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Dieses Thema hat 22 Antworten
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 James-Bond-007-Forum
Seiten 1 | 2
Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

14.04.2010 18:49
#16 RE: RE:Bewertung: Zitat · antworten

Zitat von eastmancolor
Meiner Meinung nach ließ nach dem 15 Bond Film das Publikums Interesse bereits merklich nach und ein Ende der Bond Serie war in Sicht.



Sowohl als Film als auch geschäftlich gehörte der erste Dalton-Bond-Film zu den besten Bond-Filmen überhaupt. Er hat alles was ein klassischer Bond-Film ausmacht. Ob einem nun Dalton gefällt oder nicht ist eine andere Sache. Durch den enormen Erfolg dieses Films ging man direkt an die Planung von LIZENZ ZUM TÖTEN (AT: LIZENZ ENTZOGEN). Dass dieser Film nicht den Erfolg hatte wie DER HAUCH DES TODES lag an der Härte des Films, da er weltweit runtergestuft wurde, d.h. in der BRD war er ab 16 Jahren, erstmals ein Bond seit DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT der diese Freigabe erhielt.
Dennoch war für 1991 ein dritter Dalton-Bond geplant. Aber durch die MGM-Verkäufe und Streitigkeiten mit Paretti zog sich der nächste Bond-Film hin. Da Dalton zudem lieber Theater spielte bat er um Entlassung aus dem Vertrag für seinen dritten Bond-Film. Danach ging GoldenEye mit Pierce Brosnan und wurde wieder ein überdurchschnittlicges Bond-Geschäft. Also ein Ende der Serie ist bis heute nicht in Sicht.

Joachim.
*Filme bleiben ewig jung!*

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.345

15.04.2010 01:02
#17 RE: RE:Bewertung: Zitat · antworten

Die von Dir angeführten Punkte sind schon richtig aber der Hauptgrund für die Zuschauerzahlen von HAUCH DES TODES war in erster Linie die Neugier am neuen Hauptdarsteller.
Die Serie zeigte zu dieser Zeit bereits ganz große Ermüdungserscheinungen und mit Sicherheit hat man mit HAUCH DES TODES nicht so viele neue Bondfans zugewonnen.
LIZENZ ZUM TÖTEN hatte mit dem schwachen Vörgänger zu kämpfen
und sicherlich auch mit der Altersfreigabe.
Bond war 1989 schon ziemlich aus der Mode gekommen.
Ich war ein Teenager in der Zeit und habe es miterlebt.
Bond war 1989 nicht mehr dasselbe wie Anfang der 80er.
LIZENZ ZUM TÖTEN blieb nicht nur hinter den Erwartungen zurück, sondern enttäuschte auch viele Fans von seiner ganzen Machart her.
Die Bondfilme waren nicht mehr hip!
Hinzu kamen die von Dir beschriebenen Probleme hinter den Kulissen.
Ein ENDE war bei HAUCH DES TODES in Sicht und bei LIZENZ ZU TÖTEN war es 5 vor 12!
Gottseidank hat man 6 Jahre später noch mit GOLDENEYE die Kurve gekriegt.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.278

16.04.2010 14:13
#18 RE: RE:Bewertung: Zitat · antworten

Ich bin der Meinung, daß es damals vielen so wie mir ging: Dalton ist einfach nicht James Bond! Ich nehme ihm diese Rolle in keinster Weise ab. Erst mit Brosnan fand man wieder einen glaubwürdigen Darsteller.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

25.04.2010 09:47
#19 RE: RE:Bewertung: Zitat · antworten

DER HAUCH DES TODES war 1987 neben OTTO - DER NEUE FILM & BEVERLY HILLS COP II der erfolgreichste Film des Jahres. Also von Bond-Müdigkeit überhaupt keine Rede. Dass bei vielen Dalton nicht so ankam ist Geschmacksache. Viele beurteilten den Film insgesamt auch wesentlich besser als den Bond-Darsteller. Dass nach LIZENZ ZUM TÖTEN Dalton keinen dritten Bond-Film drehte war nur einerseits der Ärger hinter den MGM-Kulissen denn Dalton hatte schließlich einen Vertrag für einen dritten Bond-Film. Er persönlich bat darum ihn aus diesem Vertrag zu entlassen. Was den Begriff "glaubwürdig" betrifft war es vor allem die Presse, die Dalton als glaubwürdigsten Bond-Darsteller im Sinne Ian Flemings klassifizierten.

Joachim.
*Filme bleiben ewig jung!*

Glasauge Offline




Beiträge: 1.321

30.04.2010 17:23
#20 RE: RE:Bewertung: Zitat · antworten

Der Film ist mit IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT mein Lieblingsbond. Er hat einen für mich gänzlichen anderen Stil als die anderen und das mag ich an diesem Film.

