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Dieses Thema hat 24 Antworten
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 James-Bond-007-Forum
Seiten 1 | 2
SpikeHolland Offline




Beiträge: 160

23.03.2007 08:00
Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Auch nach nochmaligem Ansehen bleibt "Diamantenfieber" der Connery-Bond, der mir am wenigsten gefällt. Und das liegt in erster Linie daran, dass der Film sehr "unaufgeregt" daherkommt. Man könnte auch sagen: behäbig. Zwar herrscht handlungsmäßig nie wirklich Stillstand, aber es fehlt an Tempo. Die "Verfolgungsjagd" durch die Wüste mit Mondfahrzeug und den Ballonreifen-Trikes ließe sich als Synonym für das Kränkeln des Filmes in dieser Hinsicht anführen: Im Grunde eine ganz nette Idee, aber in ihrer Ausführung reißt sie mich als Zuschauer nicht mit. Und auch die gern gelobte Klopperei im Fahrstuhl hat für mich heute viel von ihrem ursprünglichen Reiz verloren - man hat inzwischen einfach schon viel Besseres gesehen. Zum Gähnen reizt auch der Fight mit "Bambi" und "Klopfer": viel zu lahm.

Weiteres Manko: Blofeld wirkt in "Diamantenfieber" sehr uncharismatisch. Jill St. John ist für mich eines der unerträglichsten Bond-Girls der gesamten Reihe.

Und: In diesem Film stellen sich "die Bösen" ganz besonders dumm an - ich glaube, in keinem anderen Film hatten sie so oft die Chance, James Bond kurzerhand umzulegen, und haben es durch schiere Blödheit versaubeutelt (Blofeld steht mit gezogener Waffe vor ihm! Das "Pärchen" hätte ihn sonst wie ausschalten können, kutschiert den bewusstlosen Bond dann aber in die Wüste und lässt ihn in einem Rohr liegen?!).

Das Finale auf der Bohrinsel zieht sich dann endlos hin und verpufft am Ende buchstäblich ohne großen Knall.

Außerdem lassen die Special Effects (z. B. die Laser-Angriffe des Satelliten) insgesamt sehr zu wünschen übrig, auch für die damalige Zeit.

Ein gutes Haar kann ich letztlich aber doch an "Diamantenfieber" lassen: Die Bildqualität (Ultimate Edition) ist erstklassig! ;-)

Unterm Strich bleibt eine eigentlich recht brauchbare Story, deren Potenzial allerdings nicht ausgeschöpft wurde. Mit anderen Darstellern in Schlüsselrollen (insbesondere Blofeld und Tiffany Case) und mehr Tempo bei der Inszenierung hätte durchaus ein guter Bond daraus werden können.

SpikeHolland Offline




Beiträge: 160

23.03.2007 23:23
#2 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

P.S.: Gerade im Bonusmaterial der DVD gesehen, dass die Finalschlacht ja schon gekürzt war; ursprünglich hatten da noch Froschmänner aus den Hubschraubern springen sollen.
Und: Weggelassen hat man auch einen letzten Kampf um Leben und Tod zwischen Bond und Blofeld. Das war keine weise Entscheidung, wie ich finde, denn genau ein solches entscheidendes Duell fehlt dem Film; das bisschen Hin- und Herschaukeln von Blofelds U-Bötchen am Kran war's ja wohl nicht ... Nachdem Bond noch eine große Rechnung mit Blofeld offen hatte (Tracys Tod), hätte da schon eine große Abrechnung kommen müssen.

Jan Offline




Beiträge: 1.187

23.03.2007 23:30
#3 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten
Ich habe leider nur eine recht miese Video-Aufnahme von RTL aus den 90ern, die qualitativ reichlich zu wünschen übrig lässt.
Indes gehört DIAMANTENFIEBER auch nicht gerade zu meinen bevorzugten Lieblingen! Er rangiert bei mir zwar immer noch vor dem, wie ich finde, gähnend langweiligen FEUERBALL, kann aber gegenüber den übrigen Connery-Bonds nicht wirklich bestehen.
Die meisten Fallstricke sind von meinem Vorschreiber schon benannt: Story, Bond-Girl, Regieschlappe* und z.T. die technische Ausführung. Dahingegen finde ich die Prügelszene mit den drei Mädels richtig gut gemacht. Des weiteren steht John Barrys Soundtrack auf der Habenseite und die deutsche Synchronisation ist einfallsreich und dem damaligen Zeitgeist entprechend streckenweise recht frei!
Alles in allem nicht gerade mein Liebling und ich denke, es dürfte Hamiltons schlechtester Bond-Beitrag sein, der sich allzu oft auf die Präsenz Connerys verlässt.

