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Dieses Thema hat 24 Antworten
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 James-Bond-007-Forum
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SpikeHolland Offline




Beiträge: 158

14.04.2007 08:40
Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

"Lizenz zum Töten" scheint bei etlichen Bond-Fans nicht sonderlich gut anzukommen, und das offenbar nicht nur Timothy Daltons wegen. Ich habe mir den Film jetzt wieder einmal angesehen und möchte festhalten: Man kann ihm sicherlich einiges vorwerfen, nur eines nicht - dass er langweilig wäre.
Die Handlung ist dicht gepackt und tuckert nie im Leerlauf vor sich hin, es gibt sehr gute Action- und Stunt-Szenen, und mit Robert Davi und Benicio Del Toro hat der Film zwei der charismatischeren Schurken der Reihe.
Mir hat "Lizenz zum Töten" damals schon gefallen, als er neu in die Kinos kam, und er hat mir auch jetzt wieder gefallen, weil er mich gut unterhalten hat - besser jedenfalls als neulich "Man lebt nur zweimal" und "Diamantenfieber".

Trotzdem will ich mich um eine (im Grunde natürlich unmögliche) objektive Betrachtung bemühen und auflisten, was man dem Film meiner Meinung nach ankreiden könnte (wenn man denn unbedingt wollte).
So wartet "Lizenz zum Töten" zum Beispiel nicht mit den sehenswertesten Schauplätzen der Reihe auf; in dieser Kategorie muss er sich im Vergleich sicher ins Mittelfeld einreihen lassen. Andererseits haben Filme wie "Der Mann mit dem goldenen Colt" und "Moonraker" gezeigt, dass exotische, spektakuläre Drehorte das Kraut auch nicht zwingend fett machen.
Oder: Carey Lowell zählt für mich nicht zu den besten Bond-Girls (womit ich Rolle und Schauspielerin meine), aber es gab bis dahin schon bei weitem schlechtere - und es kam auch noch sehr viel Schlimmeres nach (Denise Richards in "Die Welt ist nicht genug" etwa ... *schauder*).
Und: Vielen gilt "Lizenz zum Töten" als zu brutal. Das trifft sicher zu, wenn man den Film nur mit anderen Bonds vergleicht (obwohl Bond in "Casino Royale" ja nun auch nicht gerade Samthandschuhe trägt ...). Sieht man ihn aber im Vergleich zu anderen Actionfilmen seiner Zeit, "musste" dieser Bond vielleicht so blutig sein, um bestehen zu können; jedenfalls nehme ich an, dass man das seitens der Produktion so gesehen und darum eben so gemacht hat.
Timothy Dalton: Ich muss sagen, mir gefiel er damals als Bond. In der Rückschau allerdings sehe ich ihn etwas kritischer. Weil ihm einfach etwas fehlte: Er hatte nicht den (damals zeitgemäßen) Macho-Charme eines Sean Connery, nicht den Witz eines Roger Moore, nicht die gelackte Arroganz eines Pierce Brosnan und nicht die brutale, straßenköterhafte Ausstrahlung eines Daniel Craig. Timothy Dalton war einfach nur "Bond, James Bond", ohne ihm etwas wirklich Eigenes zu geben, das über seine Ära hinaus nachwirkt. Mag sein, dass er die Figur zur Ernsthaftigkeit der frühen Sean-Connery-Filme zurückführen wollte oder sollte, so richtig gelungen ist ihm das aber nicht; er hat Bond den Witz Roger Moores genommen, ohne dem Charakter im Gegenzug andere Züge zu geben. Nichtsdestotrotz machte er seine Sache nicht schlecht - was er aber in meinen Augen in erster Linie der Tatsache zu verdanken hat, dass er in zwei story- und actionmäßig relativ starken Filmen auftreten durfte, was wiederum nicht sein Verdienst, sondern das der Drehbuchautoren ist.

Einen Vorwurf allerdings muss "Lizenz zum Töten" sich gefallen lassen: Ein "typischer" Bond ist dieser Film nicht. Man könnte sogar so weit gehen zu behaupten, dass der Held in diesem Film gar nicht James Bond sein müsste, und die Geschichte würde im Wesentlichen trotzdem funktionieren und nichts von ihrem Unterhaltungswert verlieren. "Lizenz zum Töten" ist ein (insgesamt guter und stellenweise sehr guter) Actionfilm, nicht mehr, nicht weniger. Mich persönlich stört das zwar nicht, weil es den Film als solchen nicht schlechter macht, aber ich glaube, das ist es, was viele Fans der Reihe daran auszusetzen haben.