SpikeHolland Offline




Beiträge: 160

10.08.2014 10:32
#21 RE: RE:Bewertung: Zitat · antworten

Nach einigen Jahren habe ich den Film heute wieder mal gesehen, und er hat mir immer noch gefallen. In einer persönlichen Gesamtwertung der Reihe würde ich ihn auf jeden Fall in der oberen Hälfte ansiedeln, evtl. sogar im oberen Drittel, da müsste ich die Liste etwas konkreter gestalten.

Wenn ich mich nicht irre, habe ich den Film heite aber zum ersten Mal in der Originalversion gesehen, und mit seiner eigenen Stimme kommt Timothy Dalton "farbloser" rüber als mit seiner "deutschen". Finde ich. Ist natürlich Geschmackssache. Ging mir aber bei George Lazenby ähnlich, der in der deutschen Fassung ja den Bonus der deutschen Stimme von Sean Connery genießt. Mit seiner eigenen wirkt er gleich anders, "fremder". Aber ich würde Dalton und Lazenby auf eine Stufe stellen. Beides sicher keine "Spitzen-Bonds", aber die Wahl hätte sicher auch schlechter ausfallen können. Lazenby hatte halt den Vorteil, dass er in einem wirklich guten Film auftreten durfte; "Im Geheimdienst ..." gilt vielen Fans ja als einer der besten Beiträge zur Reihe.

Ganz grausig ist im "Hauch ..." aber das Bond-Girl mit seiner eigenen Stimme. Da fragt man sich, ob den Machern beim Casting wirklich ein hübsches Gesicht genügt und man sich mit der Dame gar nicht unterhalten hat. Das gleiche "Phänomen" beobachtete ich auch im Film "In tödlicher Mission ...", wo mir "Melina" mit ihrer eigenen Stimme Ohrenschmerzen bereitete. Schlimm.

Was dem Film ein bisschen fehlt, ist ein wirklich charismatischer Bösewicht. Joe Don Baker erfüllt diesen Anspruch für mich nicht, auch wenn ich ihn nicht zu den schlechtesten Bond-Gegenspielern zählen würde. Etwas unglücklich fand ich, dass der Schauspieler in späteren Brosnan-Filmen wieder auftrat, in einer Rolle, in der man sich leicht auch andere Schauspieler hätte vorstellen können.

In Sachen Story und Unterhaltungswert ist "Hauch ..." für mich ein kurzweiliger Filmspaß geblieben, der auch nach immerhin fast 30 Jahren nicht angestaubt wirkt. Das trifft nicht auf alle Action-Filme dieser Zeit zu.

Mein Fazit also: Mir gefiel die Synchronfassung besser (ja, steinigt mich ruhig, ist mir wurscht ), aber in jedem Fall war der Film zu seiner Zeit eine mindestens hundertprozentige Verbesserung gegenüber den beiden letzten Moore-Bonds.

* * * * *
"Hätte der liebe Gott Farbe gewollt, hätte er die Bibel bunt gedruckt."

patrick Offline




Beiträge: 2.773

30.07.2015 23:15
#22 RE: RE:Bewertung: Zitat · antworten

The Living Daylights (Der Hauch des Todes)



Filmdaten:
Deutscher Titel: James Bond 007 – Der Hauch des Todes
Originaltitel: The Living Daylights
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 1987
Länge: 130 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12
Stab:
Regie: John Glen
Drehbuch: Richard Maibaum,
Michael G. Wilson,
nach Ian Fleming
Produktion: Albert R. Broccoli,
Michael G. Wilson,
Barbara Broccoli,
Tom Pevsner
Musik: John Barry,
Titelsong: a-ha
Kamera: Alec Mills
Schnitt: Peter Davies,
John Grover
Besetzung:
Timothy Dalton: James Bond, Maryam d’Abo: Kara Milovy, Jeroen Krabbé: General Georgi Koskov, Joe Don Baker: Brad Whitaker, John Rhys-Davies: General Leonid Pushkin, Art Malik: Kamran Shah, Andreas Wisniewski: Necros, Thomas Wheatley: Saunders, Desmond Llewelyn: Q, Robert Brown: M, Geoffrey Keen: Verteidigungsminister Sir Frederick Gray, Walter Gotell: General Gogol, Caroline Bliss: Miss Moneypenny, John Terry: Felix Leiter, Kell Tyler: Linda

Plot:

