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 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 2.488

21.02.2023 12:39
Die Goldpuppen (1965) Zitat · Antworten

DIE GOLDPUPPEN - (THE PLEASURE GIRLS)
GB (1965) - R: Gerry O´Hara - DE: 3.12.1965 - FSK 18 - V: Inter
Darsteller: Francesca Annis, Ian McShane, Suzanna Leigh, Klaus Kinski, Mark Eden, Tony Tanner, Anneke Wills



Sally, ein Mädchen aus gutem Hause, das von einer Model-Karriere träumt, verbringt das Wochenende bei Freundinnen in London. Die Mädchen gehen abends aus, tanzen, flirten, machen Männerbekanntschaften und sammeln Erfahrungen, gute und weniger gute. Auch Sally findet einen Verehrer, fährt am Ende aber ebenso brav wie sie kam zurück nach Haus.

Ein Film über die Swinging Sixties, der von Gerry O´Hara in vier 5-Tage-Wochen abgedreht wurde. Auf der Leinwand geht es zwar recht locker zu, doch in Sachen Sex und Erotik wird optisch die typisch britische Zurückhaltung bewahrt. Dass mittendrin auch ein schwules Paar gezeigt wird - ohne die übliche Überzeichnung - erscheint für damalige Verhältnisse schon recht fortschrittlich. Aus dem Rahmen fällt aber vor allem die Mitwirkung von Klaus Kinski. Im Vorspann wird er als "Guest Star" angekündigt. Engagiert wurde er, weil er zufällig gerade in London war. Insgesamt hatte er 9 Drehtage und soll sich bei der Gage etwas entgegenkommend gezeigt haben. Als Geschäftsmann Nikko Stalmar ist er hier mit dubiosen Immobiliengeschäften erfolgreich und hat obendrein ein glückliches Händchen im Spielcasino. Seine ständige Begleiterin ist die attraktive blonde Dee, die sich nicht daran stört, dass er verheiratet ist. Doch sein Job ist nicht ungefährlich, denn in der Tiefgarage wartet eines Nachts ein Schlägertrupp auf ihn und prügelt ihn krankenhausreif. Kinskis Partnerin Suzanna Leigh drehte anschließend auch in Hollywood, u.a. mit Tony Curtis und Elvis Presley.

Unschuld vom Lande (Herrensitz, Kaminfeuer, Papa in Tweed) kommt in die Großstadt und steht in der ständigen Gefahr, im Sündenbabel London allerlei zu verlieren: Geld, Ansehen und - Unschuld. Aber die handfeste Country-Erziehung setzt der verderbten Großstadt ein Stop-Schild entgegen. Die Kleine kommt einer lüsternen Halbmänner-Welt mit der Lebensweisheit "Wer mich liebt, muss warten können." verquer. Und das Wunder geschieht. Es findet sich einer, der warten will.
Moral tropft von der Kinoleinwand herunter. Gerry O´Hara hat sein eigenes, bemühtes Drehbuch mit konventionellen Mitteln verfilmt. Etwas besonderes findet nicht statt, weder von der Optik her, noch in der Führung oder der Aussage der Darsteller. Einzig Kinski bemüht sich, der Lesebuchgeschichte zu einem Zug ins Halbdunkle zu verhelfen. Und ausnahmsweise wird er mal nicht erdrosselt. Unter den vielen "Goldpuppen" überbietet Suzanna Leigh als Kinski-Retterin die unschuldsengelhafte Francesca Annis, die dem Landmädchen zuviel an Edeltum mitgibt. Sonst alles wie gehabt. (Film-Echo)

"Die Groschenheftschicksale junger Mädchen aus der Provinz, die in London die große Welt erleben wollen. Im halbseidenen Milieu angesiedelter Film, der zu Beginn durch seine genaue Beobachtung überzeugt, sich dann aber zunehmend in Spekulationen ergeht." (Filmdienst)

Der Film erhielt weniger als 10 Meldungen, so dass keine Notierung in der Rangliste erfolgte.

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