In einer Gesamtwertung der Bond-Reihe würde ich "Lizenz zum Töten" sicher im oberen Mittelfeld ansiedeln, und an Punkten gebe ich ihm (noch) vier von fünf.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

14.04.2007 09:32
#2 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Sehe ich fast genauso. Hinzufügen möchte ich einmal, dass der Film eine der spektakulärsten Eröffnungssequenzen eines Bond-Films überhaupt hat und dass Robert Davi ein souveräner Bösewicht ist. Was mir ebenfalls an diesem Film besonders gefällt ist die Tatsache, dass hier ein letztes Mal Stuntmänner so richtig zum Einsatz kamen im Gegensatz zu den heutigen Computer-Action-Szenen. Dies hebt den Film zudem auf ein höheres Niveau. Was die genannten Bond-Frauen betrifft so ist dies Einstellungssache. Sowohl Carey Lowell als auch Denise Richards passen für mich in Bond-Filme entgegen so manche andere Darstellerin wie z.B. die farblose Tanja Roberts. Aber dies sind persönliche Meinungen. Alles in allem ein Bond-Film, der sich nicht zu verstecken braucht.

Joachim.

SpikeHolland Offline




Beiträge: 158

14.04.2007 17:17
#3 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Ja, die wirklich noch handgemachten, spektakulären Stunts sind auch für mich eines _der_ Charakteristika eines Bond-Films überhaupt, und ich bin sehr froh, dass man mit "Casino Royale" wieder dorthin zurückgefunden hat.
Meine Frau, die sich früher nicht sehr für Filme interessierte, hat sich in letzter Zeit ein paar Bond-Filme mit mir angesehen und kann gar nicht fassen, dass Stunts wie in den Bond-Filmen überhaupt möglich sind! ;-)

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

23.10.2007 19:50
#4 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Gerade dieser Film zählt für einige Bond-Fans heute zu den besten.Und das zurecht.Nie wurde ein Bond so realistisch dargestellt.Grosse Lob an Dalton.Der Film hat auch sehr schöne Schauplätze zu bieten sowie überzeugende Darsteller und Regie.Für mich ein Meissterwerk!

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

09.08.2009 11:01
#5 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Nach erneuter Sicht des Films komme ich wiederum zu dem Schluß, dass alle bisher hier geschriebenen positive Meinungen zu diesem Film völlig gerechtfertigt sind und mit mir zu 99% konform gehen.

Joachim.

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.320

07.09.2009 16:33
#6 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Im Moment halte ich den Film für den schlechtesten Bond Film. Vielleicht sollte ich ihn auch mal wieder ansehen. Ist bei mir schon 8 Jahre her. Allerdings geht Daltons Frisur im Film mal überhaupt nicht!

Scarpine ( gelöscht )
Beiträge:

08.09.2009 09:57
#7 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Zitat von eastmancolor
Allerdings geht Daltons Frisur im Film mal überhaupt nicht!

Und was hat das bitte mit der Qualität des Films zu tun?

LTK befindet sich stets in meiner Top Ten der Bondfilme. Exzellente Schauspieler (Dalton, Davi, Lowell), tolle Schauplätze, eine glaubhafte Story und starke Actionszenen machen den Film zu einem der besten Bondfilme. Innerhalb der 80er Jahre ist nur TLD besser!


Jan Offline




Beiträge: 1.162

08.09.2009 17:14
#8 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Zitat von Scarpine

Zitat von eastmancolor
Allerdings geht Daltons Frisur im Film mal überhaupt nicht!

Und was hat das bitte mit der Qualität des Films zu tun?



Naja, dass der Hauptdarsteller eines James Bond nicht gerade zwillingshafte Assoziationen zu Roy Black hervorrufen sollte, gehört auch für mich zum Gesamtbild eines Films. Leider muss ich stets etwas verstohlen kichern, wenn der eher softe Dalton mit seiner "Ganz-in-weiß-Frisur" um die Ecke kommt. Die deutsche Synchronisation tut ihr übriges. Klar, beides -also Roy Black und Daltons Synchronstimme- kann prinzipiell nicht dem Film oder seinen Machern angelastet werden, da es nur den deutschsprachigen Raum betrifft. Aber ich kann es nunmal nicht wegdenken...

