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Dieses Thema hat 24 Antworten
und wurde 1.109 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
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blofeld Offline




Beiträge: 407

03.02.2006 16:32
"Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

In den 80er-Jahren liefen im ZDF die Mr.-Moto-Filme aus den 30er-Jahren. Hauptdarsteller war Peter Lorre. Diese Serie war so ähnlich angelegt wie die Charlie-Chan-Reihe. Wurden die Moto-Filme seitdem woanders noch einmal ausgestrahlt?

Peitschenmönch Offline




Beiträge: 536

04.02.2006 14:46
#2 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Vier Stück liefen anlässliche Lorres Hundertstem bei 3sat. Habe sie aber nicht aufgehoben. Heute würde ich's tun, aber damals haben sie mich nicht so umgehauen, hab da noch nicht so viel gesammelt. An die Chan-Filme reichen sie nicht ran und auch an die Rathbone-Holmes nicht, aber als weiterer guter Detektiv dieser Stilepoche geht Mr. Moto auf jeden Fall durch.

Falk Ahnert Offline



Beiträge: 682

20.02.2006 23:03
#3 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Hallo @blofeld!

Ich habe mir damals drei Filme, die auf 3sat ausgestrahlt wurden, aufgenommen. Da ich Mr. Moto noch von früheren Ausstrahlungen kenne und es da noch keine Möglichkeit gab, diese aufzunehmen.

Grüße
Falk

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

22.12.2011 12:53
#4 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Mr. Moto und der China-Schatz / Thank You, Mr. Moto (1937)

Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1937
Drehbuch: Wyllis Cooper, Norman Foster, John P. Marquand (Story)
Kamera: Virgil Miller
Schnitt: Nick DeMaggio, Irene Morra
Musik: Samuel Kaylin, Hugo Friedhofer
Länge: ca. 67 Minuten
Regie: Norman Foster
Cast: Peter Lorre, Thomas Beck, Pauline Frederick, Jayne Regan,
Sidney Blackmer, Sig Ruman, John Carradine,
Wilhelm von Brincken, Nedda Harrigan, Phillip Ahn,
John Bleifer, James B. Leong u.a.
Peter Lorre ist Mr. Moto, Abenteurer, Schatzsucher, Detektiv. Sein neuestes Ziel das Grabmal des Dschingis Khan. Am Rande der Wüste Gobi birgt er eine von sieben Schriftrollen, welche den Weg zu dem Grabmal und dem dort verborgenen Schatz weisen sollen. Schon auf dem Rückweg mit der Karawane versucht jemand, sich der Schriftrolle zu bemächtigen, doch Moto kann den Eindringling töten. Als Mitglied der Karawane getarnt, reist er nach Peking. Dort will man ihn bei seiner Ankunft wegen des Verdachts auf Schmuggel verhaften, doch Moto gelingt unerkannt die Flucht.

Am Abend ist er zu einer Teeparty bei Colonel Tchernov geladen, wo er auf den Prinzen Chan und seine Mutter trifft, welche im Besitz der andern sechs Rollen sind. Offenbar will Tchernov die Rollen kaufen, doch der Prinz will das Geheimnis bewahren. Ungehalten zieht Tchernov eine Waffe und ist sogleich selbst tot. In die Szenerie platzt die junge Joyce, welche momentan bei Tchernov zu Gast ist, um ein Buch zu schreiben. Joyce weiß, dass Tchernov keinen Selbstmord begangen hat, doch Moto bittet sie, das im Interesse aller zu vergessen. Tchernov bleibt nicht die einzige Leiche. Wer wird das Rennen um das Grab gewinnen?

Mr. Moto – das hatte ich schon mal gehört, aber in den Genuss einer dieser insgesamt acht Filme bin ich leider noch nie gekommen. Mehr durch Zufall stolperte ich über die LP-DVD aus der Serie "Midnight Movies" (die doch einige interessante Filme beinhaltet – wäre es doch bloß nicht LP ... aber Warner, Fox und Co. haben ja scheinbar das Interesse an ihren Klassiker verloren - die alten Auflagen vieler 30er- bis 50er-Jahre-Filme gehen Out of Print, Neues kommt nicht nach). Also habe ich den Film aus Neugierde mitgenommen und gestern Abend in den Player geworfen.