Gruß
Jan

*Mal jemandem der schlichtweg doofe Trike-Fahrer aufgefallen, der in der Wüste von seinem Mopped fliegt, wieder aufsteigt und, anstatt loszufahren, darauf wartet, bis Sean Connery ihn von hinten mit einem gezielten Tritt von seinem Gefährt schuppst? Solch schlechtes (Regie-)Timing darf in einem James-Bond-Film einfach nicht vorkommen!
SpikeHolland Offline




Beiträge: 160

24.03.2007 01:44
#4 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

In Antwort auf:
*Mal jemandem der schlichtweg doofe Trike-Fahrer aufgefallen, der in der Wüste von seinem Mopped fliegt, wieder aufsteigt und, anstatt loszufahren, darauf wartet, bis Sean Connery ihn von hinten mit einem gezielten Tritt von seinem Gefährt schuppst? Solch schlechtes (Regie-)Timing darf in einem James-Bond-Film einfach nicht vorkommen!


Genau diese Szene stieß mir beim jetzigen Wiedersehen des Films auch besonders übel auf. Fällt mit unter den von mir schon genannten Punkt: Bonds Gegner sind in "Diamantenfieber" von der ganz blöden Sorte! ;-)

Die deutsche Synchronisation ist in diesem Fall dem Originalton tatsächlich überlegen, finde ich auch. Origineller, lockerer, ohne albern zu werden.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

25.03.2007 09:54
#5 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Von "Spike Holland" inspiriert habe ich mir diesen Blofeld-Bond nun zuerst wieder angesehen und muß ihm in den Grundsätzen recht geben. Ich sehe diesen Bond so ähnlich. Nur bin ich der Auffassung dass dieser Bond ganz und gar nicht langweilig ist (FEUERBALL übrigens auch nicht, der gehört sogar zu den temporeichsten der Serie überhaupt), sondern es ist ein "gemütlicher" Bond, den ich mir von Zeit zu Zeit immer wieder gerne ansehe und auch öfters und lieber als alle Bonds ab 1985. Die Flucht mit dem Mond-Buggy war damals schon eine Wucht, wirkt heute nicht mehr zeitgemäß und dürfte daher heute nicht mehr so ausgezeichnet ankommen wie 1971. Jill St. John ist zwar nicht das beste Bond-Girl passt aber irgendwie gut in diesen Film und zu Sean Connery. Dass die Bohrinsel-Sequenz gekürzt wurde lag vor allem an dem Umstand, dass man aus der doch etwas zu langen Unterwasser-Sequenz gelernt hatte. Wenn sie ganz drin geblieben wäre, hätten die Kritiker dies für Negativschlagzeilen genutzt. Manchmal ist weniger mehr. So sehe ich dies. Ob dies Hamiltons schlechtester Bond ist, ist ein Diskussionspunkt über den man streiten kann. Die meisten halten DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT für seinen schlechtesten Bond. Was auf jeden Fall toll ist, ist der Titelsong von Shirley Bassey. Was die ersten Bonds so sagenhaft machten, war der Schnitt von Peter Hunt. Und dies merkt man vor allem bei diesem Film. Die neuen Schnittmeister sind eben nicht Peter Hunt. Darin liegt das große Manko dieses Films. Mit ausgeklügelteren Schnitt hätte der Film ein besseres Tempo erhalten. Aber dies ist nicht der Fall. Was den Film aber zusätzlich ausmacht ist die Tatsache, dass er den größten Fehler innerhalb der gesamten Serie hat: Das Ende der Verfolgungsfahrt in Las Vegas, wenn Bond über die Rampe fährt, fährt er auf den beiden rechten Räder - und wenn er auf die Hauptstrasse von Las Vegas dann rausfährt, fährt er auf den beiden linken Räder.
Insgesamt muße man bedenken, dass der Film in einem schwierigen Produktionsjahr entstanden ist wo niemand genau wusste wohin Bond filmisch gesehen steuert. Man musste auf Nummer Sicher gehen und vermischte Altes mit neuen Ideen. Von diesem Standpunkt aus betrachtet ist es schon ein sehr gelungener Bond-Film.
Zur Synchro ist zu sagen, dass die Synchronisation aller damaligen Bond-Filme als ausgezeichnet gelten, auch wenn sie das eine oder andere Mal etwas vom Original abwichen. Ultra-Synchron (Alfred Vohrer & Jupp Wolff) gehörte neben Wenzel Lüdecke zu den besten Synchronstudios in Deutschland.