Ich habe LIZENZ ZUM TÖTEN leider auch als nicht sonderlich gelungen in Erinnerung, werde aber auch mal wieder die reinschauen. Außer OCTOPUSSY liegen mir die 80er-Jahre-Bonds indes alle irgendwie nicht wirklich, was nicht zuletzt am immer wieder eingesetzten John Glen liegt.

Gruß
Jan

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

08.09.2009 19:06
#9 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Zitat von Scarpine

Zitat von eastmancolor
Allerdings geht Daltons Frisur im Film mal überhaupt nicht!

Und was hat das bitte mit der Qualität des Films zu tun?

LTK befindet sich stets in meiner Top Ten der Bondfilme. Exzellente Schauspieler (Dalton, Davi, Lowell), tolle Schauplätze, eine glaubhafte Story und starke Actionszenen machen den Film zu einem der besten Bondfilme. Innerhalb der 80er Jahre ist nur TLD besser!




Jedes Jahrzehnt hat seinen eigenen Bond-Charakter. Und wie die Zeit sich verändert hat - so hat sich auch Bond (nicht nur im Schauspieler), sondern auch von der Figur her immer wieder verändert.

Geprägt war die Figur seit 1973 von Roger Moore, der zu Beginn noch drehbuchmäßig in Richtung Connery ging. Durch das Ausscheiden von Salzmann konnte Broocoli Bond auch seine Definition 100%ig reinbringen. Er brauchte ja niemand mehr zu fragen. So entwickelte sich der Moore-Bond weiter. Als mit dem (nicht direkte geplante) "Moonraker" der techn. Höhepunkt überschritten war, "ruderte" man wieder Richting Fleming's Urbond zurück und es entstand der ausgezeichnete "In tödlicher Mission", der selber eine neue Messlatte setzte, was vom Publikum der ganzen Welt akzeptiert wurde. Dieses Anfang der 80er entwickelte Konzept wollte man nun (vorläufig) beibehalten. Als dann der Wechsel zum neuen Darsteller kam (das Drehbuch zu "Der Hauch des Todes" wurde ja für Pierce Brosnan konzepiert) wollte man in kleinen Schritten neue Wege gehen (Hier kann ich mich noch gut an eine Sitzung von 1985 erinnern wie man uns Pierce Brosnan "schmackhaft" machte.). Doch plötzlich war Timothy Dalton da und die Dreharbeiten begannen mit Verzögerung. Auch hatte man durch das aufkommende Aids-Problem Bond "nur" zwei Frauen zugbilligt. Der Film war dann ein sehr guter Erfolg - ähnlich wie der letzte Moore-Bond. Daraufhin wollte man wieder enger an Flemings Bond ran. Hier hatte m.W.n. auch Dalton gewisse Ideen eingebracht. Und es entstand ein flemingwürdiger Bond-Film, der durchaus dem damaligen Publikum gefiel. 1991 sollte der dritte Dalton-Bond erscheinen. Aber weder am Drehbuch noch an Dalton lag es dass er nicht zustande kam (interne Probleme bei MGM waren der Auslöser dass Broccoli den dritten Dalton-Bond stoppte). Als es dann später zu ernsthaften Vorbereitungen zum kommenden Bond gab bat Dalton Broccoli ihn aus seinem Vertrag zu entlassen. Und der Weg für Pierce Brosnan war frei.

Ob nun dem einen oder anderen der Film gefällt oder nicht - ist reine Gechmacksache und sollte akzeptiert werden - aber vom Drehbuch und der Inszenierung her ist er ein temporeicher erstklassiger Bond. Ob Dalton nun eine Roy Black ähnliche Frisur hat ist wirklich nebensächlich. Und irgendetwas John Glen anzulasten ist genau so fadenscheinig als wenn ich behaupten würde (z.B.) Wenn Alfred Hitchcock "Zeugin der Anklage" inszeniert hätte wäre der Film besser geworden. Ein Albert R. Broccoli hätte nicht Millionen ausgegeben wenn er kein Vertrauen in seine Regisseure gehabt hätte.