Bei einer Übung auf Gibraltar, bei der auch Bond teilnimmt, werden zwei britische Agenten tatsächlich getötet. Der Killer kann von 007 unschädlich gemacht werden.
Anschließend wird der russische Überläufer Georgi Koskov mit Bonds Hilfe in den Westen gebracht. Dieser ist ein KGB-General und behauptet, dass ein Scharfschütze auf ihn angesetzt sei. Tatsächlich wird er von der jungen Kara Milovy in Bratislava in`s Visier genommen, der Bond das Gewehr aus der Hand schießt. In England erklärt Koskov, dass sein vorgesetzter KGB-General Pushkin plant, zahlreiche Agenten zu töten, um Osten und Westen aufeinander aufzuhetzen. Die Operation heisst "Smiert Spionom" (Tod den Spionen) und stammt eigentlich noch aus Stalins Tagen. Kurz darauf wird Koskov vom KGB entführt.
Bond lernt schließlich in Wien Kara Milovy kennen, die tatsächlich Koskovs Freundin ist und nur zum Schein einen Anschlag mit Platzpatronen auf ihn verüben sollte, um es so aussehen zu lassen, dass der KGB ihn aus dem Weg räumen wolle. 007 gibt sich ihr gegenüber als ein Freund Koskovs aus. Im Rahmen seiner Ermittlungen findet er heraus, dass Koskov mit dem amerikanischen Waffenhändler Brad Whitaker gemeinsame Sache macht und nur zum Schein entführt wurde. Nachdem Bonds Kollege Saunders getötet wird, fühlt er Genaral Pushkin auf den Zahn und erfährt durch ihn von Koskovs falschem Spiel, von dem er schon lange ahnt. Pushkin wird zum Schein von Bond erschossen, um ihn in Sicherheit zu wiegen, da er bereits von Koskovs Killer auf's Korn genommen wird. Allerdings ruft Kara in der Zwischenzeit Koskov an und liefert ihm Bond aus, da sie noch nichts von dessen Intrige ahnt. Nachdem sie ihren Fehler erkennt, wird sie zusammen mit Bond auf einen russischen Stützpunkt in Afghanistan gebracht, wo die beiden fliehen können und bei den Mudschahidin Hilfe finden. In Afghanistan deckt Bond auf, dass Koskov in einen regen Rauschgifthandel verwickelt ist, wobei die Mudschahidin den Stoff zur Verfügung stellen um mit dem Geld wiederum ihren Aufstand zu finanzieren. Koskov investiert die für geplante Waffenkäufe vorgesehenen und veruntreuten Regierungsgelder in die Sache. Damit sollte dieses durch den Weiterverkauf des Rauschgifts vervielfacht werden, sodass neben den geplanten Waffen noch ein satter Gewinn herausspringt. Es gelingt Bond, die gesamte Ladung zu vernichten und anschließend an den kriegsfanatischen Whitaker heranzukommen, der ihn mit einer Spezialwaffe bedroht…

Bonddarsteller:

Nachdem Roger Moore mittlerweile im 60. Lebensjahr stand, war es allerhöchste Zeit für einen Darstellerwechsel. Leider fiel die Wahl ausgerechnet auf Timothy Dalton, der sich als die mit Abstand schwächste Verkörperung des Superagenten entpuppt. Er sieht weder so aus, wie man sich Bond wohl vorstellt noch gibt er der Rolle auch nur das geringste Charisma und den Hauch von Ausstrahlung. Er wirkt dabei im Vergleich zu allen übrigen Bonds extrem blass und fad und hat weder die starke Präsenz Connerys oder auch Lazenbys, noch den Witz Moors, der zugegebenermaßen leider auch oft übertrieben wurde. Im Umgang mit der Damenwelt wirkt er überhaupt nicht überzeugend. Seine Einführung in die Rolle bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Naturgemäß war seine Agentenlaufbahn damit von nur kurzer Dauer.



Plot:

Das Drehbuch ist im Grunde genommen recht brauchbar. Vor allem möchte ich lobend erwähnen, dass man sich vom Moore-Klamauk ab- und wieder einer ernsteren Inszenierung zugewandt hat und dabei versuchte, erneut an die Bond-Filme der 60er-Jahre anzuknüpfen. All das ist durchaus in meinem Sinne. Der Streifen erreicht jedoch in Punkto Inszenierung nicht annähernd den kultigen Charme der Klassiker. Auch die vielfältigen Schauplätze vermitteln nicht die Würze der alten Filme. Irgendwie wirkt alles viel zu gewöhnlich. Besonders gut gelungen ist Bonds Kampf mit dem Killer Necros in der Luft, wo beide aus dem Flugzeug heraus an einem Netz hängen, dass die Rauschgiftladung enthält.