Joachim.

SpikeHolland Offline




Beiträge: 160

26.03.2007 02:19
#6 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Neben dem Klops mit dem Mustang, der auf den falschen Rädern aus der Gasse fährt, enthält der Film noch einen ähnlichen Schnittfehler, bzw. man hat da eine Szene zu viel herausgeschnitten: Dass Plenty O'Toole nämlich tot im Pool treibt ergibt, weil man sie mit Tiffany Case verwechselt hat, ergibt nur dann Sinn, wenn man weiß, dass Plenty nach ihrem Fenstersturz noch mal auf Bonds Zimmer kam, wo sie ihn mit Tiffany §$%& sieht. Daraufhin klaut sie aus Tiffanys Handtasche deren Adresse, woraufhin sie in deren Haus aufkreuzt. (Und ich frage mich gerade, warum Tiffany eigentlich ein Haus in Vegas hat?! Aber egal ...) Dort hält man sie dann also für Tiffany und bringt sie um. Dummerweise aber fehlt die Szene, in der Plenty noch mal ins Hotelzimmer kommt, im Film - die gibt's nur im Bonusmaterial zu sehen. (Wie übrigens auch eine Szene, in der Bond den Mustang in der Gasse noch über eine andere Rampe fährt, woraufhin der Wagen dann so kippt, dass er so aus der Gasse fährt, wie man es im Film sieht - nur fehlt eben auch diese Szene im Film.)

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

30.10.2008 18:16
#7 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

...auch die Synchro hat bei diesem Film einen kleinen "Schönheitsfehler begangen. Bereits in GOLDFINGER "Dutzt" Felix Leiter James Bond - hier sagt Felix Leiter in der Szene in WW-Strandhaus "Sie" zu ihm.
Zur Bohrinsel-Sequenz ist noch zu sagen, dass aufgrund der Tatsache, dass der RA zufrüh die Explosionen losließ - bereit als Hamilton zur Probe der Szene "Action" schreit. Nur der Geistesgegenwart des Kameramannes ist es zu verdanken, dass man wenigstens ein paar Explosionsszenen vom Finale hat. Letztendlich wurde (fast) alles am Schneifdetisch behoben.

Joachim.

P.S.: Da ich diesen Bond erstmals direkt am zweiten Starttag auf einer ca. 240qm großen Leinwand sah, bleibt er ein guter Nostalgie-Bond. Bedauere alle Forumsmitglieder, die weder Connery, Lazenby noch Moore-Bonds im Kino sehen konnten. Es fehlt dadurch die "echte" Einstellung zu den Bond-Filmen.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.273

30.10.2008 19:01
#8 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp
Bedauere alle Forumsmitglieder, die weder Connery, Lazenby noch Moore-Bonds im Kino sehen konnten. Es fehlt dadurch die "echte" Einstellung zu den Bond-Filmen.