Eindeutig eine richtige Entscheidung: "Mr. Moto und der China-Schatz" bietet Unterhaltung zwischen "Dünner Mann" und "Indiana Jones" im herrlich naiven 30er-Jahre-Stil. Peter Lorre, obwohl als Sympathieträger zunächst ungewohnt, gelingt eine klasse Darstellung als Mr. Moto. Die Sets sind klar Studiobauten, aber liebevoll ausgestattet, der Supporting Cast gut aufgelegt und der Film flott und ohne Längen inszeniert. "Politische Korrektheit" gab es damals zum Glück noch nicht. So darf der Held mehrfach mehr oder weniger böse Mitmenschen erschießen, ohne dass es irgendwelche Konsequenzen hätte.

Die DVD von LP geht insgesamt als brauchbar durch. Nichts Spektakuläres, die Tonspur hängt am Anfang ein bisschen, das Bild hat einen etwas zu starken Kontrast und Extras gibt es keine. Allerdings haben wir es hier auch mit einer B-Produktion von vor einem Dreivierteljahrhundert und nicht mit einem oscarprämierten Meisterwerk zu tun. Ärgerlich ist das Fehlen des OTs, wobei die deutsche Synchro gut gelungen ist. Mal sehen, ob weitere Moto-Filme folgen. Im Menü steht zumindest "Mr. Moto #1" ...

4 von 5 Punkten für einen amüsanten Abend mit Peter Lorre.

Happiness IS the road! (Marillion)

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 184

09.09.2019 15:55
#5 "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

In den späten dreißiger Jahren entstanden in den Vereinigten Staaten acht Filme um den japanischen Geheimagenten Mr. Kentaro Moto. Die Vorlage dazu lieferte eine Serie von Büchern des amerikanischen Schriftstellers J.P. Marquand, der zu seiner Zeit sehr bekannt gewesen sein soll, heute aber weitgehend vergessen ist.
Mr. Motos genauer Status ist irgendwie unklar, er ist so eine Art Versicherungsagent, Privatdetektiv und Geheimagent gleichzeitig, man weiß nie genau, für wen er eigentlich arbeitet.
Gespielt wird er von dem jüdischen Schauspieler Peter Lorre, welcher wegen seiner Darstellung des pfeifenden Kindermörders in Fritz Langs Kriminalfilm „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ in Deutschland und auch international sehr bekannt wurde. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten musste er seine Heimat verlassen und emigrierte schließlich in die USA, wo er erstmals mit dem Moto-Filmen einem breiteren Publikum bekannt wurde.
Seine schauspielerische Leistung ist wirklich sehenswert. Mit seiner eher untersetzten Figur, seinem normalerweise ständigen freundlichen Lächeln, der Brille mit den runden Gläsern und anderen Eigenheiten erinnert er ein bisschen an die Japaner aus den amerikanischen Propagandatrickfilmen, die wenige Jahre später aus den bekannten Gründen gedreht wurden. Er ist im normalen Umgang mit Menschen stets höflich und rücksichtsvoll, wirkt anfangs geradezu schüchtern und erfreut seine Gesprächspartner mit allerlei fernöstlichen Weisheiten. Doch unter dieser Oberfläche gibt es den wahren Mr. Moto. Bei Gefahr wechselt sein Minenspiel zu einem überzeugend bedrohlichen Ausdruck, der einen Feind wirklich einschüchtern kann. Aus gutem Grund, denn trotz seiner schmächtigen Gestalt ist er ein ernstzunehmender Gegner, der die damals populäre Kampfkunst Jiu-Jitsu meisterhaft beherrscht und damit auch körperlich weit überlegene Männer besiegen kann.
Im Vergleich zu den üblichen testosteronstrotzenden Superhelden ist er eine sympathische Abwechslung.
Im Laufe der Filme verschlägt es Mr. Moto an allerlei exotische Schauplätze, die auch innerhalb eines Filmes wechseln können. Dabei kämpft er stets gegen geheime Verbrecherorganisationen, es wäre aber sicherlich übertrieben, ihn als einen frühen James Bond zu bezeichnen (er ist auch Frauen und Alkohol gegenüber eher zurückhaltend), doch seine Abenteuer sind aktionsreicher als z.B. die von Charlie Chan. Der detektivische Anteil ist dafür etwas weniger. Am Ende steht aber auch regelmäßig die Entlarvung eines Oberschurken.