Joachim.

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.320

09.09.2009 15:34
#10 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Einer der allerbesten Bond Filme war einer aus den 80ern IN TÖDLICHER MISSION. Diese Qualität erreichte erst wieder CASINO und QUANTUM.

Jan Offline




Beiträge: 1.162

09.09.2009 16:50
#11 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Zitat von eastmancolor

Einer der allerbesten Bond Filme war einer aus den 80ern IN TÖDLICHER MISSION.


Da guck' an, den hab' ich mir ein- oder zweimal angesehen und dann verspürte ich nie wieder den Drang dazu. Der Film steht bei mir kurz vor den Dalton-Bonds am eher hinteren Ende der Fahnenstange; nicht meine Welt.

Gruß
Jan

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

09.09.2009 18:30
#12 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Zitat von eastmancolor
Einer der allerbesten Bond Filme war einer aus den 80ern IN TÖDLICHER MISSION. Diese Qualität erreichte erst wieder CASINO und QUANTUM.



Die Craig-Bond-Filme sind eine neue Generation und nichr direkt vergleichbar mit Vorgängern der 60er-80er-Jahre.

Was "In tödlicher Mission" betrifft lese ich immer wieder die gleiche Meinung, dass es für viele sogar Moore's bester Bond-Film ist. Mir gefallen zwar die Salzmann-Moore Bonds besser aber dann kommt auch bei mir "In tödlicher Mission" gefolgt von "Octopussy" und "Der Spion der mich liebte" und zuletzt "Moonraker" und "Im Angesicht des Todes". Aber wie ich vorher schon schrieb alles reine persönliche Geschmacksache die Reihenfolge der Lieblingsfilme. Persönlich möchte ich keinen Bond-Film bis heute missen.

Joachim.

Tarzan Offline



Beiträge: 851

24.04.2013 21:46
#13 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

LIZENZ ZUM TÖTEN zählt für mich zu den besten 007-Filmen.

Das Thema Drogenkrieg ist leider am Drehort immer noch (sehr) aktuell. Wird Zeit, dass 007 wieder in Mexiko aufräumt.

patrick Online




Beiträge: 2.655

17.08.2015 17:06
#14 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Licence to Kill (Lizenz zum Töten)


Filmdaten:
Deutscher Titel: James Bond 007 – Lizenz zum Töten
Originaltitel: Licence to Kill
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
Originalsprache: Englisch, Spanisch
Erscheinungsjahr: 1989
Länge: 133 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16
Stab:
Regie: John Glen
Drehbuch: Michael G. Wilson,
Richard Maibaum
Produktion: Albert R. Broccoli,
Michael G. Wilson,
Barbara Broccoli,
Tom Pevsner
Musik: Michael Kamen,
Titelsong: Gladys Knight
Kamera: Alec Mills
Schnitt: John Grover

Besetzung:

Timothy Dalton: James Bond, Robert Davi: Franz Sanchez, Carey Lowell: Pam Bouvier, Talisa Soto: Lupe Lamora, Anthony Zerbe: Milton Krest, Frank McRae: Sharkey, David Hedison: Felix Leiter, Wayne Newton: Prof. Joe Butcher, Benicio Del Toro: Dario, Anthony Starke: Truman Lodge, Everett McGill: Ed Killifer, Desmond Llewelyn: Q, Pedro Armendáriz junior: Hector Lopez, Robert Brown: M, Priscilla Barnes: Della Leiter, Don Stroud: Colonel Heller, Caroline Bliss: Miss Moneypenny, Cary-Hiroyuki Tagawa: Kwang, Alejandro Bracho: Perez, Guy de Saint Cyr: Braun

Handlung:

Unmittelbar vor Felix Leiters Hochzeit können er und Bond auf den Bahamas den einflussreichen südamerikanischen Drogenbaron Franz Sanchez durch eine spektakulären Aktion dingfest machen. Allerdings verlautbart dieser, dass er für seine Befreiung 2 Millionen Dollar Belohnung bezahlt, wodurch ein Mitglied der amerikanischen DEA (Drug Enforcement Administration) schwach wird und diese organisiert. Sanchez rächt sich anschließend, indem er Felix' frisch angetraute Frau Della ermorden und ihn selbst durch einen weißen Hai verstümmeln lässt. Bond sinnt auf Rache, bekommt allerdings nicht M's Zustimmung, der ebenfalls in Florida ist und ihm die Lizenz zum Töten entzieht. Daraufhin stößt Bond M nieder und flieht unter dem Kugelhagel seiner eigenen Kollegen. Er versucht nun, ohne Auftrag und auf eigene Faust an Sanchez heranzukommen. Eine erste Spur führt auf Milton Krests Forschungsschiff, wo er einen der Froschmännern tötet, unter Wasser flüchtet und mit einem Wasserflugzeug entkommt, nachdem er den Piloten kurzerhand hinauswirft. Kurz darauf trifft er die ehemalige amerikanische Pilotin Pam Bouvier, die von Sanchez Männern bedroht wird und reist mit ihr in das fiktive südamerikanische Isthmus City, Sanchez' Hauptsitz. Q, der gerade Urlaub hat, ist Bond nachgereist und versorgt ihn diesmal inoffiziell mit den üblichen Gadgets. Auch sonst unterstütz er ihn bei seinem Vorhaben. Allerdings gerät Bond an eine Drogen-Einheit aus Hongkong, die ebenfalls Sanchez im Visier hat und wird von dieser überwältig, da er ihrer Operation ungewollt in die Quere kommt. Diese fällt jedoch dem Drogenbaron zum Opfer, und Bond schafft es, dessen Vertrauen zu gewinnen, da es für Sanchez so aussieht, als wäre die Hongkong-Einheit auch hinter ihm her gewesen. Dabei legt er zusammen mit Pam geschickt eine falsche Spur, die darauf hindeutet, dass Milton Krest, Sanchez' Partner, diesen betrügen will, woraufhin er umgebracht wird.
Schließlich finden Bond und Pam Zugang zu einer Meditationsstätte, die in Wirklichkeit Sanchez als eine Art Hauptquartier dient. Dort werden die Drogen in Benzin aufgelöst und sind damit beim Schmuggel nicht nachweisbar. Durch ein spezielles Verfahren werden diese später wieder herausgefiltert. Bond wird allerdings von Sanchez Handlanger Dario wiedererkannt. Es kommt zum Kampf und die gesamte Anlage brennt dabei nieder. Sanchez und seine Männer können jedoch mit mehreren Tankwagen fliehen, die das Rauschgift enthalten...

Plot:


Nach dem recht mittelmässigen "The Living Daylights" ist "Licence to Kill" ein überraschend guter, ja sogar herausragender, Bond-Streifen, obwohl Timothy Dalton als Hauptdarsteller keineswegs besser geworden ist. Er glänzt weiterhin durch fehlendes Charisma und überzeugt dabei als Frauenschwarm, wie schon gehabt, in keinster Weise. Er hat in etwa die Ausstrahlung des "netten Nachbarn von Nebenan". Die Handlung aber ist rasant, originell, spannend und bedient ein sehr gutes Drehbuch. Da Bond hier auf eigene Faust und nicht im Dienste Ihrer Majestät als 007 tätig ist, wirkt der Streifen vielleicht etwas unkonventionell, dies aber auf sehr positive und erfrischende Weise. Vom Moore-Klamauk ist keine Spur mehr übrig, und es entfaltet sich ein durchgehend ernster und für damalige Verhältnisse ungewohnt harter Bond-Stil. Der Film ist damit Thriller und nicht Komödie; so soll es sein. Warum gerade diesem Streifen kein großer Erfolg beschieden war, ist mir persönlich völlig unbegreiflich, da ich ihn seit der Erst-Sichtung 1989 im Kino von Anfang an mochte. Natürlich sind gerade auch die vorkommenden Unterwasser-Szenen ganz in meinem Sinne.



Bösewichter:

Der narbengesichtige Robert Davi (geb.1953) ist als schurkischer Drogenbaron Sanchez markant und gefährlich-charismatisch. Sein Handlanger Dario, gespielt von dem damals erst 22-jährigen Benicio Del Toro (geb.1967), wirkt ebenfalls markant, diabolisch und bedrohlich. Beide agieren sehr glaubhaft.



Bondgirls:

Carey Lowell (geb.1961) und Talisa Soto (geb.1967) sind ganz passabel, aber keine Top-Bond-Girls. Erstere wirkte attraktiver, bevor sie sich die Haare schneiden lässt.