Bis auf George Lazenby (der allerdings in meinem Lieblings-Bond spielt) konnte ich alle Bond-Darsteller noch im Kino "bewundern" - Sean Connery allerdings nur noch in SAG NIEMALS NIE

patrick Offline




Beiträge: 2.707

13.05.2015 20:02
#9 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Diamonds Are Forever (Diamantenfieber)



Filmdaten:

Deutscher Titel: Diamantenfieber
Originaltitel: Diamonds Are Forever
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 1971
Länge: 120 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16
Stab:
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum
Tom Mankiewicz
nach Ian Fleming
Produktion: Albert R. Broccoli
Harry Saltzman
Musik: John Barry
Titelsong: Shirley Bassey
Kamera: Ted Moore
Schnitt: Bert Bates
John W. Holmes

Besetzung:

Sean Connery: James Bond, Jill St. John: Tiffany Case, Charles Gray: Ernst Stavro Blofeld, Lana Wood: Plenty O'Toole, Jimmy Dean: Willard Whyte, Bruce Cabot: Albert R. 'Bert' Saxby, Putter Smith: Mr. Kidd, Bruce Glover: Mr. Wint, Norman Burton: Felix Leiter, Joseph Fürst: Dr. Metz, Bernard Lee: M, Desmond Llewelyn: Q, Leonard Barr: Shady Tree, Lois Maxwell: Miss Moneypenny
Joe Robinson: Peter Franks, David de Keyser: Doktor Tynan, Laurence Naismith: Sir Donald Munger, David Bauer: Mr. Morton Slumber, Ed Bishop: Klaus Hergesheimer, Lola Larson: Bambi
Trina Parks: Klopfer, Denise Perrier: Marie


Handlung:


Aus Südafrika werden große Mengen Diamanten geschmuggelt, die allerdings nicht auf dem Markt auftauchen. Da befürchtet wird, dass diese von jemandem gehortet werden, um anschließend einen Preisverfall zu erzeugen, wird Bond mit der Klärung dieser mysteriösen Vorgänge beauftragt. Auffallend ist, dass sämtliche in den Schmuggel verwickelte Personen von dem homosexuellen Killerpärchen Mr.Kidd und Mr.Wint in’s Jenseits befördert werden und daher keine Mitwisser greifbar sind. Bond tarnt sich als der festgenommene Diamantenschmuggler Peter Franks und reist nach Amsterdam, wo er auf die Schmugglerin Tiffany Case trifft, mit der er ein intimes Verhältnis beginnt. Franks, dem allerdings die Flucht gelingt, kann von Bond abgefangen und getötet werden, wobei er der Leiche seine Brieftasche zusteckt, um Tiffany im Glauben zu lassen, dieser wäre James Bond.
Tiffany übergibt Bond die Diamanten. Er schmuggelt sie nach Las Vegas weiter, gerät aber ebenfalls in die Gewalt von Mr.Kidd und Mr.Wint und wird in einem Sarg in’s Feuer hinein, anschließend aber wieder herausgeschoben, da die Gauner erkennen, dass die Diamanten nicht echt sind.
Im Rahmen seiner Ermittlungen entdeckt Bond, dass Blofeld noch immer lebt und die Diamanten benötigte um einen Laser-Satelliten zu bauen, mit dem er seine Stärke demonstriert, indem er Raketen und U-Boote in den USA, der Sowietunion und China zerstört. Er verfolgt dabei den Zweck, die Weltherrschaft an jene Macht zu verkaufen, die ihm dafür am meisten bietet. Bond begibt sich allerdings auf Blofelds Basis, welche auf einer Ölplattform gelegen ist…

Plot:

Nach dem wunderbaren „On Her Majesty’s Secret Service“ ist dieser Film eine schiere und ernüchternde Enttäuschung. Nach einer schrägen Prätitelsequenz entfaltet sich eine langatmige, fade und lustlos inszenierte Story, welcher es völlig am Glanz seiner Vorgängerfilme fehlt. Auch hier wurde wieder das von mir wenig geliebte, zum Entstehungszeitpunkt aber aktuelle, Weltraumelement eingebracht. Das hatten wir aber schon um Klassen besser und bei weitem weniger thrashig in „You Only Live Twice“. Nach "On Her Majesty's..." hätte ich mit George Lazenby als Bond auch weiterhin sehr gut leben können. Trotzdem ist Connery für mich nach wie vor der beste 007, und ich hätte mir seine Rückkehr anders vorgestellt, weshalb ich mich gezwungen sehe, Bonds Eintritt in die 70er-Jahre als mißlungen zu betrachten.