Mr. Moto und die Schmugglerbande (1937)

Dieser Film ist der erste der Reihe. In Mr. Moto und die Schmugglerbande streift er zu Beginn in Amerika als Händler verkleidet durch die Straßen, sieht eine verdächtige Gestalt ein Geschäft betreten und folgt dieser. Dem Ladeninhaber versucht er einen offenbar geschmuggelten Diamanten zu verkaufen und bemerkt eine versteckte Leiche in einem Weidenkorb. Nach einer heftigen Auseinandersetzung kann er aus dem Laden flüchten und seinen Gegnern entkommen.
Wenig später sieht man ihn auf einem Dampfer nach Shanghai wieder, in Gesellschaft einer Gruppe junger Menschen, die seine Freundschaft suchten und deren Hauptperson Bob Hitchings der Sohn des Besitzers der Schifffahrtslinie ist. Der hat einen Brief von seinem Vater für die Zweigstelle in China mitbekommen, welcher bald einem Diebstahlsversuch zum Opfer fällt, den Moto aber noch verhindern kann. Der junge Hitchings lernt „zufällig“ an Bord eine attraktive Frau kennen und verliebt sich in sie, später in Shanghai verschwindet sie plötzlich, und statt sich um die Angelegenheiten der Filiale zu kümmern, macht er sich auf die Suche nach seiner Angebeteten Gloria Denton. Moto ist in der Zwischenzeit nicht untätig, stellt Ermittlungen an und wird zusammen mit einer Mitarbeiterin das Ziel von Mordanschlägen. Die ganze Sache hat einen Schmuggel in großem Stil als Hintergrund, das wird irgendwann klar.
Zum Schluss laufen alle Fäden in einem schicken Nachtclub zusammen, dessen Besitzer ein falsches Spiel treibt, und die Beteiligten geraten in große Gefahr, wobei dann auch am Ende das Oberhaupt der Schmugglerbande entlarvt wird.

Dieser Film ist sicher ein guter Einstieg in die Serie, doch im Vergleich zu den meisten Nachfolgern wirkt er irgendwie noch unausgereift und etwas zusammenhanglos. Es ist manchmal schwierig, in dem ganzen Geschehen einen durchgängigen roten Faden zu finden, manche Aktionen der Beteiligten bleiben eher schwer verständlich. Auch die Love Story zwischen Hitchings und Denton tritt etwas zu sehr in den Vordergrund.
Moto kann hier seine Kampfkünste gut einsetzen, es zeigt sich auch, dass er recht wenig Skrupel besitzt. Einmal wirft er auf einem Schiff einen Gegner aus praktischen Gründen kurzerhand über Bord, ein andermal treibt er einen Mann dazu, einen anderen zu töten, weil das seiner Enttarnung dient. Zum Schluss im Nachtclub verdichtet sich die Handlung zu einiger Spannung, da ist der Film richtig gut.
Er ist, wie alle Moto-Filme, kein ganz großes Kino, aber unbeschwerte und spannende Unterhaltung.

Matze K. Offline



Beiträge: 1.058

09.09.2019 21:49
#6 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

die sind mir bisher immer noch zu teuer - hört sich aber Charly Chan ähnlich an...

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Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 184

10.09.2019 20:56
#7 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Die sind ja momentan wirklich kaum bezahlbar. Vor einiger Zeit gab`s die in einer Sonderedition mit anderen Detektivfilmen für ca. 30 EUR. War wohl ein echtes Schnäppchen.
Die Filme sind halt etwas gewalttätiger und weniger auf Logik aufgebaut als bei Chan, aber auch hier spielt ein Europäer einen Asiaten. Es gibt auch einen Moto-Film, der ursprünglich für Charlie Chan ausgelegt war, dessen Schauspieler aber grad nicht verfügbar war. Da musste Moto einspringen, sogar einer von Charlie Chans etwas gewöhnungsbedürftigen Söhnen spielt mit.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.241

10.09.2019 21:23
#8 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #7
Es gibt auch einen Moto-Film, der ursprünglich für Charlie Chan ausgelegt war, dessen Schauspieler aber grad nicht verfügbar war. Da musste Moto einspringen, sogar einer von Charlie Chans etwas gewöhnungsbedürftigen Söhnen spielt mit.