Bösewichter:

Der Niederländer Jeroen Krabbe (geb.1944) ist ein wenig ausdrucksstarker und im Bond-Ouvre bedeutungsloser Bösewicht, der ganz und gar nicht im Gedächtnis haften bleibt. Joe Don Baker (geb.1936) als psychopathischer Kriegsfanatiker Brad Whitaker dito. Er trägt mit seiner überzogenen Darstellung etwas zu dick auf, wodurch er sein recht mittelmäßiges Erscheinungsbild auszugleichen versucht.
Andreas Wisniewski (geb.1959) als Necros muss man auch nicht unbedingt gesehen haben. Einmal mehr ist man dabei geneigt mit Wehmut auf Robert Shaw zurückzublicken.



Bondgirl:

Bedingt durch das damals noch recht junge Schreckensthema AIDS musste Bond sein Liebesleben signifikant einschränken, und ihm wurde nur ein Bondgirl zur Verfügung gestellt, wobei auf freizügige erotische Begegnungen verzichtet wurde. In der recht naiv, farblos und uncharismatisch daherkommenden Maryam d’Abo (geb.1960) fand man dafür die wohl passende Besetzung.



Gadgets:

Bond fährt einen "Aston Martin V8 Vantage", der einen Laser besitzt, welcher bei einem nebenher fahrenden Polizeiwagen den Boden quer abtrennt. Die Szene erinnert stark an "Goldfinger", wo Bond einen "Aston Martin DB5" mit einem Mechanismus fährt, der die Reifen der neben ihm fahrenden Tilly Masterson aufschlitzt. Einmal mehr musste der große Klassiker als Ideenlieferant herhalten, was erneut andeutet, wie richtungsweisend er war. Darüber hinaus ist der Wagen mit Raketen ausgestattet, die einen als Straßensperre benützten Lastwagen aus dem Weg räumen. Auch besitzt er einen Selbstzerstörungsknopf, der aktiviert wird, als Bond und Kara bei einer Verfolgunsjagd im Schnee steckenbleiben und die Häscher heranrücken.

Ebenfalls sehr phantasievoll ist der Schlüsselanhänger, welcher Gas, bzw. eine Bombe beinhaltet, und durch das Pfeifen einer bestimmten Melodie auf die gewünschte Weise aktiviert wird.

In der Szene, wo Bond Kara die Waffe aus der Hand schießt, benutzt er ein auffallend klobiges Scharfschützengewehr.

Weiters benützt Bond eine Brille mit Fernglas-Funktion. Kurz bevor das Flugzeug zerschellt, in dem Bond und Kara sich befinden, steigen sie in einen Geländewagen, der mit Hilfe eines bremsenden Fallschirms durch die Luke nach draußen gezogen wird. Im Finale zwischen Bond und Whitaker, benutzt Letzerer eine spezielle Maschinenpistole mit kugelsicherem Schutzschild.

Necros wirft bei Koskovs Entführung mit explodierenden Milchflaschen.

Die Gadgets sind Summa Summarum sehr gut gelungen.



Titelsong:

"The Living Daylights" von der norwegischen Gruppe a-ha trifft auch diesmal weniger meinen Geschmack.



Schauplätze:

Die Prätitelsequenz wurde auf Gibraltar gedreht. Wien diente als Schauplatz, sowohl für Wien selbst als auch Bratislava und wird recht ausgiebig eingebracht. Die Szenen in Afghanistan wurden tatächlich in Marokko inszeniert. Die Schauplätze sind damit recht vielfältig, allerdings fehlt es dabei an wirklich glänzenden Handlungsorten.



Weitere Anmerkungen:

Angesprochen auf die Aktion, bei der Bond Kara Milovy das Gewehr aus der Hand schoß, sagt dieser: "I must have scared the living daylights out of her.", was soviel heißt wie: "Ich muß sie zu Tode erschreckt haben."

Nachdem Bond mit dem, in seinen Wagen eingebauten, Laser auf einer winterlichen Straße den Polizeiwagen quer durchtrennt fragt Kara: "What happened?" Darauf Bond: "Salt corrosion".

Nach nunmehr 25 Bondjahren ging Lois Maxwell (1927-2007), die im gleichen Alter wie Roger Moore stand, für die Reihe in den Ruhestand und machte der jungen Caroline Bliss (geb.1961) als Miss Moneypenny Platz, die nur in zwei Bond-Filmen mitwirken sollte.

Der Film benutzt zuerst Motive aus Ian Flemings gleichnamiger Kurzgeschichte, geht aber dann eigene Wege.

