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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 James-Bond-007-Forum
patrick Offline




Beiträge: 2.694

26.08.2015 18:15
Bewertet: "Goldeneye" (17/1995) Zitat · antworten

Goldeneye



Filmdaten
Deutscher Titel: James Bond 007 – Goldeneye
Originaltitel: GoldenEye

Produktionsland: Vereinigtes Königreich,
Vereinigte Staaten
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 1995
Länge: 130 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16

Stab:
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Michael France,
Jeffrey Caine,
Bruce Feirstein
Produktion: Barbara Broccoli,
Michael G. Wilson
Musik: Éric Serra,
Titelsong GoldenEye: Tina Turner
Kamera: Phil Meheux
Schnitt: Terry Rawlings

Besetzung:

Pierce Brosnan: James Bond (007), Sean Bean: Alec Trevelyan (006) / „Janus“, Izabella Scorupco: Natalya Fyodorovna Simonova, Gottfried John: General Arkady Grigorovich Ourumov, Famke Janssen: Xenia Sergeyevna Onatopp, Joe Don Baker: Jack Wade, Judi Dench: „M“, Robbie Coltrane: Valentin Dimitrovich Zukovsky, Alan Cumming: Boris Grishenko, Tchéky Karyo: Dmitri Mishkin, Desmond Llewelyn: „Q“, Samantha Bond: Miss Moneypenny, Michael Kitchen: Bill Tanner, Serena Gordon: Caroline, Minnie Driver: Irina


Handlung:

Der sowjetische General Ourumov und die gefährliche Killerin Xenia Onatopp kommen in dem Satellitenkontrollzentrum "Sewernaja" in Sibirien durch einen Trick und die Hilfe des Verräters Boris Grischenko an den Code, der ihnen Zugang zu dem nuklearen Satelliten-System "Goldeneye"verschafft. Goldeneye vermag durch eine Detonation in der oberen Erdatmosphäre in einem gewissen Umkreis alle elektronischen Geräte zu zerstören. Ourumov und Xenia gehören der mysteriösen Organisation "Janus" an, benannt nach dem doppelgesichtigen römischen Gott. Nachdem Sie den Code haben, richten sie im Kontrollzentrum ein Blutbad an und töten alle Bediensteten, außer dem verräterischen Grischenko und der Programmiererin Natalya, die als einzige entkommen kann. Die Janus-Mitglieder zerstören mittels Goldeneye das Kontrollzentrum um ihre Spuren zu verwischen und entkommen mit einem, gegen den elektromagnetischen Impuls unempfindlichen, Hubschrauber, den Xenia vorher in Monaco entwendet hat. Die herbeieilenden Flugzeuge des russischen Militärs stürzen alle ab, da die gesamte Elektronik durch den Einfluss von Goldeneye, wie in einer Art Bermudadreieck, lahmgelegt wird.
Da die Briten den gestohlenen und unempfindlichen Tiger-Hubschrauber am Ort des Geschehens ausmachen können, wird Bond eingeschaltet und reist nach Sankt Petersburg, wo er über Kontaktmänner herausfindet, dass sein ehemaliger und tot geglaubter Kollege beim MI6, Alec Trevelyan, der Kopf von "Janus" ist. Er ist voll Hass auf Großbritannien, da seine Eltern während des zweiten Weltkrieges "Lienzer Kosaken" waren, die auf der Seite der Nazis standen und nach dem Krieg von den Briten Stalin ausgeliefert wurden, was sie schließlich in den Selbstmord trieb. Trevelyan will Bond und Natalya töten, doch können diese entkommen, fallen dann aber in die Hände des russischen Militärs. Dort taucht Ourumov auf und erschießt den Verteidigungsminister, um Bond die Sache in die Schuhe zu schieben, der erneut entkommt. Er kann Ourumov töten und Natalya befreien und begibt sich mit ihr nach Kuba, wo eine heiße Spur hinführt. Tatsächlich befindet sich dort unter einem künstlichen See Trevelyans Versteck. Sein Plan ist, durch die Hilfe des Hackers und Verräters Boris Grischenko, mittels Online-Überweisung, sein Konto zu füllen und anschließend Goldeneye zu zünden, um England elektronisch in die Steinzeit zu befördern, sodass die Spuren der Gaunerei nicht mehr nachvollziehbar sind...

Bonddarsteller:

"Goldeneye" markiert den Einstieg des Iren Pierce Brosanan (geb.1953) als 007 in die Reihe. Nach dem farblosen Tomothy Dalton wirkt er optisch recht ansprechend in der Rolle, bleibt aber darstellerisch eher durchschnittlich und reicht keineswegs an den großen Sean Connery heran.