Bösewicht:

Nach dem hervorragenden Telly Savallas und den zumindest akzeptablen Donald Pleasance ist der, jeglichen Charismas entbehrende, Charles Gray als Blofeld eine völlige Fehlbesetzung. Wenn man auf die frühen Filme zurückblickt, in denen Blofelds Gesicht noch vorenthalten, aber seine Bedrohlichkeit verdeutlicht wurde, wird diese Aura durch Grays nichtssagendes Erscheinungsbild völlig zerstört. Die aber weitaus schlimmere und mir völlig unverständliche Frage ist, welcher Teufel die Produzenten geritten haben mag, eine Serie von Blofeld-Doppelgängern zu präsentieren, die Bond der Reihe nach umlegt, nur um zu erkennen, dass er immer wieder den falschen erwischt. Auch scheinen die vielen Blofelds alle den gleichen Charakter und dieselben Verhaltensmuster zu besitzen. Ich habe ja nichts gegen Doppelgänger, wenn das ganze so dezent wie in „Feuerball“ eingebracht wird. Was aber hier präsentiert wird ist ein Abgleiten in dümmlichen und hanebüchenen Thrash, den die Reihe wirklich nicht verdient hat.

Putter Smith (geb.1941) und Bruce Glover (geb.1932) als homosexuelles Killerpärchen haben immerhin noch einen gewissen, wenn auch etwas schrägen, Unterhaltungswert.

Auch Bruce Cabot (1904-1972), der als Saxby eine Nebenrolle bekleidet, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Bekannt wurde er als junger Held in King Kong (1933). Ferner war er auch ein Freund von Errol Flynn, mit dem er Dodge City (1939) gedreht hat. "Diamonds Are Forever" war sein letzter Film vor seinem Tode 1972.

Allerdings haben Letztere nicht das Gewicht, den Unsinn mit dem in Serie produzierten Blofeld, der obendrein noch unpassend besetzt ist, positiv auszugleichen. In einer Szene kommt er dann auch noch als Frau verkleidet daher.



Bondgirls:

Jill St.John (geb.1940) ist gut gebaut und nicht unattraktiv, aber auch kein wirklich herausragendes Bond-Girl.

Eine kleine Rolle hat Natalie Woods jüngere Schwester Lana Wood (geb.1946) als Plenty O'Toole.



Titellied:

Das von Shirley Bassey , die bereits „Goldfinger“ bekannt gemacht hat, gesungene „Diamonds Are Forever“ ist wohl das Beste, was dieser, nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, Film zu bieten hat.



Gadgets:

Bond benutzt den falschen Fingerabdruck von Peter Franks. Weiters wird eine fade Verfolgungsjagd mit dem Mondauto geboten und ein Gerät zur Imitation fremder Stimmen benutzt. Auch ein magnetischer Ring, der beim einarmigen Banditen den Jackpot knackt, eine Pistole mit Seil und Hacken, eine Kunststoff-Kugel, mit der Bond sich über die Wasseroberfläche bewegt, und ein Mini-U-Boot, welches Blofeld benutzt, kommen zum Einsatz.
Die Tricks mit dem zerstörenden Laser wirken billig, unecht und thrashig.



Schauplätze:

Waren Bond-Filme bisher immer auch ein Augenschmaus, wird man durch „Diamonds Are Forever“ auch in dieser Hinsicht bitter enttäuscht. Der Streifen versucht vor allem das US-Publikum anzusprechen und präsentiert eine durch und durch amerikanische Las-Vegas-Atmosphäre, die sehr langweilig ist und allenfalls von ein paar Wüsten-Szenen abgelöst wird, die auch nicht viel hermachen. Am besten sind noch die Aufnahmen in Amsterdam. Das Ganze vermittelt das Gefühl, die Folge irgendeiner amerikanischen Serie der 70er-Jahre zu sehen.



Wortwitz:

Bond, als er auf der Suche nach Blofeld ein Mädchen verhört und sie mit dem eigenen BH würgt: "There is something I'd like you to get off your chest."