Titellied:

Die Titelsequenz ist die letzte Arbeit des 1991 verstorbenen Maurice Binder (1925-1991). "Licence to Kill" wurde von Narada Michael Walden, Jeffrey Cohen und Walter Afansieff komponiert und von Gladis Knight gesungen. Auf mich wirkt der Song, wie der Großteil der 80er-Jahre-Bond-Lieder, recht unauffällig und belanglos.



Gadgets:

Bond erhält von Q eine explosive Zahncreme, die durch eine Zigarettenschachtel gezündet wird und ein, als Fotokamera getarntes, Gewehr, das auf Bonds Hand abgestimmt ist und nur von ihm bedient werden kann. Eine weitere Kamera besitzt einen eingebauten Laser.

Q verwendet ein als Besenstiel getarntes Funkgerät.

Der Film ist mit Gadgets recht zurückhaltend, was aber, angesichts des gelungenen Plots, nicht störend wirkt.



Schauplätze:

Als Hauptdrehorte fungierten Florida und Mexiko. Zugegebenermaßen werden diese, abgesehen von den Unterwasser-Sequenzen, nicht besonders eingebracht. Trotzdem hat der Film einen angenehmen Flair.



Wortwitz:

Bond wirft einen von Krests Männern in eine Lade voller Maden, unter denen Rauschgift versteckt ist und sagt dabei: "Bon appetit". Dies erinnert an eine ähnliche Szene mit Sean Connery in "You Only Live Twice", wobei es sich dort um ein Piranhabecken handelt.

Nachdem Bond den verräterischen Killifer zusammen mit seinem Geldkoffer dem weißen Hai zum Fraß vorwirft sagt Sharkey: "God, what a terrible waste". Darauf sieht Bond ihn an und Sharkey erwidert: "...of money".

Pam zu Bond, als sie Hellers aufgespießte Leiche vorfinden: "Oh, God. It's Heller". Darauf Bond: "Yeah. Looks like he came to a dead end".

Anmerkungen:

Der Streifen zeigt nur eine Szene in London, und zwar mit M und Moneypenny. Sowohl Robert Brown, als auch Caroline Bliss sind zum letzten mal in den genannten Rollen zu sehen.

Q hat seinen längsten Auftritt in einem Bond-Film, da er nicht nur die Gadgets vorführt, sondern Bond auch sonst unterstützt.

Die Szene mit Felix Leiters Verstümmelung durch den Hai ist dem Roman "Live and Let Die" entnommen, kommt aber im gleichnamigen Film nicht vor. Ebenfalls aus dem genannten Roman stammt die Szene, in der Bond und Melina an einem Seil durchs Wasser gezogen werden. Dies wurde in "For Your Eyes Only" verwertet.

Sehr ungewöhnlich im Rahmen der Reihe ist, dass Bond hier seiner Privatrache nachgeht und praktisch als "Outlaw" ohne Lizenz zum Töten Sanchez nach dem Leben trachtet. Freilich ist dies mittlerweile in der Zeit eines Daniel Craig nichts Besonderes mehr.


Fazit:

Obwohl ich Timothy Dalton nach wie vor für den schwächsten Bond halte, der jemals die Rolle bekleidet hat, finde ich den Film selbst ausgesprochen gelungen, spannend und abwechslungsreich. Damit schafft er's auch in die Top-Ten. 5 von 5.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.265

18.08.2015 07:22
#15 RE: Bewertet: "Lizenz zum Töten" (16) Zitat · antworten

Zitat von patrick im Beitrag #14
Warum gerade diesem Streifen kein großer Erfolg beschieden war, ist mir persönlich völlig unbegreiflich

Diese Frage beantwortest Du Dir ja schon selber:

Er glänzt weiterhin durch fehlendes Charisma und überzeugt dabei als Frauenschwarm, wie schon gehabt, in keinster Weise. Er hat in etwa die Ausstrahlung des "netten Nachbarn von Nebenan".
Obwohl ich Timothy Dalton nach wie vor für den schwächsten Bond halte, der jemals die Rolle bekleidet hat...

Ich denke, dass dies der Hauptgrund für den mässigen Erfolg des Films war. Bei mir war es zumindest so.

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