Das ist für mich auch der Film, der sich am wenigsten wie ein Moto anfühlt. Der hat merklich mehr Detektivgeschichte und eigentlich keine Abenteuer- oder Agentenkomponente. Da gefällt mir der Mix in den anderen Filmen besser.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.060

10.09.2019 22:38
#9 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Ein bisschen diskutiert ihr in Rätseln:

1. Welcher Film ist denn der Moto, der eigentlich ein Chan werden sollte?

2. Welche Filme sind kaum bezahlbar? Bei eBay gibt es z.B. die Box mit allen von Koch Media veröffentlichten Rathbone-Holmes-, Charlie-Chan- und Mr.-Moto-Filmen (34 DVDs) für ziemlich akzeptable 45,99 € (Artikelnummer 312324040976).

Count Villain Offline




Beiträge: 4.241

11.09.2019 05:38
#10 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #9
1. Welcher Film ist denn der Moto, der eigentlich ein Chan werden sollte?


Mr. Moto und der Wettbetrug

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 184

11.09.2019 08:15
#11 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Genau. Der Chan-Darsteller Ohland war alkoholbedingt ausgefallen, da man finanzielle Verluste vermeiden wollte, hat man die Story auf Mr. Moto umgemünzt.
Die große Detektivfilmbox gibt es bei Amazon gerade für 129 (!!) EUR, bei Ebay hatte ich gar nicht geguckt. Die Box gibt es aber auch in zwei Varianten, eine große aufwändiger gestaltete und eine einfacher gehaltene im einfachen Schuber. Die hatte ich mal bei Müller für 20 und... EUR gesehen, das war wohl einmalig günstig.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.241

11.09.2019 12:33
#12 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Die Moto-Komplettbox derzeit 34,54 € bei Amazon, wären pro Film 4,32 €. Empfand ich jetzt nicht als überteuert. Aber wer weiß, die heutige Streaming-Generation...

Matze K. Offline



Beiträge: 1.058

11.09.2019 20:02
#13 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Die Preise ins tatsächliche annehmbarer wohl geworden. In der Erinnerung hatte ich für 3 Filme 30 Euro oder so einzelne Moto Teile. Die Komplettbox scheint sehr schön zu sein. Mal sehn, ob das bis Weihnachten anhält :) Wäre auch cool, weil die Sherlocks hab ich noch auf VHS :)

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Gubanov Offline




Beiträge: 16.060

11.09.2019 20:06
#14 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #10
Mr. Moto und der Wettbetrug

Danke!
Zitat von Matze K. im Beitrag #13
Mal sehn, ob das bis Weihnachten anhält :)

Darauf würde ich nicht setzen. Wie @Dr. Oberzohn bereits geschrieben hat: Bei Amazon ist die Detektivfilm-Box bereits vergriffen, andere eBay-Seller rufen ähnlich astronomische Preise auf und der genannte letzte Händler, der sie neu für unter 50 € anbietet, hat noch 5 Exemplare verfügbar. Da heißt es wohl eher: jetzt oder nie. Die Sherlock-Holmes-DVDs sind auch wirklich spitze und allein für sie lohnt sich schon der Preis.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 184

11.09.2019 20:33
#15 RE: "Mr. Moto"-Filme mit Peter Lorre (1937-39) Zitat · Antworten

Dann sollte man unbedingt zuschlagen. Leider sind sind die Mr.-Moto-DVDs teilweise falsch beschriftet, aber das kriegt man schon hin.
Weiter gehts:

Mr. Moto und der China-Schatz

Eine Karawane zieht malerisch durch die Wüste Gobi. Unter den Mitgliedern befindet sich, als mongolischer Hirte oder etwas ähnlichem verkleidet, der abenteuerlustige Mr. Moto. Dass er wieder mal in einer gefährlichen Mission unterwegs ist, steht fest, denn bei der ersten besten Gelegenheit versucht ein Begleiter der Karawane, Moto niederzureiten. Bald darauf schleicht er sich in dessen Zelt und versucht eine geheimnisvolle Schriftrolle zu stehlen, was ihm durch den stets wachsamen Besitzer vereitelt wird und äußerst schlecht bekommt. Er wird von Moto nach heftigem Kampf erstochen und im Wüstenboden verscharrt – ein ziemlich drastischer Einstieg in das neue Abenteuer. Nach der Ankunft der Karawane in Peking geht es gleich turbulent weiter, Moto muss in seiner Verkleidung vor der Polizei fliehen und ihm gelingt es gerade so, sich in sein Hotelzimmer zu flüchten und seinen Verfolgern zu entkommen.
Am Abend ist er auf einer eleganten Party des (einfluss)reichen Colonel Tschernov anzutreffen. Der bemüht sich in seinem Privatzimmer vergeblich, den chinesischen Prinzen Chung zu überreden, ihm sechs in dessen Besitz befindliche Schriftrollen abzukaufen und droht ihm am Ende sogar mit Waffengewalt. Auch hier ist Moto zur Stelle, mit dem Ergebnis, dass Tschernov tot am Boden liegt. Offensichtlich hat er Harakiri verübt…
Die turbulente Handlung geht weiter, auch das obligate Liebespaar darf nicht fehlen, man hätte aus heutiger Sicht wohl getrost darauf verzichten können. Eine junge Dame, Eleonor Joyce, aus familiären Gründen an Kunstgegenständen und Antiquitäten interessiert, sowie der adrette Tom Nelson aus dem diplomatischen Dienst finden das Interesse aneinander, wobei der junge Mann ganz schön «rangeht». Selbstredend werden auch sie maßgeblich in das Geschehen verwickelt, ebenso wie die frischgebackene Witwe Tschernovs. Weitere Figuren, wie ein gewisser Koerger, treiben ihr dunkles Spiel.
Bald erfährt man, dass die Jagd nach den geheimnisvollen Schrift- oder bessergesagt Skizzenrollen einen spektakulären Hintergrund hat: in der richtigen Reihenfolge aneinandergelegt, weisen sie den Weg zum legendenumwobenen Grab Dschingis Khans. Das ist ein ähnlicher Mythos wie das südamerikanische El Dorado oder unser europäisches Bernsteinzimmer und soll einen unermesslichen Schatz bergen. Kein Wunder, dass es deswegen Mord und Totschlag gibt.
Es geht aufregend voran, ein Antiquitätenhändler wird aus einem fahrenden Auto heraus erschossen, es gibt Entführungen, Überfalle und zum Schluss eine Verfolgungsjagd, die auf einer chinesischen Dschunke endet. Natürlich geht alles gut aus, und Mr. Moto zeigt wieder mal, dass er durchaus seine eigene Moral hat und nicht wie viele andere nur an das schnöde Mammon denkt.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat dieser Film eine stringentere Handlung und weist weniger „Längen“ auf. Mit seinem Hintergrundthema, der Jagd nach dem seit Jahrhunderten gesuchten Grab des berühmt-berüchtigten Mongolenherrschers, erinnert er an die Indiana-Jones-Filme. Man hätte mehr daraus machen können, statt internationalen Agenten und Verwicklungen ist es nur eine zwar rücksichtslose, doch eher zweitklassige Verbrecherbande, welche auf die vermuteten Reichtümer scharf ist. Und mit der Logik darf man es auch nicht so genau nehmen. Moto schiebt einem Einbrecher in seinem Zimmer eine mit Platzpatronen geladene Waffe unter, mit der dann auf ihn geschossen wird – eine doch recht konstruierte Episode, die leicht hätte schiefgehen können. Ein anderes Mal schlägt ihn ein Scherge der Bösewichter nieder, versäumt es aber unverständlicherweise, dem verhassten Widersacher den Rest zu geben. Und dann die Jacke, die er aus dem Fenster wirft, um seine Verfolger abzulenken… Trotz dieser leichten Mankos ist die Hatz nach dem „China-Schatz“ wirklich ein sehr gelungene Episode, die manchmal als die beste der Reihe eingestuft wird. Am Ende, fast allein und waffenlos im Kreise der Ganoven, kann Moto genau wie bei seinem ersten Abenteuer seine Verschlagenheit Einsatz bringen, mit der er Zwietracht unter den Gangstern sät und das Ruder noch einmal zum Guten herumreißen kann. Es geht ihm auch hier leicht von der Hand, seine Gegner ins Jenseits zu schicken, und er beweist, dass er nicht nur exzellent asiatische Kampftechniken beherrscht, sondern im Notfall auch mit Messer und Pistole umgehen kann.
Und selbstredend findet auch das Happyend der beiden jugendlichen Nebendarsteller statt.
Tatsächlich eine gelungene Mischung von Kriminal- und Abenteuerfilm, dessen Länge wie bei fast allen Folgen etwas über eine Stunde dauert.

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