Mr.Wint und Mr.Kidd, nachdem sie Dr.Tynan mit Hilfe eines Skorpions getötet haben: "Dr.Tynan sent us. He was taken sick. Bitten by the bug."

Die mit üppiger Oberweite ausgestattete Plenty zu Bond: " I'm Plenty." Bond:"But of course you are.".

Bond, als er von bewaffneten Männern von einem Schäferstündchen mit Plenty abgehalten wird: "I'm afraid, you've caught me with more than my hands up."

Bond zu Tiffany, während einer Verfolgungsjagd: "Just relax. I have a friend named Felix, who can fix anything." Tiffany:"Is he married?"

Thumper, bevor sie Bond auf eine sehr empfindliche Stelle schlägt:"First, we are gonna have a ball."

Bont zu Willard Whyte, als Saxby erschossen wird:"Saxby". Whyte:"Bert Saxby. Tell him he's fired."

Bond, als er Blofelds Bohrinsel betritt: "Good morning, Gentlemen. The Acme Pollution Inspection. We're cleaning up the world and thought this was a suitable starting point."

Bond zu Tiffany, nachdem er ihr ein ausgetauschtes Band unter den Slip schiebt: "Your problems are all behind you now."
Blofeld zu Tiffany, als er das Band entdeckt: "Tiffany, my dear. We're showing a bit more cheek than usual, aren't we?"

Bond zu Mr.Wint, bezugnehmend auf dessen Aftershave, das er bereits gerochen hat, als er aus seiner Bewusstlosigkeit neben einer Ratte aufwachte: "I've smelt that aftershave before. And both times I've smelt a rat."

Bond, nachdem er Mr.Wints Arme zwischen dessen Beine klemmt und ihn über das Geländer in's Meer schleudert: "He certainly left with his tail between his legs."

weitere Anmerkungen:

Der etwas schräge Willard Whyte ist dem, damals noch lebenden und ausgesprochen exzentrischen, Howard Hughes (1905-1976) nachempfunden, der 2004 in dem Film "The Aviator" von Leonardo DiCaprio unterhaltsam portraitiert wurde.

Sean Connery, der längst das Interesse an der Rolle verloren hatte, wurde für seine Rückkehr mit derart viel Geld überhäuft, dass er einfach nicht nein sagen konnte.

Das Finale auf der Bohrinsel ist ziemlich belanglos inszeniert. Blofelds "Tod" ist unspektakulär und das Mini-U-Boot kommt nicht einmal unter Wasser zum Einsatz.

Der Streifen war finanziell durchaus erfolgreich, was ich aus heutiger Sicht nicht wirklich nachvollziehen kann.

Fazit:

Ein fader und ungewohnt thrashig daherkommender Bond-Film, der in absolut jeder Hinsicht krankt, was mich trotz aller Ehrfurcht vor dem großartigen Sean Connery dazu veranlasst, die rote Karte zu zücken. 1 von 5.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.273

14.05.2015 10:16
#10 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Wieder mal ein tolles Review von Dir, Patrick. Obwohl ich den Film etwas anders sehe als Du. Im Großen und Ganzen hast Du jedoch Recht. Diamantenfieber ist sicher der schwächste Connery-Bond (inkl. Never say never again), hat jedoch auch seinen eigenen Charme. Er fällt ja in die Zeit von DIE ZWEI (mit seinem Nachfolger Roger Moore) und hat m.E. auch einen ähnlichen Humor. Das lag wohl an der damaligen Zeit. Da mir DIE ZWEI serh gut gefällt bzw. ich mich sehr gut unterhalten fühle, geht es mir mit DIAMANTENFIEBER ähnlich. Trotzdem ist es einer der Bond-Filme, die eher weniger anschaue.

patrick Offline




Beiträge: 2.707

14.05.2015 10:36
#11 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Zitat von Edgar007 im Beitrag #10
Wieder mal ein tolles Review von Dir, Patrick. Obwohl ich den Film etwas anders sehe als Du. Im Großen und Ganzen hast Du jedoch Recht. Diamantenfieber ist sicher der schwächste Connery-Bond (inkl. Never say never again), hat jedoch auch seinen eigenen Charme. Er fällt ja in die Zeit von DIE ZWEI (mit seinem Nachfolger Roger Moore) und hat m.E. auch einen ähnlichen Humor. Das lag wohl an der damaligen Zeit. Da mir DIE ZWEI serh gut gefällt bzw. ich mich sehr gut unterhalten fühle, geht es mir mit DIAMANTENFIEBER ähnlich. Trotzdem ist es einer der Bond-Filme, die eher weniger anschaue.