Plot:

Dem Film ist sehr deutlich der technische Fortschritt, vor allem im Elektronik-Bereich, anzusehen, der sich in den 5 Bond-losen Jahren zwischen 1989 und 1995 vollzogen hat. Das Janus-Element und der Bezug auf die Geschichte der „Lienzer Kosaken“ sind zwar überaus reizvoll, doch wirkt die recht simpel gestrickte Story eher als Aufhänger, um eine bei Bond noch nie da gewesene High-Tech-Show präsentieren zu können. Man bekommt den Eindruck, die Produzenten wollten Bond ganz plakativ eben diesem High-Tech-Zeitalter anpassen. Fans der traditionelleren Bond-Filme, die, so wie ich, das mit kultigen Gadgets aufgelockerte abenteuerliche Element an Bilderbuchschauplätzen lieben, werden durch die hier dargestellte sterile und recht farblose Atmosphäre enttäuscht werden.



Bösewichter:

Der deutsche Schauspieler Gottfried John (1942-2014) als General Ourumov ist optisch sehr markant, darstellerisch jedoch nicht sonderlich herausragend. Sean Bean (geb.1959) spielt seine Rolle ganz passabel. Etwas aufgewertet wurde er durch seine verbrannnte Gesichtshälfte, die er sich 9 Jahre vorher bei einem gemeinsamen Einsatz mit Bond zugezogen hatte, da letzterer die Zündung eines Sprengkörpers verkürzte. Wegen dieses Merkmals nennt er sich Janus. Er erinnert dabei an eine ähnliche Figur aus „Batman“.

Recht gelungen ist Alan Cumming (geb. 1965) in der Rolle des, sich als Hacker für unbesiegbar haltenden, Boris Grishenko. Vor allem sein Ende, bei dem er in Sekundenschnelle mit flüssigem Stickstoff eingefroren wird, ist recht originell.



Bondgirls:

Die in der Prätitelsequenz kurz vorkommende Serena Gordon ist sehr unauffällig. Recht interessant dagegen wirkt Famke Janssen (geb.1964) als amazonenhafte, sadistische und tödliche Xenia Onatopp, die die Männer am liebsten beim Liebesspiel mit ihren Beinen zu Tode drückt. Sie verkörpert eine in Punkto Gefährlichkeit etwas ausgebaute Version von Barbara Carrera in „Never Say Never Again“.

Am attraktivsten allerdings ist mit Abstand Izabella Scorupco (geb.1970) als Natalya.



Gadgets:

Nicht unoriginell ist der Kugelschreiber mit Zeitzünder, der durch dreimaliges Drücken aktiviert wird, und nach 4 Sekunden explodiert. Ein weiteres dreimaliges Drücken deaktiviert ihn wieder. Bond gerät ziemlich in’s Schwitzen, als Boris Grishenko daran ständig nervös herumdrückt.

Weiters kommt ein Gürtel zum Einsatz, der ein dünnes, stabiles Seil und einen Haken beherbergt, die sich hinauskatapultieren lassen.

Das Wunderauto ist diesmal ein BMW Z3. Auch eine Armbanduhr mit Laser wird verwendet. Allerdings ist die Idee nicht mehr ganz neu, da man dies bereits 12 Jahre zuvor in „Never Say Never Again“ gesehen hat.

In der Prätitelsequenz verwendet Bond eine Art Schußapparat mit Laserstrahl.



Titellied:

Das von Bono und The Edge komponierte "Goldeneye" aus Tina Turners Kehle ist nach längerer Zeit endlich wieder mal ein wohlklingender und für das Genre recht typischer Bond-Song. Sehr originell finde ich die Zerstörung kommunistischer Symbole im Vorspann, was das Ende des kalten Krieges in der Zeit zwischen 1986, wo die Prätitelsequenz angesiedelt ist, und der eigentlichen Handlung im Jahre 1995, versinnbildlicht. Auch eine doppelgesichtige Frau ist zu sehen, welche Janus symbolisiert.



Schauplätze:

Obwohl Schauplätze wie Frankreich, Monaco, die Schweiz, Russland und Puerto Rico freudige Erwartungen heraufbeschwören, wurden diese, mit Ausnahme Russland, kaum eingebracht. Der Großteil des Films ist von einer sterilen Atmosphäre durchzogen. Die in Puerto Rico gedrehten Kuba-Szenen zeigen nur einen Bruchteil des exotischen Flairs, denn man sich erwarten würde.



Weitere Anmerkungen:

Dies ist der erste Auftritt von Judi Dench als weiblicher M. Sie sollte die Rolle bis zu Ihrem Filmtod in "Skyfall" 2012 verkörpern.

Auch Samantha Bond ist erstmals als Mrs.Moneypenny zu sehen und agiert als solche, im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen, ungewohnt kaltschnäuzig.

Janus Versteck unter dem künstliche See erinnert sehr stark an Blofelds Versteck unter dem Vulkan in "You Only Live Twice".

Joe Don Baker (geb.1936) spielte in "The Living Daylights" den Bösewicht und ist hier erstmals als CIA-Agent Jack Wade, eine Art Felix-Leiter-Ersatz, zu sehen.

Die Lienzer Kosaken werden hier in einer Art "Schwarz-Weiß-Malerei" sehr negativ dargestellt, da sie auf Seiten der Nazis kämpften. In Wahrheit taten sie dies, weil sie als Anti-Bolschewiken von Stalin verfolgt wurden und bei der Wehrmacht ein Bollwerk gegen diesen sahen. Damit befanden sie sich in einer sehr schwierigen und durchaus tragischen Situation.


Fazit:

Überdrehter und steriler High-Tech-Thriller mit ein paar brauchbaren Elementen, der den Glanz und Charme früherer Filme schmerzlich vermissen lässt. 2,5 von 5.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.269

26.08.2015 19:19
#2 RE: Bewertet: "Goldeneye" (17/1995) Zitat · antworten

Obwohl ich sonst mit den meisten Deiner Rezensionen konform gehe, habe ich über GOLDENEYE eine andere, bessere Meinung. Vielleicht liegt's auch daran, dass mir Dalton überhaupt nicht gefallen hat und ich nach langen Jahren endlich wieder mal einen Bond-Film im Kino anschauen konnte. Auch nach ein paar Sichtungen auf DVD oder BluRay gefällt er mir aber immer noch ziemlich gut.

patrick Offline




Beiträge: 2.694

26.08.2015 22:16
#3 RE: Bewertet: "Goldeneye" (17/1995) Zitat · antworten

Zitat von Edgar007 im Beitrag #2
Obwohl ich sonst mit den meisten Deiner Rezensionen konform gehe, habe ich über GOLDENEYE eine andere, bessere Meinung. Vielleicht liegt's auch daran, dass mir Dalton überhaupt nicht gefallen hat und ich nach langen Jahren endlich wieder mal einen Bond-Film im Kino anschauen konnte. Auch nach ein paar Sichtungen auf DVD oder BluRay gefällt er mir aber immer noch ziemlich gut.


Bei diesem Film habe ich das Problem von zuviel Technik, die in den Weltraum greift, was mich noch nie angesprochen hat und zuwenig bodenständige Abenteuerelemente mit interessanten Schauplätzen. Ich mag ja die liebgewonnenen Gadgets sehr gern, wenn sich dann aber ein High-Tech-Dschungel breitmacht der völlig überhand nimmt, ist das einfach nicht mehr meins. Ist eben Geschmackssache. Da die Grundstruktur der Geschichte doch noch ein bisschen was hermacht, hab ich 2,5 von 5 gegeben, was immer noch eine mittlere Punktezahl ist. Im Gesamt-Bond-Ouvre freilich liegt der Film bei meinem Rating unter dem Druchschnitt. Er liegt aber immer noch vor Diamantenfieber, Moonraker, Octopussy, Quantum und wahrscheinlich auch noch vor dem einen oder anderen Brosnan, die noch übrig sind.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.269

27.08.2015 12:06
#4 RE: Bewertet: "Goldeneye" (17/1995) Zitat · antworten

Dann müsste ja auch MAN LEBT NUR ZWEIMAL auf Deiner "schwarzen" Liste stehen. Ich glaube, dass dieser 1967 wesentlich futuristischer war als GOLDENEYE 1995.

Zitat von patrick im Beitrag #3
...und wahrscheinlich auch noch vor dem einen oder anderen Brosnan, die noch übrig sind.

Absolute Zustimmung! GOLDENEYE ist der wahrscheinlich beste Brosnan-Bond. Vor allem DER MORGEN STIRBT NIE ist einfach nur schlecht.

Josh Offline




Beiträge: 7.827

27.08.2015 21:23
#5 RE: Bewertet: "Goldeneye" (17/1995) Zitat · antworten

Zitat von Edgar007 im Beitrag #4
Vor allem DER MORGEN STIRBT NIE ist einfach nur schlecht.

Da stimme ich dir zu, aber gerade der hätte von der Geschichte her und vom schauspielerischen Können des Bösewichts ein Highlight der Reihe werden können, aber leider wurde alles vergeigt

patrick Offline




Beiträge: 2.694

27.08.2015 22:13
#6 RE: Bewertet: "Goldeneye" (17/1995) Zitat · antworten

Zitat von Josh im Beitrag #5
Zitat von Edgar007 im Beitrag #4
Vor allem DER MORGEN STIRBT NIE ist einfach nur schlecht.

Da stimme ich dir zu, aber gerade der hätte von der Geschichte her und vom schauspielerischen Können des Bösewichts ein Highlight der Reihe werden können, aber leider wurde alles vergeigt



Wie ich sehe, hat der, wie bisher auch "Goldeneye", noch gar keinen eigenen Thread. Werd ich wohl in Kürze ändern müssen.

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