Fazit:

Durchschnittlicher Bond-Film mit einem unterdurchschnittlichen Hauptdarsteller. 3 von 5.

Ray Offline



Beiträge: 774

14.07.2017 23:27
#23 RE: RE:Bewertung: Zitat · antworten

James Bond 007 - Der Hauch des Todes (The Living Daylights) (GB 1987)

Regie: John Glen

Darsteller: Timothy Dalton, Maryam d´Abo, Jeroen Krabbé, Joe Don Baker, Andreas Wisniewski, Desmond Llewelyn, Robert Brown, Walter Gotell, John Rhys-Davies, Caroline Bliss u.a.



Timothy Dalton erhielt 1987 die Rolle des britischen Geheimagenten James Bond, nachdem er sie einige Jahre zuvor noch selbst abgelehnt hatte, weil er sich zu jener Zeit zu jung fühlte. Kurioserweise kam er anno 1987 nur aus dem Grunde zum Zug, dass sein Nachfolger Pierce Brosnan vertraglich gebunden war ("Remington Steele"), genau wie dies zuvor auch bei Dalton-Vorgänger Roger Moore schon einmal mit "Simon Templar" der Fall gewesen war.

Vorerst zum letzten Mal griff man auf einen Original-Titel Ian Flemings zurück und nahm die Kurzgeschichte "Der Hauch des Todes" zudem als Ausgangspunkt für die Story des Films (Episode in Bratislava nach dem Vorspann, in der Bond die Cello spielende Kara erschießen soll, jedoch "instinktiv" anders handelt.). Ähnlich wie in "Octopussy" verteilte man die "Last des Bösen" auf verschiedene Schultern, wobei die Figur des Koskov, dargestellt von Jeroen Krabbé, am meisten zu überzeugen weiß. Rein physisch ebenfalls beeindruckend kommt der Deutsche Andreas Wisniewski in der Rolle des Necros daher. Mal ein anderer Typ körperlich überlegener Handlanger.

Am Hauptdarsteller-Duo scheiden sich wohl heute noch die Geister. Dies dürfte auch die Ursache sein, weshalb die Meinungen über den Film in Gänze so weit auseinander gehen. Schauspielerisch ist er der Mehrzahl seiner Vorgänger sicher überlegen. Dennoch fehlt ihm in meinen Augen das Charisma für die Rolle Bond. Dalton wirkt sehr zurückhaltend, ganz so, als wolle er die Geschichte ins Zentrum stellen. Aus zeitgenössischen Interviews erfährt man, dass er sich stark mit den Romanen und speziell der Figur Bond beschäftigt hat. Er wollte Bond wieder romangetreuer und menschlicher porträtieren. Möglicherweise ist er damit etwas über das Ziel hinaus geschossen und hat ein wenig die Darstellung Bonds in den Filmen und die damit einhergehende Erwartungshaltung des Publikums aus den Augen verloren. Gerade in den Liebesszenen fehlt denn auch die sonst übliche Ironie, weswegen jene Passagen mit d´Abo äußerst kitschig und z.T. unfreiwillig komisch rüberkommen, wozu d´Abo mit ihrem arg naiven Auftreten ihr Nötiges zu beiträgt.

Ansonsten kann man dem Film nicht allzu viel vorwerfen. Die Story wartet mit ein paar netten Wendungen auf, die Action ist ordentlich (insbesondere die Szenen mit dem Aston Martin und der Kampf zwischen Bond und Necros außerhalb des Flugzeugs am zappelnden Netz). Generell fängt Daltons Debüt sehr stark an, hat dann aber den fast schon obligatorischen Hänger im dritten Viertel und kann auch im Finale nicht mehr so wirklich überzeugen. Das Titellied von a-ha ist zumindest nicht sonderlich gut gealtert und wirkt doch sehr "poppig", da hätte es - dem Ton des Films entsprechend - vielleicht etwas Düsteres oder Dramatischeres geben dürfen. Insgesamt ein mittelprächtiger Bond, dessen Reiz primär darin besteht, dass der Betrachter mal einen anderen Ansatz in der Interpretation des Bond bekommt (wenn man so will ein Vorbote der Craig-Filme, in der Planungsphase wurde auch darüber diskutiert, Bonds Vorgeschichte zu erzählen, doch Broccoli wollte dies nicht). Ob man diesen "anderen Ansatz" dann auch mag, ist wie immer Geschmacksfrage.


Daltons Debüt bietet ein paar neue Reize, nimmt sich dabei jedoch selbst ein wenig zu ernst und wirkt daher im ganzen etwas steif. 3,5 von 5 Punkten.

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