"Never say never again" gefällt mir deutlich besser. "Die Zwei" habe ich immer gerne geschaut. Ist allerdings schon sehr lange her und mir sind die Parallelen ehrlich gesagt nicht bewusst.

Der Zeitgeist der 70er bringt leider einen Humor in die Bond-Filme, der mir dort eher weniger gefällt. Ich bevorzuge den Ernst der ursprünglichen Bonds. Leider sind damit "Leben und Sterben lassen" und "Goldener Colt" auch nicht wirklich mein Fall. Sollte sich meine Meinung im Rahmen der Neu-Sichtungen nicht ändern, sind es eigentlich nur 2 von 7 Moore-Filmen, die ich wirklich toll finde.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.273

15.05.2015 08:29
#12 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

"Goldener Colt" finde ich auch schwach. LIVE AND LET DIE dagegen gefällt mir sehr gut - nicht nur wegen des tollen Titelsongs. Die besten Moore-Bonds sind für mich THE SPY WHO LOVED ME und FOR YOUR EYES ONLY

patrick Offline




Beiträge: 2.707

15.05.2015 09:36
#13 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Zitat von Edgar007 im Beitrag #12
"Goldener Colt" finde ich auch schwach. LIVE AND LET DIE dagegen gefällt mir sehr gut - nicht nur wegen des tollen Titelsongs. Die besten Moore-Bonds sind für mich THE SPY WHO LOVED ME und FOR YOUR EYES ONLY


"The Spy.." und "For Your Eyes.." sind genau die beiden Top-Moore, die ich meine. Der Titelsong von "Live And Let Die" ist hervorragend. Der Film selbst gefällt mir weniger. Ist irgendwie eine verrückte 70er-Jahre-Show. Werd ihn in den nächsten Tagen aber eh nochmal ansehen und schauen, wie ich das heute sehe.

Ray Offline



Beiträge: 642

12.03.2017 11:07
#14 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Diamantenfieber (Diamonds Are Forever) (GB 1971)

Regie: Guy Hamilton

Darsteller: Sean Connery, Jill St. John, Charles Gray, Putter Smith, Bruce Glover, Jimmy Dean, Lana Wood, Bernard Lee, Desmond Llewelyn, Llois Maxwell u.a.



Nachdem man mit einem anderen Darsteller und einem romangetreueren sowie realistischeren Ansatz beim Vorgänger nicht so gut gefahren war, ging es nun darum, Bond in die 1970er zu transferieren. Nicht wenige (wie ja auch Lazenbys Agent) waren der Meinung, das Bond-Phänomen war am Ende. Was also tun? Man entschied sich dazu, Bond mehr zu "amerikanisieren", sprich: amerikanischer Bond, überwiegend amerikanische Schauplätze. Die Wahl für den neuen Bond-Darsteller fiel auf den Schauspieler John Gavin. Außerdem wollte man sich von der Herangehensweise an "Goldfinger" orientieren. Daher wurde Regisseur Guy Hamilton zurückgeholt und überlegt, Bond gegen Goldfingers Zwillingsbruder antreten zu lassen. Dann kam jedoch Vieles anders. Es gelang, Sean Connery zu einer einmaligen Rückkehr zu bewegen und statt eines erneuten Aufeinandertreffens traf Bond nicht auf Goldfingers Zwillingsbruder, sondern zum dritten Mal in Folge auf Blofeld, diesmal verkörpert von Charles Gray.

Betrachtet man den Film selbst, so fällt auf, dass man "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" ziemlich ausblendete. Bond jagt zwar zu Anfang Blofeld, aber scheinbar nicht aus Rachegefühlen, weil dieser für den Tod von Bonds Ehefrau verantwortlich ist, sondern eher wegen seines angekratzten Egos, schließlich hat er vorher noch jeden Gegner geschnappt. In Konsequenz fällt auch kein Wort über den tragischen Tod von Mrs. Bond. Es wird nur kurz erwähnt, Bond habe einen längeren Urlaub gemacht, wobei dies wohl mehr eine Anspielung auf Connerys Bond-Pause sein dürfte.

Das Endprodukt entscheidet sich dann auch ganz der Intention entsprechend deutlich vom Lazenby-Intermezzo. Die Ernsthaftigkeit ist weitgehend verschwunden, die Humor-Schraube wurde deutlich angezogen. In gewisser Weise eine Einstimmung darauf, was den Zuschauer in der Moore-Ära erwarten würde. Allerdings schoss man z.T. über das Ziel hinaus. So weisen das schwule Gangster-Pärchen Mr. Kidd und Mr. Wint oder Blofelds Auftritt als Frau beinahe schon parodistische Züge auf.

Aufgrund der angestrebeten "Amerikanisierung", die man auch nach Connerys Rückkehr nicht vollends über Bord warf, spielt sich die Handlung weitgehend in den Vereinigten Staaten ab. Ansonsten gibt es nur einen längeren Aufenthalt in Amsterdam. Man hat also durchaus schon exotischere Bond-Abenteuer gesehen. Auch bei den Gadgets hielt man sich im Vergleich zu den drei vorherigen Connery-Bonds ziemlich zurück. Aus Action-Perspektive nennenswert bleibt die Verfolgung im roten Ford Mustang (inklusive leider etwas verpatzter Fahrt auf zwei Rädern) sowie ein Faustkampf in einem engen Aufzug. Der Showdown auf einer stillgelegten Ölplattform fällt jedoch eher enttäuschend aus, insbesondere kommt es nicht zu einem direkten Duell zwischen Blofeld und Bond. Allerdings tut man sich diemal auch ein wenig schwer, eine rechte Bedrohung auszumachen. Die Diamanten gelten scheinbar zunächst als eine Art Leitthema, bis sich daraus eine eher konstruierte Gefahr ergibt. Außerdem kann man diesen Blofeld, der sich als Frau verkleidet und Doppelgänger kreiert, um Bond zu täuschen, nicht ganz so ernst nehmen wie es bei anderen Bond-Schurken der Fall war.

So liegt es letztlich an Connery, den Film über zwei Stunden zu tragen, was ihm insgesamt recht gut gelingt. Man bemerkt im direkten Vergleich zu Lazenby ein deutlich gesteigertes Maß an schauspielerischer Präsenz und Charisma. Jill St. John hat ein paar verführerische Auftritte (z.B. nur mit Decke auf dem Aquarium-Bett liegend und ein Bein herausgestreckend, wenn Felix Leiter sie und Bond besucht), wird vom Skript aber teilweise arg dümmlich dargestellt. Für Irritation sorgt auch die Figur Felix Leiters. Wirklich freundschaftlich wirkt das zwischen ihm und Bond nicht. Grandios hingegen ist der von Shirley Bassey eingesungene Titelsong "Diamonds are forever", der sogar noch den von "Goldfinger" übertrifft und im Jahre 2005 durch Kanye West und Jay-Z eine äußerst gelungene Hommage gefunden hat ("Diamonds from Sierra Leone (Remix)"). Insgesamt unterhält der Film oberflächlich betrachtet gerade im ersten Drittel sehr ordentlich, mit fortschreitender Handlung geht dem Film jedoch ein bisschen die Luft aus.


"Never say never": Connery kehrt mit "Diamantenfieber" ein erstes Mal in der Rolle des britischen Geheimagenten zurück. Der Film selbst ist eine Art Vorbote zur Moore-Ära, wobei der Einsatz von Humor nicht immer glücklich ausfällt. In Sachen Action und optischen Reizen hat die Reihe auch schon weit mehr geboten. Trotzdem alles in allem noch eine recht unterhaltsame Angelegenheit. 3,5 von 5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 2.707

12.03.2017 12:26
#15 RE: Bewertet: "Diamantenfieber" (7) Zitat · antworten

Der Film ist eine Katastrophe.

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