Lee, Monica Strebel, Rosalba Neri, Jane Garret, John Karlsen, u.a.


Ein abgelegenes, luxuriöses Schloss liegt inmitten eines großen Parks und darin befindet sich eine Nervenheilanstalt für betuchte und exaltierte Gäste. Man ist um deren Wohl besorgt und alles könnte doch so idyllisch sein, wenn sich nicht plötzlich ein psychopathischer Mörder dazu entschlossen hätte, die attraktiven Damen, die mit diversen psychischen Dispositionen zu kämpfen haben, nach der Reihe niederzumetzeln. Leichtes Spiel für den Mörder, denn im Inneren des Schlosses sind allerhand historische Mord- und Folterinstrumente ausgestellt, bei denen sich der Killer nur zu bedienen braucht. Handelt es sich um einen Geistesgestörten der sich im Blutrausch befindet oder wird die Polizei schließlich noch ein Motiv aufspüren können? Dr. Keller (Klaus Kinski) ist jedenfalls um seine sich stark schrumpfende Belegschaft besorgt.

Fernando di Leos Beitrag verleitet entweder zum Kopfnicken oder zum Kopfschütteln. Kaum an einer seriösen Abhandlung vor dem Hintergrund psychischer Erkrankungen interessiert, mündet das Szenario immer wieder in Effekte der eindeutigeren Sorte, und hat aber nicht zuletzt wegen seiner dichten Inszenierung einen sehr hohen Unterhaltungswert zu bieten. Der Film beginnt mit einer sehr gelungenen, langen Eröffnungssequenz, in der man den unheimlichen Mörder begleiten darf, und die Stimmung ist nahezu morbide, die Atmosphäre scheint sehr dicht zu sein, auch die musikalische Untermalung erweist sich als Treffer, doch dann verliert sich der rote Faden, wie bereits erwähnt, schnellstens in Belanglosigkeiten, außerdem wird zügellos die visuelle Keule (man mag es beinahe aufdringlich nennen) geschwungen. Das ist nicht weiter tragisch, denn genau so möchte der Film im Endeffekt auch funktionieren. Ich persönlich mag diese Märchen aus dem exklusiven Sanatorium wirklich gerne, einer meiner beliebtesten Beiträge dazu ist "Die Schamlosen / Les belles au bois dormantes" mit Robert Hossein und Marisa Mell; denn auch hier erfreut die Besetzung in ihrer bunten Mischung, und das Thema in seiner relativ ausgefallenen Umsetzung.

Klaus Kinski, potentiell verdächtig, da prädesteniert für die Rolle des Irren jeder Art, präsentiert sich auch hier in gewohnter Manier. Alleine seine Anwesenheit wertet das Geschehen schon auf, wobei er tatsächlich nicht gerade so wirkt, als sei er in dieser Produktion einem Motivationsschub zum Opfer gefallen. Hier kann man sich aber bestimmt die Frage stellen, was dieser Streifen ohne Klaus Kinski, und ohne seine teils gelangweilte, fast teilnahmslose Art und Weise geworden wäre. Mit Margaret Lee hatte man für Kinski in meinen Augen die perfekte Partnerin gefunden, diese beiden sehe ich unheimlich gerne neben- und miteinander agieren. Margaret Lee, unlängst aus einschlägigen Produktionen bekannt, fasziniert auch hier durch Unnahbarkeit und sparsames Temperament, sie konnte aufgrund ihrer Körpersprache auch ohne große schauspielerische Griffe jede Rolle einzigartig und vor allem glaubwürdig prägen. Rosalba Neri interpretiert die hungrige Nymphomanin blendend. Mit der Stimme von Beate Hasenau versehen wirkt ihr "Ich will nur mit jemand schlafen" einfach köstlich. Rosalba Neri hatte ich bislang ehrlich gesagt überhaupt nicht auf dem Radar, da ich sie eher als gewöhnlich und fast langweilig in Erinnerung hatte, doch hier macht ihre Show einfach richtig Spaß. Vermutlich hatte ich die falschen Filme mit dieser zugegebenermaßen aufregenden Dame gesehen. Ganz besonders entzückt hat mich noch die verführerisch wirkende Monica Strebel, die allerdings eher ein unbeschriebenes Blatt ist, auch nach dieser Leistung.

Die größten Rätsel dieses Films bleiben die deutschen Titel, denn auch nach mehrmaligem Ansehen bleiben sowohl "Der Triebmörder", als auch "Das Schloss der blauen Vögel" vollkommen schleierhaft und in die Irre leitend. Nach dem Film stellt sich tatsächlich heraus, dass die bereits erwähnte, unfreiwillige Komik sehr kopflastig wirkt, was aber letztlich nichts über den hohen Unterhaltungswert aussagt. Unter dem Deckmantel der Psyche werden hier allerhand Inhalte angerissen, jedoch wird schließlich nur die Libido näher unter die Lupe genommen; das Motiv des Mörders bleibt relativ unklar, und seine überaus eindeutige Vorgehensweise soll das sensationslüsterne Publikum zufrieden stellen, wozu die agilen Damen natürlich ebenfalls beitragen dürfen. Die Dialoge sind insgesamt vielleicht etwas zu platt geraten, aber die Grundstimmung und die Atmosphäre lassen nahezu keinen markanten Aussetzer zu. Das Finale jedoch entlarvt den Film als fast sinnloses Material, aber nur, wenn man sich als Zuschauer tatsächlich auf die Suche nach tiefgründigen Inhalten begeben hatte. Unterm Strich bleibt ein herrlich-trivialer Unterhaltungsfilm und das ist immerhin mehr, als vergleichbare Produktionen zu bieten haben.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.101

10.09.2013 19:22
#14 RE: Das Schloss der blauen Vögel (1971) Zitat · Antworten

„Das Schloss der blauen Vögel“ belegt mit 47,56 von 70 Punkten Platz 31 von 35 im Giallo-Grandprix 2013. Der Film wurde also mit durchschnittlich 3,40 Punkten pro Person bewertet. Unter zwölf Teilnehmern erhielt er zwei Top-Ten-Nominierungen.

Anzahl der abgegebenen Bewertungen: 9
mit 42,78 Punkten auf Platz 33 in der Kategorie Stil (Inszenierung und Bild)
mit 55,22 Punkten auf Platz 16 in der Kategorie Schock und Provokation
mit 42,00 Punkten auf Platz 32 in der Kategorie Plot und Spannung
mit 49,00 Punkten auf Platz 31 in der Kategorie Darsteller
mit 47,44 Punkten auf Platz 34 in der Kategorie Musik
mit 52,89 Punkten auf Platz 24 in der Kategorie Giallo-Faktor
mit 43,56 Punkten auf Platz 31 in der Kategorie Freie Wertung
Gehe zum IMDb-Eintrag / OFDb-Eintrag

 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz